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    <title type="html">Blücher - der Bücher Blog</title>
    <subtitle type="html">Blücher: Rezensionen von Krimis, Fantasy, Belletristik, Literatur</subtitle>
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            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-07-26T21:40:25Z</published>
        <updated>2010-07-27T16:58:21Z</updated>
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        <title type="html">Steven Saylor: Das Lächeln des Ciceros</title>
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                Serien-Krimis in Buchform haben einen entscheidenden Vorteil: Sie nerven nicht so wie ihre TV-Pendants. Vor allem, so kommt mir vor, weil die Produzenten sich doch mehr einfallen lassen und in einem Buch halt doch mehr verpackt werden kann als in 45 Minuten. Mit "Das Lächeln des Ciceros" möchte ich eine Histo-Krimi-Reihe eines amerikanischen Schriftstellers vorstellen, der Geschichte so richtig studiert hat und als Experte für römische Geschichte gilt. Anfang der 90er erschien als Auftakt seiner Krimi-Reihe "Roma Sub Rosa" (was soviel wie "Rom im Geheimen" bedeutet) sein erster Roman "Ciceros Lächeln". Mittlerweise gibt's schon 12 Geschichten über den antiken Detektiv Gordianus, der im alten Rom zur Endzeit der Republik Greueltaten aufklärt. Zur Abwechslung also mal ein Krimi ohne moderne Forensik und High-Tech-Waffen. 80 vor Christus: Rom ist durch Korruption und Konflikte um die Landverteilung und das Bürgerrecht ein instabiles Pflaster. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sulla" title="Mehr über Lucius Cornelius Sulla auf Wikipedia" target="_blank">Lucius Cornelius Sulla</a> herrscht als machtverliebter Diktator und führt Prostskriptionen (römische Bürger wurden mehr oder weniger willkürlich auf Kopfgeldlisten gesetzt; ihr Besitz fiel damit automatisch dem Staat zu) durch. Durch diese Enteignungen kamen Sullas Freunde ziemlich billig an viel Land, unter ihnen auch Sullas Ex-Sklave Chrysogonos. Durch die Ächtung von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sextus_Roscius" title="Mehr über Sextus Roscius"  target="_blank">Sextus Roscius</a>, einem römischen Bürger aus Ameria, kommt Chrysogonos um ein Spottgeld an dessen gesamten Besitz. Da aber die Zeit der offiziellen Prostskriptionen bereits vorbei ist, dichtet man Sextus Roscius noch den Mord an seinem Vater an. Kein Geringerer als der berühmte Politiker, Anwalt und Philosoph Marcus Tullius Cicero übernimmt die Verteidigung des Angeklagten. <br />
<br />
Soweit die historischen Fakten.<br />
<br />
Saylor hat den Komplott um Sextus Roscius als Vorlage für "Das Lächeln des Ciceros" verwendet und ihm mit seinem eigentümlichen Helden Gordianus, den "Sucher", aufgepeppt. In der Geschichte wird Gordianus von Cicero beauftragt, mehr über Sextus Roscius und über den angeblichen Vatermord heraus zu finden. Keine leichte Sache, wenn man bedenkt, dass Verrat und Spionage im alten Rom auf der Tagesordnung stehen und jeder nur alles Erdenkliche tut, um seine eigenen Interessen zu schützen. Doch Gordianus ist in den dunklen Gassen Roms nicht allein: Cicero stellt ihm seinen jungen Assistenten/Sklave <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marcus_Tullius_Tiro" title="Mehr über Marcus Tullius Tiro"  target="_blank">Tiro</a> (48–43 v.Chr.) zur Seite. Mit Köpfchen und viel körperlichen Einsatz gehen die beiden zur Sache.<br />
<br />
<blockquote>Wie soll ich Marcus Tullius Cicero beschreiben? Die Schönen sehen alle gleich aus, aber ein häßlicher Mann ist auf ganz eigene Weise häßlich. Cicero hatte eine ausgeprägte Sitrn, eine fleischige Nase, und sein Haar lichtete sich. Er war mittelgroß mit einer schmächtigen Brust, schmalen Schultern und einem langen Hals mit kräftigem Adamsapfel. Er sah wesentlich älter aus als sechsundzwanzig. <br />
"Gordianus", stellte Tiro mich vor. "Den sie den Sucher nennen."<br />
Ich nickte. Cicero lächelte freundlich. In seinen Augen lag ein rastloses, neugieriges Funkeln. Ich war sofort beeindruckt, ohne recht zu wissen, warum.<br />
Und im nächsten Augenblick entsetzt, als Cicero den Mund aufmachte, um zu sprechen. Er sagte nur zwei Worte, aber das reichte. Er hatte eine schrille, kratzende Stimme. Tiro mit seinen wohlklingenden Modulationen hätte der Redner sein sollen. Cicero hatte eine Stimme, die einem Auktionator oder Komiker gut gestanden hätte, eine Stimme so seltsam wie sein Name. "Hier entlang", sagte er und macht er uns ein Zeichen, ihm durch den roten Vorhang zu folgen.<br />
Der Flur war recht kurz, parktisch gar kein richtiger Flur. Wir gingen nur ein paar Schritte zwischen kargen Wänden entlang, bevor die Mauern abrupt endeten. rEchts von uns hing ein breiter Vorhang von blaßgelber Gaze, so fein, daß ich dahinter ein kleines, aber makellos gepflegtes Atrium erkennen konnte. Unter offenem Himmel und in der prallen Sonne wirkte das Atrium wie ein aus dem Haus herausgeschnittener Brunnen, ein Speicher, der vor Hitze und Licht überzuquellen schien. In der Mitte plätscherte ein kleiner Quell vor sich hin. Der Gazevorhang bauschte sich und wogte sanft wie ein Nebel im Wind, wie eine lebende Membran, die beim leichtesten Luftzug aufseufzt.</blockquote><br />
<br />
Steven Saylor gestaltet den historischen Krimi für den Leser in erster Linie spannend und ist auch für historische Nackerpatzln ansprechend zu lesen. Ohne sich in historische Details zu verlieben, skizziert er ein plastisches Bild des antiken Roms: Die Gestaltung der Häuser, der Gassen, die Beschreibung des Alltags in der Metropole und im Gegensatz dazu die Schilderungen über die ländliche Lebensweise etc. So lebendig könnte Geschichte sein...<br />
<br />
So nett der Roman aber ist, leider ist da doch ein winzig-kleines Haar in der Suppe, von dem ich nicht weiß, ob es der Autor oder der Übesetzer hineinfallen hat lassen: So authentisch der Roman auch ist - in dieser Zeit hat es mit Sicherheit keine "Babys" gegeben.  
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        <dc:subject>Antike</dc:subject>
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<dc:subject>krimis &amp; thriller</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-07-20T22:47:24Z</published>
        <updated>2010-07-26T23:20:45Z</updated>
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        <title type="html">Gerd Schilddorfer, David G. L. Weiss: Narr</title>
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                Wenn das Autoren-Duo Schilddorfer und Weiss so weiter macht, dann besteht akute Suchtgefahr! Seit Anfang Juli ist ihr zweiter Historien-Thriller mit den sympatischen Helden Paul Wagner und Georg Sina auf dem Markt und wer jetzt noch auf der Suche nach einem aussergewöhnlichen Lese-Erlebnis für den Sommer ist, der soll schauen, dass er schnellstens in die nächste Buchhandlung geht oder klickt. Das erste Roman "Ewig" hat ja schon einiges an intelligenter Spannung hingelegt, bei "Narr" wurden meine Erwartungen überboten. Auch dieses Mal haben sich die Autoren eine historische Größe für die Handlung herausgepickt - Fürst von Metternich (nein, nicht der Riesling-Sekt sondern der vom Wiener Kongress). Gekonnt wird Geschichtsschreibung und Fiktion mit der Gegenwart verstrickt, so dass man aus dem Staunen nicht mehr herauskommt. Es geht um vier geheimnisvolle Dokumente aus den Zeiten Metternichs, auf deren Spuren sich der Journalist Wagner und der Historiker Sina heften. Mit von der Partie sind auch wieder der mittlerweile pensionierte Kommissar Berner, Major Valerie Goldmann und der Ex-Ringer Eddy Bogner, dem gegen Ende eine besondere Rolle zugeteilt wird. Doch ganz am Anfang der Geschichte und wie es auch bei einem ordendlichen Krimi-Thriller sein soll, steht ein grauslicher Mord: Im fahlen Mondlicht findet Professor Sina seinen ehemaligen Mentor - aufgehängt im eigenen Obstgarten mit herausgeschnittener Zunge... Dem ehemaligen Studienvater folgen noch weitere Mordopfer: Vor dem Hintergrund des Wirtschaftsgipfels, der gerade in Wien abgehalten wird, sterben auf ungewöhnliche Weise zwei Minister und als vierter folgt dann auch noch der österreichische Bundeskanzler Schuhmann. Aber da wissen weder Wagner/Sina noch die Polizei von den historischen Hintergründen, die diese Morde miteinander verbinden. Nur eines kristalliert sich immer stärker heraus: Vertraue niemanden.<br />
<br />
Wagner und Sina beginnen zu recherchieren und jagen vier mysteriösen Dokumenten, die eng mit dem Schicksal Metternichs und seinem Gheimchef verknüpft sind, hinterher. Und bei dieser Jagd sie sind nicht allein: Wann immer sie eins von den Dokumenten in den Händen halten, wird es ihnen flugs von vermummten Soldaten entrissen. Aber trotz Frustration und tickenden Senfgas-Bomben lassen sie sich nicht beirren, das Geheimnis um Metternichs Dokumente, an die auch der israelische Geheimnis Interesse hat, zu lüften. Mit Hilfe der hübschen Agentin Valerie Goldmann und dem knuddeligen Eddy mit seinen Ex-Sträflingen bringen sie Licht in vergessene Teile des Wiener Untergrunds. <br />
<br />
<blockquote>Er zog die Schultern hoch. Diese Bedrohung war verdammt real und sie kam mit der Präzision eines Uhrwerks näher und näher. Waren sie nicht alle - er, Paul, Valerie und Berner - Marionetten, die an unsichtbaren Fäden tanzten? Letztes Jahres hatte ein mittelalterlicher Kaiser das Stück inszeniert, wer war es dieses Mal? Hinter einer Wand, hinter den Kulissen, in der Schwärze des Bühnenraumes, agiert jemand im Verborgenen, ließ die Puppen tanzen. Und er, Georg, er war der Kasperl in diesem Stück, der Narr, der den ausgestreuten Brotkrumen hinterher wackelte, wie der dumme Bulle zur Schlachtbank. Aber von dem lauernden Krokodil, dem er nach der Tradition des alten Wiener Marionettentheaters seinen Prügel auf den Schädel hauen konnte, war nirgends eine Spur zu finden. Es hatte sich im Dickicht vor seinen Jägern verborgen, zusammen mit der scheinbar unabwendbaren Gefahr.</blockquote><br />
<br />
Wie auch im Erstlingswerk "<a href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/186-Gerd-Schilddorfer-David-G.-L.-Weiss-Ewig.html" title="Ewig - Schilddorfer, Weiss">Ewig</a>" ziehen Schilddorfer und Weiss sämtliche Register für einen Bestseller: Sie kombinieren sämtliche Thriller-Techniken (mysteriöse Morde, Wettlauf gegen die Zeit, Verschwörungen und Attentate), setzen diese in vor einem historischen Hintergrund, verbinden das Ganze mit politischem Tagesgeschehen und garnieren das real-fiktive Endprodukt mit liebevoll skizzierten Charakteren, österreichischem Witz und geistreicher Schreibe. <br />
<br />
Und nun bin ich erstens mal auf den dritten Teil gespannt, der ja hoffentlich folgen wird, und auch auf den Film von "Narr", der gerade im Entstehen ist:<br />
<br />
<object width="530" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/G7KI3VsScwE&amp;hl=de_DE&amp;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/G7KI3VsScwE&amp;hl=de_DE&amp;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="530" height="385"></embed></object> 
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<dc:subject>krimis &amp; thriller</dc:subject>
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            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-07-17T21:56:25Z</published>
        <updated>2010-07-19T15:11:59Z</updated>
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        <title type="html">Vanessa Vollmann, Anette Reiter: München Manhattan</title>
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                Gleich vorweg: Hier handelt es sich um ein Buch, das von Frauen geschrieben wurde, von Frauen handelt und mit höchster Wahrscheinlichkeit nur von Frauen gelesen wird. Und bevor jetzt jemand das Gesicht verzieht: Man(n) muss es ja nicht lesen. Nun, ich hab's gelesen und zwar ratz-fatz. Der Roman hat mir einerseits das geliefert, was ich durch Aufmachung, Titel und Klappentext erwartet habe: Ein locker erzählte Geschichte dreier Freundinnen, die ihre Schicksale meistern. Die feschen Männer, die im Alltag auf der Seife stehen, fehlen ebenso wenig wie das ensprechende Chick Lit-Ambiente inkl. Prada und Gucchi. Andererseits war ich auch überrascht. Die Geschichte ist erfreulicherweise sehr spannend gestaltet. Zudem kommt das Lesevergnügen durch wechselnde Erzählperspektiven und gedankliche Einschübe der Freundinnen mit viel Tempo daher.  Kirstin, Susanna und Sophie sind Freundinnen und auch familiär verbandelt. Auch wenn Kirstin mit Mann und Tochter in Manhattan wohnen und Sophie und Susanna in München, haben die drei einen guten Kontakt und ihre Welt ist soweit in Ordnung. Das ändert sich allerdings als Kirstin ihren Mann im Central Park dabei erwischt, wie er mit einer attraktiven Blondine poussiert. Kirstin nimmt ihre Tochter und haut erstmal Richtung München ab, um sich bei Familie und ihren Freundinnen seelischen Beistand zu holen. Doch weit gefehlt: Mehr oder weniger muss sie sich mit Vorwürfen auseinandersetzen. <br />
<br />
<blockquote>Während Kristin noch darüber nachdenkt, hat ihr Schwägerin schon angefangen sie zu löchern. "Jetzt muss ich doch mal fragen - bitte versteh' mich nicht falsch, was mein Bruder getan hat, ist einfach unverzeihlich und geht überhaupt nicht - aber ihn gleich verlassen? Ihr seid doch verheiratet -  da solltest du ihm doch vielleicht wenigstens die Chance geben, sich zu erklären?"<br />
<em>Klar, dass jetzt die Schwester in ihr spricht! Zum Kotzen! Wieso sollte ich diesen Mistkerl irgendetwas geben. Er hat alles aufs Spiel gesetzt, unsere Familie, mein Leben, mein Vertrauen, meine Liebe, eben alles.</em><br />
Wut steigt in Kristin hoch. Sie versucht sich zu beruhigen. Susanna kann ja eigentlich nichts dafür, dass ihr Bruder so ein Idiot ist.</blockquote><br />
<br />
Kirstin merkt durch die Gespräche mit ihren Freundinnen immer mehr, dass es da einige dunkle Flecken in Sophies Leben gibt, die sie betreffen. "Wir alle haben Geheimnisse" ist da noch vor dem Prolog zu lesen. Und genau diese können das Leben anderer ungemein erschweren. Und so nach und nach offenbart sich eines nach dem anderen und am Ende - wie könnte es auch anders sein - lösen sich Affairen, Vertrauensbrüche, Erziehungsprobleme, Selbst-Betrug und Schuldenberge in Wohlgefallen auf. <br />
<br />
Das Buch hat auch am Rande mit moderner Emanzipation zu tun: Das eigene Geld verdienen, nicht von einem (und schon gar nicht vom eigenen) Mann abhängig sein zu wollen, die Entscheidung ob Karriere oder Kinder und die Gleichstellung der Eheleute im Alltag und Beruf sind die Themen, die die Autorinnen in einem gerade für junge Frauen entsprechenden Setting gepackt haben und sie auch so dosiert haben, dass sich die Leserinnen gerade noch mit den Problemen und deren Bewältigung identifizieren können. <br />
<br />
<a href="http://muetterschreibenfuermuetter.com/index.php/muenchen-manhattan/37-muenchen-manhattan/378-leseprobe-muenchen-manhattan" title="Leseprobe">Leseprobe</a><br />
<br />
Die beiden Autorinnen betreiben übrigens auch ein Online-Magazin und Blog: <a href="http://www.muetterschreibenfuermuetter.com" title="Website Mütter schreiben für Mütter">www.muetterschreibenfuermuetter.com</a> 
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        <dc:subject>Chick Lit</dc:subject>
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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-07-09T19:17:39Z</published>
        <updated>2010-07-09T20:39:48Z</updated>
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        <title type="html">Jan Weiler, Hans Traxler: Gibt es einen Fußballgott?</title>
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                Unerklärliche Dinge werden gerne irgendwelchen Göttern in die Schuhe geschoben. Warum nicht auch, wenn es um Fußball geht? Tausende pilgern zu einem Stadion, der einem Tempel gleicht, der lederne Ball wird als Reliquie verehrt und so mancher Trainer wirft sich zu Boden, um den Rasen zu küssen. Fussball ist eine Religion. Keine Frage, dass es daher auch einen Fußballgott geben muss. Doch Götter sind launisch und nicht immer auf der richtigen Seite, wie man's gerade jetzt bei der WM mitverfolgen kann. Da hat der Kicker Adrian schon mehr Glück in seinem Leben: Adrian ist fußballtechnisch gesehen eine volle Niete: leidliche Kondition, null Spielverständnis und seine Ballbeherrschung ist lächerlich. Aber immer, wenn er auf die Ersatzbank geschickt wird, beginnt er zu träumen... Von einer steilen Fußball-Karriere, von Pokalen und hübschen Mädls, von Geld und einem jubelnden Publikum. Doch damit, dass gerade der Fußballlgott ihm seine innigsten Wünsche erfüllt, hat er nicht gerechnet. <blockquote>Plötzlich verwandelte sich der Rauch, verformte sich zu einer riesigen rosa Quellwolke, und bald war es Adrian, als entstünde daraus ein Bild. Das Stadion verschwand dahinter, und die Leinwand in Adrians Traumkino war erfüllt von einem rauschebärtigen Gesicht, das ihn eindringlich ansah.<br />
«Hallo, Adrian», sagte das Gesicht mit ruhiger und würdevoller Stimme.<br />
«Wer bist du?», fragte Adrian ängstlich.<br />
«Ich bin der Fußballgott.» «Es gibt einen Fußballgott?»<br />
«Jawoll.»<br />
«Ehrlich?»<br />
«Wenn ich es dir doch sage», sagte der Fußballgott etwas ärgerlich.<br />
«Du bist die Erfüllung meiner geheimsten Wünsche», sagte Adrian demutsvoll und verschwieg die Tatsache, dass er sich eigentlich den richtigen, den großen, den Obergott gewünscht hatte. Aber wenn es denn einen Fußballgott gab, sollte der auch reichen.</blockquote><br />
<br />
Der Fußballgott, dem Adrians Fantasien schön gehörig auf den Geist gehen, bietet ihm einen Deal an: Adrian wird in jeder Saison so viele Tore schießen, wie es Spiele gibt. Pro Spiel ein Tor. Falls er bei einem Spiel ausfällt, wir ihm dieses Tor für das nächste gut geschrieben. Als Gegenleistung muss Adrian nur eines tun: Die Klappe halten.<br />
<br />
Natürlich schlägt Adrian ein und seine Träume gehen in Erfüllung. Es mutet zwar etwas seltsam an, dass er immer nur ein Tor pro Spiel schießt und davor sowie danach ziemlich ungelenkt und tolpatschig zwischen den Spielern herumsteht, doch Tor ist Tor und bis jetzt hat noch jedes Genie seine Eigenheiten. Doch anders als bei Cinderella, bei der die Geschichte mit der Hochzeit mit dem Prinzen endet, wird hier das Märchen weiter erzählt...<br />
<br />
Der Autor dieser Geschichte, Jan Weiler, kommt eigentlich aus der Werbung, hat aber dann eine journalistische Karriere eingeschlagen. Den Roman-Lesern unter uns ist er durch "Maria, ihm schmeckt's nicht" und "Antonio im Wunderland" bekannt. Hans Traxler ist Maler und Cartoonist und hat das Büchlein "Gibt es einen Fußballgott" liebevoll illustriert. Märchen-Fans haben ihn mit der populärwissenschaftlichen Abhandlung "<a href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/63-Hans-Traxler-Die-Wahrheit-ueber-Haensel-und-Gretel.html" title="Mehr über "Die Wahrheit über Hänsel und Gretel"">Die Wahrheit über Hänsel und Gretel</a>" noch in Erinnerung. Mit dem Büchlein "Gibt es einen Fußballgott?" ( es hat nur 70 Seiten), ist ihnen ein satirisches Märchen über Fußball gelungen und es kann aufgrund seiner Kürze locker in zwei Halbzeiten genossen werden. 
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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-06-24T22:53:31Z</published>
        <updated>2010-07-04T20:54:17Z</updated>
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                Aus europäischer Sicht tickt Japan komplett anders - das war schon immer so - besonders als Japan noch keine westlichen Einflüsse kannte und es noch die Samurais gab, die unerbittlichen Soldaten, deren Ziel es ist, im Kampf ehrenvoll ihr Leben auszuhauchen. Aber anders als die rohen Wikinger bei uns, hatten die japanischen Krieger Stil und Etikette. "Die Stunde des Samurai" spielt in einer Zeit, als Japan zum ersten Mal von der Globalisierung gestreift wird: Amerikanische, englische und holländische Schiffe ankern vor den Küsten und so manch schnelldenkende Japaner merkt, dass mit ehrwürdigen Traditionen, uralten Stammesfehden und jahrhundertelang gepflegte Eitelkeiten so langsam kein Staat mehr zu machen ist. So ein Blitzkneisser ist Genji, Großfürst von Akaoka und Anführer des Okumichi-Clans. Genji ist nicht nur mächtig sondern auch ein Visionär, was seinem größten Widersacher, Kawakami, Chef der Geheimpolizei, mehr als nur ein Dorn im Auge ist. Zudem gibt sich Genji auch noch mit den gerade per Schiff angekommenen Ausländern, drei Amerikaner, ab. Mit der hübschen Geisha Heiko, glaubt Kawakami, Genji bald abservieren zu können und mit ihm die drei westlichen Eindringlinge. <blockquote>Wieder betrachtete Genji die Schiffe. "Dampfmaschinen zum Antrieb, bei Wind und bei ruhiger See. Kanonen, die noch in Kilometern Entfernung Vernichtung bringen können. Eine Handfeuerwaffe für jeden Soldaten. Drei Jahrhunderte lang haben wir uns mit dem Schwertkult etwas vorgemacht, während sie sich ganz und gar auf Effizienz konzentriert haben. Sogar ihre Sprachen sind effizienter, und deshalb auch ihr Denken. Wir sind so vage, verlassen uns zu sehr auf das Unausgesprochene, auf Andeutungen."<br />
"Ist Effizienz so wichtig?"<br />
"Im Krieg schon, und dazu wird es kommen."<br />
"Ist das eine Prophezeiung?"<br />
"Nein, nur gesunder Menschenverstand. Überall, wohin sie kamen, haben die Ausländer alles an sich gerissen: Leben, Schätze, Land. Über drei Viertel der Welt haben sie ihren rechtmäßigen Herrschern durch Plünderungen, Mord und Sklaverei entrissen. <br />
Heiko sagte: "Gänzlich anders als unsere Großfürsten."<br />
Genji lachte fröhlich. "Unsere Pflicht ist es sicherzustellen, dass in Japan einzig und allein wirplündern, morden und versklaven dürfen. Wie könnten wir uns sonst Großfürsten nennen?"</blockquote><br />
<br />
Japan befindet sich im Umbruch: Wirtschaftliche Interessen aus dem Westen schwappen an die Küste und mit ihnen das Christentum und Schusswaffen im Schlepptau. Kein Wunder, dass sich gerade die Traditionalisten gegen diese Entwicklung mit aller Kraft wehren. Ein Vertreter des "<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bushid%C5%8D" title="Bushidō bezeichnet heutzutage den Verhaltenskodex und die Philosophie des japanischen Militäradels im späten japanischen Mittelalter – der Samurai.">Bushido</a>" ist der Chef der Geheimpolizei des Shoguns, Kawakami. Um den mächtigen Fürsten Genji aufs Kreuz zu legen, setzt er die hübsche und intelligente Geisha Heiko (die auch noch eine ausgebildete Ninja ist...) auf ihn an. Eigentlich hätte er damit rechnen müssen, dass sich Heiko früher oder später in Genji verliebt. <br />
<br />
Gleichzeitig geht ein amerikanisches Schiff vor Anker. An Land gehen drei Amerikaner: ein fanatischer Pfarrer, seine attraktive Verlobte Emily sowie ein Revolverheld, der in Japan den Mörder seiner Familie stellen will. Genji nimmt sich den dreien an und macht sich damit bei seinen Feinden noch unbeliebter. Es dauert nicht lange und ein offener Krieg zwischen den Clans bricht aus.<br />
<br />
Wenn mal einmal geschnallt hat, wer gegen wen integriert, also wenn man die Protagonisten namentlich halbwegs im Kopf hat, wird das Buch wirklich spannend. Es ist gerade soviel Romantik in dem Roman, dass er nicht als Liebesgeschichte durchgeht, und genau soviel Brutalität, dass es einem nicht graust. Interessant ist es, wie der Autor die Unterschiede zwischen westlicher und östlicher Kultur bei so Kleinigkeiten wie "Was macht eine Frau attraktiv" oder "Wie gestaltet sich bequemes Sitzen" herausgearbeitet hat.<br /> 
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        <dc:subject>Historisches</dc:subject>
<dc:subject>Japan</dc:subject>
<dc:subject>spannend</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-06-20T19:11:24Z</published>
        <updated>2010-07-04T23:15:02Z</updated>
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        <title type="html">Ursula K. Le Guin: Erdsee</title>
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                Die Welt von Erdsee, wo dieser Fantasy-Zyklus spielt, ist ein Meer mit vielen kleinen Inseln. Auf der Insel Gont lebt Duny - er wird später auch "Sperber" genannt -, der Sohn des Dorfschmieds. Im Laufe seiner Kindheit stellt sich heraus, dass Duny magische Kräfte besitzt. Er wird notdürftig von seiner Tante, einer Hexe, unterrichtet. Später geht er in die Lehre bei dem Magier Ogion, der ihm auch seinen wahren Namen "Ged" verleiht. Ogien unterstützt ihn auch dabei, auf die Zauberschule auf der Insel Rok zu gehen. Nun beginnen für Ged die wahren Ausbildungsjahre bevor er sich in magische Abenteuer stürzt. "Erdsee" beinhaltet alle vier Romane über Ged, den Zauberer. Es sind märchenhafte Geschichten, unkompliziert geschrieben und für jede Altersgruppe geeignet.  Erstes Buch - "Der Magier von Erdsee": Ged entdeckt seine Zauberkräfte und wird auf die Zauberschule auf Rok geschickt. Dort entfesselt er in einem Zweikampf mit einem Mitschüler das Dunkle von der anderen Seite, das ihn gnadenlos verfolgt. Erst als Ged beschliesst, vom Gejagden zum Jäger zu werden, kann er den Schatten besiegen.<br />
<br />
Zweiter Buch - "Die Gräber von Atuan": Sperber/Ged begegnet der jungen Priesterin Tenar in den Katakomben von Atuan, rettet sie und bringt den unheilvollen Ort mit seinen dunklen Mächten zum Einstürzen.<br />
<br />
Drittes Buch - "Das ferne Ufer": Erdsee wird von einer dunklen und geheimnisvollen Macht bedroht. Zauberer verlieren ihre Zauberkraft und die Menschen ihren Lebenswillen. Ged und Arren, der junge Prinz von Enland, retten die Welt vor dem Untegehen.<br />
<br />
Viertes Buch - "Tehanu": Das kleine Mädche Tehanu wurde als Kleinkind schwer misshandelt. Tenar, mitterlweile verwitwet und Mutter zweier erwachsener Kinder, kümmert sich um sie. Gemeinsam versuchen sie Tehanus Peiniger zu entkommen und treffen dabei auf Ged, der ihnen hilft, Tehanu ihrer wahren Bestimmung zu finden.  
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        <dc:subject>kinder &amp; jugend</dc:subject>
<dc:subject>Science Fiction &amp; Fantasy</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-06-15T11:54:00Z</published>
        <updated>2010-06-17T05:55:26Z</updated>
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        <title type="html">Matt Ruff: Bad Monkeys</title>
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                Las Vegas, Strafvollzugsanstalt Clark County, Beklopptentrakt: Die mehrfache Mörderin Jane Charlotte erzählt einem Psychiater ihre Lebensgeschichte. Nicht, dass sie erwartet, dass er sie glauben wird. Noch weniger, dass er sie nach ihren Erklärungen für geistig gesund halten wird. Aber da er nun schon mal da ist und auch bereit ist, ihr zuzuhören, beginnt sie zu erzählen: Wie alles mit 14 Jahren begann, wie ihre verkorkste Jugend verlaufen ist, und wie sie später von der undurchsichtigen Organisation "Bad-Monkeys" (Behörde zur Beseitigung von hoffnungslosen Fällen) rekrutiert wird und bestimmte Aufträge zur Verbesserung der Welt erledigt. Es geht um Verschwörungen, Doppelagenten und Täuschungsmanöver, dass einem schwindelig werden kann und sich laufend fragen muss, ob nicht die Erzählerin oder der Autor einen Knall hat. Jane ist eine spritzige Erzählerin mit einem Hang zum Sarkasmus: Sie berichtet von ihrer Jugend in einem heruntergekommenen Viertel, ihr schwieriges Verhältnis zur Mutter und wie sie in die Welt der Drogen abdriftet. Als sie beim Gras-Anbau erwischt wird, wird sie kurzerhand aufs Land zu ihren Verwandten abgeschoben. Dort kann das schwierige Persönchen im gesellschaftlichen Leben etwas Fuß fassen, als sie jedoch einem Pädophilen und Mörder auf der Spur ist, gerät sie wieder in Schwierigkeiten. Und als der Mörder Jagd auf Jane macht, sind es die "Bad Monkeys", die ihr helfen. Unter der Spüle findet die Jugendliche eine knallorange Pistole, eine NT-Knarre. NT steht für "Natürliche Todesursache" und derjenige, der mit dieser Pistole getroffen wird, stirbt entweder an einen Schlaganfall oder an einem Herzinfarkt. Wirklich praktisch.<br />
<br />
Das war Janes erster Kontakt mit den "Bad Monkeys", einer geheimen Geheimorganisation, die sich zur Augabe gemacht hat, das Böse in der Welt zu bekämpfen. Im Klartext: diese spezielle Abteilung bringt diejenigen um, die hoffnungslos dem Guten entsagt haben - Serienkiller, Kinderschänder, Massenmörder. Jane wird den "Bad Monkeys" noch öfter in ihrem Leben begegnen, mit ihnen zusammenarbeiten und am Ende auch gegen sie. Ihr Bruder, auf den sie als Kind immer aufpassen musste, spielt dabei eine gewichtige und zwielichtige Rolle. Der Psychiater hört zu, der Leser liest und beide wissen nicht so wirklich, ob Jane nicht einer gewaltigen Verschwörungstheorie aufgesessen ist, sich das alles nur einbildet oder ob ihre Geschichte auch tatsächlich wahr ist. Das Wechselspiel Realität/Illusion kann beginnen.<br />
<br />
Eine spannende und fesselnde Geschichte - zumindest im ersten Drittel. Die Idee, der das Buch zugrunde liegt, ist gut und wird eigentlich durch den Klappentext nur unzureichend beschrieben. Im Fortlauf der Geschichte hatte ich dann den Eindruck, dass sich Matt Ruff zu verzetteln beginnt und nicht genau wusste, wie er sich aus Schein/Sein und Lug/Trug heraus manövrieren soll. Der Roman wird schwammig-abstrus und verliert an der zu Beginn aufgebauten Spannung. Unterhaltsam sind jedoch Ruffs Dialoge, die locker-flockig mit sarkastischem Ton rüberkommen:<br />
<br />
<blockquote>"Willkommen, Jane", begrüßte er mich. "Ich bin Bob True."<br />
"Hi", sagte ich. "Omnes mundum facimus."<br />
"Schon gut. Ich brauch den Zaubersatz nicht. Aber da wir schon mal beim Thema sind, haben Sie das Rätsel inzwischen gelöst?"<br />
Hatte ich, endlich. "Es ist eine Entgegnung", sagte ich. "Auf das, was die Leute sagen, wenn sie für eine beschissenen Situation nicht verantwortlich gemacht werden wollen: 'Ich hab die Welt nicht gemacht, ich leb da nur.'"<br />
"Sehr gut."<br />
"Das ist also das Ziel Ihrer Organisation? Die Welt zu einem besseren Ort machen?"<br />
"Durch Bekämpfung des Bösen in all seinen Formen", sagte True nickend.<br />
"Sind Sie von der Regierung?"<br />
Die Frage schien ihn zu überraschen. "Bekämpft die Regierung das Böse?"<br />
Ich dachte darüber nach. Aus irgendeinem Grund war das Erste, was mir zu dem Thema einfiel, weder das FBI noch das Rechtssystem, sondern mein letzter Besuch beim Verkehrsamt. "Naja", sagte ich, "sie <em>kann</em>."<br />
"Alle möglichen Dinge <em>können</em> das Böse gekämpfen", erwiderte True. "Zum Beispiel Backsteine - wenn ein Backstein in Stalins Wiege gefallen wäre, hätte sich das zwanzigste Jahrhundert möglicherweise ein bisschen erfreulicher gestaltet. Aber selbst wenn einer da reingefallen wäre, bezweifle ich, dass allzu viele Menschen sagen würden, der <em>Zweck</em> von Backsteinen ist, das Böse zu bekämpfen."<br />
"Dann sind Sie also nicht von der Regierung. Was sind Sie dann? Eine Bürgerwehr? Sie machen Jagd auf Schurken, richtig?"<br />
"Die Organisation verfolgt ihr Ziel durch vielfältige, größtenteils konstruktive Mittel, Wir setzen Gute Samariter ein, Wahllose Gute Taten, Zweite und Dritte Chancen ..." Er redete weiter und zählte mir mindestens ein Dutzend solcher - wie ich schließlich begriff  Abteilungen auf, tatsächlich existierender Abteilungen der Organisation, die das Böse auf positive, lebensbejahende Weise bekämpften. Ich muss mit der Zeit einen weggetretenen Eindruck gemacht haben, denn plötzlich unterbrach er sich und fragte: "Langweile ich Sie?"</blockquote> 
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        <dc:subject>Absurdes &amp; Surreales</dc:subject>
<dc:subject>Psycho</dc:subject>
<dc:subject>skuril</dc:subject>

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            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-06-09T21:37:00Z</published>
        <updated>2010-06-14T11:33:24Z</updated>
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        <title type="html">Carlos Ruiz Zafón: Das Spiel des Engels</title>
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                Es ist selten, dass ein Autor nach einem Bestseller noch einen hinlegt. Ruiz Zafón ist dies gelungen, vielleicht auch deshalb, weil er auf das erfolgreiche Konzept von "Der Schatten des Windes" zurückgegriffen und es noch mit mehr Düsternis, Komplexität und Mysterien verfeinert hat. Protagonist ist ein junger und verarmter Journalist in Barcelona des beginnenden 20. Jahrhunderts, der bald merkt, dass ihm die Literatur mehr am Herzen liegt als die redaktionelle Arbeit bei einer heruntergekommenen Zeitung. Sein Mentor und Freund Pedro Vidal bestärkt ihn den Weg eines Literaten einzuschlagen und so beginnt David Martín für einen schwindeligen Verlag Schauerromane unter einem Pseudonym zu schreiben. Obwohl sehr talentiert und erfolgreich, erfüllt ihn das Schreiben von 3-Groschen-Romanen unter einem fremden Namen bald nicht mehr. Gleichzeitig geht sein Privatleben und seine Gesundheit den Bach hinunter: Seine grosse Liebe zu der hübschen Cristina bleibt unerwidert und ein Hirntumor wird bald seinem Leben ein Ende bereiten. Da macht ihm der französische Verleger Andreas Corelli ein unwiderstehliches Angebot, das David nicht ausschlagen kann - auch wenn er dafür seine Seele verkaufen muss.  Ein Schriftsteller, der zum ersten Mal von Erfolg gekrönt wurde, ist dazu verdammt, immer wieder diesen ersten Moment des Glücks nachzujagen. So ergeht es auch David Martín und Corellis Auftrag, ein spezielles Buch zu schreiben, kommt ihm nicht nur in finanzieller Hinsicht gelegen. Zögernd und auch weil David aufgrund des tödlichen Tumors am Ende seiner Kräfte ist, willigt er in Corellis Vertrag ein; ohne recht zu ahnen mit wem er es zu tun hat oder auf was er sich eigentlich einlässt. <br />
<br />
<blockquote>"Wollen Sie leben?"<br />
Ich wollte antworten, fand aber keine Worte. Meine Kehle war wie zugeschnürt, und meine Augen füllten sich mit Tränen. Bis zu diesem Augenblick war mir nicht klar gewesen, wie sehr ich weiter atmen, weiterhin jeden Morgen die Augen öffnen wollte, wie sehr es mich auf die Straße hinauszog, um übers Pflaster zu gehen und den Himme zu sehen, und, vor allem, wie sehr ich mich weiter erinnern wollte.<br />
Ich nickte.<br />
"Ich werde Ihnen helfen, mein lieber Martín. Ich bitte Sie einzig, mir zu vertrauen. Nehmen Sie mein Angebot an. Lassen Sie mich Ihnen helfen. Lassen Sie mich Ihnen geben, was Sie sich am meisten wünschen. Das ist es, was ich Ihnen verspreche."<br />
Corelli lächelte und lehnte sich vor, um mich auf die Wange zu küssen. Seine Lippen waren eiskalt.<br />
"Sie und ich, mein Freund, wir werden zusammen Großes erschaffen, Sie werden schon sehen", flüsterte er.</blockquote><br />
<br />
Der Autor gibt bereits im Titel die Richtung des Romans vor und verdeutlicht es zudem in Corellis Markenzeichen, einem Engel. Und zu Beginn scheint Corelli auch ein wahrhafter Engel zu sein. David hat durch Corelli Geld und ein neues Leben bekommen - motiviert und ehrgeizig beginnt er an seinem neuen Projekt zu arbeiten. Als jedoch sein alter Verlag samt Inhaber in Feuer aufgeht, kommen die ersten Zweifel an der Erfolg versprechenden Geschäftsbeziehung mit Corelli. David beginnt zu recherchieren und sieht sich bald als (weitere) Spielfigur in Corellis Vorstellung.<br />
<br />
"Das Spiel des Engels" ist ein spannender und ausgezeichnet erzählter aber auch ein fordernder Roman. Nicht alle Handlungsstränge sind auf den ersten Blick durchschaubar und manches muss man erst mal sitzen lassen, bevor das Aha-Erlebnis eintritt, denn der Autor hat einiges an Symbolik und Parallelen zu Literatur und Religion (z.B. Goethes Faust) in den Roman gepackt. Zudem präsentiert sich die Geschichte als Liebestragödie und Kriminalgeschichte, in der einem die philosophischen Gedankenspiele zwischen Corelli und Martín wie wohltuende Pausen vorkommen. Sofern man bereit ist, sich in eine knifflige Handlung mit mysteriösen Charakteren und albtraumhaften Szenen einzulassen, wird man mit jeder Zeile belohnt werden. <br />
<br />
<blockquote>Das Schloss gab nach, und ich stieß die Tür mit solcher Wucht auf, dass ich der Länge nach auf die Marmorplatte am Schwimmbecken fiel. Mein Gesicht landete nur eine Handbreit von der Wasseroberfläche entfernt, sodass mir der Gestank des fauligen Wassers in die Nase stieg. Ich starrte ins Dunkel über dem Beckengrund. Da tat sich zwischen den Wolken ein Spalt auf, und die Sonne schien ins Wasser und strich über den zerbröckelten Mosaikboden. Das Bild zeigt sich nur einen Augenblick. Der Rollstuhl war auf dem Grund gestrandet und nach vorn gekippt. Das Licht wanderte weiter bis zur tiefsten Stelle des Schwimmbeckens, und dort erblickte ich sie. an der Seitenwand lehnte ein Körper, in ein weißes, im Wasser schwebendes Kleid gehüllt. Zuerst dachte ich an eine Puppe - die scharlachroten Lippen waren im Wasser aufgequollen, die Augen leuchteten wie Saphire. Langsam wallte das rote Haar im fauligen Wasser, die Haut war blau. Die Witwe Marlasca. Eine Sekunde später zogen sich die Wolken wieder zusammen, und das Wasser war der trübe Spiegel von ehedem, in dem ich nur mein Gesicht und einen Schatten sehen konnte, der jetzt hinter mir auf der Schwelle der Veranda mit dem Messer in der Hand Gestalt annahm. Ich schoss hoch und rannte los, durch den Garten, zwischen den Bäumen hindurch, mir an den Büschen Gesicht und Hände zerkratzend, bis ich zum Eisentor und auf die Straße gelangte. Ich rannte weiter und blieb erst auf der Carretera de Vallvidrera stehen. Völlig außer Atem, wandte ich mich um und sah, dass das Haus Marlasca wieder am Ende des Gässchens verborgen war, unsichtbar für diese Welt.</blockquote><br />
<br />
<a href="http://www.lyrikwelt.de/gedichte/zafong2.htm" title="Leseprobe "Das Spiel des Engels" von Carlos Ruiz Zafón">Leseprobe "Das Spiel des Engels" von Carlos Ruiz Zafón</a><br /> 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>gehaltvoll</dc:subject>
<dc:subject>krimis &amp; thriller</dc:subject>
<dc:subject>Liebesgeschichte</dc:subject>
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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-05-30T17:53:58Z</published>
        <updated>2010-05-30T20:10:25Z</updated>
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        <title type="html">Lloyd Jones: Mister Pip</title>
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                Auf Bougainville, einer kleinen Insel im Pazifischen Ozean, herrscht in den frühen 1990er Jahren Bürgerkrieg. Zwischen Palmenstrand und Dschungel kämpfen die Rebellen mit den Rothaut-Soldaten Papua-Neuguineas um die Autonomie der Provinz. Die Weißen haben die Insel bereits verlassen. Die Geschichte beginnt mit der Blockade, die die Regierung gegen die Insel verhängt. Es ist das 13-jährige Mädchen Matilda, die uns von einem von der Außenwelt abgeschottetes Leben erzählt, in dem Hubschrauberflüge das Vogelgezwitscher durchbrechen, die Generatoren nicht mehr rattern, weil kein Benzin mehr da ist, das sie antreibt, in dem es keine Medikamente für die Malaria-Kranken mehr gibt und die Kinder zu Hause bleiben, weil die Lehrer bereits geflüchtet sind. Matilda beginnt mit der Schilderung des einzigen weißen Mannes auf der Insel. Mr. Watts oder Pop Eye, wie er von den Insulanern genannt wird, ist ein seltsamer Mann: immer mit einem weißen, zerknitterten Leinenanzug bekleidet, zieht er seine schwarze Frau Grace auf einem Karren durchs Dorf. Und doch ist es er, der die Dorfkinder zu unterrichten beginnt und ihnen mehr beibringt als Addition und Rechtschreibung. Zusammen mit Mister Pip gelingt es ihm, die Zeit des Krieges für die Kinder erträglicher zu machen. Die Schule muss erst von Lianen und Spinnweben befreit werden, bevor Mr. Watts in der ersten Schulstunde seine Worte an die Schüler richtet. Zunächst erklärt er ihnen, dass er eigentlich kein Lehrer sei, und dass er eigentlich den Schülern nur einen gewissen Mr. Dickens vorstellen kann. Die Kinder und auch die Erwachsenen sind erwartungsvoll: Wer ist dieser Mr. Dickens? Wird er Benzin und Medikamente bringen? Nein, es ist mehr, was Mr. Watts den Kindern offenbart: Es ist die Welt der Worte und die Macht der Fantasie, die er den Kindern mit Dickens "Große Erwartungen" näher bringt. <br />
<br />
<blockquote>Während der Blockade durften wir weder Brennstoff noch Kerzen verschwenden. Aber als die Rebellen und die Rothäute nicht aufhörten, sich gegenseitig abzuschlachten, hatten wir einen anderen Grund uns unter dem Mantel der Dunkelheit zu verkriechen. Mr. Watts hatte uns Kindern eine neue Welt geschenkt, um die Nacht darin zu verbringen. Wir konnten an einen anderen Ort entfliehen. Es machte nichts, dass es das viktorianische England war. wir fanden unseren Weg dorthin ganz leicht. Nur die verflixten Hunde und die verflixten Hähne versuchten uns zurückzuholen.<br />
</blockquote><br />
<br />
Die Kinder sind von ihrem Lehrer begeistert, Matildas Mutter Dolores dagegen weniger. Es ist wohl die Eifersucht auf den Lehrer, der Matilda etwas gibt, bei dem die Mutter nicht partizipieren kann, die sie dazu treibt gegen den Lehrer zu querulieren. Und nicht nur, dass es nun für Matilda immer schwieriger wird einen Ausgleich zwischen den beiden Polen (der bewunderte Lehrer vs. der geliebten Mutter) zu finden, das Dorf wird immer mehr in den Kampf zwischen Rebellen und Soldaten verwickelt. Die Lage spitzt sich zu und wird dann wirklich dramatisch. <br />
<br />
Zunächst macht Matildas Geschichte einen verträumten Eindruck. Die Wiederbelebung der Schule, der fast komische Versuch, die Mütter am Unterricht einzubinden und Matildas Träumereien rund um Mister Pip lassen die drohende Gefahr noch am Rande verharren. Nur als später die stattfindenden Grausamkeiten ebenso einfach und schlicht beschrieben werden, beginnt der Leser zu ahnen, welche nachhaltigen Auswirkungen der Bürgerkrieg auf Matilda hat. Ein gutes, wenn auch beklemmendes Buch.<br /> 
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        <dc:subject>bewegend</dc:subject>
<dc:subject>Freundschaft</dc:subject>
<dc:subject>Taschentuchbuch</dc:subject>

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            <name>Loki</name>
                    </author>
    
        <published>2010-05-20T07:24:00Z</published>
        <updated>2010-05-18T22:30:33Z</updated>
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        <title type="html">Anne Donovan: Einmal Buddha und zurück</title>
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                Hier geht's um eine anfangs typische schottische Familie, den McKennas: Der Vater Jimmy ist ein Handwerker, Liz, die Mutter, arbeitet in einem Büro, die 12-jährige Tochter Anne Marie hüpft noch in einer Schuluniform herum, am Sonntag geht's in die Kirche, im Pub treffen sie sich mit den Freunden, am Bier halten sie sich fest und sind überzeugt, dass der Partick Thistle Football Club fast schon als Religion durchgeht. Doch als eine Tages drei Lamas vor der Haustür der kleinen Familie auftauchen, denkt sich Anne Marie nur noch: Man Dad ist ein totaler Spinner. Mit Lamas sind natürlich nicht die haarigen Bergland-Tiere gemeint, sondern die echten, die von der tibetischen Sorte, mit braunen Gewändern und kahl rasierten Schädeln. Mit dem Besuch der drei Buddhisten dämmert es Liz und Anne Marie langsam, dass es Jimmy ernst meint, wenn er von Meditation und spiritueller Erleuchtung spricht. <br />
<br />
<blockquote>Mein Dad ist ein Spinner. Total panne. Für einen Lacher würde der wirklich alles tun; er ist schon mit einer Unterhose auf dem Kopf durch die Läden spaziert und hat die Alten von nebenan erzählt, wir hätte im Lotto gewonnen und würden nach Barbados abhauen; aber das war harmloses Zeug im Vergleich zu dem, was er jetzt gemacht hat. Jetzt ist er Buddhist geworden.<br />
Ma dachte zuerst, es wär wieder einer seiner Witze.<br />
"Liz, ich geh mal eben für ein paar Stunden zum Buddhistischen Zentrum rüber. Werd nicht lange brauchen."<br />
"Aha. Gibt es da Freibier?"<br />
"Nein, Spatz, ich mein es ernst. Ich dachte bloß, ich geh mal hin und meditier ein bisschen, probier es mal aus, weißt du?"<br />
Mammy drehte sich vom Abwasch um und schickte ihm einen dieser Blicke rüber, einen der "Was-hat-er-denn-jetzt-schon-wieder-vor"-Blicke, wie ich sie schon Millionen Mal gesehen hatte.<br />
"Jimmy, glaubst du, ich wär auf den Kopf gefallen? Du bist ein Heide. Zum letzten Mal hast du eine Kirche von innen gesehen, als dein Vater gestorben ist. Und davor, bei Anne Maries Erstkommunion, da musste ich dich hinschleifen. Und jetzt willst du mir erzählen, du gehst am Dienstagabend ins Buddhistische Zentrum, wo im Highlander Quizabend ist? Zum Meditieren? Erzähl uns doch keinen Unsinn."<br />
Wenn meinem Dad was peinlich ist, sieht er aus wie der Dünne in den Dick-und-Doof-Filmen, und er kratzt sich mit der linken Hand am Ohr. In dem Augenblick dachte ich zum ersten Mal: Vielleicht sagt er ja die Wahrheit.</blockquote><br />
<br />
Und allmählich beginnt sich Partylöwe und Ex-Punkrocker Jimmy von Grund auf zu verändern, was seine beiden Mädchen nicht unbedingt gut heißen. Anstatt mit der Tochter abends die Quizsendung zu schauen, ist Jimmy nun im buddhistischen Zentrum. Und anstatt bei Liz seinen Ehepflichten nachzugehen, beschließt er auch noch abstinent zu werden. Kein Sex. Kein Alkohol. Kein Fußball. Kein Fleisch. Und so verscherzt es Jimmy mit seinem neuen Lebensstil nicht nur mit Frau und Kind sondern auch noch mit dem Bruder.<br />
<br />
So kann's einem gehen, wenn man gut sein will: Anne Marie zieht sich immer mehr in ihren Freundeskreis und Schule zurück. Liz quartiert Jimmy zunächst ins Gästezimmer dann ins Zentrum aus und sucht sich darauf einen jungen Liebhaber. Und bis Jimmy seine wirkliche Erleuchtung findet, ist es fast zu spät und der Leser fast am Ende des Buches.<br />
<br />
Der Erstlingsroman der schottischen Autorin ist ein "Gut-Buch", das durch die amüsante Schreibe und dem trockenen Wortwitz zum Schmunzeln verleitet. Das Lesevergnügen nimmt auch noch zu, als die Autorin nach den ersten rund fünfzig Seiten endlich vom zu häufig verwendeten "total" ablässt. Was ebenfalls gut ist, ist die sich abwechselnde Erzählperspektive, die die heiter betrachtete Problematik von allen Seiten nahe bringt. 
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        <dc:subject>Schottland</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-05-16T21:37:19Z</published>
        <updated>2010-05-16T23:12:51Z</updated>
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        <title type="html">Christoph Wagner: Schattenbach</title>
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                Dieses Buch ist mir nicht aufgrund seiner lieblosen Aufmachung sondern wegen des Klappentextes in die Hände geraten. Der Autor, Christoph Wagner, ist eigentlich durch seine journalistischen Arbeit zu kulinarischen Themen bekannt: Er ist Herausgeber des Gastronomieführers "Was isst Österreich" und Gourmet-Kolumnist für "News" und "Gusto". "Schattenbach" ist sein erster Roman und eine vergnügliche Detektivgeschichte mit einer gepfefferten Portion Kulinarik. <br />
Schattenbach ist ein ruhiges Dorf, irgendwo in Österreich zwischen idyllischen Weinbergen und einem beschaulichen Flussknie gelegen, mit einer Kirche, einem Gemeindeamt und einem Dorfwirt. Es gibt aber auch ein kleines Heimatmuseum, das neben der Nachttopfsammlung auch eine Heiligenfigur beherbergt. Als "die Madonna mit den sechs Fingern" eine nachts gestohlen wird, richtet sich der Verdacht der örtlichen Oberhäupter natürlich zu allererst gegen den ortsfremden Kustos, dem "Flinserldoktor" Mario Carozzi. Mario Carozzi ist Archäologe und eigentlich wäre er lieber in Mexiko. Aber Job ist Job und deshalb hat der Wissenschaftler mit Hang zu Chili und Mezcal die Anstellung des Kustos im Heimatmuseum angenommen. Mit dem Umbau des Tabernakels zu einer Schnapskredenz macht sich Carozzi keine Freunde auch nicht als er anstatt der alten Frau Zidibulk eine junge Putzfrau vom Asylantenheim einstellt. Doch den Schnaps lieben die Museumsbesucher (und zahlen auch gerne dafür) und die Zigeunerin Etelka macht ihre Arbeit. Doch als die Madonna mit den sechs Fingern gestohlen wird und Carozzi daraufhin einen abgetrennten Finger im Musuem findet, muss ich Carozzi gegenüber den örtlichen Bonzen behaupten, was gar nicht so leicht ist, wenn man nicht einheimisch ist und die Ankläger nicht gerade hell sind. Carozzi gibt nicht aber nicht klein bei sondern beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und sieht sich mit dörflicher Bigotterie, Fremdenhass und unsauberen Geschäften konfrontiert. Und immer wenn's brenzlig wird, werden Chilies zerhackt und mit Huhn oder Garnelen angerichtet. <br />
<br />
<blockquote>Immer, wenn ich mich ärgere, habe ich ein ziemlich einfaches Gegenmittel. Ich mache Chilli Chickens. Das baut durch seine Schärfe Aggressionen ab, und je mehr ich mich geärgert habe, desto schärfer wird dieses Gericht. Wenn es nach der Schärfe des Chili Chickens ging, das ich heute für mich zubereitete habe, so muss ich mich außerordentlich geärgert haben.<br />
Chili muss man wissen, das ist, zumindest in Mexiko, wo ich ihn kennnen und lieben gelernt habe, nicht nur ein Gewürz, es ist fast schon eine Ideologie. In Mexiko gibt es mehr Chili als in Europa Apfelsorten. Die schärfste davon ist der berüchtige Habanero-Chili, der nicht größer als eine Walnuss ist und unter Kennern als die schäfste Schote der Welt gilt. Ich hatte bei meiner Rückkehr aus Mexiko einen ganzen Jutesack voll getrockenter Habaneros im Marschgepäck, und scharf, wie sie sind, wird der Vorrat wohl auch noch reichen, wenn mein unrühmliches Schattenbacher Intermezzo länst Vergangenheit sein wird.<br />
Ich tat also einen tiefen Griff in meinen mexikanischen Jutesack, und das Chili Chicken schmeckte erwartungsgemäß so brennende scharf, dass meine Lippen nach seinem Genuss absolut taub waren, wie sie es sonst nur sind, wenn ich beim Zahnarzt eine Spritze bekommen habe.<br />
Ich führte diese tauben Lippen allerdings nicht nur auf den Verlust der sechsfingrigen Madonna von Schattenbach zurück, und auch nicht auf die Verhaftung Etelka, die mich zwar emotionalisierte, aber keineswegs innerlich aufwühlte. Selbst der Bürgermeister mit seinem herablassenden "Doktor Flinserl" wäre allenfalls nur drei, der dumme Inspektor Loisl vielleicht ein halbes Dutzend Habaneros wert gewesen. Nein, meine heute besonders lockere Hand in Sachen Pfeffer verdankte mein Chili Chicken ausschließlich Monsignore Seitel.</blockquote> 
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        <dc:subject>Österreichisches</dc:subject>
<dc:subject>krimis &amp; thriller</dc:subject>
<dc:subject>Kulinarisches</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-05-13T13:10:16Z</published>
        <updated>2010-05-13T21:06:25Z</updated>
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        <title type="html">Martin Suter: Der Koch</title>
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                Maravan ist ein junger Mann, ein Tamile, der als Asylbewerber in Zürich lebt. Das Kochen ist sein erlernter Beruf und seine Berufung. Durch seinen Status als Asylant darf er allerdings nur als Küchenhilfe arbeiten. Im Szene-Restaurant Huwyler ist Maravan der strengen Hierarchie der Küche unterworfen. Noch mehr Missbilligung seitens der Kollegen erhält er zudem, als die äußerst hübsche und lesbische Kellnerin Andrea ihn zu einem Rendezvous bittet. Maravan, dem es entgeht, dass Andrea das eigentlich nur macht, um ihren männlichen Arbeitskollegen eins auszuwischen, macht sich daran, alles für ein gemeinsames und ganz besonderes Essen vorzubereiten - ein mehrgängiges Menü, das besonders sinnlich auf Andrea wirken soll. Das Andrea nicht auf Männer steht, weiss Maravan zu diesem Zeitpunkt noch nicht, mit seinem mühevoll zubereiteten Essen hat er jedoch (den erhofften) Erfolg. Zumindest kurzfristig, denn als Andrea ihn auf das Rendezvous hin aufsucht, muss Maravan ihr so einiges erklären.<br />
<br />
<blockquote>"Was war im Essen?"<br />
"Du meinst, welche Zutaten?"<br />
"Nur die, die diese Wirkung auslösen."<br />
"Ich verstehe nicht."<br />
Es war ein schlechter Lügner. Bis jetzt hatte Andrea an ihrer Theorie gezweifelt. Aber er benahm sich so ertappt, dass sie ganz sicher wurde. "Du verstehst schon."<br />
"Das Essen bestand aus den traditionellen Zutaten. Da war nichts drin, das nicht reingehört."<br />
"Maravan, ich weiss, dass das nicht wahr ist. Ich bin mir ganz sicher. Ich kenne mich und meinen Körper. Mit dem Essen hat etwas nicht gestimmt."<br />
Er schwieg einen Moment. Dann schüttelte er störrisch den Kopf.<br />
"Es sind uralte Rezepte. Nur die Zubereitung habe ich ein wenig modernisiert. Ich schwör's dir, da war nichts drin."<br />
Andrea stand auf und ging zwischen Altar und Fenster hin und her. Es dämmerte jetzt, der Himmel über den Ziegeldächern hatte sich orange gefärbt, die Stimmen auf der Straße waren verstummt.<br />
Sie wandte sich vom Fenster ab, baute sich vor Maravan auf. "Steh auf, Maravan."<br />
Er stand auf und senkte die Lider.<br />
"Sieh mich an."<br />
"Bei uns ist es unhöflich, jemandem in die Augen zu sehen."<br />
"Bei uns ist es unhöflich, einer Frau etwas ins Essen zu tun, damit sie mit einem ins Bett geht."<br />
Er sah ihr in die Augen. "Ich habe dir nichts ins Essen getan."<br />
"Maravan, ich verrate dir jetzt ein Geheimnis. Ich schlafe nicht mit Männern. Sie machen mich nicht scharf. Sie haben mich noch nie scharf gemacht. Ich habe als Teenager zweimal mit einem Jungen geschlafen, weil ich dachte, das tut man. Aber schon nach dem zweiten Mal habe ich gewusst, dass ich das nie mehr tun würde."<br />
Sie legte eine Pause ein. "Ich schlafe nicht mit Männern, Maravan. Ich schlafe mit Frauen."<br />
Er sah sie erschrocken an.<br />
"Verstehst du jetzt?"<br />
Er nickte.<br />
"Also, was war im Essen?"<br />
Maravan nahm sich Zeit. Dann sagte er: "Ayurveda ist eine Heilkunde, die viele tausend Jahre alt ist. Sie kennt acht Sparten. Die achte heißt Vajikarana. Sie befasst sich mit Aphrodisiaka. Dazu gehören auch gewissen Speisen. Meine Großtante Nangay ist eine weise Frau, die unter anderem solche Speisen zubereitet. Von ihr habe ich die Rezepte. Aber die Art, wie sie zubereitet waren, stammt von mir."</blockquote><br />
<br />
Das Abendessen hat für Maravan und Andrea Konsequenzen: Da sich für das Date Maravan ein sehr spezielles und teures Küchengerät aus dem Huwyler ausgeliehen hat, und er dieses nicht mehr rechtzeitig an seinen Platz stellen kann, wird er kurzerhand gekündigt. Andrea, die durch das Essen eine Idee von Maravans Kochkünsten bekommen hat, kündigt ebenfalls. Die logische Folge ist, dass sich die beiden zusammentun und "Love Food" gründen, ein Catering-Service, das sich auf die Zubereitung erotischer Menüs spezialisiert. Zu Beginn angelt sich Andrea die ersten Kunden über eine Sexual-Therapeutin. Doch später zerwirft sich Andrea mit der Therapeutin, was dem Geschäft aber nur kurzfristig schadet. Schon bald bietet sie Maravans Kochkünste der gehobenen Business Class an und gerät so immer mehr in die Gesellschaft zwielichter Geschäftsmänner.<br />
<br />
Die Geschichte um Maravan und Andrea ist zwar das Hauptgericht, der Autor richtet es jedoch mit einigen Beilagen an. Neben der Entwicklung von "Love Food", rückt der Geschäftsmann Eric Dallmann immer mehr ins Zentrum des Geschehens. Dallmann, 64 Jahre, ist als "Berater" tätig, er ist ein übergewichtiger Networker, dessen Geschäfte nur auf den ersten Blick sauber erscheinen. Vor dem Hintergrund der beginnenden Weltwirtschaftskrise werden Dallmanns und Maravans Geschäfte mit Zubereitungstechniken und aktuelle Themen aus dem Wirtschaftsgeschehen  eingekocht. Eine zusätzliche Dichte erhält der Roman durch die Schilderung der politischen Geschehnisse in Sri Lanka und durch das Schicksal von Maravans Familie.<br />
<br />
Alles in allem ein wohltuender, gut gebauter Roman, der sich flüssig und in einem durch lesen lässt. Die Darstellung und Beschreibung von Maravan, seine Sorgen um seine Familie, der Konflikt zwischen der tamilischen Kultur und der mitteleuropäischen Lebensweise und sein Traum, als Koch anerkannt zu sein, sind überzeugend nachvollziehbar und machen ihn zu einem sympathischen Charakter. Für Leser, die sich in der Küche zu Hause fühlen, enthüllt der Roman eine zusätzliche informative Komponente, die mit einer Rezeptsammlung im Anhang komplettiert wird.<br />
<br />
<blockquote>Mit einem klassischen pakistanischen Menü wollte der Auftraggeber seine Gäste überraschen. Maravan erlaubte sich, dem noch ein paar Überraschungen hinzuzufügen.<br />
Das Arha Dal, das klassische Linsengericht, interpretierte er als Ring aus Dal Risotto und richtete es mit Korianderluft und Zitronenschaum an.<br />
Das Nihari, ein sechs Stunden lang auf kleinstem Feuer gekochtes Rindscurry, bereitete er mit etwas Gelatine als Nihari-Praliné zu und kombinierte sie mit Zwiebelemulsion und Zwiebelchips auf Reispüree. <br />
Das Huhn für das Biryani war vakuumiert und bei Niedrigtemperatur gegart und in der scharfen Palmzuckerkurste aus der Biryani-Gewürzmischung serviert. Angerichtet mit Pfefferminzluft und Zimteis.</blockquote> 
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        <dc:subject>Kulinarisches</dc:subject>

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        <author>
            <name>Loki</name>
                    </author>
    
        <published>2010-05-09T18:49:28Z</published>
        <updated>2010-05-10T23:35:44Z</updated>
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        <title type="html">Jane Austen: Verstand und Gefühl</title>
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                Wer eine wirkliche Leseratte sein will, sollte zumindest einmal in seinem Leben ein Buch von Jane Austen gelesen haben. "Verstand und Gefühl" war einer der ersten Romane von Jane Austen - sie schrieb ihn als sie kaum zwanzig war. Und wie auch in vergleichbaren (früheren) Werken stehen hier junge, bürgerliche Frauen im England des augehenden 18. Jahrhundert im Zentrum des Geschehens, die nach einigen Wirrungen in Sachen Liebe endlich an den richtigen Mann kommen.  Mrs. Dashwood muss mit ihren drei Töchtern Elinor, Marianne und Margret nach dem Tod ihres Mannes von ihrem Zuhause Norland Park ausziehen. Der neue Hausherr, ein Sohn des Vaters aus erster Ehe und dessen Frau Fanny, wollen die mittellos gewordene Familie ehestmöglich aus dem Haus haben. Durch gute Beziehungen mieten sie sich ein kleines Cottage auf dem Landsitz Barton Park, das John Middleton, ein Cousin der Mutter, gehört. Elinor, die älteste Tochter, hat sich mit dem Umzug auch schweren Herzens auch von Edward Ferrars, Bruder der kaltherzigen Fanny Dashwood, verabschiedet. Binnen kurzer Zeit haben sich die Frauen in der beschaulichen Grafschaft jedoch gut eingelebt und die Töchter lernen auch schon die ersten interessanten Männer kennen. Oberst Brandon, ein nicht mehr ganz so junger dafür reicher Mann, verliebt sich in Marianne. Marianne hingegen lernt bei einem Spaziergang den gut aussehenden aber wie sich später herausstellt ziemlich windigen Mr. Willoughby kennen, der im Sturm ihr Herz erobert. <br />
<br />
<blockquote>Elinor, die älteste Tochter, deren Rat eine solche Wirkung zeitigte, besaß einen scharfen Verstand und ein nüchternes Urteilsvermögen, die sie trotz ihrer erst neunzehn Jahre zur Ratgeberin ihrer Mutter befähigten und sie häufig in die Lage versetzten, zum Vorteil aller jenem Gefühlsüberschwang Mrs. Dashwoods entgegenzuwirken, der sonst zu Unbedachtsamkeit geführt hätte. Sie hatte ein edles Herz, ein gütiges Wesen und starke Gefühle; aber sie wußte sie zu beherrschen - ein Fähigkeit, die ihre Mutter noch lernen mußte und die eine ihrer Schwestern entschlossen war sich niemals lehren zu lassen.<br />
Mariannes Anlagen glichen denen Elinors in vieler Hinsicht. Sie war empfindsam und klug; aber in allem überschwänglich. In ihrem Schmerz und in ihrer Freude konnte sie sich nicht mäßigen. Die Ähnlichkeit zwischen ihr und ihrer Mutter war bemerkenswert ausgeprägt.<br />
Mit Sorge sah Elinor das Übermaß an Gefühl bei ihrer Schwester, aber Mrs. Dashwood schätzte und hegte es. Sie bestärkten sich gegenseitig in der Heftigkeit ihres Unglücks. Die Leidensqual, die sie zunächst überwältigt hatte, wurde nun bewußt erneuert, herbeigesehnt und immer wieder erzeugt. Sie gaben sich ganz ihrem Kummer hin, suchten ihr Elend durch jeden sich bietenden Gedanken zu steigern und waren entschlossen, selbst in Zukunft niemals Trost zuzulassen. Auch Elinor war tief betrübt; aber noch konnte sie kämpfen, konnte sich zusammenreißen. Sie konnte sich mit ihrem Bruder besprechen, ihre Schwägerin bei deren Ankunft empfangen und sie mit gebührender Höflichkeit behandeln und sich bemühen, ihre Mutter zu ähnlicher Selbstüberwindung zu bringen und zu ähnlicher Nachsicht zu ermuntern.</blockquote><br />
<br />
Zwischen fünf-Uhr-Tees und abendliche Tanzveranstaltungen, Spaziergängen und Plaudereien, verbringen die beiden unterschiedlichen Schwestern Elinor und Marianne ihre Tage mit der Absicht, sich den Mann ihres Lebens zu angeln. Die Schwestern gehen dabei - der Titel verrät es hier uns schon - unterschiedlich vor: Elinor, die zurückhaltende, rationell denkende Frau, versucht ihrem Liebesleben mit Verstand und Logik beizukommen. Marianne hingegen geht impulsiv und spontan vor. Ihr selbstbewusstes und freches Auftreten imponiert Mr. Willoughby, der jedoch ihre Qualitäten zu spät zu schätzen weiß. Ob jedoch mit dem Gehirn oder mit rein mit dem Herzen: Beide Protagonistinnen können sich dem Liebeskummer nicht entziehen.<br />
<br />
Ein Buch für Romantiker, die einen Gefühls-Overkill und knifflige Verwandtschaftsverhältnisse nicht fürchten: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jane_Austen" title="Mehr über Jane Austen auf Wikipedia" target="_blank">Jane Austen</a> erzählt sehr detailliert über innere, weibliche Zustände und reflektiert ein Bild der Frau in der damaligen Zeit (zugegeben ein eingeschränktes Bild, da Austens Heldinnen aus der bürgerlichen Mittelschicht kommen; von der damals beginnenden Industrialisierung keine Rede).<br /> 
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        <dc:subject>Englisches</dc:subject>
<dc:subject>Frauenroman</dc:subject>
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<dc:subject>Literatur</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-05-04T22:47:00Z</published>
        <updated>2010-05-05T21:35:50Z</updated>
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        <title type="html">Ian McEwan: Am Strand</title>
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                Edward und Florence haben soeben geheiratet und verbringen ihre Flitterwochen in einem kleinen Hotel an einem Strand in Dorset. Beim gemeinsamen Abendessen, das sie Florence zuliebe auf dem Zimmer einnehmen, ist bereits die erste Nervosität der beiden zu spüren. Es ist die bevorstehende Hochzeitsnacht, die die beiden unruhig macht. Florence kennt Sex nur aus dem Lehrbuch und schon allein das Wort "Penetration" versursacht ihr Übelkeit. Edward hingegen will diese Nacht keinesfalls vermasseln und setzt sich wegen einer "<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vorzeitiger_Samenerguss" title="Ejaculation praecox - mehr darüber auf Wikipedia">Ejaculatio praecox</a>" unter Druck. Die Situation ist angespannt - nicht nur deshalb, weil man das Jahr 1962 schreibt und noch weit entfernt von jeglicher sexueller Aufklärung ist. Ein zwischenmenschliches Dilemma, prägnant und fesselnd erzählt. Die vertrackte Situation, die sich dem Leser dann in der Hotelsuite darbietet, resultiert nicht zuletzt durch den soziokulturellen Umgang mit Sex und Erotik in den 60ern. Die sexuelle Revolution hat noch nicht stattgefunden: Florence und Edward haben nie gelernt, über Gefühle, die über das Standardrepertoire der damaligen Zeit hinaus gehen (z.B. "Ich liebe dich") körperlich auszudrücken und sprachlich zu artikulieren. Unwissenheit über den eigenen Körper und das andere Geschlecht macht es unmöglich, die ersehnte Freiheit, die sich beide für ihre Beziehung wünschen, zu erlangen. <br />
<br />
Der zweite Aspekt der Geschichte sind die unterschiedlichen familiären Verhältnisse, aus denen die beiden kommen. Florence stammt aus einer bürgerlichen und gut situierten Familie, hat jedoch von ihren Eltern nie körperlichen Kontakt erfahren und ist somit auch mit Zärtlichkeiten nicht vertraut. Edwards Vater hingegen ist Lehrer, der mehr oder weniger allein für seinen Sohn und seine beiden Töchter sorgen muss. Edwards Mutter ist durch einen Unfall "gehirngeschädigt", was schlussendlich bedeutet, dass sie keinen Beitrag für Familie und Haushalt leisten kann. Aber man bekommt das Gefühl, dass Edward unter dem Dach dieses kleinen, schäbigen und verschmutzten Landhäuschens mehr Zuneigung von Vater und Schwestern bekommt als Florence.<br />
<br />
Florence erhofft sich durch die Heirat mit Edward, sich von ihrem Elternhaus (besonders von der Mutter) zu lösen, bei Edward ist es ähnlich. Beide glauben, durch ihre Verbindung miteinander frei zu sein. <br />
<br />
<blockquote><br />
Und was stand ihnen im Weg? Ihr Charakter und ihre Vergangenheit, Unwissen und Furcht, Schüchternheit und Prüderie, innere Verbote, mangelnde Erfahrung oder fehlende Lockerheit, und dann noch der Rattenschwanz religiöser Verbote, ihre englische Herkunft, ihre Klassenzugehörigkeit und die Geschichte selbst. Also nicht gerade wenig."</blockquote><br />
<br />
McEwan konzentriert seine Erzählung auf eine Nacht - es sollte die erste Nacht eines frisch verheirateten Paares sein - und lässt die beiden Protagonisten darüber nachdenken, wie sie sich kennen gelernt haben, wie sich die ersten Verabredungen gestalteten, was sie füreinander empfinden, warum sie ineinander verliebt sind und auch wie sie sich ihre (gemeinsame) Zukunft vorstellen. McEwan gilt als Meister der Charakterstudien und wird auch in diesem kurz gehaltenen Roman seinem Ruf gerecht. Detailliert (aber nicht langatmig oder -weilig!) erzählt er von einer kurzen Zeitspanne im Leben zweier Menschen, die am Fehlen einer gemeinsamen Sprache hoffnungslos scheitern.<br />
<br />
<blockquote>Sie griff mit Daumen und Zeigefinger nach seinem Ohrläppchen, zog seinen Kopf sanft zu sich herab und flüsterte: "Ehrlich gesagt, ich hab ein bißchen Angst."<br />
Strenggenommen war das nicht ganz korrekt, aber sosehr sie auch nachdachte, sie hätte die Vielzahl ihrer Emfpindungen doch nie beschreiben können: ein mulmiges Gefühl, als würde sie innerlich vertrocknen und schrumpfen, ein unbestimmter Widerwille gegen das, was ihr womöglich abverlangt werden würde, sowie Scham bei dem Gedanken, ihn zu enttäuschen und als Betrügerin entlarvt zu werden. Sie konnte sich selbst nicht leiden, und noch während sie ihm ins Ohr flüsterte, war ihr, als spielten sie Theater und ein Bösewicht zischte ihr die Worte zu. Immerhin war es besser zu behaupten, sie fürchtete sich, als ihm ihre Scham oder ihren Ekel zu gestehen. Sie mußte versuchen, seine Erwartungen möglichst zu dämpfen.<br />
Er schaute sie an, doch verriet nichts an seiner Miene, daß er sie gehört hatte. Selbst in ihrer vertrackten Lage staunte sie über seine sanft blickenden, braunen Augen. Welch verständnisvolle Klugheit. Wenn sie sich in seinen Blick versenkte und sonst nichts sah, könnte sie vielleicht tun, worum er sie bitten würde. Sie wollte ihm bedinungslos vertrauen. Doch das war bloßes Wunschdenken.<br />
Endlich erwiderte er: "Ich glaub, ich auch", doch während er das sagte, legte er ihr eine Hand direkt übers Knie, ließ sie unter den Kleidersaum gleiten und drang auf der Innenseite ihres Schenkels nach oben vor, bis sein Daumen das Höschen berührte.</blockquote> 
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        <dc:subject>Englisches</dc:subject>
<dc:subject>Ian McEwan</dc:subject>
<dc:subject>Literatur</dc:subject>
<dc:subject>Sex</dc:subject>

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            <name>Loki</name>
                    </author>
    
        <published>2010-05-01T08:38:00Z</published>
        <updated>2010-04-28T20:45:51Z</updated>
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        <title type="html">Mary Janice Davidson: Happy Hour in der Unterwelt</title>
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                Es geht um Schuhe, Shopping, ein klein bisschen Sex und - ach ja - auch um Vampire. "Happy Hour in der Unterwelt" ist der dritte Teil der "Betsy"-Romanserie rund um eine ehemalige Sekretärin, die zur Königin der Vampire aufsteigt. Betsy hat's nun wirklich nicht leicht: Sie wohnt in einer riesigen Villa, für die sie nichts bezahlen muss und sich vor lauter Zimmer nicht zurecht findet, mit ihrem de-facto-Angetrauten Eric (der supertolle Vampirkönig) hat sie Beziehungsstress, der geerbte Nachtclub steht vor dem Bankrott, ihre Schwiegermutter ist schwanger und so nebenbei erfährt sie, dass sie eine 17-jährige Halbschwester (ebenfalls ein Kind ihrer Schwiegermutter) hat, die zudem das Kind des Teufels sein soll. Bei so vielen Aufregern hat Betsy nun wirklich keine Zeit für's Shoppen und die Maniküre. <blockquote>"Die Frau war groß. Ihr Kopf reichte fast bis an das BITTE HIER NICHT RAUCHEN-Schild heran, und das hieß, dass sie über ein Meter achtzig war. Sie trug einen moosgrünen Hosenanzug, mit einer bis zum Kinn geknöpften Jacke, unter dem man keine Bluse anziehen musste. Das tiefe Grün der Kleidung betonte die elegante Blässe ihrer Haut und ließ ihre grünen Augen groß und dunkel wirken, wie Blätter im Wald. Ihr goldblondes, gewelltes Haar war auf Schulterlänge geschnitten und hübsche rote und goldene Haarsträhnen umrahmten ihr Gesicht, Ein interessantes und fesselndes Gesicht, in dem die hohen Wangenknochen besonders hervorstachen. Als sie sprach, blitzten ihre weißen Zähne.<br />
"Okay, äh ... wie ich schon sagte ... ich heiße Betsy. Und ich dachte, ich komme mal ... Ich meine, ich habe im Internet gesehen ... wie auch immer ... ich dachte, vielleicht habt ihr ja ein paar Tricks auf Lager, wie ich mit dem Trinken aufhören kann."<br />
Totenstille. Die Reporterin sah, dass das Publikum sie ebenso gebannt anstarrte wie Charly. Was für eine Erscheinung! Was für ein Outfit! Was ... waren die Schuhe etwas Bruno Maglis? Die Reporterin schob sich näher heran. Es waren Bruno Maglis! Womit verdiente diese Frau ihr Geld? Sie selber hatte fast dreihundert Dollar für das Paar bezahlt, das zu Hause in ihrem Kleiderschrank stand.</blockquote><br />
<br />
Keine Sorge, in diesem Buch fließt kein Blut - ein blaues Auge und eine zersplitterte Tür sind schon das Schlimmste, was passiert. Was soll den Leser hier auch großartig aus der Fassung bringen? Die Charaktere sicher nicht: Die Heldin Betsy ist zweifellos ein Dummchen, die es mit der Hilfe der Autorin schafft, dass die Geschichte gut ausgeht. Die Schwiegermutter ist nicht nur böse sondern auch schlecht geschminkt und mit dem Teufel im Bunde (ach, nein...). Der Vampirkönig ist edel und gut(aussehend), der schwule Freund sozial und lieb, die schwarze Freundin (natürlich) verständnisvoll (auch wenn ihr Betsy eine auf's Auge gibt) und die Tochter des Teufels entpuppt sich als schwertkämpfende Pazifistin. Wirklich erotische Szenen hat das Buch ebenso zu bieten wie witzige Dialoge oder Dramatik.<br />
<br />
Nichts gegen Bücher, die sich in einem Rutsch lesen und nicht wirklich Spuren hinterlassen, die für ein paar Stunden Unterhaltung sorgen und auch nur dafür geschrieben wurden. Gerade im Reich der Untoten gibt es einige Beispiele (auch hier im Blog), die genau diesen Anforderungen entsprechen und die auch gut umgesetzt worden sind. Was Davidson aufs Blatt bringt, ist aber doch zuviel des Guten. Sie hat den Gipfel der Plattheiten wohl aufgrund ihres hochhackigen Schuhwerks leider nicht zu Fuß sondern mit dem Düsenjet erklimmen müssen und dabei die zu Fuß wandernden Charaktere ebenso wie die Landschaft links liegen gelassen. Schlimmer als jede Sitcom, eine Folge hätte völlig gereicht. 
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            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-04-26T21:20:57Z</published>
        <updated>2010-04-28T19:27:23Z</updated>
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        <title type="html">Oliver Plaschka: Die Magier von Montparnasse</title>
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                Im Jahr 1926 ist Paris die Stadt der Künstler, der Bohemians, der Cafés und Bars und auch der "grünen Fee". Am Boulevard de Montparnasse, Herz des intellektuellen und künstlerischen Lebens von Paris, liegt "Le Jardin", ein heruntergekommenes Hotel. Der ruppige Alphonse ist zuständig für die Bar, seine frustrierte Frau Esmée führt das Kommando in der Küche. Zwischen ihnen wuselt die junge Kellnerin Justine hin und her. Eine der wenigen Gäste des Hotels ist der Zauberkünstler Ravi mit seiner hübschen Assistentin Blanche. Das Paar wurde von Philbert, Besitzer des "Bobino", für eine Woche in seinem Etablissement engagiert. Bis zur Abschlussvorstellung am Sonntag verlaufen ihre Auftritte reibungslos und erfolgreich. Aus unerklärlichen Gründen versagt am letzten Tag aber ein technisches Detail während eines Kunststücks. Um sich und Blanche aus einem Sarg voller Sand zu retten, bleibt Ravi nichts anderes übrig als echte Magie einzusetzen. Damit bringt Ravi zwar seinen Auftritt mit viel Applaus zu Ende, zugleich verstösst er damit auch gegen die wichtigste Grundregel der Magierzunft, der "Société": Verwende keine echte Magie. Ravis Handeln bleibt nicht unbemerkt.  Blanche und Ravi sind sich durchaus bewusst, dass sie mit dem Einsetzen echter Magie ihre Karriere und auch ihr bisheriges Leben gefährden, denn solches Fehlverhalten wird von der Vereinigung der Magier - der Société - geahndet. Und dennoch oder gerade deshalb entschliesst sich Blanche gleich mit Magie à la Schneewittchen weiter zu machen:<br />
<br />
<blockquote>"Ravi?" Sie klang auf einmal sehr ernst. Ich spürte, dass sie etwas im Schilde führte. Als sie gefunden hatte, was sie suchte, und sich wieder umdrehte, hielt sie einen herbstfarbenen Apfel in der Hand. [...]<br />
"Du erinnerst dich an unser Versprechen?", fragte sie.<br />
"Natürlich. Wie könnte ich es jemals vergessen?"<br />
"Der Zeitpunkt ist gekommen. Ich halte meinen Teil." Sie biss in den Apfel, kaute und schluckte, nahm aber keinen Moment die Augen von mir. Dann reichte sie ihn an mich weiter.<br />
"Dies will ich dir geben", sagte sie. "Nimmst du es an?"<br />
"Das ist große Magie, Blanche", zögerte ich. "Vielleicht die stärkste Magie, die es gibt."<br />
"Es ist mein Wille."<br />
"Man wird uns das auf gar keinen Fall durchgehen lassen."<br />
"Hab Vertrauen, Ravi! Was gesehen ist, ist geschehen - das hier macht alles wett."<br />
[...] Ich vergaß meine Zweifel. Dies war der Augenblick, auf den ich so lange gewartet hatte. Ich führte den Apfel zum Mund und biss hinein. Er schmeckte wie ein gewöhnlicher Apfel.<br />
Doch gleichzeitig konnte ich sehen, wie ihre Lider schwer wurden - der Zauber begann schon zu wirken.<br />
Ein warmes Gefühl breitete sich in mir aus.<br />
Blanche sank in meine Arme.<br />
"Ravi..."<br />
Ich hob sie empor und blickte sie an. Sie hatte wieder dieses Lächeln, wie ein Kätzchen, das in die Sonne blinzelt und sich auf dem Boden ausstreckt. Ihr Haar hatte sich in meinen Armen verfangen. Ich erhaschte einen Blick auf uns im Spiegel; in meinem halbbekleideten Zustand sah ich aus wie ein wahnsinniger Inkapriester. <br />
Sie hatte unser beider Schicksal in meine Hände gelegt. Nun lag es an mir.<br />
<em>Ich werde schlafen.<br />
Bring mich zurück ins Jardin, Ravi.<br />
Morgen wecke mich mit einem Kuss. Hörst du?<br />
Wenn ich erwache, fängt ein neues Leben für uns an - und was für ein Leben das sein wird!</em><br />
Mit diesen Worten fiel sie in den Schlaf.</blockquote><br />
<br />
Am nächsten Tag jedoch erwacht Blanche nicht aus ihrem Schlaf und wie befürchtet trudeln auch schon die ersten seltsamen Gäste, von denen Ravi weiss, dass sie von der Société geschickt wurden, ein. Der erste Gast ist ein sonderbarer Engländer, Barnaby, ihm folgt die noch eigenartigere und wortkarge Frau Céleste, von der man gleich erkennt, dass sie nichts Gutes verheisst. Zu guter letzt reisen auch noch der blonde Schönling Orlando und sein zwergenhaften Diener an. Ravi sorgt nun sich nicht nur um Blanche und ihren nicht endenwollenden Schlaf sorgen, nun muss er sich auch mit den Agenten der Société befassen und sich geschickt aus der eingefahrenen Situation heraus manövrieren. Dem nicht genug, sitzt ganz Paris wegen Ravi und Blanche in einer "Täglich grüsst das Murmeltier"-Zeitschleife. Im Spiel des Tarnen und Täuschens gewinnt die Rolle der Kellnerin Justine immer mehr an Bedeutung, die sich an diesem Tag und auf den darauffolgenden Tagen in den brotlosen und untalentierten Schriftsteller Gaspard verliebt. <br />
<br />
Sieben Tage lang währt die Zeitschleife - sieben Tage, an dem sich die wiederholenden Ereignisse zwar ähneln aber nie diesselben sind. Je näher der letzte Tag rückt, desto mehr spitzt sich die Situation zu. Kann Ravi dem Engländer vertrauen, wer hat Orlando erwürgt und wieso ist es eine Kellnerin und ein erfolgloser Schriftsteller, die immer mehr ins Zentrum des Interesses rücken? Kann es gelingen, die Zeitschleife zu unterbrechen und somit den Untergang der Stadt verhindern? Und schließlich hören die Glocken auf zu schlagen, und die Zeit steht still. <br />
<br />
Eine aufregende Geschichte, geschickt erzählt: Der Autor widmet jedem Murmeltier-Tag ein Kapitel und lässt die Geschichte von den Protagonisten selbst erzählen. Dabei verstrickt er sich jedoch nicht in zu befürchtenden Wiederholungen der Ereignisse sondern setzt die nächste Ich-Erzählung immer an der vorherigen an. Und da die Charaktere sehr unterschiedlich entworfen sind, gewinnt der Leser dadurch noch mehr Eindruck von der Handlung. Besonders nett fand ich auch die eingewobenen Anspielungen auf Arthur Conan Doyle und Ernest Hemingway. Ebenfalls gefallen hat mir das Spiel mit dem Apfel: Seine in Literatur und Kultur verankerte Symbolik als Frucht der Liebe, des Lebens und der Erkenntnis ist der Dreh- und Angelpunkt dieses durchaus zauber- und fast schon märchenhaften Romans.<br />
<br />
Oliver Plaschka, Jahrgang 1975, studierte Anglistik und Ethnologie in Heidelberg und ist Mitverfasser des "Narnia"-Rollenspiels. Für seinen Roman "Fairwater oder Die Spiegel des Herrn Barthomolew" wurde er mit dem Deutschen Phantastikpreis ausgezeichnet.<br />
<br />
<a href="http://www.rainlights.net/" title="Website von Oliver Plaschka" target="_blank">Website von Oliver Plaschka</a><br />
<a href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/210-Oliver-Plaschka-Die-Magier-von-Montparnasse.html" title="Leseprobe zu "Die Magier von Montparnasse"" target="_blank">Leseprobe</a> 
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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-04-25T19:59:00Z</published>
        <updated>2010-04-26T13:21:19Z</updated>
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        <title type="html">Klaus Nüchtern: Ok ist eh ok</title>
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                "Ok ist eh ok" ist der fünfte Band des Falter-Kolumnisten Klaus Nüchtern (der heisst wirklich so!). 74 ausgewählte "fesche" Komlumne, veröffentlicht jede Woche im Falter unter dem Titel "Nüchtern betrachtet", beschreiben kleine, feine Details aus dem Alltagsleben des österreichischen Journalisten. Ob es um das Kochen, Essen, Reisen, Haushalt, Einkaufen oder um das Beobachten von Vögeln geht: Mit pointiertem Witz und herrlichen Wortkreationen wird regelrecht jongliert und einem bleibt nichts anderes übrig als umzublättern und aufs Neue zu kichern. <blockquote>"Zu der Kunstform Kolumne ist zu sagen, dass sie kurz ist und nicht sehr systematisch und dass der Kolumnist immer über sich selber schreibt. Angeblich schreiben Kolumnisten über alles, in Wirklichkeit ist das Gegenteil der Fall, sie schreiben immer über das Gleiche, ihre Befindlichkeit aber jedes Mal auf eine andere Weise. Die Schallplatte, die der Kunstform Kolumne am nächsten kommt, stammt von der slowenische Band Laibach und enthält zwölf verschiedene Versionen des Songs "Sympathy for the Devil". Je länger man eine Kolumne schreibt, desto schwieriger wird es übrigens, das ist ähnlich wie beim Schraubenzudrehen."</blockquote><br />
<br />
Diese kurze Nachhilfe zu den Grundformen des Journalismus wird im Vorwort zu den 74 Kolumnen dem Leser auf dem Weg mit gegeben. Der Verfasser des Vorworts ist ebenfalls ein Kolumnist, allerdings ein deutscher, der für "Die Zeit" schreibt: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Harald_Martenstein" title="Mehr über Harald Martenstein">Harald Martenstein</a>. Und auch wenn man eher dazu geneigt ist, Vorwörtern wenig Beachtung zu schenken (man möchte ja schnell zum Wesentlichen gelangen) - in diesem Fall ist es anzuraten, sich auch diesen Seiten zu widmen. <br />
<br />
Kolumnen sind ja eigentlich die Verschnaufpausen beim Lesen einer Zeitung. Zwischen Krieg, Wirtschaftskrise und schlechter Wettervorhersage tut es einfach gut, sich kurz mal bei einer Nebensächlichkeit aufzuheitern. Vorausgesetzt ein kluger Kopf mit einer spitzen Feder hat sie verfasst. Bei "Ok ist eh ok" ist das Gott sei Dank der Fall. Aber gleich ein Buch kaufen, wo man doch eh das jeden Tag in der Zeitung lesen kann? Erstens ist der "Falter" ein eher lokales, hauptsächlich in Wien gelesenes Medium (hier zu Lande kenn man ihn zwar, aber ein Abo haben nur wenige) und das zweite, was für ein Buch gesammelter Werke spricht, ist, dass es überall mitgenommen werden kann und man die Verschnaufpausen auch dann einlegen kann, wenn es gerade nicht die Zeit der Tageszeitung (vorzugsweise beim Frühstück) ist. Dann gerade halt, wenn man eine braucht. <br />
<br />
<blockquote>Es geht nicht darum, Kommentare zum Tagesgeschehen abzugeben oder etwas anzuprangern, sondern darum, Alltagsbeobachtungen oder vermeintlich banale Dinge so aufzupolieren, dass sie zu funkeln beginnen. </blockquote><br />
<br />
(Quelle: Interview mit Klaus Nüchtern auf <a href="http://www.buecher.at/show_content2.php?s2id=189" target="_blank" title="Quelle Zitat Klaus Nüchtern">www.buecher.at</a>, März 2007)<br />
<br />
Subjektives über Gott und Welt im Allgemeinen und über die Welt des Kolumnisten im Speziellen: Das mag nun nicht gerade spannend klingen, und Nüchterns Anekdoten sind ja auch nicht spannend, dafür umso spaßiger. Er beschreibt Alltägliches nicht nur treffend und wahr, er tut dies mit Wortschöpfungen, bei denen man nur noch hoffen kann, sie sich zu merken, um sie dann in einer lustigen Stammtischrunde als Eigenkreation verkaufen zu können: Wiener Feinrippnazi, Prinz Pampe, Raffinessendefizit, slowenische Sportflachware (die Schi-Marke Elan ist gemeint), unprogressiver Gemütszustand, Newyorknachmache, Gemeinschaft akustischer Spontanterroristen, etc.<br />
<br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_N%C3%BCchtern" title="Mehr über Klaus Nüchtern">Klaus Nüchtern</a> schreibt seit vielen Jahren die Kolumne "Nüchtern betrachtet" für die Wiener Stadtzeitung "Falter", wo er auch stellvertretender Chefredakteur ist. 2009 wurde er mit dem Preis für Publizistik der Stadt Wien ausgezeichnet. 
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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-04-11T22:31:49Z</published>
        <updated>2010-04-21T08:38:04Z</updated>
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        <title type="html">Doris Lessing: Die Geschichte von General Dann und Maras Tochter, von Griot und dem Schneehund</title>
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                "Die Geschichte von General Dann und Maras Tochter, von Griot und dem Schneehund" ist die Fortsetzung von "Dann und Mara". Mara und Dann leben in einer extremen Welt: Der südliche Erdball ist durch Hitze ausgetrocknet, Dürre und Hunger machen den dort lebenden Völkern zu schaffen. Der Norden jedoch ist durch das Ende einer Eiszeit geprägt. Das Eis der Gletscher schwindet und das Schmelzwasser zerstört allmählich den Lebensraum. Dann und Mara sind ein Geschwisterpaar mit königlichen Wurzeln, die wegen der auf dem südlichen Kontinent Ifrik herrschenden Dürre und Hitze flüchten müssen. Im zweiten Buch - Mara und Dann sind mittlerweile erwachsen und leben im nördlichen Yerrup  - erwartet Mara ein Kind, Dann ist hingegen alleine in das <em>Zentrum</em> zurückgekehrt.  Das <em>Zentrum</em> ist das letzte Überbleibsel einer durch die herrschende Eiszeit untergegangenen Hochkultur. Es ist eine riesige Stadt, die nun als Auffanglager zahlloser Klima- und Kriegsflüchtlinge aus allen Himmelsrichtungen dient. Griot, ein einfach gestrickter Soldat, verwaltet die Stadt und ist froh, als Dann im <em>Zentrum</em> ankommt. Er wartet schon lange auf Dann, dessen Aufgabe es ist, die geflüchteten Völker in ein lebenswertes Land zu  führen. Beide wissen, der Aufenthalt im <em>Zentrum</em> ist nur noch kurze Zeit möglich - das Schmelzwasser wird die Stadt bald überfluten.  <blockquote>Die Hüter des Zentrums hatten seinerzeit darauf gewartet, dass der rechtmäßige Prinz und die Prinzessin auftauchten und eine neue Dynastie der herrschenden Königsfamilie begründeten, doch Mara und Dann hatten sich geweigert. So weit, so gut. Allerdings war daraus in der Phantasie der Leute eine Schlacht geworden, in der das alte Paar ums Leben gekommen war, weil es das Geheimwissen des Zentrums nicht preisgeben wollte, und Mara und Dann waren geflohen, um ihre eigene Dynastie zu gründen, und würden zum Zentrum zurückkehren, um ...ganz Ifrik zu beherrschen, ganz Tundra, je nachdem wie weit die geographischen Kenntnisse des Erzählers reichten. Und aus Dann war in diesen Versionen der Geschichte ein großer General und Eroberer geworden, der sich durch ganz Ifrik bis zum Zentrum hatte durchkämpfen müssen. </blockquote><br />
<br />
Es ist Danns Neugierde und auch seine innere Zerrissenheit, die ihn wieder dazu treiben, erneut aufzubrechen und das <em>Zentrum</em> und Griot zu verlassen. Dann geht weiter nach Norden, um herauszufinden, wie weit die Gletscher bereits geschmolzen sind. Er weiss zwar, dass Mara ein Kind erwartet, durch seine Reisen bekommt er nicht mit, dass seine Schwester bei der Geburt stirbt. Dann ist ebenfalls in Begriff Vater zu werden: Mit der Mutter, die das ganze Gegenteil zu seiner Schwester darstellt, steht er jedoch in keiner Beziehung mehr. <br />
<br />
Erst als Dann von seiner Reise in den Norden in das <em>Zentrum</em> zurückkehrt, erfährt er, dass Mara tot ist. Dann wird zu einer instabilen Persönlichkeit, die durch den Tod seiner Schwester Mara den einzigen Haltegriff verloren hat. Ihm zur Seite steht jedoch der mutige Hauptmann Griot und ein weisser, grosser Schneehund namens Ruff, den Dann auf seiner Reise in den Norden gerettet hat und der ihn seitdem nicht mehr von seiner Seite weicht. Erst als Maras Tochter Teil seines Lebens wird, ist Dann auch dazu bereit, sein Volk zu retten und den ihm bestimmten Weg zu gehen.<br />
<br />
Kluge Leser begreifen schnell, was uns die Nobelpreisträgerin Doris Lessing mitteilen will: Die Welt von General Dann ist unsere Welt, die irgendwann einmal, in ferner Zukunft, durch eine Eiszeit auf den Kopf gestellt wird. Ifrik (Afrika), der Wüstenkontinent, steht Yerrup (Europa) gegenüber - beide Kontinente sind durch die klimatischen Verschiebungen mehr oder weniger unbewohnbar geworden. Doris Lessing erzählt eine futuristische Geschichte mit utopisch-fantastischem Einschlag. <br />
<br />
<blockquote>"Weißt du, so denken wir nämlich, dass alles so bleibt wie es ist. Aber es bleibt nicht so. Die Städte sind im Wasser versunken. Und wir, wir leben hier oben, und gleich dort unten liegen die alten, toten Städte."</blockquote><br />
<br />
Eigentlich hat der Roman viele dramatische Komponenten und die Handlung sollte demnach spannend und anregend sein. Leider ist sie das keineswegs. Denn was der Geschichte völlig fehlt sind die Höhepunkte. Danns konfliktträchtiger Charakter inmitten einer intelligent gesponnenen Szenerie bleibt nicht wegen der Geschehnisse oder durch die zugrunde liegende Idee des Buches auf der Strecke sondern mehr durch die monotone und auch eigenwillige Erzählweise. Schade eigentlich. 
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        <dc:subject>Science Fiction &amp; Fantasy</dc:subject>
<dc:subject>Utopie</dc:subject>

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        <author>
            <name>Loki</name>
                    </author>
    
        <published>2010-03-26T22:44:40Z</published>
        <updated>2010-05-05T21:34:42Z</updated>
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        <title type="html">Martin Millar: Die Elfen von New York</title>
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                Heather und Morag sind zwei schottische Distelfeen, die sich gemeinsam mit den Kindern des Feenkönigs von Cornwall nach New York der Jetztzeit verflogen haben. Die Distelfeen finden Unterschlupf bei Dinnie, einem "übergewichtigen Menschenfeind", doch nach einem heftigen Streit trennen sich die beiden. Morag bleibt bei Dinnie, Heather quartiert sich bei Kerry, einer liebenswürdigen aber todkranken Künstlerin, ein. Und weil sowohl Heather als auch Morag ziemliche Sturköpfe sind, beginnen sie einen Wettstreit um eine alte, schottische Geige. Soweit zu der Handlung (in etwa)... Heather und Morag sind so etwas wie anarchistisches Chaos. Sie lieben Whiskey und Bier und sind ebenso bestimmten Pilzen nicht abgeneigt. Seitdem die beiden in New York herumgeistern, bringen sie nicht nur das Leben von Kerry und Dinnie völlig durcheinander, sie legen sich auch noch mit den lokalen Elfen-Clans von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Little_Italy_(New_York_City)" title="Mehr über das italienische Stadtviertel in New York">Little Italy</a> und <a href="http://www.chinatown-online.com/" title="Chinatown / New York">Chinatown</a> an. Währenddessen setzt der Elfenkönig in Cornwall alles daran, die abtrünnigen Elfen aufzuspüren und nach Hause zu schaffen. Und die ganze Aufregung für eine alte Geige, ohne die die Elfen nicht in ihr Königreich zurück können.<br />
<br />
Ich muss zugeben, ich habe mich - trotzdem ich Elfen und Feen ziemlich niedlich finde - bei diesem Roman nicht zu Hause gefühlt. Vielleicht liegt es daran, dass meine (zugegebenermaßen romantischen) Vorstellungen der leichtgewichtigen Naturgeister mehr durch Shakespeare, Collodi, Bradley oder Tolkien geprägt wurden. Insofern tu ich mich richtig schwer mir kleine, zarte Wesen als besoffene und bekiffte Plagegeister vorzustellen. Sogar <a href="http://www.harrypotterwiki.de/wiki/Dobby" title="Mehr zum Hauselfen von Harry Potter">Dobby der Hauself</a> - der nun ja wirklich nicht der traditionellen Vorstellung entspricht - erscheint mir in diesem Zusammenhang als sympathischer und geistreicher Kerl.<br />
<br />
Die Geschichte rund um ein paar Elfen im modernen New York erschien mir zunächst als originelle Idee. Leider wird sie aber dermaßen verworren und sprunghaft erzählt, dass man 1. ziemlich lange braucht, bis man sich hinein gefunden hat und 2. einem die Aneinanderreihung von mehr oder weniger zusammenhangloser Sätze auf die Nerven geht. Der relativ derbe Erzählton mag für manche frech und witzig klingen, für mich dröhnt er wie ein plumper Holzhammer, bei dem nicht einmal versucht wird, irgendwas zu treffen. Ein Buch, das ich einem eingefleischten Fantasy-Fan oder einer Leseratte, die dies noch werden möchte, nicht in die Hand drücken würde. <br />
<br />
<blockquote>Dinnie, ein übergewichtiger Menschenfeind, war der schlechteste Geiger von New York. Trotzdem übte er gerade Tapfer, als zwei hübsche schottische Feen durch sein Fenster im vierten Stock flatterten und auf seinen Teppich kotzten. <br />
"Entschuldigung", sagte die eine.<br />
"Ach was", sagte die andere. "Für Menschen reicht Feenkotze bestimmt köstlich."<br />
Zu dem Zeitpunkt war Dinnie aber schon halb die Treppe hinunter und wurde immer noch schneller.<br />
"Zwei Feen sind durch mein Fenster reingeflogen und haben auf meinen Teppich gekotzt!", schrie er, als er unten auf der 4. Straße angekommen war. Er merkte gar nicht welche Wirkung seine Worte auf die Passanten hatten, bis ein paar Häuser weiter die Müllmänner ihre Tonnen abstellten und ihn auslachten.<br />
"Was is los?"<br />
"Da oben", schnaufte Dinnie. "Zwei Feen - mit Schottenröcken und Fiedeln und kleinen Schwertern... grünen Schottenröcken."<br />
Die Männer starrten ihn an. Dinnies Monolog stockte. <br />
"Heh", rief der Vorarbeiter. "Kümmert auch nicht um den Verrückten. Macht weiter mit euerer Arbeit. Los. Vorwärts. Beeilung!"<br />
"Wirklich, es stimmt", protestierte Dinnie, aber sein Publikum hatte sich verzogen. Niedergeschlagen sah Dinnie den Männern nach. <br />
Die haben mir nicht geglaubt, dachte er. Kein Wunder. Ich glaub's mir ja selbst nicht.</blockquote> 
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        <dc:subject>Elfen</dc:subject>
<dc:subject>Feen</dc:subject>
<dc:subject>Schund</dc:subject>
<dc:subject>Science Fiction &amp; Fantasy</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-03-24T23:04:03Z</published>
        <updated>2010-03-26T06:48:04Z</updated>
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        <title type="html">Robert Silverberg: Die Stadt unter dem Eis</title>
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                In ferner Zukunft herrscht eine neue Eiszeit über der oberen Hemisphäre. Um überleben zu können, haben die Menschen in den USA und Europa begonnen, ihre Städte unterirdisch zu errichten. Sie leben nun bereits seit Jahrhunderten eingeschlossen unter dem ewigen Eis. Der 17-jährige Jim kennt im Jahr 2650 seine Heimatstadt New York nicht anders als ein unüberschaubares mit Kunstlicht durchflutetes Konstrukt mit endlosen Tunnels und engen Behausungen. Als sein Vater und dessen Freunde mit Hilfe eines alten Funkgeräts Kontakt zu jemanden in London aufnehmen, werden sie kurzerhand von der New Yorker Regierung des Hochverrats angeklagt und an die Oberfläche ausgesetzt. Ausgestattet mit Schlitten aus dem Museum, beginnt die Truppe sich nun gegen Kälte, Schnee und Sonne zu behaupten, um ihr Ziel zu erreichen: das fünftausend Kilometer entfernte London. <blockquote>Es war um das Jahr 2200 gewesen, als die Menschen bemerkten, daß es auf der Erde kälter wurde. Der Übergang hatte sich ganz allmählich eingestellt. Er war fürs erste nur an einem leichten Sinken der jährlichen Durchschnittstemperaturen auf der Erde zu erkennen. Da man aber wußte, daß sich das Klima in den vorangegangenen Jahrhunderten eher verbessert hatte, maß man diesem geringen Temperaturrückgang keinerlei Bedeutung zu. Der Gedanke an eine fünfte Eiszeit wäre absurd erschienen. Bis sie begann!<br />
<br />
Man wußte aus der Geologie, daß die Erde seit ihrem Bestehen in den vergangenen Jahrmillionen schon vier Eiszeiten erlitten hatte. Verschiedene Theorien versuchten eine Erklärung für solche Eisperioden zu finden. Die einen vertraten die Ansicht, daß ihre Ursache durch Wechsel in der Sonnenausstrahlung hervorgerufen würde; andere sprachen von einer Vermehrung oder auch einer Verminderung des Kohlendioxydgehaltes in der Atmosphäre. Wieder andere waren davon überzeugt, daß die Temperaturschwankungen der Eismeere ein neues Eiszeitalter bewirken konnten. Alle diese Theorien gab es, und jede hatte ihre Verfechter.</blockquote><br />
<br />
In "Die Stadt unter dem Eis" leben die Bewohner der USA und Europa bereits seit Jahrhunderten in unterirdischen Städten. Die südliche Hemisphäre dagegen ist sprichwörtlich in ihrer Blüte. Doch Südamerika und Afrika haben bereits vor der Eiszeit ihre Grenzen vor den Massen der Flüchtlinge dicht gemacht und nur wenige haben sich im Eis behauptet und überlebt. Jim und seine Begleiter sind nicht nur mit einer ungebändigten Natur konfrontiert sondern auch mit wilden Völkern, die ihnen nicht immer wohl gesonnen sind. Eine spannende Handlung, gestrickt nach alter SF-Manier: Eine Idee wird mit einem großen zeitlichen und/oder räumlichen Abstand neu betrachtet und in ein utopisches Abenteuer gebettet. Zukunftsfantasien, die ein wenig kribbeln - wer weiß, wann die nächste Eiszeit kommt.<br />
<br />
Die Originalausgabe dieses Buches von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Silverberg" title="Mehr über den SF-Autor Robert Silverberg">Robert Silverberg</a> ist 1963 unter dem Titel "Time of the Great Freeze" erschienen. In Anbetracht globaler Erwärmung und dem halbherzigen Schutz unseres Klimas gewinnt die bereits in den Jahren gekommene Geschichte an Bedeutung. Der Roman bringt uns auch in Erinnerung, dass - abgesehen wie Menschen mit ihrer Umwelt umgehen - Eiszeitalter in der Erdgeschichte immer wieder auftreten. Das Buch eignet sich durch seinen Abenteuer-Faktor und des flotten Erzählstils gut für junge Leser. 
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        <dc:subject>kinder &amp; jugend</dc:subject>
<dc:subject>Science Fiction &amp; Fantasy</dc:subject>
<dc:subject>Utopie</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-03-22T19:33:17Z</published>
        <updated>2010-03-22T20:47:53Z</updated>
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        <title type="html">Daniel Oliver Bachmann: Raus aus der Provinz!</title>
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                Das Leben im <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzwald" title="Mehr über den Schwarzwald auf Wikipedia" target="_blank">Schwarzwald </a>ist öd - trotz bunter Frühlingsblumen, Häuser wie Streusel auf einem Geburtstagskuchen und Straßen so schmal wie Badetücher. Ratze Pukofel (kein Scherz) wohnt in einem Kaff, genauer gesagt in einem abgefuckten Bauwagen hinterm Haus seiner Tante Hedwig. Um fünf Uhr morgens geht seine Schicht in der Eimer-Fabrik los, am Abend schwingt Ratze seine E-Gitarre und macht mit seiner Band "The Plastic Oldtimers" nicht gerade erfolgreich einen auf Rock'n Roll. Alk und Vermöbeln sind die Highlights. Doch Ratze will mehr: Rock-Star will er werden und vor allem: Raus aus der Provinz! Ratze bekommt seine Chance (an der seine Tante Hedwig nicht ganz unschuldig ist) und fährt in die große Welt - nach Berlin. Dort soll er sich für einen Studienplatz an der International Rock School, die von keinem Geringeren als dem Ian Anderson (Jethro-Tull) geleitet wird, bewerben. Doch es kommt erstens anders und zweitens als man denkt. Und weil dem Autor hier nichts heilig ist, stolpert das Land-Ei Ratze mehr oder weniger durch seltsame Entwicklungsphasen bis her endlich sich selbst, seinen Stil und endlich auch seine Lisa findet. <br />
<blockquote>"Macht was Eigenständiges", sagte Ian, "kopiert nicht andere. Spielt ehrliche Musik. Vor allem, versteckt euch nicht hinter Images."<br />
Alle johlten durcheinander. Jeder hatte seine Frage und auch Kermit war bei der Sache. Nur ich nicht. Ich dachte, oh Mann, du hast gut blubbern, heute ist die Konkurrenz eisenhart. Heute trittst du gegen alles an, was die Leute auf die Ohren kriegen, CDs, MP4s, DVDs, Podcasts, Soundtracks, Videogames, sogar Scheißklingeltöne. Wie oft hatte ich gehört, wenn ich um einen Gig für die Plastic Oldtimers bettelte: "Ihr covert? Okay. Aber komm nicht auf die Idee, deinen eigenen Scheiß zu spielen, klar?"<br />
<br />
Deshalb dachte ich, Ian, du bläst zwar wunderbar auf deiner Flöte, aber vom Geschäft ganz unten hast du keinen Schimmer. Dein Hintern hockt schon zu lange im Rock-Olymp. Da juckt einen die Basis wenig. So viel zum Thema, macht was Eigenständiges, kopiert nicht die andere, spielt ehrliche Musik, versteckt euch nicht hinter Images. Ich nahm meine Gitarrenkoffer, klopfte Kermit auf die Schultern und machte mich davon.</blockquote><br />
Der Roman ist wie der gute alte Rock'n Roll: laut, schnell, mit wiederkehrenden Riffs und trashigen Wendungen, die einem nur Spaß machen, wenn man nicht darüber nachzudenken beginnt. Wer lieber auf Opern oder Volksmusik steht bzw. älter als 30 Jahre ist, sollte besser die Finger von diesem Buch lassen.<br /> 
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        <dc:subject>lustig</dc:subject>
<dc:subject>Männerroman</dc:subject>
<dc:subject>Musik</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-03-16T22:26:20Z</published>
        <updated>2010-05-13T21:01:56Z</updated>
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        <title type="html">Ewald Arenz: Der Duft von Schokolade</title>
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                Romantiker aufgepasst: Eine Wiener Melange mit süss-bitteren Herz-Schmerz, die an <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Chocolat_%E2%80%93_Ein_kleiner_Biss_gen%C3%BCgt" title="Mehr über den Film Chocolat" target="_blank">Chocolat</a> erinnert und mit einer Prise aus <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Das_Parfum" title="Mehr über Das Parfum" target="_blank">Süskinds Parfum</a> gewürzt ist, kann hier von Freunden olfaktorischer Liebesgeschichten genossen werden. Frühling 1881: Leutnant August Liebeskind quittiert nach zehn Jahren seinen Dienst in der k. u. k.  Armee. Er war nicht ungern Soldat gewesen, fühlte sich jedoch nie als solcher richtig wohl. Als er nun auf der Mariahilfer Straße steht, seit langem frei, weiß er noch nicht, was er mit seiner Zeit anfangen soll. Er lässt sich ziellos durch Wien treiben und überlässt die Führung hauptsächlich seiner Nase.  August geniesst sein Dasein im <a href="http://www.demel.at/index_flash.htm" title="Mehr über das Wiener Kaffeehaus Demel" target="_blank">Demel</a>, zwischen den Düften frisch zubereiteten Kaffees, Zigarrenrauch (den einzigen Duft, den man sehen kann) und Wiener Mehlspeisen, und begegnet Elena Pallfy, einer selbstbewussten, spöttischen und noch dazu verheirateten Person. Durch Zufall treffen sich die beiden immer öfter und August beginnt sich in Elena zu verlieben. Das Glück währt einen Sommer, denn Elena fällt einem Brand im Wiener Opernhaus zum Opfer. Erst diese Tragödie führt August auf den Weg seiner wahren Bestimmung, nämlich die eines Chocolatiers. Sein raffiniertes Konfekt und ungewöhnlichen Pralinés sind bald in ganz Wien sehr gefragt. <br />
<br />
August hat, wie manch andere ein absolutes Gehör haben, einen absoluten Geruchssinn. Nicht nur, dass der sensible und zurückhaltende Held die feinsten Gerüche wahrnehmen und zuordnen kann, zudem lösen Gerüche vor seinem geistigen Auge Bilder aus.<br />
<blockquote>»Zimmet. Zibeben. Zucker. Roter Zucker. Blauer Zucker. Gelb. Vanillons. Weinstein. Tragant…«<br />
<br />
»Getrocknete Marillen. Datteln. Feigen…« August las weiter und zog die Schubladen eine nach der anderen auf. Die Vertrautheit, wie sie an dem Tag am See zwischen ihnen gewesen war, kehrte in der Stille der leeren Küche zurück. Auf einmal fühlte er sich ihr wieder näher.<br />
»Kommen Sie her!« sagte er, als er ein Fach mit Fläschchen gefunden hatte, »riechen Sie. Jeder Duft ist … wie eine … eine andere Welt.«<br />
<br />
Sie sah ihn an und ihre Brauen gingen in schönem Bogen nach oben.<br />
<br />
»Ja«, sagte August verlegen, »wie eine Welt. Hier!«<br />
<br />
Er hatte zwei Fläschchen entkorkt. Sie beugte sich über eines und atmete den Duft ein, der den Raum zu füllen begann.<br />
<br />
»Rosenöl«, sagte er, »zehntausend Pfund Blüten für ein Pfund Öl. Und Marzipan … draußen ist es schon so kalt wie jetzt und die Tage werden kurz. Man kommt mit rotgefrorenen Händen in die Küche und da sitzen die Mädchen und knacken Mandeln. Sie sitzen am Herd und erzählen sich von ihren Liebsten und von ihren Träumen, und der Sack mit den Mandeln wird nach und nach leer. Im Herd prasselt es, können Sie hören, wie es prasselt, wenn man die Mandelschalen hineinkehrt?«<br />
<br />
»Nein«, sagte sie kühl.<br />
<br />
August sah überrascht auf.<br />
<br />
»Erzählen Sie mir nichts von dem, was ich vielleicht hören will,« sagte sie, »keine Märchen, nichts Fremdes, diesmal. Ich will … ich will die wahren Geschichten. Erzähl mir von deinen Düften.«<br />
<br />
Deine Düfte … sie stand vor ihm und wartete. August dachte daran, wie es als Kind war und dann hörte er auf, sich zu wehren, stellte die Fläschchen weg, zog eine andere Schublade auf und ließ die ersten Bilder kommen.<br />
<br />
[...]<br />
<br />
Augusts Gesicht brannte in der Erinnerung, aber Elena stand da und hörte zu.<br />
»Manchmal«, sagte er stockend, als er an den Schubladen entlang ging und mit dem Finger die Emailleschilder berührte, »manchmal sehe ich den Düften Geschichten an.«<br />
»Was für Geschichten?«, fragte sie. Ihre Stimme war ein wenig rauh.<br />
»Ich weiß es nicht«.<br />
<br />
Er hatte seit seiner Kindheit niemandem mehr davon erzählt. »Düfte sind Bilder, seit ich denken kann. Es ist, als ob…« er redete auf einmal hastig und leise, »…es ist so, als ob an manchen Menschen die Düfte hängen bleiben und mit ihnen die Geschichten.«</blockquote><br />
"Der Duft von Schokolade" ist ein leichter und zügig zu lesender Roman, mit allen sinnlichen Raffinessen und Metaphern ausgestattet. Dem Autor gelingt es, Atmosphäre zu schaffen und starke Emotionen feinsinnig anzurichten. 
            </div>
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        <dc:subject>Kulinarisches</dc:subject>
<dc:subject>Liebesgeschichte</dc:subject>
<dc:subject>Wien</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-03-10T21:47:57Z</published>
        <updated>2010-03-18T19:36:14Z</updated>
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        <title type="html">Henning Mankell: Der Chinese</title>
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                Extrem bestialisch beginnt das 2008 erschienene Buch von Henning Mankell: Es ist tiefster Winter in Schweden - eher durch Zufall entdeckt ein Fotograf die grauenvoll ermordeten Bewohner eines Dorfes. Bis auf eine betagte Frau und ein altes Pärchen wurde das kleine Dorf Hudiksvall bestialisch ausgerottet. Sogar auf die Erschlagung der Hunde, Katzen und Kanarienvögel wurde nicht verzichtet. Die Polizei ist ratlos, denn der einzige Anhaltspunkt ist ein rotes Seidenband. Allein die Richterin Birgitta Roslin beginnt sich für die Morde zu interessieren, denn unter den Toten befinden sich die Pflegeeltern ihrer Mutter. Alte Tagebücher bringen sie auf eine Spur, die zuerst nach Nevada in das 19. Jahrhundert und dann nach China der Jetztzeit führt. Der Roman beginnt spannend und sehr interessant: Ein ganzes Dorf wird mehr oder weniger ausgerottet, es gibt keine Spuren und eine 50-jährige Frau beginnt nachzuforschen. Sie stöss auf die Geschichte eines Schweden, der Ende des 19. Jahrhunderts nach Amerika ausgewandert ist und dort beim Bau der Eisenbahn als Vorarbeiter gearbeitet hat. In seinen Tagebüchern beschreibt er den Umgang mit den afrikanischen, irischen und chinesischen Sklaven. <br />
<br />
Im modernen Peking lebt Ya Ru, ein sehr erfolgreicher und korrupter Geschäftsmann. Auch er ist in Besitz von Tagebüchern einer seiner Vorfahren. In diesen Tagebüchern ist beschrieben, wie San mit seinem Bruder nach Amerika entführt und dort von einem schwedischen Vorarbeiter gedemütigt und versklavt wird. San schwört dem Schweden seine Rache, doch das Schicksal, das ihn wieder zurück nach China führt, macht ihm hier einen Strich durch die Rechnung. Ya Ru sieht sich nun als verlängerter Arm seines Ahnen und setzt alles daran, Sans Wünschen zu entsprechen und somit die Ehre wieder herzustellen. <br />
<br />
Und ab dem Zeitpunkt, als der Leser glaubt, einen Thriller in Mankell-Manier in der Hand zu halten, startet der Autor seine Abhandlung über das Wirtschaft/Politik im heutigen China. Mithilfe seiner Hauptfiguren positioniert er die unterschiedlichen Geisteshaltungen: Ya Ru - der korrupte Kapitalist; Hong Qui, seine Schwester, die als Vertreterin der kommunistischen Elite den moralischen Gegenpol zu ihrem Bruder bildet; die schwedische Richterin Birgitta Roslin, eine sentimentale Anhängerin des Maoismus. Wohin wird sich China entwickeln, wird sich die Supermacht dem westlichen Liberalismus öffnen, werden die Machthaber weiter den Spagat zwischen Kapitalismus und Kommunismus versuchen?<br />
<br />
"Der Chinese" hat einen tollen Auftakt, leider versickert die Geschichte rund um das Massaker irgendwo in der Mitte des Buches. Die Lösung des Falles wird immer weniger wichtig, dafür verstrickt sich die Protagonistin (und der Autor) mehr und mehr in politische Belange, welche noch mit Nebenhandlungen verwoben werden, die zwar für die politische Seite des Buches aufschlussreich sind, mit dem Auftakt aber leider nicht mehr viel gemeinsam haben. Schnell noch vor Schluss gibt's zwar dann doch noch so was wie eine Lösung des Falls, sie gestaltet sich jedoch halbherzig und unbefriedigend. Hätte sich der Autor für eine Seite entschieden (schwedischer Krimi oder chinesische Polit-Geschichte), dann wär's auf jeden Fall besser gewesen.<br /> 
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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/200-Kerrelyn-Sparks-Wie-angelt-man-sich-einen-Vampir.html" rel="alternate" title="Kerrelyn Sparks: Wie angelt man sich einen Vampir?" />
        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-03-01T22:05:27Z</published>
        <updated>2010-03-18T19:36:51Z</updated>
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        <title type="html">Kerrelyn Sparks: Wie angelt man sich einen Vampir?</title>
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                Gleich vorweg: Dieser Roman hat nichts mit Fischen zu tun und eine Anleitung als Antwort auf die im Titel gestellte Frage gibt's auch nicht. Blut und saugende Nachtgeschöpfe sind seit Jahren im Trend und den vorwiegend weiblichen Autoren fällt so einiges ein, um innerhalb der Regeln, denen Vampire natürlichwerweise unterworfen sind, ihr Geld zu verdienen. Vampire mögen nun mal keinen Knoblauch und Silber, am Tag schlafen sie im Sarg, gegen Spiegel und Weihwasser reagieren sie allergisch und für das tägliche Blut müssen sie unschuldige Bürger leer saugen. Die meisten Geschichten drehen sich um ein hübsches Mädchen, das sich in einen (wahnsinning-gut-aussehenden/vor-Leidenschaft-strotzenden) Vampir verliebt. Hier ist das alles genau so, nur dass eine <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Sex_doll" title="Mehr über love und sex dolls">love doll</a> die Hauptrolle spielt, an der sich der Vampir im wahrsten Sinne einen Fangzahn ausbeisst. Echt blöd für den Vampir, echt witzig für den Leser! Roman Draganesti ist Vorstand eines Vampir-Clans und Erfinder des synthetischen Bluts (auch hier schlabbern nur die Bösen echtes Blut). Er ist stinkereich, ewig jung, attraktiv, sexy und Jungfrau (vor 500 Jahren war er ein Mönch). Seine Mitarbeiter und er suchen nach Lösungen, um den auf der Welt wandelnden Vampiren ein Leben ohne dem tödlichen Zubeissen zu ermöglichen. Das syntetische Blut gibt's zwar mittlerweile auch mit Schoko-Geschmack (was dazu führt, dass weibliche Vampire zunehmen), was den Blutsaugern aber noch abgeht, ist der notwendige Biss, der einem die Ewigkeit verschönert. <br />
<br />
Also wird eine Gummipuppe erfunden, die, mit allem kurvigen Drum und Dran, dieses Verlangen stillen soll. Ausgestattet mit einigen Litern Blut, kann VANNA ("Vampir-Apparat-zur-Neuartigen-Nahrungsaufnahme") die Halsschlagader pulsieren lassen und der Vampir kann sich ohne Reue bedienen. So weit so gut - bis zu dem Zeitpunkt, als Roman beschliesst, VANNA  selbst zu testen. Denn im Eifer des saugenden Gefechts mit der love doll bleibt ihm ein Fangzahn im Plastikhals stecken.<br />
<br />
Roman braucht also einen Zahnarzt. Schnell in den gelben Seiten nachgeschaut und schon ist man auf den Weg zur hübschen Frau Doktor Shanna Whelan. Und wie's sein soll, kommt der Vampir gerade rechtzeitig in die Praxis, um Shanna vor der Russen-Mafia zu retten. Bald ist ziemlich klar - die beiden werden ein Paar. Doch bis es soweit ist, gibt's ein paar Klischee-Vampire (die Bösen), Vampire in Schottenröcken (die Guten), jugendfreien Vampir-Sex in Cyber-Manier, Kitsch und Happy-End.<br />
<br />
Ihr habt es erraten: "Wie angelt man sich einen Vampir?" ist kein Schocker und kein Buch mit Tiefgang oder bei dem einem die Hände (oder sonstwas) nass werden. Trotzdem hat es eine Bonus: Es ist lustig und eine nette Unterhaltung für zwischendurch. 
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        <dc:subject>Liebesgeschichte</dc:subject>
<dc:subject>Science Fiction &amp; Fantasy</dc:subject>
<dc:subject>Vampire</dc:subject>
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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/199-Tess-Gerritsen-Todsuende.html" rel="alternate" title="Tess Gerritsen: Todsünde" />
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            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-02-25T21:52:18Z</published>
        <updated>2010-03-18T19:37:15Z</updated>
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        <title type="html">Tess Gerritsen: Todsünde</title>
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                Ein ganz normaler Tag für die Bostoner Pathologien Maura Isles: gerade eben seziert sie einen Mann, der an einem Herzinfarkt gestorben ist. In der nächsten Minute wird sie zu einem Tatort bestellt. In einem Kloster wurde eine Novizin mit einem mehrfach eingeschlagenen Schädel gefunden. Und somit ist Maura mit einem weiteren "Patienten" beschäftigt, der auf dem Seziertisch seine letzten Geheimnisse offenbart. In diesem Fall hat die Novizin kurz vor ihrem Tod ein Kind auf die Welt gebracht. Während der Suche nach dem Neugeborenen wird eine zweite weibliche Leiche entdeckt, bei der Maura ein weiteres Geheimnis entdeckt: Die Frau hatte Lepra. Zusammen mit der ermittelnden Polizistin Jane Rizzoli entdeckt sie Zusammenhänge zwischen den beiden Mordfällen.  <blockquote>Der Eingang zur Kapelle war mit gelbem Absperrband umspannt, das in der Mitte durchhing und bereits mit einer Eiskruste überzogen war. Sie hob es an, schlüpfte darunter hindurch und schob die schwere Tür auf. Ein greller Lichtblitz traf ihre Augen, und sie erstarrte in der Bewegung, während hinter ihr die Tür mit einem leisen Seufzen ins Schloss fiel. Sie blinzelte und wartete, bis das Nachbild verschwunden war, das sich in ihre Netzhäute eingebrannt hatte. Als sie wieder klar sehen konnte, erblickte sie Reihen von Holzbänken, weiß getünchte Wände und - am anderen Ende der Kapelle - einen Altar, über dem ein riesiges Kruzifix hing. Es war ein kalter, schmuckloser Raum, dessen Atmosphäre durch die Buntglasfenster, die nur trübe Schlieren von Licht einließen, noch zusätzlich verdüstert wurde.<br />
"Stopp - passen Sie bitte auf, wo Sie hintreten!", sagte der Fotograf.<br />
Maura blickte auf den Steinboden zu ihren Füßen und sah Blut. Und Fußabdrücke - ein chaotisches Gewirr von Spuren, dazwischen medizinische Abfälle: Spritzenhüllen und aufgerissene Verpackungen. Die Hinterlassenschaften eines Notarztteams. Aber keine Leiche.<br />
Sie ließ den Blick in einem weiteren Radius schweifen und erfasste das von Fußabdrücken verschmutzte Stück weißen Stoffs im Mittelgang, die roten Spritzer auf den Bänken. Es war so kalt in dem Raum, dass sie ihren eigenen Atem sehen konnte, und die Temperatur schien noch weiter zu sinken - die Kälte drang ihr bis ins Mark, als sie die Reihe von Blutflecken sah, die sich über die Bänke hinzog, und sofort begriff, was hier geschehen war.</blockquote><br />
Das Frauen-Power-Duo Isle/Rizzoli hat neben den Morden auch noch private Probleme, die sich auch noch dazu mit den Fällen mischen. Jane, eben hat sie erfahren, dass sie von einem one-night-stand schwanger ist, trifft auf ihren Ex-Lover Gabriel, einem FBI-Agenten (siehe auch Rizzolis erster Fall "<a href="http://www.krimi-couch.de/krimis/tess-gerritsen-die-chirurgin.html" title="Mehr über Tess Gerritsen: Die Chirurgin">Die Chirurgin</a>"). Maura ist geschieden und scheinbar aus heiterem Himmel steht ihr Ex-Mann ("der heilige Victor") mit nicht als der Absicht einer Versöhnung und guten Sex vor der Tür. Als eine weitere, verwirrende Komponente kommt auch noch ein (sehr attraktiver) Pfarrer ins Spiel. Zu allem Überfluss entdeckt die Polizei eine entstellte Baby-Leiche. <br />
<br />
Es kann einem eigentlich gar nicht langweilig werden: Zum einen gibt's Tatorte mit jede Menge Blut und Ratten, zum anderen Entdeckungen auf dem Seziertisch (Sehnen und Muskeln, durch den Tot erstarrt, werden zerrissen und gebrochen - das hat schon was Gruseliges). Private Spannungen und Konflikte, eine (kurze) Debatte über Religion und Wissenschaft und dann auch noch Inzest - die Autorin packt so einiges in zwei (amerikanische) Buchdeckeln hinein. 
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<dc:subject>Frauenroman</dc:subject>
<dc:subject>krimis &amp; thriller</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-02-22T21:32:16Z</published>
        <updated>2010-03-18T20:22:47Z</updated>
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        <title type="html">David Osborn: Jagdzeit</title>
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                "Jagen, das ist ein guter sauberer Männerspaß": Drei befreundete Männer haben ein gemeinsames Hobby. Einmal im Jahr fahren sie, ohne Kinder und Ehefrauen, für zwei Wochen auf Urlaub. Ein Urlaub der besonderen Art, denn in einer abgeschiedenen Hütte irgendwo in Kanada tun sie nichts anderes als saufen und jagen. Ihre Beute gabeln sie bereits schon während der Fahrt zum beschaulichen Ferienort auf: Vorzugsweise Pärchen, die auf Raststätten gekidnappt und in den einsamen Wäldern ausgesetzt werden. Und dann wird auf das Freiwild - zwecks Gaudi - so richtig Jagd gemacht. Amerikanisches 70-er Jahre Psycho-Halali. <!-- s9ymdb:31 --><img style="float: left; border: 0px; padding-left: 5px; padding-right: 5px;" src="http://bluecher.agunlimited.at/uploads/jagdzeit.serendipityThumb.jpg" alt="Jagdzeit" />Schnaps, Sex und eine Puffn in der Hand sind für Ken, Greg und Art - typische Vertreter der amerikanischen Upper-Class - eine willkommene Abwechslung vom "american way of life". Die drei sind seit dem College dick befreundet und teilen so manches Geheimnis, das weder die Ehefrauen und schon gar nicht die Polizei wissen dürfen. Und erst richtig Spaß haben die Freunde, wenn sie während ihrer Ferien ordentlich die Sau raus lassen. Aber ihre ziemlich verabscheuungswürdige Freizeitgestaltung muss des Plots wegen ein Ende haben und nach erfolgreicher Jagd sind plötzlich die Jäger die Gejagten. <br />
<br />
Die Handlung mag uns in den heutigen Zeiten nicht unbedingt vom Hocker reißen, vielleicht hat auch der eine oder andere den gleichnamigen Film bereits gesehen (1974, u.a mit Peter Fonda). Aber trotz moderner, schweißtreibender Psycho-Thriller schafft es dieser vor 40 Jahren erschienene Roman auch heute noch eine mitreißende Spannung aufzubauen und gewisse Schock-Effekte sind einem sicher.<br />
<br />
<object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/6VNAQp5Yjkg&hl=de_DE&fs=1&"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/6VNAQp5Yjkg&hl=de_DE&fs=1&" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object> 
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<dc:subject>krimis &amp; thriller</dc:subject>
<dc:subject>Retro</dc:subject>

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            <name>Loki</name>
                    </author>
    
        <published>2010-02-03T23:22:10Z</published>
        <updated>2010-03-26T08:18:32Z</updated>
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        <title type="html">Kevin Baker: Dreamland</title>
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                New York 1910: Die Stadt ist voll mit europäischen Einwanderern, die ihr Glück im Land der unbegrenzten Möglichkeiten suchen. Der melting pot dieses Romans ist Dreamland, ein Vergnügungspark auf Coney Island, in dem sich Zwerge, Monstrositäten, Gauner, Huren und Politiker tummeln. Es ist Trick der Zwerg, der uns von einer vergnüglichen Welt erzählt, in der sich bei tausenden Glühbirnen alles um Sensationen und Nervenkitzel dreht. Abseits der Shows und bei gelöschtem Licht haben dann Korruption, Bandenrivalitäten, irische Politik und die proletarische Frauenbewegung in den Hinterhöfen ihren Auftritt. "Komm mit nach Dreamland, denn Träume werden dort wahr!"  Als Josef Kolyika sich aufmacht aus seinem Heimatland Estland zu flüchten, treibt es ihn eher zufällig nach Amerika, in das Land, wo Träume wahr werden. Aber Josef - alias Kid Twist - erkennt bald, dass man dort mit Ehrlichkeit nicht soweit kommt und schliesst sich einer Gangster-Truppe an. Als Kid Trick den Zwerg vom Schoss des wirklich üblen Gangsters Gyp the Blood rettet (Gyp ist bekannt dafür, dass er aus reiner Unterhaltung andere über's Knie legt und ihnen so das Kreuz bricht), fliehen Kid und Trick vor Gyp in das Elefantenhotel, ein heruntergekommenes Puff im Herzen von Dreamland. Um Kids Tragödie perfekt zu machen, verliebt er sich auch noch in Gyps Schwester Esther.<br />
<br />
Gangster, Nutten und ausgebeutete jüdische Arbeiterinnen spielen in Dreamland die Hauptrolle. Die Geschichte, in der ein brutales Amerika die Hauptrolle spielt, beginnt zunächst etwas mystisch. Spätestens jedoch als von Esthers (eine Arbeiterin) und Sadies (eine Prostituierte) Schicksal berichtet wird, erkennt man schnell die desillusionierende, amerikanische Realität: Kleine, heruntergekommene Wohnungen, Armut, Gewalt und Rechtslosigkeit. <br />
<br />
Keine leichte Geschichte, bei der sich der Leser wahrscheinlich nicht sonderlich wohlfühlt: Zu schmutzig und hoffnungslos ist das Milieu, teilweise etwas zu skuril die Geschichte (Auftritt Sigmund Freud in New York), die Charaktere etwas zu platt. Trotzdem hat der Roman eine gewisse Authentizität, was ihn wiederum lesenswert macht.  
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        <dc:subject>Amerikanisches</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2010-01-23T23:59:32Z</published>
        <updated>2010-03-26T08:21:09Z</updated>
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        <title type="html">Jeffery Deaver: Der gehetzte Uhrmacher</title>
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            <div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml">
                Der "Uhrmacher" ist ein Mörder, der mit Präzision eines Uhrwerks arbeitet, um perfekt zu morden, und bei jedem seiner Opfer seine Visitenkarte hinterlässt: eine Standuhr, die leise und unerbittlich vor sich hin tickt. Und noch etwas zeichnet den "Uhrmacher" aus: er mordet langsam und qualvoll mit einer goldenen Taschenuhr in der Hand und hinterlässt so gut wie keine Spuren. Ideale Voraussetzungen also für das ermittelnde Paar Lincoln Rhyme und Amelia Sachs. <blockquote>"Den Ersten, den ich getötet habe, war zum Beispiel vierundzwanzig, also könnte man behaupten, es habe vierundzwanzig Jahre gedauert, bis er tot war."</blockquote><br />
Und wenn die New Yorker Polizei mit solchen Fällen nicht mehr weiter weiss, dann klopft sie an Lincoln Rhymes Tür - einem querschnittgelähmten Forensiker, der mit seiner ungeduldigen, launischen und pingeligen Art jedes noch so kleines Staubkörnchen untersucht und allein mit einem Fuzerl Dachpappe den Mörder entlarvt. Amelia Sachs, seine Partnerin (nicht nur beruflich), ist auch wieder von der Partie und mehr denn je, kratzt sie sich die Kopfhaut wund. Denn nicht nur dass die rothaarige und langbeinige Amelia das forensische Laufmädchen für Lincoln mimt, sie ist noch dazu mit einem zweiten Fall beschäftigt, der mit Korruption innerhalb der Polizei zu tun hat. Und dem nicht genug, erfährt sie auch, dass ihr verstorbener Vater ebenso korrupt war. <br />
<br />
Ein sadistischer Mörder und korrupte Polizisten. Da ist es mehr als hilfreich, wenn in dieser Situation die Verhörspezialistin Kathryn Dance aus Kalifornien das Ermittlungsteam auf die richtige Spur bringt. Und noch zwei neue Gesichter beschert uns Deaver: zum einen den jungen, noch ziemlich unerfahreren Polizisten Ron Pulaski, der mit seinen naiven Vermutungen Lincoln ordentlich auf die Palme bringt, und ein kleiner Hund namens Jackson, der ebenfalls - nach mürrischer Skepsis - im Team akzeptiert wird. <br />
<br />
"Der gehetzte Uhrmacher" ist ein Buch, das - so befürchte ich - nur Kenner von Deavers Dreamteam Rhyme/Sachs so richtig Freude machen kann. Es werden zwar zwischenmenschliche Zusammenhänge erklärt, sie gehen jedoch nicht in die Tiefe - das würde Deavers Fans wohl etwas langweilen. Der Thriller ist nach bekannter Manier aufgebaut und auch hier überrascht uns der Autor mit Wendungen, die keiner vermuten würde. So gesehen, erwartet Deaver Leser wohlbewährtes, wenn auch altbekanntes und man kann sich darauf verlassen, einen wirklich spannenden Thriller zu geniessen. Was den Uhrmacher von seinen sechs Vorgängern aus der Lincoln-Rhyme-Serie unterscheidet, ist, dass der Roman weniger grauslich-mörderische Fantasien beinhaltet, wie sie z.B. von "<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Knochenj%C3%A4ger" title="Mehr über "Knochenjäger"">Der Knochenjäger</a>" oder "Der Insektensammler" noch in Erinnerung sind.http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/55-Jeffery-Deaver-Das-Gesicht-des-Drachen.html 
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<dc:subject>krimis &amp; thriller</dc:subject>
<dc:subject>spannend</dc:subject>

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        <author>
            <name>Loki</name>
                    </author>
    
        <published>2009-12-15T22:36:41Z</published>
        <updated>2010-06-15T12:19:06Z</updated>
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        <title type="html">Matt Ruff: Fool on the Hill</title>
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                <iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?lt1=_blank&bc1=FFFFFF&IS2=1&npa=1&bg1=FFFFFF&fc1=000000&lc1=0000FF&t=bluecher-21&o=3&p=8&l=as1&m=amazon&f=ifr&asins=3423207493" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0" align="left"></iframe>Eine Geschichte zu erzählen, reicht Matt Ruff wohl nicht. Es müssen gleich mehrere sein - und dem nicht genug verpasst er den vielen Handlungen auch noch ein mythologisch-fantastisches Mascherl. Kobolde, Musen, sprechende Vierbeiner und auch ganz normale (und auch nüchterne) Studenten und Professoren tummeln sich am Campus der Cornell University irgendwo auf einem Hügel in Amerika. Stephen lässt grad einen Drachen steigen, Puck läuft seiner Ex-Freundin nach und im fernen New York machen sich Luther und Blackjack auf den Weg, den Himmel zu suchen. Und all diese anfänglichen Belanglosigkeiten sind Teil eines grossen Plans, eines erzählerischen Konzepts, an das ein alter Grieche schon seit Jahrhunderten arbeitet. Mr. Sunshine ist Grieche und seit einer ewigen Zeit auf der Welt. Er ist der (pensionierte?) Gott der Dichtkunst (Apollon -> Phoebus -> Sonnengott) und im Jahre 1866 gerade damit beschäftigt, eine grossartige Geschichte zu spinnen, deren Höhepunkt aber erst in unserer Gegenwart stattfinden soll. Er beginnt damit, einen reichen Geschäftsmann zu überreden, eine Universität auf einem Hügel in Ithaca (New York) zu gründen. <br />
<br />
Cornell University in Ithaca, Gegenwart: Hier lebt Stephen Titus George (-> <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_%28Heiliger%29" title="Mehr über den Heiligen St. Georg, dem Drachentöter">St. Georg, der Drachentöter</a>), ein begnadeter Schriftsteller ohne Geldsorgen. Auf dem Campus sind auch die Kobolde Puck und Zephyr zu Hause, die - sichtbar nur für Kinder, Betrunkene und irre Norgweger - ihr liebevolles Unwesen treiben. Zwei weitere Gemeinschaften, die von Mr. Sunshine als wesentlich für die Geschichte bestimmt werden, müssen ihren Weg auf den Hügel noch finden. Luther und Blackjack, ein Mischlingshund und ein räudiger Kater, haben sich von New York auf die Reise gemacht, um den Himmel zu finden. Die Bohemians - eine (Rand-)Gruppe aus selbsternannten Ritter der Schwachen, Witwen und Enterbten - sind per Pferd und Harley ebenfalls unterwegs nach Ithaca.<br />
<br />
Natürlich ist es kein Zufall, dass sich alle diese Haupt- und Nebendarsteller in Ithaca einfinden, denn ihnen wird eine besondere Aufgabe zuteil. Als eine kleine Büchse mit der Aufschrift "Pandora" am Friedhof geöffnet wird, weckt das den Engerling Rasferret - ganz nach Mr. Sunshines Plan - zu neuem Leben. Endlich kann Rasferret wieder so richtig fies, brutal und sehr, sehr böse sein. Hund und Katz, Kobolde, die Bohemians und der Schriftsteller samt seiner Prinzessin Aurora müssen nun gegen Rasferret kämpfen, damit ihre Welt nicht von ferngesteuerten Ratten übernommen wird. <br />
<br />
"Fool on the Hill" ist eine real-fantastische Geschichte, die wohl ein bisschen nach Überforderung klingt. Ziemlich viele Protagonisten, Handlungsstränge und Querverweise zur griechischen und germanischen Mythologie können auch einen überzeugten Fantasy-Fan einschüchtern. Auf wundersame Weise verheddert sich jedoch der Autor keineswegs sondern behält immer den roten Faden in dieser romantisch-tragischen-witzigen-schrulligen Mehrwert-Geschichte im Auge.  
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        <dc:subject>Amerikanisches</dc:subject>
<dc:subject>Antike</dc:subject>
<dc:subject>Liebesgeschichte</dc:subject>
<dc:subject>Science Fiction &amp; Fantasy</dc:subject>
<dc:subject>skuril</dc:subject>

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            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2009-12-08T22:05:12Z</published>
        <updated>2009-12-21T01:00:33Z</updated>
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        <title type="html">Jasper Fforde: Irgendwo ganz anders</title>
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<br />
- Ihr Onkel Mycroft (bereits verstorben) erscheint ihr in seiner Garage als Geist. <br />
- Die Leserzahlen in der Real-Welt sinken in dramatischer Weise.<br />
- Felix8 liegt ziemlich verschnürt im Keller des Teppich-Geschäfts.<br />
- Das Book-Hopping funktioniert nur noch holprig.<br />
- Ein hoch-explosiver Käse taucht am Schwarzmarkt auf.<br />
<br />
<!-- s9ymdb:30 --><img width="460" height="299" src="http://bluecher.agunlimited.at/uploads/front_image/cheese_alert.jpg" alt="" /><br />
<br />
Diese Merkwürdigkeiten sind nur die Vorboten einiger grösserer Probleme, die unter anderem wieder mal mit der Vernichtung der Welt zu tun haben, wobei der Autor mit ungewöhnlichen Ideen den drohenden Weltuntergang noch amüsanter macht:<br />
<br />
- Thursday muss ihre Lit-Klone Thurs5 ("Öko-Tussi") und Thurs1-4 ("Guerilla-Tussi") ausbilden.<br />
- Die Rettung der Welt liegt maßgeblich an Friday, Thursdays Älterster, der in Zukunft Generaldirektor der ChronoGarde sein wird, momentan aber grad in der Pubertät steckt und ihm sämtliche Karrieregedanken aber sowas von wurscht sind.<br />
- Wir erfahren auch, wie das Klavier-Sharing in der Bücherwelt funktioniert und warum Thursdays Dodo keine Federn mehr hat.<br />
- Goliath bastelt ein einem transfiktionalen Reisebus.<br />
- Aornis Hades ist zwar gefangen in einer dreißigjährigen Zeitschleife, kann aber dennoch Thursday davon überzeugen, dass sie eine zweite Tochter hat.<br />
u.v.m.<br />
<br />
Langweilig wird einem bei der Lektüre nicht, eher könnten Zweifel gegen Ende auftauchen, ob denn der Autor es schafft, die vielen Stränge des Romans zusammen zu führen. Die Geschichte ist witzig, kreativ und mit vielen bekannten Persönlichkeiten aus den Büchern 1 bis 4 bestückt. Trotzdem kommt auch dieser Teil nicht ganz an den ersten Teil "<a href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/11-Jasper-Fforde-Der-Fall-Jane-Eyre.html" title="Jasper Fforde: Der Fall Jane Eyre">Der Fall Jane Eyre</a>" heran. Macht aber auch nichts...<br />
<br />
Jasper Fforde hat den 6. Thursday-Roman mit den Titel "One of Our Thursdays is Missing" für 2011 versprochen.<br />
<br />
<a href="http://www.jasperfforde.com/" title="Jasper Fforde">Website von Jasper Fforde</a><br />
<a href="http://www.thursdaynext.com/index2.html" title="Website Thursday Next">Website Thursday Next</a><br />
<a href="http://www.jasperfforde.com/grey/grey1.html"></a><br />
<a href="http://www.jasperfforde.com/upgrade/tn5_erratum.pdf" title="Upgrade your TN 5: Insert the missing text">Upgrade your TN 5: Insert the missing text</a><br />
<a href="http://www.jasperfforde.com/penguin_guides.html" title="Penguin's Readers Guide to the TN books">Penguin's Readers Guide to the TN books</a><br />
<a href="http://www.thursdaynext.com/jurisfiction/index.html" title="Thursdays Jurisfiktionsbuch">Thursdays Jurisfiktionsbuch</a> 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>Bücher</dc:subject>
<dc:subject>Science Fiction &amp; Fantasy</dc:subject>

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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/193-Stieg-Larsson-Vergebung.html" rel="alternate" title="Stieg Larsson: Vergebung" />
        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2009-12-02T22:31:45Z</published>
        <updated>2009-12-21T01:01:21Z</updated>
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        <title type="html">Stieg Larsson: Vergebung</title>
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<br />
Drei Bücher, die - trotz des fortlaufenden Plots - jedes Mal anders sind und dadurch überraschen. Im ersten Teil geht es um einen konkreten Fall, der mit den Hauptdarstellern persönlich gar nichts zu tun hat. Als hätte der Autor zunächst vorgehabt, nur ein Buch zu schreiben, macht er kurz vor dem 2. Teil einen Schwenk und rückt dann die beiden Protagonisten ins Zentrum krimineller Machenschaften, die sich in "Vergebung" fortsetzen und dort erst gegen Ende auflösen. <br />
<br />
Auch was den Stil der Bücher angeht, so wiegt der Autor den Leser nie in Sicherheit: Gerade zu Beginn des 1. Teils "<a href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/191-Stieg-Larsson-Verblendung.html" title="Stieg Larsson: Verblendung">Verblendung</a>" ist es schwierig durch die langatmigen Beschreibungen diverser Familienverhältnisse in die Geschichte hineinzufinden. Kaum hat man aber diese Hürde bewältigt, wird's gruselig. Wer sich jedoch im 2. und 3. Teil derartige Schock-Erlebnisse erhofft, wird etwas enttäuscht sein. Mehr Action (jedoch kein Sado-Maso und dergleichen) gibt's in "<a href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/192-Stieg-Larsson-Verdammnis.html" title="Stieg Larsson: Verdamnis">Verdammnis</a>": der herrlich spannende Box-Kampf, Lisbeths Zusammentreffen mit den schwedischen Hells Angels und der unfaire Kampf zwischen Lisbeth und ihrem Vater. Die akribische Recherchier-Arbeit und das Zusammenführen der Handlungsstränge stehen in "Vergebung" im Vordergrund, physische Action findet (fast) keine mehr statt. Das Buch ist aber durch diese Erzählweise nicht weniger aufreibend, es wird nur die physische Spannung durch eine subtile abgelöst.<br /> 
            </div>
        </content>
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        <author>
            <name>Igor</name>
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        <published>2009-11-15T22:31:09Z</published>
        <updated>2009-12-02T23:36:16Z</updated>
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        <title type="html">Stieg Larsson: Verdammnis</title>
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<br />
Gerade hat sich Lisbeth einigermaßen in ihrem Leben zurecht gefunden: Durch die (im ersten Teil) unterschlagenen Wenström-Millionen hat sie genug finanzielles Polster, sich erstmal eine längere Weltreise zu gönnen. Erst der Tod ihrer Mutter zwingt sie, nach Schweden zurück zu kehren. Zurück in Stockholm kauft sie sich erstmal ein 300 m2 großes Penthouse, plündert den halben IKEA und belebt alte Kontakte - unter anderem zu Miriam, einer Lesbe, der sie kurzerhand ihre alte Wohnung überschreibt. Mikael geht sie erfolgreich aus dem Weg - sie öffnet weder seine Briefe noch E-Mails. Als sie sich in seinen Laptop hackt, erfährt sie, an was Mikael und Dag arbeiten. Als sie immer wieder auf ihr bekannte Namen stösst (u.a Nils Bjurman) beschließt sie, Dag zu kontaktieren, denn Lisbeth weiß mehr von der drohenden Gefahr durch eine Veröffentlichung des Materials. Sie macht sich auf, Dag in seiner Wohnung aufzusuchen.<br />
<br />
Kurz darauf werden Dag und seine Frau in ihrer Wohnung kaltblütig erschossen aufgefunden. Es ist ausgerechnet Mikael, der durch Zufall die Leichen entdeckt. Er bemerkt auch die liegen gebliebene Waffe im Stiegenhaus, die die Polizei später als Eigentum von Nils Bjurman identifiziert. Und neben den Fingerabdrücken des Besitzers findet die Polizei auch Lisbeths Abdrücke. Als auch noch der Rechtsanwalt und Lisbeths Bevollmächtigter Bjurmann wenig später ebenfalls erschossen aufgefunden wird, mutiert Lisbeth automatisch zur Tatverdächtigen Nummer eins. Die Jagd und Hetze nach der "psychopathischen Satanistin", an der sich auch sämtliche schwedischen Medien anschliessen, beginnt...<br />
<br />
Lisbeth taucht erstmal in ihrer luxuriösen Wohnung unter und ist somit auch für ihre Freunde nicht aufspürbar. Doch Mikael, der von Lisbeths Unschuld überzeugt ist, weiß, wie er Kontakt zur angeblichen 3-fach Mörderin aufnehmen kann - über sein eigenes iBook, zu dem Lisbeth Zugang hat. <br />
<blockquote>Sie überlegte eine Weile und legte dann ein neues Dokument an, das sie 'An MikBlom' nannte. Sie schrieb nur ein einziges Wort hinein.<br />
<br />
Zala.<br />
<br />
Das dürfte ihm erst mal Stoff zum Nachdenken geben.<br />
Sie saß immer noch vor dem Bildschirm und grübelte, als Mickale Blomkvist plötzlich seinen Computer startete. Seine Antwort kam, kurz nachdem er ihre Datei gelesen hatte.<br />
<br />
Lisbeth,<br />
Du verdammt anstrengender Mensch. Wer zum Teufel ist Zala? Ist er die Verbindung? Weiß Du, wer Dag &amp; Mia ermordet hat? Wenn ja, sag es mir, damit wir diesem Elend ein Ende machen können.<br />
Mikael<br />
<br />
Okay. Zeit ihn zu ködern.<br />
Sie legt ein neues Dokument namens 'Kalle Blomkvist' an. Sie wusste, dass er sich darüber ärgern würde. Dann schrieb sie die kurze Mitteilung.<br />
<br />
Du bist der Journalist. Finde es raus.<br />
<br />
Wie erwartet, antwortete er auch darauf sofort und appellierte an sie, sie solle zur Vernunft kommen. Er versuchte, sie über die Gefühlsmasche zu kriegen. Sie lächelte und verließ seine Festplatte.</blockquote><br />
Der zweite Teil der Trilogie ist stilistisch komplett anders als der erste: eine dramatische Szene nach der anderen (u.a. ein wirklich filmreifer Boxkampf) und keine weit schweifenden (familien-spezifischen) Ausführungen mehr. Durch die sich abwechselnden Erzählperspektiven erhält man einen gründlichen Einblick in die Ermittlungsarbeiten von Mikael, Armanskij und der Polizei. Man merkt wie subtil der Autor die Geschichte konstruiert, die vielschichtigen Verbindungen rund um die Protagonistin Lisbeth konstruiert und alles für die Auflösung im dritten Teil („Vergebung“) vorbereitet.  
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            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2009-11-08T22:31:00Z</published>
        <updated>2009-12-02T23:35:54Z</updated>
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        <title type="html">Stieg Larsson: Verblendung</title>
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<br />
Blomkvist engagiert als Hilfe Lisbeth Salander, eine dürre, tätowierte und eigenwillige junge Schnüfflerin mit begnadeten Hacker-Händchen und mit einer Vergangenheit, auf die Gott-sei-Dank nicht näher eingegangen wird. So viel steht fest: Vom Staat Schweden als verrückt erklärt, ist ihr ein Vormund in Form eines Rechtsanwalts zugeteilt, den sie - nach zwei recht deftigen Annäherungen - ordentlich auseinander nimmt. Lisbeth beginnt sich für den Fall der verschwundenen Harriet Vanger zu interessieren und gemeinsam mit Blomkvist wühlt sie in familiären Abgründen, in denen Nationalsozialismus, Sadismus und Inzest für Schock-Effekte sorgen.<br />
<blockquote>"Du bekommst ein Geschenk von mir, damit du dich immer an unsere Vereinbarung erinnerst."<br />
Sie lächelte schief, kletterte plötzlich aufs Bett und kniete sich zwischen seine Beine. Bjurman begriff nicht, was sie meinte, aber er hatte auf einmal Angst.<br />
Dann sah er die Nadel in ihrer Hand.<br />
Er warf den Kopf hin und her und versuchte sich loszuwinden, bis sie ihm warnend ein Knie gegen den Schritt drückte.<br />
"Still liegen bleiben. Ich benutze diese Geräte zu ersten Mal."<br />
Sie arbeitete zwei Stunden konzentriert. Als sie fertig war, hatte er aufgehört zu wimmern. Er schien sich in einem fast schon apathischen Zustand zu befinden.<br />
Nachdem sie vom Bett gestiegen war, legte sie den Kopf schräg und betrachtete ihr Werk mit kritischem Blick. Ihr künstlerisches Talent war begrenzt. Die Buchstaben waren verwackelt, das Ganze wirkte irgendwie impressionistisch. Sie hatte rote und blaue Farbe für die Botschaft verwendet, die sie in fünf Reihen Großbuchstaben über seinen ganzen Bauch tätowiert hatte, von den Brustwarzen bis kurz über sein Geschlechtsorgan:<br />
ICH BIN EIN SADISTISCHES SCHWEIN,<br />
EIN WIDERLING<br />
UND EIN VERGEWALTIGER<br />
Sie sammelte die Nadeln wieder ein und steckte die Farbpatronen in ihren Rucksack. Danach ging sie ins Badezimmer und wusch sich die Hände. Sie bemerkte, dass es ihr wesentlich besser ging, als sie wieder ins Schlafzimmer kam.<br />
"Gute Nacht", sagte sie.</blockquote><br />
<br />
Der Roman hat zwar nicht die mega-originelle Geschichte parat und beim ersten Fünftel des Romans ist eher Geduld als Spannung angesagt. Die Vielschichtigkeit der Geschichte und das Zusammenspiel der Charaktere überzeugen dennoch. Es ist vor allem die hart gesottene Lisbeth, die essentiell zum spannenden Plot, der locker mit einem Thriller von <a href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/55-Jeffery-Deaver-Das-Gesicht-des-Drachen.html" title=""Das Gesicht des Drachen" von Jeffery Deaver">Jeffery Deaver</a> mithalten kann, beiträgt. <br />
<br />
Für seinen Debütroman wurde Larsson im Jahre 2006 postum mit dem Skandinavischen Krimipreis ausgezeichnet. <br />
<br />
<object width="400" height="280"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/lxlTNIkZvnQ&hl=de&fs=1&"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/lxlTNIkZvnQ&hl=de&fs=1&" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="400" height="280"></embed></object><br /> 
            </div>
        </content>
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<dc:subject>Sex</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2009-11-03T22:25:00Z</published>
        <updated>2009-12-21T01:02:13Z</updated>
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        <title type="html">Richard K. Breuer: Die Liebesnacht des Dichters Tiret</title>
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 Sommer 1788. Als der Gelehrte Aleksander Mickiewicz sich in die schöne Madeleine, Tochter eines polnischen Aristokraten, verliebt, ahnt er noch nichts von den mysteriösen Umständen seiner Herkunft und von den Ereignissen, die ihn bald unversehens in die politischen Umbrüche hineinziehen werden. <br />
<br />
In Begleitung des geheimnisvollen, zuweilen verschrobenen Marquis d'Angélique begibt er sich auf eine gefährliche Reise nach Frankreich und begegnet dem Vordenker der Revolution <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gabriel_de_Riqueti,_comte_de_Mirabeau" title="Mehr über Mirabeau">Graf Mirabeau</a> und weiteren historischen Personen wie Frédéric Baron von Dietrich, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Antoine_Barnave" title="Mehr über Antoine Barnave">Antoine Barnave</a>, Gräfin La Guyomarais, Manduit, Gräfin de la Fonchais usw. Die Weltbild von Aleksander beginnt, am Vorabend der französischen Revolution, aus den Fugen zu geraten.<br />
<br />
Der Wiener Autor Richard K. Breuer hat die Aufgabe, einen historischen Roman spannend und programmatisch zugleich rüber zu bringen, einfallsreich gelöst. Fiktives wechselt sich mit Fakten ab - politisch-philosophische Gedanken, die der französischen Revolution zu Grunde liegen werden so präsentiert, dass auch ein historischer Laie sie nachvollziehen kann. <br />
<br />
Damit es aber mit der geschichtlichen Geschichte nicht zu langweilig wird, baut Breuer zudem konfliktträchtige Romantik (Intellektueller verführt scheinbar ahnungsloses Mädchen und schwängert sie auch noch bevor sie verheiratet sind), einen zwielichtigen Freund mit casanova'ischen Tendenzen und viele hübsche (und willige) Aristokratinnen ein. Aber dem nicht genug: Zu historischen Fakten/Zitaten (belegt durch zahlreiche Quellenverzeichnisse) und emotionalen Konflikten beschert uns der Autor eine für diese Zeit angemessene (sehr nasale) Sprache und einen Humor, der mich an die alten, österreichischen schwarz/weiß Filmen erinnert.<br />
<blockquote>"Die Kapitulation ist noch nicht eingetroffen?", fragt der französische Diplomat.<br />
"Nau, wenn's umsVerlieren geht", antwortet der Österreicher, "da werden's plötzlich fad, die Preußen. Aber beim Siegen, da sind's die Ersten. Habt's ihr schon gehört, dass sie die Schlacht für sich reklamieren?"<br />
"Ist ja bitteschön unmöglich, weil ist ein Affront", knurrt der Russe - "Die große russische Armee wird bald stehen in Berlin und sie machen der Zarin zum Geschenk. Sollen die Preußen schauen, wie wir Russen machen Krieg."<br />
"Ja, warum hat Ihr's denn auf einmal so eilig? Sammeln wir bittschön unsere Kräfte, bevor wir dem Fritzl den Allerwertesten versohlen", sagt der Österreicher - "Der preußische Adler, auch wenn er viele Federn hat lassen müssen, er bleibt gefährlich!"<br />
"Verkehrte Welt, meine Herren", resümiert der Franzose - "Sonst sind die Österreicher immer jene, die den Feind unterschätzen, die Russen jene, die ihn überschätzen. Wir sehen, jede Allianz lässt uns vom einstigen Feind lernen."</blockquote><br />
<br />
<object width="300" height="200"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/-k9HjpbbkXA&hl=de&fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/-k9HjpbbkXA&hl=de&fs=1" type="application/x-shockwave-flash" width="384" height="313" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object><br />
<br />
<a href="http://1668cc.files.wordpress.com/2008/02/tiret_fin_leseprobe_150208.pdf" title="Leseprobe "Die Liebesnacht des Dichters Tiret"">Leseprobe "Die Liebesnacht des Dichters Tiret"</a><br /> 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>Österreichisches</dc:subject>
<dc:subject>französisches</dc:subject>
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            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2009-10-19T21:55:38Z</published>
        <updated>2009-10-22T23:54:47Z</updated>
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        <title type="html">Stefan Slupeztky: Das Schweigen des Lemmings</title>
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<br />
Doch der Lemming zweifelt nicht lange sondern folgt seiner Spürnase, die ihn immer weiter weg von der Tier- zur Kunstschau führt. Auf der Suche nach dem verschwundenen Pokorny gerät der Lemming immer weiter in die Wirrungen der Wiener Kunstszene und plötzlich rückt der legendäre Diebstahl der <a href="http://www.wien-konkret.at/kultur/museum/kunsthistorisches-museum/saliera-salzfass-skulptur/" title="Mehr über den Raub des Salzfasses">Saliera aus dem Kunsthistorischen Museum</a> ins Zentrum der Ermittlungen.<br />
<br />
Vom Schönbrunner Tiergarten ausgehend, greift Slupetzky mehr denn je zum Rundumschlag in Politik, Magistrat, Kunst und Kultur. Wortgewandt sind die Exkurse über Wiener Eigenheiten...<br />
<blockquote>Das Du gilt hier beileibe nicht als Zeichen der Verbrüderung, vielmehr bringt es die größte denkbare Distanz zum Ausdruck, die zwischen kommunizierenden Menschen herrschen kann, sei es nun eine altersbedingte, hierarchische oder emotionale. Selten wird man im Kampfgetümmel des tobenden Wiener Autoverkehrs den Ausruf "Können S'net blinken, Sie g'schissener Trottel, Sie depperter?" vernehmen; nein, spontane Schmähungen gehen in der Regel mit einem verächtlichen Du einher.</blockquote><br />
...Modernes wird kritisch...<br />
<blockquote>Diese so genannten Langen Nächte sind ja erst in den letzten Jahren so richtig bei uns aufgekommen: Es gibt die lange Nacht der Museen, die lange Nacht der Kirchen, die lange Nacht der Sterne, der Technik, des Kabaretts und so weiter. Fehlt noch die lange Nacht der Toiletten oder der Friedhöfe...<br />
Wenn Mutter Fadesse und Vater Herdentrieb Nachwuchs bekommen, heißt der Eventkultur.</blockquote><br />
...und Menschliches philosophisch betrachtet:<br />
<blockquote>Wenn das menschliche Gedächtnis einem sperrigen Schrankkoffer gleicht, den man selbst dort noch mit sich schleppt, wo man allerhöchstens eine Zahnbürste braucht, dann ist der Alkohol wie ein freundlicher Page, der einem dieses lästige Gepäckstück abnimmt."</blockquote><br />
Und zwischen all den flotten und witzigen Ausführungen und -schweifungen gibt's eine lebhafte Handlung mit typischen Wiener Gestalten (halt ohne Krotznig, der ist im 2. Teil gestorben), die - sehr geschickt ausgetüftelt - noch ausgereifter als die ihrer Vorgänger ("<a href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/125-Stefan-Slupetzky-Der-Fall-des-Lemmings.html" title="Mehr über den 1. Fall">Der Fall des Lemming</a>" und "<a href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/189-Stefan-Slupeztky-Lemmings-Himmelfahrt.html" title="Mehr über den 2. Fall">Lemmings Himmelfahrt</a>") erscheint. 
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        <dc:subject>Österreichisches</dc:subject>
<dc:subject>krimis &amp; thriller</dc:subject>
<dc:subject>stefan slupetzky</dc:subject>
<dc:subject>witzig</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2009-10-11T20:20:40Z</published>
        <updated>2009-10-22T23:51:28Z</updated>
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        <title type="html">Stefan Slupetzky: Lemmings Himmelfahrt</title>
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<br />
<div class="serendipity_imageComment_left" style="width: 150px"><div class="serendipity_imageComment_img"><!-- s9ymdb:27 --><img width="150" height="88"  src="http://bluecher.agunlimited.at/uploads/front_image/04_09_Slupetzky2.jpg.358061.serendipityThumb.jpg" alt="" /></div><div class="serendipity_imageComment_txt">Ex-Polizist und Versager aus Berufung: Leopold Wallisch</div></div>Der Lemming türmt erstmal und kontaktiert dann seinen (einzigen?) Freund, den Pathologen Bernatzky. Die beiden entwickeln einen Plan: Der Lemming soll sich in die psychiatrische Klinik "Unter den Ulmen", in dem der Tote gearbeitet hat, einschleichen und dort mehr über die Zusammenhänge herausfinden. Gesagt, getan. Der Lemming holt sich noch ein paar Tipps von Bernatzky, wie man einen "Psycho" simuliert und täuscht dann einen Unfall mit darauf folgendem Gedächtnisverlust vor, um in das Sanatorium eingeliefert zu werden. Und da geht's gar nicht so ruhig zu, wie es zuerst den Anschein hat. Zu allem Übel und zwecks Steigerung der Spannung taucht dann auch noch sein Erzfeind auf, der noch eine alte Rechnung mit dem Lemming (siehe 1. Fall) offen hat: Kommissar Krotznig.<br />
<blockquote>Abermals zwängt sich der Lemming jetzt durch den Riss in der Mauer. Schließt kurz die Augen, blinzelt, um sich an das gleißende Licht zu gewöhnen. Hebt dann den Kopf ... und blickt in ein schwarzes Loch.<br />
Ein wohl bekanntes schwarzes Loch.<br />
Kugelrund.<br />
Durchmesser neun Milimeter.<br />
"Servus, Burli ..."</blockquote><br />
Wer den <a href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/125-Stefan-Slupetzky-Der-Fall-des-Lemmings.html" title="Stefan Slupetzky: Der Fall des Lemming">ersten Fall des Lemming</a> mag, wird auch den zweiten mögen, denn es geht heiter weiter mit Wiener Schmäh und österreichischen Skurrilitäten, die sich brav mit philosophischen und gesellschaftskritischen Überlegungen abwechseln. Selbstverständlich gibt's auch eine - nicht zu komplizierte aber mitreißende - Handlung und eigenwillige Charaktere.<br />
<br />
<a href="http://members.chello.at/st.slup/naschmarktmord.htm" title="Leseprobe "Lemmings Himmelfahrt" target="_blank">Leseprobe "Lemmings Himmelfahrt"</a><br />
<a href="http://members.chello.at/st.slup/" title="Website Stefan Slupetzky" target="_blank">Website Stefan Slupetzky</a><br />
<a href="http://www.facebook.com/profile.php?id=100000102447511&ref=name" title="Facebook: Leopold Wallisch" target="_blank">Facebook Seite vom "Lemming" alias Leopold Wallisch</a><br />
<br />
<object width="460" height="260"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/ytZwaHX9ZY4&hl=de&fs=1&"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/ytZwaHX9ZY4&hl=de&fs=1&" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="460" height="260"></embed></object><br /> 
            </div>
        </content>
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<dc:subject>Wien</dc:subject>
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        <author>
            <name>Loki</name>
                    </author>
    
        <published>2009-10-04T21:41:07Z</published>
        <updated>2010-05-30T20:11:46Z</updated>
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        <title type="html">Kahled Hosseini: Tausend strahlende Sonnen</title>
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Mariam ist eine <em>harami</em>, ein uneheliches Kind. Sie lebt mit ihrer Mutter am Rand von Kabul in einer schäbigen Hütte. Ihr Vater besucht sie mehr oder weniger regelmäßig, bringt ihr Geschenke und seine Liebe zu ihr ist offentsichtlich. Als Mariam 15 ist, reisst sie aus und versucht bei ihrem Vater und seiner Familie unterzukommen. Doch die Scham des Vaters über sein uneheliches Kind ist grösser und Mariam kehrt unverrichteter Dinge nach Hause. Währenddessen begeht ihre Mutter Selbstmord - aus Traurigkeit darüber, dass Mariam sie verlassen hat. Da sie nun alleine steht, macht ihr Vater das einzige, was ihm möglich ist: Er verheiratet Mariam. Ihr zukünftiger Mann, Raschid, ist Schuhmacher und 30 Jahre älter als Mariam. Es kommt, wie es kommen muss: Raschid entpuppt sich als gewalttätiger Patriachat und Mariam kann nur eines tun: <em>tahamul</em> - Aushalten.<br />
<br />
Laila wohnt gleich neben der unglücklichen Mariam. Sie ist fast noch ein Kind, geht zur Schule und ist in den Nachbarsjungen Tarik verliebt. Für sie bricht die Welt zusammen, als Tarik mit seiner Familie nach Pakistan flieht und ihre Eltern bei einem Bombenangriff ums Leben kommen. Schwer verletzt wird sie von Raschid aus den Trümmern geborgen und in seinem Haus versorgt. Als Raschid sie zur Frau begehrt, stimmt sie zu. Von Tarik schwanger, ist es der einzige Ausweg das Kind gefahrlos auf die Welt zu bringen.<br />
<br />
Mariam ist zu diesem Zeitpunkt schon dreißig und hat Raschid immer noch keinen Stammhalter geschenkt. Dass er sich nun eine zweite Frau nimmt, stösst ihr natürlich sauer auf und so ist die Beziehung zwischen den beiden Frauen vorerst durch Eifersucht und Revierverhalten bestimmt. Doch die Not und ein kleines Mädchen machen die beiden zuerst zu Verbündete und dann zu Freundinnen.<br />
<br />
Schläge mit dem Gürtel, das Tragen der Burka und die komplette Isolation von der Aussenwelt bestimmen das Leben der Frauen in Kabul. Doch zumindest eine der beiden findet schlussendlich ihr Glück - auch wenn es auf Kosten der anderen geht. "Tausend strahlende Sonnen" ist kein Roman für die Sonnenliege: obwohl unkompliziert geschrieben, geht die Handlung doch recht an die Nieren. <br />
<br />
<a href="http://www.weltbild.at/1/pprod.read/page.html?b=037104&h=dd695f6a54&js=false&lm=20091003071054&trbid=401030" title="Leseprobe: 1. Kapitel" target="_blank">Leseprobe "Tausend strahlende Sonnen"</a><br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Khaled_Hosseini" title="Mehr über den Autor Khaled Hosseini auf wikipedia">Mehr über den Autor Khaled Hosseini</a><br />
<br />
<object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/S4kyalTT_wY&hl=de&fs=1&"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/S4kyalTT_wY&hl=de&fs=1&" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Afghanistan">Mehr über Afghanistan</a> 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>Afghanistan</dc:subject>
<dc:subject>Frauenroman</dc:subject>
<dc:subject>Freundschaft</dc:subject>
<dc:subject>Taschentuchbuch</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2009-09-29T21:11:16Z</published>
        <updated>2010-07-26T23:20:31Z</updated>
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<br />
Zu Beginn der Mordserie weiss der ermittelnde Wiener Kommissar Berner noch nichts von der weit reichenden Bedeutung, die die Mordopfer symbolisieren. Berner, ein liebenswürdiger Grantler, steht zwar kurz vor seiner Pensionierung, geht aber dennoch mit seiner erfahrenen Spürnase ans Werk (nicht gelöste Fälle sind eine persönliche Beleidigung). Die grausigen Morde geben ihm Rätsel auf, und zudem wird er auch noch von Paul Wagner, einem dynamischen Reporter (hier kann man sich Robert Kratky in der UPC Werbung vorstellen), belästigt. Als Wagner erfährt, dass es um historische Symbole geht, nimmt er Kontakt zu seinem alten Freund Georg Sina - ein Professor in mittelalterliche Geschichte - auf. Doch bevor sich die beiden, gemeinsam mit Berner, auf die Spur der verstaubten Mysterien begeben, müssen erst alte Geschichten aufgearbeitet werden. <br />
<blockquote>"Wir haben hier ein mittelalterliches Rebus, das riesengroß ist. Einige Teile davon kennen wir - das Grab Friedrichs, sein Monogramm, die fünf Kirchen, die Selbstlaute, das Drachenviereck, das chinesische Längenmaß, den verschwundenen Leichnam des Kaisers - und alle haben eine doppelte oder dreifache Bedeutung. Aber viele Teile und vor allem den Grund für all das kennen wir noch lange nicht."<br />
Der Wissenschaftler faltete langsam den Plan zusammen. "Irgendjemand wollte uns mit dem Mord auf eine Fährte locken, will, dass wir für ihn ein Rätsel lösen, das noch nicht jemand gelöst hat." Er schaute seinen Freund an und führte seinen Gedankengang fort. "Ich weiß nicht, ob ich das Geheimnis für jemand anderen lüften möchte. Ich glaube nicht." Sina strich sich über die Haare und dachte nach. Dann sagte er: "Aber eines weiß ich - ich will, dass wir dieses Rätsel lösen. Für uns."<br />
Wagner lächelte und nickte. Seine Müdigkeit und seine Zweifel waren wie weggeblasen. "Gut, Georg, einverstanden, damit ist die Entscheidung gefallen. Ich weiß zwar nicht, was Friedrich versteckt hat, aber was immer es ist, er hat sich viel Mühe gegeben." Wagner rieb sich vergnügt die Hände. "Und wir werden es finden."</blockquote><br />
Der Plan des südafrikanischen Auftragskillers geht also auf: Wagner und Sina haben angebissen und versuchen den Code des Habsburgers zu entschlüsseln. Die Morde haben jedoch auch andere Gruppierungen wach gerüttelt, die nun ihrerseits ziemlich aktiv werden. Der Rat der 10 (ein geheimer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kreuzherren_mit_dem_Roten_Stern" title="Ritterorden mit dem roten Stern">Ritterorden in Prag</a>)</a> und der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mossad" title="Mehr über die Mossad">israelische Geheimdienst</a> mischen nun mit den Chinesen mit. Und alle haben es nur auf eines abgesehen: Was wusste Friedrich der Dritte und warum hat er sein Geheimnis derart verschlüsselt?<br />
<br />
Man muss kein Hobby-Historiker sein und auch kein Fan von Dan Brown, um diesen Verschwörungs-Thriller zu verschlingen. Die Geschichte rund um Friedrichs Geheimnis veredeln die beiden österreichischen Autoren mit ebenso spannenden und mitunter auch witzigen Nebenhandlungen, ohne sich dabei zu verzetteln oder den roten Faden zu verlieren. Im Gegenteil: Gegen Ende macht jedes beschriebene Detail, jeder Ausflug in die Vergangenheit und Gegenwart, Sinn - das Puzzle wird bis zum letzten Stück komplettiert. Unterhaltung, die "ewig" dauern könnte.<br />
<br />
<a href="http://www.herbig.net/uploads/tx_ttipcshop/media/ewig-leseprobe.pdf" title="Leseprobe bei LangenMüller" target="_blank">Leseprobe bei LangenMüller</a><br />
<a href="http://www.herbig.net/uploads/tx_ttipcshop/media/ewig_long.SWF" title="Trailer und Interview der Autoren">Trailer und Interview mit den Autoren</a><br />
<a href="http://schilddorfer-weiss.blogspot.com/" target="_blank">Blogspot der Autoren</a> 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>Österreichisches</dc:subject>
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        <author>
            <name>Loki</name>
                    </author>
    
        <published>2009-09-20T22:06:00Z</published>
        <updated>2010-05-05T21:32:16Z</updated>
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        <title type="html">Kathleen Bryan: Das magische Land I, II, III</title>
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 <strong>Teil I - Das magische Land</strong><br />
<br />
Gereint ist ein einfacher Bauernjunge, der mit seiner Mutter den Hof bewirtschaftet. Etwas Seltsames haftet an ihm, denn je älter Gereint wird, desto mehr erwachen ungezügelte Kräfte in ihm. Als die Ritter der Rose bei einem Schneesturm Zuflucht am Bauernhof suchen, ergreift - trotz dem Widerwillen seiner Mutter - Gereint die Chance, sich den Rittern anzuschliessen. Es dauert nicht lange und auch die Ritter begreifen, welche verborgenen Mächte in Gereint schlummern. Sie entschließen sich, ihn in ihrer Magie auszubilden. Während Gereint bei den Rittern der Rose als seine Lehre absolviert, trifft er auf die die Tochter des Herrschers von Lys. Beide merken von Anbeginn, dass nicht nur ein starkes magisches Band sie verbindet. Gleichzeitig beginnt König Clodovec sein Netz aus Intrigen zu spinnen, in der Absicht die Schlange aus ihrem gläsernen Gefängnis zu befreien.<br />
<br />
<iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?lt1=_blank&bc1=FFFFFF&IS2=1&nou=1&bg1=FFFFFF&fc1=000000&lc1=0000FF&t=bluecher-21&o=3&p=8&l=as1&m=amazon&f=ifr&asins=3442465885" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0" align="left"></iframe><strong>Teil II - Das Amulett der Schlange<br />
</strong><br />
Obwohl Gereint und Averil alles tun, um dem Fiesling Clodovec Einhalt zu gebieten, muss Averial doch aus ihrem Land fliehen und es dem Widersacher überlassen. Um das Schlimmste zu vermeiden, geht sie mit ihm einen Handel ein: Sie hat ein Jahr Zeit, um sich zu verheiraten. Clodovec lässt keine Möglichkeit aus, ihr einen seiner Verbündeten unterzujubeln. Nach einem Jahr kehrt sie nach Lys zurück und begegnet dem Prinzen von Moresca, der sie mit allen Regeln der Kunst verführt. Doch Gereint, ihr treuer Begleiter, kann das Schlimmste abwenden. <br />
<br />
<br />
<iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?lt1=_blank&bc1=FFFFFF&IS2=1&nou=1&bg1=FFFFFF&fc1=000000&lc1=0000FF&t=bluecher-21&o=3&p=8&l=as1&m=amazon&f=ifr&asins=3442465893" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0" align="left"></iframe><strong>Teil III - Die Tochter des Lichts</strong><br />
<br />
Clodovec wird bei einem Kampf besiegt und stirbt. Dennoch ist das Böse noch nicht endgültig besiegt. Avril und Gereint kommen - nach langer Reise - zurück in das Königreich von Lys und müssen feststellen, dass sich das Böse wie eine Krankheit in ihrem Land ausgebreitet hat. Sie rüsten sich zum letzten Kampf. Endlich wird auch das Geheimnis von Gereints Herkunft gelüftet...<br />
<br />
Diese Fantasy-Reihe ist in erster Linie für Romantiker gedacht, wenngleich sich die Beziehung zwischen Königstochter und Bauernjunge eher auf platonische Weise abspielt. Der Versuch, die Geschichte mit Tiefgründigkeit aufzupeppen, indem die Autorin mit der Handlung den Konflikt zwischen Zivilisation/Religion und Chaos/Natur veranschaulicht, ist gut gemeint. "Das magische Land" ist eine nette Geschichte, nicht mehr und auch nicht weniger. 
            </div>
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        <dc:subject>Science Fiction &amp; Fantasy</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2009-09-17T22:01:00Z</published>
        <updated>2009-09-14T23:04:27Z</updated>
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        <title type="html">Robert Pucher: Katerfrühstück</title>
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<br />
Es ist eine skurile Geschichte mit überzeichneten Charakteren: Simone als S/M Emanze, Doppler als stinkender, vergewaltigender Prolo, Daniel als heruntergekommenes, winselndes Nichts, seine Frau Maria als wandelndes Klischee eines überschätzten Vollweibs. Dazu gesellt sich eine Handlung, einfach gestrickt und deshalb recht schnell durchschaubar. <br />
<br />
Fazit: Na, ja.... 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>aufgesetzt</dc:subject>
<dc:subject>Österreichisches</dc:subject>
<dc:subject>krimis &amp; thriller</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2009-09-14T20:06:46Z</published>
        <updated>2009-09-14T23:05:15Z</updated>
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        <title type="html">Margaret Millar: Liebe Mutter, es geht mir gut...</title>
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"Ja."<br />
"Wissen Sie, wer spricht?"<br />
"Nein."<br />
"Eine Freundin."<br />
"Ich habe unzählige Freundinnen", log Miss Clarvoe. Im Spiegel über dem Telefontischen sah sie ihren Mund die Lüge wiederholen, und sie freute sich darüber, während ihr Kopf eifrig bestätigend nickte - diese Lüge ist wahr, ja es ist eine sehr wahre Lüge. Nur ihre Augen wollten sich nicht überzeugen lassen. Verlegen blinzelten sie und schauten weg.<br />
"Wir haben uns schon lange nicht mehr gesehen", sagte die Stimme. "Trotzdem habe ich Sie immer irgendwie im Auge behalten. Ich habe nämliche eine Kristallkugel."<br />
"Ich - Sie haben was?"<br />
"Eine Kristallkugel, in der man die Zukunft sehen kann. So eine habe ich. Alle meine alten Freunde tauchen von Zeit zu Zeit darin auf. Heute Abend waren Sie drin."</blockquote><br />
Helen Clarvoe, 30, ledig und wohlhabend, wohnt in einem zweitklassigen Appartement in Hollywood. Durch ihre Überheblichkeit, Geiz und Arroganz ist sie für ihre Mitmenschen nur schwer zu ertragen. Auch von ihrer Mutter und ihrem Bruder hat sie sich distanziert, allenfalls wechselt sie in unregelmäßigen Abständen ein paar Phrasen am Telefon. Verbitterung und Einsamkeit bestimmen den Alltag. <br />
Durch den unheimlichen Anruf der vermeintlichen Schulfreundin Evelyn muss Helen nun jemanden um Hilfe bitten, denn selbst herauszufinden, wer Evelyn ist, traut sie sich nicht zu. Als einziger kommt Paul Blackshear, ein pensionierter Anwalt, in Frage, der zögernd und mehr aus Mitleid den Auftrag annimmt. Eine Bemerkung Evelyns während des Anrufs ist der erste Anhaltspunkt:<br />
<blockquote>"Mein Akt wird in jedem Kunstmuseum des Landes zu sehen sein. Jedermann wird die Möglichkeit haben, mich zu bewundern. Macht Sie das nicht neidisch, Clarvoe?"</blockquote><br />
Blackshears Recherchen beginnen bei dem zwielichtigen Fotografen Jack Terola, der später von einer Barbierschere erstochen aufgefunden wird, führt ihn zu Helens Familie und schlussendlich auch zu Evelyn, die auch andere Menschen telefonisch penetriert. Stück für Stück entwirrt er das Beziehungsknäuel rund um Helen und wird immer mehr in psychische Abgründe hinein gezogen. <br />
<br />
Es stellt sich heraus, dass Evelyn mit Helens Bruder verheiratet war. Sie löste jedoch die Ehe gleich nach der Hochzeitsnacht auf, als sie Douglas homosexuelle Neigung feststellte. Douglas hatte nur seiner Mutter Verna zuliebe geheiratet. Ein weiterer Drohanruf Evelyns mit Verna treibt die Spannung auf die Spitze: Mit Liebe zum Detail eröffnet sie Verna, was es mit ihrem Sohn wirklich auf sich hat. Und so wird Douglas zum zweiten Opfer des Psycho-Scheusals, als er aufgrund des erzwungenen Coming-outs Selbstmord begeht.<br />
<br />
Ein Psychogramm, das ein Krimi ist: die anfänglichen Beklemmung, die sich bei der Beschreibung der Charaktere breit macht, weicht bei der Hälfte einer Spannung, die sehr an Alfred Hitchcock erinnert. Der Roman kommt ohne langatmige Beschreibungen und moderner Action aus, lebt hauptsächlich vom Unausgesprochenen in den Dialogen und die Spannung wird durch gekonnt gestreute Andeutungen vorangetrieben. Der Leser denkt automatisch mit, prüft Blackshears Recherchen und Thesen und ist wahrscheinlich ebenso überrascht, wenn die Autorin die Lösung präsentiert. Ein klassischer Psycho-Thriller mit Niveau.<br />
<br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Margaret_Millar" title="Mehr über Margaret Millar auf Wikipedia">Margaret Millar</a> war eine kanadische Autorin, die sich auf Krimis und Thrillers spezialisiert hat. "Mutter, es geht mir gut..." (<em>Beast in View</em>) gilt als eines ihrer besten Bücher. Sie erhielt für diesen Roman 1956 den Edgar Allan Poe Award. 
            </div>
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        <dc:subject>krimis &amp; thriller</dc:subject>
<dc:subject>Psycho</dc:subject>
<dc:subject>spannend</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2009-09-03T22:51:07Z</published>
        <updated>2009-09-04T00:49:33Z</updated>
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        <title type="html">Jörg Maurer: Föhnlage</title>
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Ingo Stoffregen ist so was wie der lokale Sport-Star im bayerischen Kurort. Das kulturelle Leben interessiert ihn eigentlich überhaupt nicht, aber seiner neuen Flamme wegen organisiert er zwei Karten für ein Klavierkonzert der skandalträchtigen Pe Feyninger im hiesigen Kulturzentrum. Trotz seines Sprints durch das ganze Dorf kommt Ingo zu spät und so müssen sich er und Gaby unter Protest des Türstehers und Kartenabreissers Eugen Liebscher in den Konzertsaal hineinschleichen. Ingo hat schon fast seinen Sitzplatz erreicht, als er plötzlich taumelt und "medizinisch nicht mehr zu retten" ist. Eugen Liebscher, ein unbeliebter Gschaftelhuber aus Sachsen (!), hat ihm durch seinen Fall von der Decke das Rückgrat gebrochen. <br />
<br />
Nicht nur, dass keiner von den 400 Zeugen im Kulturzentrum auch nur irgendwas gesehen hätte, zu Beginn ist für den ermittelnden Jennerwein nicht einmal klar, von wo und wie überhaupt der Türsteher runtergefallen ist. <br />
<blockquote>"Von dort oben kann man herunter springen", sagte er nachdenklich und fuhr mit dem Finger die gestrichelte Linie nach.<br />
"Das kann von einem Balkon immer."<br />
"Ich meine, man kann so herunter springen, dass man da landet, wo das Opfer aufgefunden wurde."<br />
"Jetzt sind wir doch wieder bei der Flugparabel angekommen. Ypsilon im Quadrat ist gleich zwei p mal x ..."<br />
"Hören Sie auf, Becker! Das tut mir weh! Sie behindern die Ermittlungen!"<br />
</blockquote><br />
Zudem muss sich Jennerwein mit den örtlichen VIPs auseinandersetzen...<br />
<blockquote>"Und Sie sind wohl der leitende Beamte hier", sagte Frau Oberstudienrätin Kübel.<br />
"Ja, der bin ich."<br />
"Oberkommissar?"<br />
"Hauptkommissar", knurrte Jennerwein.<br />
"Ich werde mir das nie merken: Der Oberkommissar ist eine Stufe unter dem Hauptkommissar, nicht wahr? Wie merken Sie sich das?"<br />
"Ich sehe in meinem Dienstausweis nach", sagte Jennerwein.</blockquote><br />
... und dann mit sprachlichen Spitzfindigkeiten, die die Ermittlungen nicht gerade bereichern:<br />
<blockquote>"Sie haben einen Kampf gesehen?"<br />
"Ja. Zwei Männer gingen sich an die Gurgel."<br />
"Sind Sie sicher, dass es Männer waren?"<br />
"Nein, aber sie prügelten sich. Der eine holte aus und schlug zu."<br />
"Einmal? Mehrmals?"<br />
"Vielleicht mehrmals, aber zumindest einmal."<br />
"Sie standen aber doch eng beieinander, die beiden Männer"<br />
"Ja, ganz eng."<br />
"Wie kann da einer ausholen und mehrmals zuschlagen?"<br />
"Ich habe gesagt vielleicht mehrmals."<br />
"Vielleicht auch gar nicht?"<br />
"Nein, einmal ganz bestimmt."<br />
"Mindestens einmal schlug er zu?"<br />
"Er holte jedenfalls einmal aus."<br />
"Vielleicht schlug er auch nicht zu? Und holte nur aus? Sie gaben gesagt, sie gingen sich an die Gurgel."<br />
"Nur so eine Redensart."</blockquote><br />
Während Jennerwein und seine Mannschaft noch rätseln, wie der vermeintliche Unfall vonstatten gegangen ist, gehen Ignaz und Ursel Grasegger weiter ihren legalen und illegalen Geschäften nach. Das Ehepaar leitet das örtliche Bestattungsunternehmen und da ein solches Unterfangen in der modernen Zeit ebenfalls mit der Konkurrenz aus dem Nachbardorf zu kämpfen hat, haben sich die beiden ein zweites Standbein aufgebaut. Zusammen mit dem Österreicher Karl Swoboda lassen sie Leichen aus Italien verschwinden, in dem sie einfach die Gräber des Dorf-Friedhofs doppelt belegen. Die Zusammenarbeit mit der Mafia ist lukrativ - zumindest bis zu dem Zeitpunkt, als Eugen Liebscher von der Decke fällt.<br />
<br />
Bis zum Epilog lässt sich der Autor Zeit, die Zusammenhänge zwischen den Personen und Örtlichkeiten herzustellen und die Lösung des Falls zu präsentieren. Und bis dahin kann sich der Leser mit einer Geschichte vergnügen, in der - neben Wortwitz und bayerischen Marotten - auch der Föhn keine unwesentliche Rolle spielt. Und weil das Erstling ein (Lach-)Erfolg war, lässt Jörg Maurer den Kommissar Jennerwein in "Hochsaison" (wird 2010 erscheinen) weiter ermitteln.<br />
<br />
<a href="http://www.joergmaurer.de" title="Zur Website von Jörg Maurer">Website Jörg Maurer</a><br />
<a href="http://www.fischerverlage.de/sixcms/media.php/308/LP_978-3-596-18237-4.pdf" title="Leseprobe "Föhnlage" von Jörg Maurer">Leseprobe des Fischer Taschenbuch Verlages</a><br />
<br />
<object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/_QSy-vnjBT0&hl=de&fs=1&"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/_QSy-vnjBT0&hl=de&fs=1&" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object><br />
<br />
<object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/vGWZa_pgYIs&hl=de&fs=1&"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/vGWZa_pgYIs&hl=de&fs=1&" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object><br />
<br /> 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>Bayrisches</dc:subject>
<dc:subject>krimis &amp; thriller</dc:subject>
<dc:subject>lustig</dc:subject>

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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/181-Charlaine-Harris-Voruebergehend-tot.html" rel="alternate" title="Charlaine Harris: Vorübergehend tot" />
        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2009-08-29T23:07:04Z</published>
        <updated>2010-03-01T23:10:29Z</updated>
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        <title type="html">Charlaine Harris: Vorübergehend tot</title>
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 Für die Kellnerin Sookie ist das Lesen von Gedanken anderer Leute eher eine Behinderung als eine Gabe. Gerade wenn sie Bestellungen aufnimmt oder kassiert, kann es irritierend sein, zu hören, was man eigentlich gar nicht hören will. Als eines Abends ein ziemlich gut aussehender Gast das Pub, in dem Sookie arbeitet, betritt, ist sie mehr als hingerissen: Nicht nur dass Sookie von diesem Gast keine Gedanken empfangen kann und sie das als Wohltat empfindet, ist er noch dazu ein Vampir. <br />
<br />
In Sookies Welt (Bon Temps in Lousiana) sind Vampire ungefähr so im sozialen Umfeld integriert wie bei uns Blutegel. Vampire werden zwar nicht mehr mit Pflock und Weihwasser dahingemetztelt, es haftet ihnen dennoch ein verruchter Ruf an den Fangzähnen. Immerhin haben sich die Vampire soweit zivilisiert, dass sie auch von synthetischem Blut leben können und sich ihre Ration Frischblut nur noch von freiwilligen Blutspendern (Fangbanger) holen. Zugleich sind sie heißbegehrte Quellen für Drogendealer, denn das Blut von Vampiren ist widerrum eine Sex-Droge für die normale Sterblichkeit...<br />
<br />
Ein schöner Mann, der Sookie mental nicht auf die Nerven geht: das weckt natürlich ihr Interesse. Als sie dann auch noch mitbekommt, dass ein Pärchen dem schönen Vampir mit den weißen Zähnen mit Nadel und Plastikschlauch für den Aderlass zu Leibe rücken möchte, beschliesst sie kurzerhand dazwischen zu funken. Sookie rettet den Blutsauger mit dem unpassenden Namen Bob in allerletzter Sekunde und verliebt sich sogleich ihn ihn. Und jetzt fangen die Schwierigkeiten mit der Integration erst richtig an: Nicht nur, dass Sookie sich damit auseinandersetzen muss, wie sie Arbeit und eine Beziehung, die sich auf die Nachtstunden beschränkt, unter einen Hut bekommen soll, es passieren ab da auch ziemlich grausliche Morde an jungen Frauen, die neben ihrer bestialischen Machart noch eine Gemeinsamkeit aufweisen: verräterische Bissspuren.<br />
<br />
Wer bereits die TV-Serie gesehen hat, der wird wahrscheinlich nicht zur literarischen Vorlage greifen. Im Fall von "Vorübergehend tot" (Originaltitel: Dead until Dark) kommt das Buch nicht annähernd an die Spannung und Sex-Szenen ran, die die filmische Umsetzung zu bieten hat. Für Liebhaber von Vampir-Romantik dennoch empfehlenswert.<br />
<br />
<object width="460" height="240"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/vLvmR_naXOw&hl=de&fs=1&"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/vLvmR_naXOw&hl=de&fs=1&" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="460" height="240"></embed></object><br />
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<a href="http://www.true-blood.org/" title="Deutschsprachige Website zu "True Blood"">Deutschsprachige Website zu "True Blood"</a><br />
<a href="http://www.hbo.com/trueblood/season2/" title="Official Website of True Blood">Official Website of True Blood</a><br />
<a href="http://www.facebook.com/TrueBlood" title="Official True Blood Fan Page on Facebook">Official True Blood Fan Page on Facebook</a> 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>Liebesgeschichte</dc:subject>
<dc:subject>Science Fiction &amp; Fantasy</dc:subject>
<dc:subject>Vampire</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2009-08-22T20:12:18Z</published>
        <updated>2010-05-05T21:36:42Z</updated>
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        <title type="html">Orhan Pamuk: Das neue Leben</title>
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<blockquote>"Eines Tages habe sein Sohn ein Buch gelesen und geglaubt, daß sich die ganze Welt verändert habe. ' Ali Bey', fragte er, 'Sie sind ein Sohn eines Vertreters, auch Sie sind in Ihren Zwanzigern, sagen Sie mir, ist es etwas heutzutage möglich, ein Buch, das die ganze Welt eines Menschen verändern würde'? Ich schwieg und beobachtete Dr. Narin aus dem Augenwinkel. 'Mit welchem Rezept von heute könnte eine so starke Magie verwirklicht werden?'"</blockquote><br />
Viel später erst merkt Osman - Protagonist und Ich-Erzähler -, dass es kein Zufall war, dass er Canan begegnet und damit auf das Buch aufmerksam geworden ist. Bis dahin hat Osman schon alle Bindungen zu seiner Heimatstadt hinter sich gelassen. Er verläßt seine Mutter, bricht sein Studium ab. Geführt durch die Lektüre des Buches und gleichzeitig auf der Suche nach der verschwundenen Canan, steigt er in den erstbesten Bus, in den nächsten und übernächsten, ohne ein Ziel zu haben oder auf Stationen zu achten und reist immer tiefer in sein Heimatland, immer weiter weg von Urbanität und Fortschritt. <br />
<br />
Und irgendwann nach wochenlangem Sitzen in den Reisebussen stösst er auf Canan und gemeinsam setzen sie ihre Reise fort - immer auf der Suche nach etwas, das ihnen das Buch verspricht. Die aufblühende Liebe Osmans zu Canan wird jedoch vom ebenso geheimnisvoll verschwundenen Nebenbuhler Nehmet überschattet. Nehmet, der rebellische Sohn von Dr. Narin, der ebenfalls von zu Hause im Namen des Buches von zu Hause fortgegangen ist und sich von den Gegnern des Buches verfolgt glaubt. Eine große Verschwörung aus dem Westen (Globalisierung) ist im Gange, so ist Dr. Narin, eine Art provinzieller Potentat, überzeugt und versucht mit allen Mitteln, Osman auf seine Seite zu ziehen, ihn sogar an die Stelle seines Sohnes Nehmets zu setzen. Und allmählich lichtet sich das Dunkel und Osman begreift, was es mit der Konspiration auf sich hat.<br />
<blockquote>"Wenn andere die Natur betrachten", meinte Dr. Narin," sehen sie dort ihre eigenen Grenzen, Unzulänglichkeiten und Ängste. Aus Furcht vor den eigenen Schwächen nennen sie es dann die Grenzenlosigkeit und Größe der Natur. Ich aber sehe in der Natur eine mächtige Botschaft, die zu mir spricht, mich an meine Willenskraft gemahnt, die mich aufrecht hält, sehe eine reiche Schrift, die ich entschlossen, ungerührt und furchtlos lese. Genau wie große Zeiten und große Länder sind große Männer solche, die so viel innere Kraft speichern konnten, daß es sie fast zu sprengen droht. Wenn die Zeit kommt, die Vorzeichen stimmen, wenn von neuem Geschichte gemacht wird, dann beginnt sie, sich zu regen, diese große Kraft, treibt den großen Mann zur Tat und trifft mit ihm ohne Mitleid ihre Entscheidungen. Und ebenso schonungslos beginnt das Schicksal zu agieren. An jenem großen Tag wird der Öffentlichkeit, den Zeitungen, den aktuellen Ideen, den AYGAZ-Zeug, den LUX-Seifen, den COCA-COLAs und den MARLOBOROs und den kleinen Sachen und der kleinen Moral unserer armen vom Westwind verführten Brüder nicht der geringste Wert mehr beigemessen."</blockquote><br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Orhan_Pamuk" title="Mehr über Orhan Pamuk" target="_blank">Orhan Pamuks</a> Romane sind für Liebhaber anspruchsvoller Literatur gedacht. Obwohl es bei "Das neue Leben" nur einen Handlungsstrang gibt, verzweigt sich das Geschriebene in unterschiedliche, thematische Richtungen: das mystische Buch, die Dreiecksbeziehung zwsichen Osman, Nehment und Canan, die unerwiderte Liebe Osmans zu Canan, die ziellose Reise per Autobus, die an eine Road-Novel erinnert, die Verschwörung, die die Zerrissenheit des Landes zwischen Modernität und Tradition widerspiegelt usw. Zusammenhänge und Geschehnisse werden dabei durch Symbole und Allegorien verschlüsselt. Die Charaktere Osman, Canan, Nehmet und Dr. Narin definieren die Handlung weniger durch ihre emotionale Persönlichkeit als durch ihre Position, ihre Haltung, die sie einnehmen.Schlussendlich  reduziert sich die Geschichte jedoch auf ein Thema, nämlich auf die Reflektion der türkischen Mentalität. <br />
<br />
<a href="http://www.weltbild.de/1/pprod.read/page.html?h=d5b9837eab&lm=20090825031123&trbid=401140&b=12878168" title="Leseprobe zu "Das neue Leben"">Leseprobe zu "Das neue Leben"</a><br /> 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>Absurdes &amp; Surreales</dc:subject>
<dc:subject>Literatur</dc:subject>

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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/178-Katie-MacAlister-Blind-Date-mit-einem-Vampir.html" rel="alternate" title="Katie MacAlister: Blind Date mit einem Vampir" />
        <author>
            <name>Loki</name>
                    </author>
    
        <published>2009-08-20T23:28:00Z</published>
        <updated>2009-08-20T23:34:15Z</updated>
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        <title type="html">Katie MacAlister: Blind Date mit einem Vampir</title>
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1. Die 2 Freundinnen Joy und Roxy suchen einen Mann und ziehen die Handleserin Miranda zu Rate.<br />
2. Joy und Roxy reisen nach Tschechien, um dort mehr über Vampire zu erfahren.<br />
3. Die beiden lernen Christian und Raphael (die Guten) sowie Dominic, Tanya und Milos (die Bösen) kennen.<br />
4. Joy und Raphael verlieben sich.<br />
5. Dominic und Christian haben es ebenfalls auf Joy abgesehen. <br />
6. Konflikt zwischen Gut und Böse.<br />
7. Kampf in einer Tropfsteinhöhle<br />
8. Die Weissagungen von Miranda bestätigen sich - Ende.<br />
<br />
Zugegeben: Zwischen diesen Punkten gibts noch ein paar zusätzliche Handlungsstränge, die aber die Geschichte nicht wesentlich komplizierter machen. Und so einfach die Geschichte ist, so einfach sind auch die Charaktere (und leider auch die Sex-Szenen) gestrickt. <br />
<br />
Einzige Ausnahme ist hier vielleicht die Heldin Joy: ein vorlautes, manchmal nerviges Plappermäulchen ausserhalb der Modelmaße, zielstrebig und selbstbewusst, wohl nicht die Intelligenzbestie aber trotzdem sympathisch. Sonst gibt' leider nur Klischees: <br />
Raphael: knackiger Dickschädel mit Hang zur praktischen Intelligenz und mit einem Geheimnis ausgestattet<br />
Dominic: schleimiger Widerling<br />
Tanja: die hässliche Furie<br />
Christian: Charme-Beutel<br />
usw.<br />
<br />
Wer Vampir-Romane von Katie MacAlister mag, kann dieses Buch getrost auslassen und gleich zu "<a href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/173-Katie-MacAlister-Kuesst-du-noch-oder-beisst-du-schon.html" title="Mehr über "Küsst du noch oder...." von Katie MacAlister">Küsst du noch oder beisst du schon?</a>" übergehen. 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>Erotik</dc:subject>
<dc:subject>Liebesgeschichte</dc:subject>
<dc:subject>Sex</dc:subject>
<dc:subject>Vampire</dc:subject>

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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/177-Stanislaw-Lem-Der-Schnupfen.html" rel="alternate" title="Stanislaw Lem: Der Schnupfen" />
        <author>
            <name>Loki</name>
                    </author>
    
        <published>2009-08-15T08:46:00Z</published>
        <updated>2009-08-14T20:03:01Z</updated>
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        <title type="html">Stanislaw Lem: Der Schnupfen</title>
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Elf seltsame Todesfälle sind der Aufhänger dieses Krimis von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stanis%C5%82aw_Lem" title="Mehr über Stanislaw Lem">Stanislaw Lem</a>. Elf Amerikaner, die alle so um die 50 sind und an Haarausfall und einer Allergie leiden, erkranken während eines Kuraufenthaltes in Italien auf mysteriöse Weise. Halluzinationen, Paranoia mit anschliessendem Selbstmordversuchen sind die Folge. Eine New Yorker Privatdetektei wird beauftragt, den Fällen nach zu gehen. Der durch seinen Heuschnupfen ausgemusterte Astronaut John, der den Opfern in Alter und Aussehen ähnlich ist, soll im Auftrag der Agentur den Lockvogel spielen. So reist John nach Italien und schlüpft in die Rolle des elften Verstorbenen Adams. Er soll die letzten Tage des Opfers nacherleben und so die laufenden Ermittlungen weiter bringen. Zuerst begibt sich John - wie auch seine (toten) Vorgänger - auf einen Kuraufenthalt in Neapel. Er macht - wie die elf zuvor - seine regelmäßigen Schwefelbäder, geht ins Restaurant und dann spazieren... Doch nichts tut sich. So bleibt ihm nichts anderes übrig als den Reiseweg des elften Toten - Adams - weiter nachzugehen und fährt nach Rom, um von dort nach Paris zu fliegen. Aber auch auf der Autofahrt nach Rom passiert nichts. Erst am römischen Flughafen wird's aufregend: John wird in ein Bombenattentat verwickelt. Ein Japaner holt eine Handgranate aus seiner Kamera, reißt mit den Zähnen den Zünder heraus. John versucht das Attentat zu vereiteln, was ihm teilweise auch gelingt. <br />
<br />
In Paris geht John seinen Ermittlungen nach und trifft auf Dr. Philippe Barth, einem Elektronik-Experten. Von ihm erhofft sich John eine Lösung des Falles von technisch-wissenschaftlicher Seite her. Plötzlich sieht sich der Astronaut mit Mathematikern, Statistikern, Informatikern und Kriminalisten konfrontiert, alle über Kausalität und Zufall philosophierend. John merkt, das ihn das nicht wirklich weiter bringt und beschließt zurück nach Rom zu reisen. Doch - wie es der Zufall haben will - die Flüge nach Rom werden storniert, nur noch ein Zimmer im Airport-Hotel ist frei und John erlebt dort sein zweites höllisches Inferno. Wird er nun das 12. Todesopfer sein? <br />
<br />
"Der Schnupfen" ist kein klassischer Krimi/Thriller, wer Science Fiction erwartet, wird ebenso enttäuscht werden. Stattdessen bringt der polnische Schriftsteller philosophisch-wissenschaftliche Ansätze über <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kausalit%C3%A4t" title="Was ist Kausalität?">Kausalität</a> und Zufall zu Papier, die die Mordermittlungen in einem anderen Licht erscheinen lassen. Der Roman ist mit Forschungstheorien und Gesellschaftskritik angereichert, aber nicht unspannend. Schlussendlich drängt sich jedoch eine grundsätzliche Frage auf: Wieviel Zufall kann ein Kriminalroman verkraften, bevor er in das Reich des Abstrusen abdreht? 
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        <dc:subject>Absurdes &amp; Surreales</dc:subject>
<dc:subject>krimis &amp; thriller</dc:subject>
<dc:subject>Wissenschaft&amp;Philosophie</dc:subject>

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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/176-Paul-Arden-Es-kommt-nicht-darauf-an,-wer-Du-bist,-sondern-wer-Du-sein-willst.html" rel="alternate" title="Paul Arden: Es kommt nicht darauf an, wer Du bist, sondern wer Du sein willst" />
        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2009-08-10T22:23:00Z</published>
        <updated>2009-08-10T22:31:18Z</updated>
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        <title type="html">Paul Arden: Es kommt nicht darauf an, wer Du bist, sondern wer Du sein willst</title>
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<blockquote>"Nur wenige reiche und mächtige Menschen sind<br />
besonders begabt, gebildet, charmant oder gut aussehend.<br />
Sie sind reich und mächtig, weil sie reich und mächtig sein wollen.<br />
Zu wissen, wo oder wer du sein willst, ist die wichtigste Voraussetzung für deinen Erfolg.<br />
Wer kein Ziel hat, wird kaum etwas erreichen."<br />
Bei wem jetzt ein "No-na" sauer aufstößt, sollte dennoch dem Buch eine zweite Chance geben. Denn nicht alles, was Arden von sich gibt, ist so bekannt wie dieser "<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_lateinischer_Phrasen/N#Nosce" title="Erkenne dich selbst!">Nosce te ipsum</a>"-Sager.</blockquote><br />
Wenn also Talent und Intelligenz nicht vorrangig ausschlaggebend für Erfolg sind, was muss man denn dann haben, um erfolgreich zu sein? Haben muss man nichts, man muss TUN - und dabei ausdauernd, beharrlich ("Akzeptiere kein Nein") und kritikfähig ("Such nicht das Lob, such die Kritik") sein, bescheiden ("Stell deine Cleverness nicht über deine kreative Arbeit") bleiben sowie strategisch ("Spiele deine Karten richtig aus") und - ja! - auch kreativ denken ("Wenn es nicht geht, tu es troztdem"). Zu diesen Anleitungen, kurz und flott doziert, gibt's noch Tipps bei schöpferischen Blockaden und Fehlschüssen - garniert mit anschaulichen Anekdoten aus der Werbebranche.<br />
<br />
Das kleine Buch, das aufgrund seines Formats auch wunderbar in jede Damenhandtasche passt, ist ein motivierender Kollege bei beruflichen und schöpferischen Krisen, unterhaltsam geschrieben und sehr ansprechend gestaltet.  <br />
<br />
<a href="http://www.paularden.com/" title="Offizielle Website Paul Arden">Paul Arden</a> war lange bei Saatchi &amp; Saatchi und für internationale Werbekampagne verantwortlich. Er starb an einem Herzinfarkt im April 2008. Neben diesem Buch hat Arden noch zwei weitere verfasst: <br />
Egal, was Du denkst, denk das Gegenteil<br />
Gott: Himmlisches erklärt bei einer Taxifahrt 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>Management</dc:subject>
<dc:subject>Marketing</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2009-08-05T23:41:11Z</published>
        <updated>2009-08-07T08:42:08Z</updated>
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        <title type="html">Richard K. Breuer: Schwarzkopf</title>
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                <iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?lt1=_blank&bc1=FFFFFF&IS2=1&nou=1&bg1=FFFFFF&fc1=000000&lc1=0000FF&t=bluecher-21&o=3&p=8&l=as1&m=amazon&f=ifr&asins=3950249850" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0" align="left"></iframe>Nach Richard K. Breuers "<a href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/143-Richard-K.-Breuer-Rotkaeppchen-2069.html" title="Richard K. Breuer: Rotkäppchen 2069">Rotkäppchen 2069</a>" war ich ja schon auf einiges gefasst, überrascht hat mich sein aktuelles Buch dennoch. "Schwarzkopf" ist anders, etwas weniger abgedreht und absurd als sein Vorgänger. Breuer setzt erneut auf vertraute Irr-Sinnigkeiten, wie z.B. ein Buch in Dialogform zu schreiben. Er schafft es aber, den Leser damit weder zu langweilen noch ihn mit der Vielzahl an Charakteren zu verwirren. "Schwarzkopf" ist eine rabenschwarze Krimi-Comedy mit vielen Parallelen zum "<a href="http://www.derdrittemann.at/" title="Mehr Infos zum Klassiker: Der dritte Mann">Der dritte Mann</a>". Muss hier noch gesagt werden, dass dieser Wahn-Witz in Wien spielt? <strong>Hollywood kommt nach Wien ++ Rette sich, wer kann!<br />
Eine absurde Wiener Krimi Comedy über Hollywood und andere Grauslichkeiten</strong><br />
<br />
Harald Schwarzkopf ist gebürtiger Wiener und lebt als erfolgreicher Drehbuch-Autor in Hollywood. Doch mit seiner Kreativität ist es nicht mehr so weit her und ein Remake des dritten Mannes soll ihn und seinen Tabletten-süchtigen Regisseur Ernesto Ostwaldo aus der Misere reißen. Aufgrund der bevorstehenden Verhandlungen mit den Investoren reisen er und Ernesto (und eine Gruppe jüdischer Exil-Wiener, die vom deutschten Kulturminister empfangen werden sollen) in seine Geburtsstadt. Dort wird er nicht nur von heimischen VIPs aus Politik und Gesellschaft erwartet, sondern auch vom lokalen TV-Sender "AustriaLive". <br />
<br />
Aber kaum ist Schwarzkopf aus dem Flugzeug ausgestiegen, rennt alles drunter und drüber: Koffer werden vertauscht, es kommt zur ersten Prügelei, das TV-Team ist auf Acid und das ganze Tohuwabohu wird auch noch live gesendet - unter anderem in das Büro des Bundeskanzlers Schuhnagel. (An dieser Stelle befinden wir uns erst auf Seite 25 - inkl. Widmung, Inhaltsbeschreibung, Impressum, "Wienerisch für Anfänger", Personenverzeichnis und Inhaltsverzeichnis). <br />
<blockquote>KOHLWEG Sind wir in einem B-MOVIE?"<br />
SCHWARZKOPF sieht sich um "Könnt schon sein."</blockquote><br />
Gerade in Wien angekommen, haben Schwarzkopf und Ostwaldo also bereits Bekanntschaft mit der österreischischen Bürokratie und Exekutive sowie mit einem Wiener Taxifahrer, Würstl-Brater und Drogen-Dealer gemacht. Zeit also, seinen alten Freund Otto Sittich zu besuchen. Der wurde jedoch vor kurzem von einem Laster überfahren. Sein Tod ist rätselhaft und Schwarzkopf sieht sich veranlasst, dem Ganzen nachzugehen. Und so stolpern Schwarzkopf und Ostwaldo von einem Fiasko ins nächstbeste Fettnäpfchen - immer auf der Spur des geheimnisvollen dritten Mannes...<br />
<br />
Was wäre Wien ohne seine Bundeskanzler, Innenminister, Staatssekretäre, Polizeipräsidenten, Bühnen-Stars und Psychiater à la Freud? Was wäre ein "Breuer Buch" ohne Huren und Stripper? Was wäre ein Krimi ohne Kommissar? Und was wäre Wien ohne "Piefkes"? In dieser Klamotte spielen sie alle mit und dennoch ist keiner von ihnen fehl am Platz. Breuer spielt mit Stereotypen und Klischees und hat ein wirklich kreatives Händchen diese Reproduktionen zu beleben. Besonders hat mir der smarte Kommissar (Major Kohlweg) gefallen, der mich immer wieder in Kottans Zeiten versetzt hat: Man weiß nie, ob er durch Verstand oder mehr durch Glück ermittelt. <br />
<blockquote>SCHUHNAGEL "Und wofür sind Sie zuständig?"<br />
STIEFELKNECHT "Ich bin der Chef der Kriminalpolizei."<br />
SCHUHNAGEL "Ach ja, kann mich erinnern. Ich vergess keine G'sichter ... des vom Otto Sittich hat mich übrigens heut in der Nacht wieder augf'schreckt. Ich glaub, ich muss zum Doktor Eckelhofer. Also gut, Schwefelhecht, lassen's die Zwei beschatten. Aber unauffällig."<br />
STIEFELNKECHT "Major Kohlweg wird sich darum kümmern, Herr Bundeskanzler."<br />
SCHUHNAGEL "Hohlweg? Von mir aus. Sonst noch was?"<br />
STIEFELKNECHT "Die Investoren würden sich Polizeischutz wünschen, Herr Bundeskanzler."<br />
SCHUHNAGEL "Die kriegen's schon mit der Angst zu tun, was? Also gut, dann ... zu Weinbeisser Sie begleiten von nun an die Investoren. Das können'S doch, oder?"<br />
WEINBEISSER "Das ... das kann ich, Herr Bundeskanzler."<br />
SCHUHNAGEL "Na, wenigstens was. Wenn Sie das wieder in den Sand setzen, Weinscheisser, dann waren's die längste Zeit Polizeipräsident. Haben wir uns verstanden?"<br />
WEINBEISSER "Natürlich, Herr Bundeskanzler."<br />
SCHUHNAGEL "Da fällt mir ein, Wamperl, der deutsche Kulturminister versucht mich andauerend zu sprechen, aber ich hab keine rechte Lust mit dem Piefke zu reden. Was will er denn von mir? Geht's um die Resi?"<br />
WAMPERL "Nein, nein, Herr Bundeskanzler. Herr von Sandstein macht sich Sorgen um die deutsche Staatssicherheit, so lange der Schwarzkopf frei herumläuft."<br />
SCHUHNAGEL "Da schau her. Die Piefkes haben zwei Weltkriege und die RAF überstanden, und jetzt kriegen's vor dem Schwarzkopf weiche Knie? Wir machen in diesem Fall das, wofür unser glückliches Österreich berühmt ist, in der Welt."<br />
WAMPERL "Wir sollen ... heiraten?"<br />
WEINBEISSER "Wir komponieren einen Walzer?"<br />
SCHUHNAGEL "Was reden's? Wir machen in diesem Fall ... nix, gar nix! Schließlich sind wir ja neutral. Warum sollten wir uns in einen amerikanisch-deutschen Konflikt einmischen? Hab ich Recht? Na bitte. Meine Herren, das Frühstück wartet. Ei im Glasl hab ich für heut avisiert! Manchmal wünscht' ich mir ja, ich wär ein Hendl, da hätt' man net viel zu tun, außer so ein Ei zu legen."<br />
WAMPERL "Und Sonntags zwei."<br />
SCHUHNAGEL "Sagen'S net so einen Blödsinn, Wamperl! Am Sonntag wird bei uns net gearbeitet, sondern geruht! Des steht net nur in der Bibel, sondern auch im Kollektivvertrag."</blockquote><br />
Breuer hat sein Buch ganz dem Kinofilm gewidmet, was nicht nur die zahlreichen Anspielungen in den Dialogen merken lassen. Ebenso sind die einzelnen Kapitel ausgewählten Klassikern gewidmet:<br />
<br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stalag_17" title="Stalag 17 von Billy Wilder">Stalag 17</a><br />
<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Stage_Fright_%28film%29" title="Stage Fright von Alfred Hitchcock">Stage Fright</a><br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Manche_m%C3%B6gen%E2%80%99s_hei%C3%9F" title="Some like it hot von Billy Wilder">Some like it hot</a><br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Taxi_Driver" title="Taxi Driver - ein Film von Martin Scorsese">Taxi Driver</a><br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Psycho_%281960%29" title="Psycho von Alfred Hitchcock">Psycho </a><br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Underworld_%28Film%29" title="US-amerikanischer Horrorfilm">Underworld</a><br />
usw.<br />
<br />
Slapstick-artige Szenen, Absurditäten auf mehreren Erzählebenen und bitterböse Seitenhiebe auf die österreichische und insbesondere auf die Wiener Seele machen "Schwarzkopf" zu einem Event, das einem nicht jedem Tag passiert und zu dem man auch die nötige Aufmerksamkeit haben muss. Mit rasantem Tempo fährt der Autor mit dem Leser ab und nötigt ihm die volle Konzentration in jeder Zeile ab. Wie's halt sein soll - bei einem anständigen, rabenschwarzen und grenzgenialen Wiener Krimi!<br />
<br />
<a href="http://1668cc.files.wordpress.com/2009/03/schwarzkopf_original_leseprobe.pdf" title="Leseprobe: Schwarzkopf von Richard K. Breuer" target="_blank">Leseprobe: Schwarzkopf</a><br />
<a href="http://www.1668.cc/" title="Website Richard K. Breuer" target="_blank">Website Richard K. Breuer</a><br />
<a href="http://www.myspace.com/richardkbreuer" title="Richard K. Breuer auf MySpace" target="_blank">Richard K. Breuer auf MySpace</a><br />
<a href="http://dschunibert.files.wordpress.com/2007/10/comic_dschunibert_v101links.pdf" title="Comic-Heft über die Schriftstellerei" target="_blank">Comic-Heft über die Schriftstellerei</a> 
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        <dc:subject>Absurdes &amp; Surreales</dc:subject>
<dc:subject>Österreichisches</dc:subject>
<dc:subject>krimis &amp; thriller</dc:subject>
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<dc:subject>Wien</dc:subject>

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        <author>
            <name>Loki</name>
                    </author>
    
        <published>2009-07-20T21:50:59Z</published>
        <updated>2009-07-20T22:53:29Z</updated>
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        <title type="html">Fiona Campbell: Eine kurze Geschichte des Scheiterns auf Japanisch</title>
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"Diese Option steht hier leider nicht zur Debatte. Wir bitten Sie vielmehr, in den vorzeitigen Ruhestand zu gehen."<br />
"In den vorzeitigen Ruhestand." Kenji wiederholte die Worte, aber er verstand immer noch nicht, was das alles zu bedeuten hatte.<br />
"Ja, in den vorzeitigen Ruhestand."<br />
"Aber", er stotterte und brachte die Worte nur unter großer Anstrengung heraus, "ich bin doch erst vierzig." Er prustete unvermittelt los, denn die Situation erschien ihm auf einmal lächerlich. "Heute ist mein vierzigster Geburtstag. Ich bin viel zu jung für den vorzeitigen Ruhestand."<br />
"Ich fürchte, Sie haben keine andere Wahl."<br />
"Keine andere Wahl?" Ein Gedanke schoss ihm plötzlich durch den Kopf. "Ah, jetzt verstehe ich. Das ist ein Witz. Ein Witz, weil ich heute Geburtstag habe."<br />
"Nein, das ist kein Witz."</blockquote><br />
Es ist schon in unseren Breiten gräulich, wenn man mit fadenscheinigen Begründungen gekündigt wird. In Japan überlegt man ernsthaft <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Seppuku" title="Was ist Seppuku?">Seppuku </a>zu begehen, denn die Folgen eines Rausschmiss sind an den Verlust des eigenen Gesichts gekoppelt. Kenji ist also am Nullpunkt angelangt. Auf Drängen seiner Frau nimmt er einen Job an, der nun wirklich unter seiner Würde ist. Aber es hilft alles nichts und Kenji stellt sich tapfer seiner neuen Aufgabe - dem Sortieren von Briefen und Paketen. <br />
<br />
Anstatt dem Seppuku wird dann Kenji allerdings von einem Blitz getroffen, der ihn zwar halb blind und gelähmt macht, ihn aber auch - mit Hilfe von Dopo (ein bereits verstorbener Freund, der am Krankenbett mit ihm spricht) - auf eine phänomenale Idee einer TV-Gameshow namens "Millyenaire" bringt. Kaum ist die Idee geboren, versucht Kenji sie auch umzusetzen und muss erfahren, dass seine wahre Berufung die eines Steh-auf-Manderls ist. <br />
<br />
Blitze und tote Freunde, die zu einem sprechen, sind nur zwei Beispiele, womit die Autorin versucht, ihren Roman einen surrealen Touch zu geben und ihn damit auch unterhaltsamer gestaltet. Weniger unterhaltsam ist der Protagonist, der einem mit seinem Understatement und Tolpatschigkeit fast schon auf die Nerven zu gehen droht. Nichtsdestoweniger ist die Geschichte des japanischen Anti-Helden kurzweilig, mit kreativen Einfällen versehen und mit Liebe zum Detail geschrieben. 
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        <dc:subject>Japan</dc:subject>
<dc:subject>Leben</dc:subject>

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        <author>
            <name>Loki</name>
                    </author>
    
        <published>2009-07-16T22:09:46Z</published>
        <updated>2009-08-20T23:33:28Z</updated>
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        <title type="html">Katie MacAlister: Küsst du noch oder beisst du schon?</title>
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<br />
Der einzige, dafür aber ziemlich gewichtige Fehlschuß ist "Hasi": Adrians Kosewort für seine Auserwählte. Nicht nur, dass genau dieses Wort mehr als unpassend für einen verräterischen und verfluchten Vampir ist, steuert das Lesevergnügen durch seine Häufigkeit fast einem Kollaps entgegen.<br />
<br />
<a href="http://media.libri.de/shop/magazine-pictures/9783802581403_0.pdf" title="Leseprobe">Leseprobe</a><br />
<br />
Küsst du noch oder verdummst du schon: <a href="http://www.buechervielfalt.de/kuesst-du-noch-oder-verdummst-du-schon/">die andere Rezension auf www.buechervielfalt.de</a> 
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        <dc:subject>Erotik</dc:subject>
<dc:subject>Sex</dc:subject>
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            <name>Igor</name>
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        <published>2009-07-06T21:18:28Z</published>
        <updated>2009-07-28T08:23:24Z</updated>
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        <title type="html">Jerry Cotton: Satans erste Garnitur</title>
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 1954 wurde Jerry Cotton vom deutschen Delfried Kaufmann "erfunden". Heute schreiben mehr als 100 Autoren an der Serie um den kultigen FBI-Agenten. Und auch nach tausenden von diesen Hefterln, weiss man immer noch nicht so ganz genau, wie man sich Jerry Cotton vorstellen soll, den viel gibt die Figur von sich nicht preis: der Jaguar ist sein Markenzeichen, ab und zu greift er zur Zigarette und gönnt sich ein Schlückchen Whiskey. Er agiert rationell, smart und irrt sehr, sehr selten. Zwischen ihm und seinen Partner Phil Decker herrscht blindes Vertrauen, sein Chef Mr. High ist die absolute Respektsperson. Und sowie Jerry Cotton als Agent perfekt ist, entsprechen auch die Gangster: es gibt keine inneren Konflikte, wer böse ist, ist böse und sonst nichts. <br />
<br />
Platte Charaktere, geradlinige Handlung und Konflikte, die ausschließlich mit viel Geballer gelöst werden, ist nicht gerade hochgeistige Entspannung. Nein, denn Jerry Cotton ist - im Gegenteil - Synonym für anspruchslose Spannung. Wer mal kurzfristig kein Gehirnfutter braucht, von den Daily Soaps genug hat und trotzdem aufregende Stunden auf der Couch verbringen will: Jerry Cotton ist ein heisser Tipp. <br />
<br />
Und wem das Lesen zu anstrengend ist, der muss bis 2010 warten, denn dann kommt Jerry Cotton in Form von Christian Tramitz zurück auf die heimische Leinwand.<br />
<br />
<a href="http://www.jerry-cotton.com/" title="Jerry Cotton: der Man im roten Jaguar kehrt zurück">Jerry Cotton: der Man im roten Jaguar kehrt zurück</a><br />
<br />
<object width="450" height="250"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/Yjb1mP_Lu3Q&hl=de&fs=1&"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/Yjb1mP_Lu3Q&hl=de&fs=1&" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="450" height="250"></embed></object> 
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        <dc:subject>Klassiker</dc:subject>
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            <name>Igor</name>
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        <published>2009-06-30T21:08:54Z</published>
        <updated>2009-07-16T23:18:02Z</updated>
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        <title type="html">Markus Zusak: Der Joker</title>
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 Ed tut was und macht sich mal - mehr aus Neugier - auf den Weg zu den drei Adressen. Er sieht sich auf einmal mit Schicksalen, mit Menschen in hoffnunglosen Situationen, konfrontiert und Ed begreift, dass er handeln muss und dass er das Leben anderer positiv beeinflussen kann. Aber die ihm auf der Karte gestellten Aufgaben sind nicht leicht zu lösen und oft reicht Mut und Herz nicht aus: <br />
<blockquote>Ich atme. Ich breche fast zusammen.<br />
Ich frage dich: Was würdest du tun, wenn du an meiner Stelle wärst? Sag's mir. Bitte sag's mir!<br />
Aber du bist von alledem weit entfernt. Deine Finger blättern diese Seiten um, eine nach der anderen, die mein Leben irgendwie mit deinem verbinden. Deine Augen sind in Sicherheit. Diese Geschichte ist lediglich ein weiteres Kapitel in deinem Gehirn. Für mich aber ist es das Hier und Jetzt. Ich muss da durch und mir stets und ständig bewusst machen, was für einen Preis ich dafür zahlen werde. Nichts wird mehr so sein wie zuvor. Ich werde diesen Mann töten, und dann werde ich selbst sterben und zwar innerlich. Ich möchte am liebsten schreien. Ich möchte schreien und fragen, warum das alles so ist. Die zersprungenen Sterne rieseln heute Nacht wie winzige Eiszapfen auf mich nieder, aber nicht einmal dieser Gedanke kühlt mich ab. Nichts und niemand gewährt mir einen Ausweg. Die Gestalt vor mir sinkt zu Boden und ich stehe über ihm, warte ab.<br />
Warte.<br />
Versuche.<br />
Eine bessere Lösung zu finden.<br />
Gott, die Waffe in meiner Hand ist so steif.</blockquote><br />
Ed stellt sich seinen abstrusen Pflichten und ist dann gar nicht erleichtert. Aus gutem Grund, denn dem Karo-Ass folgen Pik, Karo, Treff und Herz. Als ihm noch ziemlich brutal mitgeteilt wird, sich den gestellten Aufgaben mit Engagement zu widmen, kommt Ed über den Sinn der seltsamen Postzustellungen ohne Absender ganz schön ins Grübeln. Was bedeutet das alles? Warum ausgerechnet er? Ist das alles ein Spiel? <br />
<br />
Mit "Der Joker" hat Markus Zusak - ein Australier mit österreichischen Wurzeln - den Deutschen Jugendliteraturpreis ergattert. Zu Recht: der Plot ist mit nichts vergleichbar, der abwechslungsreiche Schreibstil und die Ich-Erzählsituation sind - gerade für Teenager - erfrischend und die direkte Ansprache an den Leser bindet einen noch mehr in das Geschehen ein. Und schlussendlich hat dieser Roman auch eine Botschaft - nicht nur für den Protagonisten.<br />
<br />
Ein empfehlenswertes Buch, das allerdings von Zusaks zweitem Buch "<a href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/158-Markus-Zusak-Die-Buecherdiebin.html" title="Markus Zusak: Die Bücherdiebin">Die Bücherdiebin</a>", getoppt wird. 
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        <dc:subject>Freundschaft</dc:subject>
<dc:subject>kinder &amp; jugend</dc:subject>
<dc:subject>Zivilcourage</dc:subject>

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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/169-Christopher-Moore-Fool.html" rel="alternate" title="Christopher Moore: Fool" />
        <author>
            <name>Loki</name>
                    </author>
    
        <published>2009-06-16T22:46:49Z</published>
        <updated>2009-07-16T23:18:39Z</updated>
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        <title type="html">Christopher Moore: Fool</title>
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</em> Diese Warnung, die der Autor seinem jüngsten Werk "fool" voran stellt, ist nicht nur zutreffend sondern sollte auch wörtlich genommen werden. Denn der Amerikaner (!) Christopher Moore geht hier an die Grenze der Blasphemie: Er nimmt nicht irgendeine Tragödie - nein, "King Lear" muss es sein - her und spinnt aus Shakespeares dramatischer Lyrik eine Kömodie, eine satirische Narretei, die eine gesunde Einstellung zu Sex, Erotik und Gewalt seitens des Lesers voraussetzt. Nichts für Shakespeare-Jünger!<br />
<br />
Hier eine kurze Zusammenfassung für jene, die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6nig_Lear" title="Mehr über "King Lear" von William Shakespeare">"King Lear" </a>nicht parat haben: Der König von Britannien ist alt und möchte sein Reich auf seine drei Töchter aufteilen. Dazu stellt er ihnen die Frage, welche ihn am meisten liebt. Zwei der Töchter beteuern offenkundig auf scheinheilige Weise ihre Liebe währende die dritte und jüngste ihm erklärt, dass sie ihn eben so liebe, wie eine Tochter ihren Vater zu lieben habe, nicht mehr und nicht weniger. Der König ist gekränkt und verstößt seine jüngste Tochter, sein Reich teilt er auf die älteren auf. Und somit hat der König seine Pension verspielt, denn die Älteren - egoistisch und gierig - wollen nun alles und stechen dabei nicht nur den König sondern auch sich selbst aus. Lears Hofnarr spielt bei dieser Tragödie eine nicht unwesentliche Rolle: nicht nur, dass er den König vor der Entscheidung die jüngste Tochter zu verbannen, warnt, er ist es auch, der - als der König selbst völlig entmachtet wird, bei ihm bleibt und ihm die Treue hält.<br />
<br />
Cristopher Moore erzählt nun diese Geschichte nach, wobei nicht der König sondern sein Hofnarr "Pocket" die Hauptrolle inne hat. Und dieser geizt nicht mit flotten, satirischen Sprüchen, und mischt dadurch die britannische Politik ordentlich auf. Im Wickel um Macht und Gerechtigkeit stehen im der Geist aus "Hamlet" (<em>"denn ohne Geist geht's wohl nicht")</em> und die drei Hexen aus "Macbeth" zur Seite. <br />
<br />
Kenner von Shakespeares "King Lear" wissen, dass sie eine stürmische, blutige und durch die vielschichtigen Verwandschaftsverhältnisse der Figuren etwas komplizierte Geschichte erwartet. Mit Moores "fool" wird die Handlung durch bissigen (aber nicht unintelligenten!) Witz und derben Sex erweitert. <blockquote><br />
"Pocket, du Halunke, du hast mich in eine Komödie gelockt!"<br />
"Nun, für manchen mag es eine sein, ja."<br />
"Als ich den Geist sah, dachte ich, die Tragödie sei mir sicher."<br />
"Stimmt, in Tragödien geht's nicht ohne Geist."<br />
"Aber die Verwechslung, die Unkeuschheit, das leichte Thema, der Mangel an Ideen -, es ist doch zweifellos eine Komödie. Für eine Komödie bin ich nicht richtig gekleidet. Ich bin ganz in Schwarz."<br />
"Genau wie ich, und dennoch sind wir hier."<br />
"Also ist es eine Komödie."<br />
"Eine schwarze Komödie..."<br />
"Ich wusste es."<br />
"Für mich zumindest."<br />
"Dann eine Tragödie?"<br />
"Der Geist weckt eine Ahnung, was?"<br />
"Aber diese ganze sinnentleerte Vögel- und Wichserei?"<br />
"Geniale Irreführung."<br />
"Du nimmst mich auf den Arm."<br />
"Tut mir leid, aber nein. In der nächsten Szene erwarte dich eine pikeniere Überraschung."<br />
"Dann werde ich also von einem Spieß durchbohrt?"<br />
"Zum großen Vergnügen des Publikums."<br />
"Och, Mann!"<br />
"Aber es gibt auch eine gute Nachricht."<br />
"Ja?"<br />
"Für mich bleibt es eine Komödie."<br />
"Mein Gott, du bist ein nerviger Wicht!"<br />
"Hasse das Stück, doch nie den Mimen, mein Freund! Hier, lass mich den Vorhang halten! Hast du mit diesem silbernen Dolch noch was Bestimmtes vor? Wenn du nicht mehr da bist, meine ich?"<br />
"Eine blutige Komödie...!<br />
"Tragödien enden immer tragisch, Edmund, doch das Leben geht weiter, nicht wahr? Der Winter unserer Unzufriedenheit wird unweigerlich zum Frühling eines neuen Abenteuers. Wiederum nicht für dich."</blockquote><br />
<a href="http://media.lob.de/leseprobe/9783442311897_leseprobe_01.pdf" target="_blank" title="Leseprobe "fool"">Leseprobe "fool"</a><br />
<br />
<object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/Lc7iZWnLwIw&hl=de&fs=1&"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/Lc7iZWnLwIw&hl=de&fs=1&" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object> 
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        </content>
        <dc:subject>Englisches</dc:subject>
<dc:subject>Sex</dc:subject>
<dc:subject>Shakespeare</dc:subject>
<dc:subject>witzig</dc:subject>

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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/168-Michael-Scott-Der-dunkle-Magier.html" rel="alternate" title="Michael Scott: Der dunkle Magier" />
        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2009-06-14T21:36:56Z</published>
        <updated>2009-07-16T23:19:23Z</updated>
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        <title type="html">Michael Scott: Der dunkle Magier</title>
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<br />
<a href="http://www.nicholas-flamel.de/der-autor.html" title="Mehr über den Autor Michael Scott">Michael Scott</a> versorgt uns hier mit allem, was Fantasy spannend und interessant macht. Die Geschichte um das magische Buch ist vielschichtig und abwechslungsreich: Die Jagd nach den letzten Seiten des Buches und die dort beschriebene Prophezeiung bilden nur eine Erzählebene. Die Erweckung der Kräfte von Sophie und Josh, wie Dr. Dee erfolgreich Zwietracht zwischen den beiden säht oder die Geschichte um Flamels Frau, die aus den Kellern von Alcatraz flieht, die seltsame Kriegerprinzessin Scathach, die noch eine Rechnung mit Machiavellis Sekretär offen hat ... sind weitere Erzählstränge, mit denen uns der Autor dazu bringt, die nächste CD in den Player zu schieben. Noch dazu zieht Michael Scott alle Register, die uns aus der Mythologie, Sagen und Legenden bekannt sind und setzt sie - da ja der Roman im heutigen Paris spielt - in unsere Gegenwart. <br />
<blockquote>"Machiavellis schmale Lippen verzogen sich zu einem seltenen Lächeln. Die Masken würden ihm gehören! Das Lächeln verging ihm allerdings, als sein Handy in seiner Smokingtasche zu vibrieren begann. Einen Augenblick lang war er versucht, es zu ignorieren – schließlich hatte er seinen Mitarbeitern strikte Anweisung gegeben, ihn nur im äußersten Notfall zu stören. Dann zog er das superschlanke Nokia heraus.<br />
<br />
Ein Schwert pulsierte sacht auf dem LCD-Display.<br />
<br />
Machiavellis Miene versteinerte. Schlagartig wusste er, dass er die Kabuki-Masken auch in diesem Jahrhundert nicht würde kaufen können. Er drehte sich auf dem Absatz um, verließ den Raum und drückte das Handy ans Ohr. Er hörte noch, wie hinter ihm der Hammer des Auktionators auf das Pult krachte. »Verkauft. Für zweihundertundsechzigtausend Euro.«<br />
<br />
»Ich bin da.« Machiavelli sprach italienisch, die Sprache seiner Kindheit.<br />
<br />
Die Verbindung war schlecht, es knackte und knisterte, dann meldete sich eine Stimme in derselben Sprache, allerdings mit englischem Akzent und in einem Dialekt, den man in Europa seit über vierhundert Jahren nicht mehr gehört hatte. »Ich brau­che deine Hilfe.«<br />
<br />
Der Mann am anderen Ende der Leitung stellte sich nicht vor. Das war auch nicht nötig, denn Machiavelli wusste, wer es war: der unsterbliche Magier Dr. John Dee, einer der mächtigs­ten und gefährlichsten Männer der Welt.<br />
<br />
Niccolò Machiavelli verließ rasch das Hotel. Auf dem großen, gepflasterten Quadrat des Place du Tertre blieb er stehen und holte tief Luft. »Was kann ich für dich tun?«, fragte er vorsich­tig. Er hasste Dee und wusste, dass das Gefühl auf Gegenseitig­keit beruhte. Aber sie dienten beide den Dunklen Wesen des Älteren Geschlechts, und das bedeutete, dass sie schon jahr­hundertelang zur Zusammenarbeit gezwungen waren. Machia­velli war auch etwas eifersüchtig auf Dee, weil dieser jünger war als er – und man es ihm ansah. Machiavelli war 1463 in Florenz geboren und somit 64 Jahre älter als der englische Magier. In den Geschichtsbüchern stand, dass er im selben Jahr gestorben sei, in dem Dee geboren wurde, nämlich 1527. »Flamel ist wieder in Paris.«<br />
<br />
Machiavelli straffte die Schultern. »Seit wann?«<br />
<br />
»Gerade angekommen. Über ein Krafttor. Ich weiß nicht, wo er herauskommt. Er kommt mit Scathach.«<br />
<br />
Machiavellis Gesicht verzog sich zu einer hässlichen Grimasse. Das letzte Mal, als er der Kriegerprinzessin begegnet war, hatte sie ihn durch eine Tür gestoßen. Die Tür war zu gewesen, und es hatte fast einen Monat gebraucht, bis alle Splitter aus seinem Rücken entfernt waren.<br />
<br />
»Außerdem haben sie zwei Humani-Kinder dabei. Ameri­kaner«, sagte Dee. Seine Stimme kam mal laut und mal leise über die transatlantische Verbindung. »Zwillinge«, fügte er hinzu.<br />
<br />
»Sag das noch einmal.«<br />
<br />
»Zwillinge«, schnaubte Dee. »Mit Auren aus reinem Gold und Silber. Du weißt, was das bedeutet.«<br />
<br />
»Ja«, murmelte Machiavelli. Es bedeutete Ärger. "</blockquote><br />
Der dritte Band über das magische Buch und den Alchemysten Nicholas Flamel erscheint voraussichtlich im Frühjahr 2010. <a href="http://www.nicholas-flamel.de/leseprobe_band2_alchemyst.pdf" title="Mehr über Band 3 von "der Alchemyst"">Hier schon mal eine Leseprobe.</a> 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>Freundschaft</dc:subject>
<dc:subject>Science Fiction &amp; Fantasy</dc:subject>
<dc:subject>spannend</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2009-06-08T20:50:46Z</published>
        <updated>2009-07-16T23:19:48Z</updated>
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        <title type="html">Guillaume Prévost: Das Buch der Zeit - Die steinerne Pforte</title>
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 Sam hat also ein Gerät für das Reisen durch die Zeit gefunden - und es ist naheliegend, dass sein Vater auf einer dieser Reisen irgendwo in der Vergangeheit stecken geblieben ist. Aber Sam hat noch nicht herausgefunden wie die Zeitmaschine richtig funktioniert bzw. wie man den Steinsockel mit der eingravierten Sonne bedient, um in eine bestimmte Zeit gebracht zu werden. Und so schwirrt Sam vom 1. Weltkrieg, zum alten Ägypten und ins Belgien des 15. Jahrhunderts, ohne dabei auf seinen Vater zu treffen.<br />
<br />
Leider hat's Sam in der Gegenwart auch nicht leichter: seine Mutter ist gestorben, der Vater verschollen und der Verlobte seiner Tante wird immer verdächtiger. Noch dazu muss er sich einem aussichtlosen Judo-Kampf stellen und trifft auf seine Sandkastenliebe... Wenigstens seine (vorerst ziemlich zickige) Cousine steht im bei und hilft ihm bei der Suche nach seinem Vater.<br />
<br />
"Die steinerne Pforte" ist der erste Band einer mehrteiligen Serie über den Teenager Sam. Für alle, die sich ebenfalls in diesem Alter befinden, ist dieses Buch sicher ein aufregendes Leseabenteuer. Gerade wenn's schwierig wird mit dem eigenen Dasein, kann ein Ausflug in andere Zeiten und Orten ganz schön gut tun. Noch dazu kommt der Held einem "Alltags-Jugendlichen" ziemlich nahe (ausgenommen natürlich dem Zeitreisen). Sam ist weder überheblich noch besonders intelligent oder mit besonderen Fähigkeiten bestückt. Brenzlige Situationen meistert er sympathisch durch Instinkt und Bauchgefühl.  
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        <dc:subject>Bücher</dc:subject>
<dc:subject>kinder &amp; jugend</dc:subject>
<dc:subject>Science Fiction &amp; Fantasy</dc:subject>

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            <name>rosenrot</name>
                    </author>
    
        <published>2009-06-02T18:14:37Z</published>
        <updated>2009-07-16T23:20:01Z</updated>
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        <title type="html">Eric Carle: Die kleine Raupe Nimmersatt</title>
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<br />
Die Raupe Nimmersatt zählt zu den Klassikern unter den Kinderbüchern. Seit zehn Jahren ist der Vielfraß auch das meistgespielte Theaterstück für Kinder in Österreich.<br />
<br />
Ich möchte nicht über Political Correctness sprechen - aber im Zeitalter der Fettleibigkeit bei Kids - ist diese Raupe da ein tolles Vorbild? Meine Kinder haben bei diesem Buch auch nicht zählen gelernt, was angesichts der großen Mengen, die die Raupe zu sich nimmt, pädagogisches Ziel sein könnte. Sie wurden ausserdem etwas verwirrt, weil manche ihnen von der "Zwetschke" und manche von der "Pflaume" vorgelesen haben. Die Obst- und Gemüsenamen blieben also ebenfalls ein Mysterium für sie.<br />
<br />
Die Raupe Nimmersatt wird zum Leidwesen der Nachwuchs-Kinderbuchautoren und Kinderbuchillustratoren ständig neu verlegt und verkauft sich gut. 20 Millionen Exemplare in 30 verschiedenen Sprachen - die gefräßige Raupe hat es weit gebracht. Eric Carle hat einige andere Stars wie "Herr Seepferdchen" und "Die Biene und der Räuber" erfunden. <br />
<br />
Ich habe nichts gegen die Raupe. Den Plot finde ich - selbst als nicht besonders spannende Vorschulkinderbücher gewohnte Mutter - etwas langweilig. Da ist mir die schlimme Pippi Langstrumpf wesentlich lieber. Oder die Geschichten vom kleinen Bären, der seine sehr Eltern lieb hat und langsam lernt, allein in der Welt zurecht zu kommen. Was mich stört, ist, dass um das Raupenvieh ein derartig unverhältnismässiger Hype entstanden ist.   
            </div>
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<dc:subject>Klassiker</dc:subject>

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        <author>
            <name>rosenrot</name>
                    </author>
    
        <published>2009-06-02T11:52:12Z</published>
        <updated>2009-07-16T23:20:14Z</updated>
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        <title type="html">Nigel Barley: Traumatische Tropen - Notizen aus meiner Lehmhütte</title>
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Er schildert aus eigener Erfahrung die Afrika-Studienreise eines jungen Ethnologen, der feststellen muss, dass graue Theorie und bunte Praxis schwer unter einem Hut zu bekommen sind. Zwei Jahre lang lebt er beim Bergvolk der Dowayos in Kamerun, das mit unseren Kulturvorstellungen nur wenig anfangen kann. Denn im wilden Afrika dreht sich alles um das Beschneidungsritual, den Regen und den Alkohol. Man hat viel Zeit, weil wenig funktioniert und Reparaturen kaum je etwas helfen. Die Plagen des Tropenaufenthaltes, die diversen Hürden bei der wissenschaftlichen Erforschung "seines" Volkes und die erstaunlichen Entdeckungen, die er bei den so genannten Primitiven macht, sind unendlich unterhaltsam, weil selbstironisch.   
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        <dc:subject>Afrika</dc:subject>

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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/164-Lilith-Saintcrow-Dante-Valentine-Hoellenritt.html" rel="alternate" title="Lilith Saintcrow: Dante Valentine - Höllenritt" />
        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2009-06-01T20:18:31Z</published>
        <updated>2009-07-16T23:20:52Z</updated>
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<br />
Es beginnt damit, dass ihre Freundin Gabe sie bittet, ihr bei der Aufklärung von genauso schrecklichen wie geheimnisvollen Morden zu unterstützen. Die mit viel Blut und Eingeweiden versehene Spur stößt Dante nach Rigger Hall - zu dem Ort, wo Dante aufgewachsen und ausgebildet wurde, dem Ort des unaussprechlichen Schreckens, der Dante Albträume beschert und an den sie nicht einmal denken kann ohne dabei das große Zittern zu bekommen.<br />
<br />
Aber Dante trotzt allen Widerlichkeiten, die ein Fantasy/Cyberpunk-Thriller so zu bieten hat und der Leser wird mit Szenen konfrontiert, die einen an Matrix, Robocob und Blade Runner erinnern. Lilith Saintrcrow lässt aber nicht nur Schwerter und Plaspistolen sprechen; Liebe und romantische Avancen kommen ebenfalls nicht zu kurz. <br />
<br />
Leider kann die Autorin das höllische Tempo, das sie mit dem ersten Band "Teufelsbraut" vorlegt, nicht ganz halten und der beim Leser hochgedrillte Action-Level wird zuerst mal etwas zurück geschraubt. Die Vorgeschichte wird nur in Schüben dargelegt, für Kenner des ersten Bandes ist das gut, weil er sich nicht mit seitenweisen Erklärungen nicht abgeben muss, für Unwissende ist es schwierig, sich die Geschehnisse zusammen zu reimen. <br />
<br />
Was ganz sicher das Lesevergnügen einschränkt, sind Dantes Sinneswahrnehmungen als Halb-Dämonin, die sich redundant wiederholen: die Farbe von Jace' Haaren (blond, strohblond, lohfarben) und sein Moschus-Honig-usw. Geruch, Dantes Haar (da löst sich ziemlich oft eine Strähne aus dem dicken Zopf, den sie immer im nassen Zustand flechtet) Gabes Frisur, der Molekulartropfenlack auf ihren Nägeln, den wir bereits sehr intensiv aus dem ersten Band kennengelernt haben... Witzig hingegen sind Dantes gedanklichen und kursive Einschübe, die ihre innere Zerrissenheit näher bringt. <br />
<br />
Fazit: Igor muss sich wohl den dritten Band ("Feuertaufe") auch noch besorgen.<br /> 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>Science Fiction &amp; Fantasy</dc:subject>
<dc:subject>Teufel</dc:subject>

    </entry>
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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/162-Therese-Bauer-Kein-Kinderspiel-ein-Krimi-fuer-Muetter.html" rel="alternate" title="Therese Bauer: Kein Kinderspiel - ein Krimi für Mütter" />
        <author>
            <name>rosenrot</name>
                    </author>
    
        <published>2009-06-01T18:40:18Z</published>
        <updated>2009-07-16T23:21:19Z</updated>
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        <title type="html">Therese Bauer: Kein Kinderspiel - ein Krimi für Mütter</title>
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Kein Kinderspiel - ein Krimi für Mütter<br />
Verlagshaus Hernals<br />
April 2009<br />
ISBN 978-3-9502577-2-4<br />
€ 19,90, 308 Seiten, gebunden 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>Frauenroman</dc:subject>

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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/161-Lilith-Saintcrow-Dante-Valentine-Teufelsbraut.html" rel="alternate" title="Lilith Saintcrow: Dante Valentine - Teufelsbraut" />
        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2009-05-25T23:05:36Z</published>
        <updated>2009-07-16T23:21:37Z</updated>
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        <title type="html">Lilith Saintcrow: Dante Valentine - Teufelsbraut</title>
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<blockquote>"Ihr kommt spät." sagte der Fürst der Hölle sanft.<br />
"Ich musste noch die Nägel lackieren." Die Worte schossen mir aus dem Mund wie ein durchgehender Gaul. "Ein Dämon an meiner Haustür, der mich mit der Waffe bedroht, kann mich schon mal etwas durcheinanderbringen."<br />
"Er hat Sie mit der Waffe bedroht?" Der Fürst deutete auf einen Sessel. "Setzen Sie sich doch, Miss Valentine. Darf ich Sie Dante nennen?"<br />
"Das ist mein Name", antwortete ich nervös. Der Teufel kennt meinen Namen, dachte ich entsetzt. Der Teufel kennt meinen Namen.<br />
Dann gab ich mir eine heftige mentale Ohrfeige. Hör auf. Du brauchst deinen Verstand noch, Danny. "Es wäre mir eine Ehre", fügte ich hinzu. "Es ist mir ein Vergnügen, Eure Lordschaft kennenzulernen. Eure Hoheit. Oder wie auch immer."<br />
Er lachte. Das Lachen hätte einem Elefanten in sekundenschnelle die Haut abziehen können. "Man nennt mich auch den Vater aller Unwahrheiten, Dante. Ich bin alt genug, um eine Lüge zu erkennen, wenn ich eine höre."<br />
"Ich auch", antwortete ich. "Vermutlich werden Sie als Nächstes sagen, dass Sie mir nichts Böses wollen, stimmt's?"<br />
</blockquote><br />
Vom Höllenfürst bekommt Dante ihren Auftrag: Sie soll einen Dämon, der "das Ei" (=dämonisches Artefakt) gestohlen hat, eliminieren. Und Japhrimel soll ihr dabei helfen. Wieder zurück auf der Erde, geht Dante das Problem zunächst rational an, sieht sich aber immer mehr mit irrationalen Vorgängen konfrontiert:<br />
<ul><br />
<li>Mit dem zu elminierenden Dämon hat sie auch noch eine persönliche Rechnung offen.</li><br />
<li>Der grün-äugige Flatter-Dämon menschelt immer mehr.</li><br />
<li>Da taucht auch noch Dantes Ex aus der Versenkung auf.</li><br />
<li>Die Mafia (ja, die spielt auch mit) spielt auch mit.</li><br />
<li>Sie stirbt.</li><br />
<li>Sie lebt.</li><br />
<li>Sie hat abartigen Sex.</li><br />
</ul><br />
"Teufelsbraut" ("Working for the Devil") ist das erste von fünf Büchern über die großschnäuzige Heldin Dante Valentine, der schwertschwingenden Schönheit mit eigenwilligem Herz und Verstand. So liest sich Fantasy heute.<br />
<a href="http://www.lilithsaintcrow.com/journal/the-books/the-dante-valentine-series/" title="Mehr über Lilith Saintcrows Dante Valentine">Mehr über die Serie Dante Valentine</a> 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>spannend</dc:subject>
<dc:subject>Teufel</dc:subject>

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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/160-Andre-de-Guillaume-Weltherrschaft-fuer-Anfaenger.html" rel="alternate" title="André de Guillaume: Weltherrschaft für Anfänger" />
        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2009-05-15T20:19:11Z</published>
        <updated>2009-07-16T23:22:17Z</updated>
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        <title type="html">André de Guillaume: Weltherrschaft für Anfänger</title>
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Macht ist toll, tut gut, macht sexy und hat noch dazu nicht zu verachtende Nebenwirkungen: Geld, schöne Frauen und nie wieder für Strafzettel zahlen müssen. Aber der Wunsch allein, andere Leute nach der eigenen Pfeife tanzen zu lassen und in die Geschichte einzugehen, ist nicht genug. Charisma, die notwendige Paranoia, Skrupellosigkeit und die Entschlossenheit nicht nur über Leichen zu gehen sondern auch am Ende ganz alleine da zu stehen, sind die Eigenschaften an denen Tag für Tag, Stunde für Stunde, gearbeitet werden muss. Und wenn man nicht genügend geisteskrank ist, kann man's eigentlich gleich lassen.<br />
<br />
Der Autor gibt zahlreiche Tipps, die für den Weg zur Spitze dienlich sind: Welche Hobbys sollte man haben, welchen Beruf ergreifen (z.B.: Parteisekretär), welche Tageszeitung lesen und auch wie man nach dem Anfangsstadium, den Lehrjahren, zur Spitze kommt. Ob per Wahl, Thronfolge, Mord, Putsch oder Revolution - hat man's geschafft, gilt es ein Land zu regieren; denn Macht zu erhalten und verwalten ist ebenso anstrengend als sie zu bekommen. <br />
<br />
Einer der letzten Kapitel des Buches ist dem Ruhestand gewidmet: Wie verabschiedet man sich als Tyrann am besten (falls einem dies nicht ohnehin von seinen Lieblingsfeinden abgenommen wird) und wie kommt man zu seinem wohlverdienten Nachruhm? Ach, ja - vom Autor auch nicht vergessen - das allerletzte Kapitel: Wie man sein Comeback inszeniert und - falls es damit nicht klappen sollte - die berühmten letzten Worte:<br />
<blockquote>"Ich muss meinen Feinden nicht vergeben. Ich habe sie alle erschießen lassen." (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ram%C3%B3n_Mar%C3%ADa_Narv%C3%A1ez" title="Mehr über Ramon Maria Narvaez auf Wikipedia">Ramon Maria Narvaez</a>)<br />
"So, nun ist alles dahin - Reich, Körper und Seele!" (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_VIII._(England)" title="Mehr über Heinrich VIII auf Wikipedia">Heinrich VIII</a>)<br />
"Ich wünsche in die Hölle zu kommen und nicht in den Himmel. In ersterer genieße ich die Gesellschaft von Päpsten, Königen und Fürsten, in letzterem sind nur Bettler, Mönche und Apostel!" (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Niccol%C3%B2_Machiavelli" title="Mehr über Machiavelli auf Wikipedia">Niccolò Machiavelli</a>)<br />
"Die Geschichte lehrt uns, dass Diktatoren nie ein gutes Ende nehmen." (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Augusto_Pinochet" title="Mehr über Augusto Pinochet auf Wikipedia">General Augusto Pinochet</a>)</blockquote><br />
Der Autor (und auch selbst Putschist auf einer Mini-Insel im Indischen Ozean in den 70ern) untermauert sein Handbuch für angehende Diktatoren mit vielen Fallbeispielen aus der Vergangenheit, präsentiert Checklisten und Fragebögen, verrät Tipps und Kniffe... Sofern man diesen Ratgeber nicht ernst nimmt, ist es ein amüsanter und nicht uninteressanter Zeitvertreib. 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>Management</dc:subject>

    </entry>
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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/159-Sue-Townsend-Downing-Street-No.-10.html" rel="alternate" title="Sue Townsend: Downing Street No. 10" />
        <author>
            <name>Loki</name>
                    </author>
    
        <published>2009-05-10T20:22:35Z</published>
        <updated>2009-07-16T23:24:49Z</updated>
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        <title type="html">Sue Townsend: Downing Street No. 10</title>
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<br />
<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Jack_Sprat" title="Mehr über Jack Sprat">Jack Sprat</a> hat's nicht leicht als Kindermädchen für einen neurotischen Kerl, der anfängt, sich immer wohler in Frauenkleider zu fühlen und sich als "Edwina" vorstellt. Nicht allein, dass er den Premier immer wieder aus krotesken Situationen heraus manövrieren und sich der Frage stellen muß, ob waxen oder rasieren besser für glatte Beine sei, hat er sich auch noch mit internen Familienproblemen herum zu schlagen. Seiner Mutter, die sich immer mehr gehen läßt und sich am Rande der Verwahrlosung befindet, organisiert er noch eine männliche Putze, die sich jedoch später als Drogendealer entpuppt. <br />
<br />
Parallel zur Geschichte von Jacks Mutter verläuft die Reise durch Schottland und England mit Edwina. Die Autorin läßt hier nichts aus, was ihr im Rahmen eines Nachhilfekurses für Politiker wichtig erscheint. Das Sozialwesen wird ebenso durch den Kakao gezogen wie das Gesundheits- und Transportwesen. Und so sieht sich Edwina mit stundenlangen Wartezeiten am Flughafen, stinkenden Zügen, Obdach- und Arbeitslosen konfrontiert. Als er noch dazu einen vermeintlichen Herzinfarkt erleidet, bekommt er die staatliche Behandlung in einem Krankenhaus am eigenen Leibe zu spüren. <br />
<br />
Zur gleichen Zeit sägen seine politischen Kollegen - allen voran Malcolm Black (alias Gordon Brown) - nicht nur an Edwards Sessel sondern feilen auch an einem neuen Namen für die Partei "New Labour", wobei es zu entscheiden gilt, welche Zielgruppe besonders angesprochen werden soll.<br />
<blockquote>"Alexander meinte: "Die Party Party". Er stellte sich die Worte als Slogans auf Reklametafeln und Postern vor, die Papierschlangen und Luftballons behängt waren. Der Name konnte dem Schmähwort "Champagnersozialist" einen Anstrich von Ehrbarkeit verleihen. Andererseits war das ganze natürlich komplett hirnrissig.<br />
Malcolm Black stieß ein geringschätziges Lachen hervor, das mehr nach einem Bellen klang. "Die Party Party - so gut, dass wir sie doppelt benannt haben."<br />
"Es würde auf jeden fall die Jugend ansprechen, meinen Sie nicht?" Samuelson hatte sein Fingerdach eingerissen und massierte sich nun abwechselnd jeden Finger einzeln.<br />
"Ich würde keine Partei anführen wollen, die es für nötig hält, eine Wortwiederholung in einen Namen einzubauen, der aus genau zwei Worten besteht", sagt Malcolm Black. "Im Hinblick auf die Bevölkerungsentwicklung der Zukunft, nämlich dass wir alle länger leben werden, sollten wir vielleicht ohnehin lieber die Alten ansprechen. Ich persönlich würde es vorziehen, wenn wir uns Old Labour nennen."</blockquote><br />
Der Autorin ist mit diesem Roman eine bissig-böse Satire über England und seiner Regierung gelungen, zumindest aus meiner - kontinentalen - Sichtweise. Die Geschichte ist witzig, skuril und mit überzeichneten Wahrheiten versehen. Sue Townsend wurde übrigens in den 80ern mit den genialen Geschichten über den pubertierenden <a href="http://www.adrianmole.com" title="Mehr über Adrian Mole">Adrian Mole</a> ("The Secret Diary of Adrian Mole Aged 13 ¾" und "The Growing Pains of Adrian Mole") bekannt.<br />
<br />
<a href="http://www.randomhouse.de/content/edition/excerpts/17458.pdf" title="Leseprobe: Downing Street No. 10 von Sue Townsend">Leseprobe: Downing Street No. 10</a><br /> 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>Englisches</dc:subject>
<dc:subject>Politik</dc:subject>

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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/158-Markus-Zusak-Die-Buecherdiebin.html" rel="alternate" title="Markus Zusak: Die Bücherdiebin" />
        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2009-04-26T21:38:01Z</published>
        <updated>2010-05-30T20:10:48Z</updated>
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        <title type="html">Markus Zusak: Die Bücherdiebin</title>
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Gebt dem Tod eine Chance - auch wenn ihr dann mit der einen oder anderen Träne kämpfen müsst! Lest seine Geschichte über das Mädchen Liesel ... <blockquote>"Ich habe keine Sense.<br />
Ich trage nur dann einen schwarzen Kapuzenmantel, wenn es kalt ist.<br />
Ich habe auch kein Totenschädelgesicht,<br />
dass ihr mir so gerne andichtet.<br />
Wollt ihr wissen, wie ich wirklich aussehe?<br />
Ich sage es euch. Schaut in den Spiegel."</blockquote><br />
Jänner 1939: Liesel ist neun Jahre alt, als sie zusammen mit ihrer kranken Mutter (und Frau eines Kommunisten) und ihrem jüngeren Bruder im Zug nach München sitzt. Während der Zugfahrt sieht sie zu, wie ihr Bruder stirbt. An der nächsten Haltestelle steigen sie aus und in diesem Dorf wird auch ihr Bruder zwei Tage später beigesetzt. Als einem der Totengräber während des Begräbnisses ein schwarzes Buch aus der Manteltasche fällt, beginnt die Karriere von Liesel als Bücherdiebin. Mutter und Tochter setzen danach die Reise nach München fort - denn dort wird Liesel an eine Pflegefamilie übergeben.<br />
<br />
Liesel landet bei den Hubermanns, die in einem kleinen Haus in Molching, Nähe München, wohnen. Rosa, die Pflegemutter, ist grobschlächtig und maßlos, was das Fluchen und Wüten anbelangt:<br />
<blockquote>"Saumensch, du dreckiges!", schrie Liesels Pflegemutter an jenem ersten Abend, als das Mädchen sich weigerte, ein Bad zu nehmen. "Du dreckiges Schwein! Warum willst du dich nicht ausziehen?"</blockquote><br />
Hans, ihr Mann, ist das ganze Gegenteil zur massigen, derben Frau: Mit seiner sanften Art gewinnt der Anstreicher und Akkordeonspieler Liesels Herz auf Anhieb.<br />
<blockquote>"Als er an jenem Abend das Licht in dem kleinen, lieblos wirkenden Badezimmer einschaltete, betrachtete Liesel die außergewöhnlichen Augen ihres Pflegevaters. Sie waren aus Freundlichkeit gemacht und aus Silber. Weiches Silber, schmelzend. Liesel sah diese Augen und begriff, dass Hans Hubermann sogar eine ganze Menge wert war."</blockquote><br />
Liesel beginnt sich in Molching einzugewöhnen, was ihr gerade zu Beginn nicht leicht fällt. Von Rosa wird das kleine Mädchen herumkommandiert und mit den Kochlöffel erzogen, in der Schule muss sie bei den Erstklässlern sitzen, weil sie noch nicht lesen kann und in der Nachbarschaft muss sie sich erst ihren Platz unter den Kindern erkämpfen. Nur ihr Pflegevater, mit dem sie mühsam in den Nachtstunden mit Hilfe des Totengräberbuches das Lesen erlernt und die Freundschaft zum gleichaltrigen Rudi geben ihr liebevolle Momente - während der zweite Weltkrieg seine tödlichen Spuren durch das Land zieht.<br />
<blockquote>"Man könnte behaupten, dass Liesel Meminger es leicht hatte. Das stimmte auch, verglichen mit Max Vandenburg. Sicher, ihr Bruder war in ihren Armen gestorben. Ihre Mutter hatte sie verlassen.<br />
Aber alles war besser, als Jude zu sein."</blockquote><br />
Liesel wächst heran und der Tod tritt dabei als Beobachter auf. Liesels Geschichte wird flankiert von Hans Hubermanns Widerwillen in die NSDAP einzutreten und welche Konsequenzen er dadurch zu tragen hat und Rosas charakterliche Wandlung, als die beiden den Juden Max in ihrem Keller verstecken. Es ist ebenfalls die Geschichte von den Bewohnern des Dorfes Molching und wie sie ihr Schicksal zwischen Hitlerjugend, Judenverfolgung, Armut und Luftangriffen bewältigen. <br />
<br />
Dem australischen Autor mit deutschen Wurzeln ist mit diesem Buch, das er eigentlich für Jugendliche geschrieben hat, wirklich etwas Bemerkenswertes gelungen. Er geht - inspiriert durch Erlebnisse seiner Eltern während des 2. Weltkriegs - ein komplexes Thema auf eine kompromisslose und eindringliche Art und Weise heran, in dem er einen menschlichen Tod als Erzähler auftreten lässt.  Die sehr poetisch geschriebene Geschichte erhält dadurch eine noch dramatischere und mitfühlende Note. "Die Bücherdiebin" ist nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2009.<br />
<br />
<a href="http://www.randomhouse.com/features/markuszusak/" title="Website des Autors Markus Zusak">Website Markus Zusak</a><br />
<a href="http://www.randomhouse.de/content/edition/excerpts/20265.pdf" target="_blank">Leseprobe "Die Bücherdiebin" </a> 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>bewegend</dc:subject>
<dc:subject>Literatur</dc:subject>
<dc:subject>Nationalsozialismus</dc:subject>
<dc:subject>Taschentuchbuch</dc:subject>
<dc:subject>Tod</dc:subject>

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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/157-Hannah-Green-Ich-habe-dir-nie-einen-Rosengarten-versprochen.html" rel="alternate" title="Hannah Green: Ich habe dir nie einen Rosengarten versprochen" />
        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2009-04-06T06:43:26Z</published>
        <updated>2009-07-16T23:28:43Z</updated>
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        <title type="html">Hannah Green: Ich habe dir nie einen Rosengarten versprochen</title>
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 Die Irrenanstalt präsentiert sich wie wir sie uns in unseren schlimmsten Alpträumen vorstellen: Je nach Stärke der psychischen Krankheit werden die Insassen auf Stockwerke aufgeteilt. Das schlimmste ist natürlich das oberste - "die Geschlossene". Vergitterte Fenster, ins Mark und Bein fahrende Schreie, unkontrollierte Gewalt mit Psychopharmaka nieder gehalten, frustrierte Pfleger, ungeschulte Schwesterschülerinnen, verständnislose Ärzte. Der Roman, der 1964 publiziert wurde, läßt uns durch Deborahs Augen in die andere Seite der Gitter und Mauern schauen - in eine amerikanische Psychiatrie während der 1940er Jahre. <br />
<br />
Deborah, die sich bereits während ihrer Kindheit mehr und mehr von der uns bekannten Realität weg bewegt, lebt mehr in ihrer Parallel-Welt "Yr" mit der sie sich sogar in einer eigenen Sprache verständigt. Ihr Glück ist es, in der Psychiatrie auf die Ärztin Dr. Fried ("Furii") zu stossen. Mit viel Geduld und Zeit arbeiten die beiden Vergangenes auf und Vertrauen in die Realität auf, wobei Deborah oft zwischen den beiden konkurrierenden Welten zu verbrennen droht.<br />
<blockquote>"Deborah sah, wie das Streichholz trockenes Holz anzündete.<br />
"Was nützt mir Ihre Wirklichkeit, wenn Gerechtigkeit scheitert und Unehrlichkeit vertuscht wird und diejenigen, die Wort halten, leiden? Hellen hat ihr Versprechen wegen Ellis gehalten und ich auch. Was ist denn Ihre Wirklichkeit wert?"<br />
"Hör mal", sagte Furii, "ich habe dir keinen Rosengarten versprochen. Ich hab dir nie vollkommene Gerechtigkeit versprochen..." (Sie erinnerte sich plötzlich an Tilda, die aus der Klinik in Nürnberg ausgebrochen war, in der Hakenkreuzstadt verschwunden war und zurückkam und lachte und lachte, die krächzende Parodie eines Gelächters: "Scholem Aleichem, Frau Doktor, die sind verrückter als ich!")" ... und ich habe dir nie Frieden oder Glück versprochen. Ich helfe dir, damit du selbst frei wirst, für alle diese Dinge zu kämpfen. Die einzige Wirklichkeit, die anzubieten habe, ist eine Herausforderung, und gesund sein heißt frei sein, sie anzunehmen oder nicht, auf welcher Ebene du auch immer dazu fähig bist. Ich verspreche niemals Lügen, und die Rosengartenweltperfektion ist eine Lüge... und außerdem langweilig!"<br />
"Werden Sie es in der Besprechung sagen - das mit Helen?"<br />
"Ich habe gesagt, ich werde - und ich werde, aber ich verspreche nichts."</blockquote><br />
Dieses Buch ist kein leichter Zeitvertreib. Es ist aber auch - und man könnte dies bei diesem Thema erwarten - nicht schwermütig oder trübsinnig. Es ist ein bewegender Bericht- mit tragisch-komischen Situationen -, der Mut und Hoffnung vermittelt.<br /> 
            </div>
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        <dc:subject>Irrenanstalt</dc:subject>
<dc:subject>Klassiker</dc:subject>
<dc:subject>Leben</dc:subject>

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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/156-Anne-Donovan-Emily-sein-oder-nicht-sein.html" rel="alternate" title="Anne Donovan: Emily sein oder nicht sein" />
        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2009-03-30T22:54:22Z</published>
        <updated>2010-05-18T22:11:22Z</updated>
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        <title type="html">Anne Donovan: Emily sein oder nicht sein</title>
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Fiona ist ein Teenager und lebt als Kind einer Arbeiterfamilie in einem Vorstadtviertel von Glasgow. Allerdings geniesst sie weniger die mit dem Erwachsenwerden zusammenhängenden Freuden sondern macht den Abwasch, kümmert sich um ihre Geschwister, beichtet regelmäßig und geht zur Schule. Als ihre Mutter stirbt, bricht ein familiäres Chaos aus und Fiona versucht zumindest noch zu Beginn die familiäre Geborgenheit aufrecht zu erhalten: eine schottische Familientragödie. Trotz tragischer Handlung - die Mutter stirbt, Fiona wird schwanger, verliert jedoch das Kind frühzeitig, der Vater fackelt das Haus ab, usw. kommt die Geschichte über Fiona und ihr Leben nicht so recht in Schwung. Die Charaktere sind flach gezeichnet und spiegeln bekannte Klischees wider: der Bruder ist super-toll (schwul, erfolgreich und lebt in London), der Vater wird nach dem Tod seiner Frau zum Alkoholiker (und zum Arbeitslosen), die Tante ist die liberale Lesbierin (die sich irgendwann auf die tradtionellen Werte erinnert), die jüngeren Schwestern sind nervig (und setzten sich immer durch). <br />
<br />
Der Titel bzw. der Klapptentext des Buches versprechen mehr als sie wirklich hergeben. Die stellenweise angedeutete Parallele zu Emily Bronte ist weder ausreichend ausgearbeitet noch wird sie nach dem ersten Drittel des Buches weiter verfolgt. Die einzige Gemeinsamkeit zwischen Emily und Fiona, die ich entdecken konnte, ist der alltägliche Abwasch, der Alltagstrott, den die beiden mit Literatur zumindest kurzfristig entfliehen können. Was bleibt ist eine Geschichte über ein Mädchen, das erwachsen wird, das mit dem Tod seiner Mutter kämpft und immer wieder versucht, ihr Leben in den Griff zu bekommen. Der Roman, dem leider jede Tiefe fehlt, wird zwar stellenweise liebevoll und einfühlsam erzählt, aber das allein macht diese Lektüre leider nicht empfehlenswert.<br />
<blockquote>"Aber schauen Sie sich an, was in Sturmhöhe passiert. Cathy und Heathcliff sind getrennt und erst aim Tod wieder vereint, und was Shelley und Mary betrifft - auch die hatten ihre Probleme: Untreue, tote Kinder, Tragödien.<br />
Trotzdem hatten sie Überzeugungen, sie hatten ein Ideal. Ich wusste, ich wollte mein Leben nach einem Ideal gestalten, egal, wie unmöglich das schien. Keine Kompromisse, keine Bedingungen."</blockquote> 
            </div>
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        <dc:subject>Frauenroman</dc:subject>
<dc:subject>irisches</dc:subject>
<dc:subject>langweilig</dc:subject>

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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/155-Jan-Philipp-Sendker-Das-Fluestern-der-Schatten.html" rel="alternate" title="Jan-Philipp Sendker: Das Flüstern der Schatten" />
        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2009-02-27T22:42:15Z</published>
        <updated>2009-07-16T23:28:05Z</updated>
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        <title type="html">Jan-Philipp Sendker: Das Flüstern der Schatten</title>
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 Paul Leibovitz, Amerikaner mit deutschen Wurzeln, lebt einsam auf einer Insel vor Hongkong. Traumatisiert durch den Tod seines Sohnes vor drei Jahren, versucht er sein Leben ohne Veränderung und Aufregungen in einer pulsierenden Umgebung zu bewältigen. Erst als ihn eine Amerikanerin bittet, ihr bei der Suche ihres Sohnes zu helfen, bekommt seine gepflegte Isolation Risse. Bald stellt sich heraus, dass der Sohn der Amerikanerin, der sich geschäftlich in Hongkong aufhielt, ermordert wurde. Paul wird immer mehr in den Fall verstrickt; nicht zuletzt durch seinen besten Freund, Kommissar Zhang, der versucht, den von den chinesischen Behörden vertuschten Mord, aufzuklären.<br />
<br />
Neben dem Mord-Ermittlungen, Pauls Trauerarbeit und Zhangs Vergangenheitsbewältigung sind Kapitalismus und Kommunismus als unterschiedliche Lebens- und Wirtschaftsphilosophien ein großes Thema in diesem Roman. Mit Hilfe der Charaktere stellt der Autor vor dem Hintergrund des chinesischen Wirtschaftsbooms Ost und West gegenüber und läßt sie Unterschiede aber auch Gemeinsamkeiten entdecken, wie das Streben nach Reichtum und Macht:<br />
<blockquote>"Ihr Joint-Venture-Partner hatte ihn bereits bei ihrem ersten Treffen im Hongkonger Regent Hotel außerordentlich beeindruckt. Tang sprach ein nahezu akzentfreies, perfektes Englisch. Er hatte vier Jahre an der Harvard School of Business studiert, war in dieser Zeit viel durchs Land gereist und verblüffte Richard Owens immer wieder mit seinem umfangreichen historischen Wissen. [...] Das würde ihm in Winconsin niemand glauben. Ein Chinese, der ganze Absätze aus der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung und der Gettysburg-Ansprache von Abraham Lincoln auswendig konnte, ein Chinese, der behauptete, es gäbe eine geistige Verwandschaft zwischen Den Xiaoping und Ronald Reagan, und das auch noch mit Zitaten belegen wusste. "Gier ist gut", hatte der Amerikaner proklamiert, "reich zu werden ist glorreich", der Chinese, und beide, behauptete Tang, meinten dasselbe. Es schmeichelte den Owens, indem er immer wieder betonte, dass China von Amerika sehr viel lernen könnte und dass es dazu jetzt endlich bereit sei. "Der amerikanische Traum, Herr Owen, ist sehr lebendig. Er wird heute geträumt und gelebt von Millionen Chinesen, und es werden jeden Tag mehr, glauben Sie mir.""</blockquote><br />
Aber die geschäftliche Interessen, die zum Mord an den Amerikaner führen, sind nur ein Teil der vielen Handlungsstränge, die der Autor verfolgt und gegen Ende zusammenführt und auflöst. "<em>Als wäre Vetrauen etwas für Dumme. Als hätten wir eine Wahl</em>", könnte als Leitgedanke gesehen werden, den es gilt, gegen Ende zu widerlegen. Paul kämpft noch immer mit dem Verlust seines Kindes, Zhang und Christine mit ihrer politischen Vergangenheit... Es ist seltsamerweise ein Mord, der das zarte Pflänzchen namens Vertrauen zum Wachsen bringt.<br />
<br />
Der Autor Jan-Philipp Sendker, ist eigentlich Journalist und arbeitete als Asien-Korrespondent für den "Stern". Dass der Autor sich in China auskennt, ist in jeder Zeile nicht nur zu lesen sondern auch zu spüren. "Das Flüstern der Schatten" ist - abgesehen vom Titel - ein vielschichtig gelungenes Buch - nicht nur für China-Fans.<br /> 
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        <dc:subject>China</dc:subject>
<dc:subject>Freundschaft</dc:subject>
<dc:subject>Politik</dc:subject>

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        <author>
            <name>Loki</name>
                    </author>
    
        <published>2009-02-23T23:09:18Z</published>
        <updated>2009-07-16T23:26:50Z</updated>
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        <title type="html">Neil Gaiman: Das Graveyard Buch</title>
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<blockquote>""Ich fress einen Besen, wenn das kein Baby ist", entfuhr es Mr Owens.<br />
"Natürlich ist es ein Baby", sagte seine Frau. "Aber die Frage ist doch, was machen wir mit ihm?"<br />
"Das ist in der Tat die Frage, gnädige Frau", sagte ihr Gatte. "Aber es ist nicht unsere Frage, denn dieses Baby leibt und lebt und hat folglich nichts mit uns und unserer Welt zu tun."<br />
"Schau doch nur, wie es lächelt!", sagte Mrs Owens.<br />
"So ein süßes Lächeln." Und mit Geisterhand strich sie ihm über das spärliche blonde Haar. Der kleine Junge kicherte vor Freude.</blockquote><br />
Die Bewohner des Friedhofs merken bald, dass das Baby verfolgt wird und beschützten es vor dem Killer. So kommt das Baby zu neuen Eltern, einem Untoten als Vormund und zu seinem neuen Namen: Nobody "Bod" Owens.<br />
<br />
Sämtliche Friedhofsbewohner kümmern sich liebevoll um ihren jungen Ehrenbürger, um sein Wohlergehen und seine Erziehung: Die einst am Scheiterhaufen verbrannte Hexe, der Römer Caius Pompeius, der erfolglose Dichter Nehemiah Trotz (1741-1774, <em>Schwäne singen, bevor sie sterben</em>), der Nachthund Miss Lupescu und allen voran sein geheimnisvoller Vormund Silas, ebenfalls Ehrenbürger des Friedhofs. Und so erlebt Bod eine unbeschwerte Kindheit auf einem Friedhof voll mit alten, überwucherten Gräbern, halb eingefallenen Gruften und verwitterten Grabsteinen - bis ihn schließlich doch die Vergangenheit einholt und gleichzeitig ihn sein Drang in die Außenwelt führt.<br />
<br />
Eine kurzweilige Unterhaltung für Fantasy-Fans: Die Geschichte des Waisenkind Bod ist zügig und gefühlvoll erzählt und eignet sich auch für junge Leser. "Das Graveyard Buch" ist der aktuelle Roman des vielseitigen Fantasy-Autors Neil Gaiman, der auch schon mal mit Terry Pratchett gemeinsame Sache ("<a href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/1-Terry-PratchetNeil-Gaiman-ein-gutes-Omen.html" title="Terry Pratchett / Neil Gaiman: Ein gutes Omen">Ein gutes Omen</a>") gemacht hat. Unter anderem ist er auch mit seiner Comic-Serie "Der Sandmann",  "<a href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/133-Neil-Gaiman-Stardust-der-Sternwanderer.html" title="Neil Gaiman: Der Sternenwanderer">Der Sternenwanderer</a>" und mit dem Verfassen des Drehbuchs zum Film "Beowulf" bekannt geworden.<br />
<object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/c9Dz90e883Q&hl=de&fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/c9Dz90e883Q&hl=de&fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object><br />
<br />
<a href="http://www.neilgaiman.com/" title="Website Neil Gaiman">Website Neil Gaiman</a><br />
<a href="http://www.neilgaiman.de/" title="Deutsche Website Neil Gaiman">Deutsche Website Neil Gaiman</a><br />
<a href="http://bluecher.agunlimited.at/uploads/gaiman_graveyard_buch.mp3" title="Hörprobe "Das Graveyard Buch"">Hörprobe "Das Graveyard Buch"</a> 
            </div>
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        <dc:subject>kinder &amp; jugend</dc:subject>
<dc:subject>Science Fiction &amp; Fantasy</dc:subject>

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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/153-Alison-Bechdel-Fun-Home-Eine-Familie-der-Gezeichneten.html" rel="alternate" title="Alison Bechdel: Fun Home - Eine Familie der Gezeichneten" />
        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2009-02-17T00:08:57Z</published>
        <updated>2009-07-16T23:26:05Z</updated>
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<br />
Das Comic-Buch mit viel Text nimmt keinen linearen Verlauf - die kleinen Geschehnisse und Eindrücke der Vergangenheit werden von der Erzählerin vermischt - eine Stilmittel, das dem mündlichen Erzählen nachempfunden ist und die Geschichte dadurch ungekünstelt wirken lässt. Untermalt werden die Geschichten um den inneren Konflikt der Erzählerin mit antiker Mythologie (Ikarus und Daedalus), dem Existentialismus (Sartre, Camus), botanischem Fachwissen von Marcel Proust und literarischen Hinweisen zu Forster, Joyce, Wilde und Fitzgerald.<br />
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<object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/OtTLpdj-yOM&hl=de&fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/OtTLpdj-yOM&hl=de&fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object><br />
<br />
Besonders in Amerika wurde die "graphic novel" gefeiert: Wochenlang stand das Buch auf der Bestsellerliste der "New York Times"; das "Time Magazine" kürte es zum besten Buch 2006. Die angesprochenen Themen, der tiefenpsychologische Aspekt und die Verbindung von Roman und Comic haben viele Leser überzeugt.<br />
<br />
Mich leider nicht. Die Andeutungen zu Philosophie und Literatur kommen mir durch ihre Häufigkeit aufgesetzt vor und überfrachten den eigentlichen Kampf eines Teenagers mit der Realität. Auch den im Klappentext versprochenen Witz in Wort und Bild konnte ich für mich nicht entdecken.  <br />
<br />
<img src="http://images.salon.com/books/review/2006/06/05/bechdel/story.jpg" alt="" /> 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>Frauenroman</dc:subject>
<dc:subject>langweilig</dc:subject>

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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/152-A.-Lee-Martinez-Eine-Hexe-mit-Geschmack.html" rel="alternate" title="A. Lee Martinez: Eine Hexe mit Geschmack" />
        <author>
            <name>Loki</name>
                    </author>
    
        <published>2009-02-13T22:02:19Z</published>
        <updated>2009-07-16T23:24:15Z</updated>
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        <title type="html">A. Lee Martinez: Eine Hexe mit Geschmack</title>
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 Die Hexe ohne Namen wird als 6. und damit (vom Fiesen Larry) verfluchtes Kind geboren. Untot, das Tageslicht fürchtend und nur rohes Fleisch essend wird sie vorerst von ihren Eltern im Keller versteckt bis sie von der Grausigen Edna aus dem Loch zu sich nach Hause geholt und in Zauberei und Magie unterrichtet wird. Als die Grausige Edna von zwei Gestalten erschlagen wird, ist es für die Hexe Zeit, sich auf den Weg zu machen. Begleitet wird sie von Molch, einem Dämon in Gestalt einer scheinbar harmlosen Ente, und Penelope, dem treuen Hexenbesen. Das erste Ziel ist Fort Handfest, eine Ansiedlung von ausrangierten Soldaten, die von einer Horde menschenfleisch-fressender Monster bedroht wird. Anscheinend traut der Autor einer einzelnen Frau die Problemlösung nicht zu und schickt einen kräftestrotzenden und durch und durch tugendhaften Held aufs Schlachtfeld: <br />
<blockquote>"Ich bin Wyst aus dem Westen, Verteidiger der Schwachen, Zerstörer des Schändlichen, eingeschworener Kämpfer des Anstands, anerkannter Feind des Bösen."</blockquote> <br />
Und hier ergibt sich nun das wirkliche Problem: Wyst ist durch einen Schwur verpflichtet, seine Tugend und Sittsamkeit zu bewahren, was soviel heißen soll, dass er nichts mit Frauen anfangen darf. Die Hexe wiederum ist zum Verführen geschaffen und entwickelt dabei auch noch einen Mords-Appetit. Bei all diesen inneren Konflikten ist der Show-Down mit dem ultimativen Bösen gegen Ende des Romans eigentlich nur noch eine Nebensächlichkeit.<br />
<br />
Der amerikanische Autor A. Lee Martinez ist mittlerweile bekannt dafür, dass er seine Fantasy-Geschichten mit viel Augenzwinkern erzählt: humorvoll, stellenweise witzig - allerdings mit weniger ironischem Unterton à la Pratchett. Wenn man ohne große Erwartungen an's Lesen geht, hat man den Lacher auf seiner Seite. 
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        <dc:subject>Hexen</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2009-01-27T23:07:00Z</published>
        <updated>2009-07-16T23:23:30Z</updated>
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        <title type="html">Hans Waal: Die Nachhut</title>
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Man konnte sogar die Bomben hören - jahrelang! Dass Josef Stahl, Otto Böttcher, Fritz von Jagemann und Konrad Hoppe jahrzehntelang in ihrem Bunker unter einem Bombenübungsplatz gewohnt haben, wissen sie nicht. Aber dass es in der letzten Zeit allerdings ruhig geworden ist (seit den regen Aktivitäten örtlicher Bürgerinitiativen, allen voran der Dorfpfarrer, dürfen die Kampfjets nur noch fliegen aber nichts mehr abwerfen) - das ist ihnen schon aufgefallen, aber trotzdem ist der Krieg doch noch nicht aus? Ein kaputter Dosenöffner zwingt die vier Bunker-Insassen nach 60 Jahren an die Oberfläche zu steigen. Und dort bemerken die vier schwer bewaffneten Greise lange nichts von Frieden und Demokratie. Im Gegenteil: Auf ihrem Weg zur Reichshauptstadt Berlin - sie wollen dort dem Führer Bericht erstatten - stoßen sie immer wieder auf Krieg, Tod und die Wochenschau.<br />
<blockquote>"Rechts und links der Straße zeigen etliche Holzkreuze vom erbitterten Kampf um jeden Meter Heimat. Manche sind mit frischen Blumen, andere mit verwelkten Kränzen oder nassen Teddybären geschmückt. Oft hat man Namen und Daten ins Holz geschnitzt: Vor allem junge Männer leisten immer noch tapfer ihren Blutzoll, die meisten kaum 20 Jahre alt. Offenbar ist es üblich, nur die Vornamen der jungen Helden zu ehren, um ihre Familien vor Terror und Rache der Besatzer zu schützen. Aber was uns am meisten entsetzt: Es sind auch junge Frauen darunter! Sollte der Feind über die vielen Jahre des Krieges dermaßen verroht sein, daß er selbst vor Frauen und halben Kindern nicht zurückschreckt? Oder sind wir selbst schon so ausgeblutet, daß der Volkssturm auf junge Mädchen zurückgreifen muß? Was aber bedeutet dann das scheinbar friedliche Leben der Volksgenossen? Es ergibt keinen Sinn. Ächzt das Land womöglich nur teilweise unter Besatzung? Befinden wir uns nach wie vor im Würgegriff der Fronten oder in der kurzen Atempause einer Waffenruhe? Wir werden es bald -  müssen es unbedingt wissen."</blockquote><br />
Die Männer von der vermeintlichen Wochenschau sind ein Film-Team eines Privatsenders, das eine große Story wittert. Aber auch die Regierung hat Wind von einem noch nicht entdeckten Bunker und den vier Alt-Nazis bekommen. Ein versoffener Kameramann, sein junger Assistent, eine karrieresüchtige Redakteurin und eine Politikerin der 68-er Generation machen Jagd auf Ledermäntel und Maschinenpistolen tragende SS-Männer mit weißen Haaren.<br />
<br />
Die geschickt und sehr intelligent gesponnene Geschichte wird aus drei Perspektiven erzählt: Es beginnt Fritz mit einem (weiteren) Brief an die Schwester. Er erzählt vom gebrochenen Dosenöffner und von der erschütternden Absicht, den Bunker zu verlassen. Der zweite Erzähler ist Monse, ein junger, modern denkender Kamera-Assistent, der lieber als DJ arbeiten möchte. Die dritte im Bunde ist Evelyn, die politische Abgesandte vom BKA, eine Expertin für Neonazis. Und wie sich die Geschichte fortlaufend immer weiter verdichtet, so greifen auch die Schicksale der drei immer mehr ineinander. <br />
<br />
Hans Waal präsentiert Vergangenheitsbewältigung auf neue, ironische Art: Mit Hilfe der drei Erzähler werden die unterschiedlichen Zugänge zu Vergangenheit und Gegenwart symbolisiert. Viele ihrer Aussagen kommen uns bekannt vor, entweder weil wir sie schon so oft gehört haben oder weil wir sie selber schon oft gesagt oder gedacht haben. Es wäre kein guter Roman, wenn uns der Autor - gerade bei diesem Thema - nicht zum Nach- und Überdenken zwingen würde. <br />
<br />
Der Autor hat es geschafft, eine ernsthafte Angelegenheit schlagfertig in Szene zu setzen ohne dabei ins Lächerliche und Banale abzudriften. Allein schon durch die Handlung sind dem Leser einige Brüller sicher. „Die Nachhut“ ist eine Satire - nach allen Regeln der Kunst gestrickt - und ein Knaller: Vier Nazis, denen 60 Jahre Zeitgeschichte abgehen interpretieren die moderne Welt:<br />
<blockquote>"Hartz Vier nennt Inge die jüngste Totalmobilmachung, die angeblich jeder fürchten muß, der sich nicht freiwillig im Westen meldet, selbst Alte und Frauen."</blockquote><br />
<blockquote>"Bierflaschen, dem Etikett nach deutscher Abfüllung, und darüber, in den Putz gekratzt, mehrere kleine Kratzer. Sie sehen frisch aus, frischer jedenfalls als die Schriftzeichen der Russen. An manchen Kreuzen zeigen die Haken zwar in die falsche Richtung - ein feldtaktischer Hinweis womöglich, den wir nicht sofort entschlüsseln können - aber dafür hat jemand in einer Ecke sogar eine doppelte <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sig-Rune" title="Begriffserklärung: Sigrund">Sigrune </a>hinterlassen."</blockquote><br />
<blockquote>"Die Not muß groß sein seit der Besatzung. In der guten Stube stehen nur Möbel aus billigem Nadelholz."</blockquote><br />
<blockquote>"Die Jungen seien allesamt im Westen, hat mir Monse gerade erklärt, und das klang, als hätte man den deutschen Osten schon komplett aufgegeben. [...] Ganze Landstriche, von Vorpommern bis tief nach Mitteldeutschland hinein sollen bereits weitgehend entvölkert sein.</blockquote><br />
<a href="http://hanswaal.wordpress.com/" title="Die Nachhut von Hans Waal">Website: Die Nachhut von Hans Waal</a><br />
<br />
<object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/LGhiqHHcbI8&hl=de&fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/LGhiqHHcbI8&hl=de&fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object> 
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        <dc:subject>Freundschaft</dc:subject>
<dc:subject>Nationalsozialismus</dc:subject>
<dc:subject>witzig</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2009-01-07T00:40:02Z</published>
        <updated>2010-05-01T22:14:53Z</updated>
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        <title type="html">Gottfried Keller: Spiegel, das Kätzchen</title>
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<blockquote>"Da kam der Stadthexenmeister Pineiß des Weges, sah das Kätzchen und stand vor ihm still. Etwas Gutes hoffend, obgleich es den Unheimlichen wohl kannte, saß Spiegelchen demütig auf dem Stein und erwartete, was der Herr Pineiß etwa tun oder sagen würde. Als dieser aber begann und sagte: »Na Katze! Soll ich dir deinen Schmer abkaufen?« da verlor es die Hoffnung, denn es glaubte, der Stadthexenmeister wolle es seiner Magerkeit wegen verhöhnen. Doch erwiderte er bescheiden und lächelnd, um es mit niemand zu verderben: »Ach, der Herr Pineiß belieben zu scherzen!« - »Mit nichten!« rief Pineiß, »es ist mir voller Ernst! Ich brauche Katzenschmer vorzüglich zur Hexerei; aber er muß mir vertragsmäßig und freiwillig von den werten Herren Katzen abgetreten werden, sonst ist er unwirksam. Ich denke, wenn je ein wackeres Kätzlein in der Lage war, einen vorteilhaften Handel abzuschließen, so bist es du! Begib dich in meinen Dienst; ich füttere dich herrlich heraus, mache dich fett und kugelrund mit Würstchen und gebratenen Wachteln."</blockquote><br />
Der Handel ist beschlossen und Spiegel, der darauf im gruseligen Schloß des Hexenmeisters einzieht, wird ab da mit den köstlichsten Leckereien verwöhnt, damit er ja viel Fett ansetzt.  Am Anfang ist das ja für den Kater noch angenehm, aber als der Zeitpunkt des Auskochens naht, bekommt Spiegel Panik und überlegt, wie er dem Hexenmeister ein Schnippchen schlagen kann.<br />
<br />
Die Geschichte des (fast) ausgekochten Katers ist übrigens auch Basisliteratur von Walter Moers`"<a href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/86-Walter-Moers-Der-Schrecksenmeister.html" title="Der Schrecksenmeister von Walter Moers">Der Schrecksenmeister</a>", der das Märchen auf seine Art und Weise noch fantastischer und spannender verarbeitet hat. "Gottfried Keller selbst tritt hier als „Gofid Letterkerl“ (Anagramm) auf, aus Seldwyla wird Sledwaya und der Hexenmeister Pineiß zum Schrecksenmeister Eißpin. Das Werk wird als „Echo, das Krätzchen“ referiert und die Titeländerung damit begründet, der Kellerschen Erzählung „frische Popularität zu verschaffen“ - denn der Stil Letterkerls wirke „sperrig wie ein Kleiderschrank“ auf vor allem junge Leute." (Aus: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Spiegel,_das_K%C3%A4tzchen" title="Wikipedia: Spiegel, das Kätzchen von Gottfried Keller">Wikipedia</a>)<br />
<br />
Die Geschichte gibt's online zu lesen auf <a href="http://gutenberg.spiegel.de/?id=5&xid=3822&kapitel=1#gb_found" target="_blank" title="Projekt Gutenberg: Spiegel, das Kätzchen">Projekt Gutenberg</a><br />
<br /> 
            </div>
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        <dc:subject>Klassiker</dc:subject>
<dc:subject>Literatur</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
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        <published>2009-01-07T00:12:33Z</published>
        <updated>2009-07-16T23:22:41Z</updated>
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        <title type="html">Simon Beckett: Kalte Asche</title>
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 <blockquote>"Bei entsprechender Temperatur brennt alles. Holz. Kleidung.<br />
Menschen.<br />
Ab 250° Celsius fängt Fleisch Feuer. Die Haut wird schwarz und platzt auf. Die subkutane Fettschicht beginnt zu schmelzen wie Butter in einer heißen Pfanne. Bald darauf brennt der ganze Körper. Von den Armen und Beinen greift das Feuer auf den Rumpf über. Sehnen und Muskelfasern ziehen sich zusammen, sodass die lodernden Gliedmaßen sich bewegen, als wäre noch Leben in ihnen. Zuletzt sind die inneren Organe an der Reihe. In Feuchtigkeit eingehüllt, bleiben sie oft selbst dann noch erhalten, wenn das übrige Gewebe schon zuerstört ist.<br />
Die Knochen sind etwas ganz anderes. Sie halten noch den heißesten Feuer stand. Und selbst wenn die Kohlenstoffe verbrannt sind und das Skelett tot und leblos wie Bimsstein zurückbleibt, behalten die Knochen ihre Form. Sie sind dann allerdings nur noch ein fragiler Schatten ihrer selbst, der leicht zerfällt; die letze Bastion des Lebens verwandelt sich zu Asche. Ein Prozess, der, von wenigen Abweichungen abgesehen, unweigerlich demselben Muster folgt.<br />
Aber nicht immer."</blockquote><br />
Wie auch in "Chemie des Todes" schafft es der Autor dem Leser etwas über den menschlichen Zerfall nach dem Tod - unter welchen Umständen auch immer - beizubringen. So gesehen haben Becketts Bücher nicht nur Unterhaltungs- sondern auch Informationswert. Beckett schafft's auch den Leser derart in Handlung und Setting reinzuziehen, dass man die Bücher in einem lesen muss - aber nicht, wenn man nächtens alleine zu Hause ist und draussen ein Unwetter tobt... brrrr.<br />
<br /> 
            </div>
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        <dc:subject>krimis &amp; thriller</dc:subject>
<dc:subject>spannend</dc:subject>

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            <name>Igor</name>
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        <published>2008-12-29T00:13:44Z</published>
        <updated>2009-07-16T23:16:08Z</updated>
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        <title type="html">Leo Perutz: Der schwedische Reiter</title>
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 Dem Roman ist ein Prolog vorangestellt: Auf den ersten Seiten wird über eine Frau namens Maria Christine von Blohme erzählt, die einen Vater hatte, der als  "Der schwedische Reiter" bekannt war. Er fiel, als sie noch ein Kind war, als hochdekorierter Soldat im Heer des Schwedenkönigs Karl 1709 in der Schlacht bei Poltawa. Tatsächlich aber hatte er sie in den letzten Monaten seines Lebens heimlich nachts besucht. Wie das möglich war, dass ein Mann ein zwei weit entfernten Orten gleichzeitig sein konnte, blieb der kleinen Maria Christine unerklärlich. Eines Tages holt die Mutter das Kind zu sich und berichtet ihr vom Tod des Vaters. Maria Christine kann diese Nachricht zuerst nicht glauben, hatte der schwedische Reiter vor einigen Nächten erst an ihr Fenster geklopft. Erst als vor dem Haus ein Karren, beladen mit einem Sarg, vorbei zieht, weiß sie, dass ihr Vater tot ist. Und hier beginnt die "Geschichte zweier Männer. Sie trafen aneinander an einem bitterkalten Wintertag zu Beginn des Jahres 1701 in eines Bauern Scheune und schlossen Freundschaft miteinander."<br />
<br />
Die zwei Männer könnten nicht unterschiedlicher sein: Der eine tapfer und klug, der andere wehleidig und idealistisch. Der eine kämpft sich als Dieb durch's Leben, der andere ist Christian von Tornefeld, ein junger Adliger und Deserteur, der dem schwedischen König dienen möchte. In einer alten Mühle finden sie Unterschlupf und seltsamerweise auch einen gedeckten Tisch. Als später der untote Müller für Speis und Trank Geld verlangt, und weder Dieb noch Edelmann zahlen können, stolpern sie immer mehr in die Fänge des Müllers, der eigentlich Arbeitssklaven für die bischöfliche Erzhütte rekrutiert. Um an Geld zu gelangen macht sich der Dieb auf den Weg zu einem nahegelegenen Landgut, das Verwandten des Adeligen gehört. Dort, inmitten der Häscher, die nach seinem Leben trachten, trifft der Namenlose eine folgenschwere Entscheidung - nämlich alles zu tun, um dieses Gut zu besitzen und das dort lebende Mädchen zu ehelichen. <br />
<blockquote>"Und in seinem vom Fieber erregten Hirn entstand ein ungeheuerlicher Gedanke: Als wäre er kein Landstreicher und Dieb, sondern ein Edelmann, und daß er wiederkommen müßte und Ordnung machen unter den Knechten, Ordnung auf seinem Hof, denn all das, das Mädchen, das Haus, der Hof, die Felder, das mußte sein eigen werden. "Bin lang genug am Tisch der armen Rotte gesessen", keuchte er. "Jetzt will ich sitzen am Herrentisch." - Und dieser Gedanke, in brennenden Schmerzen geboren, wurde übermächtig in ihm, und jeder Hieb, der auf ihn niedersauste, brannte ihn tiefer in seine Seele.<br />
Der Haselstock flog in den Schnee, der Dieb merkte nicht, daß die Exekution vorüber war. Einer von den Dragonern reichte ihm das Hemd und den Rock und gab ihm aus seiner Flasche einen Schluck Brandwein zu trinken.<br />
"Jetzt mach dich davon", riet er ihm, "daß dich unser Hauptmann nicht nochmals sieht."<br />
Sie faßten ihn unter den Armen und wollten ihn zum Tor hinausführen, sie meinten, er stünde schwach auf seinen Beinen. Aber er machte sich los von ihnen und ging, schwankenden Schritts, aber dennoch aufrecht durch den Schnee.<br />
In der Einfahrt wendete er sich um. Er sah das Mädchen und das Haus und den Hof und die umgestürzte Egge, die aus dem Schnee ragte, und er umfaßte das alles mit einem Blick, als wäre es schon sein eigen. Dann ging er. Der Wind führ ihm ins Gesicht, der Schnee knirschte unter seinen Füßen. Und die Ahornbäume, die am Straßenrand standen, beugten ihre windgepeitschten Äste zur Erde, als wüßten sie die kommenden Dinge, als grüßten sie in diesem Mann, der den Hof verließ, den künftigen Herrn."</blockquote><br />
Ohne Geld kehrt der Dieb zur Mühle zurück. Um sein Ziel zu erreichen geht er mit dem Müller einen Handel ein und verrät darauf seinen Weggefährten, der nun an seiner Stelle als Sklave in einem Bergwerk sein Dasein fristen muss. Und der Dieb wird - bevor er als schwedischer Reiter bekannt wird - zunächst mal Hauptmann einer Räuberbande.<br />
<br />
Die Welt des schwedischen Reiters mag vorerst so gar nicht in unsere Zeit passen: die Sprache - durchzogen von alten Wörtern und französischen Redewendungen - ist befremdend, das Leben des frühen 18. Jahrhunderts rauh, kalt und mit Not, Flucht und Hunger geprägt. Ein Mann verrät seinen Gefährten, nimmt später sogar seine Identität an und zahlt schlußendlich auch die Zeche. Der in dieser Geschichte skizzierte Realismus ist mit fantastischen Handlungselementen verwoben: der gespenstische Müller, der eigentlich ziemlich tot sein müßte und den Handlanger für den ausbeutenden Bischof spielt; oder: die Szene, als sich der Dieb dem jüngsten Gericht im Himmel gegenüber sieht und das Urteil über sein Vergehen, dem Verrat an seinem Freund, annehmen muß. <br />
<br />
Und dann ist da noch die romantische Liebesgeschichte zwischen dem schwedischen Reiter und der Adeligen Agneta von Krechwitz, die zusammen eine abgöttisch geliebte Tochter haben. Und inmitten dieser vielen Schichten, aus denen der Roman gebaut ist, sympathisiert der Leser für den Verräter, nimmt Anteil an seinem Schicksal und zweifelt mit keiner Zeile an seiner aufrichtigen Moral. <br />
<br />
"Der schwedische Reiter" wurde 1936 veröffentlicht. Während des 2. Weltkriegs waren die Bücher von Leo Perutz verboten. 1938 wanderte der Autor nach Palästina aus, kam jedoch nach dem Krieg nach Österreich zurück, wo er 1957 in Bad Ischl starb.<br />
<br />
<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Leo_Perutz" title="Mehr über den Autor Leo Perutz">Mehr über den Autor Leo Perutz</a> 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>Klassiker</dc:subject>
<dc:subject>spannend</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2008-12-19T23:29:35Z</published>
        <updated>2009-07-16T23:15:32Z</updated>
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        <title type="html">Piers Anthony: Der Zauber von Xanth</title>
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 <blockquote>In einer fernen Dimension, jenseits von Zeit und Raum, liegt das magische Land Xanth. Zauberer und Elfen, Drachen  und Zentauren, Kobolde und Einhörner leben in diesem wundersamen Reich der Phantasie. Und jedes Wesen besitzt einen eigenen Zauberspruch, mit dem es sich immer dann retten kann, wenn das Leben zu gefährlich oder zu langweilig wird. (<a href="http://www.beepworld.de/members57/leseschnuffel/xanth.htm">http://www.beepworld.de/members57/leseschnuffel/xanth.htm</a>)</blockquote><br />
<br />
"Der Zauber von Xanth" ist ein Sammelband der ersten drei Geschichten über Xanth, die vom englischen Autor Piers Anthony Ende der 70er verfaßt wurden. Er beginnt mit <strong>"Chamäleon-Zauber"</strong> und erzählt von Bink, einem Aussenseiter, weil er im Gegensatz zu allen anderen Mitbewohnern offensichtlich ohne magisches Talent ausgestattet ist. Bink wird bald seinen 25. Geburtstag feiern. Das ist auch der Stichtag, an dem alle, die keine Magie besitzen, gnadenlos in das Reich der Menschen verstoßen werden. Natürlich ist Bink nicht begeistert von seiner nahen Zukunft und begibt sich deshalb auf die Reise zum guten Magier Humfrey, um mehr um sein nicht vorhandenes Talent zu erfahren. Dieser Magier verdient seinen Lebensunterhalt mit dem Beantworten jeglicher Fragen. Im Gegenzug verlangt er von seinen Bittstellern, dass sie für ein Jahr in seine Dienste treten. Was ist schon ein Jahr Sklavendienst - denkt sich Bink - verglichen mit dem Exil? <br />
<br />
In <strong>"Zaubersuche"</strong> weiß Bink über sich selbst schon etwas mehr. Durch ihn hat Xanth nun einen neuen König, der Bink einen Auftrag erteilt. Er soll die Quelle der Magie in Xanth finden. Denn dem magischen Land droht eine unheimliche Gefahr. Der Zauber, der alles Leben erhält, beginnt sich zu verlieren. Voller Mut und Entschlossenheit begibt sich Bink auf die Suche. <br />
<strong><br />
"Zauberschloß"</strong> ist das dritte Buch des Sammelbands. Hier ist Bink bereits verheiratet und Vater von Dor, einem pubertierenden Teenager. Sein Vater ist mal wieder im Auftrag des Königs unterwegs und Dor wird währenddessen in die Vergangenheit katapultiert.  Und alles nur wegen seines Kindermädchens Millie. Millie ist ein achthundert Jahre alter Schloßgeist, der keine Ruhe findet. Um das Problem zu lösen, muss Dor in den Körper eines Barbarenkriegers schlüpfen, in einen Körper, der bereits wesentlich mehr Erfahrungen hat als der junge Dor. <br />
<br />
Xanth ist eine zauberhafte Welt, in der sich Gestalten, unsereins bekannt aus der Antike, aus Märchen und Heldensagen, tummeln: Nymphen, Drachen, Einhörner, Zentauren, Kobolde, Schimären, Zombies, Zauberer, Oger und was weiß ich noch. Zu denen gesellen sich auch noch seltsame Pflanzen, die ihren Namen alle Ehre machen: Seehafer, die das Rauschen von Meeresfluten nachahmen, Kaktuskatzen, an denen man durch ihre Stacheln nicht vorbei kommt und die Wasser hassen, Stinkkraut, das schon von weitem extremen Gestank verbreitet, Stoffpflanzen, die einem mit Kleidung versorgen, Obst- und Bonbonbäume, Viefruchtbäume, Gewirrbäume, und vieles magisches mehr. Obwohl erst am Ende des dritten Romans Krieg herrscht und eine Schlacht tobt, bleibt Xanth weitgehend von Gewalt und dunklen Horror-Mächten verschont. Eine leichte, sehr fantasievolle und reizende Unterhaltung - für jeden Fantasy-Fan absolutes Pflichtprogramm!<br />
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<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Xanth" title="Mehr Infos über Xanth">Mehr Infos über Xanth</a><br />
<a href="http://www.hipiers.com" title="Offizielle Website von Piers Anthony">Offizielle Website von Piers Anthony</a> 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>Science Fiction &amp; Fantasy</dc:subject>
<dc:subject>witzig</dc:subject>
<dc:subject>Zauberer</dc:subject>

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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/146-Henning-Mankell-Kennedys-Hirn.html" rel="alternate" title="Henning Mankell: Kennedys Hirn" />
        <author>
            <name>Loki</name>
                    </author>
    
        <published>2008-12-09T00:12:25Z</published>
        <updated>2008-12-09T01:22:59Z</updated>
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        <title type="html">Henning Mankell: Kennedys Hirn</title>
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 Louise Cantor ist 54, arbeitet als Archäologin in Griechenland, ist geschieden und hat einen Sohn.  Als sie beruflich zurück nach Schweden muß, möchte sie natürlich auch ihren Sohn Hendrik besuchen. Als aber Louise seine Wohnung in Stockholm betritt, sieht sie Hendrik tot in seinem Bett. Die Trauer über den Verlust ist für sie nicht mehr faßbar und schon deswegen sträubt sie sich, an einen Selbstmord ihres Sohnes zu glauben. Sie begibt sich auf den Spuren ihres Sohnes und hofft der Wahrheit über seinen Tod näher zu kommen. Ihr Weg führt sie von Schweden nach Barcelona, Sydney und Mosambik, und je mehr sie ihre Zeit in Flugzeugen verbringt, desto mehr dämmert es ihr, dass sie Hendrik - trotz des innigen Verhältnisses - kaum kennt. Wechselnde Bekanntschaften, längere Reisen nach Asien und Afrika, Studien über politische Machenschaften, eine Wohnung in Barcelona und schließlich seine HIV-Infektion - von dem allen weiß Louise zunächst nichts und erst nach vielen tausend geflogenen Kilometern gewinnt das Bild des Sohnes an Schärfe.<br />
<br />
Als Louises Spurensuche sie nach Afrika, nach Maputo, führt, teilt uns Mankell auch endlich mit, um was es ihm in dieser Geschichte geht, nämlich um das (gängige) europäisches Bild über den schwarzen Kontinent:<br />
<blockquote>"Was wußte sie wirklich über den schwarzen Kontinent? Wo war Afrika in ihrem Bewußtsein? In den Jahren ihres Studiums war der Kampf gegen die Apartheid in Südafrika Teil der umfassenden Solidaritätsbewegung gewesen. Sie hatte sich an vereinzelten Manifestationen beteiligt, ohne jedoch mit ganzem Herzen dabeizusein. Nelson Mandela war für sie eine rätselhafte Gestalt von nahezu übermenschlichen Fähigkeiten, wie die griechischen Philosophen, von denen sie in ihren Lehrbüchern gelesen hatte. Afrika gab es eigentlich nicht. Es war ein Kontinent der verschwommenen, oft unerträglichen Bilder. Tote, aufgedunsene Körper, der Kontinent der Leichenhaufen. Fliegen, die die Augen hungernder Kinder bedecken, apathische Mütter mit versiegten Brüsten. Sie erinnerte sich an die Bilder von Idi Amin und seinem Sohn, herausgeputzt wie Zinnsoldaten in ihren grotesken Uniformen. Sie hatte immer gemeint, in den Augen von Afrikanern einen Haß zu sehen. Aber war es nicht vielmehr ihre eigene Angst, die sie in den dunklen Spiegeln entdeckt hatte?"</blockquote><br />
Erst weit nach der Hälfte beginnt Mankell mit der eigentlichen Geschichte. Louise versucht mit Hilfe einer ehemaligen Freundin ihres Sohnes die wahren Machenschaften einer "Mission", einer Station, die sich angeblich um Aids-Erkrankte kümmert, aufzudecken. Der Initiator des Projekts ist so überhaupt nicht wohltätig, wie es die Welt darstellt. Mehr als um die Pflege von Kranken geht es ihm endlich einen Impfstoff gegen das Virus zu finden, um ihn - um viel, viel Geld - an die westliche Welt zu verkaufen.  <br />
Am Ende weiß zwar Louise mehr über das Leben ihres Sohnes, doch weiterhelfen tut ihr das nicht - im Gegenteil. Somit sind die letzten Seiten des Buches nicht wirklich befriedigend. Das Gefühl hervorzurufen, dass etwas erst beginnt, ist wohl Absicht des Autors:<br />
<blockquote>"Zum Schluß: Ein Roman kann auf Seite 212 oder 397 enden, doch die Wirklichkeit geht unvermindert weiter. Was hier geschrieben steht, ist natürlich ganz und gar das Ergebnis meiner eigenen Wahl und meiner Entscheidungen. Genauso, wie der Zorn mein eigener ist, der Zorn, der mich antrieb."</blockquote><br /> 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>Afrika</dc:subject>
<dc:subject>krimis &amp; thriller</dc:subject>
<dc:subject>Nordländisches</dc:subject>
<dc:subject>Schweden</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2008-12-04T23:09:36Z</published>
        <updated>2008-12-05T00:08:15Z</updated>
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        <title type="html">Alison Groggon: Die Krähe</title>
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<br />
"Die Krähe" unterscheidet sich nicht sonderlich von anderen Fantasy-Epen, die stellenweise immer wieder  an Tolkien erinnern. (Zumindest hat Groggon auf den Einsatz von Elben verzichtet, statt dessen spielen Barden mit - naja.) Trotzdem ist "Die Krähe" lesenswert: Einfühlsam beschreibt die Autorin das Leben des Protagonisten und seiner Liebe zum Ziehvater. Die Geschichte, die den Leser unter anderem in ein Ausbildungslager für Kindersoldaten bringt, ist spannend konstruiert und flüssig zu lesen. Wer sich gerne in üppig gestalteten Fantasy-Geschichten mit viel Magie aufhält, für den sind die Pellinor-Romane sicher eine Empfehlung.<br />
<blockquote>"Auch wenn es sich um ein grob angelegtes und vorübergehendes Lager handelte, es besaß einen Namen: Sjug'hakar Im. Hem erfuhr erst später, was er bedeutete, als die seltsame, schnalzende Sprache von Dén Raven allmählich begann, sich schwerfällig zu Worten und dann zu kurzen Sätzen zu formen; und als er es herausfand, schien es das Rätselraten kaum der Mühe wert. Es bedeutete in etwas "Köterlager Eins" oder "Das Erste Lager der Bastarde".<br />
Hem verkörperte bloß einen weiteren verirrten Köter, dessen Ankunft kaum eine Welle im alltäglichen Ablauf des Lagers schlug. In jener ersten Nacht, in der er von der unheimlichen Woge träumte, schlief er im selben Gebäude, in dem er von dem Untoten untersucht worden war. Man stieß ihn in eine Kammer von der Größe eines Grabs - ohne Decke oder Bett, um den schmutzigen Boden weicher zu gestalten - und teilte ihm mit, dass er am nächsten Morgen abgeholt werden würde. [...]<br />
Das Haar wurde ihm mit einer Schere bis dicht an die Kopfhaut geschoren, und man gab ihm einen schlichten braunen Kittel sowie eine Hose. Dies entsprach, wie er herausfinden sollte, der üblichen Kluft jedes Kindes im Lager. Außerdem wurde ihm mitgeteilt, dass er nicht Bared würde: Von nun an sollte sein Name Schwertschwinger Blut lauten. Stumm nickte er. <br />
Er wurde zu seinem Block geführt -  einer Gruppe von rund hundert Kindern, die sich drei der langen, niedrigen und fensterlosen Hütten um das Ausbildungsgelände teilten. Im Lager gab es zehn Blöcke, die jeweils etwa hundert Kinder umfassten. Er gehörte zum Blut-Block, dessen Kinder sich die Stirnen mit einem lotrechten Blutstreifen kennzeichneten, um ihre Zugehörigkeit anzuzeigen. Wenn sie kämpften und töteten, kreuzten sie das Zeichen mit einem waagerechten Streifen des Blutes ihres Opfers. In anderen Blöcken wurden Gesichter zernarbt oder mit behelfsmäßigen Tätowierungen aus Beerensaft und Erde versehen. Im Messer-Block schnitt man sich den kleinen Finger der linken Hand bis zum ersten Knöchel ab. Der Blut-block betrachtete sich als die Eliteeinheit des Lagers und verschmähte derlei Derbheiten; statt dessen fügten sich die Kinder jeden Morgen kleine Schnitte in den Unterarm zu, preßten etwas Blut heraus und frischten ihre Kennzeichen auf, um ihr Gelübde ständig zu erneuern."</blockquote><br />
<br />
<a href="http://booksofpellinor.com/" title="Books of Pellinor">Books of Pellinor</a><br />
<a href="http://www.alisoncroggon.com" title="Website der Autorin">Website der Autorin</a><br /> 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>Freundschaft</dc:subject>
<dc:subject>Hexen</dc:subject>
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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/144-Anna-Gavalda-Zusammen-ist-man-weniger-allein.html" rel="alternate" title="Anna Gavalda: Zusammen ist man weniger allein" />
        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2008-11-23T00:53:59Z</published>
        <updated>2008-11-25T00:17:30Z</updated>
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        <title type="html">Anna Gavalda: Zusammen ist man weniger allein</title>
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<br />
Liest man den Klappentext, könnte man meinen, es wäre ein Drama rund um ein paar französische Psychos. In der Tat kämpfen die vier Anti-Helden Philibert, Camille, Franck und Paulette mit ihrem Alltag, ihren Kindheitstraumen und familiären Vergangenheiten. Doch die Probleme, die sie haben, und die Auswirkungen der Vergangenheit auf ihre Persönlichkeit, haben hier weniger mit dem Gang zum Psychiater zu tun. Es sind Schwierigkeiten, mit denen wir alle zu tun haben, die unser Leben prägen und schlicht zu unserem Alltag gehören. Diesen Stoff hat Anna Gavalda zu einem liebenswerten Gewebe versponnen, mit einem Hauch Romantik und viel französischem Charme.<br />
<br />
Hauptsächlich dreht sich die Geschichte um Camille. Camille ist Putzfrau, blockierte Künstlerin und hat eine Mutter, die sie 1. nie gewollt hat und 2. deshalb auch nicht verstehen will. Und trotzdem läßt Camille die Beziehung über sich ergehen - es ist ja die Mutter. Camille ist magersüchtig und verkriecht sich am liebsten in ihr Dachzimmer mit den feuchten Wänden und zugigen Fenstern. Als sie mit hohem Fieber auf ihrer Matratze liegt, wird sie von ihrem verklemmten Nachbarn Philibert in seine Wohnung geholt und dort gepflegt. Philibert ist aus adeligem Hause und entspricht so gar nicht einem gewünschten Stammhalter. Seinen Lebensunterhalt bestreitet er mit dem Verkauf von Postkarten - wenn er mit jemand Fremden spricht, stottert er. Philibert wohnt in (s)einer 300 m2 Wohnung mit dem Koch Franck zusammen. Der hatte ebenfalls eine schwierige Kindheit und kompensiert seine Traumen mit viel Sex und Motorrädern. Dieser WG gesellt sich dann noch Paulette - Francks Oma - hinzu, die partout nicht in einem Altersheim wohnen will. Dieser zusammen gewürfelte Haufen rauft sich zusammen und merkt allmählich, dass ihnen ihr Patchwork-Family-Life gut tut.<br />
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Der Roman besticht durch seine lebendigen, schnellen Dialoge, die mich stark an den französischen Film erinnert haben. Die Gespräche der Protagonisten sind immer wieder durch gedankliche Sprünge geprägt, was aber nicht daran hindert, Gefühle und Situationen nachzuvollziehen. Im Gegenteil: Das Unausgesprochene zwischen den Zeilen macht die Geschichte sehr menschlich. Und obwohl der Plot eigentlich nach der Hälfte klar ist und danach (fast) keine Überraschungen mehr bietet, kann man von diesem Buch nicht lassen. Zu liebenswert ist die Geschichte von vier grundverschiedenen Menschen, die versuchen, irgendwie im Leben Fuß zu fassen.  <br />
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<blockquote>Er hatte nicht damit gerechnet, sie in der Küche zu finden, eingewickelt in ihre Daunendecke.<br />
"Du bist hier?"<br />
Sie sah auf, ohne zu antworten.<br />
"Warum siehst du mich so an?"<br />
"Pardon?"<br />
"Wie ein Stück Dreck."<br />
"Überhaupt nicht!"<br />
"Doch, doch, das seh ich doch," erregte er sich. "Gibt's ein Problem? Stört dich was?"<br />
"Schon gut, ja? Laß mich in Ruhe. Ich hab überhaupt nichts gesagt. Dein Leben ist mir total egal. Mach, was du willst! Ich bin nicht deine Mutter!"<br />
"Gut. Das ist auch besser so."<br />
<br />
"Was gibt's zu futtern?" fragte er und inspizierte das Innere des Kühlschranks, "nichts natürlich. Hier ist nie was drin. Wovon lebt ihr bloß, Philibert und du? Von euren Büchern? Von Fliegen, die ihr euch gefangen habt?"<br />
Camille seufzte und sammelte die Zipfel ihrer Decke zusammen.<br />
"Verziehst du dich? Hast du schon gegessen?"<br />
"Ja."<br />
"Ah ja, richtig, man könnte meinen, du hast ein bißchen zugelegt."<br />
"He", sie drehte sich um und blaffte zurück, "ich misch mich nicht in dein Leben ein und du dich nicht in meins, okay? Außerdem, wolltest du nicht nach den Feiertagen bei einem Kumpel unterschlüpfen? Wenn das so ist, müssen wir nur noch eine Woche durchhalten. das sollten wir doch schaffen, oder? Hör zu, am einfachsten ist, du sprichst gar nicht mehr mit mir."<br />
<br />
Etwas später klopfte er an ihre Zimmertür.<br />
"Ja?"<br />
Er warf ein Päckchen auf ihr Bett.<br />
"Was ist das?"<br />
Er war schon wieder gegangen.<br />
<br />
Es war ein weiches, viereckiges Päckchen. Das Papier war scheußlich, völlig zerknittert, als wäre es schon mehrmals benutzt worden, und es verströmte einen seltsamen Geruch. Einen miefigen Geruch. Nach Kantinenessen.<br />
Camille packte es vorsichtig aus und glaubte zunächst, es sei ein Putzlappen. Dubioses Geschenk des Schönlings von nebenan. Nicht doch, es war ein Schal, sehr lang, sehr weitmaschig und eher schlecht gestrickt: ein Loch, ein Fädchen, zwei Maschen, ein Loch, ein Fädchen etc. Ein neues Muster, vielleicht? Die Farben waren auch ... na ja ... speziell.<br />
Eine Nachricht lag bei.<br />
Die Schrift einer Grundschullehrerin der Jahrhundertwende, hellblau, zittrig und voller Schleifen, entschuldigte sich:<br />
<br />
Mademoiselle,<br />
Franck konnte mir nicht sagen, welche Augenfarbe Sie haben, also habe ich von allem etwas genommen. Ich wünsche Ihnen fröhliche Weihnachten.<br />
Paulette Lestafier<br />
<br />
Camille biß sich auf die Lippen. Neben dem Buch der Kesslers, das nicht zählte, weil es etwas in der Art von "Ja, ja, es gibt Menschen, die ein Werk hervorbringen" implizierte, war es ihr einziges Geschenk.<br />
Ui, war es häßlich. Oh, war es schön.<br />
Sie setzte sich in ihrem Bett auf und schlang den Schal wie eine Boa um den Hals, sehr zur Belustigung des Marquis.<br />
Pu pu pi du wuaaah ...<br />
Wer war diese Paulette? Seine Mutter?<br />
<br />
Mitten in der Nacht hatte sie ihr Buch durch.<br />
<br />
Gut. Weihnachten war vorbei.</blockquote><br />
<br />
Der Roman wurde 2007 verfilmt: <a href="http://www.zusammen-ist-man-weniger-allein.de/" title="http://www.zusammen-ist-man-weniger-allein.de/">http://www.zusammen-ist-man-weniger-allein.de/</a> 
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        <dc:subject>französisches</dc:subject>
<dc:subject>Liebesgeschichte</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2008-11-14T00:19:28Z</published>
        <updated>2009-08-06T19:51:41Z</updated>
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        <title type="html">Richard K. Breuer: Rotkäppchen 2069</title>
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Igor begrüsst euch nach langer Abwesenheit mit der virtuellen Freakshow "Rotkäppchen Zwanzigneunundsechzig" (Untertitel "einliterarischercomicstripübersexundandereperversionen"). Auch wenn im Titel ein Märchen angedeutet wird, und es auf den ersten Seiten lustige Zeichnungen gibt: Kein Kinderbuch! Die vier Psychos Franzi, Wolf, Perse und Rob werden aus therapeutischen Zwecken mittels eines Quantenrechners in die Virtuality des Jahres 2069 transportiert. Sie werden dazu - das kennen wir ja schon z.B. aus <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/The_Cell" title="Mehr zu: The Cell">"The Cell"</a> - in einen künstlichen Tiefschlaf versetzt. In diesem virtuellen Traum-Raum leben sie nicht nur das aus, was sie in der Realität hemmt, sondern sehen sich auch bald damit konfrontiert, dass sie in einem schief gegangenen Experiment gefangen sind. Und aus dem müssen sie sich nun rauswurschteln - die Suche nach dem Notausgang beginnt. Und wie bei einem "echten" Adventure-Game hat die Truppe mit der einen und anderen Überraschung in Form von personifizierten Exit-Löchern, Höllen-Teufelchen, Gartenzwerge, weißen Drache, durchgedrehte Wissenschafter zu tun und stoßen schließlich auch auf die Exit-Routine Rotkäppchen:<br />
<br />
[ROTKÄPPCHEN] "Wer sind denn die?"<br />
[ROB] "Das... das sind meine Freunde ... Wolf, Perse und Gonzo."<br />
<em>Sie geht zu Gonzo.</em><br />
[ROTKÄPPCHEN] "Was bist du denn für einer? Dir kriecht gerade eine Made aus deinem Nabel. Außerdem stinkst du wie ein Haufen Scheiße. Was starrt ihr mich so an? Was wollt ihr von mir?"<br />
[PERSE] "B will ein Protokoll!"<br />
[ROTKÄPPCHEN] "Ein Protokoll? Warum will er ein Protokoll?"<br />
[ROB] "Weil ... weil der Ausgang nicht offen ist."<br />
[ROTKÄPPCHEN] "Was redet ihr da für eine gequirlte Kacke? Ich habe den Exit aktiviert und den InstruktionsCode ausgeführt. Vielleicht ist ja der Code Shit. [zwinkert] Aber weil du so ein netter Junge bist, Rob, könnte ich mir überlegen, den Exit erneut zu aktivieren ... vielleicht hilft's? Aber du musst mir einen kleinen Gefallen tun."<br />
[WOLF] "Was soll der Gockel für dich tun?"<br />
[ROTKÄPPCHEN] "Er soll's mir besorgen!"<br />
[WOLF] "Und was soll er dir besorgen?"<br />
<em>Rotkäppchen zieht Wolf an den Schlappohren.</em><br />
[ROTKÄPPCHEN] "So bescheuert ist ja nicht mal eine gehirnamputierte Fledermaus ... ich will mit dem kleinen Hengst meinen Spaß haben und ihr bekommt danach euren Ausgang in die Realität. Das ist der Deal! Ich warte hinter dem gelben Zelt auf ihn."<br />
Rotkäppchen hüpft fröhlich pfeifend davon, während sich Wolf und Perse zu Rob drehen.<br />
[WOLF] "Okay, die Göre ist völlig durchgeknallt, aber immerhin will sie uns helfen. Warum stehst du hier noch herum, Rob? Sei ein Mann und kein Jammerlappen! Schließlich wollen wir alle nach Hause, na, wird's bald! Leg sie flach!"<br />
<em>Rob tritt von einem Bein auf das andere.</em><br />
[ROB] "Ich ... ich weiß nicht ... das Mädchen ist so ekelhaft. Ich mag sie nicht!"<br />
[PERSE] "Robilein, du musst sie ja nicht heiraten. Und sei nicht so trotzig. Also gut, ich werde dir helfen. Warte hier!"<br />
Perse kommt mit Rotkäppchen zurück.<br />
[ROTKÄPPCHEN] "Der Kleine ist nervös? Ich halt's nicht aus. Muss ich jetzt Baldrian besorgen?"<br />
<br />
Es ist wirklich erstaunlich und bewundernswert, was man auf knapp 300 Seiten (exklusive den farbigen Illustrationen am Ende der Geschichte und dem Epilog) so alles verpacken kann: ein in Dialogform gefasster Comic-Strip mit pornografisch-futuristisch-philosophischen Tendenzen, Trash-Movies-Charakteren mit dazu passenden Illustrationen und Handlungselementen, die an ein Computerspiel erinnern. Der Wiener Autor  (Dramatiker, Blogger, Comic Texter und Illusionist) Richard K. Breuer beweist eine weitreichende multimediale Kreativität, die für eine außergewöhnliche und witzige Unterhaltung sorgt - sofern man auf das Absurde, Irre und Abgefahrene steht. Ein Buch, das man im wahrsten Sinne des Worts bis zur letzten Seite liest.<br />
<br />
<blockquote>"Trash – engl. Müll, Abfall – bezeichnet als deutsches Lehnwort der Postmoderne ein kulturelles Produkt mit geringem geistigen Anspruch, an dem gerade der Aspekt der Geistlosigkeit genossen wird. Auch übt die oft unfreiwillige Komik eine große Faszination auf die Konsumenten aus. Die Anwendung des Begriffes ist umstritten und schwierig einzugrenzen. Was der eine Betrachter als Kitsch, als Gipfel der Geschmack- und Geistlosigkeit ansieht, birgt für den anderen tiefen künstlerischen Wert. Dies gilt besonders bei zum Kult gewordenen Trash, bei dem dann die rein subjektive Einschätzung das Maß setzt." (aus: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Trash" title="Was ist Trash?">Wikipedia: Was ist Trash?)</a><br />
</blockquote><br />
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<a href="http://www.1668.cc/" title="Website Richard K. Breuer">Website Richard K. Breuer</a><br />
<a href="http://1668cc.wordpress.com/" title="Blog Richard K. Breuer">Blog Richard K. Breuer</a><br />
<a href="http://www.1668.cc/Rotkappe1668/rotkappe_Haftung.htm" title="Rotkäppchen online">Rotkäppchen online</a><br />
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<img src="http://www.1668.cc/Rotkappe1668/Images/ro2069_banner1.png" alt="" align="left"/><br />
<br />
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            </div>
        </content>
        <dc:subject>Absurdes &amp; Surreales</dc:subject>
<dc:subject>science fiction &amp; fantasy</dc:subject>
<dc:subject>skuril</dc:subject>
<dc:subject>Utopie</dc:subject>
<dc:subject>witzig</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2008-08-08T22:04:00Z</published>
        <updated>2010-05-05T21:37:37Z</updated>
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        <title type="html">Daniel Kehlmann: Die Vermessung der Welt</title>
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<br />
Kehlmann skizziert die beiden Protagonisten als Gegenstücke zueinander: Gauß ist der Stubenhocker, der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Denker, der Frauen-Liebhaber. Humboldt dagegen ist der Entdecker, der Reisende, der seine Leidenschaft für Buben unterdrückt, der spendable Adelige. Der eine am Schreibtisch, der andere unterwegs - wo auch immer, nur nicht in Deutschland. Ihre Gemeinsamkeit liegt in der völligen Unterordnung ihres Lebens zugunsten der Wissenschaft.<br />
<blockquote>"Als er seine Hand über ihre Brust zum Bauch und dann, er entschied sich, es zu wagen, obwohl ihm war, als müsse er sich dafür entschuldigen, weiter hinabwandern ließ, tauchte die Mondscheibe bleich und beschlagen zwischen den Vorhängen auf, und er schämte sich, daß ihm ausgerechnet in diesem Moment klar wurde, wie man Meßfehler der Planentenbahnen approximativ korrigieren konnte. Er hätte es gern notiert, aber jetzt kroch ihre Hand an seinem Rücken abwärts. So habe sie es sich nicht vorgestellt, sagte sie mit einer Mischung aus Schrecken und Neugier, so lebendig, als wäre ein drittes Wesen mit ihnen. Er wälzte sich auf sie, und weil er fühlte, daß sie erschrak, wartete er einen Moment, dann schlang sie ihre Beine um seinen Körper, doch er bat um Verzeihung, stand auf, stolperte zum Tisch, taucht die Feder ein und schrieb, ohne Licht zu machen: Summe d. Quadr. d. Differenz wz. beob. u. berechn. -> Min., es war zu wichtig, er durfte es nicht vergessen."</blockquote><br />
Weniger die geistigen Errungenschaften spielen hier die Rolle, sondern mehr die absonderlichen Eigenheiten der beiden Genies und ihre Unterschiedlichkeiten. Humboldt und Gauß erscheinen schrullig, fast schon komisch, aber nie lächerlich. Kehlmann hat ihr eine intelligent gesponnene Geschichte geschaffen, hintergründig philosophisch und mit einem Augenzwinkern erzählt - ein empfehlenswerter Brückenschlag von Historie zu Fiktion.<br />
<blockquote>"Er habe schon gehört, daß ein Mann unterwegs sei, der alles wisse.<br />
Humboldt protestierte: Er wisse nichts, aber er habe sein Leben damit hingebracht, diesen Umstand zu ändern, er habe Kenntnisse erworben und die Welt bereist, das sei alles."</blockquote> 
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        <dc:subject>Abenteuer</dc:subject>
<dc:subject>Literatur</dc:subject>
<dc:subject>Wissenschaft&amp;Philosophie</dc:subject>
<dc:subject>witzig</dc:subject>

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            <name>Loki</name>
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        <published>2008-07-30T22:53:00Z</published>
        <updated>2008-07-30T23:00:57Z</updated>
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        <title type="html">Clare Allan: Poppy Shakespeare</title>
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Als Poppy gegen ihren Willen eine Probezeit von vier Wochen in der Anstalt absitzen muss, versucht sie zunächst alles, um aus dem Haus der Bekloppten wieder hinaus zu kommen. Doch Poppy hat schlechte Karten: Kein Geld für den einzigen Anwalt, der Verrückte vertritt, sämtliche Freunde schauen, dass sie mit ihr nichts mehr zu tun bekommen. Um an Geld zu kommen, müsste Poppy staatliches WAHN-Geld beantragen, das aber nur an psychisch Kranke ausbezahlt wird. Doch würde Poppy nun einen solchen Antrag stellen, würde dies gleichzeitig bedeuten, dass Poppy wirklich gestört ist. <br />
<br />
Bei ihrer Einweisung bekommt Poppy die Dauerinsassin N als Betreuung zugewiesen. So nach und nach entwickelt sich eine Freundschaft zwischen den beiden. Nicht zuletzt dadurch, dass N ihr mit Rat und Tat zur Seite steht. Obwohl sie eigentlich nicht begreift, warum Poppy überhaupt aus der Anstalt will: Wie alle Patienten der Dorothy Fish setzt auch N alles daran, die geschützte Werkstätte nicht verlassen zu müssen. Und so inszenieren sich MittelklasseMichael, Tony Hasskappe, WeißWesley, ZweiterStockPaolo, KopfhörerCarla, ... bei jeder Begutachtung (bei der Noten zwischen 1 und 6 vergeben werden), um ja wieder als "verrückt" eingestuft zu werden. <br />
<br />
Schlussendlich bleibt Poppy nichts anderes übrig als den WAHN-Antrag auszufüllen - am Küchentisch zu Hause, gemeinsam mit N:<br />
<blockquote>"Ich will nicht angeben, aber ohne meine Hilfe hätte Poppy es nicht geschafft. Die hatte keinen blassen Schimmer.<br />
"Stopp!", sagte ich. "Was machst du da?"<br />
"Ich trage doch nur meinen Namen ein", sagte sie.<br />
"Aber doch nicht so!", sagte ich. "So doch nicht!"<br />
"Hä?"<br />
"Du musst krakeln."<br />
"Hier steht aber: in Blockschrift."<br />
"Scheißegal. Du musst Krakelschrift schreiben. Du bist schließlich psychisch krank."<br />
"Na gut." Poppy schrieb klein weiter.<br />
"Versuch es mal mit der anderen Hand."<br />
"Es muss doch lesbar sein."<br />
"Vetrau mir Poppy. Ich weiß Bescheid."<br />
[...]<br />
"Ich schreibe doch da nicht hin, dass ich ins Bett scheiße", sagte Poppy. "Tut mir leid, aber das kann ich nicht."<br />
"Reg dich nicht künstlich auf", sagte ich. "Hör zu", ich trank einen Schluck Bier. "Es kommt nicht darauf an, was du willst. Was du willst, kommt hier gar nicht vor. Du musst ihnen das geben, was sie wollen. Den Fehler machen viele."<br />
"Aber warum wollen sie so nen Quatsch hören?" fragte Poppy. "Kann man nicht auch ohne Inkontinenz des Darms psychisch krank sein?" Sie grinste.<br />
"Wenn du meinst. Schreib, was du willst."<br />
"Entschuldige."<br />
Ich nahm eine Handvoll Erdnüsse.<br />
"Bitte, N. Erklär es mir."<br />
Ich schüttelte den Kopf. "Du begreifst das Wichtigste nicht. In diesem Formular geht es nicht um irgendeine psychische Erkrankung. Hier geht es darum, dem Checker das zu geben, was er hören will. Das ist wie ein Geschäft. Du sagst denen, was sie gerne hören möchten, und dafür geben sie dir WAHN-Geld."<br />
"Man kriegt nichts geschenkt im Leben, was?" sagte Poppy<br />
"Ist egal, wie die Bekloppten in Wirklichkeit sind. Hier zählt nur, wie sie uns haben wollen."<br />
"Wie denn?" fragte Poppy. "Das begreife ich nicht. Warum wollen sie, dass wir so sind, wie sie sich uns vorstellen? Ich meine, dass wir ins Bett kacken und so." Ich sah sie an. "Im Ernst!", sagte sie.<br />
"Tja", sagte ich und überlegte einen Moment lang. "Dafür sind wir eben da", sagte ich. "Damit sie sich als was Besseres vorkommen, wenn wir uns vollsabbern und einscheißen. Sie können auf uns herabgucken und sich sagen: Gott sei Dank bin ich nicht so! Das ist eine Art Dienst an der Gemeinschaft. Man braucht seine Bekloppten, sonst gäbe es keine Checker."<br />
"Wofür sind die Checker überhaupt da?", fragte Poppy.<br />
"Um uns die Sozialhilfe zu zahlen", sagte ich. "Und sie wollen was für ihr Geld bekommen."<br />
Poppy grinste. "Also kriegen sie, was ihnen zusteht", sagte sie. "Du bist ganz schön gerissen!"<br />
</blockquote><br />
Die englische Autorin Clare Allan setzt uns mit der Geschichte, die allein aus der Perspektive von N erzählt wird, den Spiegel des (englischen) Gesundheitssystems vor. Das zurückgeworfene Bild ist verzerrt, vielleicht auch surreal, doch mit einigem Wahrheitsgehalt. Was oberflächlich betrachtet recht lustig zu lesen ist ("fesselnder als jede Zwangsjacke"), offenbart sich nach tieferer Auseinandersetzung als deprimierende Bestandsaufnahme und Tragödie mit tiefschwarzem Humor. Der Roman wurde mittlerweile auch verfilmt und wurde März 08 im britischen Fernsehen ausgestrahlt.<br />
<br />
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            <name>Igor</name>
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        <published>2008-07-28T23:01:00Z</published>
        <updated>2008-07-29T00:06:25Z</updated>
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        <title type="html">Heinrich Steinfest: Cheng</title>
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<br />
"Cheng - sein erster Fall" (ursprünglich als "Cheng - Ein rabenschwarzer Roman" erschienen) ist natürlich in erster Linie ein Krimi, eine Detektivgeschichte, zersetzt jedoch mit satirischen Reflexionen über Gott und die (österreichische) Welt. Böse Zungen behaupten, die eigentliche Handlung könnte man auf 20 Seiten zusammenkürzen. <br />
<br />
Man ist sich oft nicht sicher, ob dem Autor beim Schreiben der Krimi oder die Satire näher war. Steinfest, dem ja gar nichts heilig ist, kann sich keine Bemerkung über Politik, Religion, Anwälte, Frauen, Kunst etc. verkneifen, verfällt leicht in durchschaubares Klischee-Denken und geht mit allen möglichen Bevölkerungsgruppen hart ins Gericht:<br />
<blockquote>"Überall war dieser 4711-Geruch, den alte Menschen verströmen, die nicht sterben wollen und die sich den ganzen Tag darüber beschweren, wie schlecht es ihnen geht und wie gerne sie endlich tot wären."<br />
<br />
"Wie alle Juristen verachtete er alle Nichtjuristen (während er für die eigene Kollegenschaft nur tiefste Abscheu übrig hatte)."<br />
<br />
"Im Bewußtsein Chengs und vieler anderer war dieser Vorgänger nicht bloß ein ehemaliger Bürgermeister von Wien, sondern jener politische Grandseigneur, der wie kein anderer den Populismus zum erstrangigen Herrensport erhoben hatte."</blockquote><br />
Es wäre kein Steinfest-Krimi, würde das Ende nicht völlig ins Absurde gleiten: Cheng, taub, nur mit einem Arm, ein Fuß steif, findet sich - Jahre später - als Besenkehrer auf einen für werbetouristische Zwecke installierten Bahnhof in China wieder und endlich - auf den letzten drei Seiten - kommt es zum Showdown...<br />
<br />
Steinfels ist ein Autor, der mich zwiespältig stimmt. Er präsentiert keine klassische Detektivgeschichte: Die Handlung ist nicht immer logisch nachvollziehbar und die Lösung eines Falls steht nicht im Vordergrund. Seine satirischen Zwischenrufe sind schlagfertig und launig, jedoch wiederkehrend zu lang und machen als permanente Unterbrechung des tatsächlichen Geschehens den Roman zu einer mühsamen Lektüre. Für Nicht-Österreicher, denke ich, sind manche seiner Anspielungen nicht immer zugänglich. Trotzdem besticht Steinfest mit einer knallharten Sprache, die pointiert und rabenschwarz daherkommt.<br />
<br /> 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>Österreichisches</dc:subject>
<dc:subject>China</dc:subject>
<dc:subject>krimis &amp; thriller</dc:subject>
<dc:subject>skuril</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2008-07-20T22:14:27Z</published>
        <updated>2008-11-17T13:47:01Z</updated>
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        <title type="html">David Safier: Mieses Karma</title>
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"Mieses Karma" behandelt ein ernsthaftes Thema: Was passiert mit uns, wenn wir gestorben sind? Klar, die einen kommen in den Himmel, die anderen in die Hölle, andere nach Walhalla. Doch wohin gehen wir ohne religiösen Background? In diesem Fall tritt Buddha und die Wiedergeburt auf den Plan, denn er bestraft <em>"nicht die Ungläubigen für ihren Unglauben"</em>. Und genau das passiert der konfessionslosen Kim, die von einem Waschbecken einer Raumstation erschlagen wird und als... Ameise wiedergeboren wird. Als Ameise? Eine der eher niedrigeren Lebensformen? Kim ist in ihrem Leben an sich kein schlechter Charakter gewesen, ansonsten wäre sie wohl als Darmbakterie wiedergeboren worden. Kim ist mit Alex verheiratet, die beiden haben eine entzückende kleine Tochter und wohnen in einer Villa in Potsdam. Klingt nach einem perfekten Leben. Fast. <br />
<br />
Kim Lange ist eine erfolgreiche und bekannte TV-Moderatorin und widmet ihr Leben ausschließlich der Karriere (<em>„Die, die über Leichen geht und dabei auch noch nachtritt“</em>), was für's Privatleben nicht grad förderlich ist. Und so sammelt sich im Laufe der Jahre einiges an schlechtem Karma zusammen: keine Zeit für Tochter Lilly, die Kollegin aus dem Team gemobbt, Zerwürfnis mit der besten Freundin, Sex mit dem TV-Beau Daniel,... und dann wird Kim einfach so erschlagen und stirbt wegen einem Waschbecken, das vom Himmel fällt. <em>"Was für eine bescheuerte Art zu sterben!"</em>, denkt sich noch Kim, bevor ihr Leben vor ihren Augen vorüber zieht und sie das berühmte Licht am Ende des Tunnels erblickt. Doch das Licht stößt sie ab und Kim steht plötzlich einer dicken Ameise gegenüber:<br />
<blockquote>""Buddha", sagte die dicke Ameise, "Buddha ist der Name, unter dem du mich sicherlich besser kennst."<br />
Ich hatte von Buddha keine allzu große Ahnung, vielleicht  hätte ich  bei dem film besser aufpassen sollen, anstatt darüber nachzudenken, dass Keanu Reeves mit nacktem Oberkörper zum Anknabbern aussieht. Aber eins wusste ich ziemlich genau:<br />
"Buddha ist keine Ameise."<br />
"Ich erscheine in der Form, in dem die Seele des Menschen wiedergeboren wird. Du bist als Ameise wiedergeboren worden. Also erscheine ich dir als Ameise."<br />
"Wiedergeboren?", stammelte ich.<br />
"Wiedergeboren", bestätige Buddha.°<br />
[...]<br />
"Wenn ... wenn du Buddha bist und ich wiedergeboren wurde ... warum als Ameise?"<br />
"Weil du es nicht besser verdient hast."<br />
"Was soll das heissen? Etwa, dass ich ein schlechter Mensch war?", sagte ich empört. Ich konnte es noch nie ausstehen, wenn man mich beleidigt.<br />
Buddha schaut mich nur stumm lächelnd an.<br />
"Diktatoren sind schlechte Menschen", protestierte ich, "Politiker, meinetwegen auch noch die Programmplaner beim Fernsehen, aber doch nicht ich!"<br />
"Diktatoren werden auch als etwas anderes wiedergeboren", entgegnete Buddha.<br />
"Und als was?"<br />
"Als Darmbakterien."<br />
Während ich mir noch ausmalte, wie Hitler und Stalin sich in Enddärmen tummelten, sah mir Buddha tief in meine drei Strinaugen: "Aber Menschen, die zu anderen nicht gut waren, kommen als Insekten neu auf die Welt."<br />
<br />
° Aus Casanovas Erinnerungen: Als mir Buddha vor Jahrhunderten eröffnete, dass ich fortan mein Leben als jämmerliche Ameise fristen müsste, bedrückte mich ein schrecklicher Gedanke am meisten: Ich würde nie wieder leidenschaftliche Liebesnächte erleben.<br />
</blockquote><br />
Wer will schon sein Leben als Ameise fristen, vor allem, wenn einem seine Vorgeschichte als Mensch in Erinnerung geblieben ist? Kim muss nun gutes Karma sammeln, damit sie ihr Nirwana erreichen kann. Doch wie gutes Karma sammeln, wenn sie als Ameise keine Lust hat, Gummibärchen durch die Gegend zu schleppen und voll mit egoistischen Gedanken ist? Und so krabbelt Kim die Reinkarnationsleiter rauf und runter - mit dem Ziel bei ihrer Familie zu sein.<br />
<br />
Und die Moral von der Geschicht': Was das Leben ausmacht - Fernsehpreis und Kleidergröße 36 sind es nicht. Und: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Nirvana" title="Was ist Nirwana?">Nirwana</a> gibt's auch im Diesseits. <br />
<br />
Es gibt Bücher, bei denen macht man sich nach den ersten Seiten Gedanken darüber, wie es wohl ausgeht; wie das zu anfangs gestellte Problem zu knacken ist. Und dann schaut man, dass man schnell zur Lösung kommt. "Schlechtes Karma" ist so ein Buch, leider deshalb viel zu schnell ausgelesen... <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/David_Safier" title="Mehr zum Autor">David Safier</a> erzählt flott, ein bisschen philosophisch und mit viel Weisheit, ungemein witzig und mit einem Spritzer Romantik. Stoff, der zumindest gelesen und auch verfilmt gehört!<br />
<br />
<a href="http://www.rowohlt.de/fm/131/Safier_Mieses_Karma.pdf" title="Leseprobe "Mieses Karma"">Leseprobe "Mieses Karma"</a><br />
<br />
<br /> 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>Leben</dc:subject>
<dc:subject>Tod</dc:subject>
<dc:subject>witzig</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2008-07-16T22:23:55Z</published>
        <updated>2008-07-27T00:08:43Z</updated>
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        <title type="html">Martina Brandl: Halbnackte Bauarbeiter</title>
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<br />
Tja, Leute, das war's mit der Handlung. Und wer jetzt nach den halbnackten Bauarbeitern fragt - ich such die immer noch. Die Geschichte ist ein auf 253 Seiten ausgedehntes Gelabere und ebenso oberflächlich wie die Heldin selbst. Es gibt keine Spannung, keinen Höhepunkt, keinen (wirklich ernsthaften) Konflikt, keine Katastrophe und der im Klappentext gepriesene Witz liegt unter dem Gefrierpunkt. Es gibt also keinen Grund das Buch zu lesen? Genau. Dagegen hatte <a href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/65-Tommy-Jaud-Resturlaub.html" title="Tommy Jauds "Resturlaub"">Tommy Jauds "Resturlaub"</a> ja noch Tiefgang.<br />
<br />
Hätte die Autorin die Heldin nicht 38 sondern 18 Jahre sein lassen, wäre der Roman für die Zielgruppe "Mädchen zwischen 14 und 16" durchgegangen. Martina Brandl ist übrigens Komikerin, Sängerin und Moderatorin und ist manchen vielleicht aus "Quatsch Comedy Club " bekannt. <br />
<br />
<object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/fXEOywcVPC8&hl=en&fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/fXEOywcVPC8&hl=en&fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object> 
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        <dc:subject>Berlin</dc:subject>
<dc:subject>Frauenroman</dc:subject>
<dc:subject>langweilig</dc:subject>
<dc:subject>Schund</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2008-07-13T22:48:00Z</published>
        <updated>2010-05-05T21:38:07Z</updated>
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        <title type="html">Salman Rushdie: Scham und Schande</title>
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<br />
Rushdies Familientragödien sind nie langweilig - zu intensiv wird von bizarren Gestalten, die unglaubliches und merkwürdiges erleben, pointiert erzählt. Wie auch in anderen seiner Romane spielen die Frauen die Hauptrollen, auch wenn sie etwas abseits vom Rampenlicht stehen. Und alles dreht sich um die Scham und Schamlosigkeit, um Himmel und Hölle, um die Schande und um die daraus entstehende Gewalt. <br />
<blockquote>"Was glauben Sie, geschieht mit ihnen? - Ich meine Empfindungen, die empfunden hätten werden sollen, aber nicht empfunden wurden - wie beispielsweise Reue über ein falsches Wort, Schuldgefühle wegen eines Verbrechens, Verlegenheit, Anstand, Scham? - Stellen Sie sich Scham als eine Flüssigkeit vor, sagen wir als ein süßes, schäumendes, Karies verursachendes Getränk, das aus Automaten gezogen wird. Sie drücken den richtigen Knopf, und ein Becher plumpst unter einen pissenden Strahl der Flüssigkeit. Wie man den Knopf drückt? Nichts leichter als das. Lügen Sie, schlafen Sie mit einem weißen Jungen, werden Sie mit dem falschen Geschlecht geboren. Schon fließt das sprudelnde Gefühl, und Sie trinken Ihr Teil davon .... aber wie viele Menschen weigern sich, diesen einfachen Vorgaben zu folgen! Schmachvolle Dinge geschehen: Lügen, liederlicher Lebenswandel, Respektlosigkeit gegenüber Älteren, mangelnde Liebe zur eigenen Nationalflagge, unkorrektes Abstimmen bei Wahlen, Freßsucht, außerehelicher Geschlechtsverkehr, autobiographische Romane, Schummeln beim Kartenspiel, Mißhandlung von Frauen, Versagen bei Prüfungen, Schmuggeln, Verpfuschen eines Länderspiels an der entscheidenden Stelle: und sie werden ohne Scham vollbracht. Und was geschieht mit dieser nicht empfundenen Scham? Was ist mit dem nicht geleerten Becher Kribbelwasser? Denken Sie an den Automaten zurück. Der Knopf wird gedrückt; doch dann kommt eine schamlose Hand, die den Becher fortstößt! Der Knopfdrücker trinkt das Bestellte nicht, und die Flüssigkeit der Scham wird verschüttet, breitet sich in einem schaumigen See auf dem Boden aus."<br />
</blockquote><br />
<br /> 
            </div>
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        <dc:subject>familienroman</dc:subject>
<dc:subject>indisches</dc:subject>
<dc:subject>Literatur</dc:subject>
<dc:subject>Pakistan</dc:subject>
<dc:subject>Politik</dc:subject>
<dc:subject>Salman Rushdie</dc:subject>

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        <author>
            <name>Loki</name>
                    </author>
    
        <published>2008-07-09T23:43:00Z</published>
        <updated>2010-05-05T21:38:31Z</updated>
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        <title type="html">John Irving: Das Hotel New Hampshire</title>
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<br />
Irving beschränkt sich aber nicht nur auf seine schrägen Hauptdarsteller. Jeder ausführlich skizzierte Charakter wird mit zumindest einer Macke ausgezeichnet. Diese oft wunderlichen Eigenheiten gipfeln im Auftritt eines motorradfahrenden Bären und eines toten Hundes, der auch ausgestopft auf seltsame Weise lebt.  <br />
<br />
Die Geschichte der Familie Berry beginnt Ende der 30er Jahre, als sich Vater und Mutter kennenlernen. Winslow und Mary verlieben sich während eines Ferienjobs im Hotel "Arbuthnot", wo sie auch Freud (nicht <em>der</em> Freud), ein österreichischer Jude, der mit seinem dressierten und ziemlich dämlichen Bären "State o'Maine" die Hotels abklappert, kennen. Freud und Winslows Liebe zu Hotels zwischen Maine, Wien und New York bestimmen fortan das Leben der Familie Berry. <br />
<br />
<blockquote>"Dies ist ein Märchen", schrieb Lilly später - über das ganze Leben unserer Familie. Ich stimme ihr zu; Iowa-Bob hätte ihr auch zugestimmt. "Alles ist ein Märchen!" häte Coach Bob gesagt. Und selbst Freud hätte ihm zugestimmt - beide Freuds. Alles ist ein Märchen."</blockquote><br />
<br />
<object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/vedfHY-5lOU&hl=en&fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/vedfHY-5lOU&hl=en&fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object> 
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<dc:subject>Literatur</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2008-07-07T23:53:50Z</published>
        <updated>2008-07-13T21:31:48Z</updated>
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        <title type="html">Wei Hui: Marrying Buddha</title>
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<br />
Direkt ist Wei Hui allemal, wenn sie von "Vagina" und "Geschlecht" schreibt; oder davon, dass es das Leben verlängert, wenn der Mann nicht ejakuliert. Weniger unterhaltsam und auch erotisch sind ihre abgedroschenen Gefühlsduseleien, die in jedem 3-Groschen-Roman fantasievoller geschildert werden. Informativ dagegen, welche Schuhe die Jet-Set-Frau von heute zu welchem Restaurant bevorzugt und welches Outfit am besten für Nervenzusammenbrüche geeignet ist:<br />
<blockquote>"Ich brach in Tränen aus und verbarg mein Gesicht hinter meinem Chanel-Hut und der Sonnenbrille von Armani. Die Tränen hinterließen auf meinen Wangen glühende Spuren, ich war total am Ende.<br />
Die heiße Herbstsonne der südlichen Hemisphäre brannte auf die bevölkerte Straße nieder, ich saß unter dieser Sonne und kostete stumm das Gefühl aus, verletzt und mißverstanden zu sein."</blockquote><br />
Der Rückschluß, dass Wei Hui mehr durch das politisch-moralische Aufhebens von "Shanghai Baby" in ihrere Heimat bekannt wurde und weniger durch ihr schriftstellerisches Talent, liegt sehr, sehr nahe. Für guten Stil, Dramatik und Originalität hat "Marrying Buddha" jedenfalls keinen Preis (und die Autorin keinen Cent) verdient und wird demnächst zwar nicht in den Ofen aber dafür auf den Flomarkt landen. Wenn banaler, anspruchsloser Liebes-Kitsch, dann doch lieber Rosamunde P. 
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        <dc:subject>China</dc:subject>
<dc:subject>Erotik</dc:subject>
<dc:subject>Frauenroman</dc:subject>
<dc:subject>langweilig</dc:subject>
<dc:subject>Schund</dc:subject>

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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/133-Neil-Gaiman-Stardust-der-Sternwanderer.html" rel="alternate" title="Neil Gaiman: Stardust - der Sternwanderer" />
        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2008-06-30T20:02:03Z</published>
        <updated>2009-02-24T00:39:07Z</updated>
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        <title type="html">Neil Gaiman: Stardust - der Sternwanderer</title>
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Obgleich dies kein ungewöhnlicher Anfang für eine Geschichte ist (denn jede Geschichte über einen jungen Mann, ob in der Vergangenheit oder der Zukunft, könnte auf ähnliche Weise beginnen), war an dem jungen Mann und seinen Erlebnissen doch viel Seltsames, das nicht einmal er selbst jemals in vollem Umfang begriff."</blockquote><br />
Der 18-jährige Dunstan lebt im idyllisch-abgelegenen englischen Dorf "Wall". Das Dorf hat seinen Namen von der sich östlich erhebender Steinmauer, die das Menschenreich von der Welt der Feen, Hexen und Zauberer trennt. Nur alle neun Jahre wird diese Grenze für einen Jahrmarkt auf einer verwunschenen Wiese geöffnet und Menschen sowie Zaubergestalten können sich in beiden Bereichen frei bewegen. Dunstan steht kurz davor seiner angebeteten Daisy einen Antrag zu machen - jedoch kommt ihm der Jahrmarkt dazwischen. Bezirzt von einem Feenmädchen verbringt er die Nacht mit dieser. Ein Jahr später, Dunstan ist bereits mit Daisy verheiratet, findet er ein Baby vor seiner Tür. <br />
<br />
Tristran - halb Mensch, halb Zauberwesen - wächst mit dem Unwissen seiner Herkunft auf. Die Jahre vergehen. Mit siebzehn ist Tristran immer noch schüchtern, tollpatschig, naiv; und furchtbar verliebt in die Dorfschönheit Victoria. In einer schicksalhaften Nacht verspricht Tristran für einen Kuss und die Hand der Angebeteten einen soeben vom Himmel gefallenen Stern zu bringen. Victoria willigt ein, in der Meinung das Unmögliche zu verlangen und Tristran macht sich auf den Weg nach Osten - um ihr den Stern zu bringen. <br />
<blockquote>"Er dachte an Victorias Lippen, an den Klang ihres Lachens. Entschlossen straffte er die Schultern und steckte das Schneeglöckchen ins oberste Knopfloch seines Mantels, den er jetzt offen trug. Zu unwissend, um Angst zu empfinden und zu jung für heilige Scheu, durchwanderte Tristran Thron die Wiesen und Felder, die wir bereits kennen...<br />
... Und marschierte immer tiefer hinein ins Feenland."</blockquote><br />
Doch Tristran ist nicht der einzige, der sich auf die Suche nach dem Stern macht. Ebenfalls unterwegs sind eine von drei Hexeköniginnen sowie drei machtbesessene Brüder. Nach ersten Schwierigkeiten gelingt es Tristran tatsächlich, den Stern als erster zu finden. Doch die Gestalt des gefallenen Himmelskörpers ist kein kaltes Gestein sondern entpuppt sich als ein wunderschönes Mädchen. Nun muss es Tristran nur noch nach Wall bringen...<br />
<br />
Die Geschichte des unschuldigen und naiven Helden, der sich im Verlauf der Handlung als zu einem mutigen, ehrbaren und feschen Mann entwickelt und dabei zahlreiche Gefahren mit Glück und Geschick meistert, ist nicht neu. Die sich aus dem Abenteuer heraus ergebende Liebesgeschichte ist ebenfalls bekannt. Nichtsdestrotz ist "Der Sternwanderer" ein unterhaltsamer Ausflug in das Reich der Fantasie. Die aufwendig gestalteteten Illustrationen von Charles Vess (die allerdings nicht so ganz mein Geschmack sind) machen das Buch noch etwas reizvoller. Die Geschichte wird zügig und einfach erzählt, blutrünstige sowie erotische Ausführungen beleben kurzweilig.  <br />
<br />
<object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/89KicMDvVF4&hl=en"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/89KicMDvVF4&hl=en" type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="344"></embed></object><br />
<br />
» <a href="http://movies.universal-pictures-international-germany.de/dersternwanderer/" title="Website zum Film">Website zum Film</a><br />
» <a href="http://www.neilgaiman.de/" title="Deutschsprachige Website des Autors Neil Gaiman">Deutschsprachige Website des Autors Neil Gaiman</a><br />
» <a href="http://www.neilgaiman.com/" title="Offizielle Website des Autors Neil Gaiman">Offizielle Website des Autors Neil Gaiman</a> 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>Elfen</dc:subject>
<dc:subject>Feen</dc:subject>
<dc:subject>Hexen</dc:subject>
<dc:subject>science fiction &amp; fantasy</dc:subject>

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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/132-Mario-Pricken-Kribbeln-im-Kopf.html" rel="alternate" title="Mario Pricken: Kribbeln im Kopf" />
        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2008-06-17T22:34:05Z</published>
        <updated>2008-06-17T23:46:28Z</updated>
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        <title type="html">Mario Pricken: Kribbeln im Kopf</title>
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So der Anspruch des Autors an sein 230 Seiten starken Buch, das mehr einem Katalog als einem Handbuch ähnelt. Pricken stellt hier seine Techniken für das "idea-engineering" -  Kreativitätstechniken und Braintools für Werbung &amp; Design - vor: mit zusammengefassten Tipps, Beispielen aus der Praxis und ausgewählten Anzeigenkampagnen ist das Buch auch für eilige Manager auf der Suche nach der "big idea" sehr gut geeignet. <br />
<br />
Allein die 15 Spielregeln für die Ideenfindung und -entwicklung innerhalb eines Teams sind nicht nur für Kreative hilfreich: Wer kennt nicht die Killerphrasen eines Meeting: Hatten wir noch nie!, Das kann nicht funktionieren!, Wie soll das gehen? usw... Ein weiteres gutes Tool für die Ideenfindung bzw. -entwicklung ist der Clicking-Fragenkatalog. Mit Hilfe von Fragen hilft uns Pricken auf die Sprünge, wenn es um das "Über-den-Tellerrand-hinaus-Denken" geht. <br />
<br />
Kreativität lässt sich lernen, ja sogar steuern. "Kribbeln im Kopf" zeigt einen Weg, wie's geht. Ein must-have für Kreative (im Kopf).<br />
<br />
Seit 1991 arbeitet Mario Pricken als Consultant und Creative Director für Werbeagenturen, aber auch als freier Kreativer. Seit 1998 bietet Pricken Kreativitätstrainings für die Kreativbranche, auch für Bereiche wie Marketing und Medien an und veröffentlicht regelmäßig Fachartikel in Zeitschriften zum Thema Kreativität und Innovation.<br />
<a href="http://www.mariopricken.com/" title="Website Mario Pricken">Website Mario Pricken</a><br /> 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>Kreativität</dc:subject>
<dc:subject>Management</dc:subject>
<dc:subject>Marketing</dc:subject>
<dc:subject>sonstige bücher</dc:subject>
<dc:subject>Werbung</dc:subject>

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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/131-Ake-Edwardson-Das-vertauschte-Gesicht.html" rel="alternate" title="Ake Edwardson: Das vertauschte Gesicht" />
        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2008-06-08T22:09:54Z</published>
        <updated>2008-07-02T10:43:41Z</updated>
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        <title type="html">Ake Edwardson: Das vertauschte Gesicht</title>
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<br />
Die Wohnungstür wird geöffnet und dem Kommissar Erik Winter präsentiert sich ein ungewöhnliches Bild: Auf dem Sofa sitzt ein nacktes Paar, die Hände fest umschlungen und schauen sich an. Eine dunkle mit Blut verkrustete Linie verläuft rund um ihre Hälse. Der Mörder hat die Köpfe vertauscht. An der Wand findet Winter ein mit roter Farbe eingekreistes W gefolgt von den ALL. All dies deutet auf einen Geistesgestörten hin, der sein Werk noch nicht vollendet hat. Ein Gespräch mit der Gerichtspsychologin Lareda gibt dem Leser die ersten Hinweise, nämlich, dass er ein Träger einer Uniform sein muss und dass es nicht auszuschließen ist, dass auch Winter in die Pläne des Mörders miteinbezogen wird.<br />
<blockquote>"Es ist nicht ungewöhnlich, dass der Mörder auch Macht über seinen ... Entlarver sucht."<br />
"Seinen Entlarver?" Es gibt doch noch gar keinen. Hat er den schon definiert?"<br />
"Seinen zukünftigen Entlarver. Er hat Botschaften hinterlassen, nicht wahr? Sie sind an jemanden gerichtet."<br />
"An wen?" fragte Winter, aber er kannte die Antwort.<br />
"An dich, Erik." Sie saß mit Schatten, und ihre Brillengläser waren wieder schwarz. "Du bist der Jäger, der Fahnder. Der mögliche Entdecker."<br />
"Er will mich dominieren? Erik Winter?"<br />
"Du hast die Rolle des Jägers. Kriminalkommissar Erik Winter."<br />
"Das ist doch nicht persönlich gemeint, oder?", sagte Winter, aber er lächelte nicht. Lareda Veitz lächelte auch nicht. Er sah sie an. "Könnte es persönlich werden?"</blockquote><br />
Schweden-Krimis, die nach Mankells großartiger Serie mit dem ermittelnden Kurt Wallander erscheinen, haben es nicht leicht, denn sie werden immer mit Mankells Erzählstil und Ausarbeitung der Charaktere verglichen werden. Und ebenso wie es bei Mankells Krimis der Fall ist, ist auch Edwardsons Roman trocken, subtil und spielt sich auf mehreren Erzählebenen, zwischen denen hin und her gesprungen wird, ab. Hinzu kommt eine melancholische Hintergrundstimmung, die durch das kritische Widerspiegeln der schwedischen Gesellschaft noch verstärkt wird. <br />
<br />
Aber trotz des Bemühens einen nach allen Spielregeln geschriebenen Roman hinzulegen kommt bei "Das vertauschte Gesicht" keine wirkliche Spannung auf. Vielleicht deshalb, weil das Verbrechen eigentlich erst nach dem ersten Viertel so wirklich beginnt, das Ende nicht wirklich alle Fragen beantwortet oder weil die erzählerischen Verästelungen eher ermüdend als anregend wirken. Ein solider Schweden-Krimi, der mich aber nicht so richtig überzeugen vermochte.<br /> 
            </div>
        </content>
        <dc:subject>krimis &amp; thriller</dc:subject>
<dc:subject>nordländisches</dc:subject>
<dc:subject>Schweden</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2008-06-03T21:44:47Z</published>
        <updated>2008-07-02T10:56:17Z</updated>
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        <title type="html">Zadie Smith: Von der Schönheit</title>
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<br />
Kiki ist schwarz, extrem übergewichtig und strahlt aufgrund ihres starken Charakters trotzdem Schönheit aus. Howard ist weiß, Akademiker, Zyniker und kämpft um seine intellektuelle Anerkennung. Beide leben in Neuengland, haben ihre Wurzeln im Proletariat und eine liberale Anschauung. Der Antithese zu den Besleys sind die Kipps aus England: ebenfalls akademisch aber stock-konservativ und aristokratisch. Monty Kipps ist wie Howard Universitätsprofessor und die beiden liegen sich aufgrund ihrer unterschiedlichen Ansichten schon ewig in den Haaren. Nur Kiki und Montys sterbenskranke Frau Carlene finden trotz Liberalismus und englischer Tradition zueinander:<br />
<blockquote>"Na ja, Ihr Mann zum Beispiel, Monty", sagte Kiki. "Ich habe seine Artikel gelesen. Dauernd schreibt er davon, was für eine tolle Mutter Sie sind. Er stellt Sie geradezu als großes Vorbild hin. Das perfekte Heimchen am Herd, die ideale christliche Mutter - wogegen übrigens nichts einzuwenden ist, es ist wunderbar. Nur, ist das alles? Oder gibt es da vielleicht noch etwas, das Sie auch noch tun wollten ... vielleicht irgendetwas, das nichts mit alledem ..."<br />
"Carlene lächelte. Ihre Zähne, schief und mit kindlichen Lücken, war das Einzige, das nicht zu ihrer aristokratischen Erscheinung passt. "Ich wollte lieben und geliebt werden."<br />
"Klar", sagte Kiki, weil ihr nichts mehr dazu einfiel. Sie horchte nach Clotildes Schritten, irgendetwas, das die Unterhaltung unterbrach. Aber nichts.<br />
"Kiki, als du jung warst: Da hast du sicher unglaublich viel gemacht?"<br />
"Ach Gott ... ich wollte, das ja. Aber allzu viel ist nicht daraus geworden. Zum Beispiel wollte ich sehr lange die Assistentin von Malcom X sein. Das hat nicht geklappt. Dann wollte ich Schriftstellerin werden, Sängerin. Meine Mama wollte, dass ich Ärztin werde. Black woman doctor: Das waren ihre Lieblingsworte."<br />
"Und hast du gut ausgesehen?"<br />
"Oje ... was für eine Frage!"<br />
Carlene hob abermals ihre knochigen Schultern. "Das frage ich mich immer: wie die Leute ausgesehen haben, bevor ich sie kennen lernte."<br />
"Ob  ich gut ausgesehen habe? Ja, ich denke schon." Es kam ihr seltsam vor, so etwas laut zu sagen. "Unter uns, Carlene, ich war sogar heiß. Nicht lange, so um die sechs Jahre, aber hallo."<br />
"Das sieht man immer noch. Schönheit vergeht nie ganz", sagte Carlene.</blockquote><br />
Als Monty als Gastprofessor an Howards College kommt, nimmt die erotische und intellektuelle Tragödie ihren Lauf. Seitensprünge, peinliche Auftritte, unbequeme Freundschaften... Klingt ganz danach, als ginge die Post ab. Das alles plätschert jedoch unaufgeregt vor sich hin, der Showdown wird hastig auf den letzten Seiten abgehandelt. Dazu passend gibt's ein relativ offenes Ende, was hoffentlich nicht auf eine zweite Staffel dieser Seifenoper hindeutet. 
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        </content>
        <dc:subject>Familienroman</dc:subject>

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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/129-Stella-Blomkvist-Die-Bronzestatue.html" rel="alternate" title="Stella Blómkvist: Die Bronzestatue" />
        <author>
            <name>Loki</name>
                    </author>
    
        <published>2008-05-30T23:38:00Z</published>
        <updated>2008-07-21T23:37:29Z</updated>
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        <title type="html">Stella Blómkvist: Die Bronzestatue</title>
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<br />
Zugegebenermaßen: Der Roman beginnt ja noch recht ungewöhnlich: Eine Frau, eine Rechtsanwältin - unsere Ermittlerin! - ärgert sich. Sie ist auf dem Weg zur Arbeit. <br />
<blockquote>""Scheiß Leben!"<br />
Na endlich! Meine japanische Schrottkarre kriecht im Schneckentempo mit durchdrehenden Rädern aus der Parklücke und den steilen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Abhang" title="Den steile Abhang hinauf">Abhang</a> hinauf. Hat mit Sicherheit irgendeinem Schlaumeier einige Millionen eingebracht, diese Glatteis-Rutschbahn zu konstruieren.<br />
Ich selber bin auch schon ganz durchgedreht. Hämmere mit den Fäusten aufs Lenkrad, das unter meinen Schlägen erzittert, und fluche aus tiefster Seele auf dieses Hundewetter, die Schneeschieber, die die Straße immer viel zu spät freiräumen, und die Ganoven aus der Politik, die den ganzen Klüngel auch noch steuern. Und dann natürlich auch auf den Vollidioten, der sich von der Kripo hat erwischen lassen, damit ich am frühen Sonntagmorgen aus dem Bett geklingelt werde. Und obendrein auch noch diese Scheißkälte.<br />
"Minderbemittelter Schwanzträger!""</blockquote><br />
Hoppala! Hier geht's offensichtlich um eine obrigkeits- und männerhassende Frau, die weder Auto fahren kann noch am Sonntag arbeiten mag. Und was die erste Seite verspricht, wird bis zum Schluss konsequent durchgezogen. Stella wird von einem vorbestraften Widerling beauftragt, ihn zu vertreten. Seamundur "Saemi" Jónasson wird beschuldigt, Halla, eine ehrgeizige (und attraktive, intelligente, männerverschleissende etc.) politische Mitarbeiterin, ermordet zu haben. Ziemlich schnell ist sich Stella sicher, dass ranghohe Politiker und der lokale Porno-König die Finger im Spiel haben. Als Anhaltspunkte dienen ihr die beste Freundin der Ermordeten, Lilja, und ein vorerst geheimnisvoller Unbekannter, der ihr Informationen zuspielt. Die im Titel angesprochen Bronzestatue kommt auch vor - allerdings als Nebenrolle. <br />
<br />
Manche Leser finden "Die Bronzestatue" als einen Krimi mit einem<a href="http://www.buecher4um.de/Rezensionen/Besprechungen/ABC/BronzeSt.htm" title=""unterhaltsam und spritzig"">"unterhaltsamen und spritzigen Stil"</a>. Andere bezeichnen die Protagonistin liebevoll als <a href="http://www.krimi-forum.net/Datenbank/Titel/ft002643.html" title="Stella Blomkvist">sympathisch und herrlich schnoddrig</a>. Wenn ich noch mal die Chance hätte, das Buch nicht zu lesen – ich würd’s tun. Ich würd's nicht mal dann lesen, wenn mir ein <a href="http://www.amazon.de/review/R3KAGSFEL905IO/ref=cm_cr_rdp_perm" title="Rezension bei Amazon">"vergnüglicher Abend, wenn es draussen regnet"</a> versprochen wird. 
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        <dc:subject>krimis &amp; thriller</dc:subject>
<dc:subject>langweilig</dc:subject>
<dc:subject>nordländisches</dc:subject>
<dc:subject>Schund</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2008-05-28T22:33:00Z</published>
        <updated>2010-05-04T22:50:42Z</updated>
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        <title type="html">Ian McEwan: The Cement Garden</title>
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Jack, der Ich-Erzähler ist 14 und der zweitälteste des Quartetts. Durch ihn erfasst der Leser am meisten die voran schreitende Verwahrlosung der Kinder und des Hauses nach dem Tod der Eltern. Verstört und völlig orientierungslos lebt er - wie auch seine Geschwister - in den Tag hinein. Es sind Sommerferien, die Tage lang und drückend heiß. Seine Versuche, sich seinen Geschwistern zu nähern, scheitern meist, der nicht beschreibbare Tod, die Unfähigkeit besonders über die Mutter zu sprechen, steht zwischen ihnen. Hinzu kommt, dass Jack an der Schwelle zum Erwachsenwerden steht. In dem Augenblick, als sein Vater an einem Herzinfarkt stirbt, beginnt Jack zu masturbieren. <br />
<br />
Sexualität und die Entdeckung des eigenen und anderen Körpers spielen eine zentrale Rolle: das zu Beginn noch kindlich anmutende Spiel zwischen den Älteren, Jacks ständiges Onanieren, Tom (5) beschließt plötzlich ein Mädchen zu sein,  - dies alles gipfelt in sexuellen Intimitäten zwischen Jack und und seiner Schwester Julie (17) gegen Ende des Romans. Begleitet wird dies alles von den vor sich hinfaulenden Lebensmitteln in der Küche, den Fliegen und Ratten, von den Ausdünstungen des ungewaschenen und ungepflegten Jack und vom Verwesungsgeruch der Mutter im Keller - verstärkt durch die heißen Sommertemperaturen.<br />
<blockquote>""Rats", Sue said. When we reached the door the room was suddenly silent and I stopped. "Push," Sue said through her handkerchief. I did not move but now the door was opening on its own. I cried out and stepped backwards and saw that my sister was pressing with her foot near the hinge. The trunk looked like it had been kicked. The moddle bulged right out. The surface of the concrete was broken by a huge crack in some places half an inch wide. Sue wanted me to look down it. She put the torch in my hand, pointed and said something I could not hear. [...]<br />
"Did you see?" Sue said. "The sheet is all torn and you can see her neightie underneath." For a moment we were very excited, as if we had discovered that our mother was in fact alive. We had seen her in her neightie, just the way she was. As we were going up the stairs I said, "The smell isn't too bad once you get used to it." Sue half laughed and half sobbed and dropped the torch. Behind us we could hear the rats again. She took deep breaths and bent down to pick up the torch. As she stood up she said, "We'll have to get more cement," and her voice was quite level.</blockquote><br />
"The Cement Garden" ist ein äußerst interessantes Buch und das hoch gelobte Erstlingsbuch von Ian McEwan. Zu Recht auch: Auf wenigen Seiten erstellt McEwan ein vielschichtes Psychogramm junger Erwachsener in einer Extremsituation. Sein sachlicher Stil verstärkt das Grauen der Tabubrüche. Der Buch ist voll mit bedeutsamen Metaphern (Zement vs. Garten zum Beispiel), die jeden Englisch-Lehrer vor Freude hüpfen lässt. Der Roman ist in Originalfassung obendrein nicht schwer zu lesen. Ein Grund mehr also, zur Abwechslung einen Roman in Englisch zu lesen. Das Buch gibt's übrigens auch als <a href="http://www.reclam.de/detail/978-3-15-009069-5" title="The Cement Garden RECLAM">Reclam-Ausgabe </a>mit Vokabularhinweisen.<br />
<br />
Und wer keine Lust zum Lesen hat - weder auf Deutsch noch auf Englisch: <a href="http://www.zip.ca/browse/title.aspx?f=titleId(119678)" title="Kino-Film: The Cement Garden">Der Roman wurde von Andrew Birkin 1993 verfilmt</a>.<br /> 
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        <dc:subject>Familienroman</dc:subject>
<dc:subject>gehaltvoll</dc:subject>
<dc:subject>Ian McEwan</dc:subject>
<dc:subject>klassiker</dc:subject>
<dc:subject>Literatur</dc:subject>

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        <author>
            <name>supermaschine</name>
                    </author>
    
        <published>2008-05-26T19:38:12Z</published>
        <updated>2008-06-17T23:47:42Z</updated>
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        <title type="html">Chris Anderson: The Long Tail</title>
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Als die drei Wirkungsmechanismen des "Long Tail" hat er ermittelt:<br />
<br />
1. Demokratisierung der Produktion durch zum Beispiel Software zum Komponieren, Aufnehmen und Bearbeiten von Musik.<br />
2. Demokratisierung des Vertriebs durch so genannte Aggregatoren wie Amazon, iTunes, Netflix, die das Angebot für viele Kunden verfügbar machen.<br />
3. Verbindung von Angebot und Nachfrage durch Filter wie zB Google, Kundenempfehlungen, Bestsellerlisten u.ä.<br />
<br />
<strong>Spannend finde ich sind die Auswirkung auf unsere Gesellschaft.</strong> Geschmack wird individueller, aber wir wollen trotzdem „dazugehören“ und weiter: Was, wenn der „Long tail“ bei anderen Bereichen des Lebens zu wirken beginnt: „Demokratisierung der Produktion und des Vertriebes?“ Klingt schwer nach Marx und Engels, aber soweit sind wir noch nicht. Alles in allem ein spannendes Buch, auch wenn der Autor zur Wiederholung neigt. Jedenfalls ist es den Kauf wert und gerade bei einer „Neuen Mediengruppen-Diskussion“ muss man das Buch (und den Inhalt) kennen, auch wenn das Buch mit den Deutschen Titel („der lange Schwanz“) zu Irritationen in der privaten Bibliothek und bei Freunden führen kann. <br /> 
            </div>
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        <dc:subject>Management</dc:subject>
<dc:subject>Marketing</dc:subject>
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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2008-05-22T21:17:19Z</published>
        <updated>2008-07-17T00:09:45Z</updated>
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        <title type="html">Jakob Arjouni: Chez Max</title>
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<br />
Der Plot ist eher schwach besetzt, Spannung kommt nur sehr wenig auf. Unterhaltsamer dagegen ist die Schilderung der Welt im Jahre 2064 (es gibt Sexomaten, die sich aber nicht jeder leisten kann, Simultanübersetzerknöpfe und Rauchen ist absolut verboten) und aus welchen Taten heraus sie entstanden ist. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jakob_Arjouni" title="Mehr über den Autor Jakob Arjouni">Arjouni</a> beruft sich hier auf tatsächliche Geschehnisse, wie der Terroranschlag vom 11. September 2001, und spinnt politische Tendenzen der Jetztzeit weiter. Amerika führt sich durch seine Irak-Kriege selbst in den Ruin und versinkt als Getreidelieferant in die Bedeutungslosigkeit. Europa und China konzentrieren sich derweilen auf ihr wirtschaftliches Fortkommen und kaufen das hochverschuldete Nordamerika quasi auf. Sie bilden eine Konföderation, führen einen fünfjährigen Befreiungskrieg gegen den Rest der Welt und errichten einen Mega-Zaun:<br />
<blockquote>"Er teilte die Welt. grob gesagt, ein für alle Mal in Fortschritt und Rückschritt oder zumindest Stillstand - auch wenn damit die Zustände in ihrer Gesamtheit natürlich nicht hundertprozentig korrekt beschrieben waren. Doch die Richtung stimmte, und ohne Zaun hätten die radikalisierten Teile der zweiten Welt uns sicher schon vor langer Zeit in ihren primitiv-religiösen, gewaltverherrlichenden Andersartigkeit verachtenden Abgrund gezogen. Und sei es nur, daß wir irgendwann bereit gewesen wären, uns ernsthaft mit ihnen auseinanderzusetzen - womöglich über Moral und Werte mit ihnen zu verhandeln, Kompromissen einzugehen und unsere Freiheit herzugeben für die vage Hoffnung auf Frieden. Doch mit Fanatikern diskutiert man nicht, und es gibt Tische, wenn man sich an die setzt, hat man schon verloren. Sollten sie sich doch untereinander zerfleischen, was sie ja auch zur Genüge taten." </blockquote><br /> 
            </div>
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        <dc:subject>Science Fiction &amp; Fantasy</dc:subject>
<dc:subject>Utopie</dc:subject>

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        <link href="http://bluecher.agunlimited.at/index.php?/archives/125-Stefan-Slupetzky-Der-Fall-des-Lemmings.html" rel="alternate" title="Stefan Slupetzky: Der Fall des Lemmings" />
        <author>
            <name>Loki</name>
                    </author>
    
        <published>2008-05-18T21:48:00Z</published>
        <updated>2009-10-22T23:56:06Z</updated>
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        <title type="html">Stefan Slupetzky: Der Fall des Lemmings</title>
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<br />
Der Krimi spielt in Wien: Den lokalen Wortwitz setzt <a href="http://members.chello.at/st.slup/stefan_slupetzky.htm" title="Mehr über Stefan Slupetzky">Slupetzky</a> gekonnt in den Dialogen um, ohne dabei jedoch in sprachliche Plattitüden abzudriften. Für Österreicher eine super Unterhaltung, die an den legendären <a href="http://www.mundl.net/" title="Edmund Sackbauer - der Mundl">Edmund Sackbauer</a> erinnert:<br />
<blockquote>"Ziagn, Sedi, den musst ziagn, mit aner linken Fettn", meint jetzt der Dicke.[...]<br />
"Auweh, da hab an Pallawatsch beinand'..."<br />
"A Haucherln nur a Haucherl derfst ihm gebn!"<br />
"Der tuscht ma, sogar mit an Buserer..."<br />
"Geh Pepperl, plausch ned ... is eh aufg'legt .... den nimmst von da Maschek-Seitn..."<br />
"A geh ... I massier ihm."<br />
"Na, habe d'Ehre ... Herr Ober, kumman S'oba, des Tuach is durch ..."<br />
Irgendwann hält der Größere der beiden inne und wirft einen Blick auf seine Armbanduhr.<br />
"Du Wäudl, der kummt nimmer ... zwanz'g nach achte ..."<br />
"Scheiß. Vergess ma's."</blockquote><br />
Der Roman bietet mehr als witzige Dialoge mit einem anfangs unbeholfenen Kriminalisten. Schwarzer, morbider Humor, treffende Gesellschaftskritik und eine zeitenweise grausame Handlung wechseln sich ab. Neben Einblicken in die Kaffeekultur und -geschichte, beschreibt der Autor Schicksale Wiener Juden während und nach dem Zweiten Weltkrieg, Schilderungen über lokale Essgewohnheiten wechseln sich mit sadistischen Handlungen eines Lehrers und eines Kommissars ab. Und dazwischen schlängelt sich der Lemming konsequent auf der Spur des Mörders. Der Krimi entwickelt seine ultimative Spannung erst gegen Schluss, dann, als sich in die Handlung auch noch eine Liebegeschichte mischt. "Der Fall des Lemmings" ist facettenreich, gut erzählt und fesselnd. Ein Buch, das man erst nach der letzten Seite weg legen kann.<br /> 
            </div>
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        <dc:subject>Österreichisches</dc:subject>
<dc:subject>krimis &amp; thriller</dc:subject>
<dc:subject>Nationalsozialismus</dc:subject>
<dc:subject>spannend</dc:subject>
<dc:subject>stefan slupetzky</dc:subject>
<dc:subject>witzig</dc:subject>

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        <author>
            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2008-05-13T22:11:42Z</published>
        <updated>2008-07-17T00:10:57Z</updated>
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        <title type="html">Wolf Haas: Das Wetter vor 15 Jahren</title>
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<strong>Wolf Haas</strong> Ja, ich auch."</blockquote><br />
"Das Wetter vor 15 Jahren" ist keine Erzählung oder Roman im herkömmlichen Sinn. Es ist ein Dialog zwischen einem Autor und einer Journalistin, kurz und prägnant als "Literaturbeilage" tituliert. Der Autor ist <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wolf_Haas" title="Mehr über Wolf Haas">Wolf Haas</a> und hat eben dieses Buch vollendet. Nun wird er zu diesem Buch, der Handlung, den Charakteren usw. interviewt. Und so bekommt der Leser nicht nur eine Liebesgeschichte präsentiert sondern zugleich erfährt er mehr über den vielschichtigen Entstehungsprozess eines Buches. Im Hintergrund laufen amüsante Hackeleien zwischen Autor und Kritiker, Österreicher und Deutschen, Mann und Frau. <br />
<blockquote>"<strong>Literaturbeilage</strong>: Ich frage mich nur, wie sehr Sie hier die phallischen Symbolik der Luftmatratze - <br />
<strong>Wolf Haas</strong> Wie bitte?<br />
<strong>Literaturbeilage</strong> Das drängt sich doch auf. Die Luftmatratze, die darunter leidet, dass sie sich nicht in ihrer ganzen Größe ausbreiten darf, weil sie hinter dem Muttersitz eingeklemmt ist.<br />
<strong>Wolf Haas</strong> Für mich sind Luftmatratzen einfach irgendwie geile Geräte.<br />
<strong>Literaturbeilage</strong> Na ja, das ist jetzt nicht gerade das stärkste Gegenargument.<br />
<strong>Wolf Haas</strong> Nein, ich meine doch. Ich meine doch, Luftmatratzen sind irgendwie sinnliche Zeugen einer Zeit oder eines Milieus, ohne dass man gleich in diese totale Damals-gab's-noch-Afri-Cola-Sentimentalität verfällt. Auch weil sie sich vom Material her so interessant entwickelt haben im Lauf der Zeit. Von den richtigen Gummiluftmatratzen zu diesen immer dünneren, durchsichtigen Hightech-Häuten. Und in allererster Linie fand ich einfach, dass man da wirklich spürt, wie sehr das Kind bei der Anfahrt leidet. Dieses Zusammengepferchtsein, dieser betäubender Gestank. Dann lag beim Käfer auch noch der Tank vorne, da hat's die Bezindämpfe hereingetragen, das hat sich alles beim Kind hinten gestaut. Wie Gewitterwolken, die am Berg hängen bleiben, hat sich das alles von der Heckscheibe zusammengebraut."<br />
</blockquote><br />
Mal ist das Gespräch theoretisch, mal emotional und zum Teil auch ein bisschen absurd, stellenweise witzig und gegen Ende zäh wie Strudlteig. Gerade wenn es zum Showdown kommt - Vittorio reist nach Fernach, Anni ist gerade dabei den Gegenspieler zu heiraten, ein Unfall passiert, jemand stirbt, usw - gerade dann, wenn's spannend werden sollte, wird die Handlung, ja ganze Sätze, über Seiten hin ins undendlich Unspannende zerpflückt, zerredet und analysiert - <em>absolut ein bisschen too much - also red ma doch lieber über die Frau Bachl! </em> 
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        <dc:subject>Österreichisches</dc:subject>
<dc:subject>langweilig</dc:subject>
<dc:subject>Wolf Haas</dc:subject>

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        <author>
            <name>Loki</name>
                    </author>
    
        <published>2008-05-03T22:54:15Z</published>
        <updated>2008-07-29T00:05:39Z</updated>
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        <title type="html">Heinrich Steinfest: Nervöse Fische</title>
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<br />
Wie kommt es, dass ein Mann von einem Hai, von einem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bullenhai" title="Mehr Infos über den gemeinen Grundhai">Carcharhinus leucas (Gemeiner Grundhai)</a> -  zerbissen wurde, wenn sich das Ganze in einem Swimmingpool am Dach eines Wiener Hochhauses abgespielt hat? Abgesehen davon, dass es doch vielleicht sein könnte, dass der Fisch dort irgendwie durch menschliche Hand hingekommen ist - wie jedoch hätte das Raubtier im Süßwasser noch Appetit auf menschliches Fleisch haben können? Neben einer zerfetzten Leiche und Splitter von Haifischzähnen findet der Ermittler ein Hörgerät. Und dieses Hörgerät führt die Polizei nach Zwettl, zu einem seltsam anmutenden Gebäudekomplex aus Tankstelle, Hotel und Gaststätte, wo ein Friseur sich offensichtlich nicht nur den Haaren der ländlichen Gemeinde widmet.<br />
<br />
Die Geschichte rund um den egozentrischen Einzelgänger Lukastik und sein Team, die Ermittlungen und Spurensuche machen nur die Hälfte des Romans aus. Die Jagd nach dem Mörder ist eine ruhige, anscheinend unspektakuläre - ebenso wichtig sind dem Autor die Schilderungen zwischenmenschlicher Details und austro-philosophischer Ausführungen ganz im Wittgensteinsche Stil über Gott, das Leben und die (Wiener) Welt:<br />
<blockquote>"Etwas, das tot war, sollte zumindest in einem erhitzten Zustand auf den Tisch kommen."</blockquote><br />
<blockquote>"In manchen Dingen steckt der Wurm, wie er eben auch in der Erde, im Holz und in so manchem guten Apfel steckt. Der Wurm gehört dazu."</blockquote><br />
<blockquote>"Manchmal bietet sich an, nicht nur darüber zu schweigen, wovon man nicht sprechen kann, sondern auch zu schweigen, wenn sich eine noch so berechtige Aussage schlichtweg nicht lohnt."</blockquote><br />
<blockquote>"Wenn es denn Heimat wirklich gibt, dann liegt sie wahrscheinlich für die meisten Menschen im Inneren ihres Wagens."</blockquote><br />
<blockquote>"Wien war ja nicht einfach nur die große Stadt in diesem Land, die geliebte oder gehaßte Hauptstadt, sondern schlichtweg der einzig halbwegs erträgliche Ort, wobei sich das Erträgliche weder aus der kulturellen Vielfalt noch der Liebenswürdigkeit seiner Bewohner ergab - das wäre dann ein Witz gewesen! -, sondern aus dem Umstand resultierte, daß diese Stadt etwas von einer Abschußrampe an sich hatte."</blockquote><br />
<blockquote>"Ein Blick auf den überfüllten Parkplatz war Beweis genug. Straußeneier war das falsche Wort gewesen. Eher Amalgamplomben."</blockquote><br />
Und genau diese Detailverliebtheit, die fast schon ausufernden Ergüsse, die einem eigentlich schon nach dem ersten Kapitel dazu treiben sollten, das Buch in die Rundablage zu schmeißen - genau diese trocken-ironisch-komischen Absätze nahe der Grenze zum Absurden befindlichen Handlung sind es, die das Buch zu einem überraschenden Krimi machen, für den es noch keine Schublade und keinen Vergleich gibt. Ein sehr ungewöhnlicher Krimi mit einer noch ungewöhnlicheren Handlung. Für Krimi-Fans, die nach einer Ausnahme suchen.<br />
<br />
Heinrich Steinfest ist ein in Deutschland lebender, österreichischer Autor mit australischen Wurzeln und war in den vergangenen Jahren mehrmaliger Preisträger des Deutschen Krimipreises. 
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        <dc:subject>Österreichisches</dc:subject>
<dc:subject>krimis &amp; thriller</dc:subject>
<dc:subject>skuril</dc:subject>

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            <name>Igor</name>
                    </author>
    
        <published>2008-04-28T22:33:46Z</published>
        <updated>2009-10-22T23:54:28Z</updated>
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"Haben wir", antwortete Holk. "Was, bitte, ist Beruf? Und was ist König und Räuber?"<br />
"Und was", fügte Drimmel hinzu, "ist Fachmann? Und Geld? und was ist kaufen?"<br />
"Und wie", ließ sich nun auch Drü vernehmen, "wie schmeckt es, wenn man einander isst?"<br />
Julius Bemmerl seufzte. Natürlich hatte er bereits geahnt, welch schweres Stück Arbeit hier auf ihn wartete (der sichere Blick des altgedienten Pädagogen ließ ihn nie in Stich), aber das Ausmaß der Unwissenheit dieser Dreiäuger erstaunte ihn nun doch ein wenig."</blockquote><br />
Die Zwyglorfs sind schon anders als die Erdlinge: im Gegensatz zu uns ernähren sie sich wirklich von Kompost, tierisches Leben oder unsere nie enden wollende Artenvielfalt kennen sie nicht. Ebensowenig Sex mit jemand anders. Die Bevölkerungsdichte wird strikt eingehalten, auf die lebenserhaltende Flora peinlich geachtet. Und so ist es nur menschlich, dass einige vom Dorschullehrer Bemmerl vermittelten Sachverhalte