Stefan Lamboury: Leben und Tod Kurzgeschichtensammlung
Mike zieht gemeinsam mit seiner Frau und seinem Sohn in geheimnisvolles Schloss, doch schon bald müssen sie feststellen, dass in den Mauern des Schlosses eine unheilvolle Macht lauert, die schon bald ihre Seelen in ihren Besitz zu bringen droht.

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"Mein Leben in ihrem Schatten" - dieser Titel klang mir zuerst etwas suspekt. Drückt er doch beim ersten Lesen Bedauern aus über die Kunstfigur, welche Preusse selbst geschaffen hat. Liest man jedoch die ersten Seiten, wird klar, dass man mit dieser Autobiographie keine weinerliche Selbstbeweihräucherung vor sich hat, sondern einen schonungslosen Tatsachenbericht. Georg Preusse, auf dem platten Land geboren, in einem Ort, wo die Kirche noch die Moral diktiert, mausert sich, später zusammen mit seinem Partner, zum erfolgreichsten Travestiestar Deutschlands. Nun lässt er den Leser endlich teilhaben an seinen Erinnerungen an diesen langen und steilen Weg, den er jedoch nicht nur als Mary, sondern auch als Schauspieler unter seinem richtigen Namen beschritt (u.a. 2005 die Rolle des "Jedermann" im Berliner Dom). Offen und ehrlich (auch sich selbst gegenüber!) berichtet er über sein Leben. Ich für meine Person kann sagen, dass ich mich noch nie bei einer Autobiographie einem Menschen so nahe gefühlt habe. Garniert wird dieser Seelenstripthease von über 50 Seiten privater und beruflicher Fotos. Zugegeben ganz schön happig, bei einem Künstler mit tausend Facetten aber gerade ausreichend.
Fazit: Nach dem man dieses Buch gelesen hat, hat man das Gefühl, nicht das Leben eines Prominenten, sondern eines alten Freundes in der Hand zu halten.

An Herrn Preusse: VIELEN DANK, dass Sie Zeugnis abgelegt haben!
An alle anderen: Unbedingt kaufen!!!
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Hallgrímur Helgason: Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen
An diesem Titel kommt man nicht vorbei. Aber was sich auf dem ersten Blick nach Ratgeber für Ehekrisen anhört, entpuppt sich als ein krimineller Roman mit jeder Menge schwarzem Humor made in Island. Im Mittelpunkt der Geschichte steht der Ich-Erzähler Toxic, ein kroatischer US-Bürger, der für eine obskure Organisation als Auftragskiller arbeitet.
Mit der Leiche Nummer 66 fängt alles an: Toxic erledigt seinen Auftrag, der Kunde liegt tot im Müll. Doch plötzlich sind FBI und Polizei da. Der Killer macht sich aus dem Staub und gerät in eine berufliche Misere, denn für seinen Arbeitgeber ist er ab jetzt eine tickende Zeitbombe. Und anstatt eines feuchten Händedrucks bekommt der Killer eine Fahrkarte zurück nach Zagreb. Doch bei seiner Abreise in die Heimat wartet am Flughafen in New York schon die Zivilpolizei auf ihn. Schnell ins Klo und da präsentiert sich auch schon ein Fluchtweg in Form eines Priesters. Toxic erschlägt Reverend Friendly (Nummer 67) und krallt sich dessen Kleidung, Pass und Flugticket. "Reykjavík steht auf dem Ticket. Das ist in Europa, glaube ich."
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Ray French: Ab nach unten
Aidan Walsh ist knapp über fünfzig und kauft sich einen Sarg. Nicht dass er todkrank wäre und der Familie Arbeit und Geld ersparen möchte. Er ist auch nicht einer von der blutsaugenden Sorte oder einer, der sein S/M-Repertoire im Keller erweitern möchte. Aidan hat einen respektablen Grund, sich im Laden des Sargverkäufers umzusehen. Sunny Jim Electronics, wo Aidan arbeitet, will die Fabriken in Wales schließen, um seine Produktion nach Indien zu verlegen. Für Aidan und seine Kollegen würde das die Arbeitslosigkeit bedeuten. Deshalb reift in ihm eine Idee zu einer abgründigen Protestaktion: Er lässt sich in seinem Garten begraben. Lebendig natürlich. Und solange, bis Sunny Jim Eletronics zusagt, das hiesige Werk nicht zu schließen, wird er unter der Erde bleiben. Und nachdem alles mit seinen Freunden im hiesigen Pub ausführlich geplant und besprochen ist, packt Aidan seine Schaufel und fängt im Garten an zu graben. Ein Schacht zwischen Kiste und Rasennarbe ist die einzige Verbindung zur Oberwelt, sein Klo ist eine Bettpfanne und seine Dusche sind eine Packung Feuchttücher.
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Helene Hegemann: Axolotl Roadkill
Zum ersten Mal in diesem Bücher Blog muss ich auf den Klappentext verweisen, denn ich bin – auch nach mehreren Anläufen - mit diesem Buch nicht weiter gekommen als bis zur Seite 52. Liegt's am Alter oder am Lebenswandel - ich konnte dem Buch nichts abgewinnen.

"Axolotol Roadkill" ist der Debütroman der noch jungen, deutschen Autorin Helene Hegemann. Sie selbst beschreibt in einem Spiegel-Interview diesen Roman so: „Das ist ja kein Tagebuch oder ein aus Überdruck entstandener Bekenntnisroman. Es ist ein Experiment.“ Mehrere Warnungen geistern durch das Internet, die eigentlich ein Buch reizvoller machen sollten: Von Unlesbarkeit ist die Rede und dass einige Passagen schlicht und einfach von der Bloggerszene geklaut worden seien und dass es trotzdem ein "diskussionswürdiges Buch" sei.
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Vanessa Vollmann, Anette Reiter: München Manhattan
Gleich vorweg: Hier handelt es sich um ein Buch, das von Frauen geschrieben wurde, von Frauen handelt und mit höchster Wahrscheinlichkeit nur von Frauen gelesen wird. Und bevor jetzt jemand das Gesicht verzieht: Man(n) muss es ja nicht lesen. Nun, ich hab's gelesen und zwar ratz-fatz. Der Roman hat mir einerseits das geliefert, was ich durch Aufmachung, Titel und Klappentext erwartet habe: Ein locker erzählte Geschichte dreier Freundinnen, die ihre Schicksale meistern. Die feschen Männer, die im Alltag auf der Seife stehen, fehlen ebenso wenig wie das ensprechende Chick Lit-Ambiente inkl. Prada und Gucchi. Andererseits war ich auch überrascht. Die Geschichte ist erfreulicherweise sehr spannend gestaltet. Zudem kommt das Lesevergnügen durch wechselnde Erzählperspektiven und gedankliche Einschübe der Freundinnen mit viel Tempo daher.
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Jan Weiler, Hans Traxler: Gibt es einen Fußballgott?
Unerklärliche Dinge werden gerne irgendwelchen Göttern in die Schuhe geschoben. Warum nicht auch, wenn es um Fußball geht? Tausende pilgern zu einem Stadion, der einem Tempel gleicht, der lederne Ball wird als Reliquie verehrt und so mancher Trainer wirft sich zu Boden, um den Rasen zu küssen. Fussball ist eine Religion. Keine Frage, dass es daher auch einen Fußballgott geben muss. Doch Götter sind launisch und nicht immer auf der richtigen Seite, wie man's gerade jetzt bei der WM mitverfolgen kann. Da hat der Kicker Adrian schon mehr Glück in seinem Leben: Adrian ist fußballtechnisch gesehen eine volle Niete: leidliche Kondition, null Spielverständnis und seine Ballbeherrschung ist lächerlich. Aber immer, wenn er auf die Ersatzbank geschickt wird, beginnt er zu träumen... Von einer steilen Fußball-Karriere, von Pokalen und hübschen Mädls, von Geld und einem jubelnden Publikum. Doch damit, dass gerade der Fußballlgott ihm seine innigsten Wünsche erfüllt, hat er nicht gerechnet.
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