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    <title type="html">Blücher - der Bücher Blog</title>
    <subtitle type="html">Blücher: Rezensionen von Krimis, Fantasy, Belletristik, Literatur</subtitle>
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            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2012-02-01T21:34:58Z</published>
        <updated>2012-02-01T23:27:19Z</updated>
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        <title type="html">Alexandra Adornetto: Halo</title>
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                Wer auf der Suche nach einer Alternative zu Vampiren und Werwölfen ist, kann es mal mit einer anderen mystischen Welt versuchen, nämlich die der Engel. Aber aufgepasst: Wo gleißende Himmelswesen sind, ist auch der Teufel nicht weit. Die Geschichte, die uns die australische Autorin erzählt, ist auf (weibliche) Jugendliche zugeschnitten und greift auf Bekannt-Bewährtes zurück. Die drei Engel Gabriele, Evy und Bethany werden von höchster Stelle in das verschlafene Nest Venus Cove versetzt, um gegen das Böse anzutreten. Um den Schein zu wahren, geben sie sich als Geschwister aus. Gabriel nimmt einen Job als Musiklehrer an, Evy engagiert sich in soziale Vereine und Bethany - die Jüngste - muss die Schulbank drücken. In der Highschool lernt Bethany den Schulsprecher Xavier kennen und verliebt sich auch prompt in ihn. Und wie zu vermuten ist, sorgt diese paranormale Beziehung für etliche Probleme. Bethanys Verstrickungen in das menschliche Dasein verlieren jedoch an Bedeutung, als ein Abgesandter des Teufels die Bühne betritt und das Engel-Mädchen für sich beansprucht. Mystische Wesen haben es wirklich nicht leicht auf unserer Welt. Ihre wahre Identität muss selbstverständlich geheim bleiben, ebenso ihre übersinnlichen Fähigkeiten. Kurz: Sie müssen sich so verhalten, als ob sie Menschen wären. Dies fällt besonders dem ältesten Engel Gabriel schwer, da er eigentlich nur in der Theorie über menschliche Gefühle Bescheid weiß. Anders dagegen ist Bethany: Sie ist ein noch junger, unerfahrener Engel, der in der himmlischen Hierarchie noch ziemlich weit unten steht. Sie findet sich leicht und schnell in die Welt der Menschen zurecht und nimmt - zum Ärgernis von Gabriel und Evy - auch ziemlich bald deren Eigenschaften an. So ist eine Romanze zu einem Teenager nur logisch und für den Plot notwendig. <br />
<br />
Bethanys Liebe Xavier ist selbstverständlich ohne Fehl und Tadel. Er ist gut aussehend, intelligent, selbstbewusst und emotional vorbelastet (klar, ansonsten könnte ihn ja irgendein Highschool-Mädchen angeln). Und kaum haben Bethany und Xavier die Probleme mit Gabriel aus der Welt geschafft, taucht auch schon eine neue Komplikation in Form des neuen Schülers Jake Thorne aus England (!) auf. Jake ist der Konterpart zu Xavier: In seiner rebellischen und offensiven Art gelingt es ihm schnell, die Highschool und auch die Engelschaft aufzumischen. Man ahnt schnell, dass der Typ nicht von dieser Welt ist ...<br />
<br />
<blockquote>Der Junge, der jetzt nach vorne trat, war nicht das, was ich erwartet hatte. Irgendetwas an ihm ließ mir das Herz in die Hose rutschen. Er war groß und schlaksig, und sein glattes dunkles Haar reicht ihm bis auf die Schultern. Er hatte eine stark ausgeprägte Kieferpartie, die ihm ein hageres Aussehen verlieh. Seine Nasenspitze war leicht gebogen, und seine tiefliegenden Augen leuchteten jadegrün. Er lächelte spöttisch. <br />
Er trug schwarze Jeans und ein schwarzes T-Shirt, und um seinen Unterarm schlängelte sich das Tattoo einer Schlange. Es schien ihm vollkommen gleichgültig zu sein, dass er an seinem ersten Schultag keine Schuluniform trug. Genau genommen strahlte er das Selbstbewusstsein eines Menschen aus, der sich selbst über alle Regeln erhaben sah. Es war nicht zu leugnen: Er sah ausgesprochen gut aus. Aber irgendetwas an ihm verriet, dass da mehr war als nur Schönheit. War es Anmut, Gelassenheit, Charme oder etwas viel Gefährlicheres?<br />
Jakes lüsterner Blick schweifte durch das Klassenzimmer. Bevor ich den Kopf einziehen konnte, traf sein Blick den meinen, und wir sahen uns einen Moment lang in die Augen. Er lächelte selbstzufrieden, bevor er begann.</blockquote><br />
<br />
Alexandra Adornetto versucht mit ihrem Präludium in die Fußstapfen von "Twighlight" zu treten. Leider wird hier aber das Konzept "Human vs. Supernatural" nur halbherzig umgesetzt. Der Leser muss sich auf die Auseinandersetzung zwischen Engel und Dämon bis zum letzten Viertel gedulden. Bis dahin weiß er allerdings alles über Engel und ihre Beziehungen zu Menschen. Im Großen und Ganzen ist das Buch für Jugendliche ab 12 gut geeignet. Die erste Liebe und die daraus resultierenden Konflikte mit dem Elternhaus werden ebenso angesprochen wie Sex vor der Ehe und - notgedrungenermaßen - der Glaube an Gott. Sprachlich entspricht die Autorin ihrer Zielgruppe. Allerdings frage ich mich immer noch, was "präraffaelitische Frisuren" sind und ob "Stoizismus" auch allen Teenagern ein Begriff ist.<br />
<br />
"Halo" ist der erste Teil einer Trilogie. Der Roman ist eine in sich abgeschlossene Geschichte, der mit dem letzten Absatz Lust auf den zweiten Teil "Hades" machen soll.  
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<dc:subject>Science Fiction/Fantasy/Mystery</dc:subject>

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        <author>
            <name>Lena Mazzai</name>
                    </author>
    
        <published>2012-01-26T11:01:43Z</published>
        <updated>2012-01-26T13:10:30Z</updated>
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        <title type="html">Lena Mazzai: &quot;Das Leben ist ein Apfelstrudel&quot;</title>
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                <img src="http://www.aavaa.de/image/cache/data/Covers_buecher/Das-Leben-ist-ein-Apfelstrudel-COVER-250x250.jpg" align="left" alt="" />Darf ich vorstellen, mein neuer Winter-Frühling-Sommer-Roman:<br />
Eine köstliche Geschichte voller Wortwitz und Selbstironie, die im grau-tristen München beginnt und im heiter-sonnigen Italien endet.<br />
Von der besten Freundin verraten, den Job geschmissen, das Herz dem Falschen geschenkt ... und was nun? Für Carlotta gibt es nur einen Ausweg weg aus Deutschland. Und wer hier in den sauren Apfel beißen musste, der geht natürlich wohin? Ins Land des "Dolce Vita"! Doch schnell bemerkt Carlotta, dass auch in Italien nicht immer alles eitel Sonnenschein ist. Intrigen, Verwechslungen und herbe Rückschläge pflastern den Weg zu ihrer eigenen "Strudeleria". Und dann ist da noch Paolo. Mit viel Elan und einer Portion Galgenhumor arbeitet Stehaufmännchen Carlotta unnachgiebig an ihrem Happy End und lernt dabei vor allem eines: Leben ist das, was passiert, während man ganz andere Pläne schmiedet.<br />
<br />
<a href="http://www.amazon.de/Das-Leben-ist-ein-Apfelstrudel/dp/3862548260/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1327480334&sr=8-1">"Das Leben ist ein Apfelstrudel" bei amazon.de</a><br />
  
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        <dc:subject>Autoren stellen sich vor</dc:subject>
<dc:subject>Belletristik</dc:subject>
<dc:subject>Frauenroman</dc:subject>
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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2012-01-20T21:53:07Z</published>
        <updated>2012-01-25T21:22:23Z</updated>
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        <title type="html">Gordon Dahlquist: Das Dunkelbuch</title>
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                Dieser Roman ist die Fortsetzung von "Die Glasbücher der Traumfresser": Miss Temple, Kardinal Chang und Doktor Svenson sind am Luftschiff den dunklen Machenschaften der Contessa in allerletzter Sekunde entkommen. In einer verrotteten Fischerhütte kommt Miss Temple erst nach Tagen und nach heftigen Fieberanfällen zu sich. An ihrem Bett wacht die Hauslehrerin Eloise Dujong. Ihre Gefährten allerdings haben die Fischerhütte bereits verlassen. Und auch Miss Temple muss - noch wackelig auf den Beinen - fliehen, denn die tot geglaubte Widersacherin, Contessa di Lacquer-Sforza, ist ihr und den anderen dicht auf den Fersen. Auf ihrer Flucht stoßen die drei tapferen Protagonisten nicht nur auf eine Serie grausamer Morde, sie finden auch immer wieder das unheilvolle, erinnerungsfressende blaue Glas. Dahlquist bleibt auch beim zweiten Band seiner bewährten Stilrichtung treu: Die Geschichte wird abwechselnd aus den Perspektiven der drei Helden erzählt. Die Geschichte spielt weiterhin in einem viktorianischen Setting, in dem geschnürte Stiefel und wadenlange Mäntel ihre Rollen spielen. Werden im ersten Teil die Charaktere immer nur auf kurze Zeit voneinander getrennt, müssen sie in diesem Teil ihre Abenteuer allen erleben. Erst gegen Ende, wenn der Höhepunkt des Buches stattfindet, finden sie wieder zueinander. <br />
<br />
<blockquote>Svenson stürzte sich auf den ersten halbwegs klaren Gedanken, der ihm in den Sinn kam. "sie ... ja, Sie haben das Glas erwähnt, im Traum - den Splitter. Können Sie sich an das erinnern, was Sie gesehen haben?"<br />
"Ja", sagte sie knapp und mühte sich in eine sitzenden Haltung. "Obwohl ich nicht wüsste, wie uns das helfen soll."<br />
"Warum?"<br />
"Weil es zerbrochen war. Die Gedanken darin, die Erinnerungen... der Inhalt des Glases war zerflossen. Wie Tinte, die auf feuchtem Papier zerläuft, aber in meinem Bewusstsein - ich kann es nicht beschreiben..."<br />
"Es war ein sehr kleines Stück..."<br />
Eloise schüttelte den Kopf. "Die Größe spielt keine Rolle. Es war keine Logik darin - als wären es fünf verschieden Erinnerungen oder fünf Gedächtnisse, die sich überlagerten wie Papierschablonen vor einem Fenster."<br />
"Gab es irgendein Detail, von dem man auf die Quelle schließen könnte?"<br />
Wieder schüttelte sie den Kopf. "Es war zu widersprüchlich - alles geschah an einem Ort, aber es war nicht derselbe Ort ... und die ganze Zeit... was ich vergessen habe, Musik..." Ihre Stimme senkte sich zu einem Flüstern. "Es bedeutet nichts, obwohl ich sicher bin, dass die Erinnerungen selbst wahr sind. Jede einzelne flimmerte... überlappte sich mit den anderen."<br />
Und keines der einzelnen... Fragmente schien etwas zu bedeuten?"<br />
"Ich glaube nicht", sagte sie. "Und jetzt... wenn ich es versuche, kann ich mich kaum an etwas erinnern..."<br />
"Doch , doch es ist bestimmt hilfreich", sagte Svenson und nickte nicht sehr überzeugt. "Eine Wunde mit blauem Glas darin - denn beim Kontakt mit Blut ensteht noch mehr Glas - erfordert den unmittelbaren Kontakt zwischen dem Glas und dem Opfer, verstehen Sie? Das Blut gerinnt am Originalglas und kristallisiert selbst... die Haut verfestigt sich. Doch woraus besteht dieses neu entstandene Glas? Da es im Körper - aus dem Körper - entsteht -, beinhaltet es die eigenen Erinnerungen? Worin unterscheidet sich dieses so entstandene Glas von dem , das der Comte geschmolzen hat?"</blockquote><br />
<br />
Es scheint, als wollte Dahlquist den Leser im zweiten Teil noch mehr Spannung und Fantasy-Thrill kredenzen. Doch irgendwie geht der Schuss nach hinten los: Konnte man "<a href="http://bluecher.agunlimited.at/archives/231-Gordon-Dahlquist-Die-Glasbuecher-der-Traumfresser.html" title="Gordon Dahlquist: Die Glasbücher der Traumfresser">Die Glasbücher der Traumfresser</a>" nur ausgeschlafen und konzentriert lesen, nützt dies beim "Dunkelbuch" auch nichts mehr. Dahlquist erzählt sich selbst in einen Strudel aus irrwitzigen Situationen, verwirrenden Handlungssträngen und einer Vielzahl an Charakteren. Es fällt schwer, einem roten Faden folgen zu wollen. Vielleicht war er auch so gut versteckt, dass ich ihn nicht entdecken konnte. Und obwohl der Autor auf der ersten Seite ausdrücklich darauf hinweist, dass "Das Dunkelbuch" ein eigenständiges Werk sei, muss man doch das Vorgängerbuch gelesen haben. Leider kann Dahlquist die im ersten Teil gelegte Messlatte nicht weiter halten. Vielleicht schafft er es ja im dritten Teil. 
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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/archives/302-Manfred-Baumann-Wasserspiele.html" rel="alternate" title="Manfred Baumann: Wasserspiele" />
        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2012-01-10T22:55:00Z</published>
        <updated>2012-01-20T23:13:47Z</updated>
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        <title type="html">Manfred Baumann: Wasserspiele</title>
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                Wenn ein Manfred Baumann über einen Mord in Salzburg schreibt, dann hat das Stil und Flair! Bei ihm geschehen die Verbrechen nicht in Hinterhöfen oder einsamen Wohnungen, sondern vor den fürstlichen Sehenswürdigkeiten der barocken Stadt. In "Wasserspiele" hat sich Baumann aus den Salzburger Touristen-Attraktionen Hellbrunn, das Lustschloss zu Salzburg mit seinen Wasserspielen, ausgesucht. Gartenamtsleiter Wolfgang Rilling feiert ein rauschendes Fest. Es ist sein Geburtstag, den er mit viel Pomp und Trara und Promis im Schloss Hellbrunn feiert. Doch das Fest endet für ihn tödlich. Als er sich zu späterer Stunde an den Fürstentisch im römischen Theater mit einer Flasche Wein zurückzieht, wird er brutal mit einem Fackelständer erschlagen. Nun muss Baumanns sympathischer Kommissar Martin Merana den Fall lösen. "Wasserspiele" ist der zweite Krimi-Roman des Salzburgers Manfred Baumann. Und wie auch in "<a href="http://bluecher.agunlimited.at/archives/300-Manfred-Baumann-Jedermanntod.html" title="Jedermanntod von Manfred Baumann">Jedermanntod</a>" lässt der Autor den liebenswerten Kommissar Martin Merana in Salzburg besseren Kreisen ermitteln, denn der betuchte Gartenamtsleiter bleibt nicht das einzige Opfer. Die zweite Tote ist die stadtbekannte und ebenfalls stinkreiche Wirtschaftsjuristin Aurelia Zobel. Sie wird in ihrer Villa erschlagen aufgefunden. Und wie auch beim Gartenamtsleiter spielen auch bei diesem Opfer Wasser und rote Schnüre, die um den Hals gewickelt sind, eine Rolle. Die Ermittlungen sind vorerst nicht sonderlich ergiebig und über das Motiv sind sich Merana und seine Kollegen lange nicht sicher. <br />
<br />
<blockquote>Oder war es dieses Mal tatsächlich so einfach? Eine verheiratete Frau hat seit einiger Zeit ein Verhältnis. Dann macht ihr Liebhaber bei einer Party vor den Augen aller mit einer anderen Frau rum. Die eifersüchtige Geliebte macht ihm eine Szene. Es kommt zum Streit. Alkohol ist im Spiel. Sie greift in ihrem Zorn zum Eisenständer und zieht ihm das Ding über den Schädel. Und schlägt dann gleich noch einmal zu. Wie hatte Thomas Brunner, der Chef der Spurensicherung, sich ausgedrückt? Kalkulierte Wut? War es tatsächlich so einfach? Merana griff wieder nach seinem Buch und atmete tief durch. Er machte sich keine großen Hoffnungen. So einfach war es selten. Bald würde er mehr wissen. Er begann gedankenverloren, die Seiten durchzublättern und stieß auf die Stelle mit der Beschreibung der Kronengrotte. Sie hieß tatsächlich auch Midasgrotte. Warum Apoll als Statue ausgerechnet in der Midasgrotte stand, erfuhr er nicht. Dafür wurde er durch die Lektüre belehrt, dass die Statuen des jungen Gottes und des bedauernswerten Marsyas aus weißlichem Untersberger Marmor gefertigt waren, aus demselben Material wie der mächtige Dom in der Altstadt. Und mit dem Gefühl, wenigstens etwas erfahren zu haben, legte er das Buch beiseite und löschte das Licht.</blockquote><br />
<br />
Privat läuft es für Merana ebenso bescheiden: Seine geliebte Großmutter liegt auf der Intensivstation, mit seiner Beziehung zur Birgit geht es bergab - auch deshalb, weil Meranas Gefühle zur jungen Polizistin Andrea sich zu intensivieren beginnen. <br />
<br />
Baumann hat eine solide Handlung konstruiert und die handelnden Charaktere liebevoll gezeichnet. Seine Liebe aber gilt offensichtlich der Stadt Salzburg und insbesondere Hellbrunn. Dem Lustschloss werden so viele informative Seiten über Geschichte und Symbolik gewidmet, dass die Handlung ins Hintertreffen gerät, und man den Eindruck gewinnt, einen Reiseführer mit verbrecherischen Elementen in den Händen zu halten. Nichtsdestoweniger ist "Wasserspiele" ein unterhaltsamer Roman, der Salzburg-Fans sicher erfreuen wird. 
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<dc:subject>Krimis &amp; Thriller</dc:subject>
<dc:subject>Salzburg</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2011-12-29T00:37:32Z</published>
        <updated>2011-12-29T01:57:13Z</updated>
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        <title type="html">Gerhard Loibelsberger: Die Naschmarkt-Morde</title>
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                Wien, 1903: Eine Gräfin, fesch und betucht, ist zur nächtlichen Stunde auf den Weg zu ihrem Geliebten Stani. Die freudige Erwartung ihre "Mesalliance" auszukosten mischt sich mit dem Verdacht, verfolgt zu werden. Am Naschmarkt, dunkel und verlassen, werden ihre unguten Vermutungen Gewissheit. Etwas später wird sie mit einem weißen Seidenschal erdrosselt aufgefunden. Zunächst stürzt sich die Wiener Presse in Gestalt des Journalisten Leo Goldblatt auf den Skandal und setzt den ermittelnden Inspector des kaiserlich-königlichen Polizeiagenteninstituts Joseph Maria Nechyba unter Druck. Doch der lässt sich vorerst nicht aus dem Konzept bringen: Durch ein verirrtes Rumpsteak lernt der Hobby-Koch und Gourmet die Köchin Anna Litzelsberger kennen und verliebt sich auch prompt in die stattliche Frau. Die Gräfin bleibt nicht das einzige Opfer: Ihr folgen eine adrette Küchenmagd, ein Hausmädchen und schlussendlich eine alte Frau. Der Inspector, der mehr den fleischlichen Genüssen frönt als die Ermittlungen voranzutreiben, wird erst beim dritten Mordopfer aktiv. Zusammen mit Leo Goldblatt löst er - ganz in wienerischer Manier - im Café Sperl bei einigen Achterln und Zigarren den Fall.<br />
<br />
Der Roman zeichnet sich nicht gerade durch eine spannende Krimi-Handlung aus. Loibelsberger konzentriert sich mehr auf das Milieu rund um den Naschmarkt und auf die Darbietung kulinarischer Rezepte, die in modernen Kochbüchern kaum noch zu finden sind. Zwischen den Beschreibungen, wie Leberpüree mit Eiern, Lammhasen, Brimsen und gespicktes Kalbsbries mit Spargelspitzen anzurichten sind, erfährt der Leser mehr über den Prater und die Wiener Hochquellwasserleitung. Es wird erklärt, was ein Salettl, eine Bassena und eine Fratschlerin ist und wo einst das WC in einem Mietshaus angesiedelt war. Dabei bedient sich der Autor einer Sprache, die zu dieser Zeit angesagt war, und die mich sehr an die alten schwarz-weiß Filme mit Hans Moser und Theo Lingen erinnert haben.<br />
<br />
<blockquote>"Melde gehorsamst, Herr Inspector, eine Frau, die am Getreidemarkt wohnt, möchte eine Beobachtung wegen des Frauenmordes melden. Weiters sind da noch eine gnädige Frau, eine Hausmeisterin, ein Dienstmädchen und eine Fratschlerin, die in der betreffenden Causa ebenfalls etwas zu Protokoll geben möchten."</blockquote><br />
<br />
Alles in allem ist dieser Roman ein vergnüglicher Zeitvertreib. Hobbyköche und Liebhaber der guten, alten Zeit werden bestimmt ihre Freude an diesem Buch haben.  
            </div>
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        <dc:subject>Österreichisches</dc:subject>
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            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2011-12-19T21:55:00Z</published>
        <updated>2011-12-19T22:40:56Z</updated>
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        <title type="html">Tom Finnek: Gegen alle Zeit</title>
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                Der junge Henry liebt die Schauspielerei. Durch seine Freundin Sarah bekommt er endlich eine bezahlte Rolle als Captain Macheath in der "Bettleroper". Doch als die Vorhänge bei der Premiere in einem Londoner Kellertheater fallen, ist es mit Henrys Glück vorbei. Er erwischt Sarah, die auch im Stück seine Geliebte Polly mimt, in flagranti mit dem Bühnen-Vater Peachum. Bei der anschließenden Premieren-Feier schluckt Henry seinen Kummer erst mal mit viel Gin hinunter. Doch an das, was dann passiert, kann sich Henry nur noch lückenhaft erinnern. Eine Eisenstange ist da im Spiel. Und viel Eifersucht und Blut. Als Henry am nächsten Morgen aufwacht - völlig verkatert und orientierungslos - findet er sich im stinkenden Keller von "Mother Blake's Gin Shop" wieder. Als er aus dem Keller auf die Straße tritt, traut er seinen Augen nicht und glaubt zunächst Opfer von "Versteckter Kamera" zu sein. Er sieht eine mit Kopfstein gepflasterte Straße, gesäumt von windschiefen Häuser und Menschen mit Lockenperücken, strammen Miedern und Kniebundhosen. Ein junger Mann mit dunkelblauer Hautfarbe, der sich als "Blueskin" vorstellt, fordert ihn auf ihm zum Newgate-Gefägnis zu folgen, um endlich Jack Sheppard zu befreien. Henrys Hoffnungen, dass er gerade einem blöden Scherz aufsitzt, schwinden. Seine Gegenwart ist längst nicht mehr die der Wolkenkratzer und Smartphones, sondern die des Jahres 1724. Das Jahr, in dem Londons berühmtester Dieb Jack Sheppard gehängt wird und der Schriftsteller John Gay zusammen mit dem Musiker Johann Christoph Pepusch beginnt, an "The Beggar's Opera" zu arbeiten. <blockquote>"Ähm, sag mal ... nur aus Interesse", sagte Herny und wich einer schwarzgefleckten Sau aus, die mitten auf dem Weg im Dreck wühlte. "Welchen Tag haben wir heute?"<br />
"Na, du stellst Fragen. Heute ist Montag, der letzte Tag im August, wenn ich mich nicht irre."<br />
"Und welches Jahr?"<br />
"Fragst du das im Ernst?"<br />
"Jetzt sag schon!"<br />
"1724", antwortete Blueskin und musterte ihn kopfschüttelnd. <br />
"Natürlich!" Henry konnte sich nicht länger zusammenreißen, der Lachkrampf überkam ihn, und er konnte sich nicht dagegen wehren. "1724, was sonst? Wie dumm von mir!" Er drehte sich um die eigene Achse, breitete die Arme aus und rief: "Ihr könnt rauskommen, Leute! Ich hab's geschnallt."<br />
"Was is'n mit dem los?", frage Poll, die vor einem steinernen Tor in der Stadtmauer stehen geblieben war und auf sie gewartet hatte. "Verrückt geworden, oder was?"<br />
Blueskin zuckte mit den Schultern und knurrte: "Mutters Wacholderfluch!"</blockquote><br />
<br />
<img src="http://a2.ec-images.myspacecdn.com/images02/133/7b188306eeb9439285f3fe7144ef18e9/l.jpg" width="200" alt="Jack Sheppard" align="left" style="padding: 0px 10px 0px 0px;" />Die "<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/The_Beggar%E2%80%99s_Opera" title="The Beggar's Opera von John Gay">Bettleroper"</a>, oder eigentlich "Des Bettlers Oper", wie Berthold Brecht einmal richtigstellte, ist das Thema, um das sich der Roman "Gegen alle Zeit" dreht. Henry, durch die Zeit zurückgeworfen, lernt im Laufe der Geschichte nicht nur das London im Jahre 1724 kennen, sondern auch sämtliche Darsteller der Oper: Londons berüchtigte Verbrecher Jack Sheppard und Josef Blake "Blueskin", die Hure Edgeworth Bess und den skrupellosen Diebesfänger Jonathan Wild. Und weil Henry in seiner Zeitreise gefangen ist, verwebt sich sein Schicksal immer mehr mit der Handlung der Oper. Gleich von Anfang an wird Henry in das Geschehen rund um Jack Sheppard hineingezogen. Ehe er darüber nachdenken kann, was ihn in das frühe 18. Jahrhundert gebracht hat und warum, ist er auch schon Teil des dunklen, schmutzigen London der hinterlistigen Gauner, berechnenden Huren und unbarmherzigen Diebesfängern. <br />
<br />
Tom Finnek zeichnet in "Gegen alle Zeit" kein verklärtes, sondern ziemlich realistisches Bild der Weltstadt. Sein Roman spielt in den heruntergekommenen Vierteln Londons, wo Prostitution, Schnaps und Gewalt dominieren. Finnek gelingt es, eine intensive Atmosphäre zu schaffen und so den Lesern völlig in seinen Bann zu ziehen. Nebenbei vermittelt Finnek auch ein paar geschichtliche Fakten über die Stadt und ihre Bauten, wie z.B. dem berüchtigten <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Bethlem_Royal_Hospital" title="Mehr über das Irrenhaus Bedlam in London">Bethlem Royal Hospital</a>:<br />
<br />
<blockquote>Zwölf Monate dauerte üblicherweise die Behandlung im Bethlem Royal Hospital, egal ob man bei der Einlieferung überhaupt verrückt oder bei der Entlassung genesen war. Ein Jahr lang wurden die Irren, Übergeschnappten und Trinker weggeschlossen, mit eiskaltem Wasser, Aderlässen und Stockhieben "zur Vernunft gebracht" oder, wenn die Behandlung keine Wirkung erzielte, in Ketten gelegt. Anschließend wurden sie, bekloppt wie sie waren, wieder auf die Straße gesetzt. Bis sie erneut auffällig oder widerspenstig wurden.<br />
Was Blueskin bei seinem Besuch in Bedlam vor allem entsetzt hatte, waren der Lärm, der Gestank und die Dunkelheit gewesen, die in dem Irrenhaus wie selbstverständlich hingenommen wurden. Viele Verrückte schrien wie am Spieß, und niemand unternahm etwas dagegen; um die Sauberkeit des Hauses und der Eingesperrten schien sich ebenfalls keiner zu kümmern, deshalb stank es überall nach Schweiß und Scheiße; und weil die Fenster so winzig, obendrein vergittert und in großer Höhe über dem Boden angebracht waren, herrschte in Bedlam am helllichten Tag Dämmerung und zu allen anderen Zeiten finstere Nacht. Denn Kerzenlicht war in den Zellen und auf den Gängen strengstens verboten.</blockquote><br />
<br />
Henry muss sich also nicht nur in einer Gesellschaft zurechtfinden, die den Aderlass gut findet und wo die Folter an der Tagesordnung steht. Plötzlich hat er es auch mit Menschen zu tun, bei denen man nie genau weiß, auf welcher Seite sie wirklich stehen. Steckt Jack Sheppard mit Jonathan Wild unter einer Decke oder ist Blueskin der Verräter? Welche Rolle spielen Bess und ihr toter Ex-Geliebter? Dreht sich alles um den organisierten Diebstahl oder geht es um ein politisches Komplott? Doch Henry hat bei seinen Nachforschungen ein As im Ärmel: Mehr als einmal kann er sich und seine Freunde durch sein schauspielerisches Talent aus lebensgefährlichen Situationen retten. Zu guter Letzt (und um das Lese-Erlebnis zu vervollständigen) bekommt der Roman - neben den Krimi-Tendenzen - auch noch eine romantische Note: Henry verliebt sich in die kauzige Hure Edgeworth Bess.<br />
<br />
"Gegen alle Zeit" ist Fantasy, Krimi, historischer Roman und Milieustudie - alles in einem. Gekonnt zieht der Autor sämtliche Register, um atemraubendes Lese-Vergnügen zu erzeugen. Mit ein bisschen Romantik und Situationswitz schafft er zudem einen notwendigen Kontrapunkt zur stinkenden Stadt und ihrer verkommenen Gesellschaft. Den Grausamkeiten des 18. Jahrhundert (Armut, Seuchen, Gewalt) wird somit die Schärfe genommen, ohne aber dabei die Spannung zu schmälern. Ein wirklich sehr gelungenes Buch, das man wahrscheinlich mehr als einmal lesen wird!<br />
<br />
Leseprobe: <a href="http://www.tomfinnek.de/9783431038439_sample.pdf" title="Leseprobe des Buches Gegen alle Zeit von Tom Finnek">"Gegen alle Zeit" von Tom Finnek</a> 
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        <dc:subject>Historisches</dc:subject>
<dc:subject>London</dc:subject>
<dc:subject>Science Fiction/Fantasy/Mystery</dc:subject>
<dc:subject>Zeitreise</dc:subject>

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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/archives/301-Hans-Traxler-Aus-dem-Leben-der-Gummibaerchen.html" rel="alternate" title="Hans Traxler: Aus dem Leben der Gummibärchen" />
        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2011-12-06T21:43:42Z</published>
        <updated>2011-12-06T23:43:17Z</updated>
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        <title type="html">Hans Traxler: Aus dem Leben der Gummibärchen</title>
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                Den kleinen, wabbeligen Tierchen aus Gelatine und Zucker, von denen wir - einmal angefangen - nicht mehr lassen können, hat der Satiriker und Karikaturist Hans Traxler ein Buch gewidmet und damit bewiesen, dass die bunten Bärchen aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken sind. Aber haben wir uns schon einmal Gedanken darüber gemacht, woher die Gummibärchen kommen? Wie sie entstanden sind und wie sich zu der Form, wie wir sie heute kennen, entwickelt haben? Welche Gewohnheiten haben Gummibärchen? Und: Wie pflanzen sie sich eigentlich fort? Die Gummibärchen sind mit diesem Buch nun keine unbekannten Wesen mehr - im Gegenteil: Bei fortschreitender Lektüre wird man merken, dass sie mehr mit uns Menschen gemein haben als uns (vielleicht) lieb ist. <blockquote>Nachdem, was wir heute wissen, dauerte es 3-4 Millionen Jahre, bis aus den winzigen Einzellern aus Weingummi die ersten aufrecht gehenden Gummibärchen entstanden.</blockquote><br />
<br />
Die Gummibärchen haben sich im Laufe der Evolution zu einer äußerst intelligenten und widerstandsfähigen Spezies entwickelt. Nicht zuletzt deshalb, weil sie sich immer schon gegen die widrigsten Umständen behaupten konnten: In der Kreidezeit wurden sie von naschhaften Echsen fast ausgerottet, auf der Arche Noah wurden sie beinahe nicht mitgenommen, weil sie nicht auf der Liste standen, und in der Römerzeit kämpften sie in der Arena ums nackte Überleben. Aufgrund ihrer Ausdauer und Zähigkeit haben die Gummibärchen auch historische Berühmtheit erlangt: 1901 retteten sie dem Polarforscher Amundsen das Leben, im Vorkriegs-Russland errichteten sie ein eigenes Kaufhaus namens "GUM" (es existiert heute noch) und im 1. Weltkrieg wurden sie gerne als Spione für knifflige Aufgaben eingesetzt. <br />
<br />
<blockquote>Bei guter Pflege kann das Gummibärchen sehr, sehr alt werden. Sein Rezept: "Kein Alkohol, keine Frauen, und vor allem: Meiden Sie Kindergeburtstage, junger Mann!"</blockquote><br />
<br />
Traxler beschränkt sich in seinem Werk nicht nur auf die Entwicklungsgeschichte der kleinen Bären, sondern beleuchtet eingehend auch ihr soziokulturelles Leben, ihre Psychologie und Fortpflanzung. Um seinen Beitrag für die Gummibärchen-Forschung zu komplettieren, rundet der Wissenschaftler sein Buch (das übrigens mit vielen detaillierten und hilfreichen Illustrationen versehen ist) mit zwei der berühmtesten Geschichten über die Gummibärchen ab: "Igor, das russische Gummibärchen" und "Vom Gummibärchen, das Papst werden wollte". Dieses Buch ist nicht nur für Liebhaber der bunten Bären eine absolute Pflicht-Lektüre. Eigentlich sollte dieses Buch in jedem ordentlichen Haushalt seinen Ehrenplatz im Buchregal haben.<br />
<br />
Hier noch eine Warnung für jene, die ihre Gummibär-Tüte so lange ganz oben auf dem Kasten aufbewahren, bis ihr Inhalt eine steinharte Konsistenz aufweist:<br />
<br />
<blockquote>Gummibärchen, die auf zu engem Raum zusammenleben, werden aggressiv und verlieren das Interesse an der Fortpflanzung.</blockquote><br />
<br />
<strong>Mehr aus der Gummibär-Forschung:</strong><br />
<br />
Fortführende Literatur findet ihr auf der Seite der <a href="http://www.gummibaeren-forschung.de" title="Wissenschaftliche Aspekte der Gummibären">Homepage der Gummibären-Forschung</a>. <br />
Diese (etwas fragwürdige) Seite befasst sich mit der Anatomie der Gummibären: <a href="http://www.instructables.com/id/Gummi-Bear-Surgery/" title="Wie man ein Gummibärchen seziert">Gummi Bear Surgery</a>.<br />
Mit dem <a href="http://www.gummibaerchen-orakel.ch" title="Das Gummibär-Orakel">Gummibär-Orakel</a> kann man auf die Weisheit der Bärchen zurückgreifen und schwierige Lebenssituationen leichter meistern.<br />
Der Gummibär auf <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gummib%C3%A4r" title="Definition Gummibär">Wikipedia</a>.<br />
94 Gummibär-Rezepte auf <a href="http://www.chefkoch.de/rs/s0/gummib%E4rchen/Rezepte.html" title="Gummibär-Rezepte">chefkoch.de</a><br />
Gummibären zum Selbermachen auf der <a href="http://www.wthum.de/projekte/gummib.html" title="Wie kann man Gummibären selbst machen">Website für Chemieunterricht</a>.<br />
<a href="http://www.thalia.at/shop/home/artikeldetails/die_weihnachtsgeschichte_der_gummibaerchen/dietmar_bittrich/EAN4029758670064/ID6639736.html" title="Hörbuch von Dietmar Bittrich">Die Weihnachtsgeschichte der Gummibären</a> von Dietmar Bittrich. Gelesen von Jürgen von der Lippe.<br />
Ratgeber: "<a href="http://www.dr-petra-altmann.de/DrAltmann_Buecher_Gummibaerchen.htm" title="Ratgeber">Die Gummibärchen-Philosophie</a>" - Anleitung zum Glücklichsein. 
            </div>
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        <dc:subject>Sonstige Bücher</dc:subject>
<dc:subject>Wissenschaft&amp;Philosophie</dc:subject>

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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/archives/300-Manfred-Baumann-Jedermanntod.html" rel="alternate" title="Manfred Baumann: Jedermanntod" />
        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2011-11-24T22:52:47Z</published>
        <updated>2012-01-10T23:21:16Z</updated>
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        <title type="html">Manfred Baumann: Jedermanntod</title>
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                Wenn ein Salzburger seinen ersten Krimi schreibt, auf welcher Bühne würde er wohl das Verbrechen spielen lassen? Richtig: auf den berühmten Brettern der <a href="http://www.salzburgerfestspiele.at/" title="Salzburger Festspiele">Salzburger Festspiele</a>. Als Kulisse hat sich der Autor und Journalist Manfred Baumann den "<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jedermann" title="Jedermann von Hugo von Hofmannsthal">Jedermann</a>" ausgesucht, das berühmte Mysterienspiel von Hugo v. Hofmannsthal, das seit 1920 jedes Jahr auf der Freilichtbühne vor dem Salzburger Dom aufgeführt wird. Und auf diese prominente Bühne wird die Polizei in den frühen Morgenstunden zu einem ebenso berühmten Toten gerufen. Es ist der "Tod" des Jedermann in Form des exzentrischen Regisseurs und Schauspielers Hans Dieter Hackner, der mit einem Dolch erstochen und ohne Schuhe aufgefunden wird. Als Chef-Ermittler tritt Baumanns Protagonist Martin Merana ins Rampenlicht. Seine Beharrlichkeit kommt ihm bei diesem Fall zugute, denn nun hat er es mit dem Salzburger Festspiel-Milieu zu tun, wo Heimlichkeiten und Vertuschung fast schon zum guten Ton gehören. Martin Merana ist fast schon ein klassischer Detektiv: Beharrlich und mit viel Köpfchen geht er an seine Arbeit, privat hat er noch mit Geistern aus der Vergangenheit zu kämpfen, die auch seine gegenwärtige Beziehung belasten. Merana ist ein Mann mit Stärken und Schwächen und mit ebenso viel Eigenheiten. Der Leser kann sich gut in die Figur hineinfühlen und empfindet schnell Sympathie für ihn. Der Mord an einem berühmten Schauspiel-Künstler führt den Ermittler in ein Milieu, mit dem er bisher überhaupt nicht in Berührung gekommen ist und das für ihn zunächst auch nicht greifbar ist: Eitle Schauspieler und Intendanten (kurz: Schickimickipromis) erschweren die Suche nach der Wahrheit, Presse-Leute und Rechtsanwälte kaschieren so manche Fakten oder lassen sie ganz unter den Tisch fallen und zu guter Letzt bringt sich auch noch die Politik selbst ins Spiel. <br />
<br />
"Jedermanntod" ist ein flott erzählter Krimi mit viel Salzburger Lokalkolorit. Die Ermittlungsarbeit sowie die Stadt Salzburg stehen im Zentrum der Handlung. Der Protagonist ist gefällig, die Stadt hingegen kommt - trotz barockem Flair - weniger sympathisch rüber: <br />
<br />
<blockquote>Wenn schon Vögel, dachte Merana, dann Aasgeier. Aber keine Tauben. Allerdings - rein zoologisch betrachtet - war die Salzburger Altstadt kein Biotop für Aasgeier. Zumindest nicht für gefiederte. Für andere schon eher. Für Aasgeier im Lodenmantel zum Beispiel. Nur hockten sich die nicht um fünf Uhr früh auf die Jedermann-Bühne vor dem Dom, um einer Leiche die Augen auszuhacken.<br />
An Toten haben die Salzburger Aasgeier wenig Interesse. Tote geben nichts her. Kaufen keine Souvenirs. Essen keine Pommes frites. Zahlen keinen Eintritt. Tote interessieren die Salzburger Aasgeier nur, wenn sie so berühmt sind, dass man ihr Bild auf Marzinpankugeln und Likörflaschen kleben kann. Und solche Tote sind meist 200 Jahre alt.<br />
Aber die Leiche hier war frisch. </blockquote> 
            </div>
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<dc:subject>Salzburg</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2011-11-15T22:51:00Z</published>
        <updated>2011-11-15T23:30:13Z</updated>
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        <title type="html">Sandra Lüpkes u.a.: Alle Morde wieder</title>
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                Gerade richtig für die Weihnachtsfeiertage! Wer mal kurz einen Nervekitzel in der Zeit der stressigen Besinnlichkeit braucht, der ist mit "Alle Morde wieder" gut bedient. 13 Short Krimis von ausgesuchten AutorInnen sorgen für die richtige Zwischendurch-Spannung in der Adventszeit. Seinen nervigen Mann ins Jenseits befördern? Kein Problem wenn's Winter ist und es draussen extreme Minusgrade hat. Eine andere Ehefrau macht sich an die Geliebte ihres Mannes ran, um das rituelle Weihnachtsfest zu bewahren. In einem Schweizer Grand Hotel stürzen ein Mann und eine Frau durch's Glasdach (selbstverständlich überleben die beiden nicht) und der Direktor muss das Geheimnis um Zimmer 211 lüften. In Wien hingegen killt ein Psychopath jedes Jahr das Christkind. Und an der amerikanisch-kanadischen Grenze steckt ein Pärchen im Schnee und erlebt die Ankunft eines UFOs. <br />
<br />
Liste der AutorInnen:<br />
<br />
Ursula Poznanski<br />
Felicitas Mayall<br />
Nicola Förg<br />
Inge Löhnig<br />
Sandra Lüperz<br />
Ann Cleeves<br />
Regula Venske<br />
Claudia Toman<br />
Wulf Dorn<br />
Isolde Sammer<br />
Fran Ray<br />
Leena Lehtolainen<br />
Katharina Gerwens<br />
<br />
<a href="http://www.rowohlt.de/fm/131/Poznanski_Alle.pdf" title="Leseprobe Alle Morde wieder">» Leseprobe</a> 
            </div>
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        <dc:subject>krimis &amp; thriller</dc:subject>
<dc:subject>Kurzgeschichten</dc:subject>

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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/archives/298-Walter-Moers-Rumo-Die-Wunder-im-Dunkeln.html" rel="alternate" title="Walter Moers: Rumo &amp; Die Wunder im Dunkeln" />
        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2011-11-12T22:36:40Z</published>
        <updated>2011-11-18T19:10:58Z</updated>
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        <title type="html">Walter Moers: Rumo &amp; Die Wunder im Dunkeln</title>
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                Was für eine Geschichte! Wer dieses Buch zur Hand nimmt, sollte 1. volljährig sein und 2. nichts Wichtiges vorhaben. Denn dieses Buch kann man erst aus der Hand legen, wenn die letzte Zeile gelesen ist. "Rumo" ist wahrer Heldenstoff aus Zamonien, ein erzählerisches Abenteuer vom Feinsten und garantiert nichts für schwache Nerven. Die Geschichte handelt von spritzendem Blut und vergossenen Tränen, unerreichbarer Liebe und Freundschaft bis über den Tod hinaus. Sie beginnt mit einem zahnenden Welpen in einem Fhernhachischen Dorf, das gerade von Teufelszyklopen überfallen wird. Der knuddelige Welpe ist ein Wolpertinger. Aber das weiß er noch nicht. Er ahnt auch noch nicht, dass er einmal der größte Held Zamoniens sein wird. Noch ist der Welpe damit beschäftigt, mit dem seltsamen Schmerz in seinem Mund zurechtzukommen, das Gehen auf zwei Beinen zu erlernen und einem silbernen Faden am Horizont nachzujagen. Plötzlich wird er von einem Teufelszyklopen an den Ohren gepackt und in einen Sack gesteckt. Zusammen mit seinen Fhernhachischen Zieheltern wird er auf den Wandernden Teufelsfelsen, einer schwimmenden Insel, auf der die lebendfleischfressenden Zyklopen zu Hause sind, verschleppt. Es beginnt eine grausame Zeit: Die Gefangenen werden in eine Grotte gesperrt, die nichts anderes ist als die riesige Speisekammer der Zyklopen. Als der Wolpertinger auf einer Erkundungstour den hinteren Teil der Grotte entdeckt, stößt er auf einen stinkenden Tümpel und macht Bekanntschaft mit der Haifischmade Volzotan Smeik. Von ihm lernt der Welpe das Sprechen und erhält endlich seinen Namen: Rumo.<br />
<br />
Smeik, ein hinterlistiger aber nicht unsympathischer Zeitgenosse, weiß es gleich: Wenn ihn jemand von dem Teufelsfelsen retten kann, dann nur ein Wolpertinger. Er beginnt, Rumo zu unterrichten und ihn - zumindest theoretisch - auf das Kämpfen vorzubereiten. In dieser Zeit wächst Rumo heran, bekommt alle seine Zähne, wird größer und stärker. Und eines Tages ist es so weit. Rumo kämpft gegen die Zyklopen und kann mit Smeik von der Insel auf das Festland fliehen. <br />
<br />
Kaum haben sich die beiden von den Strapazen ihrer Gefangenschaft erholt, macht sich Rumo auf, den silbernen Faden, den er immer noch vor seinem geistigen Auge sieht, zu folgen. Und die Haifischmade begleitet ihn. Nach einigen, kleineren Abenteuern trennen sich ihre Wege, denn Rumo steht vor den Toren von Wolperting, der Stadt, wo alle Wolpertinger wohnen. Als neuer Bürger muss er zunächst mal lesen und schreiben lernen, bevor er in sämtliche Kampfkünste eingeweiht wird. Und er trifft endlich den Ursprung des silbernen Fadens: Rala, eine wunderschöne Wolpertingerin, deren Herz er aber erst erobern muss. <br />
<br />
Rumo ist kurz davor, Rala endlich seine Liebe zu gestehen. Doch als er von einem weiteren Abenteuer aus dem Nurnenwald zurückkehrt, findet er ganz Wolperting verlassen vor. Rumo entdeckt einen riesigen Krater in der Mitte der Stadt, von dem eine steinerne Stiege tief in die Untenwelt führt. Und jetzt erst beginnt das wahre Abenteuer! Zusammen mit seinem Käsemesser-Schwert macht er sich auf nach Hel, der gruseligen Hauptstadt von Untenwelt, um seine Freunde und vor allem Rala vor dem wahnsinnig verrückten König Gaunab der 99., zu retten.<br />
<br />
Walter Moers ist ein begnadeter Geschichten-Erzähler und in diesem Buch zieht er alle Register: Mehr als in jedem anderen Roman beschränkt sich der Autor nicht auf den Werdegang seines Helden, sondern flankiert Rumos Abenteuer mit unzähligen Legenden und Geschichten über Zamonien. Wir erfahren mehr über Nebelheim, den Nurnenwald und über die Lindwurmfeste, wie die Kupfernen Kerle zustande kamen und wie die Geschichte von Prinz Kaltbluth und Prinzessin Silbermilch ausging. Wir begegnen kurz Hildegunst von Mythenmetz und Danzelot Silbendrechsler, Abdul Nachtigaller und ein paar Schrecksen. Und wir lernen neue Persönlichkeiten kennen, denen wir hoffentlich wieder begegnen werden: Grinzold der Spalter und Löwenzahn (die beiden gegensätzlichen Gestalten aus Rumos Käsemesser-Schwert), Storr der Schnitter, General Ticktack, Oztafan Kolibril, Uschan de Lucca, Urs von Schnee und v.a.m..<br />
<br />
Ungemein fantasievoll:<br />
<br />
<blockquote>Rumo stapfte mit gezogenem Schwert auf die weißen Gebilde zu. Von weitem sahen die gestapelten Eisschollen aus wie Riesen mit tropfenden Bärten, die sich aus dem Wasser erhoben, nach fünfzig weiteren Schritten wie die trutzigen Zinnen eines vieltürmigen Schlosses, und nach hundert wie Gespenster, die auf dem Höhepunkt eines wilden Tanzes im eisigen Wind eingefroren waren. Schließlich stand Rumo genau zwischen ihnen, und jetzt sahen sie aus wie aufeinandergestapelte und heillos verkeilte Eisschollen. Hier war niemand. Er hatte sich getäuscht.</blockquote><br />
<br />
Aufregend lustig:<br />
<br />
<blockquote>"Was willst du hier?" Der Hüne hatte das Boot sanft auf Grund laufen lassen.<br />
"Ich suche jemanden. Meine Freunde."<br />
"Ach herrje! Bist du einer von diesen Kötern? Tatsächlich. Das waren deine Freunde?"</blockquote><br />
<br />
... Und überraschend grausam:<br />
<br />
<blockquote>Während die Zyklopen noch verdutzt ihre Hälse verdrehten, hatte Rumo mit seinen Krallen schon zweien von ihnen den Kehlkopf zerrissen. Die Riesen griffen entsetzt nach ihren geöffneten Gurgeln. Der Rumpf des geköpften Riesen drehte sich mehrmals um die eigene Achse, als suche er nach seinem Schädel. Eine dünne rote Fontäne sprudelte aus seinem Hals, im Takt seines immer noch wild schlagenden Herzens.</blockquote><br />
<br />
Was für eine Geschichte!<br />
<br />
Sehr nützlich: <a href="http://www.woolly.de/cgi-bin/wiki.pl?Startseite" title="Mehr über Zamonien - Lexikon der Begrifflichkeiten von Doktor Abdul Nachtigaller">Doktor Abdul Nachtigallers Lexikon</a><br /> 
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            <name>Loki</name>
                    </author>
    
        <published>2011-11-07T07:02:00Z</published>
        <updated>2011-11-15T23:31:00Z</updated>
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        <title type="html">Tanja Heitmann u.a.: Stille Nacht</title>
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                Weihnachten ist nicht mehr weit und passend dazu ist soeben die Anthologie "Stille Nacht" erschienen. Dieses Buch trägt den Untertitel "Magische Liebesgeschichten" und richtet sich an Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren. Sechs Autorinnen erzählen sechs romantische Geschichten, die alle an den Tagen rund um den Heiligen Abend spielen. Sie erzählen von Begegnungen junger Menschen mit Wesen aus dem Zwischenreich: Vampire, Dämonen, Götter und andere mystische Gestalten. "Stille Nacht" ist eine Sammlung kurzer Erzählungen mit viel Gefühl und Spannung. Happy endings garantiert. <blockquote>Tom betrachtete das Einhorn, und sein Herz war voll von Kummer und heiß vor Sehnsucht. Und er wusste selbst nicht, warum er einfach nur stand und staunte, hingerissen von der Schönheit des magischen Wesens. Er griff nicht zur Harpune, er schlug nicht Alarm. Er dacht nur an Lisanel und an Sedna an seiner Seite und all seine Toten. Schließlich schüttelte er den Kopf. "Kein Wunsch ist das Blut werde", murmelte er. "Der Tod besticht man nicht mit einem weiteren Leben."<br />
Verwundert lachte er auf. Es war seltsam, dass er sich leicht fühlte, wie von einer Last befreit. Und Sedna lächelte ihm zu und summte sein Lied.</blockquote><br />
<br />
Ob Vampir, Meeresgöttin, Geisterwolf, Dämon oder auch Mensch: Sie alle haben traurige Schicksale und Isolation gemeinsam. Aber gerade zu Weihnachten - zum Fest der Liebe - geschieht oft Unerklärliches und zwei einsame Herzen finden in einer kalten Welt auf magisch-fantastische Weise zueinander. Für junge Leserinnen also genau die richtige Lektüre - wenn's draußen frostig ist und man dem Alltag kurz mal den Rücken kehren möchte!<br />
<br />
<a href="http://www.rowohlt.de/fm/131/Stille.pdf" target="_blank">» Leseprobe</a><br />
"Stille Nacht - Magische Liebesgeschichten" von Tanja Heitmann, Gesa Schwartz, Ninal Blazon, Anika Beer, M. F. Hammesfahr und Nora Melling ist im <a href="http://www.rowohlt.de/buch/Stille_Nacht.2939466.html" title="Rowohlt Taschenbuch Verlag">Rowohlt Taschenbuch</a> Verlag erschienen.  
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        <dc:subject>Jugendbuch</dc:subject>
<dc:subject>kinder &amp; jugend</dc:subject>
<dc:subject>Kurzgeschichten</dc:subject>
<dc:subject>Liebesgeschichte</dc:subject>
<dc:subject>Mädchen</dc:subject>
<dc:subject>Science Fiction/Fantasy/Mystery</dc:subject>

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            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2011-11-02T14:44:00Z</published>
        <updated>2011-11-02T14:48:50Z</updated>
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        <title type="html">Fred Rumpl: Jäger auf Hasenjagd</title>
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                Der Feldhase ist weg! Nicht irgendein langohriges Hoppeltier, sondern der berühmteste aller Hasen. Ja, der von Albrecht Dürer. Dieses unverkäufliche Bild ist aus der Albertina in Wien gestohlen worden. Die Außenministerin ist ganz aus dem Häuschen und richtet dem Museumsdirektor über die Medien aus, dass seine Tage gezählt sind. Eine gute Gelegenheit für Jakob Jäger: Der Privatdetektiv ist arbeitsmäßig nicht gerade ausgelastet und die Raten für seine BMW müssen auch gezahlt werden. Kurzerhand kontaktiert er den Direktor, Viktor Nemec, und bietet ihm seine Dienste an. Der Direktor, der der Polizei nicht alles erzählen kann, willigt ein. Dürers Hase ist pikanterweise während einer Privatführung, die der Direktor für drei Kunstsammler veranstaltet hat, geraubt worden. Und weil der Direktor ziemlich eitel und überheblich ist, hat er - anstatt des üblichen Plagiats - das Original an den Platz gehängt. Jäger macht sich also zuallererst auf die Spuren von Nemec' Gästen. Und während diese Jäger nach Prag und Triest führen, bandelt er noch mit der hübschen Kartenverkäuferin und Nemec' Nichte, Lisa, an.  Wer raubt ein Bild, das unverkäuflich ist? Mit dieser Kernfrage beschäftigt sich der Privatermittler Jakob Jäger gleich zu Beginn seines Falls. Er ist überzeugt, wenn er die Antwort hat, weiß er auch, wer der Täter ist. Aber das ist gar nicht so leicht. Die drei Hauptverdächtigen sind schon allein durch ihren Beruf schwierige Charaktere. Denn Jäger hat es hier mit Kunstsammler zu tun, mit Leuten, die ihr Leben unbezahlbaren Bildern gewidmet haben und denen Egozentrik und Eitelkeit zu eigen sind. Zu Beginn hat man noch den Eindruck, dass Jakob jemand ist, der durch eine wilde Jugendzeit als geläuterter und gestandener Mann dasteht. Doch im Laufe der Geschichte gewinnt der Protagonist immer mehr an Schärfe. Es stellt sich heraus, dass hier ein eher ungewöhnlicher Privatdetektiv am Werk ist und gar nichts mit einem "Schnüffler" gemeinsam hat. Jakob ist belesen, in Philosophie, Kunst und Psychologie bewandert, verabscheut Schusswaffen und notiert sich seine Gedanken in sein <em>Moleskine</em>. Kurz: Er ist ein Intellektueller.<br />
<br />
<blockquote>Bei all den Wechselfällen, die das Leben für Jakob bereithielt, war da etwas, dem er treu blieb. Weil es ihm treu blieb. Als wäre es ein guter Teil dessen, was in ihm rumorte. In den eher seltenen Mittellagen ganz selbstverständlich. Ganz oben oder ganz unten erst recht: Literatur, Philosophie, Kund. Der Stoff, aus dem immer noch die besten Träume sind! Es gab nicht viele Drogen, die einen auf Dauer nicht gerädert, verkatert oder völlig fertig zurückließen. Dankbar erinnert er sich mitunter an Szenen, Sätze, Gedanken und Bilder ... Autoren, Regisseure, Denker und Maler. Es waren diese Männer und Frauen, die ihm geholfen haben, wenn er ganz unten war. Darunter auch dieser vom Leben gebeugte, charismatische Mann auf den Fotos da.</blockquote><br />
<br />
Aber kein Ermittler ohne Fehl und Tadel. Bei Jakob sind es die Frauen, die ihm Probleme bereiten. Gerade hat seine langjährige Freundin Vera mit ihm Schluss gemacht und ist mit ihrem Neuen nach Mauritius unterwegs, verabredet er sich auch schon mit Lisa, der Nichte des Direktors, die ihn nach Strich und Faden verführt. Und durch Lisa lernt er einen Maler kennen, der - wie Jakob im Kellerabteil feststellt - nicht nur eigene Bilder malt, sondern sich auch auf die Herstellung von Fälschungen spezialisiert hat. Noch kann Jakob die in alle Richtung verlaufenden Fäden nicht zusammenführen. Erst sein Aufenthalt in Triest und ein Anknüpfungspunkt zu den Freimaurern bringen ihn auf die Spur des berühmten Hasen.<br />
<br />
In den ersten Kapiteln kommt einem gleich der aufsehenderregende Diebstahl der "Saliera" aus dem Kunsthistorischen Museum 2003 in den Sinn. Auch hier war das Museum wegen Bauarbeiten eingerüstet und das Sicherheitspersonal wenig aufmerksam. Ich denke, Fred Rumpl hat diesen Fall mit Dürers Hasen weitergesponnen und versucht, eine Antwort auf die Frage zu finden, warum jemand etwas so Wertvolles und Bekanntes stiehlt - mit dem Wissen, dass auf dem Schwarzmarkt damit nichts zu holen ist. "Jäger auf Hasenjagd" ist ein anspruchsvoller Krimi, der eigentlich - trotz ein paar Leichen - ohne Blut und Schießereien auskommt aber deshalb nicht unspannend ist. 
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        <dc:subject>Österreichisches</dc:subject>
<dc:subject>krimis &amp; thriller</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2011-10-28T15:30:07Z</published>
        <updated>2011-12-19T22:37:23Z</updated>
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        <title type="html">Neil Gainman: Niemalsland</title>
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                Das hat nun der hilfsbereite Richard davon: Wegen eines Mädchens, das auf der Straße zusammenbricht, verpasst er nicht nur ein wichtiges Geschäftsessen, sondern verliert auch noch seine Existenz in der oberen Hälfte von London. Der Reihe nach: Door, eine Rotznase aus Unter-London liegt blutend auf dem Gehsteig. Richard, der mit seiner Verlobten die Straße entlang hastet - sie sind auf den Weg zu einem Termin und sind schon viel zu spät dran - hilft der Kleinen auf und bringt sie kurzerhand in seine Wohnung, wo er sie übernachten lässt. Die Verlobte findet seine Hilfsbereitschaft gar nicht toll - es geht ja schließlich um Richards Karriere - und beendet die Beziehung. Am nächsten Tag tauchen auch noch zwei schräge Typen vor Richards Wohnung auf, die auf der Suche nach Door sind. Irgendwie wimmelt Richard die beiden ab und dann wird's schräg: Für Door treibt Richard noch einen ihrer Freunde auf, den Marquis de Carabas, der sich um Door kümmert und sich nach Unter-London zurückbringt. Wieder allein stellt Richard plötzlich fest, dass er in seiner Welt - dem oberen London - nicht mehr wirklich vorhanden ist. Sein Telefon ist tot, sein Schreibtisch im Büro weggeräumt, seine Wohnung an andere vermietet, seine Kreditkarte wird nicht mehr akzeptiert und irgendwie wird er von den anderen Menschen auch nicht mehr wirklich wahrgenommen. Richard macht sich auf die Suche nach Door und dem Marquis. Nicht nur um Antworten auf diese Seltsamkeiten zu finden, sondern auch, weil er nicht mehr weiß, wo er hingehört. Er packt seine kleine Sporttasche und steigt hinab in den Untergrund von London. Und wer glaubt, dort gäbe es nur U-Bahn-Tunnels und Abwasserkanäle, der hat sich ordentlich getäuscht. <blockquote>"Es gibt in London kleine Blasen der alten Zeit, in denen die Dinge und Orte sich nicht verändern, genau wie in den Blasen in Bernstein", erklärte sie. "Es gibt eine Menge Zeit in London, und die muß schließlich irgendwohin - es wird nicht alles auf einmal verbraucht."<br />
"Vielleicht bin ich noch nicht wieder ganz klar im Kopf", seufzte Richard. "Aber das machte beinahe Sinn."</blockquote><br />
<br />
Unterirdische U-Bahn-Stationen, stillgelegt und verwahrlost, verwinkelte Tunnel, Treppen, die ins Nichts führen, düstere Räume und unheimliche Katakomben. So sieht das Unter-London aus, das London abwärts der Erdoberfläche. Es ist ein Reich, das kein normaler Mensch betreten kann. Es ist eine Welt, in der seltsame Gestalten hausen: schwerhörige Ritter, korrupte Engel, überirdische Kriegerinnen in Samt, Seide und Leder, sprechende Ratten und zwei sadistische Auftragsmörder, die dem Mädchen Door auf den Fersen sind. <br />
Door ist die einzige Überlebende ihrer Familie, die von diesen Mördern bestialisch hingemetzelt wurde. Sie hat die Gabe jede Tür durch mentale Kraft zu öffnen. Zusammen mit dem Marquis und einer Leibwächterin macht sie sich auf, um nach den Mördern ihrer Familie zu suchen. Richard, dem sein Ober-London-Leben abhandengekommen ist, schließt sich ihnen an - in der Hoffnung sein altes Leben wieder zu bekommen.<br />
<br />
<blockquote>"Sie behaupten tatsächlich ein Engel zu sein?" fragte Richard. "Ich meine, Sie haben wirklich schon einmal Gott gesehen und so weiter?"<br />
Islington lächelte nachsichtig. "Ich behaupte gar nichts, Richard", sagte er. "Aber ich bin ein Engel."<br />
"Sie erweisen uns eine große Ehre", sagte Door.<br />
"Nein. Ihr habt mir eine Ehre erwiesen, indem ihr hierher gekommen seid. Dein Vater war ein guter Mann, Door, und er war mein Freund. Sein Tod hat mich sehr traurig gemacht."<br />
"Er hat gesagt ... in einem Tagebauch ... hat er gesagt, ich solle zu Ihnen gehen. Er hat gesagt, ich könne Ihnen trauen."<br />
"Dann will ich hoffe, daß ich dieses Vertrauens würdig bin." Der Engel nippte an seinen Wein. "Unter-London ist die zweite Stadt, die mir je etwas bedeutet hat. Die erste ist in den Wellen versunken, und ich konnte nichts dagegen tun. Ich weiß, was Schmerz und was Trauer ist. Du hast mein ganzes Mitgefühl. Was möchtest du wissen?"<br />
Door zögerte. "Meine Familie ... sie wurde von Mister Croup und Mister Vandemar umgebracht. Aber - wer hat den Befehl dazugegeben? Ich will ... ich will wissen, warum."<br />
Der Engel nickte. "Viele Geheimnisse finden ihren Weg zu mir herab", sagte er. Dann wandte er sich Richard zu. "Und du? Was willst du, Richard Mayhew?"<br />
Richard zuckte mit den Schultern. "Ich will mein Leben wiederhaben. Und meine Wohnung. Und meinen Job."<br />
"Das läßt sich machen", sagte der Engel.</blockquote><br />
<br />
Es tummeln sich allerlei bizarre Gestalten im Niemalsland. Man würde von Neil Gaiman auch nichts anderes erwarten. Auch in diesem Buch beschert uns der Kult-Autor ausgeklügelte Fantastik eingebettet in einer spannend-witzigen Handlung und einem dramatischen Höhepunkt.<br /> 
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        <dc:subject>London</dc:subject>
<dc:subject>Science Fiction/Fantasy/Mystery</dc:subject>

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            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2011-10-26T20:57:37Z</published>
        <updated>2011-10-26T22:41:34Z</updated>
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        <title type="html">M.F.W. Gurran: Wächter der Schatten</title>
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                Waterloo, 1815: Die beiden Offiziere William und Kieran haben die Schlacht bei Waterloo überlebt. Die geplünderten Leichen werden vom Schlachtfeld geräumt und die Verletzten in Lagern notdürftig versorgt. Eine alte Hexe ist noch dabei, einen toten Franzosen nach Wertsachen abzusuchen und findet in seiner Jacke eine kleine Pyramide aus Bronze. Hastig steckt sie den Schatz in ihre Tasche und eilt zurück ins Dorf. Als sie am Abend Besuch von einem Händler bekommt, der ihr die Fundsachen abkaufen will, merkt dieser sofort, dass die Alte etwas vor ihm verbirgt. Er entdeckt die Pyramide, und als die beiden um das Kleinod kämpfen, tötet der Händler die Frau. Als er dann die Pyramide in seinen Händen hält und sie betrachtet, fällt plötzlich ein Tropfen Blut darauf. Die Pyramide beginnt zu glühen und der Händler verwandelt sich in ein abscheuliches Monster, einem Vampyr, das nur noch auf Tod und Zerstörung aus ist. William und Kieran, die sich zur gleichen Zeit im Dorf aufhalten, werden Zeuge von der tödlichen Verwüstung. Zusammen mit anderen Soldaten machen sie Jagd auf den Dämon und es gelingt ihnen schlussendlich auch, es zu töten. Mit dieser Tat haben sich die beiden in den ewig dauernden Krieg zwischen Gut und Böse verstrickt. Aber das wird ihnen erst viel später erst so richtig bewusst.  William und Kieran sind schon seit ihrer Kindheit Freunde. Zusammen haben sie ihre Kindheit verbracht, sie wurden gemeinsam ausgebildet und kämpften Seite an Seite in der Schlacht bei Waterloo. Erst als sich Kieran in die schöne Wirtstochter Katherine verliebt, beginnt die Freundschaft Kratzer zu bekommen. Als dann Katherine auch noch von dem Monster grausam ermordet wird, entzweit das die beiden noch mehr. Kieran schwört auf Rache und setzt alles daran, mehr über die mysteriösen Vorkommnisse zu erfahren. William hingegen wünscht sich nichts sehnlicher als wieder zu Hause bei seiner Familie in England zu sein und seine Schwester mit Kirian zu verheiraten. Doch kaum sind die beiden auf Urlaub in England, werden sie von den Ereignissen im belgischen Dorf eingeholt. <br />
<br />
Dunkle Gestalten sind William und Kirian auf der Spur. Als sie von ihren Verfolgern Wind bekommen, reisen sie nach London, um einen Wissenschaftler um Hilfe zu bitten. Auf dem Weg in sein Büro werden sie abermals von seltsamen Wesen angegriffen. Dieses Mal erhalten sie jedoch Hilfe. Ein alter Mann mit langen weißen Haaren und einem silbernen Mantel schlägt das Böse in die Flucht. Engrin Meerwall ist ein Abgesandter einer geheimen Bruderschaft, die sich zur Aufgabe gemacht hat, das Böse zu bekämpfen. Er macht William und Kieran klar, dass die Pyramide vernichtet werden muss. Und dass dies nur im Vatikan geschehen kann. Für die beiden Freunde bedeutet dies, dass sie nun mit Engrin nach Rom reisen müssen. Nicht nur, um die Pyramide den Exorzisten auszuhändigen, sondern auch um ihre Feinde aus England und von ihrer Familie wegzulocken.<br />
<br />
Obwohl es bessere Fantasy-Romane gibt, habe ich die Idee, die Handlung in ein Stück Geschichte einzubetten, gut gefunden. Und auch die inneren Konflikte zwischen William und Kerian tragen zu einem netten Lesevergnügen bei. Allerdings gibt es ein paar Schwächen, was die Handlung betrifft und gelegentlich werden Begebenheiten angesprochen aber nicht weitergeführt. Somit kann ich das Buch nur als "kurzweiliger Durchschnitt" bewerten. 
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        <dc:subject>Science Fiction/Fantasy/Mystery</dc:subject>

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            <name>Dieter</name>
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        <published>2011-10-23T16:55:57Z</published>
        <updated>2011-10-24T06:18:45Z</updated>
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        <title type="html">Dieter Ebels: Lola ...oder wie man eine aufblasbare Sexpuppe ermordet</title>
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                Heinz, 30 Jahre alt, und immer noch männliche Jungfrau, wohnt im beschaulichen Küstenstädtchen Prickenstett. Er entdeckt in einem Erotikversandkatalog die aufblasbare Sexpuppe "Lola" und ist davon überzeugt, dass er mit dieser Lola all seine sexuellen Fantasien ausleben kann. Ein Griff zum Telefon und Lola ist bestellt.<br />
Es ist der Beginn einer schier unglaublichen Geschichte. Lola schafft es, eine ganze Küstenregion in Unruhe zu versetzen. Auch wenn Lola die Titelfigur dieser Erzählung ist, so spielt sie doch nur eine Nebenrolle. In die eigentlichen Hauptrollen schlüpfen die Leute, denen Lola begegnet. Es ist das außergewöhnliche Spektrum der Charaktere, die der Geschichte Leben einhauchen. Dem Leser offenbaren sich humorvoll verpackte Frivolitäten und Obszönitäten, ihm manifestieren sich die oft perplexen Gedankengänge der verschiedenen Persönlichkeiten.<br />
Der Roman ist eine Humoreske, derem Situationskomik das Zwerchfell des Lesers bis aufs Äußerste strapaziert, ein Lesevergnügen, das man allerdings nicht ernst nehmen sollte.  Dieter Ebels<br />
<strong>Lola ...oder wie man eine aufblasbare Sexpuppe ermordet</strong><br />
ISBN 978-3-8423-8459-0<br />
204 Seiten 
            </div>
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        <dc:subject>Erotik</dc:subject>
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            <name>Igor</name>
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        <published>2011-10-19T09:21:12Z</published>
        <updated>2011-11-13T23:09:57Z</updated>
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        <title type="html">Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher</title>
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                200 Jahre später: Hildegunst von Mythenmetz ist zum berühmtesten aller zamonischen Schriftsteller geworden. Zurückgezogen lebt er nun auf der Lindwurmfeste, im Haus seines verstorbenen Dichterpaten Danzelot von Silbendrechsler, überdrüssig vom Leben eines Promis. Die Echse ist fett und träge geworden, das Scharwenzeln seiner Fans hat ihn überheblich und arrogant gemacht. Das Orm hat ihn schon lange nicht mehr durchströmt und seine letzten Werke strotzen vor nichtssagender Schwülstigkeit. Abermals ist es ein Brief mit einer seltsamen Botschaft, der Mythenmetz aus seiner lethargischen Einsamkeit reißt. Und wieder kommt der Brief aus Buchhaim. Mythenmetz zögert nicht lange. Kurzerhand packt er seine Sachen und macht sich auf in die Stadt der Träumenden Bücher. Das zamonisches Abenteuer geht endlich weiter! Walter Moers hat sich wirklich Zeit gelassen und seine Leserschaft auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Doch endlich hat er seine Übersetzung von Mythenmetz' Geschichten fortgesetzt. In "<a href="http://bluecher.agunlimited.at/archives/5-Walter-Moers-Die-Stadt-der-Traeumenden-Buecher.html" title="Moers - die Stadt der Träumenden Bücher">Die Stadt der Träumenden Bücher</a>" wandert Mythenmetz noch durch die Katakomben von Buchhaim, erlebt grausliche Abenteuer und begegnet dem Schattenkönig. Am Ende geht fast ganz Buchhaim in Flammen auf und Mythenmetz kehrt der Stadt den Rücken.<br />
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<blockquote>Hier geht die Geschichte weiter. Sie erzählt, wie ich nach Buchhaim zurückkehrte und zum zweiten Mal hinabstieg in die Katakomben der Bücherstadt. Sie handelt von alten Freunden und neuen Feinden, von neuen Mitstreitern und alten Widersachern. Sie handelt aber vor allem, so unglaublich es klingen mag, vom Schattenkönig.<br />
Und sie handelt von Büchern. Von Büchern der verschiedensten Art, von guten und schlechte, lebenden und toten, träumenden und wachen, wertlosen und kostbaren, harmlosen und gefährlichen. Und von solchen, bei denen man nicht ahnt, was in ihnen steckt. Bei deren Lektüre einen jederzeit eine Überraschung ereilen kann - besonders dann, wenn man am wenigsten damit rechnet.<br />
So, wie beim Lesen dieses Buches, geneigter Leser, das du gerade in Händen hältst. Ich muss dir nämlich mitteilen, dass dies ein vergiftetes Buch ist. Sein Kontaktgift hat in dem Augenblick begonnen, durch deine Fingerkuppen einzudringen, als du es aufgeschlagen hast. Winzige, mikroskopisch kleine Partikel nur, für welche die Poren deiner Haut so groß wie Scheunentore sind, die ungehinderten Einlass in deinen Blutkreislauf gewähren. Und nun sind diese Todesboten bereits in deinen Arterien unterwegs, direkt zu deinem Herzen.<br />
Horch in dich hinein! Hörst du den beschleunigten Herzschlag? Spürst du das leichte Kribbeln in deinen Fingern? Die Kälte in deinen Adern, die langsam die Arme hochsteigt? Die Beklemmung in der Brust? Die Atemnot? Nein? Noch nicht? Geduld, bald wird es beginnen. Sehr bald.<br />
Was dieses Gift dir antut, wenn es am Herzen angelangt ist? Ehrlich gesagt: Es wird dich töten. Dein Leben beenden, hier und jetzt. Das erbarmungslose Toxin wird deine Herzklappen lähmen und damit den Fluss deines Blutes anhalten, ein für alle Mal. Der medizinische Fachausdruck dafür ist <em>Infarkt</em>, aber ich finde <em>Herzkasper</em> lustiger. Du wirst vielleicht noch theatralisch an deine Brust greifen und einen Laut der Verblüffung von dir geben, bevor du zusammenbrichst. Mehr ist dir nicht vergönnt. Und nimm es bitte nicht persönlich: Du bist nicht etwas das sorgfältig ausgewählte Opfer eines Komplotts. Nein, dieser Giftmord erfüllt keinerlei Motiv. Du hast einfach nur zum falschen Buch gegriffen. Schicksal, Zufall, Pech - nenn es, wie du willst - du wirst jetzt sterben, das ist alles. Finde dich damit ab!<br />
Es sei denn ...</blockquote><br />
<br />
Nach 200 Jahren macht sich die Schriftsteller-Echse wieder auf nach Buchhaim, um das Rätsel um den geheimnisvollen Brief zu lüften. Buchhaim ist inzwischen fast vollständig wieder aufgebaut worden und mehr denn je ein Zentrum für das gedruckte Wort. In einem sogenannten "Qualmoir" - einem Lokal, wo sich Raucher ihrem Laster hingeben - trifft er auf einen weiteren Lindwurm, der ihn über alles, was in den vergangenen zwei Jahrhunderten passiert ist, aufklärt. Ovidios von Versschleifer berichtet ihm vom Wiederaufbau der Stadt, vom "Biblionismus", einer Wissenschaft, die sich seit dem verheerenden Brand entwickelt hat, und von den Bücherjägern, die sich jetzt Librinauten nennen. Am nächsten Morgen besucht Mythenmetz seine alten Freunde, den Eydeeten Hachmed Ben Kibitzer und die Schreckse Inazea Anazazi. Er erfährt, dass ihm Kibitzer den ominösen Brief weitergeleitet hatte. Über den Verfasser des Briefes wissen jedoch weder Kibitzer noch die Schreckse etwas. Und da Mythenmetz mit seinen Ermittlungen nicht weiter kommt, lässt sie sich von der Schreckse durch Buchhaim führen. Gemeinsam besuchen sie eine Aufführung im "Puppaecircus Maximus", einem Puppentheater der besonderen Art. Denn neben dem Biblionismus ist in Buchhaim auch der "Puppetismus" - das Puppenspiel in vollendeter Form - entstanden.<br />
<br />
Mythenmetz geht in seinem zweiten Buch über die Stadt der träumenden Bücher ganz in der Beschreibung des "modernen" Buchhaims auf. Und da sich in 200 Jahren in einer Stadt so allerhand tut, braucht der Lindwurm fast alle Seiten, um sie adäquat zu beschreiben. Erst auf den letzten Seiten wird's wieder - in gewohnter Manier - fesselnd. Doch das Gefühl der Hochspannung währt nicht lange und endet mit dem (recht frustrierenden) Satz "Hier fängt die Geschichte erst an". Vielleicht wäre es besser gewesen, das Nachwort des Übersetzers Walter Moers zuallererst zu lesen, denn dann wäre die Enttäuschung nicht so groß gewesen:<br />
<blockquote><br />
"Ich musste, so leid es mir tut, den Roman aus Gründen seines Umfangs und seiner Komplexität in zwei Bücher aufteilen. Dies hängt hautpsächlich mit den massiven Kürzungen zusammen, die ich auch diesmal - wie fast immer bei Mythenmetz' oft absurd umfangreichen Prosatexten - vorzunehmen hatte. Es betrifft im vorliegenden Teil vor allem die Puppetistischen Notizen, die ich um ganze vierhundert Seiten reduzieren musste."</blockquote><br />
<br />
Im Klartext: "Das Labyrinth der Träumenden Bücher" besteht aus zwei Teilen, wobei der vorliegende Teil als "Einleitung" verstanden werden kann. Das soll das Lesevergnügen allerdings nicht schmälern: Fantasievoll und kreativ geschrieben - wie alle Bücher aus der Moers'schen Feder - und mit zahlreichen Anspielungen zu Literatur und Musik gespickt, ist das Buch trotz des fehlenden Spannungsbogens lesenswert. Man sollte im Hinterkopf behalten, dass dieses Buch keine in sich geschlossene Geschichte ist, sondern der erste Teil eines umfangreicheren literarischen Projekts. 
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            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2011-10-12T22:57:00Z</published>
        <updated>2011-10-12T23:03:16Z</updated>
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        <title type="html">Alfred Komarek: Zwölf mal Polt</title>
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                Wer kennt Simon Polt? Den Gendarmeriebeamten aus dem Weinviertel? Alfred Komarek hat diesem unkapriziösen Charakter bereits fünf Romane gewidmet, "Zwölf mal Polt" ist der sechste und hoffentlich nicht der letzte. Aber da dieses Buch nicht aus einer Geschichte sondern aus zwölf Episoden besteht und Komarek dabei den erzählerischen Bogen über 20 Lebensjahre von Simon Polt spannt, erscheint es, als hätte der Autor ein abschließendes Resümee über Polt und das niederösterreichische Wiesbachtal verfasst. Zwischen Weinbergen und Kellergassen unterwegs - entweder zu Fuß oder auf seinem klapprigen Fahrrad - löst der Kriminalist knifflige Fälle auf seine eigene Art. Wobei es sich nicht immer um einen "Fall" im tradtitionellen Sinn handelt. Am Anfang seiner Karriere als Gendarmerieinspektor gerät Simon Polt an einen Kollegen, der es mit den Dienstvorschriften nicht allzu genau nimmt und deshalb in eine zwischenmenschliche Zwickmühle gerät. Dann hat er es mit deutschen Journalisten und einem in einem offenen Grab liegenden Toten zu tun. Und mit einem seltsamen Dieb, der sich auf Wurst-Stangen spezialisiert hat. Als eine japanische Delegation die heimischen Presshäuser besucht, verschwindet plötzlich ein Japaner und wird später tot in einem Maischebehälter gefunden. Und während sich Polt mit Kellerleichen, Grenzfällen und unneidigen Nachbarn auseinandersetzt, verliebt er sich in die Lehrerin Karin, heiratet sie und wird Vater. Und im Lauf der Geschichte gibt er seinen Beruf als Polizist auf, wird Inhaber einer Greißlerei und kauft sich sein eigenes Presshaus. <br />
<br />
<blockquote>"Mord und Totschlag", sagte Polt unbeeindruckt.<br />
"In einer Stunde gibt's frische Blutwurst." Der Sepp arbeitete unbeirrt weiter. Ein warmer Dunst von Fleisch und Blut lag in der Luft. "Kruzitürken! Das Zeug hat keine Schneid mehr, ich sollt eine Säge nehmen!" Wütend hieb er noch einmal zu und nickte dann befriedigt. "Na also. Warum nicht gleich. Bleibst zum Essen, Simon?"<br />
"Ich weiß nicht recht ..., kein richtiger Hunger." Polt schaute sich verlegen um.<br />
"Na, dann ein andermal." Räuschl hob grüßend die blutige Rechte.<br />
"Ja, ja. Und vielen Dank für die Einladung, Sepp!"<br />
Polt wandte sich zum Gehen. Zwar konnte ihn die Aussicht auf ein Schlachtessen angesichts der zerteilten Tierleiche nicht verlocken, andererseits hatte er ja doch Hunger. Er beeilte sich also, noch vor der Mittagssperre in die Gemischtwarenhandlung zu kommen. Als er eintrat, blickte Frau Habesam auf. "Den Sepp besucht, wie? Ist beim Sautöten. Mich wundert’s, dass der junge Mühlbauer mittut. Der ist zwar bei jedem Unsinn dabei, aber die Arbeit schmeckt ihm weniger."<br />
"Macht eine Spenglerlehre, immerhin."<br />
"Der Lehrmeister kann einem leidtun. Darf's eine Wurstsemmel sein?"<br />
"Nein, nichts Fleischiges. Eine Tafel Nussschokolade hätte ich gern."<br />
"Ein Süßer, der Herr Gendarm! Oder ist es ein Geschenk?" Frau Habesam griff zu einem im Sonnenlicht ausgebleichten, leicht gekrümmten Packung.<br />
"Nichts für ungut, Frau Habesam, aber geht's auch frischer?"<br />
"Heikel auch noch. Als doch ein Geschenk! Unsere Lehrerin, die Karin Walter, nicht wahr? Wird's endlich was mit euch?"<br />
"Nein."<br />
"Ist schon gut. Hier bitte! Soll ich's schön einpacken? Ich hätt ein rotes Papier mit Herzerln drauf."<br />
"Nur keine Umstände."<br />
"Wenn's um die Liebe geht, ist mir keine Arbeit zu viel. Aber etwas anderes! Ich wollt sowieso auf die Wachstube kommen, nach dem Geschäft."<br />
"Was ist denn passiert, Frau Habesam?"<br />
"Bestohlen bin ich worden. Eine Stange Wurst fehlt, eine teure."<br />
"Irrtum ausgeschlossen?"<br />
"Bei mir immer. Außerdem ist das nicht der einzige Diebstahl in Burgheim. Dem Kirchenwirt, dem Freisinger, fehlt eine Kiste Bier, der alte Kofferradio vom Fürnkranz ist weg und ein Blumentopf vom Kriegerdenkmal. Ein Frevel, sag ich Ihnen, tote Helden zu bestehlen!"<br />
"Und warum wissen wir nichts davon?"<br />
"Wert hat schon gern mit der Gendarmerie zu tun? Und jetzt wissen Sie's ja."<br />
"Danke. Irgendwelche Vermutungen?"<br />
"Die Augen müssen S' schon selbst aufmachen, Herr Polt."<br />
"Der Gendarm zahlte und ging. Zu Hause angekommen, holte er sein Fahrrad hervor. Dieser freundliche Frühsommertag war gerade richtig für einen kleinen Ausflug. Gemächlich folgte Polt einem Güterweg, der über flaches Land zum südlichen Talrand führte und dann durch den Wald zu einer kleinen Kapelle hinauf, die von Rebenhängen umgeben war. Oben angekommen, stieg Polt, ein wenig außer Atem, vom Fahrrad und schaute über die Dörfer des Wiesbachtales hinweg zu den Kellergassen im Norden. Lange Ketten spielzeugkleiner Häuser zogen sich den Hang hinauf. Polt hatte plötzlich Lust auf Wein. Vielleicht war ja Sepp Räuschl nach seiner Bluttat in der Kellergasse anzutreffen. Tatsächlich sah er ihn im Presshaus mit Karl Mühlbauer zusammensitzen, dem Vater seinen jungen Helfers.<br />
"Du fehlst uns gerade noch", sagte der Sepp statt einer Begrüßung, und der Mühlbauer nickte.</blockquote><br />
<br />
Nervenzerreißende Spannung und Schocker gibt's bei Komarek nicht. Stattdessen wird der Leser auf einfühlsame und humorvolle Weise unterhalten. Der Wechsel zwischen Milieustudie und weinbeseelter Landschaft erzeugt einen unaufdringlichen Sog, dem man sich nur schwer entziehen kann.<br />
<br />
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<br /> 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>Österreichisches</dc:subject>
<dc:subject>krimis &amp; thriller</dc:subject>
<dc:subject>Kurzgeschichten</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2011-10-05T20:43:06Z</published>
        <updated>2011-10-09T13:36:04Z</updated>
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        <title type="html">Louise Arnold: Arthur Unsichtbar</title>
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                Für einen Elfjährigen kann unsere Welt ganz schön schwer werden. Trotz Vorzeige-Eltern und hübsches Haus hat Tom ein großes Problem in der Schule. Gerade hat das neue Schuljahr begonnen und Tom ist neu in der Klasse. Und somit fast schon automatisch ein leichtes Opfer für pubertierende Mobber. Und ausgerechnet der allseits gefürchtete Big Ben hat ihn auf den Kieker. Aber Tom ist nicht der Einzige. Auch der Graue Arthur ist in seiner Welt ein kompletter Außenseiter. Sein Problem: Seine Erscheinung ist eher durchsichtig und gar nicht gruselig - und für einen Geist gibt es nichts Schlimmeres, als wenn man nicht ordentlich Spuken oder Poltern kann. Und so fließen die Jahrhunderte an Arthur vorbei, ohne dass er jemals seine Bestimmung gefunden hätte. Als Arthur wieder einmal traurig und niedergeschlagen an einem verregneten Dienstag in England auf einer Parkbank sitzt und der wirklichen Welt beim Vorüberziehen zusieht, hört er auf einmal Toms Schluchzen. Der Graue Arthur, der intensive Gefühle hören kann, wird neugierig und macht sich auf, Tom zu finden. Und dann weiß er plötzlich, wozu er bestimmt ist. <blockquote>Der graue Arthur betrachtete den Menschenjungen, Tom Golden, und plötzlich passte alles zusammen. Er wusste, was er zu tun hatte. Als Geist wird man nur äußerst selten für etwas Sinnvolles gebraucht. Wenn also einmal etwas <em>tatsächlich</em> sinnvoll ist, dann sollte man es nicht schnöde übergehen.<br />
Er war dazu bestimmt, Tom zu finden.<br />
Verstehst du, jeder braucht irgendwen, der begreift, wie man sich fühlt, und genau diese Person war Tom. Sie passten zusammen wie zwei Stücke eines sehr einfachen Puzzles. Arthur brauchte eine sinnvolle Aufgabe, Tom brauchte dringend einen Freund. Wie viel simpler sollte es noch gehen? Die Entscheidung war gefallen, jetzt und hier, und sie schien das Einfachste von der Welt, aber sie sollte sich noch als die gewaltigste Entscheidung in Arthurs Leben herausstellen. <br />
Der Graue Arthur entschied sich, Toms Unsichtbarer Freund zu werden.</blockquote><br />
<br />
Ein Geist als Freund? Klingt gar nicht so schlecht! Und für Arthur ist es egal, ob sein neuer Freund ihn sehen kann oder nicht. Denn das Wichtigste für Arthur ist es, Tom zu helfen. Und da nimmt der Geist seine Aufgabe sehr ernst. Als Tom in der Schule seinen Füller nicht mehr findet (weil ihn der Klassengeist "Tinten-Bill" geklaut hat), organisiert er ihm einen neuen. Als Tom am Gang von Big Ben angepöbelt wird, macht Arthur eine Lehrerin darauf aufmerksam, die das Schlimmste noch verhindern kann. Regelmäßig pflückt Arthur die selbstklebenden Zettel ("Freak Boy hat abstehende Haare") von Toms Rücken. Und nachdem Tom eingeschlafen ist, schaltet er die Nachttischlampe aus und deckt seinen neuen Freund liebevoll zu. Und da Arthur Toms Gefühle hören kann, weiß er auch, dass Tom am Ende des Tages schon etwas weniger trauriger ist.<br />
<br />
Als durch einen Unfall Tom dann auch noch Arthur sehen kann, scheint die Freundschaft perfekt zu sein. Zumindest geht sie eine Zeit lang gut. Bis zu einem Schulausflug nach "Thorblefort Castle", einem uralten Schloss, das nicht nur Tomas Schulklasse besucht, sondern auch Hunderte von Geistern, die den Jungen, der Geister sehen kann, kennenlernen möchten. Aber die wenigsten Geister sind so freundlich wie Arthur und so macht Tom Bekanntschaft mit kopflosen Poltergeistern, Snorgels, Kettenrassler und Schreigeister. Als Tom am Schlossfriedhof zwangsläufig auch noch "Trauer-Jane" kennenlernt, ist er mit den Nerven völlig am Ende. Begleitend von den hämischen Blicken seiner Mitschüler wird er zitternd und weinend nach Hause gebracht. Als seine Eltern auch noch einen Psychiater zurate ziehen, würde Tom am liebsten seine Freundschaft mit Arthur beenden. Doch das Abenteuer beginnt erst jetzt... <br />
Editieren<br />
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"Arthur Unsichtbar und der Schrecken von Thorblefort Castle" ist das Erste von drei Büchern, die die englische Autorin Louise Arnold über Tom und Arthur geschrieben hat und mit dem sie 2003 den BBC-News Online Kinderbuch-Schreibwettbewerb gewonnen hat. Das sehr liebevoll geschriebene und gestaltete Buch eignet sich hervorragend für junge Leser ab 10 Jahren und begeister auch ältere Leser. Nicht nur der Schreibstil, sondern auch Handlung, Charaktere und die zahlreichen Querverbindungen zwischen Fantastischem und Realem haben mich restlos überzeugt.<br /> 
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<dc:subject>Science Fiction/Fantasy/Mystery</dc:subject>

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            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2011-09-26T19:53:36Z</published>
        <updated>2011-09-26T21:26:18Z</updated>
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        <title type="html">Jörg Maurer: Hochsaison</title>
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                Blitzblauer Himmel und glitzernde schneebedeckte Berge - in dieser bayerischen Lederhosenidylle beginnt das Unglück mit einem Sportler aus Dänemark, der beim Neujahrsspringen abgeschossen wird. Und auch wenn der Vorsitzende des oberbayerischen Skiverbandes den Unfall zunächst mit einem "Skispringen ist halt nicht Halma" abtut, merken die Einwohner des Kurortes bald, dass da etwas im Argen liegt. Und das kann man hier jetzt gar nicht haben, denn man hat sich für die nächsten Winterspiele beworben und in der VIP-Lounge tummeln sich die IOC-Funktionäre. Und außerdem ist Hochsaison. Also muss schnellstens Hubertus Jennewein her, der sympathische Kommissar aus "<a href="http://bluecher.agunlimited.at/archives/182-Joerg-Maurer-Foehnlage.html" title="Jörg Maurer - Föhnlage">Föhnlage</a>".  <blockquote>Sein Absprung war hervorragend, wie aus dem Lehrbuch, und hoch erhob sich der dänische Ikarus ins Blaue. Seine Haltung war natürlich nicht zu vergleichen mit den ausgefeilten Kunstflügen der Happonens, Kankkonens oder Ahonens, aber er hielt sich, beschwingt durch die Göttin Skaði, ausgesprochen respektabel in der Luft. Sechsundzwanzigtausend Köpfe verfolgten die Sichelkurve, die zusammengestauchte y2=2px-Parabel, den Ypsilon-quadrat-ist-gleich-zwei-p-x-Schlenzer. Jetzt aber, am obersten Punkt des Kegelschnitts, an dem Punkt, wo es höher nimmer geht, kam er ins Schlingern, der Däne, ins Trudeln, er legte sich seitlich wie ein Kajakfahrer in einer neuen Wasserströmung, das war keine gute Flugtechnik, das war gar keine Technik mehr, nein, das war ein Absturz. Er zog ein Bein leicht an und drehte sich seitlich um die eigene Achse, er flog mit den Rücken voraus, er versuchte sich zu fangen, versuchte mit dem Rücken voraus, er versuchte sich zu fangen, versuchte dem unvermeidlichen Höllensturz entgegenzusteuern, geriet aber immer mehr ins Rudern und Strampeln, und aus dem erschrockenen Raunen der Menge stachen schon einzelne spitze Schreie heraus.<br />
Mancher unten in den Arealen A bis F hoffte, dass er sich wieder fing, der nordische Kämpfer, einziges Mitglied der dänischen Nationalmannschaft, dem man doch auch deswegen ein bisschen Sympathie entgegenbrachte. Mancher dachte, dass es vielleicht nur ein Spaß war, eine kleine Einlage, ein nordländischer Joke. Aber es war kein Spaß. Es war ein granatenmäßiger Sturz. Und jetzt kochte das Raunen und Schreien zu einem Kreischen hoch. Der Stadionsprecher, sonst auf alle Eventualitäten vorbereitet, schrie ins Mikro:<br />
"Um Himmels-!"<br />
Dann verstummte auch er. Der Däne flatterte kopfüber auf die schräge Landebahn, und bevor er aufschlug, wandten sich viele ab. Man glaubte das Knirschen der Knochen bis in die entferntesten Areale zu hören.</blockquote><br />
<br />
Natürlich bleibt es nicht bei einem verunfallten Dänen. Wie es sich für einen Krimi gehört, purzeln so nach und nach weitere Opfer von den Gipfeln und so mancher landet letztendlich in der Tiefkühltruhe. Kommissar Jennewein und sein Team haben also alle Hände voll zu tun. Und eigentlich sollten die regelmäßig auftauchenden Bekennerschreiben zur Lösung der Fälle beitragen, doch ihr Schreiber ist gewitzt und führt die Truppe und somit auch den Leser gekonnt in die Irre. Und damit das Ganze noch turbulenter wird, spielen auch noch dubiose Asiaten, reiche Araber, ehrgeizige Sekretärinnen und ein österreichischer Problemlöser mit.<br />
<br />
Ein bayerischer Krimi, der nur lustig sein kann: Wer schon Jenneweins ersten Fall "Föhnlage" gelesen hat, wird auch hier mit viel Lokalkolorit mit ironischem Unterton versorgt. Kurz: a Riesen-Hetz!<br />
<br />
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            </div>
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            <name>Igor</name>
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        <published>2011-09-09T20:36:56Z</published>
        <updated>2011-09-09T22:44:16Z</updated>
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        <title type="html">Markus Zusak: Wilde Hunde</title>
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                Eine Straße am Rande der Großstadt Sydney ist der Schauplatz der "Wilden Hunde". In diesem vorstädtischen Mikrokosmos geprägt von Arbeitslosigkeit und Armut gibt es eigene Regeln, denn hier ist das Leben einem Kampf gleichzusetzen: Ob es darum geht, seine eigene Stellung zu verteidigen, den Rest des Monats finanziell zu überstehen oder einfach die Armut mit Würde zu ertragen. Zwischen verwilderten Vorstadtgärten, heruntergekommenen Häusern und schmutzigen Gassen wachsen Rube und Cameron Wolfe heran, ein ungleiches Brüderpaar, die eigentlich nichts anderes versuchen, als aus den Momenten ihrer Jugend das Beste zu machen. Aber das fehlende Geld, die Arbeitslosigkeit des Vaters und die fortschreitende Mutlosigkeit der Mutter sitzen ihnen im Nacken. Als sie von einem windigen Box-Manager für Show-Kämpfe engagiert werden, greifen sie zu. Und wie im Leben zwischen den Vorgärten und schmalen Straßen steht auch im Ring der jüngere Cam bald im Schatten seines Bruders. Während Rube einen Boxfight nach dem anderen gewinnt, Kohle und Mädchen einfährt, mimt Cameron den Underdog, den untalentierten und schüchternen Boxer mit Mitleidsbonus. Der Zusammenhalt der beiden Brüder wird auf eine harte Probe gestellt, insbesondere als ein Mädchen dazwischen gerät und der Endkampf der Saison, für den sich der Manager etwas Besonderes ausgedacht hat, bevorsteht. <blockquote>Wir sind Überlebenskünstler. <br />
Wir sind Wölfe, wilde Hunde, und das ist unser Platz in der Stadt. Wir sind kleine Leute, unser Haus ist klein und es steht in einer kleinen Vorstadtstraße. Wir können die City sehen und die Bahnlinie und das ist nicht übel - auf eine trügerische, riskante Art. Riskant, weil uns das Haus nur zum Teil gehört, nicht übel, weil wir es uns einverleibt und dafür gekämpft haben.<br />
Besser kann ich es nicht sagen.<br />
Immer wenn ich hinter den winzigen Häusern unserer Straße langtrottete, denke ich darüber nach und frage mich, was alles üfr Geschichten hinter den anderen Fassaden ablaufen. Denn es muss ja einen Grund dafür geben, dass Häuser Fassaden haben und Dächer.<br />
Wenn schon in unserm winzigen Haus der eigene Vater von seinem Frust aufgefressen wird, kann es doch gut sein, dass es in den anderen noch ganz anders zugeht, noch brutaler oder aber großartig, vielleicht ohne dass die Welt etwas davon mitkriegt.<br />
Eins meiner größerern Probleme jedoch sind die Fenster. Wozu sind Fenster da? Dazu, dass die Welt uns ins Haus glotzen kann, oder dazu, dass wir rausglotzen können?<br />
Kann gut sein, dass diese Seiten, die ich hier schreibe, nur einen Zweck haben: die Welt vor unser Fenster zu bringen...</blockquote><br />
<br />
Die Geschichte der beiden ungleichen Brüder lässt der Autor Zusak den jüngeren Cameron erzählen. Cam berichtet von seiner Familie, seinem Leben und über seine Beziehung zu seinem Bruder, dem extrovertierten, selbstbewussten Helden, der aufgrund seines Wesens schon fast automatisch beliebt und erfolgreich ist. Cam ist das ganze Gegenteil: zurückhaltend, schüchtern und schwächer. Aber trotzdem nicht weniger geschickt beim Boxen. Als beim letzten Kampf ihr Manager die beiden gegeneinander kämpfen lässt, wird es brenzlig. Wie werden sie dieses Bravourstück überstehen? Werden sie sich bis aufs Blut bekriegen oder gemeinsam untergehen?<br />
<br />
Erst als ein Mädchen sich zwischen das Brüderpaar schiebt, beginnen sich die Persönlichkeiten von Cameron und Rubens zu verschieben. Zunächst ist Octavia nur eine von vielen Mädchen, mit der Rube rum macht. Als er sie dann abserviert, beginnt sich Cameron für sie zu interessieren und schafft es, ihr Herz zu gewinnen. Durch diese Liebe findet Cameron einen Weg aus seiner Isolation und kann endlich sein verborgenes Talent entdecken: das Schreiben.<br />
<br />
Der Roman ist in kurzen Sätzen gehalten und bedient sich einer knappen Sprache, die den jugendlichen Charakter jedoch nicht überstrapaziert. Nichtsdestoweniger lässt Zusak sein nachdenkliches Sprachrohr Cameron auf feinfühlige Art die Handlung erzählen und gewährt einen gut nachvollziehbar Einblick in sein Innerstes. Ein ideales Buch für Teenager also. <br />
<br />
"Wilde Hunde" besteht aus zwei Geschichten über Rube und Cameron Wolfe: "Vorstadtfighter" (der Teil in dem die Brüder ihr Geld im Boxring verdienen) und "When Dogs Cry" (hier verliebt sich Cameron in Octavia). Es waren die ersten Bücher, die der australische Autor mit deutsch-österreichischen Wurzeln geschrieben hat. So richtig bekannt wurde Zusak aber erst mit zwei weiteren Jugendbüchern: "<a href="http://bluecher.agunlimited.at/archives/158-Markus-Zusak-Die-Buecherdiebin.html" title="Die Bücherdiebin von Markus Zusak">Der Bücherdiebin</a>" und "<a href="http://bluecher.agunlimited.at/archives/170-Markus-Zusak-Der-Joker.html" title="der Joker von Markus Zusak">Der Joker</a>". <br />
<br />
» <a href="http://www.randomhouse.de/content/edition/excerpts/28592.pdf" target="_blank">Leseprobe "Wilde Hunde" von Markus Zusak</a> 
            </div>
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        <dc:subject>Jugendbuch</dc:subject>
<dc:subject>Kinder &amp; Jugend</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2011-09-03T07:03:00Z</published>
        <updated>2011-09-05T07:09:13Z</updated>
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        <title type="html">William Goldman: Die Braut Prinzessin</title>
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                Als William Goldman ein Kind war, konnte er mit Büchern nichts anfangen. Das änderte sich, als er krank wurde und ihm sein Vater ein Märchen vorliest: "Die Brautprinzessin". Die Geschichte über die Abenteuer von Prinzessin Butterblume und dem Stalljungen Wesley wird für William nicht nur das absolute Lieblingsbuch, sondern weckt auch seine Liebe zu Büchern. <br />
William wächst heran, wird Schriftsteller und Drehbuchautor und später selbst Vater. Und als sein Sohn seinen zehnten Geburtstag feiert, setzt William alles in Bewegung, um ihm das bereits vergriffene Buch aus seiner Kindheit zu schenken. Doch sein Sohn ist so gar nicht von dem Märchen begeistert. Der verständnislose Vater beginnt das Buch noch einmal zu lesen und ist ebenso wie sein Sohn enttäuscht. William begreift, dass sein Vater ihm nur die spannenden Passagen und diese auch noch gekürzt vorgetragen hat. Aus dieser Frustration heraus beginnt William, das Märchen neu zu schreiben: "Die Brautprinzessin - S. Morgensterns klassische Erzählung von wahrer Liebe und edlen Abenteuern. Die Ausgabe der 'spannenden Teile'. Gekürzt und bearbeitet von William Goldman". <blockquote>"Ich will euch nicht erzählen, dieses Buch gehe tragisch aus. Ich sagte schon im allerersten Satz, dass es mein Lieblingsbuch ist. Aber es kommen jetzt eine Menge übler Sachen, auf die Folter seid Ihr ja schon vorbereitet, aber es kommt noch schlimmer. Der Tod zieht herauf, und Ihr begreift besser gleich: <em>Es sterben ein paar von den falschen Leuten.</em> Seid darauf gefasst. Das sage ich nicht zur Abschreckung neugieriger Kinder. Niemand hatte mich gewarnt, es war meine eigene Schuld (Ihr versteht bald, was ich meine), und das war mein Fehler, und darum passe ich auf, dass es Euch nicht passiert. Die falschen Leute sterben, ein paar von ihnen, und der Grund ist der: Das Leben ist nicht gerecht. Vergesst den Quatsch, den Euch Eure Eltern erzählen, denkt an Morgenstern. Ihr werde viel zufriedener sein."</blockquote><br />
<br />
Es könnte nicht märchenhafter sein: Prinzessin Butterblume ist das schönste Geschöpf laut Weltrangliste auf Erden. Aber das ist ihr ziemlich egal. Butterblume ist zwar naiv aber nicht eitel. Sie ist ein Wildfang, am liebsten würde sie den ganzen Tag querfeldein auf den Rücken ihres Pferdes verbringen. Und irgendwann sieht sich Butterblume den wortkargen Stalljungen Wesley genauer an und findet, dass der ziemlich gut aussieht. Sie verliebt sich. Und gesteht ihm ihre Liebe. Und er gesteht ihr seine Liebe. Sie küssen sich. Und dann reist Wesley nach Amerika, um sein Glück zu machen und um Geld zu verdienen, denn Prinzessinnen haben einen hohen Lebensstandard.<br />
<br />
Als dann kurz darauf Butterblume erfährt, dass Wesley von einem Piraten ermordet wurde, bricht ihr das Herz. Und weil sie überzeugt davon ist, dass sie niemals jemanden wieder lieben kann, nimmt sie folgenden Heiratsantrag von Prinz Humperdinck an: <br />
<br />
<blockquote><br />
"Ich bin dein Prinz und du musst mich heiraten", sagte Humperdinck.<br />
"Ich bin Eure Dienerin und lehne ab", flüsterte Butterblume.<br />
"Ich bin der Prinz, und du kannst nicht ablehnen."<br />
"Ich bin Eure sehr ergebene Dienerin, und ich habe eben abgelehnt."<br />
"Weigerung bedeutet Tod."<br />
"Dann tötet mich."<br />
"Ich bin der Prinz und so über doch auch wieder nicht - wieso willst du lieber tot sein als mit mir verheiratet?"<br />
"Weil", sagte Butterblume, "zum Heiraten Liebe mit dazugehört, und das ist kein Zeitvertreib, auf den ich mich verstehe. Ich habe es einmal versucht und es ging schlecht aus, und nun habe ich geschworen, nie mehr einen anderen zu lieben."<br />
"Liebe", sagte Prinz Humperdinck, "wer redet denn von Liebe? Ich nicht, da kannst du beruhigt sein. Hör zu: Für den Thron von Florin muss immer ein männlicher Erbe da sein. das bin jetzt ich. Wenn mein Vater einmal stirbt, ist kein Erbe mehr da, sondern bloß ein König. Das bin dann auch ich. Wenn das eintritt, heirate ich und zeuge so lange Kinder, bis ein Sohn da ist. Du kannst mich also entweder heiraten und die reichste Frau auf tausend Meilen im Umkreis sein und allen Leuten zu Weihnachten Truthähne schenken und mir einen Sohn gebären, oder du musst sterben unter furchtbaren Schmerzen und in allernächster Zukunft. Entscheide dich!"<br />
"Ich werde euch nie lieben."<br />
"Das würde ich auch nicht wollen, und wenn ich's haben könnte."<br />
"Dann wollen wir also heiraten."</blockquote><br />
<br />
Humperdinck ist ein ausgekochtes Scheusal, denn er hat nichts Anderes im Sinn als Butterblume für seine politischen Machenschaften zu missbrauchen. Als sich Butterblumes Schicksal zuspitzt kommt ihr - endlich! - ein maskierter Reiter (und exzellenter Schwertkämpfer) ganz in Schwarz zu Hilfe.<br />
<br />
Goldman treibt seinen Spaß mit den Klischees, die wir aus den klassischen Märchen kennen. Das Schicksal der schönen (aber doofen) Prinzessin und ihre Rettung vom garstigen Widersacher durch den schönen, tugendhaften Habenichts werden bis an den Rand der Persiflage gebracht. Für rosarote Romantik bleibt da kein Platz. Dafür gibt es aber jede Menge in rot ausgezeichnete Kommentare, in denen Goldman erklärt, aus welchen Gründen er manche Stellen des Originals gekürzt oder einfach weggelassen hat. "Die Brautprinzessin" ist also eine Geschichte in einer Geschichte und der Leser wird somit doppelt unterhalten. Fast jedes Märchen hat ein Happy End(ing) - dieses zwangsläufig auch. Und weil William Goldman so begeistert von seiner Fassung der Geschichte ist, legt er dann noch etwas darauf, nämlich das erste Kapitel der lang verschollenen Fortsetzung: "Butterblumes Baby".<br />
<br />
<iframe width="420" height="345" src="http://www.youtube.com/embed/VYgcrny2hRs" frameborder="0" allowfullscreen></iframe><br /> 
            </div>
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<dc:subject>Märchen</dc:subject>
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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2011-08-16T20:56:00Z</published>
        <updated>2011-08-16T23:04:18Z</updated>
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        <title type="html">Georg Haderer: Der bessere Mensch</title>
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                Der rechtsextreme Ex-Politiker Hermann Bohr wird in seinem Haus narkotisiert und anschließend mit Phosphorsäure übergossen. Ein Investement-Banker erwischt einen Einbrecher auf frischer Tat. Als dieser flüchtet, hinterlässt er eine Säure-Spur. Wenig später findet die Polizei eine junge Türkin - erstochen in ihrem Zimmer. Und Major Schäfer ermittelt. Motivierter und leidenschaftlicher denn je. Er befindet sich zwar immer noch in Therapie und schluckt Psychopharmaka, aber seit langer Zeit geht es ihm wieder so richtig gut. Sogar zum Frühaufsteher und Sportler ist er geworden. Aber trotz seiner euphorischen Stimmung kommt Schäfer bei seinen Ermittlungen im Fall Bohr nicht weiter. Keine Verdächtigungen, keine Motive und vorerst keine nennenswerten Spuren.   <blockquote>"Gut gemacht ... Sie scheinen sich wieder gefangen zu haben ..."<br />
"Ja ... es geht mir gut ..."<br />
"Sehr schön. Wissen Sie, mir brauchen Sie da nichts vorzumachen ... diese Arbeit ... was glauben Sie, wie oft ich daran gedacht habe, alles hinzuschmeißen ..."<br />
Schäfer zögerte einen Moment. Was war denn das jetzt? Beichtstunde?<br />
"Warum haben Sie es nie getan?"<br />
Kamp stand auf und stellte sich ans Fenster.<br />
"Warum ... wofür sind wir denn sonst gut? ... Ich mein das nicht negativ, schon gar nicht bei Ihnen ... aber irgendwie ist es uns wohl in die Wiege gelegt ... immer ein besserer Mensch zu sein zu müssen ..."<br />
"Entschuldigung?", meinte Schäfer, der Kamps letzte Worte nicht begriffen hatte.<br />
"Dass man immer ein besserer Mensch sein muss ... wenn man diese Arbeit ernst nimmt ... das zehrt ... da wird man ... aber ich will jetzt nicht wehmütig werden ... wenn Sie meine Unterstützung brauchen, bin ich jederzeit für Sie da."<br />
"Vielen Dank, Herr Oberst", sagte Schäfer verlegen, "das weiß ich zu schätzen."<br />
Er nahm die Treppe in den ersten Stock hinunter, rätselnd, was Kamp widerfahren war, dass er sich so rührselig zeigte. Das Alter? Gut vierzig Jahre war der Oberst schon im Dienst ... das waren bestimmt an die tausend unnatürliche Todesfälle, überschlug Schäfer. Wie viele Tote hatte er selbst denn schon gesehen? Er wollte nicht weiter darüber nachdenken.</blockquote><br />
<br />
Gut, der Ex-Politiker wurde in der Vergangenheit von Linksradikalen und Antifaschisten mit Mordanschlägen bedroht. Ja, er hatte auch ein paar Pornos auf seiner Festplatte. Doch die paar, die ihm nach dem Leben trachten, haben entweder ein Alibi oder sind schlicht nicht ernst zu nehmen. Und die Pornos stellen sich als unverdächtig heraus. Und daraus, dass Bohr auf farbige Dicke stand, lässt sich noch lange kein Motiv basteln. Erst als der stinkreiche Investment-Banker Erwin Schröck einen Einbrecher aus seiner Wohnung vertreibt, stoßt Schäfer auf eine weitere säurehaltige Spur. Doch was haben Bohr und Schröck gemeinsam? Die beiden kannten sich zwar, hatten sogar geschäftlich miteinander zu tun - das aber war's auch schon. <br />
<br />
Dann der Mord an der jungen Türkin, die erstochen in der elterlichen Wohnung aufgefunden wird. Schäfer verdächtigt sofort den Vater, der mit der Tochter nicht gerade zimperlich umgesprungen ist. Und das lässt den tablettengesteuerten Major völlig ausrasten und die halbe Wohnungseinrichtung der türkischen Familie zerstören. Der Vater wird verhaftet, leugnet die Tat vehement, doch Schäfer ist von seiner Schuld überzeugt. Fast ...<br />
<br />
Noch trüber wird der Mordfall an Hermann Bohr, als der Zuhälter Mladic die Polizei verzweifelt um Schutz bittet. Schäfer und sein Partner Bergmann machen sich auf den Weg in dessen Wohnung. Der eindeutige Geruch nach Säure lässt die beiden die Stockwerke erkeuchen und dringen atemlos in Mladics Wohnung ein. Schusswechsel. Mladic ist bereits tot, Bergmann wird angeschossen, dem Schäfer hält der Mörder die Pistole an die Schläfe. Aber der drückt nicht ab sondern verschwindet einfach. Und Schäfer hat ein Déjà-vu.<br />
<br />
Und dieses Mal hat der Mörder wieder eine eindeutige Spur hinterlassen. In der Küche finden die Forensiker ein paar Haare. Nur: Wie die DNS-Untersuchung später ergibt, stammen die Haare von einem Mann, der bereits seit Jahren unter der Erde liegt. Kastor. Der Kastor, den Schäfer bereits schon einmal quer durch Österreich gejagt hat, weil er neben seine Eltern auch andere Menschen kunstvoll verstümmelt hat. Wie kann ein Toter ein Mörder sein?<br />
<br />
Und während Bergmann seine Schusswunde im AKH auskuriert, muss Schäfer seine Koffer packen. Der Besuch des türkischen Ministerpräsidenten in Wien steht auf der politischen Agenda. Da kann man keinen brauchen, der seine unkontrollierten Aggressionsausbrüche an türkischen Familien auslässt. Als Konsequenz wird Schäfer für eine gewisse Zeit nach Salzburg versetzt. Aber Schäfer ist in Hochform und sein Hirn zieht bereits die ersten Verbindungen zwischen Bohrn, Mladic und Kastor. Und da kommt ihm Salzburg für weitere Ermittlungen gar nicht ungelegen.<br />
<br />
Georg Haderer hat mit Schäfers dritten Fall einen kompakten und spannenden Krimi-Roman geschaffen, der aber über die Aufklärung eines Mordfalls hinausgeht. Schäfers seelischer Gemütszustand und sein Verhältnis zu seinem Team (insbesondere zu seinem Partner Bergmann) in "Der bessere Mensch" lässt im Vergleich zu den Vorgängerbücher erkennen, dass Haderer seinen Protagonisten wachsen und ihm Spielraum zum Entwickeln lässt. Der Bezug auf aktuelle, politische Ereignisse gibt dem Roman eine weitere reizvolle Note. Vor allem aber - und das macht das Buch erst so richtig dramatisch - hat Haderer die Handlung mit einer ethischen Fragestellung verknüpft und diese aus teilweise medizinischer Sicht beleuchtet: Ist es möglich, aus etwas Bösem etwas Gutes zu machen? Kann man einen besseren Menschen "machen"? <br />
<br />
"Der bessere Mensch" erfreut mit intelligenter Spannung, interessanten Charakteren, witzigen Dialogen und Substanz. Ein Buch mit einem gewissen Gänsehaut-Faktor.<br />
<br />
<a href="http://www.haymonverlag.at/page.cfm?vpath=buecher/buch&titnr=631" title="Mehr Infos und Bestellmöglichkeit beim Haymon Verlag" target="_blank">» "Der bessere Mensch ist " im Haymon Verlag erschienen, wo es mehr Infos über Georg Haderer gibt und du dort das Buch auch gleich bestellen kannst. </a><br />
<br />
<a href="http://www.georghaderer.com" title="Website von und über Georg Haderer" targer="_blank">Website Georg Haderer</a> 
            </div>
        </content>
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<dc:subject>krimis &amp; thriller</dc:subject>
<dc:subject>Wiener Krimi</dc:subject>

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            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2011-08-07T23:30:00Z</published>
        <updated>2011-08-07T23:35:41Z</updated>
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        <title type="html">A. Lee Martinez: Zu viele Flüche</title>
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                Margle der Schreckliche ist ein Zauberer. Er ist einer der besten seines Fachs, einer der gefürchtetsten und einer, der gerne sammelt. Am liebsten monsterhafte Schreckgestalten und Menschen, die er im Laufe seines Lebens verflucht und in seltsame Erscheinungsformen verwandelt hat. Aber nicht nur weil Margle so tyrannisch ist, wünschen sich alle seinen Tod. Denn wenn Margle stirbt werden auch die Verfluchten wieder zu Menschen. Der Zufall kommt ihnen in Form eines Nurgax zu Hilfe. Nurgaxe sind seltene Tiere, die das erste Wesen, das sie nach dem Schlüpfen erblicken, verschlingen. Dem zweiten Wesen aber sind sie treu ergeben. Margle, der eines Tages mit einem Nurgax-Kern heimkehrt, hat seine Haussklavin Nessy dazu auserkoren, vom Nurax gefressen zu werden. Aber sein Plan geht schief: Schlussendlich landet er selbst als erstes Futter im Magen des Nurax und die Koboldin ist es, die er von nun an treu ergeben ist. Der Zauberer ist tot und alle freuen sich? Nein, denn die Flüche bleiben bestehen und die wirklichen Probleme fangen jetzt erst an. Die kleine pflichtbewusste und hilfsbereite Koboldin Nessy muss sich um alles kümmern und wird dafür mit einem Fußtritt von ihrem Meister belohnt. Sie hält nicht nur das gesamte Schloss in Schuss, sondern kümmert sich auch um die Verfluchten, die der Zauberer verwandelt hat. Aber Nessy hat auch Freunde, die ihr zur Seite stehen: Der Zehn-Zentimeter Flughund Sir Thedeus, das unsichtbare Gespenst Echo oder das Monster Gareth, der unter ihrem Bett lebt und dem sie aus Büchern vorlesen muss. <br />
<br />
Das Margle von einem Nurax gefressen wird, ändert leider nichts an der Situation der Verfluchten und sie ahnen, dass Margle schon allein deshalb nicht tot sein kann. Für Nessy ändert Margles Tod nicht sonderlich viel, denn die im Keller lebenden Monster wollen trotzdem Innereien und untote Gliedmaßen zum Mittagessen haben und auch das Blut der weinenden Mauer muss weggewischt werden.<br />
<br />
Erst als eine andere, mächtige Zauberin an die Tür klopft und Ansprüche auf das herrenlose Schloss stellt, erkennt Nessy ihre magischen Fähigkeiten. Sie beginnt zu kämpfen, nicht nur für sich selbst, sondern auch für jene, die im Schloss zu Hause sind. <br />
<br />
A. Lee Martinez ist bekannt dafür, dass er Fantasy-Literatur unkonventionell, kreativ und mit Humor umsetzt. Der Leser lernt Figuren kennen, die nur im entferntesten oder gleich gar nicht an traditionelle Fantasy-Gestalten erinnern. 
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            <name>Igor</name>
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        <published>2011-08-01T20:54:26Z</published>
        <updated>2011-08-07T23:42:46Z</updated>
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        <title type="html">Volker Klüpfel, Michael Kobr: Schutzpatron</title>
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                Kluftingers neuester Fall: Ein Mann rutscht bei einem Spaziergang in eine Grube und entdeckt eine verschollene Reliquie des Heiligen Magnus, dem Schutzpatron des Allgäus. Dreißig Jahre später und nach unzähligen Ausstellungen soll die Reliquie nach Altusried in ein extra dafür erbautes Museum heimkehren. <br />
Kommissar Kluftinger ermittelt gerade in einem Mordfall an einer alten Frau. Als er und sein Team den Tatort, eine stillgelegte Auto-Werkstätte, untersuchen, entdecken sie in einem Nebenraum eine sehr seltsame "Installation": Der Raum ist mit Schnüren und Drähten dekoriert und in der Mitte eine Plastikfigur unter einer Käseglocke drapiert. Kluftinger dämmert’s aber erst, was es mit dieser Staffage auf sich hat, als er bei einem Meeting teilnimmt, bei dem es um die Sicherheitsvorkehrungen für die Eröffnung des Museums geht. Da will doch glatt jemand den St. Magnus stehlen! <blockquote>Hefele sah nicht so aus, als wüsste er, wovon der Kommissar redete. Deswegen holte der seufzend ein bisschen weiter aus: "Also, dass der Schatz hier von einigen Jahren gefunden worden ist, das ist dir aber schon bekannt."<br />
Hefele nickte und sagte: "Schon. Und dass der damals mit dem Zeug zu dir in die Polizeidienststelle kam, auch."<br />
"Ja, aber das tut ja jetzt nichts zur Sache. Jedenfalls, neben dem ganzen Gold- und Edelsteinglump war das Hauptfundstück diese ominöse Reliquienmonstranz. Angeblich einzigartig in ihrer Verarbeitung und so. Und laut Inschrift mit Knochensplittern des heiligen Magnus versehen. Wer Magnus ist, weißt du aber, oder?"<br />
Hefele hob entschuldigend die Achseln. "Ich bin doch nicht in der Kirche."<br />
"Immer diese Heiden." Kluftinger blies die Luft aus und überlegte kurz. "Also, der Magnus ist der Apostel ... der Schutzpatron des Allgäus. Der hat doch ... mei, so im achten Jahrhundert, hier gepredigt. Die Allgäuer christianisiert, erleuchtet, wenn du so willst. Er soll eine Schlange in Kempten und einen Drachen bei Roßhaupten besiegt und mithilfe eines Bären eine große Eisenader am Säuling gefunden haben. Er hat viele Wunder gewirkt. Und das alles mit seinem legendären Stab."<br />
"Im Allgäu gibt's doch gar keine Schlangen und Bären."<br />
"Ja, aber Drachen, oder? Und Bären gab's früher wohl. Aber egal. Jedenfalls war er sehr wichtig für die Leut hier. Später hat man zu ihm gebetet, damit er einem aus verschiedenen Nöten hilft. Ungeziefer und so. Gibt doch den Spruch: <em>Sankt Mang / schlägt's Kraut mit der Stang</em>. Und auch bei Augenleiden ruft man den Magnus an."<br />
Kluftinger versuchte, bei der Schilderung der Funktion als Schutzpatron möglichst distanziert zu klingen. Er legte keinen Wert darauf, dass die Kollegen mitbekamen, wie sehr ihn diese Geschichten faszinierten. "Nasch ihm ist die Sankt-Mang-Kirche in Kempten benannt. Und gestorben ist er dann in Füssen, da gibt's ja heut noch das Manger Fest, wo man eine Magnusstatue zur Verehrung durch die Stadt trägt. Und auch seinen Stab. Der wird übrigens zur Eröffnung auch hierhergebracht."</blockquote><br />
<br />
Kommissar Kluftinger ist einer, dem gerne mal ein "Himmelarsch" oder ein "Kruzifix" über die Lippen schnellt. Er ist einer, dem das Hantieren mit Computer und Internet ein Gräuel ist, der noch nie in ein Flugzeug gestiegen ist und der mit Hingabe bei seiner DDR-Sekretärin ins Fettnäpfchen steigt. Ein echter Ureinwohner des Allgäus also... <br />
<br />
Aber wenn's um Ermitteln geht, da schaltet der behäbige Familienvater ziemlich fix. Und weil Kluftinger so gar keinen Anhaltspunkt hinsichtlich des geplanten Raubs an der wertvollen Reliquie hat, stattet er dem Gauner-Veteranen Heinz Röster einen Besuch ab. Röster, bereits todkrank und im Altersheim, hat vor Jahren schon einmal den St. Magnus gestohlen. Kluftinger engagiert ihn kurzerhand als externen Berater für seine Ermittlungen.<br />
<br />
Gleichzeitig arbeitet "der Schutzpatron" mit seinem Schutzheiligen-Team an seinem Coup des Lebens, nämlich an dem Raub des St. Magnus aus dem Museum. Aber es läuft nicht alles nach Plan für den Perfektionisten: Erst bringt ein Mitarbeiter durch ein Missverständnis die alte Dame um, dann müssen sie bei Nacht und Nebel aus der Werkstätte flüchten und vergessen dabei auch noch die "Installation" abzubauen. <br />
<br />
Das Autoren-Duo versucht nichts auszulassen, um den Leser zumindest zum Schmunzeln zu bringen. Das Spiel mit Klischees (ein schrulliges Landei als Protagonist, ein paranoider Technik-Freak als sein Counterpart, skurrile Wiener, ein Golf spielender Landarzt, Bürgermeister, Dorfpfarrer ...) gepaart mit bayrischer Ausdrucksweise bringt einen zu Beginn auch wirklich zum Lachen, später allerdings wirkt so mancher Schenkelklopfer nur noch peinlich. <br />
<br />
Man merkt, dass sich Klüpfel und Kobr in der Situationskomik wohlfühlen. Der Krimi allerdings bleibt dabei auf der Strecke und die Handlung leider von Anfang an durchschaubar. Einerseits ist das durch die wechselnde Erzählperspektive (Kluftinger/Schutzpatron) auch so gewollt, andererseits gibt es damit auch keine überraschenden Wendungen oder Spannungsmomente. Mit weniger Slapstick und mehr Krimi-Spannung hätte mir der Roman besser gefallen. 
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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/archives/282-C.-C.-Humphreys-Der-Fluch-der-Anne-Boleyn.html" rel="alternate" title="C. C. Humphreys: Der Fluch der Anne Boleyn" />
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            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2011-07-22T21:28:00Z</published>
        <updated>2011-07-22T21:39:35Z</updated>
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        <title type="html">C. C. Humphreys: Der Fluch der Anne Boleyn</title>
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                Für diesen historischen Krimi hat sich der britische Autor C.C. Humphreys eine in der Geschichte mythische Persönlichkeit ausgesucht: Anne Boleyn. Falls einem der Name nicht gleich parat ist: Sie war eine der Ehefrauen Heinrich VIII. Und auch sie wurde am Schafott geköpft. Die Legende besagt, dass Anne Boleyn nicht nur außerordentlich schön und selbstbewusst gewesen sein soll, sondern dass sie auch an einer Hand sechs Finger gehabt habe. In dieser Geschichte ist die Geköpfte schon lange tot, ihre Hand aber spukt als magisches Relikt immer noch in den Köpfen manch mittelalterlichen Spin-Doktoren herum. <blockquote>"Diese... Reliquie. Sie könnte nützlich sein. Der kaiserliche Botschafter in England ist jedenfalls dieser Meinung. Dort kämpft man darum, das Land unter der guten und frommen Königin Mary wieder für die eine Kirche zurückzugewinnen. Ihre Schwester, die Tochter dieser Hexenkönigin, muß vielleicht ein wenig ... überzeugt werden, die Arbeit in diesem Sinne fortzusetzen." Er legte seine knorrigen Finger auf Giannis Schulter. "Kannst du uns die Hand dieser Hexe bringen?"<br />
Der Alptraum ging weiter. Gianni fiel jetzt ins Italienische, mit dem starken toskanischen Akzent seiner Kindheit.<br />
"Heiliger Va-, äh, Euer Eminenz. Sie wurde vergraben, bevor ich auf die Welt kam. In Frankreich. Ich weiß nicht, wo. Das wissen nur drei Menschen."<br />
"Und die sind?"<br />
In einem Alptraum gibt es kein Versteck.<br />
"Meine Mutter und mein Vater. Und noch ein anderer Mann. Falls sie überhaupt noch am Leben sind."</blockquote><br />
<br />
Von höchster politischer Stelle bekommt der Jesuit Thomas Lawley den Auftrag, Annes Grab aufzubrechen, um ihre sechsfingrige Hand zu holen. Mit Hilfe dieser Hand soll das Schicksal von Annes Tochter Prinzessin Elizabeth besiegelt werden. Was Thomas Lawley nicht weiß ist, dass Annes Henker, der Franzose Jean Rombaud, die Hand vor zwanzig Jahren an einer Wegkreuzung in Frankreich vergraben hat. Zusammen mit dem fanatischen Katholiken Gianni macht er sich nach der erfolglosen Grabschändung auf die Suche nach Annes Hand. <br />
<br />
Lawleys Handeln bleibt nicht verborgen: Trotzdem Jean Rombaud Anne mit seinem Schwert ein Kopf kürzer gemacht hat, hat er ihr - "seiner" Königin - Treue bis über den Tod hinaus geschworen. Er macht sich zusammen mit seiner Tochter Anne auf, das Knochen-Relikt vor dem Jesuiten und dem Katholiken in Sicherheit zu bringen. <br />
<br />
Dieser Roman wurde mit mehr Fantasie geschrieben als mit historischen Fakten belegt, was - wenn man nicht gerade das Gegenteil erwartet - nichts macht. Der Roman ist spannend, abwechslungsreich und geizt nicht mit Spannungs- und Konfliktelementen: In England zeichnet sich eine Abspaltung der Kirche ab und die in der Verbannung lebende Elizabeth liegt im Clinch mit der amtierenden Königin und Halbschwester Mary. Zur politischen und religiösen Dimension des Romans packt Humphreys auch noch familiäre Konflikte hinein. Dem nicht genug, stattet er auch noch Jeans Tochter mit der Gabe der Vorhersehung aus und gibt der Geschichte damit einen mystischen Touch.<br />
<br />
Der Roman ist in zwei große Teile geteilt, die in bezeichneter Weise die Titel "Die alte Welt" und "Die neue Welt" tragen. Und nicht nur im geografischen Sinne unterscheiden sich die beiden Teile von einander. "Der Fluch der Anne Boleyn" ist der Fortsetzungsroman von "Die Hand der Anne Boleyn" - er kann aber durchaus unabhängig davon gelesen werden. Zusammen bilden die beiden Bücher die "The French Executioner series", da bei beiden Malen der französische Henker Jean Rombeaud die Hauptrolle spielt. 
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        <dc:subject>Historisches</dc:subject>
<dc:subject>krimis &amp; thriller</dc:subject>
<dc:subject>spannend</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2011-07-12T22:15:55Z</published>
        <updated>2011-07-18T21:40:21Z</updated>
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        <title type="html">Christoph Wagner: Das Apfelhaus</title>
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                Christoph Wagner war Gastrokritiker und Autor von Kochbüchern und Krimis. Unter seiner Feder entstand wohl einer der liebenswürdigsten Hobby-Detektive Österreichs: Mario Carozzi. "Das Apfelhaus" erschien kürzlich zum ersten Todestag des "Gourmets der Nation" und ist leider das letzte Buch über den Helden mit dem feinen Gaumen. Mario Carozzi ist ein nicht mehr ganz so junger Archäologe und Feinschmecker. Ausgrabungen sind jedoch Mangelware und so arbeitet er auch als Reisejournalist oder als Berater für Museen. Carozzis freiberuflichen Tätigkeiten hat Wagner in acht "mysteriöse Erlebnisse im Innern Europas" zusammengefasst. Anders als seine Vorgänger ("Gefüllte Siebenschläfer", "<a href="http://bluecher.agunlimited.at/archives/215-Christoph-Wagner-Schattenbach.html" title="Schattenbach von Christoph Wagner">Schattenbach</a>") ist dieses Carozzi-Buch keine Krimi-Geschichte sondern vielmehr eine Sammlung mystischer Begebenheiten vor der Kulisse idyllischer Örtlichkeiten wie Bled, Ljubljana, dem slowenischen Karstgebirge, der kroatischen Insel Balaor oder dem steirischen Tragöß. Aufgrund seiner natürlichen Neugier kommt Carozzi mit den Einheimischen - vorzugsweise in einem Wirtshaus - schnell ins Gespräch und erlebt dadurch seltsame Abenteuer. <blockquote>"Wie so viele Geschichten, deren Ende sich nicht vorausahnen lässt, beginnt auch diese in einer völlig anderen Welt als in jener, in der sie endet."</blockquote><br />
<br />
Es sind an Märchen und Sagen grenzenden Seltsamkeiten, mit denen Carozzi auf seinen Reisen konfrontiert wird: In einem Hotel in der Altstadt von Ljubljana bemerkt Carozzi, dass gegessene Äpfel wie von Zauberhand durch neue ersetzt werden, mitten im Karstgebirge macht er Erfahrungen mit dem Brummen der Erde, in Tragöß trifft er auf die "Gottsucher", in Kropa stößt er in einem Museum auf die Stimme eines verstorbenen Opernsängers und in Bled macht er die Bekanntschaft eines alten Juden, der ihm das "Gottspiel" erklärt. <br />
<br />
Alle diese Geschichten bilden jedoch nur den Rahmen für das landschaftliche Bild von Land und Leute. Es scheint, als ob bei Wagners Kulisse die Zeit stehen geblieben wäre, als ob es sein Ziel wäre, eine alte Fotografie hervorzukramen, um sie mit Farben, Düften und Persönlichkeiten zu beleben.<br />
<br />
<blockquote>An der Grenze zwischen Österreich uns Slowenien befindet sich ein Weingebirge, das im Gemälde Mitteleuropas wie ein genialer Pinselstrich anmutet. Die Landschaft der Untersteiermark - so hieß sie zu Zeiten der alten Donaumonarchie - ist so kunstvoll abgetreppt und gestaffelt, dass man meinen könnte, ein begnadeter Gartenarchitekt hätte sie entworfen. Die schwellenden Hügelketten scheinen in beständigem Fluss und von einer kaum hörbaren, aber allgegenwärtigen Melodie getragen zu sein, die freilich auch ihre Absätze und Pausen hat. Die schnurgeraden Hauptkämme verlieren sich im Labyrinth der Seitentäler und verlustieren sich geradezu an all jenen barock anmutenden Köpfen, Gupfen, Kuppen, Riegeln, Spornen und Sätteln, die dieses alte Vulkanland - zumindest für den nach Kurzweil ausschauenden Besucher - zu einem Arkadien am Rand der Alpen machen.</blockquote><br />
<br />
<div class="serendipity_imageComment_left" style="width: 199px"><div class="serendipity_imageComment_img"><!-- s9ymdb:143 --><img class="serendipity_image_left" width="199" height="133"  src="http://bluecher.agunlimited.at/uploads/Banner/Wagner_Foto_Katharina_Stoegmueller.jpg.thumb-200x300-keepratio.jpg" title="Christoph Wagner" alt="Christoph Wagner" /></div><div class="serendipity_imageComment_txt">Christoph Wagner</div></div>"Apfelhaus" von Christoph Wagner ist im <a href="http://www.haymonverlag.at/page.cfm?vpath=buecher/buch&titnr=688 " title="Christoph Wagner - Haymon Verlag">Haymon-Verlag</a> erschienen. Dort kann das Buch auch gleich bestellt werden. Eine Liste der im Haymon-Verlag erschienen Bücher von Christoph Wagner gibt es <a href="http://www.haymonverlag.at/page.cfm?vpath=autoren/autor&upi=2920&snippetmode=buchliste" title="Buchliste Christoph Wagner">» hier</a>!<br />
<br />
<br />
<br />
<br /> 
            </div>
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        <dc:subject>Österreichisches</dc:subject>
<dc:subject>Belletristik</dc:subject>
<dc:subject>Kulinarisches</dc:subject>
<dc:subject>Kurzgeschichten</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2011-07-06T21:58:33Z</published>
        <updated>2011-07-07T07:45:10Z</updated>
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        <title type="html">Rob Reger, Jessica Gruner: Emily the Strange - Es wird immer seltsamer</title>
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                Für Liebhaber skurriler Bücher ist die "Emily the strange"-Reihe ein heißer Tipp. In Form von Tagebucheintragungen erzählt die 13-jährige Emily aus ihrem Leben, an das man sich - beim erstmaligen Lesevergnügen - etwas gewöhnen muss. Emily ist ein Mädchen, das man sich nicht als Nachbarin wünscht. Sie ist weit davon entfernt, lieb, hilfsbereit und höflich zu sein - im Gegenteil: Man kann sie durchaus als einen gelungenen Teufelsbraten beschreiben, denn die kleine Kratzbürste liebt nichts mehr als ihren Mitmenschen fiese Streiche zu spielen. Das allerdings erledigt sie mit viel Verstand und Kreativität. Zudem ist Emily eine passionierte Erfinderin: Die Katzenübersetzungsmaschine ebenso wie das Duplikationsgerät stehen kurz vor der Fertigstellung. Und ihr selbst zusammen geschusterter Golem Raven steht ihr mehr oder weniger hilfreich zur Seite. Aber bevor sich die Kleine mit den langen schwarzen Haaren und den schwarzen Klamotten weiter ans Programmieren und Basteln macht, muss sie erst mal wieder ihre Koffer packen, denn Emily und ihre Mutter ziehen schon wieder in eine neue Stadt. Für Emily ist es nicht gerade leicht ihre Koffer zu packen. Sämtliche im Haus versteckten Fallen und Verstecke müssen erstmal aufgelassen, Erfindungen auseinander genommen und Großtante Millie (ein Poltergeist) noch irgendwie verstaut werden. Und dann muss sich Emily auch noch einen "Meisterstreich" für die Bevölkerung von Blandindulle ausdenken. Aber auch wenn die letzten Tage vor dem Umzug für Emily ziemlich stressig sind, Emily arbeitet ihre To-do-Liste ab, verstaut ihre Kisten im Möbelwagen und fährt mit ihrer Mutter in die neue Stadt. <br />
<br />
Kaum angekommen, setzt Emily ihre Arbeit fort, als wäre nichts gewesen. Mit ihren vier Katzen tollt sie zuerst im neuen Haus herum, stellt ihre Fallen auf, sucht nach geeigneten Verstecken, plant auch schon den nächsten Streich und arbeitet weiter an ihrem Duplikationsgerät. Und nach vielen Experimenten mit flüssigem Felsen funktioniert die Maschine...<br />
<br />
<blockquote>Hüpfte vor Aufregung kreischend durchs Zimmer, jagte damit den Katzen einen Schreck ein, nahm ein paar Veränderungen vor und war gerade dabei, das Gerät an Raven auszuprobieren, als die Uhr der Oddisee zu schlagen anfing - was sie seit Ewigkeiten nicht mehr getan hat. Letztes Mal wahrscheinlich bei einer Mondfinsternis oder so.<br />
<br />
Und dann begann mein Spiegel, mein großer, antiker Spiegel, der laut Mom schon seit eh und je in Familienbesitz ist, zu knarren, als würde er gleich von der Wand fallen. Ich sprang also auf und hielt den Spiegel fest, was bedeutete, dass ich mich im Fokus des Duplikators befand, als die Uhr 13 schlug. Mystery bekam Angst, stieß ein klägliches Miauen aus, sprang auf die Oddisee und krabbelte darauf herum, also langte ich zu ihr hinüber, um sie wegzuscheuchen, und KRACH löste sich der Spiegel und fiel auf mich drauf. Überall waren Glasscherben. Ich wagte nicht, die Augen aufzumachen, weil Glassplitter in meinen Haaren steckten. Schließlich gelang es mir, sie abzuschütteln - ich blickte auf - und DANN sah ich sie - MICH - SIE!!<br />
Lange schwarze Haare ... schwarzes Kleid ... MEIN Gesicht ... MEINE Stimme, die sagt: "Was zum Futzer..."<br />
Aber ich redete gar nicht ... SIE redete.</blockquote><br />
<br />
Emily hat sich also selbst dupliziert. Und was sich anfangs richtig gut anfühlt - sie hat endlich jemanden, der sie wirklich "versteht" - entpuppt sich später als ernsthaftes Problem: Emily hat sich nicht nur physisch sondern auch psychisch geteilt und kann sich schlussendlich nicht mal selbst auseinander halten... Wer ist nun die wahrhaftige Teufelin?<br />
<br />
Emily ist strange, das Buch ist strange - sofern man nicht weiß, was einen erwartet. Und wenn man - so wie bei mir - erst beim 2. Band einsteigt, muss man mit nicht näher erklärten Sachverhalten zurecht kommen. Hat man aber nach ein paar Tagebucheintragungen den Draht zum Grufti-Punk Emily gefunden, wird das Buch ein richtiger Spass!<br />
<br />
<iframe width="530" height="350" src="http://www.youtube.com/embed/YSos0QIcyMo" frameborder="0" allowfullscreen></iframe><br />
<br />
Mittlerweile gibt es mehrere Bände in Buchform, vier davon sind auch auf deutsch erhältlich. Die Buchreihe ist eigentlich durch die  Comicfigur "Emily the Strange" entstanden, die in den USA bereits Kultstatus besitzt. Und dass die Emily-Erfinder aus dem Bereich der Illustration kommen, merkt man auch bei den Büchern. Fast jede Seite ist meiner Zeichnung versehen, das Design reduziert sich dabei auf Emilys Farben schwarz und rot.<br />
<br />
<a href="http://www.lappan.de/downloads/Leseprobe_emily2.html" title="Leseprobe Emily the Strange">Leseprobe</a><a href="http://www.bloggdeinbuch.de" title="Blogg dein Buch!">Blogg dein Buch!</a><br />
<a href="http://www.lappan.de/Cartoons.html?name=Suche&keyword=emily">Hier geht's zum Verlag, wo du auch die Bücher über die nihilistische Gruselgöre bestellen kannst!</a><br /> 
            </div>
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        <dc:subject>kinder &amp; jugend</dc:subject>
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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/archives/279-Paul-Stewart,-Chris-Riddell-Rook-und-der-schwarze-Mahlstrom.html" rel="alternate" title="Paul Stewart, Chris Riddell: Rook und der schwarze Mahlstrom" />
        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2011-06-22T20:54:00Z</published>
        <updated>2011-06-22T22:17:20Z</updated>
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        <title type="html">Paul Stewart, Chris Riddell: Rook und der schwarze Mahlstrom</title>
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                In Klippenland tummeln sich allerlei seltsame Gestalten: Harpyien, Flachkopfkobolde, Hammerkopfkobolde, Geröllgeister, Schleimschmeichler, Lemkins, Schotterguhls, Trolle, Nachtschwärmer und Bibliotheksritter. Rook, der tapfere Protagonist, ist ein Bibliotheksritter, der auf einem Patrouillenflug auf seiner "Sturmhornisse" abstürzt und den es in die stinkende Unterstadt, die Stadt der Kobolde, verschlägt. Da seine Flucht durch die Kanalisation fehlschlägt, wird Rook gefangen genommen und als Sklave verkauft. Er kommt zu Vox Verlix, einem Himmelswissenschafter, der einen teuflischen Plan ausheckt. Mit Hilfe einer ultimativen Kanone plant er, ein Unwetter künstlich herbeizuführen und damit Unterwelt zu vernichten. Was auf den ersten Blick nicht so schlimm wäre, denn Unterwelt wird hauptsächlich von den grausamen Kobolden und kreischenden Harpyien beherrscht. Aber auch die in Verbannung lebenden Bibliotheksritter wären durch den "schwarzen Mahlstrom" dem Tode geweiht. <blockquote>"Uns steht ein Sturm bevor", verkündete er. "Ein gewaltiger Sturm!"<br />
"Ein Sturm?", fragte Kaulquapp.<br />
"Ja, Kaulquapp, einer, wie Unterstadt ihn noch nicht erlebt hat. Spürst du nicht die Veränderungen des Wetters, die sengende Hitze, die erstickende Schwüle? Hast du die Wolkenberge nicht bemerkt?"<br />
Rook nickte unwillkürlich. Täglich waren ihm die unheilvollen Veränderungen des Wetters aufgefallen.<br />
"Ein Sturm, der alles beenden wird", rief Vox dröhnend und fuchtelte dramatisch mit den dicken Armen. "Der niemanden verschonen wird. Und nur ich allein, Vox Verlix, weiß auf die Sekunde genau, wann er ausbricht."<br />
"Aber wie können Sie das wissen ...?", begann Rook.<br />
Kaulquapp legte ihm die Hand auf den Arm und verstummte. "Vox Verlix war der tüchtigste Wolkengucker, den das Wolkenkolleg je hervorgebracht hat, Rook, mein Junge", sagte Kaulquapp ruhig. "Wenn er sagt, dass ein Sturm kommt ..."<br />
"Und das sage ich!", rief Vox erregt und packte Kaulquapp am Ärmel. "Sieh hier." Er zog ihn zu dem runden Marmortisch und zeigt auf das von draußen herein projizierte Bild auf der Tischplatte.</blockquote><br />
<br />
Die Romane der beiden Autoren Paul Stewart / Chris Riddell zeichnen sich durch ihre wahrhaftige Fantasiewelt aus. Weder Figuren noch ihre Lebenswelt weisen Parallelen zur Realität auf. Sogar die Namen der Charaktere sind linguistisch bunt zusammengewürfelt: Rook Barkwater, Orbix Xaxis, Mollus Leddix, Xanth Zirbelstock, Hestera Stachelsap usw. Diese Fantasy in Reinkultur hat mich etwas an <a href="http://bluecher.agunlimited.at/archives/147-Piers-Anthony-Der-Zauber-von-Xanth.html" title="Der Zauber von Xanth">Peirs Anthony</a> erinnert (allerdings ohne den Witz, den seine Romane ausmachen). "Rook und der schwarze Mahlstrom" ist im Gegensatz dazu weniger spaßig, aber trotzdem spannend und vor allem "fantastisch". <br />
<br />
Über die "Klippenland-Chroniken" gibt's mehr, "Rook und der Mahlstrohm" ist nur eine Geschichte von vielen. Genauer gesagt ist es der 6. Band. Durch Zufall bin ich über dieses Buch gestoplpert und wenn es der Zufall so will, werde ich mir auch die anderen Geschichten aneignen. <br />
<br />
<a href="http://www.stewartandriddell.co.uk" title="Offizielle Website der Klippenland Chroniken">Hier geht's zur toll gemachten Website "The Edge Chronicle"</a>.<br /> 
            </div>
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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/archives/278-Philippe-Bertrand-Patacloc-Das-Geheimnis-von-Berlin.html" rel="alternate" title="Philippe Bertrand: Patacloc - Das Geheimnis von Berlin" />
        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2011-06-14T07:45:00Z</published>
        <updated>2011-06-14T12:35:08Z</updated>
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        <title type="html">Philippe Bertrand: Patacloc - Das Geheimnis von Berlin</title>
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                Wenn sich mal die Menschheit selbst auslöscht, dann werden es die Kakerlaken, Asseln und Termiten sein, die dann die Welt bevölkern werden. Dieses Szenario hat Philippe Bertrand als Thema seines kleinen Buchs gemacht. "Der große Kladderadatsch" nennen die Insekten den Tag, als sich die menschliche Spezies selbst ausgerottet hat und die Kerbtiere die Macht über die Erde übernommen haben. Durch die Katastrophe zu mannshohen Kreaturen mutiert, leben sie nun in den Häusern der zerstörten Städten und haben auch sonst andere humane Eigenschaften angenommen. Nun ist aber auch diese Spezies von einem Klimawandel in Form einer neuen Eiszeit bedroht. Professor Adalbert Pluto, Humanwissenschaftler an der Humboldt-Universität in Berlin, warnt eindringlich vor der Ausbeutung des Planeten und schlägt vor, das Wissen über den Homo sapiens zu vertiefen, um die eigene Gattung zu retten. Pluto macht sich mit dieser Empfehlung todbringende Feinde, denn gerade bei den Mächtigen gilt die Meinung, das Volk der Insekten steht über den Menschen. Und so kommt für Professor Pluto letztendlich jede Hilfe zu spät: Als die französische Mücke Jeremias Patacloc seine neue Stelle als wissenschaftlicher Assistent des Professors antreten will, findet er Pluto kopfüber an einem Seil hängend mit einem roten Fleck auf der Brust und einem eingeschlagenen Schädel in seinem Büro.  Es ist kein guter Start für die Mücke in Berlin: Kaum angekommen, findet sie die Leiche seines Arbeitgebers. Und es scheint, als habe sich ganz Berlin gegen Jeremias verschworen. Der Polizeiinspektor Emil Gronsch, eine dicke unwirsche Schabe, möchte die Mücke gleich ins Gefängnis werfen. Schon allein wegen Jeremias' Beruf als Humanwissenschaftler:<br />
<br />
<blockquote>Frage: "Name?"<br />
Antwort: "Patacloc."<br />
"Vorname?"<br />
"Jeremias."<br />
"Beruf?"<br />
"Forscher auf dem Gebiet der Protoliteratur."<br />
"Was ist das für ein Quatsch?"<br />
"Das ist kein ... Es handelt sich um Literatur, die vor unserer Ära entstanden ist, in älteren Kulturen. Ich meine weder wissenschaftliche Texte noch Philosophie im eigentliche Sinne ..."<br />
"Stop! Versuchen Sie nicht, mir das Gehirn mit ihrem Blabla zu verkleistern, junger Mann. Sie sprechen von Büchern, die von Menschen geschrieben wurden, nicht wahr?"<br />
"So könnte man es sagen."<br />
[...]<br />
"Professor Pluto war der hervorragendste Fachmann auf dem Gebiet der Humanwissenschaften. Ich sollte mit ihm die letzten Texte des Homo sapiens studieren, die vor der Katastrophe geschrieben wurden."<br />
"Humanwissenschaften! Pah! Was ist das für eine Hornisserei?"<br />
"Einige Wissenschaftler meinen, dass es wichtig ist, diese Kultur zu studieren, auch wenn sie untergegangen ist."<br />
"Ach ja, und warum bitte?"<br />
"diese Diskussion sprengt vielleicht den Rahmen einer polizeilichen Befragung."<br />
"Bis auf weiteres bestimme immer noch ich die Grenzen unserer Diskussion, Sie kleine Schmeißfliege! Mir sträuben sich allmählich die Fühler. Also antworten sie mir: Warum interessieren Sie sich für diese jämmerliche Gattung Mensch?"<br />
"Ich würde gern verstehen, warum sie untergegangen ist. Aber auch ..."<br />
"Stop! Haben sie die Antwort dieser Person mitgeschrieben, Fräulein Hoffmann? Das ist sehr aufschlussreich, nicht wahr? Man denkt, man hat alles schon einmal gehört in unserem Beruf. Aber nein, es gibt immer wieder etwas Neues! Ich persönlich sehe nicht ein, wozu es gut sein soll, seine Zeit mit dem Studium dieser dreckigen Brut zu verplempern. Vermutlich haben Sie vergessen, wer die Insektizide erfunden hat? Ich frage mich, was man euch auf der Uni beibringt. Gut, sei's drum. Wie haben Sie Professor Pluto kennengelernt?"<br />
"Auf einem Wissenschaftskongress in Mailand. Ich habe ihm meine Forschungsergebnisse vorgelegt, die er als stichhaltig angesehen hat. Er hat mich gebeten, zu seinem Team zu stoßen, hier an der Humboldt-Universität."<br />
"Ich frage Sie nicht nach dem Thema Ihrer ach so stichhaltigen Forschungen, das würde mir nur die Neuronen verschleißen. Aber es würde mich schon interessieren, wie das Thema dieses Kongresses eigentlich lautete?"<br />
"Der Klimawandel."<br />
"Und das heißt?"<br />
"Es ging um die Frage, ob wir gerade eine Umkehrung des Klimas durchmachen und ob uns das nicht zu einer neuen Eiszeit führt."<br />
"Fräulein Hoffman, streichen Sie diese Frage, und auch seine Antwort. Diese Mücke bringt mich ganz aus dem Konzept, mit seinem schlauen Getue."<br />
<s>"Und das heißt?"<br />
"Es ging um die Frage, ob wir gerade eine Umkehrung des Klimas durchmachen und ob uns das nicht zu einer neuen Eiszeit führt."</s></blockquote><br />
<br />
Gronsch ist nicht der einzige, der Jeremias am liebsten von der Bildfläche verschwinden lassen würde. Aber die kleine Mücke findet Hilfe: In einer Bar lernt sie den Journalisten Leberecht Bulkow und seinen Freund, den Anwalt Peter, (beide sind Maikäfer) kennen. Jeremias klagt den beiden seine Not und sie beschließen, den Mord an Professor Pluto aufzuklären. Im Zuge ihrer Ermittlungen kommen sie einer unheimlichen Verschwörung auf die Spur.<br />
<br />
Eine Erde, die ausschließlich von Insekten bewohnt wird, ist wohl für den Menschen eine grausame Vorstellung. Der Autor spinnt diese Idee nicht nur weiter, sondern projiziert menschliche Eigenschaften auf die Tiere: Der Vorstellung, die Krone der Schöpfung zu sein, mit der Umwelt so umzugehen, als hätte man keine Verantwortung für nachfolgende Generationen, die Gier nach Macht, das Verneinen wissenschaftlicher Erkenntnisse und die Zuwendung zu Geheimbünden. Und dass der Roman in Berlin spielt, hat - so denke ich - ebenso seinen Grund. Philippe Bertrand hat diese Parabel über die Menschheit in ein Buch für (ältere) Kinder verpackt und mit liebevollen Zeichnungen verschönert. Ein Buch, das sich ohne weiteres in die utopische Literatur einreihen lässt.<br /> 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>kinder &amp; jugend</dc:subject>
<dc:subject>Science Fiction/Fantasy/Mystery</dc:subject>
<dc:subject>Utopie</dc:subject>

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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/archives/277-Leonie-Swann-Garou.html" rel="alternate" title="Leonie Swann: Garou" />
        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2011-06-12T22:22:40Z</published>
        <updated>2011-10-19T20:35:47Z</updated>
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        <title type="html">Leonie Swann: Garou</title>
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                Mit dem zweiten Schaf-Krimi geht das Blöken weiter. Rebecca lebt mittlerweile mit ihrer Schafherde in Frankreich. Zusammen mit ihrer Mutter bewohnt sie einen abgehalfterten Wohnwagen in der Nähe eines Schlosses. Was die Schafe natürlich schon lange vorher wittern, ist eine unbestimmte Angst. Immer wieder ist vom geheimnisvollen "Garou" die Rede, der auf der Weide und im angrenzenden Wald sein Unwesen treibt. Als die Schafe im Wald ein totes Reh finden, beginnen sie - zusammen mit ihren neuen Freunden, einer Herde Ziegen, - zu ermitteln. Als aber dann ein Mensch am Rande der Weide tot aufgefunden wird, werden Rebecca und die Polizei ebenfalls auf die mysteriösen Vorkommnisse rund um das alte Schloss aufmerksam. <blockquote>"Was macht ihr da?", fragte die Ziege mit nur einem Horn.<br />
"Einen Thriller!", verkündete die graue Ziege und wirbelte dramatisch mit den Ohren.<br />
"Mit Schafen?", fragte die Ziege mit nur einem Horn, kniff ein Auge zu und spähte kritisch durch den Zaun.<br />
"Ein Carpiccio!", sagte die graue Ziege und keilte aus.<br />
"Eine Komödie!", sagte die Ziege auf der Kommode.<br />
"Das wird nie und nimmer eine Komödie", sagte die Ziege mit nur einem Horn und äugte wieder durch den Zaun.<br />
"Alles ist eine Komödie!", meckerte die Ziege auf der Komode. "Eine Komödie mit viel Rot!"<br />
Die drei Ziegen blickten zu den ahnungslos grasenden Schafen hinüber.<br />
"Wir bilden uns das alles nur ein!", sagte die Ziege mit nur einem Horn.</blockquote><br />
<br />
Die Schafe sind zurück! Dieses Mal ermitteln sie nicht wie gewohnt in ihrer Heimat Irland sondern in Frankreich. In der Nähe eines Schlosses hat Rebecca eine Weide gefunden, wo sich nun Miss Maple, Mopple, Othello und Lane mit ihren neuen Nachbarn, einer Herde Ziegen, anfreunden. Als sie auf ihrer Weide einen toten Mann entdecken, ist wieder eine schafische Spürnase gefragt. Alles deutet auf einen "Loup garou" (Werwolf) als Täter hin...<br />
<br />
"<a href="http://bluecher.agunlimited.at/archives/39-Leonie-Swann-Glennkill.-Ein-Schafskrimi.html" title="Glenkill von Leonie Swann">Glennkill</a>", der erste Schaf-Roman von Leonie Swann, habe ich gelesen und sehr genossen. Leider konnte mich der Fortsetzungsroman nicht so fesseln. Die vielen schafischen Anspielungen blieben für mich rätselhaft und und die Handlung fand ich weniger spannend.  
            </div>
        </content>
        <dc:subject>französisches</dc:subject>
<dc:subject>irisches</dc:subject>
<dc:subject>Krimi</dc:subject>
<dc:subject>Krimis &amp; Thriller</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2011-06-11T14:29:00Z</published>
        <updated>2011-06-11T14:32:03Z</updated>
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        <title type="html">Arnaldur Indriðason: Nordermoor</title>
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                Isländische Verbrechen sind schlampig, sinnlos und schäbig. So zumindest wird es in Indriðasons Krimi-Roman "Nordermoor" behauptet. Zu Beginn der Geschichte scheint es so, als ob der Mord am alten LKW-Fahrer Holberg genau in dieses Konzept passen würde. In einer stinkigen Kellerwohnung findet die Polizei die mit einem Aschenbecher erschlagene Leiche. Geld und Wertsachen befinden sich an Ort und Stelle und Spuren eines Kampfes sind nicht zu entdecken. Allein ein Zettel mit einer aus drei Worten bestehenden Botschaft fällt aus dem typischen, isländischen Konzept und gibt der Polizei Rätsel auf. Nur Erlendur Sveinsson, der ermittelnde Kommissar, beginnt in der unschönen Vergangenheit des Toten zu wühlen an. Ein spannender und empfehlenswerter Krimi aus dem Norden. Während der Ermittlungen erfährt Elindur, dass Holberg ein Vergewaltiger war und seinen Computer mit Pornos jeglicher Gattung vollgestopft hat. In seiner Wohnung findet Elindur eine alte Fotografie von einem Grabsteins. Elindur erfährt, dass das Bild das Grab eines 4-jährigen Mädchen zeigt, dass vor 40 Jahren an einem Gehirntumor gestorben ist. Zunächst kann er keinen Zusammenhang zwischen dem Mädchen, dem Toten und der seltsamen Botschaft erkennen. Aber wie bei einem Puzzle setzen sich allmählich die Teile zusammen.<br />
<br />
Elindur ist ein typischer Vertreter seiner fiktionalen Zunft: Über 50, geschieden, kauzig und mit einem Hang zu Mikrowellen-Kost. Ab und zu taucht seine drogenabhängige Tochter Eva Lind bei ihm auf, um ihn um Geld anzupumpen. Elindurs Privatleben und insbesondere seine Beziehung zu seiner Tochter bilden einen fast gleichberechtigten Handlungsstrang zur Krimi-Geschichte und wird ebenso spannend erzählt.<br />
<br />
"Nordermoor" ist der dritte Roman des isländischen Autors Indriðason, in dem Erlendur Sveinsson die Hauptrolle spielt. Liebhaber nordländischer Krimis werden von diesem Buch nicht enttäuscht sein. Die Handlung ist durchdacht und birgt überraschende Wendungen. Die Geschichte wird lebendig und flüssig erzählt, die Charaktere sind präzise skizziert. Das Buch wurde 2006 unter dem Titel "Der Tote aus Nordermoor" mit Ingvar Eggert Sigurðsson als Erlendur Sveinsson verfilmt. <br />
<br />
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        <dc:subject>krimis &amp; thriller</dc:subject>
<dc:subject>nordländisches</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2011-05-30T22:47:00Z</published>
        <updated>2011-05-30T22:51:15Z</updated>
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        <title type="html">Dan Brown: Meteor</title>
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                Als nicht gerade begeisterter Fan amerikanischer Konspirationssromane, greife ich dennoch zu Dan Brown, wenn es sich am Flohmarkt oder Wühltisch ergibt. Ein netter Zeitvertreib sind seine Bücher allemal. So auch "Meteor". Dieses Buch hat mich an die Debatte rund um die Mondlandung - ob sie nun inszeniert oder tatsächlich stattgefunden hat - erinnert. Um den Mond geht es hier zwar nicht, aber um die NASA und um ihren Fortbestand als verstaatlichter Forschungsbetrieb.  Am Nordpol entdeckt ein Team weltbester Forscher einen Meteoriten eingebettet im ewigen Eis. Zur gleichen Zeit stehen in Amerika die Präsidentschaftswahlen vor der Tür. Der amtierende Präsident (der gute Politiker) wird von Senator Sexton (der böse Politiker) herausgefordert. Sextons Tochter Rachel arbeitet für den Geheimdienst als Datenaufbereiterin und damit indirekt für den Präsidenten. Als sie von höchster Stelle zur Forschungsstation am Nordpol geschickt wird, gerät sie nicht nur ziemlich schnell in die schmierigen Mühlen politischer Intrigen sondern kämpft auch bald ums nackte Überleben.<br />
<br />
"Meteor" ist nicht gerade Browns bester Roman. Manche Handlungselemente wirken eher unkreativ. Die Idee der Rettung in letzter Sekunde wird für meinen Geschmack ziemlich strapaziert: Das plötzliche Auftauchen eines U-Boots, das mehr oder weniger zufällig den Nordpol umschippert und somit hört, wie Rachel mit letzter Kraft die internationale Notrufnummer auf das Eis klopft. Und die Haie! Die beißen erst so richtig, wenn's der Autor haben will. Ebenso einfallslos gestalten sich die Darstellung so mancher Charaktere. Der Autor bemüht sich zwar die anfängliche Schwarz-Weiß-Darstellung mit plötzlichen Kehrtwendungen aufzupeppen, es gelingt ihm aber nur ein paar Mal wirklich glaubwürdig. Nichtsdestotrotz hat "Meteor" einen hohen Spannungswert, der von dezenten Flirt-Faktoren begleitet wird. Allzuviel sollte man sich aber nicht erwarten.  
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        <dc:subject>Amerikanisches</dc:subject>
<dc:subject>krimis &amp; thriller</dc:subject>
<dc:subject>Verschwörung</dc:subject>

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        <author>
            <name>Loki</name>
                    </author>
    
        <published>2011-05-26T21:36:28Z</published>
        <updated>2011-05-26T22:31:51Z</updated>
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        <title type="html">Sarah-Kate Lynch: Ein gewisses Prickeln</title>
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                Mal wieder Lust auf etwas wirklich Nettes, auf ein Buch, das man auch ohne Hirnschmalz lesen kann? Sind wir noch mal ehrlich: Ab und zu ist es einfach fein, wenn man nicht jeden Satz hochkonzentriert lesen muss. Obwohl sich der im Titel versprochene Prickelfaktor in Grenzen hält (es gibt keine erotischen Szenen), hat die Geschichte einen widerborstigen Charme. Und das hauptsächlich durch die drei Protagonistinnen, die soviel gemeinsam haben wie das Fahrrad mit dem Fisch und ... einem iPod. Und wohl auch weil sie in Frankreich spielt und mit dem schönsten Gold, was dieses Land zu bieten hat, zu tun hat: dem Champagner. Clémentine hat die 40 schon überschritten. Zusammen mit ihrem verschrobenen und versoffenen Vater bewirtschaftet sie mehr schlecht als recht die familiäre Champagner-Kellerei. <br />
<br />
Die Katastrophe beginnt mit dem tödlichen Unfall des Vaters. Clementine findet bald heraus, dass die Kellerei bankrott ist. Noch dazu wird ihr vom Anwalt bei der Testamentseröffnung erklärt, dass sie das Gut mit ihren Halbschwestern teilen muss. Und bevor Clémentine ihre Wut und Frustration freien Lauf lassen kann, steht auch schon die verwöhnte und selbstsüchtige Mathilde vor der Tür. Und ihr folgt schon bald die junge arbeitslose Sophie, die froh ist, endlich ein Dach über den Kopf zu haben. Da jede der Schwestern auf den heruntergekommenen Hof angewiesen ist, sind sie gezwungen miteinander auszukommen. Was natürlich nicht leicht ist. Vor allem, wenn das Geld ausgeht.<br />
<br />
<blockquote>Eine weitere Tür wurde geöffnet und dieses Mal laut zugeknallt. "Nun sieh mal einer an", schnurrte eine samtige Frauenstimme. "Was haben wir denn da? Nach alle den Jahren siehst du immer noch aus wie etwas, was die Katze ins Haus geschleppt hat, Clémentine."<br />
Clémentine gefror das Blut in den Adern. Sie hörte auf, sich den Staub abzuwischen, und ihre Hände sanken nutzlos an ihren Seiten herab. Das war doch wohl nicht ...? Nein, das war unmöglich. Sie träumte. Aber diese Stimme, dieser Ton, die Anspannung, die knisternd in der Luft zwischen ihnen schwant ... Sie spähte durch die herabsinkende Staubwolke und betrachtete verblüfft blinzelnd diese geradezu überirdisch kultivierte Erscheinung, die vom Auto weggetreten war und daneben Stellung bezogen hatte: eine hochgewachsene, klapperdürre Blondine, die karamellfarbene Stilettos und einen cremefarbenen Trench-Coat trug, den sie in der schmalen Taille festgegurtet hatte. Die Frau hatte die Arme vor dem Körper verschränkt, ihre rot lackierten Nägel schimmerten. Ihre geschminkten Lippen waren zu einem perfekten verächtlichen Lächeln verzogen.<br />
Kein Zweifel. "Mathilde!", stieß Clémentine hervor. Sie hatte Mathilde seit achtzehn Jahren nicht mehr gesehen; nicht, seitdem dieses elende Miststück ihr Leben so gründlich ruiniert hatte, dass sie gar nicht darüber nachdenken mochte. Inzwischen war Haut über diese Wunden gewachsen und hatte sich zu Narben verhörtet, doch nun hatte Clémentine das Gefühl, als rissen sie genau in den alten Stellen wieder auf, als wären ihre Verletzungen ganz frisch und keine zwei Jahrzehnte alt. "Was immer du willst", schrie sie, "du kriegst es nicht. Verschwinde!"<br />
"Jesus, was in aller Welt ist das?" Mathilde ignorierte sie und wies mit einem eleganten Finger auch Cochon [ein kleines Schwein], der neben seiner Besitzerin im Staub scharrte. "Monsieur Paillard, Sie hatte gar nicht erwähnt, dass sie Junge gekriegt hat."</blockquote><br />
<br /> 
            </div>
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        <dc:subject>Belletristik</dc:subject>
<dc:subject>französisches</dc:subject>
<dc:subject>Frauenroman</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2011-05-17T22:17:23Z</published>
        <updated>2011-05-19T10:25:03Z</updated>
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        <title type="html">Richard K. Breuer: Der blaue Smaragd</title>
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                Der findige Wiener Autor Richard K. Breuer hat sich für seine Fan-Gemeinde wieder etwas einfallen lassen: "Der blaue Smaragd - Ein Märchen ohne Hoffnung" bietet er als PDF zum Downloaden an. "Gratis? So gut wie. Als Bezahlung reicht mir ein Posting in einem der vielen Sozialen Netzwerke", meint Breuer <a href="http://1668cc.wordpress.com" title="Richard K. Breuer - offizielle Website">auf seiner Website</a>. Nun, diesen Wunsch erfüllt ihm der Blücher Blog gerne. <br />
<br />
"Der blaue Smaragd" ist eine kurze Erzählung mit ernstem Inhalt. Der Ich-Erzähler kommt auf einer Wanderung zu einem trostlosen Plateau, wo er zwischen Gestein und Geröll einen kahlen Baum erblickt. Verwundert über den Baum in der Steinwüste wird er plötzlich von einem alten Mann angesprochen. Auf die Frage hin, was es mit dem seltsamen Baum auf sich hat, erzählt ihm der alte Mann wie es dazu kam. Breuers Parabel ist die Geschichte einer Gemeinschaft von Familien, deren Leben von einem Raben gerettet wird und die mit Hilfer blauer Edelsteine Wohlstand und Glück erlangen. <br />
<br />
Hier geht's zum Download: <a href="http://1668cc.wordpress.com/smaragd " title="Download - Der blaue Smaragd">http://1668cc.wordpress.com/smaragd </a>  
            </div>
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        <dc:subject>Österreichisches</dc:subject>
<dc:subject>Belletristik</dc:subject>
<dc:subject>Kurzgeschichten</dc:subject>
<dc:subject>Sonstige Bücher</dc:subject>

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        <author>
            <name>Dieter</name>
                    </author>
    
        <published>2011-05-16T12:11:03Z</published>
        <updated>2011-05-20T15:43:32Z</updated>
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        <title type="html">Dieter Ebels: Die Bestie von Juist</title>
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                <strong>Handlung</strong><br />
Eigentlich wollte Hauptkommissar Günter Wagner einen ruhigen und erholsamen Urlaub auf Juist verbringen, doch dann kommt alles ganz anders. Auf der Insel wird eine auf bestialische Weise ermordete Frau gefunden. Als Wagner das Foto der Ermordeten sieht, weiß er, dass er diese Frau schon einmal gesehen hat, nur wo? Dann schlägt der Mörder erneut zu. Wieder ist das Mordopfer eine junge, hübsche Frau. Kommissar Wagner hat mit den Ermittlungen nichts zu tun und möchte den Kollegen von der zuständigen Mordkommission nicht ins Handwerk pfuschen, doch ein Mann wie er findet keine Ruhe, wenn in seiner Umgebung Morde geschehen. Er ermittelt heimlich und auf seine ganz eigene Art. Bald schon hat er einen Verdächtigen im Visier. Wagner kann nicht ahnen, dass er mit seinem Verdacht richtig liegt. Er ahnt aber auch nicht, dass der Mörder ein Psychopath ist, der Polizisten aufs Tiefste hasst. Als der Mörder, der in den Zeitungen als "Bestie von Juist" bezeichnet wird, erfährt, dass Wagner ein Polizist ist, der Erkundigungen über ihn einholt, beschließt die "Bestie", sich grausam an den gehassten Polizisten zu rächen.<br />
<br />
"Die Bestie von Juist" ist quasi die Fortsetzung von dem Krimi "Das Geheimnis des Billriffs". Es ist eine spannungsgeladene Geschichte, in der Hauptkommissar Wagner mal wieder auf seine ganz eigene, unkonventionelle Weise ermittelt.<br />
<br />
Die Bestie von Juist - Dieter Ebels<br />
EWK-Verlag 2011<br />
ISDN 978-3-938175-66-8  
            </div>
        </content>
        <dc:subject>Krimi</dc:subject>
<dc:subject>Krimis &amp; Thriller</dc:subject>
<dc:subject>Ostfriesland</dc:subject>
<dc:subject>Thriller</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2011-05-08T22:22:36Z</published>
        <updated>2011-05-15T23:22:44Z</updated>
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        <title type="html">Beate Sauer: Die Buchmalerin</title>
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                Deutschland, 13. Jahrhundert: Kaiser Friedrich II. steht nicht nur im Clinch mit Papst Gregor IX. sondern misstraut auch seinem Sohn Heinrich, dem römisch-deutschen König. Es ist die Zeit der Inquisition, der gnadenlosen Verfolgung unbequemer Zeitgenossen. Donata, eine junge Frau und Buchmalerin gerät zwischen die Fronten politischer und religiöser Machtkämpfe. Schon seit vier Jahren wird sie durch die Lande gejagd. Auf der Flucht beobachtet sie zufällig den Mord an dem berüchtigten Inquisitor Gisbert, durchgeführt von niemand geringerem als dem Kardinal Enzio von Trient. Kardinal Enzio von Trient hat eigenwillige Pläne: Zusammen mit dem deutschen König Heinrich will er Kaiser Friedrich II. stürzen und sich selbst zum Papst machen. Als er bemerkt, dass sein Mord an den Inquisitor Gisbert von einem jungen Mann beobachtet wird, lässt er nach ihm suchen. Bald stellt sich heraus, dass es eine junge Frau ist, die - als Mann verkleidet - auf der Flucht ist. Denn Donata wird bereits als Ketzerin gesucht. Aber nicht nur der skrupellose Kardinal heftet sich auf Donatas Fersen. Auch ein Spion Friedrichs wird auf das Mädchen aufmerksam. Roger, der im Auftrag Friedrichs mehr über Heinrichs Komplott gegen den Kaiser und den Papst in Erfahrung bringen soll, merkt bald, dass sein und Donatas Schicksal miteinander verknüpft sind. <br />
<br />
Donata, aufgewachsen in einem Kloster, wo sie auch das Schreibhandwerk erlernt hat, wird als Ketzerin quer durch Deutschland gejagt. Obwohl sie noch sehr jung ist, gelingt es ihr immer wieder ihren Häschern ein Schnippchen zu schlagen. Ihr größter (und einziger) Besitz sind ihre Schreibutensilien, denn Donata ist mehr als nur eine Schreiberin. Sie ist eine begnadete Künstlerin, die bestrebt ist, die Dinge so darzustellen, wie sie sind.<br />
<br />
<blockquote>"Warum schaut ihr so?" Roger hatte die Hand, in der er das Hasenstück hielt, sinken lassen. "E ist, als wolltet Ihr Euch das, was Ihr seht, einverleiben ..., um es auf irgendeine Weise zu gebrauchen. Aber was habt Ihr davon, wenn Ihr Euch Gesichter oder Dinge merkt?" Seine Stimme klang herausfordernd.<br />
Donata antwortete nicht.<br />
"Sicher, Ihr seid Buchmalerin..."<br />
Donata hörte auf zu essen. Vor ihr auf dem Boden überdeckte eine dünne, puderige Schichte den alten Schnee. Weißlich, mit einer winzigen Beimischung von Rosa und Blaugrau und durchsetzt von Lichtpunkten.<br />
"Aber Ihr gebt die Dinge ja nicht so wieder, wie Ihr sie seht. Außer vielleicht, was die Pflanzen in einem Herbarium anbelangt." Roger sprach weiter, seine Stimme klang immer noch herausfordern. "Es ist ja nicht mehr üblich, Menschen und Dinge so darzustellen <em>wie sie sind</em>..."<br />
Donata hob den Kopf. Friedrichs Spitzel hatte den Arm auf seine Knie gestützt und betrachtete sie abwägend. Gegen ihren Willen frage sie: "Was meint Ihr damit? Es sei nicht mehr gebräuchlich, Dinge und Menschen so wiederzugeben, wie sie sind?"<br />
"Roger zuckte die Schultern." Bei den Römern war das anders. Sie haben Menschen wirklich abgebildet. Mit allen Merkmalen, die ein bestimmter Mensch besitzt ... An verschiedenen Orten im Süden habe ich etwa steinerne Büsten von Cato gesehen, einem römischen Redner. Die Büsten waren verschieden. Aber sie zeigten unverkennbar Cato."<br />
"Als Kind habe ich einmal den Kopf einer Statue gefunden. Auf einem Feld, von Unkraut überwuchert. Er glich einem Menschen ...", erwiderte Donata zögernd. Sie erinnerte sich wieder an das Staunen und die unbestimmte Sehnsucht, die sie damals erfasst hatte, und an die albigensische Predigerin, die das Unkraut wieder über die Büste gezerrt und erklärt hatte, dass es Sünde sei, die Welt abzubilden, denn die Welt sei schlecht. "Auf eine gewisse Weise ähnelte diese Büste dem Kardinal von Trient ..." Sie sah wieder überdeutlich Enzios Gesicht vor sich, als er das Messer in den Inquisitor gestoßen hatte, kalt und grausam und erfüllt von einer Freude an der Qual des Mönches.</blockquote><br />
<br />
Als Donata unfreiwillig den Mord an den Inquisitor beobachtet, ist es tiefster Winter. Hunger und Kälte zwingen sie, eine Arbeit als Schreiber in einem Kloster anzunehmen. Doch drei andere Schreiber neiden ihr diese Anstellung und setzen ihr zu: Als die drei Donata in einer Scheune in die Mangel nehmen, beginnt die Scheune zu brennen. Donata kann durch die Hilfe Rogers fliehen. Völlig erschöpft und ausgehungert kommt sie nach Köln und lernt dort die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Beginen_und_Begarden" title="Mehr über Beginen und Begarden">Beginen</a> kennen. Doch auch in Köln kommt sie dem Kardinal in die Quere und sie flüchtet weiter. Auch Roger gerät immer näher ins Visier des Kardinals. Seine Tarnung fliegt auf und es scheint, dass nur noch Glück den beiden helfen kann, dem Scheiterhaufen zu entrinnen.<br />
<br />
"Die Buchmalerin" ist ein spannender und schlüssiger Historienroman. Die Autorin schafft einen guten Einblick in die damalige von Aberglauben und Verrat geprägte Zeit. Historische Fakten, wie das Ränkespiel zwischen Politik und Religion und die Rolle der unwissenden, verarmten Bevölkerung, hat Beate Sauer mit ein bisschen Liebesgeschichte und vielen spannenden Szenen verbunden und glaubwürdig vermittelt.<br /> 
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        <dc:subject>Belletristik</dc:subject>
<dc:subject>Historisches</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2011-05-08T20:29:05Z</published>
        <updated>2011-05-13T06:01:03Z</updated>
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        <title type="html">Lorelay: Wiener Schlampengeschichten</title>
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                Geschichten über den (weiblichen) Alltag gibt es viele. Wie der Titel bereits verrät, geht es hier um einen Berufszweig, der in der Literatur zwar durchaus vertreten ist, dabei aber selten die Damen selbst zu Wort kommen. In "Wiener Schlampengeschichten" sind die vier Protagonistinnen im besten Alter, weder arm noch dumm und sie verdienen ihr Geld (zumeist) liegend. Mizzi, Alissia, Donna und Betti erzählen Begebenheiten aus ihrem Berufs- und Privatleben, und so manche Anekdote mögen manche Moralapostel für eine grenzwertige Szene aus einem schlechten Film halten. Doch: "<em>Mit losem Mundwerk, lockeren Sprüchen und Wiener Charme lassen die 'Mädels' Vorurteile zerbröseln wie trockene Fredi-Kekse, geben Einblick in die Gedanke und Gefühle der Callgirls und lassen den Leser vielleicht so manches aus einer neuen Perspektive wahrnehmen.</em>" Betti, Mizzi, Alissa und Donna entsprechen nicht ganz dem Klischee, die man von Prostitutierten haben könnte. Die vier Frauen sind g'standene Weibsbilder, die ihren Beruf selbst gewählt haben. Weder Unwissenheit noch soziale Nöte haben sie dazu gebracht als Callgirl oder Erotikmasseurin zu arbeiten. Alissa ist Mutter von vier Kindern, Mizzi verheiratet, Betti lebt mit Hund und Katzen in einer Innenstadtwohnung und Donna steht kurz davor ihrem neuen Freund davon zu erzählen, wie sie ihr Geld verdient. <br />
<br />
Die Erzählungen handeln auch nicht von brutal-geilen Männer, die es in einem dreckigen Hinterhof einer Nutte so richtig besorgen wollen. Manche Kunden geben vor dem Sex ihre Dritten in ein Wasserglas. Andere brauchen jemanden zum Zuhören und Kuscheln oder haben Bedürfnisse, die eine "normale" Frau nicht erfüllen kann oder will. Und manchmal ist eine Tischdekoration gefragt, die nach dem Essen vernascht wird. Und stets sind die Damen auf Ordnung und Sauberkeit bedacht. Kein Fummeln mit dreckigen Händen, kein Blasen ohne Gummi:<br />
<br />
<blockquote>Am späten Nachmittag kommt dann ein kleiner, dünner. Ein Stammkunde. Den Anita netterweise mir überlässt. Ohne Verhandeln. Als Ausgleich für den Kurti, sozusagen. Er zahlt einen Hunderter, einmal Massage und Blasen, bitte sehr! Er schaut zwar überrascht, als ich ihm den Gummi rüberziehe, aber mit einem frisch gezogenen Zahn ist die ungewohnte Benachteiligung leicht erklärt. Ich blas nicht ohne Gummi - außer ich will! Und offenes Zahnfleisch ist schließlich eines der häufigsten Leiden unter den Professionellen. Sagt man ...</blockquote><br />
<br />
Die Erzählungen der vier "Schlampen" werden von der Autorin in erster Linie authentisch und sehr witzig serviert - nicht nur durch die Situationen, in denen Betti, Mizzi, Alissa und Donna (zwangsläufig) geraten. Es ist besonders der Wiener Schmäh in Kombination mit weiblichen Urteilsvermögen. Eine gewisse sexuelle Aufgeschlossenheit seitens des Lesers wäre ratsam, um das Buch auch wirklich lustig zu finden. Dann könnte es auch sein, dass diese Geschichten nicht nur inspirierend sondern auch eine erotische Wirkung haben... 
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        <dc:subject>Österreichisches</dc:subject>
<dc:subject>Belletristik</dc:subject>
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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2011-05-08T19:28:00Z</published>
        <updated>2011-05-08T19:38:48Z</updated>
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        <title type="html">Paul Grote: Verschwörung beim Heurigen</title>
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                Ein Ehepaar auf Urlaub in Burgenland. Er tourt durch die Weinberge und verliebt sich in eine Winzerin. Sie bandelt am Neusiedlersee mit dem Surflehrer an. Erst Ehekrise dann Mord an der schönen Winzerin. Und ausgerechnet der Ehemann steht im Visier polizeilicher Ermittlungen. Aber Verbrechen und eheliche Frustrationen rücken in den Hintergrund, wenn der Autor über die landschaftlichen Reize des Burgenlands und vor allem über den heimischen Wein schreibt.  Carl und Johanna sind schon lange ein Ehepaar. Doch mit der Zeit haben sich die beiden verändert und auseinander gelebt. Carl, ein bescheidener und einfacher Charakter mit Intellekt, arbeitet als Dolmetscher, den die sprachliche Interpretation von literarischen Werken mehr interessiert als die stressige Simultanübersetzungen. Johanna war einmal Umweltaktivistin. Jetzt ist sie für eine Beratungsfirma tätig, die sich auf (positive) Gutachten zur Umweltverträglichkeit von Bauvorhaben spezialisiert hat. Keine Frage also, dass die klassische Rollenverteilung bei diesem Paar nicht gültig ist. Johanna verdient um einiges mehr als Carl und das sorgt für Verstimmung. <br />
<br />
Der zweite Knackpunkt sind ihre Hobbies: Johanna ist ehrgeizig und sportlich. Das Surfen ist für sie eine immer wiederkehrende Herausforderung, die es zu meistern gilt. Carl hingegen frönt lieber einer ruhigen Gelassenheit. Sein Steckenpferd ist der Wein. Als Mitglied eines Weinclubs reist er zu Weinmessen und besucht Winzer. Bei einer solchen Messe lernt er Maria, eine fesche burgenländische Winzerin, kennen und bemerkt, dass Maria und er auf einer Wellenlänge sind. Maria ist auch der Grund, warum Carl Urlaub in Burgenland machen will.<br />
<br />
Maria ist so ganz anders als Johanna: naturverbunden, humorvoll und nicht so verbissen. Trotzdem versucht sie ebenso ehrgeizig den familiären Betrieb zum Erfolg zu führen. Kein Wunder also, dass sich der belesene Deutsche in die burgenländische Unkompliziertheit verliebt. Johanna hingegen sucht nach Bestätigung und findet diese im knackig-jungen Hansi, dem Leiter einer Surfschule am Neusiedlersee. <br />
<br />
Es kriselt zwischen Johanna und Carl. Dann findet Carl Maria tot in einer Blutlache auf ihrem Hof. Aus dem Augenwinkel sieht er noch, dass ein Mann davon läuft. Um die Misere zu komplettieren, wird Carl von der Polizei als Hauptverdächtiger abgestempelt. Da er von dieser Seite und auch von Johanna keine Hilfe erwarten kann, beginnt Carl auf eigene Faust Nachforschungen zu betreiben. Unterstützung findet er in der Vereinigung von Winzerinnen, genannt "Die Sieben". Können Sie ihm helfen, zu klären, warum Maria umgebracht wurde? Und welche Rolle spielt der Parade-Blöndl Hansi? Wird Johanna - verblendet durch ihre übersteigerte Selbsteinschätzung aufs Glatteis geführt?<br />
<br />
Der Roman überzeugt weniger durch Spannung und gefinkelte Handlungselemente. Die Liebe zum Wein, zur Natur und letztendlich zur menschlichen Psyche ist es, was Paul Grote am Herzen liegt. Die Charaktere, ihr Wesen und ihr Denken, werden detailreich und plastisch beschrieben - allerdings hätte er weniger gängige Klischees einsetzen können. Schön hingegen sind seine Skizzierungen der burgenländischen Landschaft. Noch besser sind die Ausführungen über Wein und Weinanbau. Man merkt, dass der Autor hier zu Hause ist. "Verschwörung beim Heurigen" ist kein Buch mit viel spannungsgeladener Kraft. Es ist vielmehr ein genüsslicher Roman für Fans kulinarischer Krimis.<br />
<br />
<blockquote><br />
"Er ist ein Blender!"<br />
"Wer? Wen meinen Sie?" Carl Breitenbach blickte sein Gegenüber bestürzt an, dann begriff er. "Ach so", sagte er gedehnt, "ich dachte, Sie meinen...", er zögerte wieder unentschlossen.<br />
Der Fremde kicherte vor sich hin. "Den Winzer?" Er neigte abwägend den Kopf. "Nein ... ich meinte natürlich den Wein."<br />
Carl blickte den Fremden an, dann in sein halbvolles Glas, er war sich nicht sicher, was er von ihm zu halten hatte. Ton und Gesichtsausdruck es Mannes ließen ihn zweifeln, besonders sein süffisantes Lächeln. Man hätte es als überheblich deuten können, oder als eine Art Abgeklärtheit, ein solches Urteil mit so viel Selbstverständlichkeit auszusprechen. Da war viel vorsichtiger, schon aus Unsicherheit. In seinem Beruf konnte er sich zwar nicht um Entscheidungen drücken, aber beim Wein war er nur zu schnell bereit, sein Urteil zu revidieren. Verlegen wich er dem Blick des Fremden aus, hob das Glas an die Nase und nahm so viel wie möglich von dem fruchtigen Duft des Weins in sich auf.<br />
Er kostete, bewegte den Wein im Mund, kaute ihn, wie er es gelernt hatte, ließ sich auf den Geschmack ein, auf Süße und Säure, die man nur schmecken konnte - und kam zum selben Ergebnis. Dieser Chardonnay war ein Blender. Und Carl sagte, ohne sich anbiedern zu wollen: "Gewiss, ein Blender. Nur komisch", er hielt kurz inne, "dass ich nicht gleich darauf gekommen bin."<br />
"Wäre ein schlechter Blender, wenn man ihm sofort auf die Schliche käme", erklärte ihm der Fremde, "so ein Wein hätte den Namen nicht verdient. Auch ein negatives Prädikat muss man sich erarbeiten. Blender muss man machen können. Das schafft nur ein fähiger Winzer - oder Önologe."<br />
Jetzt schnüffelte der Fremde seinerseits am Glas, zuerst mit dem linken und dann mit dem rechten Nasenloch.<br />
Carl nickte mehrmals, als müsse er seinen eigenen Eindruck bestätigen, er runzelte die Stirn. "Sie meinten doch den Winzer, ist es nicht so?"<br />
Sein Gegenüber lachte. "Beantwortet sich diese Frage nicht von selbst?"</blockquote><br /> 
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        <dc:subject>Österreichisches</dc:subject>
<dc:subject>krimis &amp; thriller</dc:subject>
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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2011-04-28T19:01:57Z</published>
        <updated>2011-05-02T02:13:17Z</updated>
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        <title type="html">Martin Langfield: Maleficus</title>
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                Dieses Buch trägt als (deutsch übersetzten) Titel das lateinische Adjektiv "maleficus", was soviel wie "etwas böses tuende" und auch "zauberisch" bedeutet. Der englische Autor Martin Langfield hat eines der übelsten Dinge dieser Welt zum Thema für seinen 2009 erschienenen Mystery-Roman gemacht und es mit altem Okkultismus verwoben. Am 30. Juni 1944 platziert Isambard (das personifizierte Böse mit grünen Augen) eine Bombe im Zentrum Londons mit dem Ziel, nicht nur die Stadt komplett auszulöschen sondern auch den Nazis zum Endsieg zu verhelfen. Eine Gruppe von Leuten mit übersinnlichen Kräften können den Anschlag zwar nicht verhindern, aber den Aufschlag der Bombe "einfrieren". Exakt 63 Jahre später fängt jedoch dieser Schutz zu bröckeln an und das Geschehen wiederholt sich. Die Geschichte über Verrat und Vergebung spielt in London und Paris während des 2. Weltkrieges und der Gegenwart. Das Spiel mit einer Vielzahl an Charakteren, okkulten Symbolen und unterschiedlichen Zeitsträngen ist dem Autor durchaus gelungen. Peter ist ein Bastard. Es heißt, seine französische Mutter sei von einem Nazi vergewaltigt worden. Eine geheimnisvolle Nachricht mit dem Inhalt, dass sein Vater in Berlin zu finden sei, verleitet Peter 1934 nach Berlin zu reisen. Gleich nach seiner Ankunft wird er in eine neu gegründete SS-Akademie geschickt. Dort soll er nicht nur mehr über Okkultismus und Alchimie lernen, sondern er wird vor allem einem harten Überlebenstraining unterzogen. Sein Chef und Mentor ist Isambard, ein Mann ohne Alter und Mitgefühl und - wie sich später herausstellt - das kranke Gehirn hinter der Massenvernichtungswaffe. Seitdem Peter unter seinen Fittichen steht, kann er sich Isambards Einfluss nicht mehr entziehen. Er wird beauftragt ein geheimes Manuskript von Isaac Newton zu stehlen, in dem die Herstellung einer ultimativen Kraft, dem <em>geheimen Feuer</em>, beschrieben ist. Mit Hilfe dieses Feuers will Isambard nicht nur London in Schutt und Asche legen sondern auch dem Nationalsozialismus zum Sieg verhelfen.<br />
<br />
New York 2007: Robert ist verzweifelt, denn seine Frau wurde entführt. Er bittet seinen alten Freund Horace um Hilfe, der ihm rät, rasch nach London zu kommen. Horace, der von der Wiederholung der Ereignisse von 1944 weiß, informiert Robert darüber, dass ihnen nur noch vier Tage bleiben, um die Katastrophe abzuwenden. <br />
<br />
<blockquote>"Was geschah 1944?", platzte er schließlich heraus.<br />
"Die Waffe ging los", flüsterte Horace. "Isambard hatte tatsächlich Erfolg, bis zu einem gewissen Grad. Aber sie wurde eingedämmt. In der Zeit eingefroren. In gewisser Weise explodiert sie immer noch, direkt um uns herum, aber in einer anderen Zeit. Ich weiß nicht genau, wie sie eingedämmt wurde, obwohl ich zum Teil und unwissentlich, daran beteiligt war. Aber wenn wir Katherine helfen wollen, müssen wir es herausfinden. Denn die Wirkung geht zu Ende."<br />
"Sie löst sich auf?"<br />
Ein Name blitzte in Roberts Geist auf. <em>Margaret</em>.<br />
"Sehr schnell. Und wenn sie vollständig abgebaut ist ..."<br />
"Explodiert sie. Jetzt in der Gegenwart."<br />
"Die Wirkung in der Gegenwart wird sein, als wäre eine gigantische Bombe hochgegangen. Sie wird London und ganz Südostengland zerstören. Alles, was in dem betroffenen Gebiet seit dem 30. Juni 1944 gebaut wurde - <em>jeder, der in dem betroffenen Gebiet seit dem 30. Juni 1944 geboren wurde und seine Nachkommen</em> -, wird aufhören zu existieren, bis zur Gegenwart. <em>Katherine</em>. Ein Genozid über Generationen. Aber das ist noch nicht alles."<br />
Robert starrte Horace ungläubig an. "Was könnte noch schlimmer sein?"<br />
"Tatsächlich wird die Waffe 1944 explodieren. Sie wird die Invasion der Alliierten in der Normandie zum Stillstand bringen und alle alliierten Führer und Kommandeure in England töten. Südostengland ist ein rauchendes Trümmerfeld, der Rest ein hungerndes, geschlagenes Land. Die Nazis werden ihre Aufmerksamkeit der Ostfront zuwenden können. Vielleicht siegen sie, vielleicht wir dien blutiges Patt erreicht. Die Nazis überleben, Vielleicht florieren sie sogar. Amerika zieht sich zurück, noch nicht in der Lage, die Atombombe zu bauen, und Europa bleibt eine totalitäre Hölle."<br />
"Eine Zeitbombe."<br />
"Jetzt verstehen Sie. Das Geheime-Feuer-Gerät ist eine Variation der Waffe, die wir in Manhattan gesehen haben. Nur empfänglicher für ... zeitliche Unterbrechung."<br />
"Und sie geht am 30. Juni hoch? Kann man sie aufhalten?"<br />
"Wir haben noch vier Tage. Ich muss in London bleiben, um mehr übe das Material in Erfahrung zu bringen, das Adam hinterlassen hat. Sie müssen in die Fens reisen, um mehr über die Vergangenheit Ihrer Familie herauszufinden. Ich kann nicht weit sehen, was das betrifft, aber dort liegt die Lösung. Es gibt einen Mann, mit dem Sie reden sollten, am besten heute noch, einen alten Freund von Harry namens Romanek."<br />
"Horace." Robert ließ nicht locker. "Lässt sich die Explosion aufhalten?"<br />
"Ich weiß es nicht."<br />
"Sie vergessen Katherine."<br />
"Nein. Der schnellste Weg, ihr zu helfen, besteht darin, diejenigen zu besiegen, die wollen, dass diese Katastrophe passiert. Besiegen Sie Isambard."</blockquote><br />
<br />
Martin Langfield präsentiert einen ausgeklügelt konstruierten Roman, in dem versucht wird, historische Ereignisse mit Mystery zu verknüpfen. Die sich abwechselnden zeitlichen Handlungsebenen und Erzählperspektiven machen den Roman spannend und lebhaft. Allerdings geben einem die wiederkehrenden Beschreibungen der Nazi-Symbole (Hakenkreuz, Runen, schwarze Lederuniformen) und ihre noch sehr bestimmende Bedeutung in der Gegenwart ein flaues Gefühl. Vielleicht ein Grund, warum dieser Roman im deutschsprachigen Raum noch nicht sehr bekannt ist.<br /> 
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        <dc:subject>Nationalsozialismus</dc:subject>
<dc:subject>Science Fiction/Fantasy/Mystery</dc:subject>

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            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2011-04-19T23:36:00Z</published>
        <updated>2011-08-16T23:05:35Z</updated>
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        <title type="html">Georg Haderer: Ohnmachtspiele</title>
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                Mit Georg Haderer gesellt sich ein junger Autor zu der österreichischen Szene der Krimi-Autoren und das ist gut so! Denn solange es hoffnungsreichen Nachwuchs auf diesem Sektor gibt, können sich Bücherratten eines spannenden Lesestoffs sicher sein. Der aus Kitzbühel stammende Haderer legt mit "Ohnmachtsspiele" seinen zweiten Krimi-Roman vor, der sich - wie auch sein erstes Buch - vom Mainstream deutlich abhebt. Er überzeugt mit einer gut konstruierte Handlung, pointierten Seitenhieben auf die österreichische Gesellschaft/Politik und einem sorgfältig gesponnenen Protagonisten mit Ecken und Kanten.  Polizeimajor Schäfer von der Wiener Kriminaldirektion ist eigentlich im Krankenstand, genauer gesagt, in Therapie. Depressionen und Angstzustände plagen den Ermittler. Auch der Therapeut kann dem eigensinnigen Patienten nicht wirklich weiterhelfen. Als ihn sein Kollege Bergmann auf der Sprachbox die Nachricht hinterlässt, er sollte doch zu einer Wasserleiche am Alberner Hafen kommen (die Personal-Knappheit verlangt nach einem zusätzlichen Experten), begibt sich Schäfer ohne zu zögern an die Ufer der Donau. Vorerst sieht alles so aus, als ob die Leiche, die Lehrerin Sonja Ziermann, durch einen Unfall oder durch Selbstmord ums Leben gekommen wäre. Etwa später wird eine weitere, weibliche Wasserleiche gefunden. Dieses Mal allerdings wird die Frau ertrunken in der eigenen Badewanne gefunden. Bei dieser Toten schaut's schon etwas mehr nach Fremdtötung aus. Noch etwas später gesellt sich zu den Frauen noch ein Drogensüchtiger, der in einem Wald verscharrt gefunden wird. Zu guter Letzt  verunglückt auch noch der Mann des zweiten Opfers (die Frau in der Badewanne) mit dem Auto. <br />
<br />
Vier Leichen, von denen man nicht weiß, was zu ihren Tod geführt hat und zwischen denen offenbar kein Zusammenhang besteht. Doch Schäfer ist clever und ziemlich kreativ, was Mordtheorien betrifft. Als beim vierten Opfer im Handschuhfach des Autos eine Spielkarte mit dem Bild des Laubkönigs gefunden wird, kommt Schäfer ins Grübeln... Kann es sein, dass sich der Mörder seine Opfer nach den Blättern der Schnapskarten aussucht?<br />
<br />
"Ohnmachtspiele" lebt durch seinen Protagonisten, dem Major Schäfer, einem sehr widerspenstigen Charakter: Durch seine Arbeit und seiner Erfolgsquote ist er so was wie ein Held, tief im Inneren fühlt er aber das Gegenteil. Psychische Belastungen in der Vergangenheit haben in nicht nur aus der beruflichen Spur geworfen. Und eigentlich mag er gar kein Polizist sondern lieber Kindergärtner sein. Aber Schäfer ist auch ein Beißer, ein Grantler und Dissident. Und er kann vor einer Aufgabe nicht flüchten. Schon gar nicht, wenn es um ein Verbrechen geht. Noch weniger, wenn jemand von weiter oben etwas anderes behauptet. Das ist es auch, was einen weiteren Konfliktstoff in diesem Roman hergibt. Haderer verknüpft die Kriminalgeschichte mit politischen Entwicklungen auf geschickt satirische Weise und ohne dabei den Leser oder die Handlung zu strapazieren.<br />
<br />
<blockquote>Um fünf vor zehn machte sich Schäfer auf zu seinem Termin mit dem Oberst. Als er dessen Büro betrat, stand Kamp mit dem Rücken zu Schäfer und schaute durch die Glasfront auf die Stadt hinaus.<br />
"Ich hatte gestern das Vergnügen, mit dem Polizeipräsidenten und dem Innenminister zu Abend zu essen", begann er das Gespräch.<br />
"Und? Hat wenigstens das Essen geschmeckt?"<br />
Kamp drehte sich um und sah Schäfer durchdringend an. <br />
"Hirschrücken ... war ganz in Ordnung." Er setzte sich hinter seinen Schreibtisch, deutete Schäfer, Platz zu nehmen, schaute an die Decke und seufzte.<br />
"Es geht um die Statistik", sagte er schließlich und sah Schäfer in die Augen.<br />
"Zahlen ... nicht schon wieder."<br />
"Doch, schon wieder ... die Reform, das ‚Jahrhundertprojekt’, wie Minister Stöger meint, zeigt nicht den Erfolg, den er sich erwartet hat."<br />
"Na ja ... Hitler war mit dem Zweiten Weltkrieg schlussendlich auch nicht ganz zufrieden."<br />
"Sparen Sie sich solche Bemerkungen, Major." Kamp richtete sich in seinem Sessel auf und stützte die Ellbogen auf den Schreibtisch. "Wir wissen intern alle, woran wir sind und was der Minister mit dieser Reform angerichtet hat. Das alles ist eine ... nun gut, auf jeden Fall wollen die Herren zum Jahreswechsel Bilanz ziehen und bei den Ressorts, die am meisten Öffentlichkeit haben, Verbesserungen präsentieren."<br />
"Die haben wir nicht."<br />
"Das ist mir auch klar. Es geht hier auch nicht um ... Wirklichkeiten, sondern um eine Erfassung, die ein positives Licht auf unsere Arbeit und vor allem auf die Reform wirft."<br />
"Bilanzfälschung", sagte Schäfer trocken. Kamp warf ihm einen leeren Blick zu, erhob sich aus seinem Sessel und ging wieder zum Fenster.<br />
"Einbruch, Raub, Gewaltdelikte, das interessiert die Medien, und hier will der Innenminister zumindest keine Verschlechterung zum Vorjahr."<br />
"Und was heißt das für uns? Dass wir ein Leichranking machen und die Toten, die keinem auffallen, verschwinden lassen? Mit der Bestattungsnovelle fallen sowieso genug Fremdtötungen unter dem Tisch..."<br />
"Das ist nicht belegt ..."<br />
"Na, wie soll auch belegt sein, was niemand belegen kann, weil nicht obduziert wird?" machte Schäfer den Oberst auf diesen Widerspruch aufmerksam.<br />
"Wie auch immer", erwiderte Kamp müde, "es geht darum, Prioritäten zu setzen ... vor allem im Hinblick auf unsere eingeschränkten Ressourcen. Der Fall dieser jungen Frau beispielsweise ..."<br />
"Sonja Ziermann ..."<br />
"Richtig. Das war offensichtlich ein Unfall", sagte Kamp und fuhr nach einer Pause fort: "Ich kenne Sie jetzt lange genug, Schäfer, und ich weiß, wie Sie sich in einen Fall verbeißen können. Das ist auch genau das, was ich von einem guten Polizisten erwarte, aber ..."<br />
"Aber zum Jahresende hin schreiben wir ab, was wir abschreiben können, schauen, was als Selbstmord, Unfall oder natürlich durchgehen könnte, und machen dem Stöger ein nettes Weihnachtsgeschenk aus strahlenden Zahlen. Das ist keine Kriminalarbeit, das ist Politik."<br />
"Und was glauben Sie, wo Sie sich hier befinden? Auf Gut Schäfersloh? Diese Anweisungen kommen nicht von mir, das wissen Sie. Und Sie wissen auch, dass es eine Befehlskette gibt und in welche Richtung die verläuft. Also räumen Sie bitte Ihre Akten auf, schließen Sie diesen Fall ab, bringen Sie diese beiden Fälle vom Sommer ins Reine, setzen Sie Ihre Leute auf die wesentlichen Aufgaben an und unterstützen Sie mich, so gut Sie können, um diesem Chaos hier Herr zu werden. Ich habe Sie oft genug gedeckt, Schäfer, ohne mich hätten sie allein in den letzten beiden Monaten zwei Disziplinarverfahren am Hals gehabt, also springen Sie jetzt einmal über Ihren Schatten und befolgen Sie die Instruktionen. In zwei Jahren sind Wahlen, dann alles wieder ganz anders aussehen. Bis dahin heiß es durchhalten."<br />
"Wahlen, ja ... das haben wir beim letzten schwarzen Innenminister auch gehofft, dass es nach den Wahlen besser wird... und? Der neue ist noch der größere Idiot ... diese ignoranten, bonierten ..."<br />
"Darüber könne wir gern einmal außerhalb der Dienstzeit reden, Major", unterbrach ihn Kamp, "seien Sie ein bisschen vorsichtiger mit solchen Äußerungen". Dann setze er sich wieder an seinen Schreibtisch und schlug eine Aktenmappe auf.</blockquote><br />
<br />
Liebhaber österreichischer Krimis sollten Georg Haderer unbedingt im Auge behalten. Wir hoffen, dass es noch viel, viel Stoff von diesem ambitionierten Autor geben wird! "Ohnmachtspiele" sowie der erste Krimi "Schäfers Qualen" sind im Haymon Verlag (Innsbruck) erschienen. <br />
<br />
<a href="http://www.haymonverlag.at/page.cfm?vpath=buecher/buch&titnr=630" title="Mehr Infos und Bestellmöglichkeit beim Haymon Verlag" target="_blank">» Beim Haymon Verlag gibt es mehr Infos über Georg Haderer. Bei Interesse kannst du seine Bücher auch dort gleich bestellen.</a><br />
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<a href="http://www.georghaderer.com" title="Website von und über Georg Haderer" targer="_blank">Website Georg Haderer</a><br /> 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>Österreichisches</dc:subject>
<dc:subject>Krimis &amp; Thriller</dc:subject>
<dc:subject>Wiener Krimi</dc:subject>

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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/archives/267-Jon-Krakauer-In-eisige-Hoehen.html" rel="alternate" title="Jon Krakauer: In eisige Höhen" />
        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2011-03-15T20:41:55Z</published>
        <updated>2011-03-15T23:01:23Z</updated>
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        <title type="html">Jon Krakauer: In eisige Höhen</title>
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                Manchmal dümpeln Bücher in den Tiefen unseres Regals herum und irgendwann kommen sie hervor - man pustet den Staub vom Deckel und denkt sich, warum eigentlich nicht... Der Untertitel dieses Buches "Drama am Mount Everest" klingt ja recht spannend, wird aber die meisten von uns nicht gerade dazu bringen dem Buch eine wirkliche Chance zu geben. Ausser man ist Bergsteiger, Extrem-Sportler oder man hat gerade wirklich nichts Besseres zu tun. Es kann aber dann passieren, dass man trotz Vorbehalte angenehm überrascht wird. <br />
Dieses Buch handelt von einer tödlichen Tragödie, die sich 1996 am höchsten Berg der Welt abgespielt hat. Vier Expeditionsteams mit insgesamt 33 Leuten befinden sich auf dem Weg zum Gipfel und werden von einem Schneesturm überrascht. Nur wenige schaffen mit letzter Kraft den kräftezehrenden Abstieg. Der Journalist und Bergsteiger Jon Krakauer, der selbst an der Expedition teilnimmt, dokumentiert den Hergang auf eindrückliche Weise und gibt noch zusätzliche interessante Infos über den Berg und seine Geschichte.  <blockquote>Falls es einen trostloseren, unwirtlichen Ort auf diesem Planeten gibt, hoffe ich, ihn nie zu sehen. Wenn der Jetstream auf das Everest-Massiv trifft und durch die V-förmigen Umrisse des Südsattels gepreßt wird beschleunigt der Wind auf unvorstellbare Geschwindigkeit. Häufig blasen am Sattel stärkere Winde als auf dem Gipfel. Anfang des Frühlings fegen fast ständig orkanstarke Böen über den Südsattel, und so ist es nicht verwunderlich, daß er sich als nackte, kahle Fels- und Eislandschaft präsentiert, selbst wenn auf den angrenzenden Hängen tiefer Schnee liegt. Alles, was nicht an Ort und Stelle festgefroren ist, wird nach Tibet gefegt.</blockquote><br />
<br />
Pfade, von Leichen gepflastert, zwischen Felsen und Eis leere Sauerstoffflaschen, das Wetter unberechenbar und die Luft so dünn, dass man ohne die entsprechende körperliche Konstitution kaum lange überleben würde. Wer meint, wer diesen Berg besteigt, müsse verrückt sein, wir wohl recht haben. Und trotzdem ist in den 90er Jahren ein regelrechter Run auf den Mt. Everest. Immer mehr kommerzielle Expeditionen verkaufen den Gipfelsieg um teures Geld, und nicht alle Teilnehmer bringen die dafür notwendigen Voraussetzungen für ein derartiges Wagnis mit. <br />
<br />
<blockquote>Unglücklicherweise sind gerade jene, die darauf programmiert sind, Schmerzen einfach zu ignorieren und immer weiter gen Gipfel zu steigen, regelmäßig auch darauf programmiert, die Zeichen großer, nahe bevorstehender Gefahren zu übersehen. Dem entspringt ein zentrales Dilemma, in dem sich jeder Everest-Bergsteiger irgendwann befinden wird: Nur wer extrem motiviert ist, kommt durch, aber wer übermotiviert ist, findet möglicherweise den Tod. Darüber hinaus wird in Höhen über 8000 Meter die Trennungslinie zwischen angemessenem Eifer und versessenem Gipfelfieber immer dünner. Kein Wunder also, daß die Flanken des Everest von Leichen übersät sind.</blockquote><br />
<br />
Der Amerikaner <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jon_Krakauer" title="Mehr über Jon Krakauer">Jon Krakauer </a>arbeitet als Journalist bei der Zeitschrift "Outside" als er den Auftrag bekommt, bei einer Everest-Expedition mitzumachen und über die überhand nehmende Kommerzialisierung des Berges zu schreiben. Zusammen mit sieben anderen Mitgliedern des Expeditionsteams von Rob Hall, einem neuseeländischen Bergführer, nach Nepal, ins Basislager. Bereits in der Akklimatisierungsphase kämpfen einige der Teilnehmer mit gesundheitlichen Problemen. Doch trotz Durchfall, Husten und Schlaflosigkeit brechen am 10. Mai 1996 vier Teams auf, um den Gipfel zu besteigen. <br />
<br />
Ein Vorhaben, das für viele tödlich endet. Ein unerwarteter Wettereinbruch, Verzögerungen beim Aufstieg und organisatorische Ungereimtheiten lassen die schlimmsten Befürchtungen wahr werden. Diejenigen, die nicht vor dem Gipfel in Eis und Fels erfrieren und es ins Lager schaffen, sind in einer dermaßen schlechten Verfassung, dass an einen weiteren Abstieg nicht zu denken ist. Auch nicht daran, den noch oben Verbliebenen zu helfen.<br />
<br />
<blockquote>Er wandte sich Beck zu, der sechs, sieben Meter weiter lag. Auch Becks Kopf war mit einem dicken Eispanzer überzogen. Weintraubengroße Eiskugeln verfilzten sein Haar und seine Augenlider. Nachdem er Becks Gesicht von den gefrorenen Ablagerungen befreit hatte, stellt Hutchison fest, daß auch der Texaner loch lebte. "Beck hat irgendwas vor sich hin gemurmelt, glaube ich, aber ich hab's nicht verstanden. sein rechter Handschuh fehlte, und er hat verheerende Erfrierungen gehabt. Ich hab dann versucht, ihn aufzurichten, aber es ging einfach nicht. Er war dem Tod so nah, wie ein Mensch nur sein kann, der trotzdem noch atmet."<br />
Völlig erschüttert ging Hutchison zu den Sherpas hinüber und fragte Lhakpa um Rat. Lhapka, ein alter Hase auf dem Everest, der wegen seiner Bergerfahrung sowohl von den Sherpas als auch den Sahibs respektiert wird, riet Hutchinson eindringlich, Yasuko und Beck liegenzulassen. Selbst wenn man sie noch lebend ins Camp Vier schleppen könnte, würden sie mit Sicherheit sterben, bevor sie ins Basislager gebracht werden könnten. Und ein Bergungsversuch würde ganz sinnlos das Leben der anderen Bergsteiger auf dem Sattel gefährden, von denen die meisten genug Schwierigkeiten hatten, es halbwegs unversehrt nach unten zu schaffen.</blockquote><br />
<br />
Mehr Infos: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ungl%C3%BCck_am_Mount_Everest_%281996%29" title="Über das Unglück am Mount Everest 1996">Über das Unglück am Mount Everest 1996</a><br /> 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>Abenteuer</dc:subject>
<dc:subject>Sonstige Bücher</dc:subject>
<dc:subject>spannend</dc:subject>
<dc:subject>Wahres</dc:subject>

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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/archives/265-Michael-Gerwien-Alpengrollen.html" rel="alternate" title="Michael Gerwien: Alpengrollen" />
        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2011-03-09T21:27:00Z</published>
        <updated>2011-03-09T21:29:38Z</updated>
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        <title type="html">Michael Gerwien: Alpengrollen</title>
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                Kitzbühel hat zu München eine besondere Affinität - und umgekehrt. Nicht zuletzt durch ihre gemeinsame Vorliebe für den Wintersport. Warum sollte diese Tatsache also nicht als Basis für einen Alpen-Krimi verwendet werden? Zumal der Autor a) in München lebt und b) ein begeisterter Schifahrer ist. Gerwiens Held in "Alpengrollen" ist Max, ein früh-pensionierter Kommissar aus München, der eigentlich nur seinen Schi-Urlaub in einem Wellness-Tempel in Kitzbühel verbringen und das Hahnenkammrennen ansehen möchte. Doch nichts klappt: Sein Auto ist kurz vorm Verrecken und sein Luxus-Zimmer in Kitzbühel vergeben. Noch dazu nerven ihn die Anrufe seiner Freundin Monika. Er solle doch bitte schauen, wo Sabine steckt. Sabine ist die Tochter ihrer Freundin Annie, die sich bereits gehörig Sorgen macht, weil das Mädchen - ebenfalls auf Schi-Urlaub in Tirol - sich seit Tagen nicht gemeldet hat. Max landet in einer netten Pension in der Nachbargemeinde St.Johann - just in der Unterkunft, in der auch Sabine übernachtet hat bevor sie verschwunden ist. Doch bevor es ans Ermitteln geht, wird erst ein paar mal flott die Piste runter gewedelt.  Ziemlich halbherzig macht sich Max daran, herauszufinden, wo Sabine stecken könnte. Sonne, Schnee, fesche Holländerinnen und der Wunsch, seinen Urlaub zu genießen, bringen Max des öfteren in einen Gewissenskonflikt. Seine Recherchen führen ihn aber dann auf die Spur eines Münchners, der mit Sabine zuletzt gesehen worden ist. Max lässt seine alten Beziehungen zur bayerischen Polizei spielen und der Fall scheint daraufhin gelöst zu sein. Doch schwarze Limousinen, schrankartige Russen und eine Tote auf der Streif geben ihm zu denken und wecken seine kriminalistischen Instinkte.<br />
<br />
"Alpengrollen" ist Michael Gerwiens erster Krimi-Roman, der schon allein wegen des Helden nicht sein letzter sein wird. Der Ex-Kommissar wird nicht zu ausführlich charakterisiert. Es bleiben am Ende noch Fragen zu seiner Person offen und der Autor hat sich damit genügend Spielraum für Folgeromane geschaffen. Gerwiens Schilderungen über den Ur-Münchner in Tirol sind stellenweise witzig und zutreffend, auch wenn man insgeheim hofft, dass so manches doch erfunden wäre:<br />
<br />
<blockquote>"Da. Riech mal hier dran!", forderte sie ihn auf. Sie hatte den Hundenapf hochgenommen und hielt in Max vors Gesicht.<br />
"Ja, brutal!", rief er aus. "Das rieche sogar ich. Das ist Strohrum. Eindeutig. Welcher Depp hat denn dem armen Tier dieses Zeug da hineingekippt?" Er bedeutete ihr mit einer schnellen Geste, das Corpus Delicti wieder dort abzustellen, wo es hingehörte, bevor noch einem von ihnen schlecht würde. Schließlich waren sie gerade erst dabei, vollständig auszunüchtern.<br />
"Bestimmt ein betrunkener Depp. Oder?", meine Johanna.<br />
"Sicher." Max nickte nachdenklich.<br />
"Aber der Hund lebt ja noch", sagte sie. "Schau mal, wie er atmet. Der kommt bestimmt wieder zu sich, wenn er ausgeschlafen hat. Wir sollten Maria aber trotzdem Bescheid geben."<br />
"Okay. Ich lauf schnell rein und sag es ihr", verkündete er und war schon weg.<br />
Wenig später kehrte er mit der Wirtin im Schlepptau zurück.<br />
"Tatsächlich. Der ist blau wie ein Veilchen", bestätigte sie, als sie in die Hütte hineingerochen hatte. "Aber der wird schon wieder, der Rex. Letztes Jahr hat ihm jemand zwei Liter Wein in einer Plastikschüssel vor die Hütte gestellt. Auch beim Hausball. Die hat er bis auf den letzten Tropfen leer gemacht. Er trinkt anscheinend gern, so wie es aussieht. Damals hat er sich ganz schnell wieder erholt."<br />
Die sind ja echt schräg drauf hier oben, dachte Max. Da muss ich meinem guten alten Vater glatt recht geben. Je näher man der österreichischen Grenze kommt, desto skurriler werden die Leute.</blockquote><br />
<br />
Der Roman gewinnt durch erzählerische Einschübe über ein Mädchen, das geknebelt und gefesselt in einem dunklen Raum liegt und von dem der Leser vermutet, dass es Sabine ist. Die Schilderungen über ihre körperliche Verfassung lässt einen schaudern und gleichzeitig weiter umblättern. Im Kontrast dazu ist es Gerwien gelungen, mit Pulverschnee, Hüttengaudi und einer fürsorglichen Wirtin winterliche Urlaubsstimmung aufzubauen. Da macht es auch nichts, wenn das eine oder andere aus der tiefen Kiste touristischer Klischees hervorgeholt wurde. Das Buch hätte mich mehr überzeugt, wenn das Ende (und damit die Aufklärung des Falls) nicht durch einen herkömmlichen Zufall bestimmt würde.<br />
<br />
» <a href="http://www.mgerwien.de/e-publix/Texte-d0000002.html" title="Leseprobe" target="_blank">Leseprobe "Alpengrollen"</a> 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>Bayrisches</dc:subject>
<dc:subject>krimis &amp; thriller</dc:subject>
<dc:subject>Tirol</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2011-03-03T22:31:34Z</published>
        <updated>2011-03-04T00:22:17Z</updated>
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        <title type="html">Lilith Saintcrow: Feuertaufe</title>
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                Es müssen nicht immer Vampire sein. Für jene, die mal eine Abwechslung brauchen, kann Saintcrows Serie rund um die Kopfgeldjägerin Dante Valentine eine Alternative sein. Dante ist eine Nekromantin und seit dem ersten Buch auch Halb-Dämonin und Geliebte des Ex-Dämons Japhrimel. "Feuertaufe" (<em>The Devil’s Right Hand</em>) ist der dritte Teil: Mittlerweile hat sich Dante an ihren körperliches Update gewöhnt und auch an das Mal auf ihrer Schulter, das ihr der Teufel als Zeichen ihrer Zugehörigkeit zu Japhrimel eingebrannt hat. Mit Japhrimel zieht sie sich in eine Landhausvilla zurück und beginnt ihr Leben zu genießen. Doch da flattert die nächste Einladung des Teufels ins Haus, in der Luzifer Dante in sein höllisches Büro zitiert. Er verpflichtet sie für sieben Jahre als seine rechte Hand zu arbeiten und erteilt ihr den Auftrag, vier abtrünnige Dämonen einzufangen. Dante hat keine Möglichkeit dem Teufel eine Abfuhr zu erteilen und beschafft sich für die neue Aufgabe erstmal Hilfe. Mit Japhrimel und einer Söldner-Truppe heftet sie sich auf die Spuren der Dämonen. Doch je mehr sie erfährt, desto verwirrender wird der Auftrag und auch Japhrimels Verhalten wird immer seltsamer. Steckt er gar mit dem Teufel unter einer Decke? Kann sie ihrem Geliebten mit den schwarzen Flügeln noch trauen? <blockquote>"Ich möchte deine Dienste in Anspruch nehmen, Nekromantin. Und ich bin bereit, dafür jeden Preis zu zahlen."<br />
<em>Leck mich am Arsch! Ich arbeite nicht für den Teufel. Das letzte Mal habe ich meine Lektion gelernt.</em> Mein Mund war trocken wie ein Fass reaktiver Farbe. "Was soll ich für dich erledigen?"<br />
"Du genießt bei den Menschen großen Respekt, Nekromantin. Ich brauche eine neue Rechte Hand."<br />
<br />
Ich blinzelte, sah mir seine rechte Hand an und - ich konnte nicht anders - zählte die Finger. Fünf. Wie bei einem Menschen. Beziehungsweise vier Finger und ein Daumen, wenn man es ganz genau nehmen will.<br />
"Wie es ausschaut, hast du deine noch", platzte es aus mir heraus, und das Lächeln verschwand so schnell von Luzifers Gesicht, dass es mich nicht gewundert hätte, wenn es zu Boden gefallen und auf dem Steinboden zersprungen wäre. Die Kathedrale hallte von leisen Geräuschen wider: Geflüster, Gemurmel, Lachen. Ein dreckiges Lachen von der Sorte, wie man es in Albträumen zu hören bekommt.<br />
"Mach dich nicht über mich lustig, Valentine." Der Smaragd auf seiner Stirn funkelte so ähnlich wie der Japhrimels, als ich ihm das erste Mal begegnet war. Dann erst begriff ich den Sinn seiner Worte. Japhrimels war Luzifers "Rechte Hand" gewesen, sein ältester Sohn, getreuer Leutnant und Auftragsmörder.<br />
<em>Rechte Hand? Was soll der Scheiß? Ich kann nicht in der Hölle leben.</em> Mich befiel ein Anflug von Panik.<br />
Dann brach jemand in Gelächter aus. Beinahe hätte ich Japhrimels Stimme nicht erkannt. Sie dröhnte und donnerte durch die ganze Kathedrale. Staub löste sich vom Dach, Steine ächzten. Eine der Bankreihen verschob sich leicht unter dem Ansturm des Lärms. Das Mal an meiner Schulter flammte vor Begeisterung auf, als würde sich seine Hand in mein Fleisch bohren, um mich zu beruhigen, während seine Stimme die Luft zerriss.</blockquote><br />
<br />
Es ist eine post-apokalyptische Welt, die Saintcrow inszeniert. Das urbane, futuristische Setting und die vorherrschende Weltuntergangsstimmung ist das perfekte Ambiente für die schöne und kratzbürstige Protagonistin, der aufgrund ihrer übernatürlichen Fähigkeiten nur noch ein Vollblut-Dämon beikommen kann. Und als rechte Hand des Teufels braucht sie auch jedes Quäntchen Kraft und Geschicklichkeit, denn seltsame dunkle Wesen warten in schummrigen Hinterhöfen und Bars. Als sich Dante jedoch mit riesigen Höllenhunden befassen muss, beginnt sie langsam an sich selbst zu zweifeln. Sie fürchtet, der Aufgabe nicht gewachsen zu sein. Es dämmert ihr, dass vielleicht Luzifer mit ihrem Scheitern rechnet und das dies ein wichtiger Teil eines übergeordneten Plans sein muss. <br />
<br />
Obwohl Saintcrow zur Genüge an vergangene Geschehnisse erinnert, würde ich den Lesern, die die Serie nicht kennen, das erste Buch "<a href="http://bluecher.agunlimited.at/archives/161-Lilith-Saintcrow-Dante-Valentine-Teufelsbraut.html" title="Dante Valentine - Teufelsbraut">Teufelsbraut</a>" ans Herz legen. Die Rückblenden sind oft sehr schwammig und präsentieren keinen guten Überblick über Dantes Abenteuer. Zudem ist gerade der erste Teil mit Abstand der beste. Die Autorin hat es mit den nachfolgenden Geschichten nicht geschafft an die Faszination des ersten Romans heranzukommen. "Feuertaufe" ist eher fahrig und willkürlich erzählt und kann nicht wirklich fesseln. Sprachliche Wiederholungen, bedeutungslose Szenen und platte Charaktere zerren eher an die Nerven, als dass sie sie zu kitzeln vermögen. Schade, denn die Basis für spannende Fantasy wäre eigentlich vorhanden. 
            </div>
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        <dc:subject>Science Fiction/Fantasy/Mystery</dc:subject>
<dc:subject>Teufel</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2011-02-21T21:03:36Z</published>
        <updated>2011-02-21T23:26:30Z</updated>
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        <title type="html">Joseph Zoderer: Die Farben der Grausamkeit</title>
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                Verheiratete Leser würden sich wohl nach der Lektüre dieses Buches gut überlegen, einen Seitensprung zu wagen. Richard, ein Radiojournalist, führt ein ausgesprochen männliches Doppelleben: Obwohl sehr glücklich verheiratet, zieht es ihn in seinen Gedanken zu seiner jungen Ex-Geliebten Ursula. Auch als er sich mit seiner Familie auf einen einsamen Bergbauernhof zurückzieht, lässt ihn seine Sehnsucht nicht in Ruhe. Er beginnt als Auslandskorrespondent zu arbeiten und flüchtet in das Getümmel europäischer Hauptstädte. In Berlin, kurz bevor die Mauer fällt, trifft er auf Ursula und die einstige leidenschaftliche Liebe zwischen den beiden flammt wieder auf. Spätestens jetzt muss Richard eine längst überfällige Entscheidung treffen. "Die Farben der Grausamkeit" handelt von einer klassischen Dreiecksbeziehung und konzentriert sich ausschließlich auf Richards seelischen Innenleben. Der Südtiroler Autor Joseph Zoderer erzählt die Geschichte eines Zerrissenen und Getriebenen, die einen - auch lange nach dem Umblättern der letzten Seite -, immer noch darüber nachdenken lässt. Als Richard der jungen Redaktionspraktikantin Ursula begegnet, ist er mit Selma bereits sechs Jahre verheiratet und sein Sohn Rik macht gerade seine ersten Schritte. Richard erlebt in seiner Liebe zu Ursula alles, was eine bereits in die Jahre gekommene Beziehung nicht mehr bietet: leidenschaftliche Spontaneität und Lust. Und da Richard aber auch gleichzeitig seine Familie nicht aufgeben will und kann, beginnt er ein Doppelleben, das auf Dauer nicht gut gehen kann: <em>"Er hatte begonnen, seine Seele zu teilen, ohne es wahrzunehmen, lebte säuberlich getrennt in zwei Welten."</em><br />
<br />
Als Ursula die Beziehung beendet, atmet Richard auf und weiß gleichzeitig, dass dies auch <em>"sein Fallbeil"</em> sein wird. Richard flüchtet in die Einsamkeit. Nicht zuletzt, weil er seine Familie nicht verlieren möchte. Mit Selma, Rik und seinem zweiten Sohn Tom zieht er in ein baufälliges Haus am Berg. Gemeinsam beginnen sie es zu renovieren. <br />
<br />
<blockquote>Immer wollte er in ein anderes Land und von diesem anderen Land wieder in ein anderes Land und von einer anderen Stadt in wieder eine andere Stadt. Aber plötzlich, von einem Tag auf den anderen oder von einer Nacht auf die andere, wollte er nirgendwo mehr hin, außer hinaus in den Schnee, auf die schneebedeckten, in der Sonne glitzernden Kristallebenen, hinein in die schneegepolsterten Wälder, je weiter hinein, desto besser, desto lauter die Scheestille, desto stiller jeder innere Zwist, desto schweißtreibender der letzte Lebenswille. Er breitete die Arme aus, er dankte den schneebedeckten, den schneevergeßlichen, den schneeverschwiegenen Ästen der Fichten und Föhren. </blockquote><br />
<br />
Doch als alles her- und eingerichtet ist, als die Naturromantik zum Alltag wird, beginnt seine unstete Seele wieder zu wandern und die Sehnsucht nach Ursula an ihm zu nagen. Und er flüchtet erneut. Dieses Mal im Auftrag seines Radiosenders nach Paris, London und Berlin. Als er seine Geliebte wieder trifft und an der  einstigen Beziehung anknüpft, glaubt er, seine Erfüllung gefunden zu haben. Doch da spielt Ursula nicht mit. Nicht einmal dann, als sie ein Kind von ihm erwartet.<br />
<br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Joseph_Zoderer" title="Mehr über Joseph Zoderer">Joseph Zoderes</a> Psychogramm geht bis ins kleinste Detail und entblößt regelrecht den Protagonisten und seine Ambivalenz vor dem Leser. Mit einer wortgewaltigen Sprache, die einiges an Konzentration abverlangt und einen stellenweise nach Luft japsen lässt, werden scheinbar belanglose Szenen erzählt und Richards Seele beschrieben. Kein leichter Roman zugegeben, aber einer, der nachhaltigen Eindruck hinterlässt.<br />
<br />
<a href="http://haymonverlag.hotze.info/page.cfm?vpath=buecher/buch&titnr=684 " title="Joseph Zoderer - Die Farben der Grausamkeit">"Die Farben der Grausamkeit" ist im Haymon Verlag</a> erschienen und kann auch dort bestellt werden. 
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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/archives/261-Vorgestellt-Ralph-B.-Mertin.html" rel="alternate" title="Vorgestellt: Ralph B. Mertin" />
        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2011-02-11T00:40:00Z</published>
        <updated>2011-02-12T12:56:59Z</updated>
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        <title type="html">Vorgestellt: Ralph B. Mertin</title>
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                Autoren gibt es viele, Bücher noch mehr. Umso schwieriger ist es gerade für junge Autoren dieser Binsenwahrheit zufolge auf sich aufmerksam zu machen. Einige findige Schreiberlinge machen sich die Möglichkeiten des Internet zunutze und probieren neue Konzepte aus. <br />
Wie zum Beispiel Ralph B. Mertin: Mit dem Versprechen "Jeden Montag neu: Thriller online kostenlos lesen" lockt er auf seine Website thrilleronline.de. Mertin hat sich das Ziel gesetzt, innerhalb von 24 Monaten drei Thriller zu schreiben. Jeden Montag veröffentlicht er dazu kostenlos auf seiner Website 10 bis 20 weitere Seiten zu den Geschichten, aus denen einmal Bücher werden sollen. Interessierte Leseratten haben die einmalige Gelegenheit die Entstehung eines Buches live mitzuerleben, dem Autor über die Schulter zu schauen und mitzureden. <strong>3 Romane, 2 Jahre, 1 Ziel:</strong> <br />
<br />
Auf thrilleronline.de bin ich bei einem meiner eher seltenen Aufenthalte auf Twitter gestoßen. Der Verlockung, Thriller zu lesen, die als PDF-Download kostenlos zur Verfügung gestellt werden, konnte ich nicht widerstehen. Dass dahinter ein junger Autor steht, der seine Schreibe mutig einer kritischen Lesegemeinschaft anbietet, hat mich überrascht und beeindruckt. Und auch seine spritzige Art sich auf seiner Website selbst zu präsentieren. Anlass also genug Ralph B. Mertin anzutwittern und ihn dann per Email ein bisschen auszufragen.<br />
<br />
<strong>Wer bist du, was machst du, seit wann schreibst du?</strong><br />
<br />
<blockquote>Ich schreibe solange ich denken kann und frage mich, ob das mehr über meine Hobbyleidenschaft oder mein Gedächtnis aussagt. Jedenfalls habe ich schon als kleines Kind immer gern und viele Geschichten erfunden, was nicht selten in Ärger mündete. Ich lebe in Weimar und habe dort zusammen mit meinen Eltern ein Unternehmen gegründet, das jedoch weder mit meinem Studium, noch mit meiner Leidenschaft in irgendeinem Zusammenhang steht. Ich vermute, dass es genau dieses Ungleichgewicht ist, das mich immer wieder an meine Tastatur führt.</blockquote><br />
<br />
<strong>Was ist das Konzept von thrilleronline.de?</strong><br />
<br />
<blockquote>Das Konzept von www.ThrillerOnline.de ist, dass ich beschlossen habe, die Ideen zu drei Thrillern zu Papier zu bringen und das Ganze live. Jeden Montag einer Woche werden die nächsten 10-20 Seiten von insgesamt geschätzten 1500 kostenlos online gestellt. Leser können in Forendiskussionen ihre Eindrücke wiedergeben, sowie Wünsche bezüglich der Fortsetzung anmelden.</blockquote><br />
<br />
<strong>Warum machst du das bzw. was erhoffst du dir davon?</strong><br />
<br />
<blockquote>Im Grunde kann man sagen, dass <a href="http://www.ThrillerOnline.de" title="Thriller online lesen">www.ThrillerOnline.de</a> nur eine von Millionen Seiten in dem Internetwust auf Darwinismus basiert: Qualität setzt sich von selbst durch, ergo ist das was sich nicht durchsetzt auch keine Qualität.<br />
<br />
Auf die Homepage gemünzt, ist das ebenso simpel wie resolut und stellt für mich persönlich ein rigoroses Ultimatum dar. Da ich den Wert meiner eigenen Arbeit nicht objektiv einschätzen kann, gehe ich davon aus, dass sich ein guter, spannender Roman (so sich auf meiner Homepage einer befindet), allein durch Qualität und Mundpropaganda so verbreiten wird, dass auf Dauer kein Verlag darüber hinwegsehen kann. Ich werde nicht an Verlage herantreten, sondern warten bis sie über mich stolpern. Wenn man bedenkt, wie wenig der zigtausende Manuskripte, die jedes Jahr eingesendet werden, tatsächlich angenommen werden, erscheint mir mein Weg mindestens genauso Erfolg versprechend. Spätestens am 23:59:59 Uhr, am 21.12.2012 (danach kommt ohnehin der Weltuntergang) werde ich mein Ziel erreicht haben, und sollte ich diesen Vorsatz, unabhängig aus welchem Grund, nicht einhalten können, erfolgt die endgültige Akzeptanz des Unvermeidlichen: die Löschung der Homepage und mein offensichtlich lang überfälliger, literarischer Suicid.</blockquote><br />
<br />
<strong>Warum heisst deine Website thrilleronline.de? Das ist ja eher ein sehr allgemeiner Titel, man würde eigentlich eine Thriller-Buch-Liste erwarten...</strong><br />
<br />
<blockquote>Der Name der Seite ist ein Kompromiss. Man will selbstverständlich einen möglichst allgemeinen Namen, damit Leute auch zufällig über die Internetseite stolpern. Je allgemeiner ein Name ist, desto unwahrscheinlicher ist es jedoch von Suchmaschinen gleich auf die erste Seite einer Suchanfrage verfrachtet zu werden und mal ehrlich, wer hat jemals jenseits der Seite 10 der Ergebnisse noch nachgesehen?<br />
<br />
ThrillerOnline heißt die Seite darum, weil es in einem kurzen prägnanten Namen alles ausdrückt, was diese Seite bewirkt. Es werde Thriller online gestellt. (Und wer eine Thriller-Buch-Liste sucht, findet mich und - wer weiß - bleibt vielleicht)</blockquote><br />
<br />
<b>Wie können dir die User weiter helfen?</b><br />
<br />
<blockquote>User sollen sich nicht anders verhalten, wie sie sich verhalten würden, wenn sie einen Roman kaufen, der sie entweder unglaublich fasziniert, oder in ihnen beim Lesen einen Würgereflex auslöst. Entweder sollen sie begeistert sein, den Namen meiner Homepage hinaustragen, mich weiterempfehlen, oder eben mit Warnschildern winken.<br />
<br />
Auf www.ThrillerOnline.de suche ich eine Antwort auf die Frage: Habe ich Talent. Und auch wenn mir die Antwort vielleicht nicht gefallen wird, so wird sie die Frage dennoch zu einem Abschluss bringen, so oder so.</blockquote><br />
<br />
<strong>Kannst du jetzt schon sagen, ob dein Projekt Erfolg haben wird?</strong><br />
<br />
<blockquote>Ist es ein Erfolg, dass ich innerhalb der ersten 3 Wochen der Homepage 3500 Hits hatte? Oder ist es ein Erfolg, dass ein regelmäßiger Leser aus der Stadt Shonkhla im Süden Thailands kommt? Ohne Vergleichsmöglichkeit kann ich das nicht einschätzen. Gemessen an den Zugriffszahlen von Amazon wird es sicherlich lachhaft sein. Ich kann aber soviel sagen, dass sich schon begeisterte und mitfiebernde Leser gefunden haben, die sich vor allem in Lovelybooks.de – Foren über meine Seite unterhalten und auch regelmäßig über Fortsetzungen abstimmen. Langsam wird es schwer die vielen Stimmen zu zählen, also habe ich bereits beschlossen, (in 2 Monaten soll die Weiterentwicklung der Homepage online gehen in der Vorschläge und Wünsche der Leser umgesetzt werden) eine Abstimmfunktion auf der Seite zu implementieren, damit das reibungsloser laufen wird.<br />
<br />
Aber ob die Seite ein wirklicher Erfolg wird, wird wohl nur irgendwann einmal ein Buchladen zeigen! Entweder gibt’s dann dort nach dem 21.12.2012 ThrillerOffline… oder weder das eine noch das andere.</blockquote><br />
<br />
Ich habe mich natürlich nicht nur mit dem Anschauen von Mertins ehrgeizigem Projekt begnügt sondern auch gleich zum Lesen von "Das 4. Werk" begonnen. Jetzt muss ich nur noch auf einen Montag warten, um zu wissen, wie es mit Sebastian und seiner Gabe Farben zu spüren, weitergeht...<br />
<br />
» <a href="http://www.thrilleronline.de" title="Thriller online lesen! - Ralph B. Mertin">www.thrilleronline.de</a><br />
» <a href="http://www.lovelybooks.de/mitglied/Ralph_B_Mertin/gruppen/" title="Ralph B. Mertin auf lovelybooks.de">Diskutiere mit - auf lovelybooks.de</a><br />
» <a href="http://twitter.com/#!/ThrillerOnline" title="Ralph B. Mertin auf twitter.com" target="_blank">Ralph B. Mertin auf Twitter</a><br />
» <a href="http://www.facebook.com/www.ThrillerOnline.de?ref=ts#!/pages/ThrillerOnlinede/143227462397633" title="Ralph B. Mertin Facebook" target="_blank">thrilleronline.de auf Facebook</a> 
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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/archives/262-Eva-Rossmann-Ausgekocht.html" rel="alternate" title="Eva Rossmann: Ausgekocht" />
        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2011-02-06T19:08:58Z</published>
        <updated>2011-02-07T17:45:45Z</updated>
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        <title type="html">Eva Rossmann: Ausgekocht</title>
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                In Anbetracht dessen wie viele Verbrechen beispielsweise in Krankenhäuser oder Kirchen verübt werden, erfreut sich das Restaurant als sehr beliebter Tatort in Krimi-Büchern. Eine österreichische Repräsentantin des kulinarischen Krimis ist die Autorin und Journalistin Eva Rossmann, die bereits 13 Krimi-Bücher rund um ihre neugierige Hauptfigur Mira Valensky geschaffen hat. "Ausgekocht" ist der fünfte Band der Serie, die allen empfohlen werden kann, die neben einer ausgekochten Detektivgeschichte auch mit lukullischen Spezialitäten verwöhnt werden wollen. <br />
Im fünften Fall von Mira Valensky lässt Rossmann in einem romantischen Landwirtshaus außerhalb Wiens meucheln und morden. Der "Apfelbaum", ehemals in Besitz von Frau Apfelbaums Neffen, dem Haubenkoch Manninger, wird nun von der jungen Köchin Billy Winter geführt. Ein mit Tomaten gefüllter Druckkochtopf, der in Miras Küche explodiert, veranlasst sie und ihren Freund Oskar spontan im "Apfelbaum" zu speisen. Nach einem vorzüglichen Essen kommen Mira und Billy Winter ins Plaudern. Billy erzählt von ihrem Werdegang und von den Schwierigkeiten als Nachwuchsköchin. Als aber die beiden mit durchgeschnittenen Leitungen, zerplatzten Melonen und vergifteten Schwammerln konfrontiert werden, fangen die richtigen Probleme erst an. Ein erstochener Gourmet-Kritiker und eine faschierte Hand, deren Finger aus der Maschine noch herausragen, beanspruchen sämtliche Nerven von Miras Spürnase.<br />
 Mehr oder weniger manövriert sich Mira selbst in ihren fünften Fall hinein: Hilfsbereit und wissbegierig wie sie ist, beginnt sie Billy unter die Arme zu greifen, als nach einem weiteren "Streich" zuerst die Abwäscherin krank wird und dann auch noch der tschechische Koch Peppi spurlos verschwindet. Für Mira bietet sich die einzigartige Gelegenheit den alltäglichen Wahnsinn in einer Haubenküche von innen kennen zu lernen und mitzuarbeiten. <br />
<br />
<blockquote>Neugierig versuche ich nebenbei zu beobachten, was sich abspielt. Noch ist kein einziger Gast da, aber der Betrieb läuft bereits auf Hochtouren. Mit unglaublicher Leichtigkeit hievt Billy Winter den Dreißiglitertopf ins Abwaschbecken. Sie hat Kraft, die man ihr nie zutrauen würde. Sie kontrolliert Mahmet, der ein Schokomousse zusammenrührt, sie weist den Lehrling an, die Petersilie noch feiner zu schneiden, sie befreit zwei Rindslungenbraten in enormem Tempo von Fett, Haut und Sehnen und erklärt mir nebenbei noch, was die Hauptsache bei der Arbeit in der Küche ist:<br />
"Mise en place, darum geht es, je besser alles vorbereitet ist, desto schneller kann man kochen. Alles, was gebraucht wird, muss bereit stehen. Wir kochen frisch, à la minute. Aber niemand hätte im Hauptgeschäft Zeit, Zwiebeln zu schneiden, Fleisch herzurichten, Karotten zu schälen. Das muss vorher geschehen. Die Fonds müssen fertig sein, die Saucen - wir machen unsere Jus, also die Grundsaucen noch selbst -, Butter in Würfel geschnitten, Beilagen vorbereitet, Speck, Würstel hergerichtet, Wachteln mit Gänseleber schon gefüllt. Was gekühlt werden muss, kommt in diese Laden und Schränke. Was einige Stunden Zimmertemperatur aushält, wie das meiste Gemüse, wird vorbereitet, dann wieder kalt gestellt und so spät wie möglich aus dem Kühlschrank geholt."<br />
Mir schwirrt der Kopf. Noch dazu stelle ich fest, dass ein Tellerspüler in der Gastronomie nicht länger als drei Minuten braucht. Eine Füllung wird herausgeschoben, die nächste kommt hinein. Ich komme mir unfähig vor. Aber ich kann natürlich nicht wissen, wo die vielen verschiedenen Teller hingehören. Mahmet hilft mir. Er scheint nicht zu begreifen, warum ich mich freiwillig in diesen Küchenwahnsinn begeben habe. Abenteuer. Das ist es. Zuerst der Frisiersalon in der Provinz und jetzt diese Küche. Wer sagt, dass nur Vesna einen Hang zum Abenteuer hat?</blockquote><br />
<br />
Bei <a href="http://www.evarossmann.at" title="Website Eva Rossmann" target="_blank">Eva Rossmann </a>haben eindeutig die Frauen das Sagen: Miras Querelen mit ihrem Chefredakteur und dem ermittelnden Kommissar, Billys Stand in der männlich dominierten Gastro-Szene und letztendlich Miras bosnische Putzfrau Vesna, die sich ohne Aufenthaltsgenehmigung und Arbeitserlaubnis durchkämpft, zeugen von starken weiblichen Persönlichkeiten, die sich von der Männerwelt nicht ins Boxhorn jagen lassen. Zwischen erstochenen Kritikern und schweißtreibender Küchenarbeit beglückt uns die Autorin zudem mit Tipps und Tricks aus der Welt der gehobenen Kulinarik. Für ihre Recherche zu diesem Buch arbeitete die Autorin einige Monate in Manfred <a href="http://www.buchingers.at/" title="Website Manfred Buchinger">Buchingers Gasthaus "Zur alten Schule"</a> mit. 
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        <dc:subject>Österreichisches</dc:subject>
<dc:subject>Krimis &amp; Thriller</dc:subject>
<dc:subject>Kulinarisches</dc:subject>
<dc:subject>Wiener Krimi</dc:subject>

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            <name>Stefan Lamboury</name>
                    </author>
    
        <published>2011-02-03T20:50:12Z</published>
        <updated>2011-02-04T00:36:03Z</updated>
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        <title type="html">Stefan Lamboury: Illusionen der Macht</title>
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                Als Chain nach einer langen Reise in sein Heimatland zurückkehrt, muss er feststellen, dass alle Einwohner Cantanas entweder tot oder durch feindliche Truppen als Sklaven verschleppt worden sind. Durch einen Brief seines Vaters erfährt Chain, dass hinter dem Angriff Elvaroons gefallene Tochter Alexa steckt. Ohne Umschweife begibt sich Chain nach Kaemrock, einem Magier, der Alexa vor vielen Jahren mit Hilfe von fünf magischen Ringen in die tausendjährige Verdammnis befördert hat. Er ist der Einzige der weiß wo die Ringe zu finden sind. Und so begibt sich Chain auf eine gefährliche Reise, in der eine mysteriöse Glaskugel eine verhängnisvolle Rolle spielt.  <strong>Der Autor:</strong><br />
<br />
Stefan Lamboury wurde 1982 im Ahauser Krankenhaus geboren, nach der Schule ging er in ein Berufsbildungswerk, wo er an einem Förderlehrgang F1 teilnahm. Im Anschluss an den Föerderlehrgang absolvierte Stefan Lamboury im 2005 dort erfolgreich seine Ausbildung zur Bürokraft. Nach der Ausbildung begann er ein Fernstudium im Bereich Belletristik bei der Schule - des- Schreibens, welche im Jahre 2007 erfolgreich abschloss. Noch während seines Studiums hat Stefan Lamboury erste Kurzgeschichten in Zeitschriften und diversen Ebook Verlagen veröffentlicht. Zuletzt erschien sein Werk Magic of Death bei BOD.<br />
<br />
<strong>Leseprobe:</strong><br />
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<strong>Im Tal der Chimären</strong><br />
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<blockquote>Chain ritt weiter Richtung Osten, vorbei an Bergen und Tälern, irgendjemand schien ihn zu beobachten, wie aus weiter Ferne. Aber wer war es? War es Zentusar? Chain glaubte nicht, dass es Zentusar war, weil das Gefühl ein anderes war, nicht wie das welches er bei Kaemrock gehabt hatte, es war zwar ein ähnliches Gefühl, aber trotzdem irgendwie anders. Er konnte es sich nicht erklären, aber irgendetwas war anders. Hatte jemand anderes das Auge des Bösen in seinen Besitz gebracht? Vielleicht sogar Alexa? Der Gedanke, dass sich die Herrin der Finsternis eventuell die magische Kugel geholt hatte, gefiel ihm nicht, denn mit Hilfe der Kugel, wäre es für sie ein leichtes herauszufinden, was er vor hatte. Und sie würde mit Sicherheit nicht einfach nur tatenlos zusehen, wie er sich die Ringe aneignete. Gegen Abend erreichte Chain das Tal der Chimären, die Berge sahen in der Tat so aus, als wären sie mit Schnee bedeckt. Die Vegetation in diesem Gebirge war wesentlich besser als im Tal der Drachen, es gab verschiedene Gräser, Pflanzen und Sträucher, auch Moos schoss zwischen einigen Felsspalten hervor. Als die Dunkelheit ihre Schwingen über das Land ausbreitete, erreichte Chain eine Höhle, die aussah als wäre sie direkt in den Fels gehauen worden. Das musste der Eingang sein, den Kaemrock bei ihrem Gespräch erwähnt hatte. Eine Augenblick überlegte Chain ob er bis zum nächsten Morgen warten sollte. Die Dunkelheit hätte den Vorteil, dass er für das Wesen, welches in dieser Höhle hauste nicht so leicht zu erkennen war, oder waren die Augen der Chimäre bei Dunkelheit genauso scharf wie bei Tageslicht? Vielleicht sogar noch schärfer? Chain entschied sich dafür, die Nacht hier in der Nähe zu verbringen und bei Tagesanbruch zu zuschlagen, da waren die Chancen wahrscheinlich ein wenig ausgeglichener. Nachdem er einen geeigneten Platz gefunden hatte, nahm er noch einen Schluck Wasser aus seiner Wasserflasche, gab seinem Hengst noch einen Schluck , reichte ihm ein paar Datteln und begab sich zur Ruhe. Am nächsten Morgen wurde Chain durch Vogelgezwitscher geweckt. Noch etwas verschlafen rieb er sich die Augen streckte seine Glieder und begab sich zu Shi. Chain nahm die letzten Datteln aus der Satteltasche und reichte sie ihm. Anschließend stieg er in den Sattel und begab sich langsam ins Innere der Höhle. Chain zog sein Schwert hervor, denn es war besser vorbereitet zu sein, falls es der Chimäre gelingen sollte sie zu überraschen. In der Höhle war es so finster, dass Chain nicht mal die Hand vor Augen sehen konnte. Shi begann zu schnaufen, ihm war die Höhle eben sowenig geheuer wie seinem Herrn. Vorsichtig drangen sie tiefer in die Höhle vor. Chain vernahm ein unheilvolles Knacken, es hörte sich an wie Knochen, die unter ihrem Gewicht zermalmt wurden. Plötzlich machte sich ein schauderhafte Gedanke in seinem Kopf breit. Handelte es sich dabei um menschliche Knochen? Vielleicht von Leuten die auf der Durchreise gewesen waren und der Höhle Schutz gesucht hatten? Hatte das Wesen welches hier hauste die Leute getötet? Oder waren es nur Knochen von Tieren? Plötzlich zerschnitt ein unheilvolles Brüllen die Stille, welches dem Krieger durch Mark und Bein fuhr. Irgendwo vor ihnen musste das Wesen sein, welches sie suchten. Das Herz schlug ihm bis zum Halse, wie lange würde es wohl dauern, bis sie dem Ungeheuer gegenüberstanden? Chain hatte den Gedanken gerade zu Ende gesponnen, da erklang erneut dieses Brüllen und es schien dieses Mal deutlich näher zu sein als noch vor ein paar Sekunden. Chain drang weiter ins Innere der Höhle, als er erneut das Fauchen dieses Wesens vernahm, es musste sich jetzt fast unmittelbar vor ihnen befinden. Es konnte nur noch eine Frage der Zeit sein, bis es vor ihren Augen auftauchen würde. Plötzlich kamen wie aus dem Nichts sechs leuchtende Augen in der Dunkelheit zum Vorschein.</blockquote><br />
<br />
Erhältlich unter <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3839167361/ref=s9_simh_gw_p14_d0_i1?pf_rd_m=A3JWKAKR8XB7XF&pf_rd_s=center-2&pf_rd_r=0N6SRH2402FF8Y4HYGTF&pf_rd_t=101&pf_rd_p=463375173&pf_rd_i=301128">amazon</a> 
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        <author>
            <name>Stefan Lamboury</name>
                    </author>
    
        <published>2011-02-03T20:31:38Z</published>
        <updated>2011-02-04T01:01:10Z</updated>
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        <title type="html">Stefan Lamboury: Magic of 'Death</title>
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                Das Buch enthält mehrere Kurzgeschichten, sowie teilweise sehr persönliche und erschütternde Gedichte und Songtexte, die auf wahren Begebenheiten beruhen.<br />
<br />
 <blockquote><strong>Das Dinner 2</strong> <br />
<br />
Der Tisch war gedeckt, ich stand in der Küche und rührte gerade die Soße um. Der Fisch stand bereits auf der Tafel. Ein wenig Weißwein fehlte noch, dann war die Soße perfekt. Auf dem Tisch standen allerlei Leckereien, Muscheln in Weißweinsoße, Krabbencoktail und zu guter Letzt eine Lachsforelle, die ich gerade eben erst aus dem Backofen genommen hatte. Meine Frau würde Augen machen. Ich trug meinen besten Anzug, dazu schwarze Lederschuhe und ein weißes Hemd. Kurz darauf vernahm ich das Geräusch eines Autos. Das konnte eigentlich nur meine Frau sein. Heute war unser Hochzeitstag, wir hatten einvernehmlich abgesprochen, dass wir uns zu unserem diesjährigen Hochzeitstag nichts schenken würden. Auch hatten wir nichts besonderes für diesen speziellen Tag geplant. Die Überraschung war somit perfekt. Als meine Gattin kurze Zeit später in die Küche kam, blieb sie für einen Moment wie angewurzelt stehen. Ich sah ihr in die Augen, sie war sprachlos, was bei ihr sehr selten vorkam.<br />
"Schatz, was machst du da?", fragte sie.<br />
Ich ging auf sie zu, nahm sie in die Arme und erwiderte: "Liebling heute ist unser Hochzeitstag, ich wollte dich überraschen."<br />
"Das ist dir gelungen, danke. Ich zieh mich nur schnell um okay?"<br />
"Tu das, das Essen ist auch gleich soweit."<br />
Als mein Liebling nach unten kam, verschlug es mir die Sprache, sie trug ein schwarzes Cocktailkleid, welches mit glitzernden Punkten verziert war, dazu schwarze Nylonstrümpfe und Lackschuhe. Um den Hals trug sie eine teure Kette, welche ich ihr vor fünf Jahren mal zu Weihnachten geschenkt hatte.<br />
Sie hatte roten Lippenstift aufgetragen und in ihrem Haar befand sich eine silberne Brosche. Ich ging auf sie zu, nahm sie in die Arme und gab ihr einen Kuss. Anschließend führte ich sie wie ein Gentleman an ihren Platz.<br />
Nachdem ich selbst Platz genommen hatte, ergriff ich ihre Hand und sagte: "Liebling heute ist unser Hochzeitstag, ich möchte dass du weißt, dass ich dich liebe vom ganzen Herzen."<br />
Meine Frau war sichtlich gerührt, sie brauchte eine Weile, bis sie erwiderte: "Ich weiß dass du mich liebst und ich danke dir für diesen Abend."<br />
Das Essen war köstlich und auch meiner Frau schien das Essen zu munden. Nachdem Dinner reichte ich meiner Frau die Hand und sagte: "Hast du Lust zu tanzen Liebling?"<br />
"Ja, Schatz.", erwiderte sie.<br />
Ich hatte klassische Musik aufgelegt und so tanzten wir Walzer, wir schwebten übers Pakett, wie zwei Engel. In den Augen meiner Frau konnte ich wieder dieses Feuer erkennen. Das Feuer, welches sagte, dass sie mehr wollte, mehr als einfach nur tanzen und einen netten gemeinsamen Abend zu verbringen. Sie wollte mehr, viel mehr. Kurz darauf wurde ihr schwindelig, sie fing an zu taumeln und rang nach Luft. Ihre Augen traten aus den Höhlen hervor und aus ihrem Mund drangen erstickende Laute an mein Ohr. Sie sank auf die Knie, während ich auf sie herabsah und fragte: Liebling was ist los?"<br />
"Ich fühl mich irgendwie nicht wohl, hol mir ein Glas Wasser."Doch ich tat nichts dergleichen, im Gegenteil, ich genoss es zu sehen, wie sich ihre Muskeln verkrampften, wie sie nach Atem rang wie sie versuchte wieder auf die Beine zu kommen. Ich genoss es zu sehen wie langsam der Letzte Funken Leben aus ihrem Körper wich. Ich beugte mich zu ihr herunter, drückte ihr einen Kuss auf den Mund und sagte: „Ich liebe dich."</blockquote><br />
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<br />
<blockquote><strong>Das Paket</strong><br />
 <br />
<br />
Es war so gegen halb zehn, als es bei mir an der Tür klingelte. Als ich öffnete, stand vor mir der Postbote und keuchte: "Guten Morgen, ich habe ein Paket für Sie. Würden Sie bitte hier unterschreiben. " Ein etwas süßlicher Geruch stieg mir in die Nase, als ich den Empfang quittierte. Als ich das Paket entgegennahm, fiel mir auf, dass es ausgesprochen schwer war, es musste wohl um die 65 bis 70 Kilogramm wiegen. Das Paket enthielt keinen Absender, was mich ein wenig stutzig machte, aber ich hatte keine Zeit mir darum nähere Gedanken zu machen, da ich spät dran war. Ich stellte das Paket im Flur ab und ging hinaus. Als ich gegen Abend von der Arbeit nach Hause kam und die Tür öffnete wurde mir übel, der süßliche Geruch war stärker geworden. Wollte sich jemand einen Scherz mit mir erlauben? Falls ja so war dieser Scherz alles andere als lustig. Ich nahm das Paket und ging in die Küche. Bis zu meinem Geburtstag war es noch ein wenig hin, auch hatte ich nicht bei eBay oder sonstigen Auktionsplattformen etwas bestellt. Eine Zeit lang spielte ich mit dem Gedanken das Frachtgut einfach ungeöffnet in den Müll zu befördern, denn der Gestank, der von diesem Paket ausging, war fast nicht auszuhalten. "Was wohl meine Frau sagen würde, wenn ich Ihr von dem Paket erzählen würde? Wahrscheinlich würde Sie glauben, dass ich Sie aufs Korn nehmen wolle."<br />
Aber es war nun einmal Fakt, dass dieses Paket bei uns eingetroffen war. Sie war gerade auf Geschäftsreise. In den letzten Tagen hatte ich mehrfach versucht bei Ihr anzurufen, aber entweder war besetz oder aber es ging niemand ans Telefon. Jedoch machte ich mir darum nicht allzu viele Gedanken. Wahrscheinlich hatte Sie einfach sehr viel um Ohren. Ich nahm ein Messer aus der Schublade und begann langsam das Klebeband des Frachtguts zu zertrennen. Als ich den Deckel beiseite geschlagen hatte, sprang ich wie von einer Tarantel gestochen auf und rannte zur Toilette. Dieser Gestank war einfach nicht mehr normal. Es roch nach verwesendem Fleisch. Hatte mir jemand ein totes Ferkel zukommen lassen oder was? Es war egal ich wollte gar nicht mehr wissen was sich im Innerem des Pakets befand. Mit dem festen Vorsatz das Paket einfach in den Müll zu werfen ging ich zurück zur Küche. Kurz darauf klingelte das Telefon. Als ich den Hörer abnahm, meldete sich am anderem Ende eine Stimme und sagte: "Ist Ihre Ehefrau gut angekommen?"<br />
</blockquote><br />
 <br />
<strong><br />
Gedichte</strong><br />
<br />
<blockquote><strong>In memory</strong><br />
<br />
Ich hab die Brücke überquert,<br />
ich weiß dein Herz es wird dir schwer.<br />
<br />
Bleiben kann ich leider nicht,<br />
ich geh den Weg zurück ins Licht.<br />
<br />
Im Herzen bleiben wir vereint,<br />
niemand kann uns je entzwein.<br />
<br />
Halt meine Hand stets über dich,<br />
egal was ist ich verlas dich nicht.<br />
<br />
Gemeinsam ham wir viel gelacht,<br />
Späße und Scherze gemacht.<br />
<br />
Haben viel zusammen erlebt,<br />
und dabei manchen Sturm besiegt</blockquote><br />
<br />
 <br />
<br />
<a href="http://www.amazon.de/Magic-Death-Lamboury-Stefan/dp/3839167264/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1296765891&sr=1-1"">amazon</a><br />
<br />
<strong>Der Autor:</strong><br />
<br />
Stefan Lamboury wurde 1982 im Ahauser Krankenhaus geboren, nach der Schule ging er in ein Berufsbildungswerk, wo er an einem Förderlehrgang teilnahm. Im Jahr 2002 begann er eine Ausbildung als Bürokrakft, welche er anfang 2005 erfolgreich abschloss. Nach der Ausbildung began er ein Fernstudium im Bereich Belletristik bei der Schule - des - Schreibens, welche im Dezember 2008 erfolgreich absovierte. Noch während seines Studiums veröffentlichte Stefan Lamboury erste Kurzgeschichten Zeitschriften und diversen Ebookverlagen, zuletzt erschien sein Werk Illusionen der Macht bei BOD.<br /> 
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        <dc:subject>Autoren stellen sich vor</dc:subject>
<dc:subject>Belletristik</dc:subject>
<dc:subject>Gedichte</dc:subject>
<dc:subject>Kurzgeschichten</dc:subject>
<dc:subject>Rache</dc:subject>
<dc:subject>Songtexte</dc:subject>
<dc:subject>Vergewaltigung</dc:subject>

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        <author>
            <name>Stefan Lamboury</name>
                    </author>
    
        <published>2011-02-03T19:37:12Z</published>
        <updated>2011-02-04T00:36:48Z</updated>
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        <title type="html">Stefan Lamboury: Leben und Tod Kurzgeschichtensammlung</title>
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                Mike zieht gemeinsam mit seiner Frau und seinem Sohn in geheimnisvolles Schloss, doch schon bald müssen sie feststellen, dass in den Mauern des Schlosses eine unheilvolle Macht lauert, die schon bald ihre Seelen in ihren Besitz zu bringen droht.<br />
<br />
 Karin erhält von einem Unbekannten mehrere Pakete mit makaberen Inhalt und schon bald muss sie feststellen, dass es sich um mehr als nur einen makaberen Scherz handelt.<br />
<br />
Sally ist schwer krank, ihr Ehegatte steht ihr während dieser schweren Zeit bei, doch langsam wird klar, dass es vor Krankheit kein Entrinnen zu geben scheint.<br />
<br />
Die Analphabetin Hanna ist wegen grausamer Verbrechen während der NS Zeit zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden, als sie jedoch plötzlich wegen guter Führung vorzeitig entlassen werden soll, fast sie einen folgenschweren Entschluss.<br />
<br />
<strong>Leseprobe:</strong><br />
<br />
<blockquote><strong>Ein geheimnisvoller Unbekannter:</strong><br />
<br />
Es kam mit der Morgenpost: ein ganz normal aussehendes Paket in braunem Packpapier und verschnürt mit derber Doppelschnur. Es unterschied sich in nichts von den Tausenden anderer Pakete, wie sie die Postboten tagtäglich austragen. Mit diesem aber hatte es eine besondere Bewandtnis – eine ganz besondere. Das Paket erhielt keinen Absender, lediglich Karins Name und Adresse waren angeben. <br />
Karin war Anfangs ein wenig verdutz, sie konnte sich keinen Reim darauf machen, wer ihr ein Paket schicken könnte? Sie holte ein Messer aus der Schublade und begann langsam die Schnur zu zertrennen. Nachdem die Schnur zertrennt war öffnete Karin aufgeregt das Frachtgut. Hastig klappte sie die Deckel zur Seite. Sie konnte vor Aufregung sogar ihren Herzschlag spüren. Im Inneren befand sich ein DINA4 Blatt, welches säuberlich zusammengefaltet war. Karin nahm den Zettel heraus, und faltete ihn auseinander. Auf dem Papier stand in roter Schrift:<br />
<br />
Überraschung!<br />
<br />
Sie legte den Zettel beiseite und sah hinein, doch was Karin erblickte versetzte sie in Entsetzen. In dem Paket befand sich eine tote Ratte. Karin hielt sich die Hand vor dem Mund, um einen Schrei zu unterdrücken, anschließend nahm sie das Paket wie auch den Zettel und warf alles in den Müll. Als Karin, wieder ins Haus ging, klingelte das Telefon.<br />
Nachdem sie den Hörer abnahm, meldete sich am anderen Ende eine Stimme die sagte:<br />
„Warum wirfst du mein Geschenk in den Müll?“<br />
Karin war nach dieser Nachricht ein paar Sekunden wie gelähmt, dann antwortete sie:<br />
„Wer sind Sie und was wollen Sie von mir? Ich werde die Polizei rufen.“<br />
Karin hörte aber nur ein monotones Tuten am anderen Ende des Hörers. Sie legte auf und wählte ein paar Sekunden später die Nummer der Polizei<br />
Kurz darauf meldete sich auf der andren Seite eine Stimme die sagte:<br />
„Polizei Notruf was kann ich für Sie tun?“<br />
„Karin Bauer mein Name, ich werde belästigt.“<br />
„In wie fern werden Sie belästigt?“<br />
„Ich habe heute ein anonymes Paket erhalten. Da- da drin befand sich eine tote Ratte mit einem Zettel auf dem Überraschung stand.“<br />
„Hat Sie jemand angegriffen?“<br />
„Nein aber nachdem ich das Päckchen wie auch die Ratte entsorgt hatte, bekam ich einen anonymen Anruf, irgendjemand beobachtet mich. Er hat mich gefragt warum ich sein Geschenk in den Müll geschmissen hätte?“<br />
„Hat man Sie körperlich angegriffen?“<br />
„Nein.“<br />
„Dann können wir leider nichts unternehmen.“<br />
„Bitte Sie müssen mir helfen, bitte schicken Sie mir ein paar Beamten vorbei.“<br />
„Ohne eine konkrete Straftat, können wir Ihnen niemanden schicken.“<br />
„Draußen läuft ein Verrückter rum und Sie wollen mir erzählen Sie können nichts unternehmen?“<br />
„Solange keine Straftat vorliegt nein.“<br />
„Vielen Dank für Ihre Hilfe und dann heißt es immer die Polizei dein Freund und Helfer.“<br />
Mit diesen Worten knallte Karin den Hörer auf.<br />
Am nächsten Morgen erhielt sie erneut ein Paket ohne Absender. Wieder öffnete Karin langsam mit einem Messer das Paket, auch in diesem befand sich ein weißer Zettel. Auf diesem stand:<br />
<br />
Deine Zeit läuft ab.<br />
Die Nachricht ließ Karin das Blut in den Adern gefrieren. Unter dem Zettel befand sich eine Puppe, die aussah wie sie selbst. Man hatte der Puppe die Haare abgeschnitten und das Gesicht war anscheinend von einem Messer oder ähnliches völlig entstellt worden.<br />
Ein Auge war ausgestochen worden. Karin nahm die Sachen und warf sie in den Müll. Einen Augenblick später klingelte erneut das Telefon. Als sie den Hörer abnahm, meldete sich eine Stimme die sagte: „Warum wirfst du mein Geschenk in den Müll? Dafür wirst du bezahlen.“<br />
Panik stieg in Karin auf, sie zitterte am ganzen Körper, fing an zu weinen und rief:„Ich werde die Polizei rufen!“<br />
Doch am anderen Ende war niemand mehr. Plötzlich hörte sie ein Klirren. Karin drehte sich um, jemand hatte das Wohnzimmerfester eingeschlagen. Scherben und Glassplitter lagen quer verteilt auf dem Fußboden. Ein großer Mann von kräftiger Statur stand in ihrem Wohnzimmer, er war schwarz gekleidet, sein Gesicht hatte er mit einer Skimaske verhüllt. In der rechten Hand hielt er ein Messer.<br />
„Jetzt bist du dran du Schlampe.“ , sagte der Mann.<br />
Für einen Moment war Karin wie gelähmt, ihr Gesicht wurde kreidebleich, doch dann rannte sie in Richtung Haustür. Ihr Herz raste in der Brust, sie schrie um Hilfe, während der Einbrecher ihr folgte. Karin schaffte es die Haustür zu erreichen, kalter Angstschweiß lief ihr von der Stirn. Ihr Verfolger erreichte sie, packte sie mit einer Hand an den Haaren und zog sie an sich heran. Karin stand Todesängste aus, ihre Kehle war wie zugeschnürt, ihr Herz schien für einen Moment auszusetzen. Er setzte ihr das Messer an den Hals. In Sekundenbruchteilen lief Karin ihr gesamtes Leben noch einmal wie in einem Film vor Augen ab. Irgendwie gelang es ihr dem Täter einen Tritt gegen das Schienbein zu verpassen. Der Mann ließ das Messer vor Schmerz fallen. Wie im Trance griff Karin nach der Waffe und jagte es ihm mit voller Wucht in die Brust. Er fing an zu taumeln, gab einen schmerzenden Laut von sich, bis er mit einem dumpfen Aufprall zu Boden fiel, wo er regungslos liegen blieb.<br />
</blockquote><br />
 <br />
<a href="http://www.buch24.de/1296763117-144682077/shopdirekt.cgi?id=3977415&p=3&t=&h=&kid=0&klid=2&sid=1">buch24.de</a><br />
<br />
<strong>Der Autor:</strong><br />
<br />
Stefan Lamboury wurde 1982 im Ahauser Krankenhaus geboren, nach der Schule ging er im August 2000 in ein Berufsbildungswerk, wo er an einem Förderlehrgang F1 teilnahm. Im Januar 2002, begann er im Benediktushof Maria Veen eine Ausbildung zur Bürokraft, welche im Jahre  2005 erfolgreich abschloss. Kurz darauf begann Stefan Lamboury ein Fernstudium im Bereich Belletristik, welches im Dezember 2007 erfolgreich absolvierte. Noch während seines Studiums veröffentlichte Stefan Lamboury erste Kurzgeschichten in Zeitschriften und diversen Ebookverlagen. Zuletzt erschien seine Fantasienovelle Illusionen der Macht bei BOD<br /> 
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        <dc:subject>Autoren stellen sich vor</dc:subject>
<dc:subject>Belletristik</dc:subject>
<dc:subject>Geister</dc:subject>
<dc:subject>Horror</dc:subject>
<dc:subject>Kindesmissbrauch</dc:subject>
<dc:subject>Vergewaltigung</dc:subject>

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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/archives/257-Brigitte-Glaser-Leichenschmaus.html" rel="alternate" title="Brigitte Glaser: Leichenschmaus" />
        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2011-01-31T06:59:00Z</published>
        <updated>2011-01-31T08:34:00Z</updated>
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        <title type="html">Brigitte Glaser: Leichenschmaus</title>
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                Das nenne ich einen kulinarischen Krimi: In "Leichenschmaus" geht's nicht nur um die hektische Betriebsamkeit in einer Kölner Gourmet-Küche, hier werden sämtliche Opfer auch themengerecht umgebracht! Katharina Schweitzer arbeitet noch nicht lange im Haubenrestaurant "Goldener Ochse", als auch schon die erste Leiche aufgetischt wird. Wie der schmuddelige und rotzige Polizist Fischer später feststellt, wurde das Opfer vergiftet. Als später auch noch der Küchenchef mittels Küchenmessers erstochen in einer Mülltonne gefunden wird, erhärtet sich der Verdacht, dass der Mörder aus der Brigade, der Küchenmannschaft, kommen muss. Angestiftet durch die rührige Zimmerwirtin Adela, eine pensionierte Hebamme, begibt sich Katharina auf Spurensuche und stößt auf homosexuelle Liebesbeziehungen und zwielichtige Geschäfte mit alten Autos. Brigitte Glaser entführt uns in die Welt der Haubenküche: Das Personal im „Goldenen Ochsen“ ist streng hierarchisch eingeteilt, der Platz eng, die Luft stickig, der Stress enorm und der Chef launisch. Aber mit alle dem kommt Katharina klar, nicht zuletzt weil sie ehrgeizig ist und die Anstellung im Haubenlokal als Karrieresprung nutzen will. Die junge Köchin ist aber auch eine beherzte, liebenswürdige Person und zudem auch imposant ausgestattet. <br />
<br />
<blockquote>"Sie sind also Katharina Schweitzer! Irgendein Ire in der Familie, junge Frau?"<br />
Kein Vorstellungsgespräch, in dem man mich nicht auf meine roten Haare ansprach! Die zweite übliche Frag zu meinem Aussehen stellt Spielmann nicht, was sicher an seiner eigenen Größe lag, er mochte gut einsneunzig sein, das heißt, er konnte auf meine einsachtzig bequem heruntergucken. Die dritte Frage hat noch nie einer ausgesprochen, die denken sich alle nur, sie betrifft mein Gewicht. Ich bin nämlich nicht schlank, sondern eher üppig und insgesamt eine ziemlich mächtige Erscheinung. Als graue Maus könnte ich mich nicht mal zu Karneval verkleiden.</blockquote><br />
<br />
Der Autorin gelingt es, sämtliche Charaktere gut rüber zu bringen. Der Roman lebt insbesondere von der etwas nervigen Adela, die Katharina immer wieder zu grenzwertigen Ermittlungen anstiftet, und natürlich von der Heldin selbst. Mit viel Augenzwinkern wird von der Gastroszene erzählt, auch vor Kochsendungen im Fernsehen wird nicht halt gemacht:<br />
<br />
<blockquote>Ein Hauch von Glamour und Luxus ist doch wohl bei jeder Fernsehproduktion dabei, hatte ich als Laie gedacht, aber davon war in Ossendorf nichts zu spüren. Das Filmstudio lag in einem langweiligen Industriegebiet und war eines von vielen, die wie billige Mietswohnungen aneinander gereiht waren. In der Mitte unseres Studios befand sich eine größere Arbeitsfläche mit eingelassenem Kochfeld, dahinter eine Küchenzeile mit Kühlschrank und Backofen, frei in den Raum gestellt. An der Decke hing eine Armada von Scheinwerfern, und drei Kameras auf Stativen hielten wie Wachtürme das Küchenensemble in Schach.<br />
"Herr Spielmann, schön, dass Sie da sind."<br />
Eine junge Frau mit "Lola-rennt"-rot gefärbtem Haar und einem Klemmbrett unter dem Arm begrüßte uns. Um den Hals trug sie eine in Plastik eingeschweißte Kennkarte. "Laura Hansen, Produktionsleitung", stand darauf.<br />
"Boeuf Stroganoff machen wir heute. Wir haben die Zutaten nach Ihrer Liste eingekauft. Die Sachen müssen noch zugeschnitten werden." [...]<br />
Die Produktionsleiterin zeigte mir alles, und bald stand ich in der Fernsehküche und schnitt Filetspitzen in Pommes-frites-Größe und Champignons in Scheiben. Das Fleisch wässerte schon beim Schneiden, Kraußler hätte so etwas nicht angerührt. Anstelle der Bamberger Hörnchen fand ich nur eine Tüte mit Supermarktkartoffeln.<br />
"Wir machen Fernsehen, da ist der Geschmack egal. Aussehen tun alle Kartoffeln gleich!" Mit diesen Worten wischte die Produktionsleiterin meine Einwände zunächst vom Tisch.<br />
Die Frau hatte keine Ahnung. Bamberger Hörnchen haben einen kräftigen Goldton. An diesen Kartoffeln war nicht das zarteste Gelb.<br />
"Spielmann schmeißt Ihnen die Kartoffeln in die Kamera. So was lässt er niemals als Bamberger Hörnchen durchgehen."<br />
"Okay. Ich schicke Ihnen die Maske."<br />
Weg war sie.<br />
Mit Pinsel und Farbe malte die Frau von der Maske den blassen Kartoffeln einen kräftigen Goldton. Sie sahen nun tatsächlich aus wie Bamberger Hörnchen. So also wurde man vom Fernsehen betrogen.</blockquote><br />
<br />
"Leichenschmaus" ist ein witziger und kurzweiliger Köln-Krimi mit einer sympathischen Heldin und liebevoll skizzierten Nebencharakteren. Spannung und Nervenkitzel wird man allerdings hier nicht finden. So werden knifflige Situationen mit unerwartet auftauchenden Rettern entschärft. Die Auflösung des Krimis, insbesonders das Tatmotiv, erscheint mir zu konstruiert um glaubwürdig zu sein. Dieser Krimi ist der Auftakt einer Serie rund um charmante Köchin Katharina Schweitzer. 
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        <dc:subject>krimis &amp; thriller</dc:subject>
<dc:subject>Kulinarisches</dc:subject>

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        <author>
            <name>MarcelJungwirth</name>
                    </author>
    
        <published>2011-01-27T11:14:04Z</published>
        <updated>2011-01-28T00:31:42Z</updated>
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        <title type="html">Georg Preuße: Mary - Mein Leben in ihrem Schatten</title>
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                "Mein Leben in ihrem Schatten" - dieser Titel klang mir zuerst etwas suspekt. Drückt er doch beim ersten Lesen Bedauern aus über die Kunstfigur, welche Preusse selbst geschaffen hat. Liest man jedoch die ersten Seiten, wird klar, dass man mit dieser Autobiographie keine weinerliche Selbstbeweihräucherung vor sich hat, sondern einen schonungslosen Tatsachenbericht. Georg Preusse, auf dem platten Land geboren, in einem Ort, wo die Kirche noch die Moral diktiert, mausert sich, später zusammen mit seinem Partner, zum erfolgreichsten Travestiestar Deutschlands. Nun lässt er den Leser endlich teilhaben an seinen Erinnerungen an diesen langen und steilen Weg, den er jedoch nicht nur als Mary, sondern auch als Schauspieler unter seinem richtigen Namen beschritt (u.a. 2005 die Rolle des "Jedermann" im Berliner Dom). Offen und ehrlich (auch sich selbst gegenüber!) berichtet er über sein Leben. Ich für meine Person kann sagen, dass ich mich noch nie bei einer Autobiographie einem Menschen so nahe gefühlt habe. Garniert wird dieser Seelenstripthease von über 50 Seiten privater und beruflicher Fotos. Zugegeben ganz schön happig, bei einem Künstler mit tausend Facetten aber gerade ausreichend.<br />
Fazit: Nach dem man dieses Buch gelesen hat, hat man das Gefühl, nicht das Leben eines Prominenten, sondern eines alten Freundes in der Hand zu halten.<br />
<br />
An Herrn Preusse: VIELEN DANK, dass Sie Zeugnis abgelegt haben!<br />
An alle anderen: Unbedingt kaufen!!!  
            </div>
        </content>
        
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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2011-01-26T07:25:00Z</published>
        <updated>2011-01-26T07:27:13Z</updated>
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        <title type="html">Hallgrímur Helgason: Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen</title>
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                An diesem Titel kommt man nicht vorbei. Aber was sich auf dem ersten Blick nach Ratgeber für Ehekrisen anhört, entpuppt sich als ein krimineller Roman mit jeder Menge schwarzem Humor made in Island. Im Mittelpunkt der Geschichte steht der Ich-Erzähler Toxic, ein kroatischer US-Bürger, der für eine obskure Organisation als Auftragskiller arbeitet. <br />
Mit der Leiche Nummer 66 fängt alles an: Toxic erledigt seinen Auftrag, der Kunde liegt tot im Müll. Doch plötzlich sind FBI und Polizei da. Der Killer macht sich aus dem Staub und gerät in eine berufliche Misere, denn für seinen Arbeitgeber ist er ab jetzt eine tickende Zeitbombe. Und anstatt eines feuchten Händedrucks bekommt der Killer eine Fahrkarte zurück nach Zagreb. Doch bei seiner Abreise in die Heimat wartet am Flughafen in New York schon die Zivilpolizei auf ihn. Schnell ins Klo und da präsentiert sich auch schon ein Fluchtweg in Form eines Priesters. Toxic erschlägt Reverend Friendly (Nummer 67) und krallt sich dessen Kleidung, Pass und Flugticket. <em>"Reykjavík steht auf dem Ticket. Das ist in Europa, glaube ich."</em> <blockquote>Erlauben Sie mir, Ihnen etwas von meiner Arbeit zu erzählen. Die meiste Zeit kellnere ich im <em>The Zagreb Samovar</em>, unserem gemütlichen Restaurant auf der East 21st Street. Das englische Wort <em>waiter</em> passt ganz gut, denn ein großer Teil der Arbeit eines Auftragsmörders besteht darin, auf den nächsten Auftrag zu warten. Was ganz schön nerven kann. Die Balkanbestie in meiner Seele bekommt nie genug. Wenn zwischen zwei Schüssen mehr als drei Monate vergehen, werde ich unausstehlich. Mein flauestes Jahr war 2002. Nur zwei Treffer und ein Fehlschuss. Letztern bereue ich noch heute. Fehlschüsse können in meiner Branche tödlich sein. Wer will schon eine angeschossene beledigte Leberwurst, die durch die Stadt tobt und dafür sorgen möchte, das man selber die Abschiedskugel kriegt? Die Leute reagieren nun mal ziemlich genervt, wenn sie merken, dass man sie umbringen will. Aber ich versichere Ihnen: Der, den ich 2002 verfehlt hatte, musste 2003 als Erster dran glauben. Seitdem lasse ich nichts mehr anbrennen. </blockquote><br />
<br />
Ab der Ankunft in Reykjavík läuft für Toxic nichts mehr so wie geplant: Kaum ist Toxic mit der Iceland Air angekommen, verwickelt er sich immer mehr in die Rolle des TV-Predigers Friendly. Einerseits, um seine Tarnung nicht auffliegen zu lassen, andererseits weiß er weder wohin er soll noch was er im kalten, friedlichen Norden anfangen soll. Seinen Beruf weiter ausüben kann er nicht und was anderes hat er nicht gelernt. Noch dazu hat es ihn in ein Land verschlagen, wo es Waffen nicht an jeder Ecke zu kaufen gibt und wirklich üble Verbrechen eher selten sind. Aber trotz dieser Orientierungslosigkeit versucht sich Toxic bei seiner Gastfamilie einzuleben und verliebt sich obendrein noch in dieTochter der Familie, eine rebellierende, blonde Schönheit.  <br />
<br />
Der Roman versucht wirklich alles, um witzig rüber zu kommen und teilweise gelingt dies auch. Als aber der Held der Geschichte nur noch von einem Fettnäpfchen ins nächste hüpft, wird die Geduld mit dem killenden Kriegsveteranen auf eine harte Probe gestellt. Wie blöd kann sich ein relativ erfolgreicher Auftragsmörder anstellen, um ja seine Tarnung auffliegen zu lassen? <br />
<br />
Der Autor lässt seinen Hauptcharakter wirklich alles sein, bloss nicht intelligent. Da hilft auch keine humoristisch gemeinte Kaltschnäuzigkeit und auch skurril gestaltete Handlung, die mir eigentlich gut gefallen hat. Ein Profi-Killer, der aber nur noch dümmlich-spontan handelt, kommt halt nicht überzeugend rüber. Fazit: Eine lustige Geschichte mit witzigen Sagern über Island, die noch schlagfertiger daher kommen, wenn an bedenkt, dass der Autor selbst Isländer ist. <br />
<br />
<blockquote>Wir gehen. Der eiskalte Abend ist so hell wie ein offener Kühlschrank. Wenn das die heißeste Partystadt von Europa ist, können wir die Sache mit der Erderwärmung ziemlich entspannt angehen.</blockquote><br />
<br />
<blockquote>Das Feuer der Homophobie brennt in seinen Augen. Wenn man tief genug hineinsieht, kann man durch die Flammen einen dünnen Schwulen sehen, der ans Kreuz genagelt wird und <em>I will survive</em> schreit.</blockquote><br />
<br />
<blockquote>Fast alle Vorortvillen haben Doppelgaragen. Manche von ihnen sind sog groß wie die Häuser selbst. Und vor jeder von ihnen steht ein großer Geländewagen neben einem kleinen: seiner und ihrer. Ein super Duty Ford Druck neben einem Porsche Cayenne. Diese Leute halten sich Autos wie Beduinen Kamele.</blockquote> 
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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2011-01-16T21:25:00Z</published>
        <updated>2011-09-09T22:42:30Z</updated>
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        <title type="html">Carlos Ruiz Zafón: Mitternachtspalast</title>
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                Dieser Roman ist der zweite der dreiteiligen "Young Adult"-Serie des spanischen Schriftstellers Zafón. Kalkutta, 1932: Für den 16jährigen Ben und seine  Freunde ist es Zeit, Abschied zu nehmen. Das letzte Schuljahr ist zu Ende und das bedeutet auch, dass sie ihr Zuhause, das Waisenhaus St. Patrick's, verlassen müssen. Bei der Abschiedsfeier lernt Ben das Mädchen Sheere kennen, das zusammen mit ihrer Großmutter den Direktor des Waisenhauses besucht. Doch gerade als sich Ben und seine Freunde mit Sheere so richtig anfreunden, explodiert das Büro des Direktors. Jahawal, der dämonisch-irrer Mörder aus der Vergangenheit, ist zurück. Der Mann trug einen langen schwarzen Umhang, und um seinen Kopf war ein Turban geschlungen, an dem ein schwarzes Medaillon mit einer Schlange zu erkennen war. Sein gemessenes Auftreten legte die Vermutung nahe, dass es sich um einen reichen Händler aus Nord-Kalkutta handelte. seine Gesichtszüge waren die eines Hindus, doch seine Haut wirkte krankhaft blass. Es war die Haut eines Mannes, der nie das Sonnenlicht sah."<br />
<br />
Ein gefährliches Abenteuer beginnt: Jahawal hat nur einen Grund den Leiter des Waisenhauses aufzusuchen. Er ist auf der Suche nach einem 16jährigen Jungen, nach Ben. Doch Carter gibt ihm keinerlei Informationen, was er mit einem Anschlag büssen muss. Bevor Carter schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht wird, muss Ben ihm schwören, eine Dame namens Aryami Bosé aufzusuchen, um sie zu warnen. Als Ben später diese Frau aufsucht stellt sich heraus, dass sie Bens Großmutter ist, dass Sheere niemand anderes ist als seine Zwillingsschwester und dass Jahawal beide töten will. Da Jahawal die Geschwister gleich nach der Geburt töten wollte, wurden die Zwillinge getrennt. Ben wurde vor den Toren des Waisenhauses gelegt, Sheere blieb bei ihrer Großmutter. <br />
<br />
Ein altes Rätsel gilt es zu lösen: Warum werden die Geschwister von Jawahal bedroht und verfolgt? Zusammen mit der "Showbar Society", einem geheimen Bund von sieben Mitgliedern, heften sich Ben und Sheere auf die Spuren ihrer Vergangenheit. Bald stellen sie fest, dass sich alles um einen verlassenen Bahnhof, wo einst hunderte Waisenkinder in einem Zug verbrannten, dreht.<br />
<br />
<blockquote>Er schloss die Augen und sah dann erneut hin, weil er glaubte, Opfer einer Halluzination zu sein. Aus der Dunkelheit tauchte ein in Flammen gehüllter, rot glühender Zug auf. Er konnte die in Todesangst verzerrten Gesichter Dutzender Kinder sehen, die in seinem Inneren eingeschlossen waren, und den Funkenregen, der in alle Richtungen davonstob und eine Glutfontäne bildeten. Seine Augen wanderten den Zug entlang bis zur Lokomotive, eine beeindruckende Skulptur aus Stahl, die langsam zu schmelzen schien, wie eine Wachsfigur, die man ins Feuer warf. Im Führerstand war inmitten der Flammen die reglose Gestalt zu erkennen, die er im Hof gesehen hatte, nur dass sie einladend die Arme ausbreitete.<br />
Er spürte die Hitze der Flammen auf seinem Gesicht und hielt sich die Ohren zu, um nicht länger die wahnsinnigen Schreie der Kinder zu hören. Der Feuerzug überquerte die Brandfläche, und Ben stellt entsetzt fest, dass der brennende Koloss in voller Fahrt und mit der Wucht einer Brandbombe auf das Gebäude von St. Patrick's zuraste.</blockquote><br />
<br />
Zafón kann einem das Gruseln lehren: Wie auch in <a href="http://bluecher.agunlimited.at/archives/248-Carlos-Ruiz-Zafon-Der-Fuerst-des-Nebels.html" title="Mehr über das Buch Fürst des Nebels">"Fürst des Nebels"</a> muss besonders der jugendliche Leser mit Gänsehaut und dem Drang zum Weiterlesen rechnen. Eine mit Überraschungen gespickte Handlung und die wechselnde Erzählperspektive gestalten dieses Buch zu einem unheimlichen, schauerlichen Schmöker-Happening.<br />
<br />
<a href="http://www.fischerverlage.de/sixcms/media.php/308/LP_978-3-8414-4002-0.pdf" title="Leseprobe - Der Mitternachtspalast" target="_blank">Leseprobe - Der Mitternachtspalast</a><br /> 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>indisches</dc:subject>
<dc:subject>Jugendbuch</dc:subject>
<dc:subject>kinder &amp; jugend</dc:subject>

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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/archives/253-Andreas-Foehr-Schafkopf.html" rel="alternate" title="Andreas Föhr: Schafkopf" />
        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2011-01-05T23:18:16Z</published>
        <updated>2011-01-09T22:35:49Z</updated>
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            <category scheme="http://bluecher.agunlimited.at/categories/1-Krimis-Thriller" label="Krimis &amp; Thriller" term="Krimis &amp; Thriller" />
    
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        <title type="html">Andreas Föhr: Schafkopf</title>
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                Bayern entwickelt sich immer mehr zu einem empfehlenswerten Standort für Kriminalgeschichten mit pfiffigem Nervenkitzel. "Schafkopf" spielt im oberbayerischen Nest Miesbach. Man könnte meinen, dort kann schon aufgrund der landschaftlichen Idylle kein Mord passieren. Falsch gemeint, denn Miesbach ist voll von gewalttätigen Kleinverbrechern. So ein mieser Gauner ist Stanislaus Kummeder. Und als er neben der Gipfelkapelle auf dem Riederstein mit einem Präzisionsgewehr erschossen wird, hält sich die Trauer der Gemeinde in Grenzen. Aber die Mordsgeschichte beginnt nicht mit einem gezielten Schuss in den Kopf. Sie beginnt zwei Jahre vorher, als Kummeders Freundin Kathrin von Stanislaus' Gewalttätigkeit ihre blutende Nase voll hat und abhaut. Sie beginnt damit, dass der Winkeladvokat Falcking seinem kranken Schwiegervater viel Geld abluchst, das ihm später auf perfide Weise gestohlen wird. Und sie beginnt mit der unglückseligen Beziehung zwischen Susi und einem weiteren Lump, dem Wirtshausbesitzer Peter Zimbeck. <object width="530" height="300"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/2DWjMmLkm5A?fs=1&amp;hl=de_DE"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/2DWjMmLkm5A?fs=1&amp;hl=de_DE" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="530" height="300"></embed></object><br />
<br />
Kathrin Hoogmüller hat genug. Zu oft ist sie von Stanislaus verprügelt worden. Mit einem zerschlagenen Gesicht flüchtet sie zu ihrer Freundin Susi, die - unbezahlt natürlich - als Kellnerin für den muskelbepackten Peter Zimbeck in seinem Wirtshaus arbeitet. Bevor Kathrin mit Susis Motorrad das Weite suchen kann, gibt Susi ihr noch 900 Euro, ihr gespartes Trinkgeld. Es ist genau das Geld, das Zimbeck aber dringend braucht. Er hat nämlich gerade bei einem Schafkopf-Spiel viel Geld verloren. Als er sich die 900 Euro holen will, sind sie nicht mehr da. Er will Susi zur Rede stellen, da kommt auch schon der Stanislaus daher, der Kathrin holen will. Aber Kathrin sitzt schon auf dem Motorrad und die Kerle hören nur noch das sich entfernende Motorengeräusch. Zusammen mit Susis Bruder macht sich Zimbeck auf, Kathrin zu verfolgen, um sich das Geld wieder zu holen. Kathrins Flucht in die Freiheit misslingt: In einer Kurve stürzt sie mit dem Motorrad. Sie kann aber einen vorbeifahrenden Porschefahrer dazu überreden, sie mitzunehmen. Es ist der Jurist Falcking, der sie mitnimmt. In seinem Kofferraum sind 200.000 Euro, die er von seinem Schwiegervater ausgeliehen hat, um seine finanzielle Situation auszubessern. Es kommt, wie es kommen muss: Auf einem einsamen Schleichweg treffen Falcking und Zimbeck aufeinander. <br />
<br />
Als Kommissar Clemens Wallner zum Tatort am Riederstein gerufen wird, weiß er natürlich noch nichts davon, was sich zwei Jahre zuvor in einem nahe gelegenen Wald abgespielt hat. Er sieht einen Toten, mit einem bedruckten T-Shirt und einer Baseball-Mütze bekleidet neben einem 10-Liter-Fass Bier liegen. Die ersten Hinweise zum Fall bekommt er vom Dorfpolizisten Kreuthner, der sich zu diesem Zeitpunkt im Jogginganzug ebenfalls auf dem Riederstein aufgehalten hat und kurz zuvor noch mit Kummeder gesprochen hat. <br />
<br />
<blockquote>Es wurde allmählich kalt hier oben auf dem Gipfel. Der Tag würde nicht halten, was der Morgen versprochen hatte. Wallner zog seine Daunenjacke wieder an.<br />
"Hat der Kreuthner noch irgendwas gesagt?" Wallner sah Lutz an.<br />
"Der hat mit dem Kummeder geredet, kurz bevor sie ihn erschossen haben. Der Kummeder hätt gemeint, es gäb da wen, der wüsste, was mit der Kathi Hoogmüller passiert ist."<br />
"Ach Gott! Immer noch die alte Geschichte?", seufzte Mike.<br />
"Ja, der hat net lockergelassen der Kummeder."<br />
"Hat er gesagt, wer was über die Hoogmüller gewusst hat?"<br />
Lutz musste nachdenken. "Irgendeinen Namen hat er gesagt. Falter oder so ähnlich. Ein Anwalt."<br />
"Falcking?", fragte Mike.<br />
"Ja, genau. Falcking. Kennt ihr den?"<br />
"Da war mal was vor zwei oder drei Jahren. Da hat ihm wer die EC-Karte geklaut. Nichts Spektakuläres. Aber irgendwas war komisch an der Sache." Wallner sah Lutz nachdenklich an. "Falcking ..."</blockquote><br />
<br />
Abwechselnd erzählt der Autor was sich in der Vergangenheit abgespielt hat und welche Ermittlungen Wallner anstellt, um den Mord an Stanislaus Kummeder zu lösen. Dabei wird nicht mehr verraten, als unbedingt notwendig ist, um eine Spannung aufzubauen, die einem das Fingernägelkauen angewöhnen könnte. Aber die gelungen Konstruktion der Geschichte ist nicht alles, was der Roman zu bieten hat. Gut skizzierte Charaktere und der wohl dosierte Regionalismus bringen ordentlichen Schwung in die Jagd nach dem Mörder. "Schafkopf" ist ein dramatisch-packender Krimi mit bayerischem Einschlag, bei dem der Leser den Lacher auf seiner Seite hat.<br />
<br />
<blockquote>Schartauer hielt fünf Meter vor dem Porsche an. Die Polizisten stiegen aus und näherten sich dem Sportwagen. Niemand hielt sich darin auf. Schartauer stellte fest, dass der Schlüssel steckte und auf dem weißen Lederbezug des Beifahrersitzes ein dunkelroter Fleck zu sehen war. Weitere Flecken befanden sich auf dem hellen Teppich im Fußraum der Beifahrerseite.<br />
"Wird doch kein Blut sein?"<br />
Kreuthner zuckte mit den Schultern und gab Schartauer durch seine Mimik zu verstehen, dass er von ihm Vorschläge zum Verhalten in der vorliegenden Situation erwartete.<br />
"Ich schlage vor, den Wagen nicht zu öffnen. Wegen ...", Schartauer wusste eigentlich nicht genau weswegen.<br />
"Explosionsgefahr?" half Kreuthner weiter. <br />
"Explosionsgefahr."<br />
"So ein Schmarrn. Wieso soll denn der Wagen explodieren?"<br />
"Ja ... den ... den könnten Terroristen da abgestellt haben."<br />
"Um die Brennnesseln zu sprengen oder warum?"<br />
"Mei ..."<br />
"Und so blöd sind die nicht bei der Al Kaida, dass die für a Autobombe an nagelneuen Porsche hernehmen. Da nehmen die so alte Gurk'n wie deinen Polo her, verstehst? Oder hast schon mal gesehen, dass sie in Bagdad die Amis mit am Porsche in die Luft jagen?"<br />
"Das kannst ja nimmer sehen im Fernsehen. Ich mein, was des für a Wagen war. Den zerreißt's doch beim Anschlag", wehrte sich Schartauer.<br />
"Das sagt einem der gesunde Menschenverstand, dass es in Bagdad keine Porsche zerreißt. So ein Wagen der kostet achtzigtausend Euro. Des is a Sünd, so was in die Luft zum sprengen. Das weiß selbst der Mohammedaner."<br />
Schartauer nickte. </blockquote><br />
<br />
"Schafkopf" ist übrigens ein bayerisches Kartenspiel. Woher die beliebte Freizeitgestaltung seinen Namen hat, ist laut Wikipedia nicht eindeutig geklärt. Wer sich über das Spiel näher informieren möchte, kann sich auf der <a href="http://www.schafkopfschule.de" title="Homepage der Bayerischen Schafkopfschule">Website der Bayerischen Schafkopfschule</a> alle notwendigen Infos zu Spielverlauf, Regeln und Techniken holen.<br /> 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>Bayrisches</dc:subject>
<dc:subject>krimis &amp; thriller</dc:subject>
<dc:subject>witzig</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-12-28T23:08:20Z</published>
        <updated>2011-01-05T22:50:14Z</updated>
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        <title type="html">Virginia Doyle: Die schwarze Schlange</title>
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                Kommissar Hansen ist Kriminalist und Chef der Polizeiwache Davidstraße unweit der Reeperbahn in Hamburg. Trotz Mord- und Totschlag im Vergnügungsviertel könnte der gewissenhafte Polizist in aller Ruhe seinem Beruf nachgehen, wäre nicht das Land in fester Hand der Nationalsozialisten. Aber Anfang der 1940er Jahre sind ehrliche und menschliche Schupos nicht gern gesehen. Und schon gar keine, die nicht Mitglied der Partei sind. Und so wird Hansen kurzerhand nicht nur seines Posten als Chef der Davidwache enthoben und degradiert, er bekommt obendrein auch noch zwei scheinbar unlösbare Mordfälle aufgebrummt. Doch Hansen ist ein alter Hase auf dem kriminellen Pflaster der Reeperbahn und einer, der sich nicht so schnell aus der Fassung bringen lässt.  Die Reeperbahn, einst strahlende und lebendige Vergnügungsmeile, hat Musik, Tanz und Prostitution in Hinterzimmer und Kellerräume verlegt, denn ab dem frühen Abend herrscht Verdunkelungszwang und Ausgehverbot. Tanzen zu ausländischer Musik ist rechtswidrig, ebenso ist es Jugendlichen nach Einbruch der Dunkelheit untersagt, sich auf den Straßen herumzutreiben. Und wer nicht spurt, wird von der HJ abgeschoben. Aber trotz Verbote und Strafmaßnahmen gibt es junge Leute, die "Swingheinis" und "Swingbabies". Sie haben ihr Leben amerikanischer und englischer Musik verschrieben und rebellieren durch Kleidung und Auftreten gegen die Diktatur.<br />
<br />
<blockquote>Tanzen war verboten, Swingmusik war verboten, aber diese jungen Leute liebten nichts so sehr, wie auf Swingmusik zu tanzen. Kam dann noch das Abhören von Feindsendern hinzu, wurde hart durchgegriffen, und die Delinquenten landeten bei der Gestapo im Stadthaus oder im KZ Fuhlsbüttel. Die Jugendschutzbeauftragten des Reiches hatten härtere Maßnahmen gegen die "aufmüpfige Bande" angeordnet, wie Revierleiter Kelling sie nannte. Und so hatte man auf der Davidwache alle Hände voll zu tun, den fehlgeleiteten jungen "Volksschädlingen" die Leviten zu lesen. Aber statt dass man dem Übel beikam, schienen es immer mehr zu werden, die an den Wochenenden nach St. Pauli aufbrachen, um sich hier zu vergnügen.</blockquote><br />
<br />
Als sich Hansen gerade um eine Gruppe von der HJ aufgegriffenen Swingheinis kümmert, wird er zu einem Mordfall gerufen. Ein Chinese liegt tot auf dem Gehsteig der Schmuckstraße - seltsamerweise hat jemand um die Leiche Teelichter platziert. Als Hansen zusammen mit dem Amtsarzt die Leiche untersucht, machen sie zwei Entdeckungen: Zum einen wurde der Chinese sehr gekonnt mit einer schmalen Klinge ermordet. Zum anderen entdecken sie eine Tätowierung in Form einer schwarzen Schlange am rechten Schulterblatt. Als später noch ein junger Deutscher in einem Keller tot aufgefunden wird, der die selben Merkmale ausweist, kommt Hansen ins Grübeln. Er ahnt, dass die Mordfälle System haben und dass die Swingheinis irgendwie mit der Sache zu tun haben. Im Laufe der Geschichte begreift Hansen ebenso, dass er bei seiner Arbeit von der Obrigkeit willkürlich ausgebremst wird. Er merkt, dass er auf der Abschussliste steht und dass speziell sein Vorgesetzter Kelling darauf wartet, dass er einen Fehler macht.<br />
<br />
<blockquote>Und genau das ist dein Problem, Hansen, sagte er sich: Dein Verständnis von Polizeiarbeit passt nicht mehr in die Zeit. Die wollen doch was ganz anderes als ich. Die wollen, dass wir ihnen die Fakten so zurechtlegen, wie sie sie gebrauchen können. Wir haben ja keine Gesetze mehr. Wir haben nur noch den Staat und seine Macht. Und die Gestapo. Und Feiglinge wie Kelling. Richtige Polizisten gibt es nicht mehr. Reichspolizei sind wir jetzt. Das scheint was anderes zu sein. Du kannst nach Hause gehen, Hansen, es ist vorbei, du hast keine Arbeit mehr. Dumm nur, dass dein Zuhause hier auf der Wache ist, oben im dritten Stock. Du kannst ja gar nicht aufhören, du würdest obdachlos werden, wenn du deinen Beruf an den Nagel hängtest. Du stündest vor dem Nichts ...</blockquote><br />
<br />
Die Kriminalgeschichte rund Kommissar Hansen wird von einigen Handlungssträngen begleitet, die hauptsächlich dazu dienen, die damalige Zeit zu veranschaulichen - was dem Autor auch gut gelungen ist. Insgesamt gestaltet sich der Roman spannend, weist aber ein paar Schwächen auf. So sind ein paar Nebenschauplätze mehr oder weniger entbehrlich und so mancher Charakter, dem gerade zu Beginn Beachtung geschenkt wird, spielt später keine Rolle mehr. "Die schwarze Schlange" ist der letzte Teil einer Trilogie, die sich um das Leben des Kommissars dreht. Virginia Doyle ist übrigens ein Pseudonym des in Hamburg lebenden Autors <a href="http://www.gangsterbuero.de/" title="Gangsterbüro Robert Brack und Virginia Doyle" target="_blank">Robert Brack</a>.<br />
<br />
» <a href="http://www.gangsterbuero.de/dromane/frame.html" title="Leseprobe - Die schwarze Schlange">Leseprobe "Die schwarze Schlange"</a><br />
<br /> 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>Historisches</dc:subject>
<dc:subject>krimis &amp; thriller</dc:subject>
<dc:subject>Nationalsozialismus</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-12-27T23:35:00Z</published>
        <updated>2011-10-28T19:20:19Z</updated>
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        <title type="html">Neil Gaiman: American Gods</title>
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                Shadow wird aus dem Gefängnis entlassen. Eigentlich möchte er nur noch in die Badewanne, seine Frau mehrmals beglücken und zukünftig allem Ärger aus dem Weg gehen. Doch es kommt anders: Seine Frau Laura stirbt zusammen mit seinem besten Freund bei einem Autounfall wenige Tage vor seiner Entlassung und Shadows Zukunftspläne lösen sich in Luft auf. Trotzdem bucht er einen Flug nach Hause und er begegnet - keineswegs zufällig - immer wieder einem seltsamen Mann, der ihm einen Job anbietet. Zunächst lehnt Shadow jedes Mal ab. In einer abgelegenen Bar jedoch kann der Fremde, der sich - weil gerade Mittwoch ist - Mr. Wednesday nennt, Shadow überzeugen. Und so wird der Ex-Sträfling der Chauffeur von Mr. Wednesday, der in Wirklichkeit niemand Geringerer als der Göttervater Odin ist. Zusammen machen sie sich auf die Reise quer durch Amerika mit einem Ziel: Vorkehrungen für die letzte und entscheidende Schlacht gegen die Götter der Moderne zu treffen. Die Götter der alten Welt haben an Macht eingebüsst. In Amerika der Jetztzeit sind Naturgeister wie Leprechauns oder Wrukolakas schon lange in Vergessenheit geraten. An Namen wie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Anansi" title="Mehr über Anansi">Anansi</a> oder <a href="http://www.science-at-home.de/wiki/index.php/Tschernobog" title="Mehr über Tschernobog">Tschernobog</a> kann sich ebenfalls keiner mehr erinnern. Stattdessen herrschen neue, moderne Götter: Konsum, Technik und Medien. <br />
<br />
Und aus den einst stattlichen und einflussreichen Gestalten aus Europa, Afrika und Asien sind heruntergekommene Versager geworden, die nicht einmal mehr an sich selbst glauben. Horus, einst ägyptischer Himmelsgott, lebt nur noch als Gestalt eines Falken und ernährt sich von Tieren, die auf Straßen überfahren wurden. Alwis, der König der Zwerge, arbeitet in einem Vergnügungspark. Und Bastet, die Tochter des Sonnenkönigs Re, lebt als Katze im Haushalt der Bestattungsunternehmer Jacquel &amp; Ibis. <br />
<br />
Wednesday alias Odin klappert mit Shadow alle ab, um sie für die entscheidende Schlacht zu gewinnen und vorzubereiten. Shadow kommt erst im Laufe der Geschichte drauf, um was es geht und welche Rolle er dabei spielt. Dass ihm bei seiner Reise immer wieder seine tote Frau Laura besucht und mysteriöse Träume, in dem ein Büffelmann sonderbare Botschaften zu vermitteln versucht, bringen auch nicht mehr Licht in das verwirrende Spiel um seine Person. <br />
<br />
<blockquote>Shadow hätte beinahe die Hände vom Steuer genommen, um ihr zu applaudieren. Stattdessen sagte er: "Okay. Wenn ich Ihnen also erzähle, was ich weiß, werden Sie mich nicht für verrückt halten."<br />
"Kann sein", sagte sie. "Stellen Sie mich halt auf die Probe."<br />
"Würden Sie glauben, dass alle Götter, die sich die Menschen je vorgestellt haben, heute immer noch unter uns sind?"<br />
"... unter Umständen."<br />
"Und dass es da draußen neue Götter gibt, Götter des Computers, des Telefons und was auch immer, und dass sie alle der Ansicht zu sein scheinen, dass es auf der Welt nicht genug Platz für beide Seiten gibt? Und dass wahrscheinlich eine Art Krieg bevorsteht?"<br />
"Und diese Götter sollen die beiden Männer getötet haben?"<br />
"Nein, meine Frau hat die beiden Männer getötet."<br />
"Ich dachte, Sie hätten gesagt, Ihre Frau ist tot."<br />
"Ist sie auch."<br />
"Dann hat sie sie also umgebracht, bevor sie gestorben ist?"<br />
"Danach. Fragen Sie nicht."<br />
Sie hob die Hand und wischte sich die Strähnen aus der Stirn. <br />
Sie hielten in der Main Street vor der Kneipe an. Das Schild über dem Fenster zeigt einen überrascht dreinschauenden Hirsch, der auf den Hinterbeinen stand und in den Vorderläufen ein Glas Bier hielt. Shadow nahm die Tüte mit dem Buch und stieg aus.<br />
"Warum sollten sie Krieg führen?", sagte Sam,. "Das kommt mir irgendwie nutzlos vor. Was gibt es denn da zu gewinnen?"<br />
"Ich weiß nicht", gestand Shadow.<br />
"Es ist leichter, an Außerirdische zu glauben als an Götter", sage Sam. "Vielleicht waren Mistern Town und Mister Soundso ja <em>Men in Black</em>, nur von der außerirdischen Sorte."<br />
Sie standen vor der Kneipe auf dem Bürgersteig, und Sam verharrte dort. Sie sah Shadow an, während ihr Atem wie eine blasse Wolke in der Abendluft hing. "Sagen Sie mir einfach, dass Sie einer von den Guten sind", sagte sie.<br />
"Das kann ich nicht", sagte Shadow. "Ich wollte, ich könnte es. Aber ich tue mein Bestes."<br />
Sie biss sich auf die Unterlippe und ließ ihn nicht aus den Augen. Dann nickte sie. "Das reicht mir", sagte sie. "Ich werde Sie nicht anzeigen. Sie dürfen mir jetzt ein Bier ausgeben."</blockquote><br />
<br />
Neil Gaiman hat sich eine gute Frage für dieses Buch zurecht gelegt: Was passiert mit den Göttern und Sagengestalten, die von Einwanderern in die Neue Welt mitgebracht wurden und dann im Laufe der Zeit vergessen wurden? Passen sie noch in unsere Zeit oder haben ihnen andere, neue Götter bereits den Rang abgelaufen? "American Gods" ist komplexes Fantasy, bei dem es sich lohnt, auf Kleinigkeiten acht zu geben und mitzudenken. So richtig interessant wird das Buch erst, wenn man nach den in der Handlung verstrickten Personen googelt oder - in analoger Manier - ein Lexikon zur Hand nimmt. <br />
<br />
» <a href="http://www.neilgaiman.de/leseprobe_american_gods.pdf" target="_blank" title="Leseprobe American Gods">Leseprobe "American Gods"</a> 
            </div>
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        <dc:subject>Amerikanisches</dc:subject>
<dc:subject>Science Fiction/Fantasy/Mystery</dc:subject>

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        <author>
            <name>Loki</name>
                    </author>
    
        <published>2010-12-25T13:54:00Z</published>
        <updated>2010-12-25T13:56:20Z</updated>
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        <title type="html">Jonathan L. Howard: Totenbeschwörer</title>
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                Johannes Cabal sitzt im Gefängnis und wartet auf seine Exekution. Er wurde dabei erwischt, wie er sich das äußerst seltene und verbotene Buch "Pricipia Necromantica" um zwei Uhr nachts "ausleihen" wollte. Cabal benötigt das Buch aus beruflichen Gründen, denn er ist ein Nekromant, ein Totenbeschwörer. Sein nicht ganz unumstrittener Beruf rettet ihn aber vor seiner Hinrichtung. Der Comte Marechal, ein machtgieriger und intriganter Offizier, bedarf seiner Dienste. Der amtierende Kaiser von Mirkarvien soll vor dem Volk sprechen und mit seiner Autorität den brodelnden Bürgeraufstand abwehren. Es gibt nur ein Problem: Der Kaiser ist bereits eine Leiche und Cabal soll ihn "wiederbeleben". Dafür wird ihm seine Freiheit versprochen. Wie Cabal es bereits erwartet, platzt der Deal. Doch er kann sich in letzter Sekunde aus den mörderischen Fängen befreien und flieht auf ein luxuriöses Luftschiff. Da fangen seine Probleme erst richtig an. Dem Totenbeschwörer sitzt die Angst vor einer Entdeckung im Nacken. Dem nicht genug, trifft er im Salon des Luftschiffes "Prinzessin Hortensie" auch noch auf Leonie Barrow. Die beiden sind quasi alte Bekannte. Es ist nicht gerade Freundschaft ist, was die beiden verbindet. Als aber ein Mord an Bord passiert (ein Mann wird kurzerhand aus dem Fenster geworfen) macht sich das "Was-sich-liebt-das-neckt-sich"-Duo auf die Spuren des Mörders – und retten die Welt vor dem diktatorischen Comte Marechal.<br />
<br />
"Totenbeschwörer" ist der zweite Roman über den Nekromaten mit detektivischem Gespür Johannes Cabal. Die Handlung spielt sich hauptsächlich an Bord des Luftschiffs ab und die wechselhafte Beziehung zu Cabals Counterpart, Miss Barrow, steht im Vordergrund. Cabal ist Wissenschafter, ein rational denkender Mensch, dem das soziale Verhalten weitgehend fremd ist. Smalltalk mit den anderen Reisenden ist ihm zuwider und mit weiblichen Komplimenten kann er so gut wie gar nichts anfangen. Cabal ist eitel, überheblich und realitätsfremd. Kurz: Er ist alles, was Leonie Barrow nicht ist. Die angehende Kriminalistin ist ebenso fasziniert wie abgeschreckt von Cabals Charakter. <br />
<br />
<blockquote>Er selbst war nicht unattraktiv, und sein Interesse für Details erstreckte sich auch auf seine äußerliche Erscheinung, sodass es auf den ersten Blick nicht verwunderte, dass er in diese Lage geraten war. Normalerweise blieb er allerdings stets für sich und umgab sich obendrein mit einem leichten Hauch von Formaldehyd, der jeden Annäherungsversuch einer Frau von vornherein dämpfte, es sei denn, sie hätte eine verstopfte Nase. Seine lange Abwesenheit von einem Labor, die fremden Kleider und die aufgezwungene Geselligkeit hatten ihn genau ins Visier von Lady Ninuka gerückt, und er hatte es eine Sekunde lang nicht bemerkt.</blockquote><br />
<br />
Anfang sowie Ende des Buches sind abenteuerlich und unterhaltsam. Leider gestaltet sich alles dazwischen eher träge. Auch konnte mich die vermeintliche Parodie auf Spionage, Militär und Politik nicht wirklich fesseln. Die auf dem Umschlag versprochene Komik, habe ich vergeblich gesucht. Vielleicht lag es auch daran, dass ich mit dem berechnenden und kühlen Kopf des Protagonisten mich nicht vollends anfreunden konnte. Ganz nett war allerdings die sich subtil anbahnende Romanze zwischen dem Nekromanten und der naseweisen Miss Barrow. 
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        <dc:subject>Science Fiction/Fantasy/Mystery</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-12-17T00:11:00Z</published>
        <updated>2010-12-17T01:03:10Z</updated>
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        <title type="html">Michael Ende: Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch</title>
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                31. Dezember, 5 Uhr nachmittags: Der ziemlich garstige Zauberer Beelzebub Irrwitzer und seine Erbtante, die Geldhexe Tyrannja Vamperl, stecken in der Bredouille. Jedes Jahr müssen sie eine bestimmte Anzahl von Naturkatastrophen, Seuchen und andere Ereignisse, die das Leben auf unserem Planeten zerstören, herbeiführen. Die beiden waren mit ihren Pflichten nachlässig und werden deshalb vom Eintreiber des Höllischen Fürsten, Maledictus Made, aufgesucht und abgemahnt. Sollten sie es nicht schaffen ihr Soll bis Mitternacht zu erfüllen, droht die Pfändung. Tyrannja Vamperl hat aber schon eine Idee das Problem aus der Welt zu schaffen: Mit Hilfe des satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunschs sollen alle Begehren um Mitternacht erfüllt werden. Die Krux an der Sache ist aber, dass Madame Vamperl nur einen Teil des Rezeptes für das Gebräu hat. Ihr Neffe ist im Besitz der anderen Hälfte. Obwohl miteinander verwandt, sind beide vorerst nicht zur Kooperation bereit. Und während die beiden um ihre Vorteile streiten, haben zwei Spione vom Hohen Rat der Tiere Gelegenheit, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Es sind dies der vorlaute, alte Rabe Jakob Krakel, der ihm Dienst der Hexe steht, und der sedierte Kater des Zauberers, Maurizio di Mauro.  Bevor noch die Geldhexe ihren Neffen besucht, flattert der Rabe Jakob voraus und kann gerade noch verhindern, dass der Zauberer den Hals des Katers umdreht. Sowohl Tyrannja Vamperl als auch Beelzebub Irrwitzer wissen, dass sie Spione unter ihrem Dach haben. Irrwitzer, der bereits ahnt, dass ihm der Hohe Rat der Tiere Schwierigkeiten machen wird, möchte den Kater so schnell als möglich beseitigen. Jakob, der das Geschehen vom Fenster aus betrachtet, klopft mit seinen Schnabel dagegen und kann mit seiner Penetranz den Zauberer von seinem Vorhaben abbringen:<br />
<blockquote><OBJECT ID="MediaPlayer"  classid="CLSID&#58;22d6f312-b0f6-11d0-94ab-0080c74c7e95" CODEBASE="http&#58;//activex.microsoft.com/activex/controls/mplayer/en/nsmp2inf.cab#Version=6,4,5,715" width="350" height="53" standby="Loading Microsoft Windows Media Player components..." type="application/x-oleobject"><PARAM NAME="FileName" VALUE="/uploads/hoerbeispiele/wunschpunsch_Track04.mp3"><PARAM NAME="TransparentAtStart" Value="true"><PARAM NAME="AutoStart" Value="false"> <PARAM NAME="AnimationatStart" Value="false"><PARAM NAME="ShowStatusBar" Value="true"> <PARAM NAME="ShowControls" Value="true"> <PARAM NAME="autoSize" Value="false"> <PARAM NAME="displaySize" Value="false"> <PARAM NAME="ShowAudioControls" Value="true"> <br />
<PARAM NAME="ShowPositionControls" Value="false"> <Embed type="application/x-mplayer2" pluginspage="http&#58;//www.microsoft.com/Windows/Downloads/Contents/Products/MediaPlayer/" src="http://bluecher.agunlimited.at/uploads/hoerbeispiele/wunschpunsch_Track04.mp3" Name="MediaPlayer" width="350" height="53" transparentAtStart="1" autostart="0" animationAtStart="0" ShowControls="true" ShowAudioControls="1" ShowPositionControls="0" autoSize="0" ShowStatusBar="1" displaySize="false"> <br />
</embed></OBJECT></blockquote><br />
<br />
Zeitgleich trifft die Geldhexe stilgerecht durch den Kamin bei ihrem Neffen ein. Und während sie versucht ihren Neffen zu beschwatzen, seinen Teil des Rezepts rauszurücken, erinnert Jakob seinen Kollegen Maurizio an seine Pflichten. Maurizio ist faul, träge und fett geworden. Von Irrwitzer bewußt verhätschelt, hält er seinen Meister für den größten und kann sich gar nicht mehr daran erinnern, warum er im Dienst des Zauberers steht. Doch Jakob ist gewitzt und bringt Maurizio dazu, mit ihm zusammen zu arbeiten. Sie haben nicht viel Zeit und diese verrinnt wie im Flug, was nicht zuletzt durch Irrwitzers "Hammer-Uhr" (ein Hammer schlägt auf einen Daumen und irgendetwas schreit dabei "Aua!") sehr einprägsam verlautet wird.<br />
<br />
Zauberer und Geldhexe beginnen den Wunschpunsch zu brauen. Dass ihnen dabei die beiden Spione zusehen, ist ihnen ziemlich egal, denn der Wunschpunsch hat eine Eigenheit, von der sie glauben den Raben und den Kater überlisten zu können: Damit das Gebräu einen Wunsch erfüllt, muss das Gegenteil ausgesprochen werden. Wünscht man sich Krieg, sagt man Frieden, wünscht man sich Gesundheit, wird daraus Krankheit. Hexe und Zauberer werden sich um Mitternacht also nur "gute Dinge" wünschen. Jakob und Maurizio stehen nun vor einer großen Aufgabe: Gelingt es ihnen nicht, die Wirkungsweise des Wunschpunschs umzukehren, wird die Welt zugrunde gehen.<br />
<br />
Genau genommen, hat dieses Werk von Michael Ende - sowie auch andere seiner Bücher - einen ernsten Hintergrund. Das sukzessive Zerstören unserer Lebenswelt durch Geldgier, Machtgelüste und Vernichtungswahn, ist aktueller denn je. Durch Endes Sprache und Wortkreationen wird diese Geschichte aber dermaßen witzig, dass man aus dem Lachen nicht mehr herauskommt. Das gilt noch mehr für das adaptierte Hörbuch: Zauberer und Geldhexe sind so umgesetzt, dass sie einem nicht wirklich unsympathisch sein können. Originell-spaßig sind die Szenen, in der sich beide gegenseitig über's Ohr zu hauen versuchen oder wie sie völlig beduselt den Wunschpunsch trinken:<br />
<br />
<blockquote>Punschallapinsche, erf...hicks!...füll meine Winsche:<br />
Jakob Krakel soll hicks! – keine Schmerzen mehr haben,<br />
nix Wunden und nix Rheumatismus,<br />
sonnern’s schönste Gefieder von allen Ra...Raben<br />
un‘ den kräftigsten Organismus – hicks!</blockquote><br />
<br />
Das Hörbuch hält sich nicht strikt an die Buchvorlage und für manche mag die begleitende Musik ungewöhnlich erscheinen. Darüber hinaus sprechen jedoch die Inszenierung und die Auswahl der Rezitatoren für sich. Besonders Alf-Synchronstimme Tommi Piper als Jakob Krakel und die Schauspielerin Louise Martini als Tyrannja Vamperl haben mir ausgesprochen gut gefallen. Obwohl das Hörspiel für Kinder ab acht Jahren empfohlen wird, können es durchaus auch jüngere und erwachsene Menschen geniessen.<br /> 
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        <dc:subject>Hörbücher</dc:subject>
<dc:subject>Hexen</dc:subject>
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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/archives/248-Carlos-Ruiz-Zafon-Der-Fuerst-des-Nebels.html" rel="alternate" title="Carlos Ruiz Zafón: Der Fürst des Nebels" />
        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-12-13T08:23:00Z</published>
        <updated>2011-09-09T22:42:41Z</updated>
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        <title type="html">Carlos Ruiz Zafón: Der Fürst des Nebels</title>
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                Der spanische Autor Carlos Ruiz Zafón wurde eigentlich erst mit "Der Schatten des Windes" und "Das Spiel des Engels" so richtig bekannt. Seine schriftstellerische Karriere hat er jedoch mit dem Schreiben von Jugendbüchern begonnen. "Der Fürst des Nebels" erschien 1993 und ist der erste Roman Zafóns, der veröffentlicht wurde und für den er den spanischen Jugendliteraturpreis bekommen hatte.<br />
London, 1943: Der Krieg wütet am Kontinent und nähert sich unaufhaltsam der Insel. Der Uhrmacher und Erfinder Maximilan Carver befürchtet das Schlimmste und beschließt mit seiner Familie in ein verschlafenes Dorf an der Küste zu ziehen. Seine drei Kinder, allen voran der 13-jährige Max, sind wenig begeistert. Als sich das neue Zuhause auch noch als heruntergekommen und renovierungsbedürftig entpuppt, hält sich die Begeisterung für den Umzug in Grenzen. Erst als Max und seine ältere Schwester Alicia Roland, den Enkel des Leuchtturmwärters, kennen lernen, beginnen sie sich langsam mit der neuen Umgebung anzufreunden. Doch unheimliche Träume, ein verwachsener Skulpturengarten und die Geschichte eines Jungen, der vom Fürst des Nebels geholt worden ist, trüben die Sommeridylle. Das Gruseln beginnt mit einer Katze: Kaum ist die Familie Carver am Bahnhof des Küstenstädchens angekommen, läuft ihnen eine kleine Katze zu. Irina, die jüngste der drei Kinder, ist hellauf begeistert und nimmt das Tier in Beschlag. Auf Max aber macht die "Killerkatze" durch ihre kalten Blicke und ihre Vorliebe für faustgroße Spinnen einen bedrohlichen Eindruck. Und dann ist da auch noch der am Grundstück angrenzender Skulpturengarten. Immer in dichten Nebel gehüllt stehen sternförmig angeordnet steinerne Statuen. In ihrer Mitte entdeckt Max einen befremdlich aussehenden Clown:<br />
<br />
<blockquote>Er ließ seinen Blick über die einzelnen Statuen wandern, die von wildem Gras umgeben waren, das sich im Wind wiegte. Dann widmete er sich wieder dem großen Clown. Ein Schauder lief ihm den Rücken hinunter, und er wich einen Schritt zurück. Die Hand der Figur, eben noch zur Faust geballt, war nun zu einer einladenden Geste geöffnet. Max spürte, wie die kalte Morgenluft in seiner Kehle brannte und das Blut in seinen Schläfen pochte.<br />
Langsam, als fürchtete er, die Skulpturen aus ihrem ewigen Schlaf zu wecken, ging er zu dem Gittertor in der Mauer zurück, nicht ohne sich bei jedem Schritt nach hinten umzusehen. Sobald er durch das Tor geschlüpft war, rannte er los und sah nicht mehr zurück, bis er den Zaun des Hinterhofs erreichte. Als er sich umdrehte, war der Skulpturengarten wieder im Nebel verschwunden.</blockquote><br />
<br />
Erst als Max Roland kennen lernt, kann er für wenige Augenblicke seinen Träume und seine irrationale Angst, die er seit dem Umzug hat, vergessen. Als sich Alicia den beiden anschließt und sich das Mädchen in Roland verliebt, scheinen die Sommerferien perfekt. Doch als die drei einen Tauchausflug zu einem versunkenen Frachter unternehmen, beginnt sich das Unheimliche zu verdichten. Der Fürst des Nebels wartet nur noch auf den geeigneten Moment eine Bringschuld einzufordern. Und das hat so einiges mit dem ertrunkenen Jungen zu tun, der vor Jahren in dem Landhaus der Carvers gewohnt hat, zu tun. Ebenso spielen Roland und sein Großvater eine Rolle bei einem längst vergessenen Handel. Immer mehr verstricken sich Max und Alicia in die dunklen und mystischen Machenschaften des Fürsten.<br />
<br />
Dieses Buch zieht einen - auch wenn man jenseits der 14 ist - gehörig in den Bann. Aber nicht nur die mitreißende Spannung ist es, was diesen Roman ausmacht. Zafón erzählt in stimmungsvoller und sprachgewandter Manier über die Erlebnisse dreier Teenager, die durch eine unheimliche Gefahr zusammengebracht werden. Ein schaurig schönes Lese-Erlebnis - auch für große Leser!<br /> 
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        <dc:subject>Jugendbuch</dc:subject>
<dc:subject>kinder &amp; jugend</dc:subject>
<dc:subject>schaurig</dc:subject>
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        <author>
            <name>Loki</name>
                    </author>
    
        <published>2010-12-11T09:37:00Z</published>
        <updated>2010-12-11T23:24:27Z</updated>
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        <title type="html">Ray French: Ab nach unten</title>
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                Aidan Walsh ist knapp über fünfzig und kauft sich einen Sarg. Nicht dass er todkrank wäre und der Familie Arbeit und Geld ersparen möchte. Er ist auch nicht einer von der blutsaugenden Sorte oder einer, der sein S/M-Repertoire im Keller erweitern möchte. Aidan hat einen respektablen Grund, sich im Laden des Sargverkäufers umzusehen. Sunny Jim Electronics, wo Aidan arbeitet, will die Fabriken in Wales schließen, um seine Produktion nach Indien zu verlegen. Für Aidan und seine Kollegen würde das die Arbeitslosigkeit bedeuten. Deshalb reift in ihm eine Idee zu einer abgründigen Protestaktion: Er lässt sich in seinem Garten begraben. Lebendig natürlich. Und solange, bis Sunny Jim Eletronics zusagt, das hiesige Werk nicht zu schließen, wird er unter der Erde bleiben. Und nachdem alles mit seinen Freunden im hiesigen Pub ausführlich geplant und besprochen ist, packt Aidan seine Schaufel und fängt im Garten an zu graben. Ein Schacht zwischen Kiste und Rasennarbe ist die einzige Verbindung zur Oberwelt, sein Klo ist eine Bettpfanne und seine Dusche sind eine Packung Feuchttücher. <blockquote>Und jetzt war Aidan schließlich allein, in seiner Pappkiste eingesperrt, über sich eine zweit Meter dicke Schicht Erde. Der Tag drehte sich vor ihm aus wie eine Gefängnisstrafe. Er musste sich an die Einzelhaft gewöhnen. Bis Frank ihm sein Mittagessen brachte, würde es keine weiteren Besucher geben. Er sah auf die Uhr; noch nicht ganz halb neun, dreieinhalb Stunden noch, bis er wieder ein menschliches Gesicht sehen würde. Es war so still. Unglaublich still, die Stille legte sich so schwer über ihn wie die Erde auf seinem Sarg.<br />
Er war allein. Er hatte Angst. <em>Komm schon, du bist erst ein paar Minuten hier unten, reiß dich zusammen.</em><br />
"Also Aidan, es hat keinen Sinn, hier rumzuliegen und dich selbst zu bemitleiden, jetzt wollen wir erst mal ein bisschen Ordnung schaffen", sagte er laut.</blockquote><br />
<br />
Aidans Protestaktion bleibt natürlich nicht unbemerkt. Während er sich in seiner engen Behausung mit Tagebucheintragungen und Radiohören von der psychischen Belastung abzulenken versucht, tauchen die ersten Medienvertreter auf. Für manche Nachbarn ist Aidans Grabstätte auch eine Anlaufstelle, sich zu nachtschlafender Zeit das Herz auszuschütten. Und somit ist Aidans Zeit mit Interviews, Telefonaten und Lebenshilfe ausgefüllt. Dennoch wartet er verzweifelt auf den Tag seiner Ausgrabung, auf den Tag, an dem Sunny Jim Electronics nachgibt. Aber so einfach gestaltet sich der Kampf David gegen Goliath nicht. Sunny Jim denkt gar nicht daran sich in die Enge treiben und sich von einem x-beliebigen Arbeiter erpressen zu lassen. Und immer mehr gerät der Eingegrabene in die Mühlen moderner Medienarbeit und Politik.<br />
<br />
<em>"Wenn ein Mann mit über sechsundzwanzig noch Bus fährt, kann man ihn getrost als Versager bezeichnen."</em> - Margaret Thatcher<br />
<br />
Kann sich jemand noch an die Filme wie "Brassed Off - Mit Pauken und Trompeten" oder "Ganz oder gar nicht" erinnern? In dieselbe Kerbe schlägt auch "Ab nach unten": Einfach gestrickte Charaktere aus der Arbeiterklasse, deren Lebensinhalt sich ganz nach Fußball, Bier und Stress mit der Familie ausrichtet, bekämpfen auf ihre Art die Wirtschaftskrise. Und in ganz britischer Manier wird ihr Protest auf tragikomische Weise durchgezogen. Je skurriler, desto besser.<br /> 
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        <dc:subject>Belletristik</dc:subject>
<dc:subject>Englisches</dc:subject>
<dc:subject>Politik</dc:subject>
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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-12-06T08:00:00Z</published>
        <updated>2010-12-11T13:27:32Z</updated>
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        <title type="html">Hermann Bauer: Karambolage</title>
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            <div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml">
                <em>Carambolage, auch Karambol, ist der Überbegriff einer Billard-Variante, die mit drei Kugeln gespielt wird. [...] Im Gegensatz zum Poolbillard oder Snooker werden hier keine Kugeln in Taschen versenkt; der Tisch hat keine Löcher. Carambolage ist eine Präzisionssportart.</em>(Quelle: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Carambolage" title="Mehr zu Karambol auf Wikipedia">Wikipedia</a>)<br />
Zwei verfeindete Kontrahenten treffen im traditionellen Wiener Kaffeehaus "Heller" bei einem Turnier aufeinander. Mit Tücke gewinnt Georg Fellner das Duell, Egon Sykora stürmt wutentbrannt und mit allerlei Drohungen auf der Zunge das Etablissement. Wenig später wird Fellner auf der Straße von einem Auto angefahren und ist sofort tot. Ist es ein Unfall oder Mord? Herr Leopold ist Oberkellner im "Heller", eine Bedienung der alten Schule: dienstbeflissen, hilfsbereit und auch ein wenig eigenwillig. Und er ist ein neugieriger Hobby-Detektiv. Als Fellner tot auf der Straße liegt, ist Leopold zur Stelle und hat auch schon die ersten Theorien zu "seinem Fall". Gut, dass der ermittelnde Inspektor ein alter Schulfreund von Leopold ist. Und ebenfalls gut ist es, dass sein Freund Korber mit von der Partie ist, wenn es gilt, Recherchen zu betreiben. "Karambolage" ist der zweite Fall für den übereifrigen und naseweisen Oberkellner. <blockquote>"Wer sind Sie überhaupt, dass Sie sich da einmischen?" Der grelle Strahl einer Taschenlampe fiel in Leopolds Gesicht. "Aber das ist doch ... unser lieber Freund, Herr Hofer, der Kaffeehausober, dessen Lieblingsbeschäftigung es ist, sich um Dinge zu kümmern, die ihn nichts angehen, und die Arbeit der Polizei zu erschweren, wo immer es geht. Wahrscheinlich haben Sie sich auch schon recht eifrig an der Leiche zu schaffen gemacht."<br />
"Nicht direkt, Herr Inspektor, nicht direkt. Aber bitte: W. Hofer, Leopold W. Hofer. Auf diese Initiale lege ich größten Wert."<br />
"Ich pfeife auf Ihre Initiale. Sagen Sie mir lieber, weshalb Sie schon wieder einmal ungebeten am Tatort sind."<br />
"Ganz einfach, Herr Inspektor. Das Unglück hat sich sozusagen genau vor meinem Arbeitsplatz abgespielt. Erhebliche Geschäftsstörung gewissermaßen. Zuerst der Stromausfall, und dann das. Da musste ich doch nachschauen gehen."<br />
"Haben Sie den Unfallhergang gesehen?"<br />
"Nein! Der liebe Herr, der jetzt so verzweifelt ist, weil er eigentlich gar nichts dafür kann, hat mir alles erzählt. Vielleicht fragen Sie ihn, wie es ja eigentlich Ihre Aufgabe ist."<br />
Bollek, der zu hohem Blutdruck neigte, war einem Wutausbruch gefährlich nahe. "Verschwinden Sie jetzt, aber schleunigst", schrie er Leopold ins Gesicht. "Ihre üble Art, sich wichtig zu machen, ist uns bereits bekannt. Gehen Sie nur wieder schön fleißig an Ihre Arbeit. Sollten wir etwas von Ihnen brauchen, werden wir Sie holen. Bis dahin Abmarsch!"</blockquote><br />
<br />
Der Herr Leopold kann ziemlich nervig werden, wenn es gilt, einen Mordfall zu lösen. Beharrlich und mitunter sehr eigenmächtig zieht er seine Ermittlungen durch - nicht immer zur Freude der Polizei und seines besten Freundes Korber. Denn der würde lieber mit seiner Lehrer-Kollegin Maria das Nachtleben Wiens genießen. Aber nicht nur Leopolds Ermittlungsaufträge kommen ihm da in die Quere sondern auch Marias seltsamer Schützling mit der roten Mütze. <br />
<br />
"Karambolage" ist ein solider gestrickter Wiener Kaffeehaus-Krimi, der überwiegend von dem eigenwilligen und stereotypen Charakter des Protagonisten Leopold getragen wird. Sehr charmant beschrieben ist der Schauplatz des Krimis, denn hauptsächlich spielt sich alles im "Heller" ab. Wer als Gast eine solch ehrwürdige Wiener Institution schon mal besucht hat, wird sich gut in die Geschichte hinein versetzen können und seine Freude dabei haben. 
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        <dc:subject>Österreichisches</dc:subject>
<dc:subject>Krimis &amp; Thriller</dc:subject>
<dc:subject>Wiener Krimi</dc:subject>

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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/archives/245-Ian-McEwan-Solar.html" rel="alternate" title="Ian McEwan: Solar" />
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            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-12-01T19:42:00Z</published>
        <updated>2010-12-04T00:01:43Z</updated>
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        <title type="html">Ian McEwan: Solar</title>
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                Michael Beard ist Physiker und Nobelpreisträger. Doch seine Zeit, als er sich noch intensiv mit der Wissenschaft beschäftigt hat sind lange vorbei. Michael ist fett und träge geworden, leitet eher pro forma ein Institut für Erforschung erneuerbarer Energien, gibt seinen Namen für Briefbögen her und hält Vorträge. Sein Assistent Aldous, der sich mit seinem jugendlichen Elan Gedanken über Klimawandel und Ökologie macht, geht ihm auf die Nerven. Seine Frau ist seinen zahlreichen Seitensprüngen überdrüssig, macht einen Handwerker zu ihrem Liebhaber und straft Michael mit Nichtachtung. Als Michael von einer Reise zum Nordpol in sein Haus zurückkehrt, ist es kurioserweise ein Eisbärfell, der seine Karriere wieder auf Vordermann bringt und seiner fünften Ehe ein Ende setzt. Beard hatte eigentlich bei seiner Rückkehr eher seinen Nebenbuhler, den Handwerker Rodney Tarpin, erwartet. Doch es ist sein Assistent Aldous, der mit nassen Haaren und mit Beards Morgenmantel im Wohnzimmer sitzt. Beard begreift schnell, dass seine Frau Patrice mehr als einen Liebhaber unterhält und stellt zuerst mal Aldous zur Rede. Beards Abneigung zu dem ehrgeizigen Nachwuchswissenschaftler mit dem Pferdeschwanz schlägt in offene Feindschaft um und endet in einem Desaster:<br />
<br />
<blockquote>Aldous, der es einfach nicht wahrhaben wollte, lief kopfschüttelnd, mit aufgerissenem Mund, in dem man seine riesigen Zähne sah, und ausgestreckten Armen auf ihn zu, vermutlich in der Absicht, Beards Knie zu umklammern und um Gnade zu winseln. Die hätte er gewiss auch erlangt, denn Beard lag nichts daran, seine häusliche Niederlage vor Braby und damit vor dem ganzen Institut ausgebreitet zu sehen. Der Chef, betrogen und zum Narren gehalten von einem der Pferdeschwänze. Doch Aldous kam nie bei Beard an, er schaffte es kaum zwei Meter der Strecke. Das Eisbärenfell auf dem polierten Parkett erwartete ihn. Es erwachte zum Leben. Als sein rechter Fuß auf dem Rücken des Bären landete, machte er einen Satz nach vorn und reckte das offene Maul mit den gelben Zähnen in die Luft. Aldous' Beine hoben ab, für den Bruchteil einer Sekunde schwebte sein beträchtlich langer Körper waagerecht über dem Boden, dann schwangen die Beine gar noch höher, und er reckte instinktiv die fuchtelnden Arme nach unten, um den Sturz abzufangen, aber dann war es doch sein Hinterkopf, der als Erstes aufschlug, nicht auf den Boden, nicht auf die Kante, sondern auf die abgerundete Ecke des Glastischs, die ihm stumpf ins Genick eindrang.<br />
Eine tiefe, drückende Stille senkte sich über den Raum. Mehrere Sekunden vergingen.</blockquote><br />
<br />
Zunächst ist Bear noch schockiert, als er Aldous' Tod feststellt. Doch der Bestürzung folgen nüchterne Gedanken, denn wie soll er denn der Polizei diese Situation plausibel erklären... <br />
<br />
<blockquote>Die Sache war klar. Nur die ihn liebten, würden ihm glauben. Und ihn liebte niemand.</blockquote><br />
<br />
Für Beard gibt es nur einen Ausweg, um Karriere und Privatleben abzusichern. Er arrangiert den Unfall wie einen Mord und schiebt das Ganze dem ersten Liebhaber, dem Klempner Tarpin, unter. Die Rechnung geht auf und Beard profitiert auf allen Ebenen: Tarpin wird verurteilt und Beard von seiner fünften Ehefrau geschieden. Als Draufgabe zur wiedergewonnenen Freiheit "erbt" Beard auch noch Aldous' Forschungsarbeit über die Verwendung von künstlicher Photosynthese zur Energiegewinnung. Überzeugt davon, dass er der einzige ist, der von diesen Unterlagen weiß, verkauft er die revolutionäre Idee als die seine und macht damit das Geschäft seines Lebens. Als aber das Versuchsmodell eines derartigen Kraftwerks kurz vor der Inbetriebnahme steht und damit Beard der Welt beweisen kann, dass er der Größte und Beste ist, bricht sein Leben wie ein Kartenhaus zusammen. <br />
<br />
<blockquote>Beards oft chaotische Vergangenheit glich einem reifen, stinkenden Käse, der klebrig über seine Gegenwart troff, doch diese Geschichte hier war zu etwas Gesterem geronnen, eher Parmesan als Epoisses.</blockquote><br />
<br />
Der Protagonist ist wahrlich kein Charakter, den man sympathisch finden könnte. Michael Beards verkorkstes Leben wird durch seinen Trieb nach Alkohol, Essen und Frauen bestimmt. Er lügt und betrügt, ist ausschließlich auf seinen Vorteil bedacht und im Umgang mit seinen Mitmenschen oberflächlich und ignorant. Ganz wie man es von Ian McEwan gewohnt ist, krempelt ein schicksalhafter Moment das Leben des Protagonisten von einem Moment auf den anderen komplett um. Und wie auch in seinen anderen Büchern zieht der Autor auch in "Solar" sämtliche psychologischen Register, um das menschliche Verhalten gekonnt zu skizzieren. <br />
<br />
Das Thema, das McEwan in diesem Buch behandelt, ist relativ neu in der Welt der Literatur: Es ist eines der ersten Bücher, die sich mit dem Klimawandel und erneuerbare Energien auseinandersetzt und immer wieder auf gegenwärtige Entwicklungen hinweist. Ebenfalls ungewöhnlich ist McEwans satirischer Unterton. Hier war ich völlig überrascht, denn witzige und ironische Situationen ist man von ihm ja nicht gewohnt. Auch wenn gerade das manchen Fan des englischen Literaten sauer aufstößt - mir hat der Roman außerordentlich gut gefallen. Somit ist man sich neben der intelligent gesponnen Handlung mit zahlreichen spannenden Konflikten auch stellenweise einige Lacher sicher. <br />
<br />
» <a href="http://www.buchbohne.de/uploads/pdf/ian_mcewan_solar.pdf" title="Leseprobe Buch Ian McEwan Solar" target="_blank">Leseprobe</a><br />
<br />
<object width="530" height="270"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/ozh9YwVu1Zs?fs=1&amp;hl=de_DE"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/ozh9YwVu1Zs?fs=1&amp;hl=de_DE" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="530" height="270"></embed></object> 
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        <dc:subject>Englisches</dc:subject>
<dc:subject>gehaltvoll</dc:subject>
<dc:subject>Ian McEwan</dc:subject>
<dc:subject>Literatur</dc:subject>
<dc:subject>Wissenschaft&amp;Philosophie</dc:subject>

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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/archives/244-Alan-Bradley-Flavia-de-Luce-Mord-im-Gurkenbeet.html" rel="alternate" title="Alan Bradley: Flavia de Luce - Mord im Gurkenbeet" />
        <author>
            <name>Loki</name>
                    </author>
    
        <published>2010-11-16T22:09:00Z</published>
        <updated>2010-11-16T22:55:42Z</updated>
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        <title type="html">Alan Bradley: Flavia de Luce - Mord im Gurkenbeet</title>
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                Kurz vor Sonnenaufgang findet Flavia einen sterbenden Mann mit karottenroten Haaren im Gurkenbeet. Er röchelt noch das Wort "Vale" bevor er stirbt. Für jeden Halbwüchsigen wäre das ein Schock, für die elfjährige Flavia nicht. Sie beobachtet sein Sterben ganz genau und empfindet mehr neugierige Spannung als Abscheu oder Furcht. Flavia - der Name bedeutet "die Goldhaarige" - hat lange mausbraune Zöpfe, und sie ist die jüngste von drei Töchtern des Colonel de Luce. Ihre Mutter ist schon lange tot und der Vater findet Briefmarken faszinierender als die Sorgen seiner Kinder. Flavia ist alles andere als ein gewöhnliches Kind: Sie ist klug, einfallsreich und hat eine ausgefallene Leidenschaft - die Chemie. Im obersten Stock des Landguts befindet sich ein großzügiges Labor, in dem Flavia hauptsächlich mit Giften experimentiert (deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass sie, nachdem ihre Schwestern sie in einen Kasten sperren, mit einem vergifteten Lippenstift Rache nimmt). Der tote Mann im Garten weckt also nicht nur Flavias wissenschaftliche Neugier sondern auch ihr detektivisches Gespür. Flavia beginnt zu ermitteln und geht auf Verbrecherjagd. Wie Flavia später erfahren wird, handelt es sich bei dem Toten im Gurkenbeet um Horace Bonepenny, Zauberkünstler und Betrüger, der ein Schulfreund ihres Vaters war. Durch ihre Ermittlungen gerät die Vergangenheit ihres Vaters immer mehr in den Mittelpunkt. Ein geheimnisvoller Tod eines Lehrers und das Verschwinden zweier sehr wertvoller Briefmarken führen Flavia allmählich auf die Spur des Mörders. Die Zeit rinnt ihr dabei durch die Finger, denn ihr Vater gilt als Hauptverdächtiger.<br />
<br />
Der Autor hat diesen All-Age-Krimi, der in den Fünfzigern in England spielt, humorvoll und mit nostalgischer Jugendlichkeit umgesetzt, allerdings bei ein paar Details etwas geschludert. (So zum Beispiel ist der ehemalige Schuldirektor voll im Bilde, was Flavias Ermittlungen betrifft; dass ihr Vater bereits im Gefängnis sitzt, ist ihm allerdings neu. Auch die Begegnung mit dem Zimmermädchen Mary ist etwas seltsam... und die tote Schnepfe.) Wer aber im Herzen jung ist und eigensinnige Mädchen mag, ist mit diesem Roman gut bedient und wird ihn mögen. Bei Wohlgefallen kann mit dem zweiten Teil "<a href="http://www.flavia-de-luce.de/das_buch_mord_ist_kein_kinderspiel.html" title="Flavia de Luce - Mord ist kein Kinderspiel" target="_blank">Mord ist kein Kinderspiel</a>" das Lesevergnügen fortgesetzt werden. Flavia erzählt von ihren Ermittlungen, ihren Gedanken und ihren Schlussfolgerungen - die nicht immer schlüssig sind. Klar, sie ist auch erst 11 Jahre alt. <br />
<br />
<blockquote>Ich rief mir noch einmal den frühen Samstagmorgen in Erinnerung, sah mich die Treppe herunterkommen, durch die Diele in die Küche gehen und - ja, der Kuchen hatte ganz bestimmt auf dem Fensterbrett gestanden. Und jemand hatte sich ein Stück herausgeschnitten.<br />
Später hatte mich Mrs Mullet dann gefragt, wie mir der Kuchen geschmeckt habe. Warum ausgerechnet mich? Warum nicht Feely oder Daffy?<br />
Da traf es mich wie ein Donnerschlag! Der Tote hatte das Stück Kuchen gegessen. Endlich ergab das Ganze einen Sinn!<br />
Wir hatten es mit einem Diabetiker zu tun, der eine lange Reise aus Norwegen hinter sich und eine in eine Pastete eingebackene Zwergschnepfe ins Land geschmuggelt hatte. Die Reste dieser Pastete hatte ich mitsamt der verräterischen Feder im <em>Dreizehn Erpel</em> entdeckt, der tote Vogel selbst hatte vor unserer Tür gelegen. Ohne etwas im Magen - obwohl er, Tully Stoker zufolge, in der Schankstube ein Bier getrunken hatte - hatte sich der Fremde am Freitagabend auf den Weg nach Buckshaw gemacht und das Haus nach der Auseinandersetzung mit Vater durch die Küche verlassen, wobei er unterwegs ein Stück von Mrs Mullets Schmandkuchen stibitzt hatte. Und noch vor dem Ende des Gurkenbeetes hatte ihn dieses Stück Kuchen niedergestreckt!<br />
Was für ein Gift wirkte derart schnell? Ich ging die gebräuchlichsten durch. Zyankali wirkte innerhalb von Minuten, das Opfer wurde erst blau im Gesicht und erstickte dann rasch. Zurück blieb ein feiner Mandelgeruch. Gegen Zyankali sprach allerdings, dass das Opfer längst hätte tot sein müssen, als ich es entdeckte. (Ich muss zugeben, ich habe ein gewisses Faible für Zyankali - es wirkt nun mal am allerschnellsten. Wenn Gifte Pferde wären, würde ich immer auf Zyankali setzen.)<br />
Hatte der letzte Atemzug des Mannes nach Bittermandel gerochen? Ich konnte mich nicht entsinnen.</blockquote><br />
<br />
"Mord im Gurkenbeet" gibt es auch als Hörbuch, gelesen von Andrea Sawatzki (!). » <a href="http://www.audiamo.com/sounds/hoerbuch.hamburg/Mord.im.Gurkenbeet.mp3" title="Hörprobe Mord im Gurkenbeet" target="_blank">Hörprobe</a><br />
<br />
<object width="530" height="350"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/k_PdwSieLCM?fs=1&amp;hl=de_DE"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/k_PdwSieLCM?fs=1&amp;hl=de_DE" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="530" height="350"></embed></object> 
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        <dc:subject>Englisches</dc:subject>
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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-11-09T20:26:00Z</published>
        <updated>2010-11-09T21:37:31Z</updated>
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        <title type="html">Kurt Bracharz: Der zweitbeste Koch</title>
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                Xaver Ypp ist ein schon etwas älterer Herr, er arbeitet als Gourmet-Kritiker bei der kulinarischen Zeitschrift "Lukullus" und gilt als alter Hase in der Branche. Zu seinem Leidwesen ist sein chinesischer Lieblingskoch Wang Li-Shui verschwunden, es heißt, er wäre ausgewandert. Zudem bekommt Ypp vom Herausgeber des Magazins auch noch den Lehrling Quentin auf's Aug gedrückt. Quentin ist ein junger Student, der die Gabe hat, sich jeden Geschmack zu merken. Ypp tingelt nun mit Quentin zwecks multinationaler Lehr-Verkostungen durch die Wiener Restaurants. Unter anderem besuchen sie auch das "Shanghai 1938", Ypps Lieblingsrestaurant, wo bis vor kurzem noch Wang Li-Shui aufgekocht hat. Alles läuft wunderbar: Quentin hat seine attraktive Freundin Zoe mitgebracht, die Tischgespräche sind anregend, das Service perfekt. Als jedoch Xaver Ypp beim Essen der "Ente mit acht Kostbarkeiten" einen kleinen, undefinierten Brocken schmeckt, wird er stutzig. Was war das, was er soeben gegessen hat? Ypp nimmt eine Probe und verstaut sie für eine spätere Untersuchung in einem Sackerl. Der Verdacht, dass sich etwas unerlaubterweise im Essen befunden hat, erhärtet sich, als die Probe auf dem Heimweg gestohlen wird. "Der zweitbeste Koch" ist ein kulinarischer Krimi für Feinschmecker, der - obwohl kein Blut spritzt - nicht unbedingt Appetit auf Essen macht. Xaver Ypp ist ein Gourmet mit Leib und Seele. Es gibt (fast) nichts, was der Kritiker noch nie geschmeckt hat und besonders in der asiatischen Küche kann ihm keiner etwas vormachen. Er ist aber ebenso ein leidenschaftlicher Erzähler von kulinarischen Geschichten und Anekdoten. Wie es ältere Menschen mit einer gewissen Erfahrung gerne machen, plaudert Ypp gerne aus dem Nähkästchen. <br />
<br />
<blockquote>"Ich weiß gerne, was ich esse", antwortete ich. "Und es kommt nicht mehr so oft vor, dass mir etwas völlig Unbekanntes begegnet. Und das hier kenne ich wirklich nicht."<br />
"Wahrscheinlich ist das Fleisch von diesem - wie hieß er gleich? - der Verschwundene?"<br />
"Wang Li-Shui", sagte ich. "Das finde ich nicht sehr komisch."<br />
Sie zuckte die Achseln. "Ich habe es auch gar nicht komisch gemeint. Vor ein paar Jahren hat ein Chinese in Paris seine Freundin gefressen und dann in China eine Talkshow im Fernsehen bekommen."<br />
"Das war ein Japaner", korrigiert ich sie. "Es war ein japanischer Literaturstudent, und er hat nur Teile von seiner holländischen Kommilitonin verspeist. Sein eigentlicher kulinarischer Traum war der Verzehr der runden weißen Schultern von Grace Kelly. Er ist für unzurechnungsfähig erklärt, in eine Klapsmühle gesteckt und nach kurzer Zeit abgeschoben worden, und er wurde bei seiner Rückkehr nach Japan tatsächlich eine Zeitlang als Star gefeiert. Die Rolling Stones haben sogar eine Nummer über ihn geschrieben, <em>Too Much Blood</em> auf dem Album <em>Under Cover</em>."<br />
"Geil", sagte Quentin. "Ich meine, dass er eine eigene TV-Show gekriegt hat. Wer ist Grace Kelly?"</blockquote><br />
<br />
Wäre man bösartig, könnte man in Ypp, der es liebt, zu jedem Stichwort seinen Kommentar abzugeben, einen Besserwisser und Prahlhansl erkennen. Seine Geschichten sind jedoch die äußerst köstlich unterhaltsame Hauptspeise dieses Buches. Sehr informativ, spannend und auch ein bisschen schauerlich sind seine Ausführungen zu den verschiedenen Arten der Zubereitung von grünem Tee, Kugelfisch,  <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bruckfleisch" title="Spezialität aus Österreich: Bruckfleisch" target="_blank">Bruckfleisch</a> oder "Dojo-Tofu".<br />
<br />
<blockquote>Ohne erkennbare Überleitung war Chang auf Dojo-Tofu zu sprechen gekommen, ein Tofu-Gericht, von dem ich schon gehört, das ich aber noch nie gegessen hatte. Es wird zubereitet, indem man kleine Fischchen aus der Schmerlenfamilie in Brühe erwärmt, bis die Tiere sehr unruhig werden. Wenn man nun einen Block gekühlten Tofu in die Kasserolle gibt, wühlen sich die Fische in ihrer Panik sofort hinein. Bei zunehmender Hitze sterben sie schließlich in ihrer Zuflucht und man hat ein raffiniertes Gericht, einen mit kleinen Fischen gespickten Tofu in der heißen Suppe. Chang erzählte, dass einer seiner  ehemaligen Köche dieses eigentlich japanische Gericht besser zubereitet habe als jeder andere vor ihm oder nach ihm.</blockquote><br />
<br />
Zwischendurch ist Ypp dem geheimnisvollen Verschwinden des zweitbesten Kochs auf der Spur und gerät dabei zwischen die Fronten einer Tierschutzorganisation, Leuten mit viel Geld und Einfluss sowie dem österreichischen Geheimdienst. Obwohl der Krimi in diesem Buch mehr Beilage als Hauptgericht ist, macht das dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Im Gegenteil: "Der zweitbeste Koch" ist witzig, lebendig, fesselnd und eine Bereicherung für den Wiener Kriminalroman.<br />
<br />
» <a href="http://www.haymonverlag.at/autorenframe.php3?autorid=237&TITNR=634" title="Leseprobe: der zweitbeste Koch von Kurt Bracharz" target="_blank">Leseprobe "Der zweitbeste Koch"</a><br />
<br />
Wer Appetit auf <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Bracharz" title="Mehr über Kurt Bracharz" target="_blank"> den Vorarlberger Schriftsteller Kurt Bracharz</a> bekommen hat, kann das Buch bei <a href="http://www.haymonverlag.at/autorenframe.php3?autorid=237&TITNR=634" title="Haymond Verlag: Der zweitbeste Koch von Kurt Bracharz" target="_blank">Haymond Verlag</a> bestellen oder sich einen Vorgeschmack auf sein jüngst veröffentlichtes "<a href="http://www.haymonverlag.at/autorenframe.php3?autorid=237&TITNR=633" title="Appetit Lexikon bei Haymon Verlag">Mein Appetit-Lexikon</a>" holen. 
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        <dc:subject>Österreichisches</dc:subject>
<dc:subject>krimis &amp; thriller</dc:subject>
<dc:subject>Kulinarisches</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-11-04T22:42:00Z</published>
        <updated>2010-11-04T23:00:01Z</updated>
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        <title type="html">Jörg Juretzka: Der Willy ist weg</title>
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                Dieses Buch wurde mir regelrecht in die Hand gedrückt, mit den lauthals lachenden Empfehlungen einer etwas älteren Inhaberin eines kleinen Buchgeschäfts. Was sie mir nicht gesagt hat, dass dieser Krimi bereits der dritte Band der Kristof Kryszinski-Reihe des deutschen Schriftsteller Jörg Juretzka ist. Was aber ziemlich egal ist: Über Vorleben und  soziales Umfeld des Protagonisten und Ich-Erzählers bekommt man auch so noch genügend mit. Kristof Kryszinski ist Privatdetektiv und dass er ausgerechnet diese Tätigkeit ausübt, ist verwunderlich. Bis vor kurzem hat der Ex-Drogensüchtige selbst noch gesessen und verbüsst noch 14 Monate auf Bewährung. Hinzu kommt, dass er sich nicht gerade in einem moralisch und gesetzlich unbedenklichen Umfeld bewegt, denn Kristof ist Mitglied der Mühlheimer Bikergang "Stormfuckers". Als seine Spezis (alle mit klingenden Namen wie "Poppel", "Scuzzi", "Hoho" und "Schisser") nach drei Tagen endlich bemerken, dass ihr Maskottchen Willy nicht mehr da ist und etwas später ein Erpressungsschreiben samt Polaroid eines übel zugerichteten Willy eintrifft, beginnt Kristof zu ermitteln. Madonna trällert "Like a Virgin" und es wird noch in D-Mark gerechnet: In den Anfängen der Achziger waren Biker-Clubs modern, Alligator-Cowboy-Stiefel und Leder mit Fransen und Schnüre voll im Trend und Mc Donalds auf Expansionskurs. Soviel zur zeitlichen Dimension, in der sich die Geschichte bewegt. Der sympathische Hauptdarsteller Kristof ist seit einem Jahr gewerblich angemeldeter Detektiv und darauf spezialisiert, ins Drogenmilieu abgedriftete Sprösslinge reicher Eltern aufzutreiben und zurückzubringen. Gleichzeitig steht er bei einem Projektleiter einer amerikanischen Fast-Food-Kette (die mit dem "M") unter Vertrag. In wenigen Tagen soll die Eröffnung der Filiale in Mühlheim sein und jemand sabotiert die Werbeträger der Firma. Und damit sich das Chaos so richtig entfalten kann, verschwindet auch noch der Willy. Willy ist das Club-Maskottchen der "Stormfuckers", ein sogenannter "<a href="http://en.wiktionary.org/wiki/hanger-on" title="Was ist ein Hanger-on?">Hanger-on</a>". Vorerst macht sich Kristof aber noch keine Gedanken darüber, dass Willy nicht mehr da ist:<br />
<br />
<blockquote>"Willy ging nicht, Willy taumelte durchs Leben. Mit den Füßen auf tückischem Untergrund und dem Kopf in den Wolken. Und dem Puls in der Hose. Willy hatte einen Sextrieb, mit dem man einen gestrandeten Öltanker freischleppen könnte. Wenn es ihn überkam, zog er los und kehrte nicht eher zurück, bis er irgendwen oder irgend<em>was</em> aufgegabelt hatte. Egal wie, egal was.<br />
"Er wird auf der Pirsch sein", sagte ich, leichthin, mit anderem beschäftigt. "Wenn er bis heute Abend nicht zurück ist, ziehen wir mal um die Häuser und sehen nach ihm. So, ich muss los. Kann ich den Commo haben?" Konnte ich.</blockquote><br />
<br />
Willy Heckhoff ist gutmütig und nicht gerade der hellste. Aber er ist Millionenerbe und Besitzer einer Villa, die den "Stormfuckers" als ziemlich kostengünstiges Domizil dient. Als der Erpresserbrief auf dem Küchentisch liegt, sind die Stormfuckers schockiert. Drei Tage bleiben ihnen das Lösegeld in der Höhe von einer Million Mark aufzutreiben. Schneller als ihnen lieb ist, haben die "Stormfuckers" im Zuge ihrer „kreativen Geldbeschaffung“ mit Neo-Nazis, der Mafia und einem unkooperativen Vermögensverwalter zu tun.<br />
<br />
Jörg Juretzka hat schon mehrfach den Deutschen Krimipreis gewonnen, trägt den Beinamen "Ruhrpott-Chandler" und ist bei seiner Fan-Gemeinde für seinen rotzig-frechen Stil beliebt. Er spielt mit den Klischees aus der Biker-Welt - klar, dass er dann auch ihre Sprache verwendet. Es könnte allerdings sein, dass Juretzka manchen Lesern zu derb ist. Einen Krimi in einer Kleinstadt anzusiedeln, die von territoriumsgeilen Wahnsinnigen beherrscht wird und wo eine kleine Truppe sympathischer Drogensüchtiger nach ihrem Maskottchen sucht, ist jedenfalls mal etwas anderes. Dem Autor ist es gelungen, seinen pointiert-derben und gar nicht trivialen Erzählstil bis zum Ende beizubehalten und mit seinen Sagern gut zu unterhalten. <br />
<br />
<blockquote>Ende der Sechziger muss es gewesen sein, als jemand die oft wiederholte Behauptung aufgestellt hat, Drogen erweiterten das Bewusstsein, und wir haben seitdem immer noch nicht wieder aufgehört, darüber zu lachen.</blockquote><br />
<blockquote>Ich weiß nicht, was er in mir sah, aber das Gefühl gegenseitiger Abneigung schwängerte die Luft wie ein warmer Furz mit langer Standzeit.</blockquote><br />
<blockquote>Es gibt bequemere Standorte als zwanzig Meter über Grund auf halber Höhe eines Überland-Strommastes, die beiden zusätzlich noch ein schweres Nachtglas haltenden Arme um einen Eisenträger geschlungen wie um den Hals einer Geliebten, die Füße unsicher auf frostigen Leitersprossen und ganz allgemein leicht zittrig in einem stetigen, beständig und gleich mäßig Körperwärme abtransportierenden Nachtwind.</blockquote><br />
<blockquote>Im Hintergrund versuchte ein neckisch säuselnder Sänger einen Bruder Louielouielouie davon zu überzeugen, dass er zu nichts tauge."</blockquote> 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>krimis &amp; thriller</dc:subject>
<dc:subject>witzig</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-10-29T06:20:00Z</published>
        <updated>2010-11-17T11:07:32Z</updated>
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        <title type="html">Richard K. Breuer: Brouillé</title>
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                "Brouillé" ist der zweite Teil der Krimi-Reihe "Mosaik am Vorabend der Französischen Revolution" und knüpft handlungstechnisch gesehen nicht direkt an den ersten Teil "Die Liebesnacht des Dichters Tiret" an – leider, ich hätte gern gewußt, wie die Liebesgeschichte weiter geht. Es ist also nicht notwendig, den ersten Teil gelesen zu haben. Breuer serviert uns im zweiten Roman einen verzwickten Kriminalfall, eingebettet in konspirativen Machenschaften und Täuschungen in Frankreich 1789, kurz vor der Abschaffung des Ständestaats. "Nec scire est omnia" ist das Motto des historischen Krimis und das kann man als Leser durchaus ernst nehmen: Nichts ist, wie es scheint. Im Schloss des Vicomte de Moucel gehen kriminelle Machenschaften vor: Der Gutsverwalter des Schlosses wird im Straßengraben erschlagen aufgefunden, jungfräuliche Mädchen werden entführt und bei einer Wasserquelle soll der doppelgesichtige Teufel wohnen. Es trifft sich gut, dass der gewitzte Marquis d'Angélique beabsichtigt den Vicomte auf seinem Schloss zu besuchen. Einstweilen weilt der Marquis aber noch mit seinen Freunden, dem polnischen Intellektuellen Mickiewicz und dem etwas einfältigen Amerikaner Duport, bei einer Feierlichkeit im Schloss Vallée-Chessy. Um den Seltsamkeiten auf den Grund zu gehen (und auch aus Eigeninteresse), beauftragt der Marquis seine Mitstreiter zum Schloss des Vicomte zu reisen, um dort Informationen einzuholen. Um den beiden ihre detektivische Arbeit zu erleichtern, instruiert er Mickiewicz, sich als Bankier Pierre Brouillé auszugeben. Der Marquis hat aber nicht mit Aleksanders Sturheit aus Überzeugung gerechnet:<br />
<br />
<blockquote>„Ich werde mir erlauben Euch als Bankier Pierre Brouillé aus Genf vorzustellen.“<br />
Mickiewicz blickt irritiert zum Marquis.<br />
„Ich soll mich für einen Bankier ausgeben?“<br />
„So ist es. Der Adel wird Euch zu Füßen liegen.“<br />
„Diese Charade weist einen beträchtlichen Fehler auf!“<br />
„Was sagt ihr da?“, ist der Marquis verwundert - „Ich habe alle Eventualitäten im Voraus bedacht.“<br />
„Ich lüge nicht!“, gibt Mickiewicz zurück - „Weder für geniale Ideen, noch für obskure Hirngespinste! Wobei Ihr keinen Unterschied zwischen dem einen und dem anderen erkennen würdet.“<br />
„Ein gelungener Aperçu“, nickt der Marquis - „aber niemand verlangt von Euch, zu lügen.“<br />
„Wenn mich jemand mit Brouillé anspricht, werde ich darauf nicht reagieren dürfen, da ich weder Pierre Brouillé bin, noch so heiße.“<br />
„Ihr wollt doch nicht allen Ernstes behaupten, dass Ihr ...“, kneift der Marquis ein Auge zusammen, überlegt und schüttelt dezent den Kopf - „Führwahr ... an Eure Ehrlichkeit dachte ich nicht im Geringsten.“<br />
Der Marquis beginnt angestrengt nachzudenken, während Mickiewicz ein weiteres Stück Weißbrot aus dem Brotkorb nimmt.<br />
„Nun gut!“, sagt der Marquis und sieht kurz zur Tischuhr - „Dieses unwesentliche Problem gedenke ich mit einem Scheinangriff zu lösen.“</blockquote><br />
<br />
Die von dem Marquis inszenierte Charade beginnt, und Mickiewicz neuer Name und Beruf ist dabei nur ein kleines Puzzlestück im Spiel um Macht und Einfluss. Wie es ihm gelingt als Pierre Brouillé durchzugehen und gleichzeitig immer wieder festzustellen, er hieße Mickiewicz, ist ebenfalls nur ein Teil der Situationskomik, die Breuer so gut beherrscht und auch in seinen vorhergegangenen Werken unter Beweis stellt. Er konstruiert seinen subtilen Witz zwischen den Zeilen und bettet ihn unaufdringlich in Dialoge und Handlung ein. Seitenhiebe auf die damalige Ettiquette, die durch Mickiewicz gegengesetzten Charakter noch unterstrichen werden, Gastauftritte von historischen Persönlichkeiten (z.B. Doktor Guillotin) und der tief verankerte Aberglauben, der mit der Aufklärung wetteifert - Breuer hat wieder viele historische Details zwischen zwei Buchdeckeln verpackt.<br />
<br />
Der Wiener Autor hat zweifelsfrei ein Händchen für die gesprochene Sprache. In „Brouillé“ wird die Handlung durch die Dialoge gesteuert und diese mit allen der Zeit entsprechenden Attributen ausgestattet. Im völligen Kontrast dazu stehen die Zeilen dazwischen: Diese, kurz und bündig gefasst, haben hauptsächlich begleitende Funktion. Fast könnte man meinen, Breuer hätte lieber (wieder) einen Roman in Dialogform geschrieben, so wie er es bereits in „<a href="http://bluecher.agunlimited.at/archives/143-Richard-K.-Breuer-Rotkaeppchen-2069.html" title="Mehr über Rotkäppchen 2069">Rotkäppchen 2069</a>“ und „<a href="http://bluecher.agunlimited.at/archives/175-Richard-K.-Breuer-Schwarzkopf.html" title="Mehr über Breuers Schwarzkopf">Schwarzkopf</a>“ getan hat.<br />
<br />
Es ist ein Buch, bei dem man auch gerne die Dinge liest, die nicht unmittelbar mit der Geschichte zu tun haben, wie das bemerkenswerte Vorwort und die nach hinten verlegten Anmerkungen des Autors. Nicht nur, dass man damit die historischen Zusammenhänge besser erfassen kann, sondern auch weil dort Informationen versteckt sind, die einem die Liebe des Autors zu seinem Buch als Werkstück näher bringt. So kann man einen Absatz über den französischen Typograf Nicolas Jenson entdecken, einen Hinweis darauf, dass es nicht notwendig ist, den ersten Teil der Reihe gelesen zu haben und ein passendes Zitat von Adalbert Stifter auf der vorletzten Seite. Und vielleicht weil Breuer nicht nur Schriftsteller sondern auch sein eigener Verleger und Grafiker ist, sind diese kreativen Gestaltungsfreiheiten (ganz offensichtlich in der sehr gelungenen Gestaltung des Umschlags), möglich.<br />
<br />
In Kürze wird auch der dritte Teil der Serie erscheinen. Er trägt den Titel "Madeleine" und wird auf Breuers Website als "spannendes 'Road-Movie' mit blutig skurrilen Einlagen, das an Tarantino erinnert", beschrieben. Breuer Fans können dem "Club der 99" beitreten und so als förderliches Mitglied dem Autor bei der Finanzierung des Projekts aktiv helfen. Im Gegenzug erhält das Mitglied eine lektorierte Version von "Madeleine" als PDF. <br />
<a href="http://1668cc.wordpress.com/99-2/" title="Fördern und helfen im Club der 99">» Mehr Informationen über den Club der 99</a>.<br />
<br />
<object width="530" height="350"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/7YJhnR066Ps?fs=1&amp;hl=de_DE"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/7YJhnR066Ps?fs=1&amp;hl=de_DE" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="530" height="350"></embed></object><br />
<br />
Der Buch-Trailer zur historischen Roman-Serie "Tiret" von Richard K. Breuer mit Iris Maria Stromberger. Der Trailer ist allen bisherigen Mitgliedern des <a href=http://1668cc.wordpress.com/clubder99/" target="_blank">Club der 99 für MADELEINE</a>, dem dritten Band der Serie, gewidmet. <br />
<br />
<a href="http://de-de.facebook.com/richard.k.breuer" title="Richard K. Breuer auf Facebook">Richard K. Breuer auf Facebook</a><br />
<a href="http://1668cc.wordpress.com/" title="Hier geht es zum Richard K. Breuer Blog">Richard K. Breuer Blog</a><br />
<a href="http://twitter.com/#!/dschun" title="Folge Richard K. Breuer auf Twitter">Folge Richard K. Breuer auf Twitter</a> 
            </div>
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        <dc:subject>Österreichisches</dc:subject>
<dc:subject>Historisches</dc:subject>
<dc:subject>krimis &amp; thriller</dc:subject>

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        <author>
            <name>Dieter</name>
                    </author>
    
        <published>2010-10-25T07:10:49Z</published>
        <updated>2011-02-03T23:53:35Z</updated>
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        <title type="html">Dieter Ebels: Das Geheimnis des Billriffs</title>
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                Nach der schmerzhaften Trennung von seiner Frau verbringt Alexander Lorenz den Urlaub auf der Nordseeinsel Juist. Er möchte die Stille und Einsamkeit der ruhigen Vorsaison nutzen, um mit sich und seinen Problemen ins Reine zu kommen. Bei einem morgendlichen Spaziergang über das Billriff, einer riesigen Sandbank im Westen der Insel, macht er eine schreckliche Entdeckung, ein im Sand vergrabenes Mordopfer. Alexander lernt auf der Insel Hauke Hein kennen, einen Freund des Ermordeten. Die beiden entdecken Unterlagen, aus denen hervorgeht, dass der Tote auf der Suche nach einem auf Juist vergrabenen Schatz und einem geheimnisvollen Gegenstand war, der als Cöersyn bezeichnet wird. Niemand weiß, was sich hinter dem Cöersyn verbirgt, aber in alten Überlieferungen finden sie Hinweise darauf, dass der Besitz des Cöersyns unvorstellbare Macht bedeutet. Alexander und Hauke entschließen sich, selbst auf Schatzsuche zu gehen. Die Spur führt zu einem Museum in Hamburg. Hier treffen sie auf Trixi Karlsfeld, die Schwester des Mordopfers. Sie schließt sich den beiden an, um sie bei der Suche zu unterstützen. Schnell bemerken sie, dass sie von unbekannten Männern verfolgt werden, die ihnen ganz offensichtlich die Hinweise auf den verborgenen Cöersyn abjagen wollen. Es sind die Mörder von Reinhard Karlsfeld. Sie durch wühlen Trixis Wohnung und versuchen sogar, Alexander mit dem Auto zu überfahren. Als die drei wieder auf Juist sind und sich auf die Suche nach Karlsfelds Geheimnis machen, stellen sie fest, dass sie auch auf der Insel vor den Verbrechern nicht mehr sicher sind. Es beginnt eine spannende Jagd nach weiteren Hinweisen, die letztendlich wieder zum Billriff führt. <strong>Das Geheimnis des Billriffs</strong>, Inselkrimi Juist<br />
Dieter Ebels<br />
EWK-Verlag 2010<br />
ISBN 978-3-938175-61-3<br />
231 Seiten<br />
<a href="http://dieterebels.blog.de/" title="Blog von Dieter Ebels">» Blog von Dieter Ebels</a><br /> 
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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-10-21T06:15:00Z</published>
        <updated>2010-10-21T08:29:22Z</updated>
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        <title type="html">Cornelia Funke: Reckless. Steinernes Fleisch</title>
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                Es waren einmal ... zwei Brüder und ein Spiegel. Jacob und Will haben ihren Vater schon sehr früh verloren. Und obwohl ihre Mutter es ihnen verboten hat, das Büro des Vaters zu betreten, schleicht sich Jacob schon als Kind immer wieder unbemerkt hinein. Denn in diesem Zimmer befindet sich ein alter Spiegel, durch den man in die Welt der Märchen gelangen kann. Als Erwachsener lebt Jacob bereits mehrere Jahre in dieser Zauberwelt und verdingt sich dort als Jäger nach magischen Gegenständen aus der Märchenwelt. Doch eines Tages findet auch Will den Weg durch den Spiegel und wird sogleich Opfer im Krieg zwischen Menschen und Goyl, hartherzige Wesen aus Stein. Durch einen Biss eines Goyls verwandelt sich Will allmählich zu Stein - seine Haut wird zu Jade, sein Herz felsenhart. Jacob versucht mit Hilfe seiner Freundin Fuchs und Clara, die wiederum Will durch den Spiegel gefolgt ist, seinen Bruder vor der vollständigen Verwandlung zu retten. "Reckless", was soviel wie gewagt und verwegen bedeutet, ist der neue Roman der Bestseller-Autorin Cornelia Funke und die Vornamen der Brüder sind die einzigen Hinweise auf die Gebrüder Grimm. <blockquote>Die Sonne stand schon tief über den Mauern der Ruine, aber Will schlief immer noch, erschöpft von den Schmerzen, die ihn seit Tagen schüttelten. <br />
Ein Fehler, nach all den Jahren der Vorsicht. Er richtete sich auf und deckte Will mit seinem Mantel zu.<br />
All die Jahre, in denen er eine ganze Welt sein Eigen genannt hatte. All die Jahre, in denen aus der fremden Welt das Zuhause geworden war. Vorbei. Schon mit fünfzehn hatte Jacob sich für Wochen hinter den Spiegel gestohlen. Mit sechzehn hatte er nicht einmal mehr die Monate gezählt und trotzdem hatte er sein Geheimnis bewahrt. Bis er es einmal zu eilig gehabt hatte.<em> Hör auf, Jacob. Es ist nicht mehr zu ändern.</em><br />
Die Kratzwunden am Hals seines Bruders waren gut verheilt, aber am linken Unterarm zeigte sich schon der Stein. Die blassgrünen Adern trieben bis hinunter zur Hand und schimmerten in Willst Haut wie polierter Marmor.<br />
<em>Ein Fehler nur.</em><br />
Jacob lehnte sich gegen eine der verrußten Säulen und blickte hinauf zu dem Turm, in dem der Spiegel stand. Er war nie hindurchgegangen, ohne sich zu vergewissern, dass Will und seine Mutter schliefen. Aber seit ihrem Tod gab es auf der anderen Seite nur noch ein leeres Zimmer mehr, und er hatte es nicht erwarten können, die Hand wieder auf das dunkle Glas zu pressen und fortzukommen. Weit fort.<br />
</blockquote><br />
<br />
Ob es gilt, die goldene Kugel der Prinzessin, die dann den Froschkönig heiraten wird, den Schuh des Aschenputtels oder den Tisch des Schneiders, der zu jeder Zeit reichlich gedeckt ist, zu holen - kein magisches Kleinod ist vor Jacob, dem Schatzjäger, sicher. Und nur wenige Gegenstände behält sich Jacob selbst, die meisten werden gegen Geld verhökert. So lebt der wortkarge Jacob im Reich der Märchen, ein raues Pflaster voll von bösen Kreaturen, die einem an den Kragen gehen wollen (so wie ja auch Grimms Märchen nicht gerade liebenswürdig ausgestattet sind). Doch Jacob ist geschickt und selbst die Kaiserin der Märchenwelt nimmt seine Dienste gerne in Anspruch.<br />
<br />
Als Will in seine Welt kommt und dann auch noch von einem Goyl gebissen wird, tut Jacob alles, um seinen jüngeren Bruder zu retten. Bis er begreift, dass die Verwandlung Wills zu einem Jade-Goyle von der dunklen Fee von langer Hand geplant war, um die Herrschaft der Goyle über das gesamte Märchenreich zu sichern, ist es fast schon zu spät. Aber Jacob hat Helfer: Fuchs, einmal Tier und einmal Mensch und treueste Gefährtin Jacobs, Clara, Wills Freundin, und ein mit Vorsicht zu genießender Zwerg.<br />
<br />
<object width="530" height="350"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/KZ4sM-kRrkg?fs=1&amp;hl=de_DE"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/KZ4sM-kRrkg?fs=1&amp;hl=de_DE" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="530" height="350"></embed></object><br />
<br />
Cornelia Funke hat sich durch ihre fantasievollen Geschichten einen Namen gemacht. Auch in "Reckless" findet man kreative Verbindungen zu Fantasy- und Märchenwelten. Besonders die Zutaten aus sämtlichen Grimms Märchen sowie Sprünge in der zeitlichen Erzähllinie machen diesen Roman reizvoll. Leider geht die Spannung und der Kribbel bei Jacobs Abenteuern ab. Im Vergleich zu anderen märchenhaften Fantasy-Romanen konnte mir "Reckless" nicht hundertprozentig begeistern. Die Idee des Buches ist wirklich gut, die Ausführung - gerade bei den Charakteren -  hätte  plastischer sein können.<br />
<br />
<a href="http://www.funke-reckless.de/der-roman/versteinerte-leseprobe/" title="Leseprobe - Reckless von Cornelia Funke">Leseprobe - "Reckless"</a> 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>Märchen</dc:subject>
<dc:subject>Science Fiction/Fantasy/Mystery</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-10-18T06:50:00Z</published>
        <updated>2010-12-02T21:49:00Z</updated>
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        <title type="html">Daniel Kehlmann: Unter der Sonne</title>
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                Kurzgeschichten sind eigentlich nicht so meins: Kaum hat man sich in die Geschichte gelesen, ist sie auch schon wieder aus. Der Spannungsbogen ist zumeist vorhersehbar und offene Enden hinterlassen Fragen, die man vorher nie gehabt hat. Aus diesen Gründen meide ich dieses Genre - aber wenn's um Daniel Kehlmann geht, mach ich eine Ausnahme und stell persönliche Befindlichkeiten hinten an. Kehlmann ist mittlerweile ein strahlender Stern am Himmel der deutschsprachigen Literatur und ich mag diesen Autor sehr gern. "Unter der Sonne" beinhaltet acht Kurzgeschichten (erweiterte Ausgabe), wobei der Titel des Buches zugleich der Titel der dritten Geschichte ist. Nach allen Regeln der Kunst und wie aus dem Lehrbuch für Literaten sind die Erzählungen gemacht; fast schon exemplarisch für den Schulbetrieb geeignet. Die acht Kurzgeschichten haben eine Sache gemein: Sie handeln von Menschen, eingefangen im Trott des geregelten Alltags und ihrer Bedeutungslosigkeit, die eines Tages aus einer bestimmten Begebenheit ausbrechen und mit einem Schlag ihr gesamtes Leben verändern. <br />
<br />
"Bankraub": Ein allein lebender Mann kommt durch einen Fehler einer Bankangestellten zu einem Haufen Geld. Er steht vor der Entscheidung: ehrlich sein, Geld zurückgeben und seinen grauen, faden Alltag weiterführen oder in den Süden abhauen mit der Angst der Entdeckung weiterleben?<br />
<br />
"Töten": Ein Teenager in den Sommerferien - das Wetter ist heiß, dem Jungen ist langweilig. Beim Schlendern durch die Nachbarschaft hat er plötzlich einen Ziegelstein in der Hand. Er wirft... und trifft die Windschutzscheibe eines vorbei kommenden Mercedes. Was Spaß macht, sollte man fortsetzen?<br />
<br />
"Unter der Sonne": Ein Professor für Literatur hat sich sein ganzes Leben mit dem berühmten Autor Bonvard auseinandergesetzt. Für sein Lebenswerk will er noch den Grabstein des Autors fotografieren - das Bild soll das Titelblatt seines Buches schmücken. Doch der Professor hat kein Glück, durch seltsame Umstände kommt er nie am Friedhof an. Am Ende sieht er sich wieder im Zug nach Paris sitzen und seine Welt bricht zusammen.<br />
<br />
"Auflösung": Ein Mann hat einen soliden Job und er verrichtet ihn zuverlässig. Doch eines Tages verliert der Mann seinen religiösen Glauben und sinkt immer tiefer in Gleichgültigkeit - bis er am Ende stirbt.<br />
<br />
"Pyr": Was denkt ein Pyromane? Der Ich-Erzähler erklärt uns was ihn zu einem Pyromanen gemacht hat, wie er es anstellt, Häuser unentdeckt anzuzünden und was er dabei empfindet. <br />
<br />
"Kritik": Ein Schauspieler sitzt in einem Flugzeug und sein Sitznachbar ist mehr als nur unangenehm. Während des Flugs wird der Schauspieler gnadenlos kritisiert und auch wenn sich nach der Landung alles als Missverständnis herausstellt, hat sich das Leben des Schauspielers verändert.<br />
<br />
"Fastenzeit": Einem übergewichtigen Mann rät sein Arzt 15 Kilo abzunehmen. Der Mann nimmt den Rat sehr wörtlich und unterzieht sich einer Null-Diät mit fast tödlichen Folgen.<br />
<br />
"Schnee": Ein Geschäftsmann will nach einer endlosen Sitzung nur noch nach Hause. Doch ein extremer Schneesturm hält ihn davon ab. Trotzdem findet der Mann am Ende so etwas wie Glückseligkeit.<br />
<br />
<blockquote><br />
Er blieb stehen, legte den Kopf in den Nacken und starrte in das Flimmern über ihm. Das Flimmern und das unendliche, schwarze Gewölbe. Während seine beine einknickten, streifte ihn sein vergangenes Leben wie ein vorbeiwehender Ton, wie der Schatten einer Erinnerung; als der Schnee ihn auffing, wußte er schon nichts mehr davon. Mit seiner letzten Kraft rollte er sich auf den Rücken. Dann sah er hinauf, hörte zu, wie sein Herz in einen seltsamen Rhythmus fiel, und spürte, wie die Kühle sich auf seine Wimpern und seine Lippen legte. Hinter dem Sturm verbarg sich eine große Ruhe. Lessing lächelte und schloß die Augen. Er war noch nie so glücklich gewesen.</blockquote><br />
<br />
Die acht Geschichten sind wirklich sehr gut konstruiert und umgesetzt. Die inneren Vorgänge der Protagonisten, ihre Gefühle, Entscheidungen und Ansichten sind durchdacht und direkt durch kurze, klare Sätze zum Ausdruck gebracht. Eine kurzweilige Beglückung aller sprachverliebten Leseratten. 
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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-10-15T06:00:00Z</published>
        <updated>2011-12-19T22:33:14Z</updated>
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        <title type="html">Félix J. Palma: Die Landkarte der Zeit</title>
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                Romantische Liebe, prominente Protagonisten und Zeitreisen durch die Jahrhunderte in drei Geschichten verpackt - es ist viel, was den Leser in "Die Landkarte der Zeit" erwartet. Stunden, die man ausschließlich mit vergnüglichem Lesen verbringt, sind garantiert. Im viktorianischen London gegen Ende des 19. Jahrhunderts sind Zeitreisen ganz fashionable. H.G. Wells hat "Die Zeitmaschine" veröffentlicht und ein fragwürdiger Geschäftsmann das Unternehmen "Zeitreisen MURRAY" gegründet. Nun sind die betuchten Londoner mit nichts anderem beschäftigt als in einen Zug zu steigen, um im Jahr 2000 die Entscheidungsschlacht zwischen Mensch und Maschine mitzuerleben. Und inmitten des herrschaftlichen und zugleich verkommenen London verlieben sich die Menschen ineinander, hadern mit ihrem Schicksal und versuchen ihr Spiel mit der Zeit. <blockquote>Falls du wie alle vernunftbegabten Menschen glaubst, dass die Zeit ein Strom ist, der alles mit sich reißt zum dunkelsten Ufer, so wirst du hier feststellen, dass die Vergangenheit wieder gefunden werden und der Mensch auf seinen eigenen Spuren wandeln kann dank einer Maschine, mit der er durch die Zeit zu reisen vermag.</blockquote><br />
<br />
Andrew Harrington ist ein junger Mann und aus reichem Elternhaus. Da passt es so gar nicht in das familiäre Konzept, dass sich der Sohn unglückseligerweise in eine Prostituierte verliebt. Gleichzeitig verrichtet der wohl berühmteste, englische Serienkiller Jack the Ripper in den dunklen Gassen Londons sein mörderisches Handwerk. Das kann nicht gut gehen, mutmaßt der Leser gleich zu Beginn und seine Vermutungen werden bestätigt, als Marie hingemetzelt wird. Andrew kann den Tod seiner Liebe nicht überwinden, er verfällt in Lethargie und versucht  acht Jahre später sein Leben zu beenden. Doch sein Cousin und bester Freund Charles schreitet dazwischen und kann ihn mit einer ausgefallenen Idee vor dem Selbstmord bewahren. Er macht Andrew den Vorschlag, die Dienste von H.G. Wells und seiner Zeitmaschine in Anspruch zu nehmen, um die Vergangenheit zurechtzurücken.<br />
<br />
<blockquote>Wenn dir unsere Reise in die Vergangenheit gefallen hat, geschätzter Leser, wirst du auf den nun folgenden Seiten dieses ergreifenden Büchleins das Privileg einer Reise in die Zukunft genießen und den berühmten Krieg des Jahres 2000 gegen die ruchlosen Maschinen erleben können.</blockquote><br />
<br />
Claire Haggerty, ebenfalls aus gutem Hause, ist eine für damalige Verhältnisse "problematische" Person. Sie passt mit ihren Ansichten und Einstellungen so gar nicht in das viktorianische England. Ihr Drang nach Unabhängigkeit widerspricht einer Heirat mit einem gut situierten Mann, ihre Abenteuerlust will sie sich nicht durch die herrschenden gesellschaftlichen Konventionen einschränken lassen. Zudem träumt sie von einer gleichberechtigten Liebe zu einem starken, aufgeklärten Mann. Claire ist also kreuzunglücklich mit ihrer langweiligen, festgeschriebenen Umwelt. Als Claire jedoch mit "Zeitreisen MURRAY" das London im Jahre 2000 besucht, passiert das Unmögliche: Sie verliebt sich - ausgerechnet in den gut aussehenden Hauptmann Shackleton, der sich gerade den entscheidenden Kampf mit dem Maschinenkönig liefert. Es ist Liebe auf den ersten Blick aber Claires Versuche im Jahr 2000 zu bleiben, scheitern. Sie muss zurück.<br />
<br />
Inspector Garrett ist ein junger, intelligenter und zurückhaltender Polizist bei Scotland Yard. Als er zu einer auf der Straße liegenden Leiche gerufen wird, fällt ihm die immens große Schusswunde sofort auf. Er weiß, dass es nur eine Waffe gibt, die solche Wunden verursachen kann. Aber diese Waffe gibt es eigentlich noch gar nicht, denn sie stammt aus dem Jahr 2000. Garrett hat sie dort auf dem Schlachtfeld in den Händen des Hauptmanns Shackleton gesehen. Garrett begibt sich auf die Jagd nach einem Mörder, der noch gar nicht geboren ist.<br />
<br />
<object width="530" height="350"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/bKqnVcjMQcw?fs=1&amp;hl=de_DE"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/bKqnVcjMQcw?fs=1&amp;hl=de_DE" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="530" height="350"></embed></object><br />
<br />
Sind Zeitreisen möglich? Der spanische Autor Félix J. Palma hat zur Geschichte DEN Experten für Zeitreisen herangezogen: H. G. Wells. Der berühmte englische Utopist spielt in dieser Geschichte eine tragende Rolle und ist ein Verbindungsglied zwischen den drei unabhängig gestalteten Handlungssträngen. Erst gegen Ende werden die Schicksale von Andrew, Claire und Garrett miteinander verwoben. Dann, wenn man als Leser glaubt, der Roman wäre zu Ende, kommt endlich die Landkarte der Zeit auf den Tisch - und mit ihr ein teuflischer Bibliothekar, der nichts anderes im Sinn hat, als die Zeit für seine Machenschaften zu manipulieren. Nun beginnt die Geschichte wirklich fantastisch zu werden!<br />
<br />
Der Trick, reale Prominenz in Fiktion einzubinden ist nicht neu, wird aber hier sehr geschickt und fantasievoll eingesetzt. Zudem reichert Palma diesen Bestseller mit einigen überraschenden Wendungen in der Handlung aus. Der Erzählstil ist detailliert, flüssig und durch das zeitweilige direkte Ansprechen des Lesers sehr lebendig gestaltet. Alles in allem ein wirklich gelungenes und empfehlenswertes Buch, das das Prädikat "Bestseller" verdient hat! <br />
<br />
<a href="http://www.die-landkarte-der-zeit.de/" title="Zur Website des Buches inklusive Gewinnspiel">Website "Die Landkarte der Zeit" inkl. Gewinnspiel und Hörprobe</a><br /> 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>Englisches</dc:subject>
<dc:subject>Science Fiction/Fantasy/Mystery</dc:subject>
<dc:subject>Zeitreise</dc:subject>

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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/archives/236-Simon-Beckett-Leichenblaesse.html" rel="alternate" title="Simon Beckett: Leichenblässe" />
        <author>
            <name>Loki</name>
                    </author>
    
        <published>2010-10-12T20:36:00Z</published>
        <updated>2010-10-13T07:08:40Z</updated>
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        <title type="html">Simon Beckett: Leichenblässe</title>
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                Fans von David Hunter haben auf den dritten Teil der Krimi-Serie rund um den Forensiker etwas warten müssen. Dafür knüpft "Leichenblässe" ohne großen, inhaltlichen Zeitsprung an den zweiten Teil - "Kalte Asche" - an: Hunter ist einem mörderischen Anschlag nur sehr knapp entronnen. Noch ziemlich traumatisiert reist er von London nach Tennessee, um dort den notwendigen Abstand zu den Geschehnissen zu bekommen. Er soll dort - im Auftrag seines ehemaligen Uni-Professors Tom Lieberman - auf einer Body Farm Untersuchungen durchführen. Body Farmen (und diese gibt es auch in Wirklichkeit) sind Forschungsstationen, die den Zerfall des menschlichen Körpers untersuchen. Doch den der Wissenschaft dienenden Leichen folgen bald halb-verrottete Menschen, die nicht auf natürliche Weise gestorben sind. Den Auftakt macht ein bis zur Unkenntlichkeit entstellter Körper, der in einer Waldhütte gefunden wird. Übersät mit Schmeißfliegenlarven und mit bereits sich von den Knochen loslösender Haut bietet er wahrlich keine Augen- und Nasenweide. Aber liegt die Leiche wirklich schon so lange in der prallen Hitze, wie sie den Anschein erweckt? Auch wenn Hunter und sein Lehrer noch lange im Dunkeln tappen - eines ist sicher: Sie müssen sich beeilen, denn es stellt sich heraus, dass der Serienkiller es auch auf sie abgesehen hat. Das Schöne an der Hunter-Serie ist, dass man nicht nur mit Spannung beglückt wird sondern auch mit zusätzlicher Information über den Verfall des menschlichen Körpers. Wird in "<a href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/92-Simon-Beckett-Die-Chemie-des-Todes.html" title="Mehr über den 1. Teil - Chemie des Todes">Chemie des Todes</a>" (1. Teil) über die verschiedenen Stadien des Zerfalls noch eher allgemein berichtet, konzentriert sich Beckett in "<a href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/149-Simon-Beckett-Kalte-Asche.html" title="Mehr über den 2. Teil - Kalte Asche">Kalte Asche</a>" auf die Einwirkung von großer Hitze auf den toten Körper. Im dritten Teil spielt die Verhaltensweise unserer (toten) Haut die wesentliche Rolle:<br />
<br />
<blockquote>Wenn der Körper stirbt, laufen die Enzyme, die das Leben unter Kontrolle gehalten hat, Amok. Sie zerstören die Zellwände und lassen deren wässrige Inhalte entweichen. Diese Flüssigkeiten steigen an die Oberfläche und sammeln sich unter den Hautschichten, die dadurch gelockert werden.<br />
Haut und Körper, bis zu diesem Zeitpunkt zwei wesentliche Teile eines Ganzen, beginnen sich zu trennen. Blasen entstehen. Vollständige Hautabschnitte verrutschen und werden vom Körper abgeworfen wie ein überflüssiger Mantel an einem Sonntag.<br />
Doch selbst tot und abgestreift behält die Haut Spuren ihrer früheren Identität. Noch jetzt kann sie eine Geschichte erzählen und Geheimnisse bewahren.<br />
Vorausgesetzt, man weiß, wonach man schauen muss.</blockquote><br />
<br />
Anders als "Kalte Asche" es vermag, konnte dieser Roman mich nicht ganz in seinen Bann ziehen. Hunters Hadern mit der Vergangenheit, die Beziehung zu Tom, die attraktive Agentin in Blond und die kalte Ablehnung der heimischen Polizei haben fast mehr Gewicht als das Werk des psychopathischen Serienmörders. Und das macht die Geschichte - trotz eindeutigem Ekel-Faktor - unaufgeregter und eintöniger. Zudem kommt es mir vor, als hätte er sich bei der Verteilung der Charaktere zu sehr auf Klischees verlassen: der arrogante und gefeierte Star-Profiler, der knurrige Polizist, der väterliche Professor, usw. Und obwohl Beckett es mit allerlei technischen Tricks schafft, gegen Ende noch eine Überraschung zu präsentieren, überzeugt der Roman trotzdem nicht so ganz. Anders als bei den Vorgängern wird's hier nie wirklich nägelknabbernd spannend.<br /> 
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        <dc:subject>krimis &amp; thriller</dc:subject>

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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/archives/235-J.-R.-Ward-Black-Dagger-Nachtjagd.html" rel="alternate" title="J. R. Ward: Black Dagger - Nachtjagd" />
        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-10-08T21:06:25Z</published>
        <updated>2010-10-12T17:34:59Z</updated>
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        <title type="html">J. R. Ward: Black Dagger - Nachtjagd</title>
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                Die Vampir-Serie rund um die Bruderschaft der "Black Dagger" gibt's seit 2005 und umfasst mittlerweile 16 Romane. "Nachjagd" ist der erste davon. Die Autorin J. R. Ward stellt die blutsaugende Bruderschaft der "Black Dagger" in den Mittelpunkt ihrer Geschichten. Der aus ein paar ziemlich verwegenen Vampirkriegern bestehende Verein muss sich gegen menschliche Vampirjäger, die sogenannten „Lesser“, behaupten, um ihre vom Aussterben bedrohte Art zu schützen. Neben den mit Sicherheit bestaussehendsten Vampiren aller Vampir-Büchern gibt es Blutsklaven, Shellans, Doggen (Hausdiener), Hellren (Vampire mit Ehering) und noch andere Komponenten, die so eine Parallel-Gesellschaft eben ausmachen. Und was sich vielleicht jetzt eher kompliziert anhört, ist einfach gestrickt: Eine Horde schwer kontrollierbarer Vampire, der natürlich ein cooler Obermacker mit ansprechenden Schwächen vorsteht, führt Krieg gegen einen auf Vampire spezialisierten Elite-Trupp. Zwischen den Kämpfen bandelt der Vampir-König Wrath mit der Tochter seines soeben verstorbenen Freundes an (ja, ja, animalische Erotik ist auch dabei) und bekommt damit ein paar persönliche Probleme dazu. Die Journalistin Beth, die noch gar nichts davon weiß, dass sie durch die Gene ihres Vaters bald ebenfalls mit Fangzähnen und Blutdurst ausgestattet sein wird, muss erstmal von ihrem Glück (hauptsächlich körperlich) überzeugt werden; Und dann gilt es noch, den lästigen Polizisten los zu werden, der ebenfalls ein Auge auf Beth geworfen hat. Wer eine romantisch-blutig und kurzweilige Unterhaltung sucht, kann hier zugreifen. <blockquote>Wrath materialisierte sich im Garten hinter Beths Appartement. Deutlich verspürte er ein Prickeln auf der Haut. <br />
Sie war ganz in der Nähe. Aber in ihrer Wohnung brannte kein Licht.<br />
Aus einer Ahnung heraus ging er um das Haus herum. Da stand eine unauffällige Limousine vor dem Eingang. Und sie befand sich darin.<br />
Wrath nahm den Weg, und schlenderte wie zufällig im Schatten am Wagen vorbei.<br />
Wie angewurzelt blieb er stehen.<br />
Seine nutzlosen Augen funktionierten immerhin gut genug, um ihn wissen zu lassen, dass da ein Typ über ihr hing. Als hätte das starke sexuelle Verlangen des Menschen ihn nicht ohnehin verraten.<br />
Verflucht noch mal, er konnte die Lust dieses Dreckskerls durch den Stahl und das Glas des Autos hindurch <em>riechen</em>.<br />
Wrath machte einen Satz vorwärts. Sein erster Impuls war, die Wagentür abzureißen und zu töten, was auch immer da seine Hände auf ihr hatte. Einfach den Burschen herauszuzerren und seine Kehle aufzureißen.<br />
Doch im letzten Moment drehte er ab und zwang sich zurück in die Dunkelheit. <br />
<em>Arschloch</em>. Er sah buchstäblich rot, so rasend war er vor Wut.<br />
Dass ein anderer Mann diese Lippen küsste, diesen Körper unter seinen Händen spürte...<br />
Ein lang gezogenes Knurren vibrierte in seiner Brust und seiner Kehle.<br />
Sie gehört mir.<br />
Er fluchte. Ach ja, und in welchem Paralleluniversum war er unterwegs? Er war nur vorübergehend für sie verantwortlich, aber sie war nicht seine Shellan. Sie konnte zusammen sein, mit wem sie wollte. Wo sie wollte. Wann sie wollte.<br />
Aber lieber Himmel, die Vorstellung, dass ihr gefallen könnte, was der Kerl da mit ihr machte, brachte ihn um den Verstand. Der Gedanke, dass sie den Geschmack seiner Küsse vielleicht vorzog, reichte allein, um Wraths Schläfen zum Pochen zu bringen.<br />
<em>Willkommen in der wunderbaren Welt der Eifersucht,</em> dachte er. <em>Für ihren Eintrittspreis erhalten Sie rasende Kopfschmerzen, einen beinahe unwiderstehlichen Drang, zum Mörder zu werden, und einen ausgefeilten Minderwertigkeitskomplex.</em><br />
Er konnte es nicht erwarten, sein altes Leben zurückzubekommen. Sobald sie endlich ihre Transistion hinter sich gebrachte hatte, würde er dieser Stadt den Rücken kehren. Und so tun, als hätte er Darius’ Tochter niemals kennen gelernt.<br />
</blockquote><br />
<br />
Seit die "Black Dagger" auf dem Markt sind, hat sich um die Bruderschaft eine eingeschworene Fangemeinde gesammelt (z.B. -> <a href="http://black-dagger.forumieren.com/" target="_blank" title="Deutsche Fanseite der Black Dagger Serie">deutsche Fansite</a>). Wer sich mal auf Youtube umschaut, kann sich dazu Videos mit lauter wunderschönen Männern anschauen - eine gute Einstimmung zum ersten Band der Serie, wenn sich nämlich dann die coolen mit den uncoolen in düsteren Hinterhöfen martialisch abschlachten. Ich kann mir gut vorstellen, dass die erste Geschichte viele zum Weiterlesen bringt, denn die Autorin hat geschickt die unter Leseratten beliebtesten Zuckerstücken arrangiert: Romantische Liebe, Zwistigkeiten zwischen Brüdern, leidenschaftlicher Sex und eine Verschwörung, die so konstruiert wird, dass man sie auch begreift.<br />
<br />
Aber trotz schöner Muskelpakete gibt's beim ersten Band einen Wermutstropfen: In der deutschen Fassung teilt sich der erste Band in zwei Büchern auf, was bedeutet, dass am Ende von "Nachjagd" die Geschichte mitten in der Handlung abbricht und man etwas frustriert dasteht. Hier also mein Tipp: Zur "Nachjagd" auch gleich den zweiten Teil "Blutopfer" ins Einkaufswagerl legen.<br /> 
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        <dc:subject>Science Fiction/Fantasy/Mystery</dc:subject>
<dc:subject>Vampire</dc:subject>

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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/archives/234-Anonymus-Das-Buch-der-Staben.html" rel="alternate" title="Anonymus: Das Buch der Staben" />
        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-10-04T05:58:00Z</published>
        <updated>2010-10-04T06:03:17Z</updated>
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        <title type="html">Anonymus: Das Buch der Staben</title>
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                Vorsicht: Bei unsachgemäßer Handhabung dieses Buches könnte Blut auf Gesicht und Brust spritzen! "Das Buch der Staben" ist nichts für Weichlinge sondern vielmehr für Verbündete von Vampiren und Werwölfen. Ach, schon wieder Vampire? Haben wir nicht schon genug von "Black Dagger", "Twilight", "A Vampire Diaries" usw.? Bram Stoker würde sich aus dem Grab erheben, wüsste er, wie sehr die trivialen Vampire unseren Büchermarkt beherrschen. Blutsaugen liegt im Trend, liebe Leseratten, und auch dieser Bücher Blog kann sich dem einfach nicht entziehen. <br />
<br />
"Das Buch der Staben" ist die Fortsetzung von "Das Buch ohne Namen" und ist purer Horror-Vampirismus mit erbarmungslos viel spritzenden Blut und Eingeweiden. Die Lovestory passiert eher beiläufig, das Augenmerk liegt auf todbringende Kämpfe und Folter zwischen Fast-Gut und Ganz-Böse in einem hochprozentigen, alkohöllischen Dunstkreis. Aber das ist nicht alles, was uns der Autor, der sich strikt weigert seinen Namen preis zu geben, bietet: Ja, es gibt auch eine mit alter Mystik und Tarantino-Schmäh durchsetzte Handlung. Und es gibt Protagonisten, die man nicht mal mittags bei vollem Sonnenschein begegnen möchte. Unter ihnen befindet sich der wohl berühmteste, fiktive Amerikaner der Welt: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/John_Doe" title="Mehr über den Platzhalter John Doe">John Doe</a>. Das Buch ist nicht ganz so platt wie andere Vertreter des Bücher-Vampirismus. In überwältigender Gewalt und grenzwertigen Charakteren verpackt der namenlose Autor doch so etwas wie eine Geschichte, die 18 Jahre vor der eigentlichen Story beginnt. Die von ihrer Stiefmutter unterdrückte Beth lernt zu Halloween endlich JD, einen Jungen aus ihrer Schule, kennen. Doch die zwei haben vorerst keine Zukunft: Beth wandert wegen Mordes an ihrer Stiefmutter ins Gefängnis. JDs Mutter wird in dieser Nacht von einem Vampir gebissen und JD bleibt nichts anderes übrig, als sie zu töten. Es ist dieses Ereignis, was ihn zu dem macht, was er später sein wird: ein gefürchteter und erbarmungsloser Killer.<br />
<br />
18 Jahre später: Eine Mumie erwacht in einem Museum, drei machtgeilen Vampire haben endlich den heiligen Gral gefunden, Dante macht seiner Kacy einen Heiratsantrag, der Serien-Vergewaltiger Robert Swann wird begnadigt und der schattenhafte Bourbon Kid ist back in town. <br />
<br />
<blockquote>Er hatte kaum den Entschluss gefasst, als etwas geschah, das ihn dazu brachte, ebenjenen Entschluss gründlich zu überdenken. Als er sich nämlich dem Lokal näherte, hörte er einen gewaltigen Tumult, und dann stürzte eine Schar von Gästen durch die Tür ins Freie. Sie rannten nach rechts und links davon, so schnell ihre Füße sie trugen.<br />
<em>Bombendrohung?</em>, überlegte Sanchez.<br />
<em>Nein, eher nicht.<br />
Ein Feuer vielleicht?<br />
Nein, keine Spur von Rauch in der Luft.<br />
Was könnte es denn sonst sein?</em><br />
Eine andere Ursache kam ihm in den Sinn.<br />
<em>Uh-oh. Das wird wohl nicht...?<br />
Oder doch?</em><br />
Der letzte der fliehenden Gäste, ein dicker Mexikaner mit Spitznamen Poncho, rannte mit panisch hervorquellenden Augen auf Sanchez zu. Er sah aus, als wäre er geradewegs aus einer Kabine der Herrentoilette gekommen, weil er sich mit einer Hand die offene braune Hose hielt und ein paar Meter Toilettenpapier hinter sich her schleifte, die hinten aus der Hose kamen. Als er näher kam, brüllte er Sanchez eine Warnung zu. Die Warnung, die der Barmann am meisten von allen befürchtet hatte.<br />
"ER IST ZURÜCK! DER VERDAMMTE BOURBON KID IST WIEDER DA!"</blockquote><br />
<br />
Wie diese Begebenheiten zusammenhängen und was es mit den Geschehnissen vor 18 Jahren auf sich hat, ist zu Beginn natürlich nicht klar. So nach und nach finden jedoch die zeitlich bestimmten Handlungsstränge zueinander, die Verwirrung weicht dem Entsetzen und ergeben schlussendlich ein gnadenloses Massaker.<br />
<br />
Tipp: Schaut euch die Website vom <a href="http://www.bourbonkid.de/" title="Mehr über Bourbon Kid und das Buch ohne Staben">Bourbon Kid an</a> , auch wenn ihr das Buch nun nicht mehr lesen werdet. Klickt dort auf den Elvis...<br />
<br />
<a href="http://www.vampirbuch-datenbank.de/" target="_blank" title="Diese Datenbank gibt einen guten Überblick, was es so an Büchern am Vampir-Markt gibt.">Vampirbuch Datenbank</a><br />
<a href="http://www.bourbonkid.de/leseprobe.pdf" title="Leseprobe - Das Buch ohne Staben">Leseprobe - Das Buch ohne Staben</a> 
            </div>
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        <dc:subject>grausig</dc:subject>
<dc:subject>Science Fiction/Fantasy/Mystery</dc:subject>
<dc:subject>Vampire</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-09-26T20:46:59Z</published>
        <updated>2010-09-26T22:08:02Z</updated>
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        <title type="html">Helene Hegemann: Axolotl Roadkill</title>
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                Zum ersten Mal in diesem Bücher Blog muss ich auf den Klappentext verweisen, denn ich bin – auch nach mehreren Anläufen - mit diesem Buch nicht weiter gekommen als bis zur Seite 52. Liegt's am Alter oder am Lebenswandel - ich konnte dem Buch nichts abgewinnen.<br />
<br />
"Axolotol Roadkill" ist der Debütroman der noch jungen, deutschen Autorin Helene Hegemann. Sie selbst beschreibt in einem <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-68703781.html" title="Interview auf Spiegel online">Spiegel-Interview</a> diesen Roman so: „Das ist ja kein Tagebuch oder ein aus Überdruck entstandener Bekenntnisroman. Es ist ein Experiment.“ Mehrere Warnungen geistern durch das Internet, die eigentlich ein Buch reizvoller machen sollten: Von Unlesbarkeit ist die Rede und dass einige Passagen schlicht und einfach von der Bloggerszene geklaut worden seien und dass es trotzdem ein "<a href="http://fm4.orf.at/stories/1638726" title=""Das Elend mit Helene Hegemann" - FM4">diskussionswürdiges Buch</a>" sei. Der Roman folgt definitiv keinen schriftstellerischen Konventionen, somit tut man sich auch mit einer Beschreibung irgendwie schwer. Es gibt zumindest eine Protagonistin. Mifti ist 16, nimmt alles, was Gott verboten hat, verweigert die Schule und zerstört sich selbst. Sie hadert mit ihrer toten Mutter, ist depressiv - kurz: sie ist ein Problemkind der üblen Sorte. <br />
<br />
<blockquote>Obwohl intelligent und gut situiert, nimmt sie Drogen, verweigert die Schule und hat sogar Argumente dafür. Anstatt sich an Konventionen abzuarbeiten hinterfragt und analysiert sie nämlich permanent die gesellschaftliche Situation, in der sie sich befindet. Sie wohnt bei ihren wohlstandsverwahrlosten Halbgeschwistern und steckt noch immer in seiner frühkindlichen Allmachtsphase. Freiheit und Selbstzerstörung fallen zusammen und Mifti entlarvt in ihren von Wahn und Genie geprägten Zwischenwelten Sprache, Lebensentwürfe und Vorgegebenheiten der Erwachsenen. Sie kokettiert mit ihrer Kaputtheit und sucht im "allgemeinen Dahinschimmeln" nach einem Zugriff auf ihr eigenes Leben". (Klappentext)</blockquote><br />
<br />
Mifti ist ein Großstadtkind unserer Zeit und das Buch voll von ihren Gedanken, Dialogen mit anderen Personen, Zitaten und SMS-Nachrichten. Es geht darum, wie eine depressive, selbstzerstörerische Jugendliche die Welt von ihrer Sicht sieht. Logisch, dass dann Drogen und Sex die hauptsächlichen Themen sind und dabei Wörter wie "Alter", "geil", "fuck" und was weiß ich noch, vorkommen. Man bekommt ein Gefühl, warum Mifti so ist wie sie ist, hat aber eigentlich kein Mitleid, weil irgendwie jede Hilfe ohnehin zu spät käme und weil sie sich auch nicht helfen lassen will. Das Ganze wird sehr intuitiv, teilweise in langen, konstruierten Sätzen erzählt und mit der Sprache einer Jugendlichen umgesetzt. Soweit mein Eindruck von diesem Buch.<br />
<br />
<blockquote>Ich bin sechzehn Jahre alt und momentan zu nichts anderem mehr in der Lage, als mich trotz kolossaler Erschöpfung in Zusammenhängen etablieren zu wollen, die nichts mit der Gesellschaft zu tun haben, in der ich zur Schule gehen und depressiv bin. Ich bin in Berlin.<br />
Es geht um meine Wahnvorstellungen.<br />
Unfassbar, wie ich mich hier schon wieder auf cognacfarbenen 9-cm-Absätzen dem ganzen Scheiß aussetze, Industriegebiet natürlich, von weitem sieht man ein ehemaliges Heizkraftwerk, in dem es sich in spätestens einer halben Stunde diesem Zwang zur Selbstvergessenheit auszusetzen gilt. Ich bewältige einen von Neonröhren umzäunten Weg, der als der geilste der Welt gilt und mich aus einem mir unerfindlichen Grund nie interessiert hat. Ich finde meine dissoziative Identitätsstörung interessanter als alles, was diese Stadt mir ununterbrochen ins Gesicht kotzt. Vor einem Securitychef, der Syd heißt und drei Meter groß ist, tue ich so, als würde ich auf der Gästeliste eines Barkeepers stehen, der tagsüber mit zeitgenössischen Kohlezeichnungen die verwirrenden Ansichten unserer urbanen Welt darzustellen versucht. Damit umgehe ich eine kilometerlange Schlange von overstylten Dreiundzwanzigjährigen aus geregelten familiären Zusammenhängen, in deren Augen ich kein Mensch bin, sondern ausschließlich underdressed und wankelmütig. Orale Inkontinenz. Mir wird Scheiße in die Fresse gefeuert. Ich bin eine motherfucking unmoralisch handelnde Fotze und soll auf mein Leben klarkommen, Alter.</blockquote><br />
<br />
Interessant und irgendwie auch fragwürdig sind die Kundenrezensionen bei Amazon, wo einige Rezensenten ziemlich hart ins Gericht mit der jungen Autorin gehen (ohne dabei eine wirkliche Inhaltsangabe abzugeben...). Nun, ich kann zwar mit "Axolotl Roadkill" ebenfalls nichts anfangen, was aber da so geschrieben steht, muss auch nicht wirklich sein. Dass ein junger Mensch ein Buch schreibt und dabei logischerweise Konventionen bricht, provoziert und dabei seine Sprache verwendet, find ich mutig und ok. 
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<dc:subject>Psycho</dc:subject>

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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/archives/231-Gordon-Dahlquist-Die-Glasbuecher-der-Traumfresser.html" rel="alternate" title="Gordon Dahlquist: Die Glasbücher der Traumfresser" />
        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-09-23T21:27:00Z</published>
        <updated>2012-01-20T23:00:34Z</updated>
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                Ein Arzt mit detektivischen Ambitionen, ein Auftragskiller in einem roten Mantel und ein energisches Fräulein mit Korkenzieherlocken sind die Hauptdarsteller in einer viktorianischen Fantasiewelt. Aus unterschiedlichen Beweggründen und Motivation begibt sich das Trio auf die Spur der Traumfresser, eine Geheimgesellschaft, die ein umfassendes Komplott geschmiedet hat, um die Weltherrschaft an sich zu reißen. Die Traumfresser haben ein mysteriöses Verfahren entwickelt, mit Hilfe dessen man Erinnerungen und Emotionen von Menschen auf blaue Glasbücher übertragen und jederzeit wieder abrufen kann. Des Weiteren ist es das Bestreben möglichst viele Menschen in willenlose Geschöpfe zu mutieren und ihnen mit einem Code-Wort mörderische Befehle zu erteilen. Dahlquist bietet mehr als alt-englische Romantik, die mit einer Fantasy-Verschwörung verwoben wird: Auf mehr als 900 Taschenbuch-Seiten begegnet man einem wunderbar geschriebenen Abenteuer, das ein bisschen an Jules Verne und H.G. Wells erinnert - mit jedoch mehr rasanter Action und rauschender Seide. Miss Temple ist aufgebracht und verwirrt, hat doch ihr Verlobter kurzerhand und ohne Angabe von Gründe ihre Verlobung gelöst. Aber Miss Temple ist ein mutiges Persönchen, das mit viel Eigensinn und Energie ausgestattet ist. Und deshalb kann sie den Schritt von Robert nicht nachvollziehen. Getrieben von ihrer Neugier, der Sache auf den Grund zu gehen, schlüpft sie in ihre grünen Stiefel und heftet sich auf die Fersen ihres Ex-Verlobten. Als sie bei der Verfolgung in einem Zug mit seltsamen Reisebegleitern sitzt und die Gesellschaft auf das abgelegene Schloss Harschmont verfolgt, wird ihr zum ersten Mal so richtig mulmig. Alle Gäste des Schlosses sind maskiert und manche Frauen sind dermaßen leicht bekleidet, dass es Miss Temple die Schamesröte ins Gesicht treibt. Als entdeckt wird, dass sie sich als ungebetener Gast herumschleicht, begeht Miss Temple eine Verzweiflungstat und ersticht einen Angreifer... mit einem Bleistift.<br />
<br />
Kardinal Chang ist ebenfalls intelligent - doch mehr von der rohen Sorte. Sein Erkennungszeichen ist sein roter Mantel und ein extravaganter Stockdegen. Chang ist ein Auftragskiller, immer darauf bedacht sauber zu arbeiten. Als jedoch eine zukünftige Auftragsleiche bereits tot im Garten liegt, beginnt das Chang zu wurmen. Sein guter Ruf und seine Ordnungsliebe stehen auf dem Spiel. Und auch er beginnt damit, den Ungereimtheiten nachzugehen.<br />
<br />
Der dritte im Bunde ist Doktor Svenson, der rauchende, höhenschwindelige Leibarzt des Macklenburgischen Prinzen Karl-Horst. Doch bald beschleicht ihn das untrügliche Gefühl, dass es der Stab rund um seinen Prinzen nicht ehrlich meint. Immer mehr verhärtet sich der sein Verdacht, dass der Prinz als Marionette für eine staatsübergreifende Intrige missbraucht wird. <br />
<br />
Bei ihren Recherchen, die einige Parallelen aufweisen, treffen die drei aufeinander. Nach anfänglichen Misstrauen, schwören die drei einander, in der Sache gemeinsam vorzugehen und den Ereignissen gemeinsam auf die Schliche zu kommen. Bald kommen sie der Geheimgesellschaft näher und ihre Ermittlungen bleiben nicht unbemerkt. Immer mehr geraten sie ins Fadenkreuz der Drahtzieher: die machtbesessene und verführerische Contessa di Laquer-Sforza, der noble und elegante Comte d´Orckanz und der mörderische Francis Xonck.<br />
<br />
<blockquote>"All diese Leute stecken miteinander unter einer Decke und stellen eine tödliche Gefahr dar", sagte Chang. "Sind wir uns einig, dass wir sie alle verfolgen werden - bis zum bitteren Ende?"<br />
"Darauf würde ich sogar bestehen", meinte Miss Temple.<br />
"Ich ebenfalls", sagte Doktor Svenson. "Was auch immer mit Karl-Horst geschehen ist, die Sache muss zum Abschluss gebracht werden. Diese Verschwörung - ich weiß nicht, was diese Clique antreibt, aber ich weiß, dass sie wie Fäulnis an einer Wunde sind, wie ein Krebsgeschwür. Wenn man sie nicht vollständig herausschneidet, wächst das, was zurückbleibt, nach und wird nur noch bösartiger als zuvor. Dann wäre niemand und nichts, was uns am Herzen liegt, mehr sicher."<br />
"Dann sind wir uns also einig", sagte Chang.<br />
Er lächelte gequält und streckt die Hand aus. Doktor Svenson klemmte sich die Zigarette zwischen die Lippen und ergriff Changs Hand. Miss Temple legte ihre kleine Hand darauf. Sie hatte keine Ahnung, was das alles zu bedeuten hatte - es war ja schließlich eine Verschwörung -, aber sie glaubte nicht, dass sie jemals im Leben so glücklich gewesen war. Da sie sich auf etwas Todernstes geeinigt hatten, gab sie sich alle Mühe, nicht zu kichern, aber ein breites Strahlen konnte sie sich dennoch nicht verkneifen.<br />
<br />
"Ausgezeichnet!", sagte Miss Temple. "Ich bin froh, dass wir das alles so klar ausgesprochen haben. Die nächste Frage lautet nun: Wie gehen wir weiter vor? Finden wir irgendwo Zuflucht? Gehen wir zum Angriff über - und wenn ja, wo? Im Royale? Im Außenministerium? In Harschmort?"<br />
"Mein erster Vorschlag wäre, vom Dach herunterzukommen", sagte Chang.</blockquote><br />
<br />
Abwechselnd erzählt der Autor von den drei Helden. Was mich zu Beginn endlose Wiederholungen erwarten ließ (die Handlung wird von drei Perspektiven aus beschrieben), entpuppte sich als spannend umgesetzter Kunstgriff, der einen ganz und gar nicht fadisiert. Der Roman setzt aufgrund seines Umfangs und seiner Konstruktion, bei der man bei den Details leicht der Überblick verlieren kann, eine gewisse Ausdauer voraus, die sich allerdings lohnt.<br />
<br />
<a href="http://www.gordon-dahlquist.de/" title="Mehr über Buch und Autor">Mehr über Buch, Autor und Protagonisten</a><br /> 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>Bücher</dc:subject>
<dc:subject>Science Fiction/Fantasy/Mystery</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-09-22T18:19:00Z</published>
        <updated>2010-09-22T18:35:51Z</updated>
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        <title type="html">Boris B. B. B. Koch: Die Anderen</title>
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                Wie stellt man sich einen Elfen vor? Gut, schön und edel. Und einen Zwerg? Klein und eben vielleicht nicht ganz so hübsch. Einen Ork oder einen Troll? Ziemlich hässlich, furchteinflössend und relativ dumm. Diese Vorstellungen, genährt durch unzählige Fantasy-Geschichten, so dass sie manchen vielleicht schon aus dem Hals hängen, werden hier gnadenlos auf die Spitze getrieben: Denn endlich hat jemand den Schritt gewagt und Fantasy-Klischees durch die Mangel gedreht. "Die Anderen" ist eine "grosse Orks-Elfen-Zwerge-Troll-Parodie" und für unerschütterliche Fantasy-Fans ist es anzuraten, sich diesen kleinen Hinweis am Buchdeckel zu Herzen zu nehmen, um vielleicht einer herben Enttäuschung entgegenzuwirken. Denn hier wird auf fast schon grausame Weise mit allem abgerechnet, was aus "Herr der Ringe", "Harry Potter", "<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Zwerge" title="Mehr über Die Zwerge von Markus Heitz" target="_blank">Die Zwerge</a>", "<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Elfen" title="Mehr über Die Elfen - Fantasyroman von Bernhard Hennen und James Sullivan"  target="_blank">Die Elfen</a>", "<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Trolle" title="Mehr über Die Trolle von Christoph Hardebusch" target="_blank">Die Trolle</a>" und "<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Orks" title="Mehr über Die Orks - von Stan Nicholls" target="_blanks">Die Orks</a>" bekannt ist.  <blockquote>ACHTUNG!<br />
Dieses Buch ist ein analog-interaktives Medium. Sie können es zwar leider nicht an das Internet anschließen, doch Sie haben mit dem Kauf dieses Buches auch die Lizenz erworben, über dieses Buch mit anderen Nutzern von "Die Anderen" zu reden. Diese Lizenz ist kostenlos und kann auch auf andere Personen überragen werden, die dieses Buch nicht gelesen haben. Das ist nicht unerheblich, denn viele Leute reden gerne über Dinge, die sie nicht gelesen haben. Ich, zum Beispiel. Ich habe keine Ahnung von Wittgenstein und Niklas Luhmann, macht aber nichts.<br />
Spannendes Bonusmaterial zu diesem analog-interaktiven Medium, darunter bewegende Einblicke in das Leben des Autors, finden Sie im Internet unter <a href="http://www.boriskoch.de" title="Mehr über Boris Koch" target="_blank">www.boriskoch.de</a>.</blockquote><br />
<br />
Wer also die erste Seite mit diesem Hinweis geschafft hat und wenn der Leser dann immer noch darauf erpicht ist, dieses Buch zu lesen, kann es tun. Einem jeden anderen würde ich raten, es zu lassen. Die Handlung ist schnell erzählt (eigentlich ist sie auch nicht wichtig):  <br />
<br />
Eine Gruppe aus Elfen, Zwerge, Troll und einem Ork werden von ihren Völkern zum Orakel im Herz der Welt geschickt. Das Orakel weissagt, dass in nicht allzu ferner Zeit "die Anderen" ihre Völker vernichten werden. Nur vereint können die Völker gegen die Bedrohung vorgehen. Gleichzeitig werben die beiden Elfenkrieger Fahrdahin und Nur’a’mann um die schöne Elfin Doro Elle, doch keiner von ihnen wagt es, den ersten Schritt zu machen. Doro hat das Warten ziemlich satt und lässt sich eines Nachts im Traum mit zwei zwielichtigen Gestalten ein, die nur zwei Andere gewesen sein können. Prompt wird Doro schwanger, und die Elfenkönigin verbannt sie aus ihrem Reich. Die beiden liebeskranken Elfenkrieger machen sich auf den Weg, um ihre Angebetete wieder zu finden. Aber auch eine Gruppe Orks ist unterwegs...<br />
<br />
Wenn man frei von Erwartungen an das Buch rangeht, kann's lustig werden, denn der Autor hat so einige Schmankerl eingebaut. Z.B. penetrante Fußnoten und nervige Werbeunterbrechungen. Wahrscheinlich hatte Boris Koch auch mal eine Schreibblockade, denn auf fünf Seiten wird die Handlung einfach im Comic-Stil weiter erzählt. Dazwischen werden Fantasy-Charaktere und bekannte Örtlichkeiten hemmungslos überzeichnet: Die Elfen sind so ehrbar, dass sie zickig sind, die Orks so verkommen, dass sie sich auf die S/M-Bestrafung ihrer Königin freuen. Und vieles kommt einem bekannt vor, auch wenn es ordentlich verdreht wurde. Nicht, dass dieser Roman in Stil und Handlung ernst zu nehmen wäre, nicht mal wenn "Parodie" ganz groß über das gesamte Deckblatt geschrieben stünde. Aber mit den kreativen Techniken des Autors ist für "Ab-und-zu-Lacher" allemal gesorgt. 
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        <dc:subject>Elfen</dc:subject>
<dc:subject>Science Fiction/Fantasy/Mystery</dc:subject>
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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-09-17T06:29:00Z</published>
        <updated>2010-09-17T06:29:25Z</updated>
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        <title type="html">P. B. Kerr: Die Kinder des Dschinn - Gefangen im Palast von Babylon</title>
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                Jugend- bzw. Kinderbücher sind ja nicht ausschliesslich für junge Leser da, an vielen haben auch Erwachsene ihre Freude. Der schottische Autor P.B. Kerr ist zwar mehr durch seine Krimis und Thrillers bekannt, hat aber auch eine Jugendreihe im Programm. "Die Kinder des Dschinn" handelt von einem Geschwisterpaar, das so einige Abenteuer zu bestehen hat. Philippa und John sind Zwillinge, 12 Jahre alt und leben mit Mama und Papa in New York. Sie gehen zur Schule, nerven die Haushälterin, lieben ihre zwei Hunde und haben alle Flausen im Kopf, was so Fast-Pupertierende auf Lager haben. Doch etwas ist anders: Die beiden sind Dschinns - ja, genau wie das blaue Kerlchen in Aladins Wunderlampe. Und sie sind nicht die einzigen: Es gibt eine ganze Community über die Welt verstreut und nicht alle Dschinns sind gut und edel wie die Zwillinge. Und weil es auch böse Dschinns gibt, geraten die zwei von einem Abenteuer in das nächste. "Gefangen im Palast von Babylon" ist der zweite Teil der Serie - hier geht es vorerst um ein verschwundenes Buch... Die Dschinn-Community ist aus dem Häuschen: Alles dreht sich um das bevorstehende Dschinnverso-Turnier, an dem Philippa als Favoritin teilnimmt und beim Schwindeln ertappt wird, die herrschende Blaue Dschinn, die sich um die Ausgewogenheit von Gut und Böse auf der Welt kümmert, sucht eine Nachfolgerin (was nicht leicht ist, denn das setzt voraus, dass der Kandidat mehr oder weniger seine Persönlichkeit verliert und ein hartes Herz bekommt) und schließlich verschwindet auch noch das "Grimoire", das Buch Salomons, in dem mächtige Beschwörungsformeln aufgeführt sind und mit dem jeder Dschinn die absolute Macht erreichen kann.<br />
<br />
Und ausgerechnet die Zwillinge löffeln diese Suppe aus. Zunächst müssen sie sich mit dem Dieb des Buches treffen - doch das ist nur eine Finte, um Philippa zu entführen. Sie soll die Nachfolgerin des blauen Dschinn sein, was Philippa natürlich vehement ablehnt. Es stellt sich heraus, dass das Turnier, ihre Aufdeckung als Schwindlerin und der Diebstahl des Buches nur ihretwegen inszeniert wurde, um sie dann zu entführen und im unterirdischen Palast in Babylon "umzumodeln".<br />
<br />
<blockquote>"Das ist nur ein Grund mehr, warum ich nie in Ihre Fußstapfen treten könnte", sagte Philippa energisch. "Ich bin in kein bisschen wie Sie. Ich gehöre nicht zu denen, die tatenlos zusehen, wie andere leiden."<br />
"Nein?" Der Blaue Dschinn lächelte. "Du bist mir ähnlicher, als du denkst, Philippa. Deshalb habe ich dich ausgewählt."<br />
"Egal, wie lange ich hier bleiben muss, ich werde nie so böse sein wie Sie."<br />
"Nicht böse. Gleichgültig. Das ist etwas anderes."<br />
"Ich finde gleichgültig ist keine Spur besser als böse sein."<br />
"Wir werden sehen", sage Ayesha. "Aber zum Glück müssen wir nicht so lange hier bleiben, bis dein Herz genauso hart sein wird wie meines. Danach können wir in meine Villa nach Berlin zurückkehren. Berlin wird dir gefallen. Und allmählich werden wir beide sehr gut miteinander auskommen - in der Zeit, die mir noch bleibt."</blockquote><br />
<br />
Selbstverständlich macht sich John zusammen mit den beiden Hunden auf den Weg, um Philippa zu retten. Sein Onkel Nimrod und ein alter Flaschengeist helfen dem Jungen, soweit es ihnen möglich ist. <br />
<br />
Eine nette Geschichte, die sich gut für junge Leser eignet. Die Handlung wird flott erzählt, Grusel-Shocker gibt es keine und auf weit reichende, ermüdende Erklärungen über die Welt der Dschinn wird weitgehend verzichtet. Mir - als Erwachsener - ist der Zauber, die solche Geschichten meist vermitteln, abgegangen. Die geschwisterliche Verbindung, die Magie der Dschinn und die Gefahren, die John meistern muss, werden nicht wirklich stimmungsvoll rübergebracht. Man hätte durchaus mehr Spannung und Emotion in diesem Roman verpacken können.<br /> 
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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-09-13T18:20:00Z</published>
        <updated>2010-09-13T23:19:36Z</updated>
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        <title type="html">Scarlett Thomas: Troposphere</title>
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                Mariel ist Literaturstudentin und stößt in einem Antiquariat auf die letzte Ausgabe eines Buchs, von dem sie weiß, dass sich ihr Professor mit dem Autor beschäftigt. Das Buch trägt den Titel "The End of Mr. Y" (->MisterY, dieser Hinweis ist wohl mehr als deutlich) und ist von Thomas Lumas im 19. Jahrhundert geschrieben worden. Es heißt, dass dieses Buch verflucht ist: Jeder, der das Buch liest oder mit ihm zu tun hat, stirbt. Mariel kann nicht anders und beginnt das Buch zu lesen. Sie kommt ziemlich schnell dahinter, warum das Buch so heiss begehrt ist. Es beinhaltet ein altes Rezept für die Reise in die Tropsphere. Als sich Mariel die Ingredienzien für den Trip besorgt und die Tinktur ausprobiert erfährt sie, was es mit der Troposphere auf sich hat. Ein schräges Hirn-Hopping durch das Multi-Universum beginnt. Mariel ist Doktorandin und arbeitet als Assistentin für ihren Professor für Anglistik und Amerikanistik, der seltsamerweise seit geraumer Zeit verschollen ist. Sie wohnt mit Wolfgang, einem Deutschen, in einer WG zusammen, knabbert am Hungertuch, hat einen älteren Liebhaber, steht auf Sado-Maso-Sex mit eingeschränkter Gewaltanwendung - dass ihr Leben nicht ganz so der Norm verläuft, ist ihr durchaus bewusst. <br />
<br />
Es ist ein "schmales, blasses Bändchen", um das sich die ganze Geschichte dreht und Scarlett Thomas hat daraus ein Buch-im-Buch gemacht, denn Ausschnitte von "The End of Mr. Y" sind in "Troposphere" abgedruckt. Der Leser wird somit mit zwei Büchern beglückt. In "The End of Mr. Y" geht's eigentlich nur darum, wie Mr. Y auf einem Jahrmarkt seine erste Reise in die Troposphere macht und wie er dann zum Rezept für die Reise-Tinktur kommt. Dass auf dem Buch ein Fluch liegt, kann es ja dann eigentlich nur spannender machen. <br />
<br />
<blockquote>Bevor ich zu lesen beginne, habe ich einen experimentellen Gedanken, nur eine Sekunde lang. Was wäre, wenn dies das wirkliche Leben ist? Was wäre, wenn ich verflucht bin und sterben werde, genau wie Lumas und jeder, der "The End of Mister Y" in den letzten Jahren des neunzehnten Jahrhunderts gelesen hat? Wenn ich ernsthaft denken sollte, dass das wirklich sei, würde irgendein Überlebensinstinkt mich doch bestimmt dazu bringen, damit aufzuhören, oder? Aber wenn es nicht wirklich ist, warum mache ich mir dann Gedanken?</blockquote><br />
<br />
Als Mariel das Buch liest, probiert sie auch das darin beschriebene Rezept aus. Mit der nur aus wenigen Ingredienzien bestehenden Tinktur ist es möglich, in die Troposphere zu reisen und das gelingt Muriel auch schließlich. Sie findet sich in einer seltsamen Traum- bzw. Geisterwelt, in der alles nur Erinnerung ist, wieder, wo sie sich auf verschiedene Arten zeitlich und örtlich bewegen kann, z.B. mittels Sprung in das Gehirn einer anderen Person. Selbstverständlich bekommt man so auch die geheimsten Gedanken und Gefühle derjenigen Person mit. Komisch wird's, als Muriel sich im Kopf einer Ratte befindet...<br />
<br />
Was zuerst als schräger Urlaub von der Realität anmutet, wird für Muriel bald zu einer lebensbedrohlichen Verfolgungsjagd. Mysteriöse Agenten sind ihr in der wirklichen Welt knapp auf den Fersen, denn sie wollen das Geheimnis des Buches für sich in Anspruch nehmen. In der Troposphere wird sie von den KIDS verfolgt, die sie natürlich töten wollen. Hilfe bekommt Muriel von dem comicartigen Mäuse-Gott Apollo Smintheus und dem Priester Adam, in den sie sich selbstverständlich auch verliebt.<br />
<br />
Die Idee dieses Romans ist schräg, die Handlung stellenweise auch spannend. Wenn nun der Leser auch gewillt ist, sich auf philosophische Dialoge und Gedanken der Charaktere einzulassen, in denen es um Quantenphysik, Homöopathie, moderne Physik und aristotelische Poetik geht, ist ein Lesevergnügen sicher. Einen gewissen Intellekt, der über die durchschnittliche Allgemeinbildung hinausgeht, setzt die Autorin voraus, denn dann sind auch ihre Ideen um die verschiedenen Theorien über Realität und Bewusstsein und ihre Querverbindungen zur Handlung nachvollziehbar und interessant.<br />
<br />
<blockquote>"Eines der merkwürdigsten Dinge hinsichtlich subatomarer Teilchen ist jedenfalls, dass etwas Sonderbares passiert, wenn man sie beobachtet. Solange man sie nicht beobachtet, befinden sie sich in einem verschmierten Zustand aller möglichen Positionen im Atom: in der Superposition oder der Wellenfunktion."<br />
Adam schüttelte den Kopf. "Da komme ich leider nicht mehr mit."<br />
"Okay", sagte ich. "Stell dir vor, du bist ausgegangen, und ich weiß nicht, wo du bist. Du könntest in der Universität sein, im Park, in einem Geschäft, in einem Raumschiff, auf dem Pluto, irgendwo. Das sind alles Möglichkeiten, obwohl manche wahrscheinlicher sind als andere."<br />
[...]<br />
"In diesem Beispiel", sagte ich, "spielst du die Rolle des Teilchens ... Nun, die Quantenphysik sagt, dass du, wenn deine Position unbekannt ist - soweit ich weiß, könntest du in dem Geschäft oder im Park sein -, eigentlich an allen Orten gleichzeitig existierst, bis jemand deinen Aufenthalt mit Sicherheit herausfindet, indem er dich beobachtet. Also gibt es anstelle einer eindeutigen "Realität" einen verschmierten Fleck. Du bist in dem Geschäft und im Park und in der Universität, und erst, wenn ich dich suchen gehe und sehe, dass du im Park bist, lösen sich alle anderen Möglichkeiten in Nichts auf, und die Realität setzt ein."<br />
"Demnach hat die Beobachtung Auswirkungen auf die Realität?", fragt Adam.<br />
"Ja - na ja, gemäß dieser Betrachtungsweise, Diese Annahme, dass alle Wahrscheinlichkeiten als Wellenfunktion existieren, bis sich ein Beobachter, von außen die Wellenfunktion anschaut - und sie deshalb zum Einsturz bringt -, nennt man Kopenhagen-Interpretation."<br />
"Gibt es noch andere Betrachtungsweisen?"<br />
"Ja. Es gibt die Viele-Welten-Interpretation. Kurz gesagt: Während die Kopenhagen.Interpretation vorschlägt, dass alle Möglichkeiten bei einer Beobachtung in eine eindeutige Realität zusammenfallen, geht die Viele-Welten-Interpretation davon aus, dass alle Möglichkeiten gleichzeitig existieren, aber dass jede dafür ihr eigenes Universum hat. Demnach gibt es buchstäblich viele Welten und jede mit einem kleinen Unterschied. Also bist du in dem einen Universum im Park, in einem anderen bei der Arbeit, und in einem dritten bist du auf dem Mond oder im Zoo oder wo auch immer."<br />
[...]<br />
"Und was hat das mit dem Urknall zu tun?"</blockquote> 
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<dc:subject>Science Fiction/Fantasy/Mystery</dc:subject>
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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-09-09T21:42:13Z</published>
        <updated>2011-12-19T22:38:09Z</updated>
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        <title type="html">Mark Gatiss: Im Auftrag Seiner Majestät</title>
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                Nach einer langen Sommerpause fangen wir mit etwas an, was sich am Besten mit "extremely british" beschreiben lässt. Um Missverständnissen vorzubeugen, erst ein paar Worte zum Autor: Mark Gatiss ist Schauspieler, Drehbuchautor und Schriftsteller. Manchen Anglisten ist er vielleicht durch "League of Gentleman" bekannt, bei der Comedy-Serie "Little Britain" war er auch nicht ganz unbeteiligt, als Autor schrieb er mehrere Bücher zu "Doctor Who". Das sollte eigentlich genügen, um sich geistig auf "Im Auftrag seiner Majestät" vorzubereiten... London 1907: Der Maler Lucifer Box ist ein gefälliger Portrait-Maler. Zumindest im wirklichen, offiziellen Leben. Für das notwendige Kleingeld für seinen extravaganten Lebensstil ist er zudem Agent im Dienst der britischen Krone. Lucifer Box könnte als Vorlage zum amerikanisierten James Bond durchgehen: Lucifer ist noch schöner, noch eitler, noch überzogener, noch britischer. Vom Secret Service beauftragt reist Lucifer nach Neapel, um den rätselhaften Morden um drei Vulkanologen nachzugehen. Und selbstverständlich beginnen die Spuren in einschlägigen Etablissements, wo der Leser (endlich) auch mit erotischen Abenteuer überrascht wird, so richtig heiß zu werden. Und wie auch James Bond muss auch hier der Protagonist die Welt vor dem Bösen, der nur danach trachtet, sie zu zerstören, retten. <br />
<br />
Was braucht es Handlung, wenn es einen Charakter gibt, der so geformt ist, dass alles andere unwichtig wird? In richtiger Stimmung kann man sogar über den Erzählstil hinwegsehen. Bloß kein Wort auf die Waagschale legen, alles nicht so ernst nehmen... Die Geschichte lebt durch und von Lucifer Box, der an Unverfrorenheit und Eitelkeit nicht zu überbieten ist und sämtliche Klischees bedient. Eine kurzweilige, recht witzige B-Lektüre mit "etwas" unmoralischen Tendenzen.<br />
<br />
<blockquote>Charlie machte ein finsteres Gesicht und musterte mich durchdringend und etwas irritierend. Ich zerrte seinen Kopf weiter nach hinten, doch er hatte aufgehört zu schreien. "Damit werden Sie nichts erreichen", murmelte er leise.<br />
"Dann vielleicht hiermit", rief ich und zog meinen Revolver, dessen Griff mit Perlen besetzt ist, unterm Hemd hervor. Ich drückte ihm den kalten Lauf an die Schläfe und funkelte ihn an. "Also - was sagen Ihnen die Initialen VC?"<br />
Doch noch immer schien er unbeeindruckt. Ich beobachtete, wie sein Adamsapfel sich langsam auf und ab bewegte.<br />
Charlie Jackpot lächelte nur. <br />
Verärgert darüber, dass es mir nicht gelungen war, ihn einzuschüchtern, ließ ich den Revolver langsam über seine weiche Gesichtshaut gleiten und schob ihm den Lauf schließlich zwischen die Lippen, doch Charlies sehr blaue Augen sahen mich nur ruhig über die glitzernde Feuerwaffe hinweg an.<br />
Ich nahm den Lauf unwillig von seinem Mund.<br />
"Na also", sagte Charlie mit süffisantem Lächeln. "Ist es nicht besser so?"<br />
Mr Jackpot wandte mir die großen Augen in einer Art stummer Frage zu. Dann legte er mir die Hand auf den Oberschenkel.<br />
Tja, was sollte ich machen? Für den wohlerzogenen Gentleman gab es nur eine Zuflucht: Ich nahm ihn mir von hinten vor.</blockquote><br /> 
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        <dc:subject>Krimis &amp; Thriller</dc:subject>
<dc:subject>London</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-07-26T21:40:25Z</published>
        <updated>2010-07-27T16:58:21Z</updated>
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        <title type="html">Steven Saylor: Das Lächeln des Ciceros</title>
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                Serien-Krimis in Buchform haben einen entscheidenden Vorteil: Sie nerven nicht so wie ihre TV-Pendants. Vor allem, so kommt mir vor, weil die Produzenten sich doch mehr einfallen lassen und in einem Buch halt doch mehr verpackt werden kann als in 45 Minuten. Mit "Das Lächeln des Ciceros" möchte ich eine Histo-Krimi-Reihe eines amerikanischen Schriftstellers vorstellen, der Geschichte so richtig studiert hat und als Experte für römische Geschichte gilt. Anfang der 90er erschien als Auftakt seiner Krimi-Reihe "Roma Sub Rosa" (was soviel wie "Rom im Geheimen" bedeutet) sein erster Roman "Ciceros Lächeln". Mittlerweise gibt's schon 12 Geschichten über den antiken Detektiv Gordianus, der im alten Rom zur Endzeit der Republik Greueltaten aufklärt. Zur Abwechslung also mal ein Krimi ohne moderne Forensik und High-Tech-Waffen. 80 vor Christus: Rom ist durch Korruption und Konflikte um die Landverteilung und das Bürgerrecht ein instabiles Pflaster. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sulla" title="Mehr über Lucius Cornelius Sulla auf Wikipedia" target="_blank">Lucius Cornelius Sulla</a> herrscht als machtverliebter Diktator und führt Prostskriptionen (römische Bürger wurden mehr oder weniger willkürlich auf Kopfgeldlisten gesetzt; ihr Besitz fiel damit automatisch dem Staat zu) durch. Durch diese Enteignungen kamen Sullas Freunde ziemlich billig an viel Land, unter ihnen auch Sullas Ex-Sklave Chrysogonos. Durch die Ächtung von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sextus_Roscius" title="Mehr über Sextus Roscius"  target="_blank">Sextus Roscius</a>, einem römischen Bürger aus Ameria, kommt Chrysogonos um ein Spottgeld an dessen gesamten Besitz. Da aber die Zeit der offiziellen Prostskriptionen bereits vorbei ist, dichtet man Sextus Roscius noch den Mord an seinem Vater an. Kein Geringerer als der berühmte Politiker, Anwalt und Philosoph Marcus Tullius Cicero übernimmt die Verteidigung des Angeklagten. <br />
<br />
Soweit die historischen Fakten.<br />
<br />
Saylor hat den Komplott um Sextus Roscius als Vorlage für "Das Lächeln des Ciceros" verwendet und ihm mit seinem eigentümlichen Helden Gordianus, den "Sucher", aufgepeppt. In der Geschichte wird Gordianus von Cicero beauftragt, mehr über Sextus Roscius und über den angeblichen Vatermord heraus zu finden. Keine leichte Sache, wenn man bedenkt, dass Verrat und Spionage im alten Rom auf der Tagesordnung stehen und jeder nur alles Erdenkliche tut, um seine eigenen Interessen zu schützen. Doch Gordianus ist in den dunklen Gassen Roms nicht allein: Cicero stellt ihm seinen jungen Assistenten/Sklave <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marcus_Tullius_Tiro" title="Mehr über Marcus Tullius Tiro"  target="_blank">Tiro</a> (48–43 v.Chr.) zur Seite. Mit Köpfchen und viel körperlichen Einsatz gehen die beiden zur Sache.<br />
<br />
<blockquote>Wie soll ich Marcus Tullius Cicero beschreiben? Die Schönen sehen alle gleich aus, aber ein häßlicher Mann ist auf ganz eigene Weise häßlich. Cicero hatte eine ausgeprägte Sitrn, eine fleischige Nase, und sein Haar lichtete sich. Er war mittelgroß mit einer schmächtigen Brust, schmalen Schultern und einem langen Hals mit kräftigem Adamsapfel. Er sah wesentlich älter aus als sechsundzwanzig. <br />
"Gordianus", stellte Tiro mich vor. "Den sie den Sucher nennen."<br />
Ich nickte. Cicero lächelte freundlich. In seinen Augen lag ein rastloses, neugieriges Funkeln. Ich war sofort beeindruckt, ohne recht zu wissen, warum.<br />
Und im nächsten Augenblick entsetzt, als Cicero den Mund aufmachte, um zu sprechen. Er sagte nur zwei Worte, aber das reichte. Er hatte eine schrille, kratzende Stimme. Tiro mit seinen wohlklingenden Modulationen hätte der Redner sein sollen. Cicero hatte eine Stimme, die einem Auktionator oder Komiker gut gestanden hätte, eine Stimme so seltsam wie sein Name. "Hier entlang", sagte er und macht er uns ein Zeichen, ihm durch den roten Vorhang zu folgen.<br />
Der Flur war recht kurz, parktisch gar kein richtiger Flur. Wir gingen nur ein paar Schritte zwischen kargen Wänden entlang, bevor die Mauern abrupt endeten. rEchts von uns hing ein breiter Vorhang von blaßgelber Gaze, so fein, daß ich dahinter ein kleines, aber makellos gepflegtes Atrium erkennen konnte. Unter offenem Himmel und in der prallen Sonne wirkte das Atrium wie ein aus dem Haus herausgeschnittener Brunnen, ein Speicher, der vor Hitze und Licht überzuquellen schien. In der Mitte plätscherte ein kleiner Quell vor sich hin. Der Gazevorhang bauschte sich und wogte sanft wie ein Nebel im Wind, wie eine lebende Membran, die beim leichtesten Luftzug aufseufzt.</blockquote><br />
<br />
Steven Saylor gestaltet den historischen Krimi für den Leser in erster Linie spannend und ist auch für historische Nackerpatzln ansprechend zu lesen. Ohne sich in historische Details zu verlieben, skizziert er ein plastisches Bild des antiken Roms: Die Gestaltung der Häuser, der Gassen, die Beschreibung des Alltags in der Metropole und im Gegensatz dazu die Schilderungen über die ländliche Lebensweise etc. So lebendig könnte Geschichte sein...<br />
<br />
So nett der Roman aber ist, leider ist da doch ein winzig-kleines Haar in der Suppe, von dem ich nicht weiß, ob es der Autor oder der Übesetzer hineinfallen hat lassen: So authentisch der Roman auch ist - in dieser Zeit hat es mit Sicherheit keine "Babys" gegeben.  
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        <dc:subject>Antike</dc:subject>
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<dc:subject>krimis &amp; thriller</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-07-20T22:47:24Z</published>
        <updated>2010-12-02T21:40:38Z</updated>
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        <title type="html">Gerd Schilddorfer, David G. L. Weiss: Narr</title>
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                Wenn das Autoren-Duo Schilddorfer und Weiss so weiter macht, dann besteht akute Suchtgefahr! Seit Anfang Juli ist ihr zweiter Historien-Thriller mit den sympatischen Helden Paul Wagner und Georg Sina auf dem Markt und wer jetzt noch auf der Suche nach einem aussergewöhnlichen Lese-Erlebnis für den Sommer ist, der soll schauen, dass er schnellstens in die nächste Buchhandlung geht oder klickt. Das erste Roman "Ewig" hat ja schon einiges an intelligenter Spannung hingelegt, bei "Narr" wurden meine Erwartungen überboten. Auch dieses Mal haben sich die Autoren eine historische Größe für die Handlung herausgepickt - Fürst von Metternich (nein, nicht der Riesling-Sekt sondern der vom Wiener Kongress). Gekonnt wird Geschichtsschreibung und Fiktion mit der Gegenwart verstrickt, so dass man aus dem Staunen nicht mehr herauskommt. Es geht um vier geheimnisvolle Dokumente aus den Zeiten Metternichs, auf deren Spuren sich der Journalist Wagner und der Historiker Sina heften. Mit von der Partie sind auch wieder der mittlerweile pensionierte Kommissar Berner, Major Valerie Goldmann und der Ex-Ringer Eddy Bogner, dem gegen Ende eine besondere Rolle zugeteilt wird. Doch ganz am Anfang der Geschichte und wie es auch bei einem ordendlichen Krimi-Thriller sein soll, steht ein grauslicher Mord: Im fahlen Mondlicht findet Professor Sina seinen ehemaligen Mentor - aufgehängt im eigenen Obstgarten mit herausgeschnittener Zunge... Dem ehemaligen Studienvater folgen noch weitere Mordopfer: Vor dem Hintergrund des Wirtschaftsgipfels, der gerade in Wien abgehalten wird, sterben auf ungewöhnliche Weise zwei Minister und als vierter folgt dann auch noch der österreichische Bundeskanzler Schuhmann. Aber da wissen weder Wagner/Sina noch die Polizei von den historischen Hintergründen, die diese Morde miteinander verbinden. Nur eines kristalliert sich immer stärker heraus: Vertraue niemanden.<br />
<br />
Wagner und Sina beginnen zu recherchieren und jagen vier mysteriösen Dokumenten, die eng mit dem Schicksal Metternichs und seinem Gheimchef verknüpft sind, hinterher. Und bei dieser Jagd sie sind nicht allein: Wann immer sie eins von den Dokumenten in den Händen halten, wird es ihnen flugs von vermummten Soldaten entrissen. Aber trotz Frustration und tickenden Senfgas-Bomben lassen sie sich nicht beirren, das Geheimnis um Metternichs Dokumente, an die auch der israelische Geheimnis Interesse hat, zu lüften. Mit Hilfe der hübschen Agentin Valerie Goldmann und dem knuddeligen Eddy mit seinen Ex-Sträflingen bringen sie Licht in vergessene Teile des Wiener Untergrunds. <br />
<br />
<blockquote>Er zog die Schultern hoch. Diese Bedrohung war verdammt real und sie kam mit der Präzision eines Uhrwerks näher und näher. Waren sie nicht alle - er, Paul, Valerie und Berner - Marionetten, die an unsichtbaren Fäden tanzten? Letztes Jahres hatte ein mittelalterlicher Kaiser das Stück inszeniert, wer war es dieses Mal? Hinter einer Wand, hinter den Kulissen, in der Schwärze des Bühnenraumes, agiert jemand im Verborgenen, ließ die Puppen tanzen. Und er, Georg, er war der Kasperl in diesem Stück, der Narr, der den ausgestreuten Brotkrumen hinterher wackelte, wie der dumme Bulle zur Schlachtbank. Aber von dem lauernden Krokodil, dem er nach der Tradition des alten Wiener Marionettentheaters seinen Prügel auf den Schädel hauen konnte, war nirgends eine Spur zu finden. Es hatte sich im Dickicht vor seinen Jägern verborgen, zusammen mit der scheinbar unabwendbaren Gefahr.</blockquote><br />
<br />
Wie auch im Erstlingswerk "<a href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/186-Gerd-Schilddorfer-David-G.-L.-Weiss-Ewig.html" title="Ewig - Schilddorfer, Weiss">Ewig</a>" ziehen Schilddorfer und Weiss sämtliche Register für einen Bestseller: Sie kombinieren sämtliche Thriller-Techniken (mysteriöse Morde, Wettlauf gegen die Zeit, Verschwörungen und Attentate), setzen diese in vor einem historischen Hintergrund, verbinden das Ganze mit politischem Tagesgeschehen und garnieren das real-fiktive Endprodukt mit liebevoll skizzierten Charakteren, österreichischem Witz und geistreicher Schreibe. <br />
<br />
Und nun bin ich erstens mal auf den dritten Teil gespannt, der ja hoffentlich folgen wird, und auch auf den Film von "Narr", der gerade im Entstehen ist:<br />
<br />
<object width="530" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/G7KI3VsScwE&amp;hl=de_DE&amp;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/G7KI3VsScwE&amp;hl=de_DE&amp;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="530" height="385"></embed></object> 
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        <dc:subject>Österreichisches</dc:subject>
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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-07-17T21:56:25Z</published>
        <updated>2010-07-19T15:11:59Z</updated>
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        <title type="html">Vanessa Vollmann, Anette Reiter: München Manhattan</title>
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                Gleich vorweg: Hier handelt es sich um ein Buch, das von Frauen geschrieben wurde, von Frauen handelt und mit höchster Wahrscheinlichkeit nur von Frauen gelesen wird. Und bevor jetzt jemand das Gesicht verzieht: Man(n) muss es ja nicht lesen. Nun, ich hab's gelesen und zwar ratz-fatz. Der Roman hat mir einerseits das geliefert, was ich durch Aufmachung, Titel und Klappentext erwartet habe: Ein locker erzählte Geschichte dreier Freundinnen, die ihre Schicksale meistern. Die feschen Männer, die im Alltag auf der Seife stehen, fehlen ebenso wenig wie das ensprechende Chick Lit-Ambiente inkl. Prada und Gucchi. Andererseits war ich auch überrascht. Die Geschichte ist erfreulicherweise sehr spannend gestaltet. Zudem kommt das Lesevergnügen durch wechselnde Erzählperspektiven und gedankliche Einschübe der Freundinnen mit viel Tempo daher.  Kirstin, Susanna und Sophie sind Freundinnen und auch familiär verbandelt. Auch wenn Kirstin mit Mann und Tochter in Manhattan wohnen und Sophie und Susanna in München, haben die drei einen guten Kontakt und ihre Welt ist soweit in Ordnung. Das ändert sich allerdings als Kirstin ihren Mann im Central Park dabei erwischt, wie er mit einer attraktiven Blondine poussiert. Kirstin nimmt ihre Tochter und haut erstmal Richtung München ab, um sich bei Familie und ihren Freundinnen seelischen Beistand zu holen. Doch weit gefehlt: Mehr oder weniger muss sie sich mit Vorwürfen auseinandersetzen. <br />
<br />
<blockquote>Während Kristin noch darüber nachdenkt, hat ihr Schwägerin schon angefangen sie zu löchern. "Jetzt muss ich doch mal fragen - bitte versteh' mich nicht falsch, was mein Bruder getan hat, ist einfach unverzeihlich und geht überhaupt nicht - aber ihn gleich verlassen? Ihr seid doch verheiratet -  da solltest du ihm doch vielleicht wenigstens die Chance geben, sich zu erklären?"<br />
<em>Klar, dass jetzt die Schwester in ihr spricht! Zum Kotzen! Wieso sollte ich diesen Mistkerl irgendetwas geben. Er hat alles aufs Spiel gesetzt, unsere Familie, mein Leben, mein Vertrauen, meine Liebe, eben alles.</em><br />
Wut steigt in Kristin hoch. Sie versucht sich zu beruhigen. Susanna kann ja eigentlich nichts dafür, dass ihr Bruder so ein Idiot ist.</blockquote><br />
<br />
Kirstin merkt durch die Gespräche mit ihren Freundinnen immer mehr, dass es da einige dunkle Flecken in Sophies Leben gibt, die sie betreffen. "Wir alle haben Geheimnisse" ist da noch vor dem Prolog zu lesen. Und genau diese können das Leben anderer ungemein erschweren. Und so nach und nach offenbart sich eines nach dem anderen und am Ende - wie könnte es auch anders sein - lösen sich Affairen, Vertrauensbrüche, Erziehungsprobleme, Selbst-Betrug und Schuldenberge in Wohlgefallen auf. <br />
<br />
Das Buch hat auch am Rande mit moderner Emanzipation zu tun: Das eigene Geld verdienen, nicht von einem (und schon gar nicht vom eigenen) Mann abhängig sein zu wollen, die Entscheidung ob Karriere oder Kinder und die Gleichstellung der Eheleute im Alltag und Beruf sind die Themen, die die Autorinnen in einem gerade für junge Frauen entsprechenden Setting gepackt haben und sie auch so dosiert haben, dass sich die Leserinnen gerade noch mit den Problemen und deren Bewältigung identifizieren können. <br />
<br />
<a href="http://muetterschreibenfuermuetter.com/index.php/muenchen-manhattan/37-muenchen-manhattan/378-leseprobe-muenchen-manhattan" title="Leseprobe">Leseprobe</a><br />
<br />
Die beiden Autorinnen betreiben übrigens auch ein Online-Magazin und Blog: <a href="http://www.muetterschreibenfuermuetter.com" title="Website Mütter schreiben für Mütter">www.muetterschreibenfuermuetter.com</a> 
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        <dc:subject>Belletristik</dc:subject>
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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-07-09T19:17:39Z</published>
        <updated>2011-12-06T23:42:51Z</updated>
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        <title type="html">Jan Weiler, Hans Traxler: Gibt es einen Fußballgott?</title>
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                Unerklärliche Dinge werden gerne irgendwelchen Göttern in die Schuhe geschoben. Warum nicht auch, wenn es um Fußball geht? Tausende pilgern zu einem Stadion, der einem Tempel gleicht, der lederne Ball wird als Reliquie verehrt und so mancher Trainer wirft sich zu Boden, um den Rasen zu küssen. Fussball ist eine Religion. Keine Frage, dass es daher auch einen Fußballgott geben muss. Doch Götter sind launisch und nicht immer auf der richtigen Seite, wie man's gerade jetzt bei der WM mitverfolgen kann. Da hat der Kicker Adrian schon mehr Glück in seinem Leben: Adrian ist fußballtechnisch gesehen eine volle Niete: leidliche Kondition, null Spielverständnis und seine Ballbeherrschung ist lächerlich. Aber immer, wenn er auf die Ersatzbank geschickt wird, beginnt er zu träumen... Von einer steilen Fußball-Karriere, von Pokalen und hübschen Mädls, von Geld und einem jubelnden Publikum. Doch damit, dass gerade der Fußballlgott ihm seine innigsten Wünsche erfüllt, hat er nicht gerechnet. <blockquote>Plötzlich verwandelte sich der Rauch, verformte sich zu einer riesigen rosa Quellwolke, und bald war es Adrian, als entstünde daraus ein Bild. Das Stadion verschwand dahinter, und die Leinwand in Adrians Traumkino war erfüllt von einem rauschebärtigen Gesicht, das ihn eindringlich ansah.<br />
«Hallo, Adrian», sagte das Gesicht mit ruhiger und würdevoller Stimme.<br />
«Wer bist du?», fragte Adrian ängstlich.<br />
«Ich bin der Fußballgott.» «Es gibt einen Fußballgott?»<br />
«Jawoll.»<br />
«Ehrlich?»<br />
«Wenn ich es dir doch sage», sagte der Fußballgott etwas ärgerlich.<br />
«Du bist die Erfüllung meiner geheimsten Wünsche», sagte Adrian demutsvoll und verschwieg die Tatsache, dass er sich eigentlich den richtigen, den großen, den Obergott gewünscht hatte. Aber wenn es denn einen Fußballgott gab, sollte der auch reichen.</blockquote><br />
<br />
Der Fußballgott, dem Adrians Fantasien schön gehörig auf den Geist gehen, bietet ihm einen Deal an: Adrian wird in jeder Saison so viele Tore schießen, wie es Spiele gibt. Pro Spiel ein Tor. Falls er bei einem Spiel ausfällt, wir ihm dieses Tor für das nächste gut geschrieben. Als Gegenleistung muss Adrian nur eines tun: Die Klappe halten.<br />
<br />
Natürlich schlägt Adrian ein und seine Träume gehen in Erfüllung. Es mutet zwar etwas seltsam an, dass er immer nur ein Tor pro Spiel schießt und davor sowie danach ziemlich ungelenkt und tolpatschig zwischen den Spielern herumsteht, doch Tor ist Tor und bis jetzt hat noch jedes Genie seine Eigenheiten. Doch anders als bei Cinderella, bei der die Geschichte mit der Hochzeit mit dem Prinzen endet, wird hier das Märchen weiter erzählt...<br />
<br />
Der Autor dieser Geschichte, Jan Weiler, kommt eigentlich aus der Werbung, hat aber dann eine journalistische Karriere eingeschlagen. Den Roman-Lesern unter uns ist er durch "Maria, ihm schmeckt's nicht" und "Antonio im Wunderland" bekannt. Hans Traxler ist Maler und Cartoonist und hat das Büchlein "Gibt es einen Fußballgott" liebevoll illustriert. Märchen-Fans haben ihn mit der populärwissenschaftlichen Abhandlung "<a href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/63-Hans-Traxler-Die-Wahrheit-ueber-Haensel-und-Gretel.html" title="Mehr über "Die Wahrheit über Hänsel und Gretel"">Die Wahrheit über Hänsel und Gretel</a>" noch in Erinnerung. Mit dem Büchlein "Gibt es einen Fußballgott?" ( es hat nur 70 Seiten), ist ihnen ein satirisches Märchen über Fußball gelungen und es kann aufgrund seiner Kürze locker in zwei Halbzeiten genossen werden. 
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        <dc:subject>Belletristik</dc:subject>
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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-06-24T22:53:31Z</published>
        <updated>2010-07-04T20:54:17Z</updated>
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        <title type="html">Takashi Matsuoka: Die Stunde des Samurai</title>
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                Aus europäischer Sicht tickt Japan komplett anders - das war schon immer so - besonders als Japan noch keine westlichen Einflüsse kannte und es noch die Samurais gab, die unerbittlichen Soldaten, deren Ziel es ist, im Kampf ehrenvoll ihr Leben auszuhauchen. Aber anders als die rohen Wikinger bei uns, hatten die japanischen Krieger Stil und Etikette. "Die Stunde des Samurai" spielt in einer Zeit, als Japan zum ersten Mal von der Globalisierung gestreift wird: Amerikanische, englische und holländische Schiffe ankern vor den Küsten und so manch schnelldenkende Japaner merkt, dass mit ehrwürdigen Traditionen, uralten Stammesfehden und jahrhundertelang gepflegte Eitelkeiten so langsam kein Staat mehr zu machen ist. So ein Blitzkneisser ist Genji, Großfürst von Akaoka und Anführer des Okumichi-Clans. Genji ist nicht nur mächtig sondern auch ein Visionär, was seinem größten Widersacher, Kawakami, Chef der Geheimpolizei, mehr als nur ein Dorn im Auge ist. Zudem gibt sich Genji auch noch mit den gerade per Schiff angekommenen Ausländern, drei Amerikaner, ab. Mit der hübschen Geisha Heiko, glaubt Kawakami, Genji bald abservieren zu können und mit ihm die drei westlichen Eindringlinge. <blockquote>Wieder betrachtete Genji die Schiffe. "Dampfmaschinen zum Antrieb, bei Wind und bei ruhiger See. Kanonen, die noch in Kilometern Entfernung Vernichtung bringen können. Eine Handfeuerwaffe für jeden Soldaten. Drei Jahrhunderte lang haben wir uns mit dem Schwertkult etwas vorgemacht, während sie sich ganz und gar auf Effizienz konzentriert haben. Sogar ihre Sprachen sind effizienter, und deshalb auch ihr Denken. Wir sind so vage, verlassen uns zu sehr auf das Unausgesprochene, auf Andeutungen."<br />
"Ist Effizienz so wichtig?"<br />
"Im Krieg schon, und dazu wird es kommen."<br />
"Ist das eine Prophezeiung?"<br />
"Nein, nur gesunder Menschenverstand. Überall, wohin sie kamen, haben die Ausländer alles an sich gerissen: Leben, Schätze, Land. Über drei Viertel der Welt haben sie ihren rechtmäßigen Herrschern durch Plünderungen, Mord und Sklaverei entrissen. <br />
Heiko sagte: "Gänzlich anders als unsere Großfürsten."<br />
Genji lachte fröhlich. "Unsere Pflicht ist es sicherzustellen, dass in Japan einzig und allein wirplündern, morden und versklaven dürfen. Wie könnten wir uns sonst Großfürsten nennen?"</blockquote><br />
<br />
Japan befindet sich im Umbruch: Wirtschaftliche Interessen aus dem Westen schwappen an die Küste und mit ihnen das Christentum und Schusswaffen im Schlepptau. Kein Wunder, dass sich gerade die Traditionalisten gegen diese Entwicklung mit aller Kraft wehren. Ein Vertreter des "<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bushid%C5%8D" title="Bushidō bezeichnet heutzutage den Verhaltenskodex und die Philosophie des japanischen Militäradels im späten japanischen Mittelalter – der Samurai.">Bushido</a>" ist der Chef der Geheimpolizei des Shoguns, Kawakami. Um den mächtigen Fürsten Genji aufs Kreuz zu legen, setzt er die hübsche und intelligente Geisha Heiko (die auch noch eine ausgebildete Ninja ist...) auf ihn an. Eigentlich hätte er damit rechnen müssen, dass sich Heiko früher oder später in Genji verliebt. <br />
<br />
Gleichzeitig geht ein amerikanisches Schiff vor Anker. An Land gehen drei Amerikaner: ein fanatischer Pfarrer, seine attraktive Verlobte Emily sowie ein Revolverheld, der in Japan den Mörder seiner Familie stellen will. Genji nimmt sich den dreien an und macht sich damit bei seinen Feinden noch unbeliebter. Es dauert nicht lange und ein offener Krieg zwischen den Clans bricht aus.<br />
<br />
Wenn mal einmal geschnallt hat, wer gegen wen integriert, also wenn man die Protagonisten namentlich halbwegs im Kopf hat, wird das Buch wirklich spannend. Es ist gerade soviel Romantik in dem Roman, dass er nicht als Liebesgeschichte durchgeht, und genau soviel Brutalität, dass es einem nicht graust. Interessant ist es, wie der Autor die Unterschiede zwischen westlicher und östlicher Kultur bei so Kleinigkeiten wie "Was macht eine Frau attraktiv" oder "Wie gestaltet sich bequemes Sitzen" herausgearbeitet hat.<br /> 
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        <dc:subject>Belletristik</dc:subject>
<dc:subject>Historisches</dc:subject>
<dc:subject>Japan</dc:subject>
<dc:subject>spannend</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-06-20T19:11:24Z</published>
        <updated>2010-07-04T23:15:02Z</updated>
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        <title type="html">Ursula K. Le Guin: Erdsee</title>
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                Die Welt von Erdsee, wo dieser Fantasy-Zyklus spielt, ist ein Meer mit vielen kleinen Inseln. Auf der Insel Gont lebt Duny - er wird später auch "Sperber" genannt -, der Sohn des Dorfschmieds. Im Laufe seiner Kindheit stellt sich heraus, dass Duny magische Kräfte besitzt. Er wird notdürftig von seiner Tante, einer Hexe, unterrichtet. Später geht er in die Lehre bei dem Magier Ogion, der ihm auch seinen wahren Namen "Ged" verleiht. Ogien unterstützt ihn auch dabei, auf die Zauberschule auf der Insel Rok zu gehen. Nun beginnen für Ged die wahren Ausbildungsjahre bevor er sich in magische Abenteuer stürzt. "Erdsee" beinhaltet alle vier Romane über Ged, den Zauberer. Es sind märchenhafte Geschichten, unkompliziert geschrieben und für jede Altersgruppe geeignet.  Erstes Buch - "Der Magier von Erdsee": Ged entdeckt seine Zauberkräfte und wird auf die Zauberschule auf Rok geschickt. Dort entfesselt er in einem Zweikampf mit einem Mitschüler das Dunkle von der anderen Seite, das ihn gnadenlos verfolgt. Erst als Ged beschliesst, vom Gejagden zum Jäger zu werden, kann er den Schatten besiegen.<br />
<br />
Zweiter Buch - "Die Gräber von Atuan": Sperber/Ged begegnet der jungen Priesterin Tenar in den Katakomben von Atuan, rettet sie und bringt den unheilvollen Ort mit seinen dunklen Mächten zum Einstürzen.<br />
<br />
Drittes Buch - "Das ferne Ufer": Erdsee wird von einer dunklen und geheimnisvollen Macht bedroht. Zauberer verlieren ihre Zauberkraft und die Menschen ihren Lebenswillen. Ged und Arren, der junge Prinz von Enland, retten die Welt vor dem Untegehen.<br />
<br />
Viertes Buch - "Tehanu": Das kleine Mädche Tehanu wurde als Kleinkind schwer misshandelt. Tenar, mitterlweile verwitwet und Mutter zweier erwachsener Kinder, kümmert sich um sie. Gemeinsam versuchen sie Tehanus Peiniger zu entkommen und treffen dabei auf Ged, der ihnen hilft, Tehanu ihrer wahren Bestimmung zu finden.  
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        <dc:subject>kinder &amp; jugend</dc:subject>
<dc:subject>Science Fiction/Fantasy/Mystery</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-06-15T11:54:00Z</published>
        <updated>2010-06-17T05:55:26Z</updated>
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        <title type="html">Matt Ruff: Bad Monkeys</title>
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                Las Vegas, Strafvollzugsanstalt Clark County, Beklopptentrakt: Die mehrfache Mörderin Jane Charlotte erzählt einem Psychiater ihre Lebensgeschichte. Nicht, dass sie erwartet, dass er sie glauben wird. Noch weniger, dass er sie nach ihren Erklärungen für geistig gesund halten wird. Aber da er nun schon mal da ist und auch bereit ist, ihr zuzuhören, beginnt sie zu erzählen: Wie alles mit 14 Jahren begann, wie ihre verkorkste Jugend verlaufen ist, und wie sie später von der undurchsichtigen Organisation "Bad-Monkeys" (Behörde zur Beseitigung von hoffnungslosen Fällen) rekrutiert wird und bestimmte Aufträge zur Verbesserung der Welt erledigt. Es geht um Verschwörungen, Doppelagenten und Täuschungsmanöver, dass einem schwindelig werden kann und sich laufend fragen muss, ob nicht die Erzählerin oder der Autor einen Knall hat. Jane ist eine spritzige Erzählerin mit einem Hang zum Sarkasmus: Sie berichtet von ihrer Jugend in einem heruntergekommenen Viertel, ihr schwieriges Verhältnis zur Mutter und wie sie in die Welt der Drogen abdriftet. Als sie beim Gras-Anbau erwischt wird, wird sie kurzerhand aufs Land zu ihren Verwandten abgeschoben. Dort kann das schwierige Persönchen im gesellschaftlichen Leben etwas Fuß fassen, als sie jedoch einem Pädophilen und Mörder auf der Spur ist, gerät sie wieder in Schwierigkeiten. Und als der Mörder Jagd auf Jane macht, sind es die "Bad Monkeys", die ihr helfen. Unter der Spüle findet die Jugendliche eine knallorange Pistole, eine NT-Knarre. NT steht für "Natürliche Todesursache" und derjenige, der mit dieser Pistole getroffen wird, stirbt entweder an einen Schlaganfall oder an einem Herzinfarkt. Wirklich praktisch.<br />
<br />
Das war Janes erster Kontakt mit den "Bad Monkeys", einer geheimen Geheimorganisation, die sich zur Augabe gemacht hat, das Böse in der Welt zu bekämpfen. Im Klartext: diese spezielle Abteilung bringt diejenigen um, die hoffnungslos dem Guten entsagt haben - Serienkiller, Kinderschänder, Massenmörder. Jane wird den "Bad Monkeys" noch öfter in ihrem Leben begegnen, mit ihnen zusammenarbeiten und am Ende auch gegen sie. Ihr Bruder, auf den sie als Kind immer aufpassen musste, spielt dabei eine gewichtige und zwielichtige Rolle. Der Psychiater hört zu, der Leser liest und beide wissen nicht so wirklich, ob Jane nicht einer gewaltigen Verschwörungstheorie aufgesessen ist, sich das alles nur einbildet oder ob ihre Geschichte auch tatsächlich wahr ist. Das Wechselspiel Realität/Illusion kann beginnen.<br />
<br />
Eine spannende und fesselnde Geschichte - zumindest im ersten Drittel. Die Idee, der das Buch zugrunde liegt, ist gut und wird eigentlich durch den Klappentext nur unzureichend beschrieben. Im Fortlauf der Geschichte hatte ich dann den Eindruck, dass sich Matt Ruff zu verzetteln beginnt und nicht genau wusste, wie er sich aus Schein/Sein und Lug/Trug heraus manövrieren soll. Der Roman wird schwammig-abstrus und verliert an der zu Beginn aufgebauten Spannung. Unterhaltsam sind jedoch Ruffs Dialoge, die locker-flockig mit sarkastischem Ton rüberkommen:<br />
<br />
<blockquote>"Willkommen, Jane", begrüßte er mich. "Ich bin Bob True."<br />
"Hi", sagte ich. "Omnes mundum facimus."<br />
"Schon gut. Ich brauch den Zaubersatz nicht. Aber da wir schon mal beim Thema sind, haben Sie das Rätsel inzwischen gelöst?"<br />
Hatte ich, endlich. "Es ist eine Entgegnung", sagte ich. "Auf das, was die Leute sagen, wenn sie für eine beschissenen Situation nicht verantwortlich gemacht werden wollen: 'Ich hab die Welt nicht gemacht, ich leb da nur.'"<br />
"Sehr gut."<br />
"Das ist also das Ziel Ihrer Organisation? Die Welt zu einem besseren Ort machen?"<br />
"Durch Bekämpfung des Bösen in all seinen Formen", sagte True nickend.<br />
"Sind Sie von der Regierung?"<br />
Die Frage schien ihn zu überraschen. "Bekämpft die Regierung das Böse?"<br />
Ich dachte darüber nach. Aus irgendeinem Grund war das Erste, was mir zu dem Thema einfiel, weder das FBI noch das Rechtssystem, sondern mein letzter Besuch beim Verkehrsamt. "Naja", sagte ich, "sie <em>kann</em>."<br />
"Alle möglichen Dinge <em>können</em> das Böse gekämpfen", erwiderte True. "Zum Beispiel Backsteine - wenn ein Backstein in Stalins Wiege gefallen wäre, hätte sich das zwanzigste Jahrhundert möglicherweise ein bisschen erfreulicher gestaltet. Aber selbst wenn einer da reingefallen wäre, bezweifle ich, dass allzu viele Menschen sagen würden, der <em>Zweck</em> von Backsteinen ist, das Böse zu bekämpfen."<br />
"Dann sind Sie also nicht von der Regierung. Was sind Sie dann? Eine Bürgerwehr? Sie machen Jagd auf Schurken, richtig?"<br />
"Die Organisation verfolgt ihr Ziel durch vielfältige, größtenteils konstruktive Mittel, Wir setzen Gute Samariter ein, Wahllose Gute Taten, Zweite und Dritte Chancen ..." Er redete weiter und zählte mir mindestens ein Dutzend solcher - wie ich schließlich begriff  Abteilungen auf, tatsächlich existierender Abteilungen der Organisation, die das Böse auf positive, lebensbejahende Weise bekämpften. Ich muss mit der Zeit einen weggetretenen Eindruck gemacht haben, denn plötzlich unterbrach er sich und fragte: "Langweile ich Sie?"</blockquote> 
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        <dc:subject>Absurdes &amp; Surreales</dc:subject>
<dc:subject>Belletristik</dc:subject>
<dc:subject>Psycho</dc:subject>
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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-06-09T21:37:00Z</published>
        <updated>2011-01-16T21:30:14Z</updated>
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        <title type="html">Carlos Ruiz Zafón: Das Spiel des Engels</title>
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                Es ist selten, dass ein Autor nach einem Bestseller noch einen hinlegt. Ruiz Zafón ist dies gelungen, vielleicht auch deshalb, weil er auf das erfolgreiche Konzept von "Der Schatten des Windes" zurückgegriffen und es noch mit mehr Düsternis, Komplexität und Mysterien verfeinert hat. Protagonist ist ein junger und verarmter Journalist in Barcelona des beginnenden 20. Jahrhunderts, der bald merkt, dass ihm die Literatur mehr am Herzen liegt als die redaktionelle Arbeit bei einer heruntergekommenen Zeitung. Sein Mentor und Freund Pedro Vidal bestärkt ihn den Weg eines Literaten einzuschlagen und so beginnt David Martín für einen schwindeligen Verlag Schauerromane unter einem Pseudonym zu schreiben. Obwohl sehr talentiert und erfolgreich, erfüllt ihn das Schreiben von 3-Groschen-Romanen unter einem fremden Namen bald nicht mehr. Gleichzeitig geht sein Privatleben und seine Gesundheit den Bach hinunter: Seine grosse Liebe zu der hübschen Cristina bleibt unerwidert und ein Hirntumor wird bald seinem Leben ein Ende bereiten. Da macht ihm der französische Verleger Andreas Corelli ein unwiderstehliches Angebot, das David nicht ausschlagen kann - auch wenn er dafür seine Seele verkaufen muss.  Ein Schriftsteller, der zum ersten Mal von Erfolg gekrönt wurde, ist dazu verdammt, immer wieder diesen ersten Moment des Glücks nachzujagen. So ergeht es auch David Martín und Corellis Auftrag, ein spezielles Buch zu schreiben, kommt ihm nicht nur in finanzieller Hinsicht gelegen. Zögernd und auch weil David aufgrund des tödlichen Tumors am Ende seiner Kräfte ist, willigt er in Corellis Vertrag ein; ohne recht zu ahnen mit wem er es zu tun hat oder auf was er sich eigentlich einlässt. <br />
<br />
<blockquote>"Wollen Sie leben?"<br />
Ich wollte antworten, fand aber keine Worte. Meine Kehle war wie zugeschnürt, und meine Augen füllten sich mit Tränen. Bis zu diesem Augenblick war mir nicht klar gewesen, wie sehr ich weiter atmen, weiterhin jeden Morgen die Augen öffnen wollte, wie sehr es mich auf die Straße hinauszog, um übers Pflaster zu gehen und den Himme zu sehen, und, vor allem, wie sehr ich mich weiter erinnern wollte.<br />
Ich nickte.<br />
"Ich werde Ihnen helfen, mein lieber Martín. Ich bitte Sie einzig, mir zu vertrauen. Nehmen Sie mein Angebot an. Lassen Sie mich Ihnen helfen. Lassen Sie mich Ihnen geben, was Sie sich am meisten wünschen. Das ist es, was ich Ihnen verspreche."<br />
Corelli lächelte und lehnte sich vor, um mich auf die Wange zu küssen. Seine Lippen waren eiskalt.<br />
"Sie und ich, mein Freund, wir werden zusammen Großes erschaffen, Sie werden schon sehen", flüsterte er.</blockquote><br />
<br />
Der Autor gibt bereits im Titel die Richtung des Romans vor und verdeutlicht es zudem in Corellis Markenzeichen, einem Engel. Und zu Beginn scheint Corelli auch ein wahrhafter Engel zu sein. David hat durch Corelli Geld und ein neues Leben bekommen - motiviert und ehrgeizig beginnt er an seinem neuen Projekt zu arbeiten. Als jedoch sein alter Verlag samt Inhaber in Feuer aufgeht, kommen die ersten Zweifel an der Erfolg versprechenden Geschäftsbeziehung mit Corelli. David beginnt zu recherchieren und sieht sich bald als (weitere) Spielfigur in Corellis Vorstellung.<br />
<br />
"Das Spiel des Engels" ist ein spannender und ausgezeichnet erzählter aber auch ein fordernder Roman. Nicht alle Handlungsstränge sind auf den ersten Blick durchschaubar und manches muss man erst mal sitzen lassen, bevor das Aha-Erlebnis eintritt, denn der Autor hat einiges an Symbolik und Parallelen zu Literatur und Religion (z.B. Goethes Faust) in den Roman gepackt. Zudem präsentiert sich die Geschichte als Liebestragödie und Kriminalgeschichte, in der einem die philosophischen Gedankenspiele zwischen Corelli und Martín wie wohltuende Pausen vorkommen. Sofern man bereit ist, sich in eine knifflige Handlung mit mysteriösen Charakteren und albtraumhaften Szenen einzulassen, wird man mit jeder Zeile belohnt werden. <br />
<br />
<blockquote>Das Schloss gab nach, und ich stieß die Tür mit solcher Wucht auf, dass ich der Länge nach auf die Marmorplatte am Schwimmbecken fiel. Mein Gesicht landete nur eine Handbreit von der Wasseroberfläche entfernt, sodass mir der Gestank des fauligen Wassers in die Nase stieg. Ich starrte ins Dunkel über dem Beckengrund. Da tat sich zwischen den Wolken ein Spalt auf, und die Sonne schien ins Wasser und strich über den zerbröckelten Mosaikboden. Das Bild zeigt sich nur einen Augenblick. Der Rollstuhl war auf dem Grund gestrandet und nach vorn gekippt. Das Licht wanderte weiter bis zur tiefsten Stelle des Schwimmbeckens, und dort erblickte ich sie. an der Seitenwand lehnte ein Körper, in ein weißes, im Wasser schwebendes Kleid gehüllt. Zuerst dachte ich an eine Puppe - die scharlachroten Lippen waren im Wasser aufgequollen, die Augen leuchteten wie Saphire. Langsam wallte das rote Haar im fauligen Wasser, die Haut war blau. Die Witwe Marlasca. Eine Sekunde später zogen sich die Wolken wieder zusammen, und das Wasser war der trübe Spiegel von ehedem, in dem ich nur mein Gesicht und einen Schatten sehen konnte, der jetzt hinter mir auf der Schwelle der Veranda mit dem Messer in der Hand Gestalt annahm. Ich schoss hoch und rannte los, durch den Garten, zwischen den Bäumen hindurch, mir an den Büschen Gesicht und Hände zerkratzend, bis ich zum Eisentor und auf die Straße gelangte. Ich rannte weiter und blieb erst auf der Carretera de Vallvidrera stehen. Völlig außer Atem, wandte ich mich um und sah, dass das Haus Marlasca wieder am Ende des Gässchens verborgen war, unsichtbar für diese Welt.</blockquote><br />
<br />
<a href="http://www.lyrikwelt.de/gedichte/zafong2.htm" title="Leseprobe "Das Spiel des Engels" von Carlos Ruiz Zafón">Leseprobe "Das Spiel des Engels" von Carlos Ruiz Zafón</a><br /> 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>Belletristik</dc:subject>
<dc:subject>gehaltvoll</dc:subject>
<dc:subject>krimis &amp; thriller</dc:subject>
<dc:subject>Liebesgeschichte</dc:subject>
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<dc:subject>Teufel</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-05-30T17:53:58Z</published>
        <updated>2010-05-30T20:10:25Z</updated>
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        <title type="html">Lloyd Jones: Mister Pip</title>
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                Auf Bougainville, einer kleinen Insel im Pazifischen Ozean, herrscht in den frühen 1990er Jahren Bürgerkrieg. Zwischen Palmenstrand und Dschungel kämpfen die Rebellen mit den Rothaut-Soldaten Papua-Neuguineas um die Autonomie der Provinz. Die Weißen haben die Insel bereits verlassen. Die Geschichte beginnt mit der Blockade, die die Regierung gegen die Insel verhängt. Es ist das 13-jährige Mädchen Matilda, die uns von einem von der Außenwelt abgeschottetes Leben erzählt, in dem Hubschrauberflüge das Vogelgezwitscher durchbrechen, die Generatoren nicht mehr rattern, weil kein Benzin mehr da ist, das sie antreibt, in dem es keine Medikamente für die Malaria-Kranken mehr gibt und die Kinder zu Hause bleiben, weil die Lehrer bereits geflüchtet sind. Matilda beginnt mit der Schilderung des einzigen weißen Mannes auf der Insel. Mr. Watts oder Pop Eye, wie er von den Insulanern genannt wird, ist ein seltsamer Mann: immer mit einem weißen, zerknitterten Leinenanzug bekleidet, zieht er seine schwarze Frau Grace auf einem Karren durchs Dorf. Und doch ist es er, der die Dorfkinder zu unterrichten beginnt und ihnen mehr beibringt als Addition und Rechtschreibung. Zusammen mit Mister Pip gelingt es ihm, die Zeit des Krieges für die Kinder erträglicher zu machen. Die Schule muss erst von Lianen und Spinnweben befreit werden, bevor Mr. Watts in der ersten Schulstunde seine Worte an die Schüler richtet. Zunächst erklärt er ihnen, dass er eigentlich kein Lehrer sei, und dass er eigentlich den Schülern nur einen gewissen Mr. Dickens vorstellen kann. Die Kinder und auch die Erwachsenen sind erwartungsvoll: Wer ist dieser Mr. Dickens? Wird er Benzin und Medikamente bringen? Nein, es ist mehr, was Mr. Watts den Kindern offenbart: Es ist die Welt der Worte und die Macht der Fantasie, die er den Kindern mit Dickens "Große Erwartungen" näher bringt. <br />
<br />
<blockquote>Während der Blockade durften wir weder Brennstoff noch Kerzen verschwenden. Aber als die Rebellen und die Rothäute nicht aufhörten, sich gegenseitig abzuschlachten, hatten wir einen anderen Grund uns unter dem Mantel der Dunkelheit zu verkriechen. Mr. Watts hatte uns Kindern eine neue Welt geschenkt, um die Nacht darin zu verbringen. Wir konnten an einen anderen Ort entfliehen. Es machte nichts, dass es das viktorianische England war. wir fanden unseren Weg dorthin ganz leicht. Nur die verflixten Hunde und die verflixten Hähne versuchten uns zurückzuholen.<br />
</blockquote><br />
<br />
Die Kinder sind von ihrem Lehrer begeistert, Matildas Mutter Dolores dagegen weniger. Es ist wohl die Eifersucht auf den Lehrer, der Matilda etwas gibt, bei dem die Mutter nicht partizipieren kann, die sie dazu treibt gegen den Lehrer zu querulieren. Und nicht nur, dass es nun für Matilda immer schwieriger wird einen Ausgleich zwischen den beiden Polen (der bewunderte Lehrer vs. der geliebten Mutter) zu finden, das Dorf wird immer mehr in den Kampf zwischen Rebellen und Soldaten verwickelt. Die Lage spitzt sich zu und wird dann wirklich dramatisch. <br />
<br />
Zunächst macht Matildas Geschichte einen verträumten Eindruck. Die Wiederbelebung der Schule, der fast komische Versuch, die Mütter am Unterricht einzubinden und Matildas Träumereien rund um Mister Pip lassen die drohende Gefahr noch am Rande verharren. Nur als später die stattfindenden Grausamkeiten ebenso einfach und schlicht beschrieben werden, beginnt der Leser zu ahnen, welche nachhaltigen Auswirkungen der Bürgerkrieg auf Matilda hat. Ein gutes, wenn auch beklemmendes Buch.<br /> 
            </div>
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        <dc:subject>Belletristik</dc:subject>
<dc:subject>bewegend</dc:subject>
<dc:subject>Freundschaft</dc:subject>
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        <author>
            <name>Loki</name>
                    </author>
    
        <published>2010-05-20T07:24:00Z</published>
        <updated>2010-05-18T22:30:33Z</updated>
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        <title type="html">Anne Donovan: Einmal Buddha und zurück</title>
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                Hier geht's um eine anfangs typische schottische Familie, den McKennas: Der Vater Jimmy ist ein Handwerker, Liz, die Mutter, arbeitet in einem Büro, die 12-jährige Tochter Anne Marie hüpft noch in einer Schuluniform herum, am Sonntag geht's in die Kirche, im Pub treffen sie sich mit den Freunden, am Bier halten sie sich fest und sind überzeugt, dass der Partick Thistle Football Club fast schon als Religion durchgeht. Doch als eine Tages drei Lamas vor der Haustür der kleinen Familie auftauchen, denkt sich Anne Marie nur noch: Man Dad ist ein totaler Spinner. Mit Lamas sind natürlich nicht die haarigen Bergland-Tiere gemeint, sondern die echten, die von der tibetischen Sorte, mit braunen Gewändern und kahl rasierten Schädeln. Mit dem Besuch der drei Buddhisten dämmert es Liz und Anne Marie langsam, dass es Jimmy ernst meint, wenn er von Meditation und spiritueller Erleuchtung spricht. <br />
<br />
<blockquote>Mein Dad ist ein Spinner. Total panne. Für einen Lacher würde der wirklich alles tun; er ist schon mit einer Unterhose auf dem Kopf durch die Läden spaziert und hat die Alten von nebenan erzählt, wir hätte im Lotto gewonnen und würden nach Barbados abhauen; aber das war harmloses Zeug im Vergleich zu dem, was er jetzt gemacht hat. Jetzt ist er Buddhist geworden.<br />
Ma dachte zuerst, es wär wieder einer seiner Witze.<br />
"Liz, ich geh mal eben für ein paar Stunden zum Buddhistischen Zentrum rüber. Werd nicht lange brauchen."<br />
"Aha. Gibt es da Freibier?"<br />
"Nein, Spatz, ich mein es ernst. Ich dachte bloß, ich geh mal hin und meditier ein bisschen, probier es mal aus, weißt du?"<br />
Mammy drehte sich vom Abwasch um und schickte ihm einen dieser Blicke rüber, einen der "Was-hat-er-denn-jetzt-schon-wieder-vor"-Blicke, wie ich sie schon Millionen Mal gesehen hatte.<br />
"Jimmy, glaubst du, ich wär auf den Kopf gefallen? Du bist ein Heide. Zum letzten Mal hast du eine Kirche von innen gesehen, als dein Vater gestorben ist. Und davor, bei Anne Maries Erstkommunion, da musste ich dich hinschleifen. Und jetzt willst du mir erzählen, du gehst am Dienstagabend ins Buddhistische Zentrum, wo im Highlander Quizabend ist? Zum Meditieren? Erzähl uns doch keinen Unsinn."<br />
Wenn meinem Dad was peinlich ist, sieht er aus wie der Dünne in den Dick-und-Doof-Filmen, und er kratzt sich mit der linken Hand am Ohr. In dem Augenblick dachte ich zum ersten Mal: Vielleicht sagt er ja die Wahrheit.</blockquote><br />
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Und allmählich beginnt sich Partylöwe und Ex-Punkrocker Jimmy von Grund auf zu verändern, was seine beiden Mädchen nicht unbedingt gut heißen. Anstatt mit der Tochter abends die Quizsendung zu schauen, ist Jimmy nun im buddhistischen Zentrum. Und anstatt bei Liz seinen Ehepflichten nachzugehen, beschließt er auch noch abstinent zu werden. Kein Sex. Kein Alkohol. Kein Fußball. Kein Fleisch. Und so verscherzt es Jimmy mit seinem neuen Lebensstil nicht nur mit Frau und Kind sondern auch noch mit dem Bruder.<br />
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So kann's einem gehen, wenn man gut sein will: Anne Marie zieht sich immer mehr in ihren Freundeskreis und Schule zurück. Liz quartiert Jimmy zunächst ins Gästezimmer dann ins Zentrum aus und sucht sich darauf einen jungen Liebhaber. Und bis Jimmy seine wirkliche Erleuchtung findet, ist es fast zu spät und der Leser fast am Ende des Buches.<br />
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Der Erstlingsroman der schottischen Autorin ist ein "Gut-Buch", das durch die amüsante Schreibe und dem trockenen Wortwitz zum Schmunzeln verleitet. Das Lesevergnügen nimmt auch noch zu, als die Autorin nach den ersten rund fünfzig Seiten endlich vom zu häufig verwendeten "total" ablässt. Was ebenfalls gut ist, ist die sich abwechselnde Erzählperspektive, die die heiter betrachtete Problematik von allen Seiten nahe bringt. 
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            <name>Igor</name>
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        <published>2010-05-16T21:37:19Z</published>
        <updated>2011-07-18T20:07:06Z</updated>
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                Dieses Buch ist mir nicht aufgrund seiner lieblosen Aufmachung sondern wegen des Klappentextes in die Hände geraten. Der Autor, Christoph Wagner, ist eigentlich durch seine journalistischen Arbeit zu kulinarischen Themen bekannt: Er ist Herausgeber des Gastronomieführers "Was isst Österreich" und Gourmet-Kolumnist für "News" und "Gusto". "Schattenbach" ist sein erster Roman und eine vergnügliche Detektivgeschichte mit einer gepfefferten Portion Kulinarik. <br />
Schattenbach ist ein ruhiges Dorf, irgendwo in Österreich zwischen idyllischen Weinbergen und einem beschaulichen Flussknie gelegen, mit einer Kirche, einem Gemeindeamt und einem Dorfwirt. Es gibt aber auch ein kleines Heimatmuseum, das neben der Nachttopfsammlung auch eine Heiligenfigur beherbergt. Als "die Madonna mit den sechs Fingern" eine nachts gestohlen wird, richtet sich der Verdacht der örtlichen Oberhäupter natürlich zu allererst gegen den ortsfremden Kustos, dem "Flinserldoktor" Mario Carozzi. Mario Carozzi ist Archäologe und eigentlich wäre er lieber in Mexiko. Aber Job ist Job und deshalb hat der Wissenschaftler mit Hang zu Chili und Mezcal die Anstellung des Kustos im Heimatmuseum angenommen. Mit dem Umbau des Tabernakels zu einer Schnapskredenz macht sich Carozzi keine Freunde auch nicht als er anstatt der alten Frau Zidibulk eine junge Putzfrau vom Asylantenheim einstellt. Doch den Schnaps lieben die Museumsbesucher (und zahlen auch gerne dafür) und die Zigeunerin Etelka macht ihre Arbeit. Doch als die Madonna mit den sechs Fingern gestohlen wird und Carozzi daraufhin einen abgetrennten Finger im Musuem findet, muss ich Carozzi gegenüber den örtlichen Bonzen behaupten, was gar nicht so leicht ist, wenn man nicht einheimisch ist und die Ankläger nicht gerade hell sind. Carozzi gibt nicht aber nicht klein bei sondern beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und sieht sich mit dörflicher Bigotterie, Fremdenhass und unsauberen Geschäften konfrontiert. Und immer wenn's brenzlig wird, werden Chilies zerhackt und mit Huhn oder Garnelen angerichtet. <br />
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<blockquote>Immer, wenn ich mich ärgere, habe ich ein ziemlich einfaches Gegenmittel. Ich mache Chilli Chickens. Das baut durch seine Schärfe Aggressionen ab, und je mehr ich mich geärgert habe, desto schärfer wird dieses Gericht. Wenn es nach der Schärfe des Chili Chickens ging, das ich heute für mich zubereitete habe, so muss ich mich außerordentlich geärgert haben.<br />
Chili muss man wissen, das ist, zumindest in Mexiko, wo ich ihn kennnen und lieben gelernt habe, nicht nur ein Gewürz, es ist fast schon eine Ideologie. In Mexiko gibt es mehr Chili als in Europa Apfelsorten. Die schärfste davon ist der berüchtige Habanero-Chili, der nicht größer als eine Walnuss ist und unter Kennern als die schäfste Schote der Welt gilt. Ich hatte bei meiner Rückkehr aus Mexiko einen ganzen Jutesack voll getrockenter Habaneros im Marschgepäck, und scharf, wie sie sind, wird der Vorrat wohl auch noch reichen, wenn mein unrühmliches Schattenbacher Intermezzo länst Vergangenheit sein wird.<br />
Ich tat also einen tiefen Griff in meinen mexikanischen Jutesack, und das Chili Chicken schmeckte erwartungsgemäß so brennende scharf, dass meine Lippen nach seinem Genuss absolut taub waren, wie sie es sonst nur sind, wenn ich beim Zahnarzt eine Spritze bekommen habe.<br />
Ich führte diese tauben Lippen allerdings nicht nur auf den Verlust der sechsfingrigen Madonna von Schattenbach zurück, und auch nicht auf die Verhaftung Etelka, die mich zwar emotionalisierte, aber keineswegs innerlich aufwühlte. Selbst der Bürgermeister mit seinem herablassenden "Doktor Flinserl" wäre allenfalls nur drei, der dumme Inspektor Loisl vielleicht ein halbes Dutzend Habaneros wert gewesen. Nein, meine heute besonders lockere Hand in Sachen Pfeffer verdankte mein Chili Chicken ausschließlich Monsignore Seitel.</blockquote> 
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        <dc:subject>Österreichisches</dc:subject>
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            <name>Igor</name>
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        <published>2010-05-13T13:10:16Z</published>
        <updated>2010-05-13T21:06:25Z</updated>
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        <title type="html">Martin Suter: Der Koch</title>
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                Maravan ist ein junger Mann, ein Tamile, der als Asylbewerber in Zürich lebt. Das Kochen ist sein erlernter Beruf und seine Berufung. Durch seinen Status als Asylant darf er allerdings nur als Küchenhilfe arbeiten. Im Szene-Restaurant Huwyler ist Maravan der strengen Hierarchie der Küche unterworfen. Noch mehr Missbilligung seitens der Kollegen erhält er zudem, als die äußerst hübsche und lesbische Kellnerin Andrea ihn zu einem Rendezvous bittet. Maravan, dem es entgeht, dass A
