Georg Haderer: Ohnmachtspiele
Mit Georg Haderer gesellt sich ein junger Autor zu der österreichischen Szene der Krimi-Autoren und das ist gut so! Denn solange es hoffnungsreichen Nachwuchs auf diesem Sektor gibt, können sich Bücherratten eines spannenden Lesestoffs sicher sein. Der aus Kitzbühel stammende Haderer legt mit "Ohnmachtsspiele" seinen zweiten Krimi-Roman vor, der sich - wie auch sein erstes Buch - vom Mainstream deutlich abhebt. Er überzeugt mit einer gut konstruierte Handlung, pointierten Seitenhieben auf die österreichische Gesellschaft/Politik und einem sorgfältig gesponnenen Protagonisten mit Ecken und Kanten.
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Jon Krakauer: In eisige Höhen
Manchmal dümpeln Bücher in den Tiefen unseres Regals herum und irgendwann kommen sie hervor - man pustet den Staub vom Deckel und denkt sich, warum eigentlich nicht... Der Untertitel dieses Buches "Drama am Mount Everest" klingt ja recht spannend, wird aber die meisten von uns nicht gerade dazu bringen dem Buch eine wirkliche Chance zu geben. Ausser man ist Bergsteiger, Extrem-Sportler oder man hat gerade wirklich nichts Besseres zu tun. Es kann aber dann passieren, dass man trotz Vorbehalte angenehm überrascht wird.
Dieses Buch handelt von einer tödlichen Tragödie, die sich 1996 am höchsten Berg der Welt abgespielt hat. Vier Expeditionsteams mit insgesamt 33 Leuten befinden sich auf dem Weg zum Gipfel und werden von einem Schneesturm überrascht. Nur wenige schaffen mit letzter Kraft den kräftezehrenden Abstieg. Der Journalist und Bergsteiger Jon Krakauer, der selbst an der Expedition teilnimmt, dokumentiert den Hergang auf eindrückliche Weise und gibt noch zusätzliche interessante Infos über den Berg und seine Geschichte.
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Michael Gerwien: Alpengrollen
Kitzbühel hat zu München eine besondere Affinität - und umgekehrt. Nicht zuletzt durch ihre gemeinsame Vorliebe für den Wintersport. Warum sollte diese Tatsache also nicht als Basis für einen Alpen-Krimi verwendet werden? Zumal der Autor a) in München lebt und b) ein begeisterter Schifahrer ist. Gerwiens Held in "Alpengrollen" ist Max, ein früh-pensionierter Kommissar aus München, der eigentlich nur seinen Schi-Urlaub in einem Wellness-Tempel in Kitzbühel verbringen und das Hahnenkammrennen ansehen möchte. Doch nichts klappt: Sein Auto ist kurz vorm Verrecken und sein Luxus-Zimmer in Kitzbühel vergeben. Noch dazu nerven ihn die Anrufe seiner Freundin Monika. Er solle doch bitte schauen, wo Sabine steckt. Sabine ist die Tochter ihrer Freundin Annie, die sich bereits gehörig Sorgen macht, weil das Mädchen - ebenfalls auf Schi-Urlaub in Tirol - sich seit Tagen nicht gemeldet hat. Max landet in einer netten Pension in der Nachbargemeinde St.Johann - just in der Unterkunft, in der auch Sabine übernachtet hat bevor sie verschwunden ist. Doch bevor es ans Ermitteln geht, wird erst ein paar mal flott die Piste runter gewedelt.
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Lilith Saintcrow: Feuertaufe
Es müssen nicht immer Vampire sein. Für jene, die mal eine Abwechslung brauchen, kann Saintcrows Serie rund um die Kopfgeldjägerin Dante Valentine eine Alternative sein. Dante ist eine Nekromantin und seit dem ersten Buch auch Halb-Dämonin und Geliebte des Ex-Dämons Japhrimel. "Feuertaufe" (The Devil’s Right Hand) ist der dritte Teil: Mittlerweile hat sich Dante an ihren körperliches Update gewöhnt und auch an das Mal auf ihrer Schulter, das ihr der Teufel als Zeichen ihrer Zugehörigkeit zu Japhrimel eingebrannt hat. Mit Japhrimel zieht sie sich in eine Landhausvilla zurück und beginnt ihr Leben zu genießen. Doch da flattert die nächste Einladung des Teufels ins Haus, in der Luzifer Dante in sein höllisches Büro zitiert. Er verpflichtet sie für sieben Jahre als seine rechte Hand zu arbeiten und erteilt ihr den Auftrag, vier abtrünnige Dämonen einzufangen. Dante hat keine Möglichkeit dem Teufel eine Abfuhr zu erteilen und beschafft sich für die neue Aufgabe erstmal Hilfe. Mit Japhrimel und einer Söldner-Truppe heftet sie sich auf die Spuren der Dämonen. Doch je mehr sie erfährt, desto verwirrender wird der Auftrag und auch Japhrimels Verhalten wird immer seltsamer. Steckt er gar mit dem Teufel unter einer Decke? Kann sie ihrem Geliebten mit den schwarzen Flügeln noch trauen?
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Joseph Zoderer: Die Farben der Grausamkeit
Verheiratete Leser würden sich wohl nach der Lektüre dieses Buches gut überlegen, einen Seitensprung zu wagen. Richard, ein Radiojournalist, führt ein ausgesprochen männliches Doppelleben: Obwohl sehr glücklich verheiratet, zieht es ihn in seinen Gedanken zu seiner jungen Ex-Geliebten Ursula. Auch als er sich mit seiner Familie auf einen einsamen Bergbauernhof zurückzieht, lässt ihn seine Sehnsucht nicht in Ruhe. Er beginnt als Auslandskorrespondent zu arbeiten und flüchtet in das Getümmel europäischer Hauptstädte. In Berlin, kurz bevor die Mauer fällt, trifft er auf Ursula und die einstige leidenschaftliche Liebe zwischen den beiden flammt wieder auf. Spätestens jetzt muss Richard eine längst überfällige Entscheidung treffen. "Die Farben der Grausamkeit" handelt von einer klassischen Dreiecksbeziehung und konzentriert sich ausschließlich auf Richards seelischen Innenleben. Der Südtiroler Autor Joseph Zoderer erzählt die Geschichte eines Zerrissenen und Getriebenen, die einen - auch lange nach dem Umblättern der letzten Seite -, immer noch darüber nachdenken lässt.
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Vorgestellt: Ralph B. Mertin
Autoren gibt es viele, Bücher noch mehr. Umso schwieriger ist es gerade für junge Autoren dieser Binsenwahrheit zufolge auf sich aufmerksam zu machen. Einige findige Schreiberlinge machen sich die Möglichkeiten des Internet zunutze und probieren neue Konzepte aus.
Wie zum Beispiel Ralph B. Mertin: Mit dem Versprechen "Jeden Montag neu: Thriller online kostenlos lesen" lockt er auf seine Website thrilleronline.de. Mertin hat sich das Ziel gesetzt, innerhalb von 24 Monaten drei Thriller zu schreiben. Jeden Montag veröffentlicht er dazu kostenlos auf seiner Website 10 bis 20 weitere Seiten zu den Geschichten, aus denen einmal Bücher werden sollen. Interessierte Leseratten haben die einmalige Gelegenheit die Entstehung eines Buches live mitzuerleben, dem Autor über die Schulter zu schauen und mitzureden.
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Eva Rossmann: Ausgekocht
In Anbetracht dessen wie viele Verbrechen beispielsweise in Krankenhäuser oder Kirchen verübt werden, erfreut sich das Restaurant als sehr beliebter Tatort in Krimi-Büchern. Eine österreichische Repräsentantin des kulinarischen Krimis ist die Autorin und Journalistin Eva Rossmann, die bereits 13 Krimi-Bücher rund um ihre neugierige Hauptfigur Mira Valensky geschaffen hat. "Ausgekocht" ist der fünfte Band der Serie, die allen empfohlen werden kann, die neben einer ausgekochten Detektivgeschichte auch mit lukullischen Spezialitäten verwöhnt werden wollen.
Im fünften Fall von Mira Valensky lässt Rossmann in einem romantischen Landwirtshaus außerhalb Wiens meucheln und morden. Der "Apfelbaum", ehemals in Besitz von Frau Apfelbaums Neffen, dem Haubenkoch Manninger, wird nun von der jungen Köchin Billy Winter geführt. Ein mit Tomaten gefüllter Druckkochtopf, der in Miras Küche explodiert, veranlasst sie und ihren Freund Oskar spontan im "Apfelbaum" zu speisen. Nach einem vorzüglichen Essen kommen Mira und Billy Winter ins Plaudern. Billy erzählt von ihrem Werdegang und von den Schwierigkeiten als Nachwuchsköchin. Als aber die beiden mit durchgeschnittenen Leitungen, zerplatzten Melonen und vergifteten Schwammerln konfrontiert werden, fangen die richtigen Probleme erst an. Ein erstochener Gourmet-Kritiker und eine faschierte Hand, deren Finger aus der Maschine noch herausragen, beanspruchen sämtliche Nerven von Miras Spürnase.
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