Michael Beard ist Physiker und Nobelpreisträger. Doch seine Zeit, als er sich noch intensiv mit der Wissenschaft beschäftigt hat sind lange vorbei. Michael ist fett und träge geworden, leitet eher pro forma ein Institut für Erforschung erneuerbarer Energien, gibt seinen Namen für Briefbögen her und hält Vorträge. Sein Assistent Aldous, der sich mit seinem jugendlichen Elan Gedanken über Klimawandel und Ökologie macht, geht ihm auf die Nerven. Seine Frau ist seinen zahlreichen Seitensprüngen überdrüssig, macht einen Handwerker zu ihrem Liebhaber und straft Michael mit Nichtachtung. Als Michael von einer Reise zum Nordpol in sein Haus zurückkehrt, ist es kurioserweise ein Eisbärfell, der seine Karriere wieder auf Vordermann bringt und seiner fünften Ehe ein Ende setzt.
Wer eine wirkliche Leseratte sein will, sollte zumindest einmal in seinem Leben ein Buch von Jane Austen gelesen haben. "Verstand und Gefühl" war einer der ersten Romane von Jane Austen - sie schrieb ihn als sie kaum zwanzig war. Und wie auch in vergleichbaren (früheren) Werken stehen hier junge, bürgerliche Frauen im England des augehenden 18. Jahrhundert im Zentrum des Geschehens, die nach einigen Wirrungen in Sachen Liebe endlich an den richtigen Mann kommen.
Edward und Florence haben soeben geheiratet und verbringen ihre Flitterwochen in einem kleinen Hotel an einem Strand in Dorset. Beim gemeinsamen Abendessen, das sie Florence zuliebe auf dem Zimmer einnehmen, ist bereits die erste Nervosität der beiden zu spüren. Es ist die bevorstehende Hochzeitsnacht, die die beiden unruhig macht. Florence kennt Sex nur aus dem Lehrbuch und schon allein das Wort "Penetration" versursacht ihr Übelkeit. Edward hingegen will diese Nacht keinesfalls vermasseln und setzt sich wegen einer "Ejaculatio praecox" unter Druck. Die Situation ist angespannt - nicht nur deshalb, weil man das Jahr 1962 schreibt und noch weit entfernt von jeglicher sexueller Aufklärung ist. Ein zwischenmenschliches Dilemma, prägnant und fesselnd erzählt.
Was kann einem Menschen dazu bringen, von heute auf morgen sein Leben radikal zu ändern, ja sein bisheriges Dasein nur noch als Traum zu empfinden? Im dem er ein Buch liest, ein - bestimmtes - Buch. Der Student Osman trifft in der Mensa der Universität in Instanbul auf die Komilitonin Canan. Wie durch Zufall kann Osman einen Blick auf Canans kurz hingelegtes Buch werfen. Um die hübsche Studentin näher kennenzulernen, besorgt sich Osman dieses Buch. "Eines Tages las ich ein Buch, und mein ganzes Leben veränderte sich." So beginnt Pamuks Roman über das neues Leben.
Für ein Buch mag es nicht unbedingt von Vorteil sein, wenn der Tod als Erzähler auftritt. Denn welche Geschichte kann uns erwarten, wenn es der Sensenmann höchstpersönlich ist, der sie erzählt? Im besten Fall morbider Humor, im schlimmsten unerträgliches Leid (ausgehend davon, dass uns die Literatur die verschiedensten Formen des Schnitters auftischt und wir ihm nicht einmal in der unausweichlichen, letzten Sekunde unseres Lebens so wirklich begegnen wollen)?
Gebt dem Tod eine Chance - auch wenn ihr dann mit der einen oder anderen Träne kämpfen müsst! Lest seine Geschichte über das Mädchen Liesel ...
Gebt dem Tod eine Chance - auch wenn ihr dann mit der einen oder anderen Träne kämpfen müsst! Lest seine Geschichte über das Mädchen Liesel ...
Wer Gottfried Keller mit quälendem Rutschen am Schulsessel assoziiert, sollte ihm noch eine Chance geben: "Spiegel, das Kätzchen" ist eine märchenhafte Novelle (erschienen 1855), eine kurzweilig heitere Geschichte von einem Kater, dessen Fell so glänzte, dass er Spiegel genannt wurde und der einen todbringenden Handel mit einem Hexenmeister schließt.
Man könnte meinen, es gäbe Spannenderes zu lesen als eine Doppelbiografie über einen Mathematiker und einen Naturwissenschaftler. "Die Vermessung der Welt" erzählt aus den Leben von Carl Friedrich Gauß (der Mathematiker) und Alexander von Humboldt (der Naturwissenschaftler) und ist alles - nur kein staubtrockener Historienroman. Kehlmann erweckt die beiden Genies zu neuem Leben und stattet sie nachträglich mit subjektiver Persönlichkeit aus. Das Resultat ist ein Abenteuerroman, unterhaltsam und überraschend witzig.









kommentiert