Für ein Buch mag es nicht unbedingt von Vorteil sein, wenn der Tod als Erzähler auftritt. Denn welche Geschichte kann uns erwarten, wenn es der Sensenmann höchstpersönlich ist, der sie erzählt? Im besten Fall morbider Humor, im schlimmsten unerträgliches Leid (ausgehend davon, dass uns die Literatur die verschiedensten Formen des Schnitters auftischt und wir ihm nicht einmal in der unausweichlichen, letzten Sekunde unseres Lebens so wirklich begegnen wollen)?
Gebt dem Tod eine Chance - auch wenn ihr dann mit der einen oder anderen Träne kämpfen müsst! Lest seine Geschichte über das Mädchen Liesel ... [mehr]
Am 28. März 2004 kapituliert ein Dosenöffner. Was nicht weiter tragisch wäre, wäre es nicht der einzige Dosenöffner vier greiser Männer der Waffen-SS, die den Endsieg Hitlers in einem Bunker tief unter deutscher Erde abwarten. Nach langem Hin und Her wird das Marschgepäck zusammengestellt und nach mehr als 60 Jahren kehren die vier an die Oberfläche und damit in die Gegenwart zurück. Ganz schön blöd für die alten Nazis, wenn man bedenkt, was sich in der Zwischenzeit so alles getan hat... [mehr]
"Kann man denn nicht einmal in Frieden einen Mordfall lösen, ohne tagaus, tagein belogen, betrogen und hintergangen zu werden?" Der Lemming, alias Leopold Wallisch, ist ein Wiener Ex-Polizist und Ex-Schnüffler. Das "Ex" zeugt nicht gerade von einer steilen kriminalistischen Karriere und ist ein Beweis mehr, dass die österreichische Krimi-Fiktion voll von Losern und Anti-Helden ist. Wie bei Kottan, Brenner und Co ist auch der Lemming etwas trottelig, aber sympathisch und witzig. Und so stolpert er ungewollt in einen Mordfall an einem pensionierten, sadistischen Lateinlehrer. Und wie's der Autor so haben will, gibt's Rätsel, Geheimnisse und falsche Fährten, damit die Lösung des (ersten) Falls des Lemmings ja nicht zu einfach wird. Grenzgenial! [mehr]
»Ich bin Max Schulz, unehelicher, wenn auch rein arischer Sohn der Minna Schulz ...« So beginnt Edgar Hilsenraths Roman über den SS-Mann und Massenmörder Max Schulz, der die Identität des Juden Itzig Finkelstein übernimmt und ein angesehener Bürger und Friseursalon-Besitzer in Tel Aviv wird. Der Roman ist "ein blutiger Schelmenroman, grotesk, bizarr und zuweilen von grausamer Lakonik, berichtet von dunkler Zeit mit schwarzem Witz" (Der Spiegel). [mehr]
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