Georg Haderer: Ohnmachtspiele
Mit Georg Haderer gesellt sich ein junger Autor zu der österreichischen Szene der Krimi-Autoren und das ist gut so! Denn solange es hoffnungsreichen Nachwuchs auf diesem Sektor gibt, können sich Bücherratten eines spannenden Lesestoffs sicher sein. Der aus Kitzbühel stammende Haderer legt mit "Ohnmachtsspiele" seinen zweiten Krimi-Roman vor, der sich - wie auch sein erstes Buch - vom Mainstream deutlich abhebt. Er überzeugt mit einer gut konstruierte Handlung, pointierten Seitenhieben auf die österreichische Gesellschaft/Politik und einem sorgfältig gesponnenen Protagonisten mit Ecken und Kanten.
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Eva Rossmann: Ausgekocht
In Anbetracht dessen wie viele Verbrechen beispielsweise in Krankenhäuser oder Kirchen verübt werden, erfreut sich das Restaurant als sehr beliebter Tatort in Krimi-Büchern. Eine österreichische Repräsentantin des kulinarischen Krimis ist die Autorin und Journalistin Eva Rossmann, die bereits 13 Krimi-Bücher rund um ihre neugierige Hauptfigur Mira Valensky geschaffen hat. "Ausgekocht" ist der fünfte Band der Serie, die allen empfohlen werden kann, die neben einer ausgekochten Detektivgeschichte auch mit lukullischen Spezialitäten verwöhnt werden wollen.
Im fünften Fall von Mira Valensky lässt Rossmann in einem romantischen Landwirtshaus außerhalb Wiens meucheln und morden. Der "Apfelbaum", ehemals in Besitz von Frau Apfelbaums Neffen, dem Haubenkoch Manninger, wird nun von der jungen Köchin Billy Winter geführt. Ein mit Tomaten gefüllter Druckkochtopf, der in Miras Küche explodiert, veranlasst sie und ihren Freund Oskar spontan im "Apfelbaum" zu speisen. Nach einem vorzüglichen Essen kommen Mira und Billy Winter ins Plaudern. Billy erzählt von ihrem Werdegang und von den Schwierigkeiten als Nachwuchsköchin. Als aber die beiden mit durchgeschnittenen Leitungen, zerplatzten Melonen und vergifteten Schwammerln konfrontiert werden, fangen die richtigen Probleme erst an. Ein erstochener Gourmet-Kritiker und eine faschierte Hand, deren Finger aus der Maschine noch herausragen, beanspruchen sämtliche Nerven von Miras Spürnase.
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Kurt Bracharz: Der zweitbeste Koch
Xaver Ypp ist ein schon etwas älterer Herr, er arbeitet als Gourmet-Kritiker bei der kulinarischen Zeitschrift "Lukullus" und gilt als alter Hase in der Branche. Zu seinem Leidwesen ist sein chinesischer Lieblingskoch Wang Li-Shui verschwunden, es heißt, er wäre ausgewandert. Zudem bekommt Ypp vom Herausgeber des Magazins auch noch den Lehrling Quentin auf's Aug gedrückt. Quentin ist ein junger Student, der die Gabe hat, sich jeden Geschmack zu merken. Ypp tingelt nun mit Quentin zwecks multinationaler Lehr-Verkostungen durch die Wiener Restaurants. Unter anderem besuchen sie auch das "Shanghai 1938", Ypps Lieblingsrestaurant, wo bis vor kurzem noch Wang Li-Shui aufgekocht hat. Alles läuft wunderbar: Quentin hat seine attraktive Freundin Zoe mitgebracht, die Tischgespräche sind anregend, das Service perfekt. Als jedoch Xaver Ypp beim Essen der "Ente mit acht Kostbarkeiten" einen kleinen, undefinierten Brocken schmeckt, wird er stutzig. Was war das, was er soeben gegessen hat? Ypp nimmt eine Probe und verstaut sie für eine spätere Untersuchung in einem Sackerl. Der Verdacht, dass sich etwas unerlaubterweise im Essen befunden hat, erhärtet sich, als die Probe auf dem Heimweg gestohlen wird. "Der zweitbeste Koch" ist ein kulinarischer Krimi für Feinschmecker, der - obwohl kein Blut spritzt - nicht unbedingt Appetit auf Essen macht.
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Gerd Schilddorfer, David G. L. Weiss: Narr
Wenn das Autoren-Duo Schilddorfer und Weiss so weiter macht, dann besteht akute Suchtgefahr! Seit Anfang Juli ist ihr zweiter Historien-Thriller mit den sympatischen Helden Paul Wagner und Georg Sina auf dem Markt und wer jetzt noch auf der Suche nach einem aussergewöhnlichen Lese-Erlebnis für den Sommer ist, der soll schauen, dass er schnellstens in die nächste Buchhandlung geht oder klickt. Das erste Roman "Ewig" hat ja schon einiges an intelligenter Spannung hingelegt, bei "Narr" wurden meine Erwartungen überboten. Auch dieses Mal haben sich die Autoren eine historische Größe für die Handlung herausgepickt - Fürst von Metternich (nein, nicht der Riesling-Sekt sondern der vom Wiener Kongress). Gekonnt wird Geschichtsschreibung und Fiktion mit der Gegenwart verstrickt, so dass man aus dem Staunen nicht mehr herauskommt. Es geht um vier geheimnisvolle Dokumente aus den Zeiten Metternichs, auf deren Spuren sich der Journalist Wagner und der Historiker Sina heften. Mit von der Partie sind auch wieder der mittlerweile pensionierte Kommissar Berner, Major Valerie Goldmann und der Ex-Ringer Eddy Bogner, dem gegen Ende eine besondere Rolle zugeteilt wird. Doch ganz am Anfang der Geschichte und wie es auch bei einem ordendlichen Krimi-Thriller sein soll, steht ein grauslicher Mord: Im fahlen Mondlicht findet Professor Sina seinen ehemaligen Mentor - aufgehängt im eigenen Obstgarten mit herausgeschnittener Zunge...
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Christoph Wagner: Schattenbach
Dieses Buch ist mir nicht aufgrund seiner lieblosen Aufmachung sondern wegen des Klappentextes in die Hände geraten. Der Autor, Christoph Wagner, ist eigentlich durch seine journalistischen Arbeit zu kulinarischen Themen bekannt: Er ist Herausgeber des Gastronomieführers "Was isst Österreich" und Gourmet-Kolumnist für "News" und "Gusto". "Schattenbach" ist sein erster Roman und eine vergnügliche Detektivgeschichte mit einer gepfefferten Portion Kulinarik.
Schattenbach ist ein ruhiges Dorf, irgendwo in Österreich zwischen idyllischen Weinbergen und einem beschaulichen Flussknie gelegen, mit einer Kirche, einem Gemeindeamt und einem Dorfwirt. Es gibt aber auch ein kleines Heimatmuseum, das neben der Nachttopfsammlung auch eine Heiligenfigur beherbergt. Als "die Madonna mit den sechs Fingern" eine nachts gestohlen wird, richtet sich der Verdacht der örtlichen Oberhäupter natürlich zu allererst gegen den ortsfremden Kustos, dem "Flinserldoktor" Mario Carozzi.
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Klaus Nüchtern: Ok ist eh ok
"Ok ist eh ok" ist der fünfte Band des Falter-Kolumnisten Klaus Nüchtern (der heisst wirklich so!). 74 ausgewählte "fesche" Komlumne, veröffentlicht jede Woche im Falter unter dem Titel "Nüchtern betrachtet", beschreiben kleine, feine Details aus dem Alltagsleben des österreichischen Journalisten. Ob es um das Kochen, Essen, Reisen, Haushalt, Einkaufen oder um das Beobachten von Vögeln geht: Mit pointiertem Witz und herrlichen Wortkreationen wird regelrecht jongliert und einem bleibt nichts anderes übrig als umzublättern und aufs Neue zu kichern.
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"Mosaik der französischen Revolution in mehreren Bänden - Band I - Mirabeau - 1788": So lautet der Untertitel dieser facettenreichen Roman-Serie. Bevor nun demnächst der zweite Band "Brouillé" erscheint, hier nun mehr über den Beginn der Erzählung, in der - neben einem verliebten Intellektuellen - die Anfänge der französische Revolution die Hauptrolle spielen: Nachhilfe in europäischer Entwicklungsgeschichte mit einem Hauch von Mantel-und-Degen.
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